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Zu hart..?

18. November 2008 um 21:57

Ich weiß nicht, wer's gelesen hatte..
Ich hatte meinen Vermieter um Erlaubnis nach einem Untermieter gefragt, um den Rest der Schwangerschaft sowie die Geburt bei meinem Verlobten in Südamerika verbringen zu können.
Am 06. Okt. hatte ich seine schriftl. Zusage.
Doch 4 Wochen vor Abflug ruft auf einmal sein rechtl. Vertreter bei mir an und meint, das könne man so nicht machen.. man bot mir eine Mietaufhebung an, mit mündl. Option, das Zimmer nach meinem Aufenthalt wieder beziehen zu können.. Auf so eine unsichere Sache kann ich mich natürlich in diesen Umständen nicht einlassen.
Auch hatte ich bereits das Gefühl, dass hier ein Haken dran ist.. Und da die Zeit schon viel zu knapp war, mir rechtlichen Beistand zu verschaffen, um mein Recht durchzusetzen, habe ich die Mietaufhebung unterschrieben und meine Pläne geändert..
Zudem muss ich sagen, dass meine eigentliche Vermieterin vor ungefähr 4 Monaten verstorben ist und der jetzige Eigentümer Neffe und Erbe ist.

Heute die Bestätigung:
Ein Brief an alle Mieter, zur Information über den geplanten Verkauf des Hauses.
"Welche Auswirkungen dieser Verkauf auf Ihr Mietverhältnis haben wird, ist aktuell noch unklar und im besonderen Maße vom Erwerber abhängig. Zur Regelung der möglichen Übergabe werden wir eine Mietaufhebung mit Ihnen vereinbaren."

Daraufhin habe ich meinem Vermieter eine Email geschrieben...

Sehr geehrter Herr *****,

erwarten Sie jetzt um Gottes Willen bitte kein Verständnis meinerseits für Ihre Lage!
Ich hatte mich bereits bei einem Anwalt erkundigt und dieser konnte keinen Ihnen entstehenden Nachteil bei einer Untervermietung feststellen! Auch wäre ich im Recht gewesen, hätte ich es darauf angelegt, das ist mir durchaus bewusst - selbst wenn Ihr "Fachmann" mir etwas anderes glaubhaft machen wollte.
Und ich verfüge ganz sicher über genügend Denkvermögen, um eins und eins zusammen zu zählen. Ihnen war bewusst, dass ich am 1. Dezember verreise. Und seit dem 6. Oktober lag mir Ihre schriftliche Einwilligung vor! Sie haben es bis zuletzt hinausgezögert und mich somit in eine Art Zwangslage gebracht. Ich kann nur für Sie hoffen, dass Sie sich noch gut dabei fühlen können.
Und nachdem ich heute den Brief gelesen habe, von ihrer Immobiliengesellschaft, wird mir nun auch klar, wieso das alles.

Kurz bevor Ihre Tante verstorben ist, bin ich schwanger geworden. Zum Zeitpunkt ihres Todes wusste ich noch nicht einmal davon.
Meine Familie in Südamerika hätte mich unterstützt und ich hätte eine Basis für den Kindsvater, das Baby und mich schaffen können, durch das günstige Zimmer und meinen sicheren, relativ gut bezahlten Arbeitsplatz.
Nur durch Ihren plötzlichen "Umschwung" ist dies nicht mehr möglich. Denn wie kann man sich von seinem Kind trennen, wenn die eigene finanzielle Situation so unsicher ist?

Hoffe, Sie genießen Ihre neue finanzielle Freiheit und den Preis dafür.
Und können noch zufrieden in den Spiegel schauen, bedenkend, auf welchem Wege Sie Ihre Ziele verwirklichen.
Solche Gegebenheiten (ob diese nun mit mir zu tun haben oder nicht) machen mich immer wieder fassungslos.

An dieser Stelle muss ich nun doch ein ehrliches Lob an Ihre verstorbene Tante, Maria, aussprechen.
Einmal habe ich sie gefragt, warum sie ihre Mieten so niedrig gestalte. Sie könne ohne weiteres höhere Einnahmen erzielen.
Ihre Antwort war, sie möchte das Haus nicht verkaufen, aber auch nicht leer stehen lassen. Jedoch verlange sie "anständige" Mietpreise und es interessiere sie nicht, was andere Leute für Mieten erheben würden.
Das hat mich sehr beeindruckt und dafür schätze ich sie sehr.
Gerade in der heutigen Zeit ist den meisten Menschen das liebe Geld so wichtig geworden, dass sie dafür sogar über Leichen gehen würden.

MfG
*****


Ja.. einerseits macht mich die Angelegenheit so sauer, vor allem, weil ich mich außer stande fühle, irgendetwas zu tun.
Andererseits, vielleicht hätte ich seine verstorbene Tante raus lassen sollen..?
Vielleicht hätte ich mich auch garnicht melden sollen.. Es gab ja eigentlich keinen Grund mehr dazu, außer mein eigenes Ego..?
Ist es sein gutes Recht, so zu handeln? Ich meine nicht gesetzlich.. sondern moralisch gesehen..
Also sorry, aber für mich ist das purer Egoismus, ohne Rücksicht auf Verluste..
Und solche Menschen gehen heuchlerisch in die Kirche und reden von Nächstenliebe? Meiner Meinung nach hätte er sich zwar mal eine Scheibe von seiner Tante abschneiden können.. Aber mir steht es wohl auch nicht zu, darüber zu richten..
Aber ich überlege gerade, ob ich nicht einen Fehler gemacht habe..
Schließlich kenne ich ihn kaum, kann ihn nicht einschätzen.
Und gerade, wenn man eine nahe Verwandte miteinbezieht.. das könnte doch wehtun..?
Oder eher nicht..?

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18. November 2008 um 22:02

Der Erbe
hat kein Recht, das Mietverhältnis aufzuheben, wenn du nicht zustimmst. Nur wegen eines Erbes ist die Rechtslage überhaupt nicht unklar.

Lies 566 BGB nach:

http://dejure.org/gesetze/BGB/566.html

Der alte Vertrag gilt weiterhin gegenüber dem Käufer des Hauses. Lass' dich nicht verscheißern.

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18. November 2008 um 22:09
In Antwort auf stainy

Der Erbe
hat kein Recht, das Mietverhältnis aufzuheben, wenn du nicht zustimmst. Nur wegen eines Erbes ist die Rechtslage überhaupt nicht unklar.

Lies 566 BGB nach:

http://dejure.org/gesetze/BGB/566.html

Der alte Vertrag gilt weiterhin gegenüber dem Käufer des Hauses. Lass' dich nicht verscheißern.

Hm..
für mich ist es leider schon zu spät.
Ich habe die Aufhebung ja bereits unterschrieben.. In weniger als 2 Wochen geht mein Flug, ich hatte keine Zeit, mich um einen Anwalt zu kümmern. Besonders weil ich auch keine Rechtsschutzversicherung habe.

Aber dachte mir fast schon, dass dies nur ein weiterer Schritt ist, um nun den Verkauf des Hauses für den Vermieter zu erleichtern.. Da die Zimmer hier mit Sicherheit sehr leicht vermietbar sind und das auch zum doppelten bis dreifachen Preis..

Wenn nun einer an die "verbilligten" Mietpreise gebunden ist, wird derjenige sich wohl dreimal überlegen, das Haus zu kaufen..

Allerdings wären die gesetzlichen Hintergründe für die anderen Mieter sicherlich interessant..
Ein Nachbar von mir ist zB. erst vor wenigen Monaten mit seiner Freundin hier zusammen gezogen...
Und er selbst bewohnt das Haus schon seit Jahren..

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18. November 2008 um 22:43
In Antwort auf irja_12274258

Hm..
für mich ist es leider schon zu spät.
Ich habe die Aufhebung ja bereits unterschrieben.. In weniger als 2 Wochen geht mein Flug, ich hatte keine Zeit, mich um einen Anwalt zu kümmern. Besonders weil ich auch keine Rechtsschutzversicherung habe.

Aber dachte mir fast schon, dass dies nur ein weiterer Schritt ist, um nun den Verkauf des Hauses für den Vermieter zu erleichtern.. Da die Zimmer hier mit Sicherheit sehr leicht vermietbar sind und das auch zum doppelten bis dreifachen Preis..

Wenn nun einer an die "verbilligten" Mietpreise gebunden ist, wird derjenige sich wohl dreimal überlegen, das Haus zu kaufen..

Allerdings wären die gesetzlichen Hintergründe für die anderen Mieter sicherlich interessant..
Ein Nachbar von mir ist zB. erst vor wenigen Monaten mit seiner Freundin hier zusammen gezogen...
Und er selbst bewohnt das Haus schon seit Jahren..

Dann...
...fechte das Ding sofort morgen schriftlich an und schreibe, dass du getäuscht wurdest und du jetzt erfahren hast, dass es gar nicht wahr ist, dass es durch den Verkauf des Hauses Probleme mit den Mietverträgen geben könnte, sondern der neue Käufer in den Vertrag mit dir tritt. Außerdem schreibe, dass du dich in einer Zwangslage, die ihnen auch bekannt war, befunden hast, weil du sehr kurzfristig eine Entscheidung treffen solltest und nicht ausreichend Zeit hattest, dir Rechtsbeistand zu besorgen, weil du demnächst abreist. Schreibe, du hälst sie an der Aussage zur Untervermietung auch fest.

Der neue Vermieter kann, wenn er das Haus gekauft hat, durchaus eine Mieterhöhung verlangen, aber dann hast du ein Kündigungsrecht. Das heißt auch, dass du es dir dann noch überlegen kannst, ob du die neue Miete akzeptierst. Von heute auf morgen könnte der Vermieter aber auch keine horrende Miete von dir verlangen, das geht nur schrittweise.

Nimm' dir am besten auch noch einen Anwalt. Wenn du nicht viel Geld hast, dann hast du die Möglichkeit, für eine Erstberatung einen Beratungsschein beim Amtsgericht zu bekommen. Dann wirst du erst einmal kostenfrei beraten, und das dürfte dir in deinem Fall für den Anfang auch reichen. Der Anwalt sagt dir dann, was du jetzt noch machen kannst, aber der wird dir wahrscheinlich sagen, was ich dir auch gesagt habe.

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