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Woran erkennt man, was die richtige Entscheidung ist?

12. Dezember 2010 um 14:47

Hi

Ich bin 21 Jahre jung, Studentin und schwanger von einem Mann mit dem ich zwar sehr gut befreundet, aber nicht in einer Beziehung bin und der noch dazu in Australien lebt (ich wohne in Österreich, bin aber im Moment auf Reisen).

Mir ist total klar, dass ich die Entscheidung, ob ich mein Kind behalten will, oder nicht, ganz für mich selbst treffen muss und, dass mir das auch niemand abnehmen kann.

Mich würde nur interessieren, woran man merkt, was die richtige Entscheidung ist?

Rein objektiv betrachtet, ist eine Schwangerschaft zum jetztigen Zeitpunkt für mich wohl das Unpassenste was mir nur hätte passieren können, das ist mir klar.
Jedoch je mehr ich mich über einen Schwangerschaftsabbruch informiere, desto mehr frage ich mich, wie gut ich das wirklich verkraften könnte und, ob das wirklich der richtige Weg ist.

Nur ist auch klein, dass ein Kind nicht nur von Luft und Liebe leben kann und, dass ein Kind auch eine unglaubliche Verantwortung ist.

Ich versuche alle Pros und Contras abzuwägen, aber ich finde es dennoch furchtbar schwer zu erkennen, was der richtige Weg ist.

War für euch die Entscheidung schnell klar bzgl Abtreibung oder das Kind bekommen?
Wie seid ihr zu einer Entscheidung gelangt?

Ich freue mich über alle Tipps und Kommentare und vielleich ist ja auch jemand in einer ähnlichen Situation?

LG

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12. Dezember 2010 um 16:56

Früher gab es kein Internet
da musste man auch Entscheidungen treffen.

Jeden Tag trifft man Entscheidungen, ob man das Taxi nimmt oder den Zug, ob man eine Reise bucht, oder auch, ob man den Mann seines Lebens heiratet soll oder ob man lieber eine Ausbildung macht oder Studiert oder oder .

Auf was hört man da, wieso entscheidet man so und nicht anders, weil man ohne stundenlanges nachdenken und hin und her abwegen, genau weiss, was das Richtige für einen ist.

Warum soll es diesmal anders sein, nur weil du schwanger bist??

Ich habe auch nach den ersten Kind eine Abtreibung gehabt und habe danach noch 6 weitere Kinder bekommen.

Und wie wusste ich es, dass ich genau dieses Kind nicht wollte??

Weil sich alles absolut alles in mir dagegen sträubte, weil ich genau wusste ich will nicht. Punkt, ohne mir einreden zu wollen, dass ich es doch kriegen müsste, weil ich ja sonst ein schlechter Mensch bin.

Mir hat es unheimlich geholfen, dass ich genau wusste was ich will, dass ich meine Entscheidung nicht zer-denke und nicht pro und contra dafür suche.

Frage dich was du willst, ja oder nein und dann handle, sofort ohne das Problem zu zer-denken.

Falls du dich für eine Abtreibung entscheidest, kannst du später immer noch Kinder bekommen, warum auch nicht. Deswegen bist du kein schlechter Mensch, sondern jemand der Entscheidungen treffen kann und diese auch durch zieht.

Saraa

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12. Dezember 2010 um 20:33

Bambie2208
Hallo Bambie2208,
die richtige Entscheidung ist die, auf die Du in vielen Jahren stolz zurückblicken kannst.
Ich finde es gut, dass Du Dich ausführlich über einen Schwangerschaftsabbruch informierst. Denn nur wer sich informiert, landet nachher nicht da, wo er gar nicht hinwollte.
Deine Angst einen Schwangerschaftsabbruch nicht zu verkraften halte ich für berechtigt, denn es kann für Dich zu einer Verlusterfahrung werden, die Dich über Jahre hinweg körperlich und psychisch belastet (vor-abtreibung.de, Seite Risiken)
Denn die vielen objekiven Gründe, die gegen das Kind zu sprechen scheinen, zählen anschließend meist wenig. Wenn das Herz weh tut.
Es ist richtig, Kinder können nicht nur von Luft und Liebe leben, darum brauchst Du eine Perspektive wie ein Leben mit diesem Kind aussehen kann. Gerne darfst Du Dich dazu bei ausweg-pforzheim.de melden. Die sind einfühlsam und fit. Und es macht nichts, dass Du gerade auf Reisen bist, denn die sind nicht weiter von Dir entfernt als Dein Interntet oder Telefon.
LG itemba

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12. Dezember 2010 um 20:46

Hallo, bambie,
viele Frauen wissen sofort, sobald sie den positiven SS-Test in der Hand haben "ich kriege das Kind" oder eben "ich will es jetzt nicht".
Andere tun sich schwer mit der Entscheidung, weil es kein unmittelbares eindeutiges ja oder nein gibt. Ich gehörte zur letzten Kategorie, tendierte allerdings von Anfang an mehr zum Abbruch.

Ich denke das Problem an der Sache ist, dass es bei einer ungewollten SS selten einen "goldenen Weg" gibt, der sich hundertprozentig gut und richtig anfühlt (wenn man nicht zur ersten Kategorie gehört und sofort weiß, was man will). Wenn man also darauf wartet, dass man eine innere Offenbarung erlebt, die alles klar erscheinen läßt - kann man unter Umständen lange warten. Egal ob Abbruch oder Kind, beide Wege haben ihre guten und schlechten Seiten, und am Ende geht es darum sich für den zu entscheiden, den man sich am ehesten zutraut und mit dem man auch langfristig gesehen leben kann.

Von dem Tag, als ich meinen SST zu Hause machte bis zum Abbruch vergingen 2 Wochen (alleine schon durch die Termine bei FA, profamilia, Suche nach Arzt der Abbrüche macht, Internetrecherche über Methoden...)

Ich habe mich in der Zeit damit intensiv auseinandergesetzt und ehrlich, in meinem Inneren schwankte es ständig hin und her. Aber es gab einfach keinen Augenblick wo ich hätte sagen können "ja, ich entscheide mich aus vollem Herzen für dieses kind und auch für alle damit verbundenen Konsequenzen".
Mir haben Gespräche mit meinen engsten Freundinnen geholfen, die mich sehr lieb unterstützt haben, und ein zusätzlicher Termin bei profamilia, wo die Beraterin mit einer speziellen Technik meine Gefühle für oder gegen das Kind herausgearbeitet hat. Zudem habe ich mir intensiv die mögliche Zukunft mit Kind und ohne Kind vorgestellt, und geschaut wie ich mich dabei fühle. Es sollte einem klar sein, dass die Entscheidung einen Weg auch automatisch bedeutet, etwas anderes zu verlieren.

Ich fand es zwar traurig, dass ich dieses Kind nie kennen lernen werde, niemals wissen werde, wie wäre mein Leben gewesen, wenn meine entscheidung anders ausgesehen hätte? Aber damals wie heute bin ich mir sicher, für mich die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Und dazu gehörten auch die Zweifel in die eine oder andere Richtung, ich habe nicht mit Scheuklappen gedacht und alles an Gedanken zugelassen, was kam.

Außerdem denke ich, dass man natürlich bei dieser Entscheidung auch für sich eine Haltung finden muss, ob man Abtreibung überhaupt ethisch vertretbar findet, und wenn ja in welchen Fällen, bis zu welchem Zeitpunkt. Das hat viel mit der persönlichen Weltanschauung, Religion usw zu tun. Da ich Abtreibung schon immer für eine traurige aber akzeptable Notlösung gehalten habe, war mein persönlicher Gewissenskonflikt auch nicht so stark, aber das mag in anderen Fällen auch ganz anders aussehen.

Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig weiterhelfen und wünsche dir alles gute für deine Entscheidung!

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12. Dezember 2010 um 23:53

Hallo bambie2208
Du ringst um eine wichtige Entscheidung und gehst sehr strategisch an die Frage heran, ob Du in naher Zukunft mit oder ohne Kind leben willst, hast Dir schon eine Liste der Für und Wider angelegt. Das ist eine gute Methode, die mir bei großen Entscheidungen gute Dienste leistet. Dabei versuche ich dann, die Pros und Cons entsprechend zu gewichten. Neben den rationalen Faktoren darf man die Gefühle nicht außer acht lassen, geht es doch darum, so zu entscheiden, dass man später noch dazu stehen kann. Nachdem Du Dich schon gut informiert hast, kommen in Deinem Herzen Zweifel auf, ob Du einen Schwangerschaftsabbruch wirklich verkraften könntest. Ob Du Dir auf diese Weise nicht schon selbst die Antwort auf Deine Frage gegeben hast? Wie würde Deine Entscheidung ausfallen, wenn Du eine langfristige Perspektive mit Kind vor Augen hättest? Ja, vielleicht könntest Du mit ausweg-pforzheim zs erarbeiten, wie Deine Zukunft aussehen könnte mit Kind, Studium ... Vermutlich nicht ganz einfach, aber sicher sehr bereichernd! Und der Blick in leuchtende Kinderaugen entlohnt für manchen Verzicht.
Gute Reise und alles Gute, jakutia

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13. Dezember 2010 um 21:33

Hallo bambie,
du bist ja mitten drin im überlegen ....
für beide möglichkeiten versuchst du dir auszumalen, wie es werden wird. ich glaube, dein gefühl ist da schon ein wesentlicher ratgeber, weil es aus dir selbst kommt.

rational betrachtet ist an deiner situation der zeitpunkt für ein baby ungünstig, aber selbst wenn es der "gute" zeitpunkt wäre, stehst du immer vor der frage, wie du dein leben neu gestaltest (alles außer luft und liebe für das kleine und eben die verantwortung). du klingst jedefalls nicht so, als ob du diese umstellung nie in deinem leben wagen möchstest.

möchtest du es deinem freund gerne sagen? ich denke, er bedeutet dir schon viel ... bist du noch in australien oder schon wieder "weiter"?

schreib doch wieder, was dir weiter hilft in deinem überlegen!

liebe grüße für heute von catie



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14. Dezember 2010 um 9:09

Bitte melde Dich
Hallo Bambie2208,

bitte melde Dich unter schoene.schwangerschaft@gmx.de

Beide Möglichkeiten sollen gut überlegt sein! Denn beide Entscheidungen sind für immer.

Lieber Gruss
Julia

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14. Dezember 2010 um 13:33

Vielen Dank euch allen
Ich habe viel überlegt und eure Kommentare und Nachrichten haben mir sehr dabei geholfen.

Mir wurde die Entscheidung allerdings abgenommen.

Ich war gestern bei meiner FÄ da ich starke Blutungen bekommen habe und sie hat gesagt, dass zum jetztigen der SST negativ ist.

Sie meinte, dass ich alle Anzeichen einer Schwangerschaft aufwies, meine Tage nicht bekommen habe ect. könnte auch auf ein starkes hormonelles Ungleichgewicht hindeuten, aber sie könne für gestern und die letzte Woche keine Schwangerschaft(shormone) mehr nachweisen, sie kann es allerdings nicht für dich Wochen davor sehen.

Tja wie dem auch sei, ich habe absolut nicht mit dieser Nachricht gerechnet und war mehr als verwundert, aber es ist wie es ist.

Vielen lieben Dank nochmal an euch

Ich wünsche euch alles Liebe
Corina

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