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Wie soll das Leben .....

24. Oktober 2008 um 9:26

wieder normal werden? in drei Wochen würde mein Baby auf die Welt kommen, aber ich habe es nicht zugelassen. Ich weiß nicht, wie ich das tun konnte. Alles was mir so klar war, ist schon seit einer Woche nach der Abtreibung total verschwommen. Jeden Tag wird mir unverständlicher, warum ich das getan hab.
Alle Gründe schienen so plausibel, viele Menschen in meinem Umfeld sagten mir auch , das es besser sei und sie genauso handeln würden. Auch meine Ärztin sagte, das es in meinem Fall die richtige Entscheidung ist.
Meine Situation damals : ich habe mehrere Krankheiten ( nicht heilbar), habe BTM - pflichtige Tabletten genommen, habe mich in Trennung befunden ( mein Ex war Spielsüchtig), stand da mit meinem Kind , alleine in einer riesigen Wohnung in der ich keine Miete mehr zahlen konnte und ich alle Kosten alleine zahlen mußte. Mein Ex hat sich einfach davon gemacht. Als ich ihm sagte das ich schwanger bin , hat er sich nicht allzu sehr dazu geäußert. Aufgrund meiner Erkrankungen habe ich mich vor langer Zeit schon entschieden keine Kinder mehr zu bekommen, obwohl ich mir immer ganz viele gewünscht habe. Er wußte, das ich keins will. Aber als ich scwanger war, wußte ich nicht mehr wa ich machen sollte.
ich habe am Tisch gesessen und ihn ganz oft gefragt, ob er dieses baby haben möchte und wie er darüber denkt. ich habe keine Antwort bekommen. Als mir dann die Tränen kamen , hat er mich nicht einmal in den Arm genommen. Sein Handy klingelte und er stand auf und meinte, er müsse weg und könne die Leute die ihn abholen ja nicht warten lassen. ich bat ihn zu bleiben und nicht zu gehen , da wir reden müßten. Aber er ging und ich war allein, mit meinem Baby. Ich habe mich mit meinem Kind unterhalten, meinen Bauch gestreichelt und ein tiefes Gefühl empfunden. Ich habe mich trotz allem Streß sehr wohl gefühlt, hatte keine Übelkeit und fand es schön, mein Baby bei mir zu wissen. Ich ging dann zu meiner Ärztin , die dann den U-Schall machte, ich brach in Tränen aus und sagte , das ich es nicht kriegen kann. Habe ihr die Gründe genannt und sie meinte, in meinem Fall sei das besser. Anstelle des Bildes und des Mutterpasses bekam ich direkt den zettel für das Beratungsgespräch. Auch dort bin ich alleine hin gegangen. ich sagte dieser dame, das ich abtreiben möchte und sie fragte warum. Ich nannte die Gründe und auch sie sagte, das es besser sei. Im Gespräch sagte ich immer wieder, das ich es lieben würde, mein Baby, das Kindersachen und das geld keine Gründe seien abzutreiben, sondern ich mich vor langer Zeit entschieden hatte, keine Kinder mehr zu bekommen und das der Grund sei. Sie bestätigte mich in meiner Entscheidung. Also bekam ich den Schein und machte einen Termin. In der Klinik hat man mich untersucht und einen Termin ausgemacht.Man sagte, ich könne den termin auch noch eine Woche herauszögern, aber so komisch es klingt, ich wollte einfach das es vorbei ist, die Ängste, die Ungewißheit. Ich fühlte mich gut und traurig zu gleich. Gut, weil dann alle Probleme behoben sind und ich aus meiner Wohnung, aus den Schulden und von meinem Ex weg kam und traurig, weil ich nicht wollte das mein Baby weg ist. Aber , ich sagte mir, es ist besser für alle.
Ich hatte meinen Ex gebeten zu allen Untersuchungen, Terminen mitzugehen, er sagte ja, aber ich ging überall allein hin ( mit meinem Baby). Ich hoffte, irgendwer würde mir mal den Kopf waschen, aber alle waren verständnisvoll und der Meinung es sei besser so.
Ich kann es nicht beschreiben, aber ich war sicher es ist besser, weil mein Baby da noch bei mir war?? Noch keine Gefahr drohte??
Am Tag des Abbruchs bin ich dann in die Klinik gefahren und es ging mir nicht gut, mir war schlecht, ich konnte kaum sprechen und ich wollte da weg, aber ich konnte mich nicht bewegen. und ich sagte mir, es ist besser so.
Man gab mir Tabletten , die den Muttermund öffnen und ich ging zur Toilette um mir meinen Kittel anzuziehen. Danach habe ich die Tabletten genommen und hatte furchtbare Angst.In dem Moment habe ich Angst gehabt um mein Baby. Ich wollte nicht das es weggeht von mir. Mir wurde mit einer massiven Wucht klar, das ich damit mein baby töte und hatte Angst. Aber ich konnte nichts machen, nichts sagen , nicht handeln. Keine Ahnung was das war, wie in Trance.ich habe einfach funktioniert und getan , was man mir sagte. Habe ich einfach all meine Sorgen, Ängste, Last abgegeben, war ich froh, das sich jemand um mich kümmert???? Kurze zeit später hatte ich mehrere Stiche im Unterleib und merkte, das mein Baby es nicht schaffen würde bei mir zu bleiben. Und ich wollte schreien, aber ich konnte nicht. Ich dachte mir, es muß so sein, es ist schon besser so, für alle. Ich wollte gerne alleine sein in diesem Moment und noch mal nachdenken, aber ich konnte das niemandem sagen, alle erwarteten , das ich das tue. Ich wurde dann in den OP gefahren und da lag ich dann da und dachte, mein Schatz du bist bei mir .
Es soll auch so bleiben. Ich wollte nein sagen, aber es wurde dunkel und die Worte , die in meinem Kopf waren, fanden keinen Weg nach draußen. Ich weiß noch, das ich geweint habe im Op, als man mir die Spritze gegeben hat. Aber alle haben einfach weiter gemacht.
Dann war es vorbei. Und seitdem ist nichts mehr wie es einmal war. Ich fühle mich nicht mehr vollwertig.
Als ich schwanger war, habe ich meinen Bauch gestreichelt, keine schweren Sachen gehoben, mit meinem Kind gesprochen. Ich hatte Angst aus der Klinik zu fahren und mein Würmchen da zu lassen, aber ich habe das alles getan , aber warum??
Jeden Tag denke ich an mein Kind, wenn ich wach werde, wenn ich schlafen gehe. Meine Maus hat einen Namen, ich habe mir das U-Schall Bild senden lassen. Sie ist immer bei mir, aber durch meine Schuld niemald in meinen Armen. Ich vermisse sie so.

Einen Tag werde ich nie vergessen: Ich war schwanger und an dem Tag fühlte ich mich gut. ich fuhr im Auto und durch die Sonne hatten die Bäume, die Wolken , die Berge etwas sehr schönes, beruhigendes. Ich fühlte meinen Bauch und erzählte meinem Baby davon. Ich hatte das Gefühl, das mein Baby durch mich diese Dinge sehen und spüren kann. Dieser Tag befand sich mitten in dem ganzen Streß, aber in diesem Moment herrschte einfach nur Ruhe und ein Gefühl des Glücklichseins. Ich hatte mich schon zu diesem Abbruch entschieden, aber in diesem Moment fühlte ich mich mit meinem Baby verbunden, wir beide ganz allein.
Ich würde alles dafür geben, mich noch einmal so zu fühlen.


Nach meinem Abbruch habe ich diese Seite hier gefunden und ich wünschte, ich hätte das als mein Baby noch bei mir war. Vielleicht hätte ich die Kraft gehabt auf mein Herz zu hören und nicht auf meinen Verstand ( weil es besser für alle war)

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26. Oktober 2008 um 4:00

Hallo!
Ich hatte gehofft, hier hilfe zu bekommen, oder zumindest darüber reden zu können.

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26. Oktober 2008 um 11:23

Liebe Manu
ich kann mir vorstellen, dass dir evt. die Gegenreaktion gefehlt hat. Jemand, der gegen den Abbruch spricht oder es wenigstens in Erwägung zieht, du könntest dein Kind bekommen - trotz aller Umstände, trotz aller Schwierigkeiten..
ich selbst hatte viele Gedanken während meiner Entscheidung.
Einer davon war (auf Grund meiner Vergangenheit, meiner vorherigen Ehe und der Tatsache dass meine zwei nicht mehr bei mir sind) dass ich es nicht verdiene, ein weiteres Kind zu bekommen. Dass ich es auch nicht schaffen würde. Wäre nicht dazu geboren, Mutter zu sein.
Es war gerade mein FA (älterer Mann, wenige Jahre vor der Rente, gebildet, weil er ist ja Arzt!) der meinte, obwohl ich ihm ansatzweise von meinen Gründen und auch meinen ersten zwei Kindern erzählt hatte, ich habe noch genug Zeit, solle es mir gut überlegen.. Sowas von einer Person wie ihm zu hören, dass er es trotz allem in Betracht zog, dass gerade ICH noch ein Kind bekommen und groß ziehen könnte.. es hat mich unheimlich bestärkt.
Was auch geholfen hat.. war mein Glaube an Gott. Ich dachte mir öfter auch.. aus welchem Grund schenkt er mir, nach allem, noch ein weiteres Baby? Gottes Wege sind unergründlich. Aber Vertrauen gibt Kraft. Und Vertrauen wird (zumindest mir) auch immer weiterhelfen, weiterzugehen.

Du solltest nicht in der Traurigkeit über dein verlorenes Baby aufgehen.. Versuche, in die Zukunft zu schauen. Egal, was passiert - das Leben ist ein Geschenk - es ist schön! Und nur wir haben es in der Hand, was noch daraus wird. Und DAS zählt auch für DEIN Leben.
Und wenn ich es richtig heraus gelesen habe, hast du ja schon ein Kind.. Und dieses Kind liebt dich, ohne Bedingungen, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Und es will dich sicher nicht so traurig sehen. Kinder sind sehr sensibel und merken, wenn was mit der Mama nicht stimmt..
Verschließ deine Augen doch nicht vor den schönen Dingen.. und lass los..

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26. Oktober 2008 um 23:01

Im nachhinein..
weiss man immer mehr, leider. vorallem in dieser situation in der man die uhr nicht mehr zurück drehen kann. du fühlst dich jetzt total allein. alle die vorher sagten es wäre das beste sind jetzt weg. jeder erwartet das das leben so weiter geht wie vorher. tut es leider nicht. ich denke das ist der grösste trugschluss bei abtreibungen, es ist nie mehr wie vorher. klar, manche kommen damit klar, viele aber nicht. eine schwangerschaft ist nicht nur was körperliches, es geht ja auch ganz tief in die psyche der frau. man muss sein herz abschalten damit man das machen kann. aber genau das herz ist es dann das sich zu bemerken macht sobald die abtreibung vorbei ist. bitte sei nicht zu böse mit dir selber. du und dein baby seid beide opfer.
jetzt musst du damit irgendwie leben lernen. ich sage lernen weils wirklich so ist. vergessen tut mans nie. und auch weh tun wirds immer wieder, vor allem das datum der abtreibung und der errechnete geburtstermin sind sicher sehr schwierig. es tut mir so leid für dich. geh in eine kirche und zünde eine kerze fürs baby an. vielleicht kann dir eine selbsthilfe gruppe helfen mit frauen die dich wirklich verstehen, sich gleich fühlen. finde ein ort der nur dir und deinem baby gehört, ev. ein kleines grab oder ein baum etc. vielleicht hilft dir das ein wenig. machs gut und viel kraft.

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27. Oktober 2008 um 16:55

Hallo Lilian
auch ich dachte in dieser zeit, das ich nicht leichtfertig gehandelt habe, aber warum kommt mir das jetzt so vor?? Ich habe es nie verdrängt, aber ich finde schon seit langem, ds mein Kind eine Chance hätte haben müssen. Warum hat meine Ärztin nicht gesagt, das sie eine Untersuchung macht?? Direkt nach dem Abbruch ging es mir "gut", aber seit einer Woche danach setzte ich mich damit auseinander. Ich kann es einfach nicht vergessen. Es hätte bestimmt einen Weg gegeben.
Was ich noch sehr schlimm finde , ist die Wut, die ich auf meine Ärztin, auf meinen Ex und meine Familie habe. Obwohl ich diesen Entschluss gefaßt habe. Sie sagten," willst du noch eins alleine groß ziehen? Keiner weiß, wie lange du noch für dein Kind sorgen kannst. Wie willst du leben ohne Arbeit und ohne Wohnung? Du hast ein Kind, das dich braucht. Es ist besser so für dich."
Wieso hat mir keiner den Kopf gewaschen, sondern alle waren sehr lieb und verständnisvoll. Aber heute, wenn meine Traurigkeit heraus kommt, dann sagt man mir, das es mal langsam gut sein müßte.
Ich vermisse meinen Engel und das wird auch so bleiben. Für meinen großen Sohn (14Jahre) bin ich da, er soll nicht darunter leiden.

Dankeschön für deine Nachricht

Lg Manu

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27. Oktober 2008 um 16:58
In Antwort auf talibe_12079695

Im nachhinein..
weiss man immer mehr, leider. vorallem in dieser situation in der man die uhr nicht mehr zurück drehen kann. du fühlst dich jetzt total allein. alle die vorher sagten es wäre das beste sind jetzt weg. jeder erwartet das das leben so weiter geht wie vorher. tut es leider nicht. ich denke das ist der grösste trugschluss bei abtreibungen, es ist nie mehr wie vorher. klar, manche kommen damit klar, viele aber nicht. eine schwangerschaft ist nicht nur was körperliches, es geht ja auch ganz tief in die psyche der frau. man muss sein herz abschalten damit man das machen kann. aber genau das herz ist es dann das sich zu bemerken macht sobald die abtreibung vorbei ist. bitte sei nicht zu böse mit dir selber. du und dein baby seid beide opfer.
jetzt musst du damit irgendwie leben lernen. ich sage lernen weils wirklich so ist. vergessen tut mans nie. und auch weh tun wirds immer wieder, vor allem das datum der abtreibung und der errechnete geburtstermin sind sicher sehr schwierig. es tut mir so leid für dich. geh in eine kirche und zünde eine kerze fürs baby an. vielleicht kann dir eine selbsthilfe gruppe helfen mit frauen die dich wirklich verstehen, sich gleich fühlen. finde ein ort der nur dir und deinem baby gehört, ev. ein kleines grab oder ein baum etc. vielleicht hilft dir das ein wenig. machs gut und viel kraft.

Hallo Nana
dankeschön, für deine Mail. ich habe meinem Baby einen Namen gegeben, ich spreche mit ihm und habe mir das U_Schall Foto senden lassen. Zu einer Selbsthilfegruppe wollte ich nich tgehen, da ich denke, das ich meinen Schmerz alleine in den Griff kriegen muß, das ich es selbst Schuld bin. Ich habe meinem Baby auch nicht geholfen, als es mich gebraucht hätte.

Dankeschön, es tut gut hier zu schreiben.

Lg MAnu

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