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Wie schafft ihr das?

29. August 2008 um 15:50

Hallo!
Zunächst schildere ich kurz meine Geschichte:
Ich bin am 13.8. morgens zu meiner normalen Routineuntersuchung gegangen, da war ich in der 20.SSW - auf dem US hat meine Ärztin auffälligkeiten am Kopf gesehen und sofort versucht mir einen sofortigen Termin zur Feindiagnostik zu organisieren, aber wegen Ferien und Kraankheiten war leider nix zu machen, der früheste wäre am 2.9. gewesen. Bin dann erstmal zu meiner Mama gefahren und dann meinte sie ob ich nicht noch andere Telefonnummern hätte. Habe dann in Berlin Buch angerufen. Als die Ärztin aus dem OP war rief sie mich zurück und meinte ich könne sofort vorbeikommen, sie schiebt mich irgendwie dazwischen. Bin sofort hingefahren und wurde dann von 2 Ärztinin ewig untersucht und geschallt etc. zum Schluß kamn raus, das mein Baby einen offenen Rücken hat, der sehr weit hoch geht sowie eine Skolioseund dazu div. SChäden am Köpfchen wie z.B. Hydrocephalus, Lemon-Sign, Banana-Sign und Arnold-Chiari-Symptomenkomplex sowie Klumpfüße. Auf deutsch unser Baby ist schwerst geistig und körperlich behindert. War dann Fix und fertig, meine Mama hat mich abgeholt und zu meiner Ärztin gefahren die mir den Befund nochmal erklärt hat und dann nach Hause gefahren...
Haben dann in den folgenden Tagen mit der gesamten Familie entschieden unseren geliebten Krümel zu erlösen, da mit diesem Befund kein "Leben" möglich wäre.
Am Montag den 18.8. waren wir (Mann, Mama und Schwiegereltern) nochmal im Krankenhaus wo wir mit einem anderen Arzt ein Beratungsgespräch hatten... als wir ihm sagten das wir uns schon für eine "Erlösung" entschieden hatten, sprach er ganz offen, das es die richtige Entscheidung ist und sagte uns aber auch was es hieße wenn ich es doch austragen würde....das konnte ich meinem Baby und auch uns nicht antun!!!
Am Mi den 20.8. kam ich dann in die Klinik wo die Geburt mit Tabletten eingeleitet wurde. Meine Mama und mein SChatz waren den nächsten Tag die ganze Zeit bei mir und auch, als ich abends in den Kreissaal kam. Unsere kleine Tochter kam am 21.8. um 18.14Uhr zur Welt, sie wog 300g. Wir haben sie uns nicht zeigen lassen, weil ich nicht weiß ob ich die Bilder je wieder aus meinem Kopf bekommen hätte. Die Hebamme war total lieb ohne sie, meinen SChatz und meine Mama hätte ich das nie im Leben durchgestanden. Zun Glück war mein kleines Baby bereits tod, habe nämlich von ner Freundin gehört, das es in ganz seltenen Fällen passiert das sie noch kurz leben... Aber unser Mädchen mußte nicht leiden. Die Untersuchungen haben jeden einzelnen Punkt der US Diagnose bestättigt.
Kam danach noch zur Cürretage(?) in den OP, die Nacht und auch den gesamten Freitag sowie fast den gesamten Sa ging es mir ganz gut. Seit Sa nacht aber bin ich seelisch so fertig... besonders Montag war ich ein Seelisches Wrack.
Ich weiß nicht wie es weitergehen soll.
Wie habt ihr das geschafft? Wann wird der Schmerz soweit erträglich das man einigermaßen normal Leben kann und vorallem wann konntet ihr wieder arbeiten gehen?
Wie lange hattet ihr dannach Blutungen und diese "Regelschmerzen"?
Und das wichtigste....Wer wurde nach einer solchen Diagnose wieder Schwanger? Wie seit ihr mit der Angst umgegangen? Meine Ärztin meinte es ist leider nicht früher feststellbar. Wir sollen eh ca 6 Monate warten bis wir es erneut versuchen, aber ich habe jetzt schon solche Angst....nochmal zur Halbzeit der Schwangerschaft so eine Diagnose überlebe ich nicht. Und im Moment denke ich, das ich, wenn ich wirklich wieder schwanger werde würde ich so Panik haben das etwas passiert, etc. vorallem, das sich das evtl auf's Baby überträgt.
Wie habt ihr das geschafft??? Was hat euch geholfen? Habt ihr es bereut euer Baby gesehen bzw nicht gesehen zu haben?

LG Sunny

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26. November 2008 um 20:36

Es wird besser...
Hallo Sunny, ich bin durch Zufall auf deinen Artikel gestoßen. Habe heute von meiner Ärztin ein paar Berichte bekommen, die ich meiner Versicherung weiterleiten muss. Ein Bericht betraf das gleiche Schicksal. Habe daraufhin nochmal nach dem Begriff Arnold-Chiarie gegoogle't, da ich den in diesem Zusammenhang noch nie gehört habe...und bin hier gelandet!
Bei mir wurde auch während einer Ultraschalluntersuchung beim Frauenarzt eine Auffälligkeit am Rücken des Babys festgestellt..das war Anfang Dezember 2005. Bin dann zu einer Praxis für Pränataldiagnostik überwiesen worden-das war am 15.12.05. Es wurde ebenfalls die Diagnose Spina Bifida gestellt. Auch im Gehirn war einiges fehlgebildet...seit heute weiß ich erst, dass es ACM heißt. Ich war in der 21.SSW! Es ist immer noch in unseren Köpfen. Mein Mann und ich waren völlig fertig! Warum wir??? Für mich stand da schon sofort fest, dass ich das dem Baby und uns nicht antun konnte. Der Arzt hatte uns auch seine offene Meinung gesagt, dass es besser sei, dass Baby nicht auszutragen, da die SChwere der Behinderung nicht genau feststellbar ist. Der Arzt hat mich sofort ins Krankenhaus eingewiesen. Dort musste ich auch die niemals endeten Ultraschalluntersuchungen über mich ergehen lassen. Ich konnte schon gar nicht mehr hinsehen. Dann wurde mir zu meinem Erschrecken mitgeteilt, dass das KLinikum nicht bereit war, den Abbruch vozunehmen-wegen ethischer Gründe. Man wollte uns umstimmen, Wir wussten weder aus noch ein. Haben mittlerweile selbst an unserer Entscheidung gezweifelt -waren hin und hergerissen. Man fragte uns ganz frech, was wir tun würden, wenn dem Baby ein Finger fehlte...ob wir dann genauso entscheiden würden. Das war zuviel! Wir sind dann wieder zu dem Arzt, der mich eingewiesen hatte. Der hatte zum Glück zu einem Ultraschallspezialisten aus Leverkusen Kontakt und ich habe dann einen Aufnahmetermin im dortigen Krankenhaus für den 19.12.05 bekommen. Wieder alle gleichen Untersuchungen! Habe auch unzählige Tabletten bekommen, bis dann endlich am 3. Tag die Wehen einsetzten. Ich habe nur noch geheult!!! Während der Geburt habe ich mir die Ohren zugehalten, weil ich Angst hatte das Baby (auch ein Mädchen) würde noch Lebenszeichen haben. Es wurde aber auch tot geboren. Obwohl ich von Anfang an den Wunsch geäußert habe, sie nicht zusehen, habe ich mich dann doch von der Hebamme umstimmen lassen. Im Nachhinein war es glaube ich eine gute Entscheidung, obwohl es in dem Moment das Schrecklichste war, was mir je wiederfahren ist. Sie sah so friedlich aus! Die Hebamme hat noch als Erinnerung Fotos gemacht, weil mein Mann aus beruflichen Gründen nicht bei mit war. Habe das alles allein durchstehen müssen. Die Fotos sind einige Zeit später gemacht worden und sehen daher nicht wirklich schön aus. Aber das ist vielleicht auch gut so. Mein Mann hat immer noch mehr damit zu kämpfen als ich. Das liegt aber wohl daran, dass er bei der Geburt nicht dabei war. Ich habe es inzwischen halbwegs überwunden. Natürlich kommen jedes Jahr in der Weihnachtszeit die Erinnerungen. Hatte mich damals so gefreut-die Vorstellung mit dickem Bauch unterm Weihnachtsbaum-das erste Enkel für meine Eltern. Aber der Bauch war leider nicht mehr da... Ich kann mich an Probleme wie zu lange Blutungen gar nict mehr erinnern. Habe damals vieles verdrängt. Habe mich 1 Monat krankschreiben lassen und viel geweint. Danch habe ich angefangen wieder zu arbeiten. Den Kollegen habe ich eine Fehlgeburt vorgelogen, da ich Angst hatte, für meine Entscheidung böse Blicke einzufangen. Die ersten tage waren hart. Ich konnte keinen Schritt auf meine Kollegen zu gehen und umgekehrt. Nach ein-zwei Wochen war es wieder ok. Mir hat das Arbeiten sehr gut getan! Noch längere Zeit allein zu Haus im dunklen kalten Januar mit meinen Gedanken ganz allein hätte ich nicht ausgehalten. Habe von meiner Ärztin ein Buch empfohlen bekommen (

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26. November 2008 um 21:33


hallo ihr 2 ich musste beim lesen eurer beiträge gleich los heulen macht euch keine vorwürfe ihr habt richtig gehandelt ein kind zu erlösen ist sicher nicht einfach und es dan auszutragen der schmerz wird nie vergehen aber es wird irgendwan erträglicher man lernt damit umzugehen ich selbst verlor auch kinder(jedoch durch fehlgeburten) lasst euch still in dem arm nehmen


june mit 5 sternchen im herzen
und 3 kinder fest an der hand

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