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Wie mit Trauer umgehen/fertigwerden

2. Januar 2009 um 13:33 Letzte Antwort: 2. Januar 2009 um 17:25

Hallo liebe Mamis,

ich weiß, dass wir hier im Schwangerschaftsforum sind, aber da ich von meinem anderen Thread (ob ich meinen Sohn mit auf den Friedhof nehmen soll) weiß, dass es hier auch Muttis gibt, die auch liebe Menschen verloren haben.

Ich komme irgendwie nicht damit klar.
Irgendwie will ich es auch gar nicht wahrhaben.
Mir ist so, als wäre es alles gar nicht passiert.

Als am 28. morgens um 9 Uhr das Telefon klingelte und meinte Tante sagte, dass Oma tot ist, sprang ich aus dem Bett und sagte was und nun, tja, was soll nun sein? Meine Mutter fing gleich an zu weinen, aber ich? Ich konnte seitdem nicht einmal weinen, mir stehen höchstens öfters mal die Tränen in den Augen und seit dem 28. beschäftigt mich nur noch dieses Thema, wenn ich abends ins Bett gehe, wenn ich morgens aufwache, IMMER.
Meine Oma ihr Mann ist vor ein paar Jahren am 22.12. gestorben und wurde am 29.12. beerdigt.
Beide also Ende Dezember und beide in ihrem Bett.

Für mich sind noch soooo viele Fragen offen, worauf ich keine Antwort weiß und wohl auch nie eine finden werde.

Ich verbrachte noch den 23.12. und den 25.12. mit meiner Oma. Sie war da soooo fröhlich und sang noch Lieder und gab überall ihren Senf dazu ab. Und am 28. lag sie tot im Bett.

Aber ob alle innerlich ahnten, dass sie sterben wird.
Meine Mutter sagte noch lass uns mal die Cam mitnehmen um ein paar Fotos von Justin und Oma zu machen, wer weiß, wie lange wir sie noch haben.
Meine Oma ihr Sohn war auch Mitte Dezember noch mal da, er wohnt 300km weg, auch mit der Begründung wir wissen ja nie, wie lange wir sie noch haben.
Ich schenkte Oma zu Weihnachten ein Foto von uns drei für ihre Schrankwand. Da sagte meine Tante dazu musst du deine Schrankwand aber auch mal putzen, da sagte Oma wenn ich mal Lust habe und Tante dann na das wird wohl dann nie mehr passieren und meine Oma dann doch.

Am 25. saßen wir zusammen.
Oma stand auf, war aufen Klo, kam wieder, saß keine fünf Minuten, stand wieder auf, da fragte ich wo willst du denn hin, da sagte sie ich muss mal zu meinen Bett gucken. Wir guckten uns alle an, lachten und meine Tante verdrehte die Augen. Oma kam wieder, ich fragte und ist dein Bett noch da und sie dann ja klar.
Und am 28. liegt sie dort tot drin.

Merkwürdig finde ich auch:
Sie ist am 27. wie immer ins Bett gegangen. Die letzte Zeit ging sie abends früher ins Bett, konnte es also kaum abwarten.
Nachts muss sie aufgestanden sein und hat sich NACKT ausgezogen. Ihr Nachtzeug hat sie dahin gehängt, wo es immer tagsüber hängt. Sie hat sich dann ins Bett gelegt und ist dort wohl gegen 3 Uhr (laut Arzt gestorben). Meine Tante fand sie dann zwischen 8 und halb neun, weil sie sich sicher gewundert hat, dass Oma noch nicht wach war.
Nur meine Oma konnte schlecht laufen und brauchte ne Windel, warum hat sie sich denn nackt ausgezogen? Sie wusste doch, dass sie die braucht und geistig verwirrt war sie nicht.

Vor ein paar Wochen sagte sie zu meinen Eltern, dass sie sich abgeschoben fühlt.
Sie wohnte mit ihrer Tochter zusammen und die unternahm auch oft was alleine, was Oma nicht verstand.
Grundsätzlich saß Oma Heiligabend, also zum Kaffee alleine, am 2. Weihnachtsfeiertag ab frühen Abend und Silvester abends.

Ich konnte mir die Leiche nicht angucken.
Dennoch frage ich mich, ob sie friedlich gestorben ist? Ist sie einfach eingeschlafen, ohne was zu ahnen?! Lag sie traurig im Bett, bis sie gestorben sind?
Irgendwie kann ich mir keinem drüber reden, immer kommt ach Tod ist nen blödes Thema, denk immer dran, egal wie schlimm, es gibt ein Morgen oder eben sie hat sich wenigstens nicht gequält.

Ich vermute zwar, dass ich durch den psychischen Streß am Tag der Beerdigung wieder schlimmen Milchstau kriegen werde, aber ich werde trotzdem hingehen.
Schon alleine deswegen, damit ich Abschied nehmen kann und damit irgendwie abschließen kann.

Mich macht es nur mega wütend.
Der eine Enkel von Oma wird NICHT kommen, mit der Begründung, er kann seine Frau nicht so lange alleine lassen. Hä? Er fährt ständig für mehrere Tage zu seinen Eltern, OHNE seine Frau.
Und seine Mutter nimmt ihn auch noch in Schutz und sagt naja, er hatte ja keine Bindung zu Oma.
Und was leistet sie sich? Die kommen kurz vor der Beerdigung und reisen sofort danach wieder ab, obwohl eine Tour 3 Stunden ist mit dem Auto. So was sieht doch so aus, als hätten sie gar kein Interesse!

Ich werde wohl doch ohne meinen Kleinen zur Beerdigung gehen.
Man weiß nie wie er drauf ist und wenn er nur am quengeln ist, dann kann ich nicht in Ruhe Abschied nehmen.
Es ist ja nur für 1-2 Stunden, sollte danach ne Trauerfeier sein, hole ich ihm auf jeden Fall.
Meine Bekannte passt auf und geht dann solange mit ihm spazieren.
Nun spinnt mein Mann natürlich rum. Warum seine Mutter nicht aufpasst. Erstens dachte ich, dass sie mit zur Beerdigung geht, weil sie meine Oma sehr gut kannte und Zweitens hätte ich keine ruhige Minute, wenn ich wüsste, dass mein Sohn alleine Schwiegermutter ist.
Hier nur ein paar Beispiele:
Wenn wir zu Hause sind, dann kommt sie NIE und es sind nur 40 Kilometer Entfernung. Sind wir bei meinen Eltern, kommt sie 2-3 Mal am Tag angeschissen, spielt sich als Superoma auf und nervt.
Dann küsst sie meinen Kleinen die ganze Zeit, wenn er schläft weckt sie ihm, wenn er trinken/essen soll, lenkt sie ihn ab. Dann kuschelt sie ihm so dolle, drückt ihn immer an sich ran, obwohl er das gar nicht will. Er zieht immer ein Gesicht und irgendwann fängt er an zu weinen. Es geht in einem Satz Hasemaus Süßer Spatz usw., man kann es schon gar nicht mehr hören.
Und wenn ich sehe, wie sie mit den anderen Enkeln umgeht:
Der eine fällt die Treppe runter, liegt da und winselt. Da kommt von ihr Tja Pech gehabt, ich habe schon hundert Mal gesagt, er soll die Schuhe anlassen und setzt sich wieder hin und interessiert sich nicht dafür.
Dann gabs bei ihr Schnitzel, dass mochte der Enkel nicht, da kochte sie ihm Tomatensoße. Die schmeckte ihm aber nicht, da sagte sie du brauchst NIE wieder zu Oma zu kommen.
Der andere Enkel fand beim Abendbrot kein Ende, fanden wir schon niedlich. Da kam sie zu uns an und sagte, er soll aufhören. Da sagte ich wenn er hunger hat, dann soll er essen und sie dann guck dir den doch mal an und nachher kotzt er wieder. Da war gerade Nikolaus. Und was machte sie? Schenkte ihn ne Tüte Süßigkeiten und dann sagen, dass er fett ist.
Und wenn der kleinste Enkel mal da ist, dann übernimmt sie die Mutterrolle. Und wenn man dann fragt wo ist die Mutter, kommt zurück ganz abwertend die liegt noch im Bett.
Könnte noch mehrere Beispiele nennen.
Würdet ihr da eure Kinder lassen?

Habt ihr vielleicht Antworten auf meine ganzen Fragen?
Wie soll ich nur damit umgehen? Ich will und kanns nicht wahrhaben!

Gruß
Juli und Burschi (am 19.1. 7 Monate alt)

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2. Januar 2009 um 16:59

Ich habe meinen Papa verloren
Hallo liebe Juli,

auch von mir mein herzliches Beileid. Auch ich kann sehr gut nachvollziehen wie du dich fühlst. Ich habe vor zwei Monaten meinen Papa verloren, das schlimme für mich ist, dass ich noch nicht einmal weiß warum. Von einem auf den anderen Tag war er weg. Abends war ich noch bei ihm und am darauffolgenden Morgen verstarb er im Krankenhaus. Für mich brach eine Welt zusammen, er war meine Familie für mich, da ich zu meiner Mutter schon lange keinen Kontakt mehr habe.
Ich kann dir nur sagen, dass du dir die Zeit nehmen musst, die du brauchst, Nimm dir die Zeit es zu akzeptieren, so schwer es auch ist. Und ganz wichtig, rede darüber, mit deinem Mann, Freunden..., rede dir deine Trauer, das was dich bewegt von der Seele. Bei mir ist auch alles noch so frisch und es wird noch ein langer langer Weg sein, darüber hinweg zu kommen (wobei man das glaube ich nie wirklich kommt).
ABer du hast einen Mann an deiner Seite und bestimmt liebe Freunde, einen Sohn der dir Kraft gibt, du bist also nicht alleine!
Allerdings wird es auch immer wieder Menschen geben, die dich nicht verstehen können. So geht es mir leider des Öfteren, dass ich Menschen begegne, die nicht verstehen können, dass ich manchmal traurig oder schlecht gelaunt bin. Sie können sich nicht in einen hinein versetzen, und was sind schon zwei Monate?- nichts!!
Von daher, ignoriere solche Aussagen, ich musste es auch lernen, und nimm dir die Zeit die du brauchst, vielleicht hilft es dir wenn du nach der Beisetzung auf den Friedhof gehst und mit deiner Oma redest...
Ich wünsche dir ganz viel Kraft!!!
Wenn was ist, darfst du dich gerne melden...

Ganz liebe Grüße
Jenny

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2. Januar 2009 um 17:25

Hallo Juli!
Ich kann deiner rauer sehr gut nachvollziehen..
Meine Uroma die bei uns im Haus gewohnt hat ist im September leider gestorben.. Sie war auch immer sehr fröhlich und glücklich.. aber ich tröste mich immer mit dem das sie alt war und ihr Leben gelebt hat.
Sie hat immer gesagt das sie sich nichts sehnlicher wünscht als Abends ins Bett zu gehen und nicht mehr aufzuwachen. Tja am Tag davor ging es ihr schon leider nicht mehr gut da sie wenig Luft bekam. Der Doktor ist dann gekommen und hat ihr eine Spritze gegeben. Wir haben uns aber dabei nichts gedacht weil sie das schon ein paar mal hatte weil sie sich da über irgendwas so aufregte und irgendwie nicht mehr wusste wie sie atmen sollte.. wir beruhigten sie dann immer und atmeten mit ihr mit und dann ging es ihr auch viel besser. Ich war auch noch bei ihr drinnen und versuchte sie zu beruhigen.. Ja dann Abends gings ihr schon wieder so gut das sie meiner Nachbarin vom Balkon aus noch gewunken hat. Dann war ihre Tochter meine Oma noch bei ihr und hat ihr den Fernseher noch ausgeschalten und sie ins Bett gebracht. um 01 uhr schaute dann meine Mama nochmal zu ihr und da war meine Oma auf der Toilette eingeschlafen. Meine Mama wundere sich und hat sie dann wieder ins Bett gebracht. Meine Uroma war das dann eh noch sehr peinlich und wünschte meine Mama noch eine Gute Nacht. Um 03 Uhr schaute mein Vater noch zu ihr hoch da lag sie drinnen und schlief ganz normal. Um 9 uhr als meine Oma sie zum Frühstücken abholen wollte lag unsere liebe Uroma Tod in ihrem Himmelbett.
Mir fällt es leider auch noch sehr sehr schwer darüber zu reden. Am Nächsten Tag um 9 uhr Früh klingelte mein Telefon und auf dem Telefon stand drauf Papa ruft an.. Ich dachte mir.. hmm wieso ruft den mein Papa so früh an.. Ich sagte "Hallo Papa Was gibts?" und er meinte nur "Bitte bleib ruhig aber ich muss dir jetzt was sagen.." und ich so "Ja was den?" Ich kannte natürlich sofort das seine Stimme verzerrt und Traurig war. Er meinte "Uromi ist in ihrem Himmelbett eingeschlafen und nicht mehr aufgewacht". Ich bekam einen Schreikrampf war total fertig und weinte ohne Ende.. Ich hatte ein sehr gute Verhältnis und sie sagte auch immer sie freue sich schon total auf ihren UrUrEnkel.. Es war sehr schlimm.. Ich find es auch heute noch sehr schade dass ich mich nicht richtig verabschieden konnte von ihr. Ich wollte aber ihre Leiche nicht mehr sehen weil das hätte ich nicht verkraftet...

Glaub mir die Frage stelle ich mir auch oft ob sie friedlich eingeschlafen ist. Aber ich denke und hoffe das deine Oma sowieso meine Uromi ruhig eingeschlafen sind.
Hmm weißt was ich glaube? Das die Leute ahnen das sie sterben werden... ich weis nicht wieso aber bei meiner Oma ist mir das so vorgekommen...Es waren alle am Vortag noch bei ihr und schauten nach ihr ob es ihr besser geht und so.
Aber keiner wirklich keiner glaubte das sie am nächsten Tag nicht mehr Leben würde...
Was bei uns auch noch komisch war meine Oma starb am 11. September 2008 genau an dem Tag als der Sterbetag von meiner anderen Uroma war nur dass meine andere Uroma 1995 starb.. das hat mich ein bisschen verwundert.

Ich wünsche dir auf alle Fälle alles Gute und Viel Viel Kraft für die nächste Zeit!

lg weissetigerlady+babyboy inside 33.ssw

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