Forum / Schwangerschaft & Kinderwunsch

Wie findet man für sich selbst den geeigneten Zeitpunkt für ein Kind?

13. Februar um 18:52 Letzte Antwort: 16. Februar um 20:03

Hallo zusammen,

ich werde dieses Jahr 31 Jahre alt und bisher war der Kinderwunsch bei mir noch in weiter Ferne. Ich wollte erst noch ein bisschen Karriere machen und quasi die Lohrbeeren meiner hart erarbeiteten und guten Qualifikation ernten. Die Welt mit meinem Mann bereisen und einfach noch die Zeit zu zweit genießen. Wir sind jetzt acht Jahre zusammen und seit zwei Jahren verheiratet.

So war das zumindest bis letztes Jahr. Dann kam Corona. Seit einem Jahr sind wir beide fast ausschließlich im Home Office. Der nächste Karriereschritt, der ursprünglich für dieses Jahr geplant war, ist seitens meines Arbeitgebers auf unbestimmbare Zeit (um min. 2 Jahre) verschoben. Das war wie ein Schlag ins Gesicht. Ich hatte vorher schon ein leises Gefühl, dass ich mich nicht mehr so 100% in meinem Arbeitsumfeld wohl fühle (sehr stressig, zeitweise sehr viele Überstunden, viel Reisetätigkeit, Anforderungen gerecht werden, die immer min. 120% Leistung erwarten). Seit der Beförderungsabsage aber drängt es mich noch mehr, für den nächsten Schritt den Arbeitgeber zu wechseln. Aber während einer Pandemie ist das wohl eher ein ungünstiger Zeitpunkt.

Und letztes Jahr hielt noch eine weitere Ohrfeige für mich bereit: Ein Carcinoma in situ am Gebärmutterhals, welches per Konisation entfernt werden musste. Das Ganze ist immer noch nicht vollständig verheilt und die Nachsorge läuft noch. Aktuell habe ich immer noch ärztliche Abstinenzverordnung wegen der ganzen Sache. Zudem habe ich seitdem auch noch keine Regelblutung gehabt, obwohl das nun schon einige Monate her ist. Mein Arzt hat mir außerdem geraten, noch eine Weile (6-12 Monate) zu verhüten.
Dieses Ereignis hat mich gefühlstechnisch total auf den Kopf gestellt. Seitdem denke ich viel darüber nach, ob ich mit dem Leben, das ich bisher geführt habe und mit den darin gesteckten Zielen wirklich glücklich bin.

Vorallem aber habe ich Angst, dass die Sache vielleicht doch noch nicht vollständig durchgestanden ist und sich in den nächsten Jahren doch noch Krebs entwickelt und ich dann keine Kinder mehr bekommen kann. Seitdem wird der Kinderwunsch fast täglich größer. Aber was ist dann mit der Arbeit? Ich brenne für mein Thema und mache das leidenschaftlich gerne. Vollzeitmutti wäre also definitiv nichts für mich. Zudem verdiene ich bereits jetzt mehr als mein Mann, sodass das auch finanziell für uns nicht in Frage käme und mein Mann eher der Langzeit-Teilzeitarbeiter wird. Kann ein Kind für mich zum Showstopper werden? Die zeitweise Halbtagsmutti, die auch zur Karriere nicht mehr taugt? Sollte man lieber vorher oder erst danach den Arbeitgeber wechseln?

Mir schwirren so viele Fragen im Kopf herum. Wir wissen ja nicht mal, ob mein Mann überhaupt fruchtbar ist. Das wollen wir demnächst beim Urologen mal abklären lassen. Denn dann wäre der Kinderwunsch sowieso Geschichte. Kinderwunschbehandlung kommt für uns beide nicht in Frage. Aber angenommen, es stünde dem körperlich nichts entgegen. Woher weiß ich, wann der richtige/geeignete Zeitpunkt ist, ohne mir mein Arbeitsleben komplett zu "versauen"? Kredite, Altersvorsorge und auch ein Kind etc. bezahlen sich ja nicht von alleine...

Könnt ihr mir einen Rat geben? Woher habt ihr gewusst, dass der Zeitpunkt da ist, wo alles passt, um ein Kind zu bekommen? Was hat das bei euch für Auswirkungen auf das Arbeitsleben gehabt? Wie lange wart ihr aus dem Berufsleben komplett oder teilweise raus und konntet ihr danach erfolgreich wieder anknüpfen und ggf. sogar noch weiter Karriere machen?
Ich bin aktuell in einem totalen Gefühlschaos und weiß einfach nicht, wie ich rausfinden soll, was jetzt das Beste ist...

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13. Februar um 19:32

Liebe miamare,
den perfekten Zeitpunkt gibt es wahrscheinlich nie. Und selbst wenn man meint ihn gefunden zu haben kann es ja auch eine Zeit dauern, bis es mit dem Kinderwunsch klappt. 6 bis 12 Monate kann das schon mal dauern bis man schwanger ist. Einige haben natürlich auch Glück und sind sofort schwanger, aber das weiß man ja nicht.
 
Wie lange man Elternzeit nimmt, oder in Teilzeit während der Elternzeit weiterarbeiten, muss man sich natürlich gut überlegen.
Wenn es dir in der Schwangerschaft und danach gut geht, dann kannst du auf eigenen Wunsch quasi bis kurz vor der Geburt weiterarbeiten und musst nicht in Mutterschutz gehen. So habe ich das zumindest immer gemacht. Nach der Geburt musst du dann für 8 Wochen in den Mutterschutz gehen. Da darf dein AG dich nicht beschäftigen, aber danach stehen euch alle Wege offen.

Du kannst dir mit deinem Mann z. B. die Elternzeit teilen bis das Kind mit 1 Jahr in die Kita kann, oder du arbeitest in Teilzeit während der Elternzeit. Evtl kannst du ja im Homeoffice arbeiten. Das habe ich nach dem Mutterschutz auch so gemacht. 

Das mit dem Jobwechsel ist natürlich schwierig. Aber da du ja sowieso noch eine Zeit verhüten sollst, wärst du ja aus der Probezeit bei einem neuen AG raus, bis ihr mit der Babyplanung beginnen könnt. 
Ob du einem neuen AG dann allerdings gleich nach der Probezeit sagen willst, das du schwanger bist, musst du abwägen. 

Ich glaube dass ich mich an deiner Stelle noch mal mit meinem Chef zusammensetzen würde und mich ggf. einfach mal wo anders bewerben undal schauen was sich so für Möglichkeiten ergeben könnten. 

Ich wünsche dir alles Gute! 

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14. Februar um 12:15
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Hallo zusammen,

ich werde dieses Jahr 31 Jahre alt und bisher war der Kinderwunsch bei mir noch in weiter Ferne. Ich wollte erst noch ein bisschen Karriere machen und quasi die Lohrbeeren meiner hart erarbeiteten und guten Qualifikation ernten. Die Welt mit meinem Mann bereisen und einfach noch die Zeit zu zweit genießen. Wir sind jetzt acht Jahre zusammen und seit zwei Jahren verheiratet.

So war das zumindest bis letztes Jahr. Dann kam Corona. Seit einem Jahr sind wir beide fast ausschließlich im Home Office. Der nächste Karriereschritt, der ursprünglich für dieses Jahr geplant war, ist seitens meines Arbeitgebers auf unbestimmbare Zeit (um min. 2 Jahre) verschoben. Das war wie ein Schlag ins Gesicht. Ich hatte vorher schon ein leises Gefühl, dass ich mich nicht mehr so 100% in meinem Arbeitsumfeld wohl fühle (sehr stressig, zeitweise sehr viele Überstunden, viel Reisetätigkeit, Anforderungen gerecht werden, die immer min. 120% Leistung erwarten). Seit der Beförderungsabsage aber drängt es mich noch mehr, für den nächsten Schritt den Arbeitgeber zu wechseln. Aber während einer Pandemie ist das wohl eher ein ungünstiger Zeitpunkt.

Und letztes Jahr hielt noch eine weitere Ohrfeige für mich bereit: Ein Carcinoma in situ am Gebärmutterhals, welches per Konisation entfernt werden musste. Das Ganze ist immer noch nicht vollständig verheilt und die Nachsorge läuft noch. Aktuell habe ich immer noch ärztliche Abstinenzverordnung wegen der ganzen Sache. Zudem habe ich seitdem auch noch keine Regelblutung gehabt, obwohl das nun schon einige Monate her ist. Mein Arzt hat mir außerdem geraten, noch eine Weile (6-12 Monate) zu verhüten.
Dieses Ereignis hat mich gefühlstechnisch total auf den Kopf gestellt. Seitdem denke ich viel darüber nach, ob ich mit dem Leben, das ich bisher geführt habe und mit den darin gesteckten Zielen wirklich glücklich bin.

Vorallem aber habe ich Angst, dass die Sache vielleicht doch noch nicht vollständig durchgestanden ist und sich in den nächsten Jahren doch noch Krebs entwickelt und ich dann keine Kinder mehr bekommen kann. Seitdem wird der Kinderwunsch fast täglich größer. Aber was ist dann mit der Arbeit? Ich brenne für mein Thema und mache das leidenschaftlich gerne. Vollzeitmutti wäre also definitiv nichts für mich. Zudem verdiene ich bereits jetzt mehr als mein Mann, sodass das auch finanziell für uns nicht in Frage käme und mein Mann eher der Langzeit-Teilzeitarbeiter wird. Kann ein Kind für mich zum Showstopper werden? Die zeitweise Halbtagsmutti, die auch zur Karriere nicht mehr taugt? Sollte man lieber vorher oder erst danach den Arbeitgeber wechseln?

Mir schwirren so viele Fragen im Kopf herum. Wir wissen ja nicht mal, ob mein Mann überhaupt fruchtbar ist. Das wollen wir demnächst beim Urologen mal abklären lassen. Denn dann wäre der Kinderwunsch sowieso Geschichte. Kinderwunschbehandlung kommt für uns beide nicht in Frage. Aber angenommen, es stünde dem körperlich nichts entgegen. Woher weiß ich, wann der richtige/geeignete Zeitpunkt ist, ohne mir mein Arbeitsleben komplett zu "versauen"? Kredite, Altersvorsorge und auch ein Kind etc. bezahlen sich ja nicht von alleine...

Könnt ihr mir einen Rat geben? Woher habt ihr gewusst, dass der Zeitpunkt da ist, wo alles passt, um ein Kind zu bekommen? Was hat das bei euch für Auswirkungen auf das Arbeitsleben gehabt? Wie lange wart ihr aus dem Berufsleben komplett oder teilweise raus und konntet ihr danach erfolgreich wieder anknüpfen und ggf. sogar noch weiter Karriere machen?
Ich bin aktuell in einem totalen Gefühlschaos und weiß einfach nicht, wie ich rausfinden soll, was jetzt das Beste ist...

Naja, ich war nie der Karriere-Typ, deshalb tauge ich nicht zum Vergleich.

Auch wenn die Gesellschaft das gerne anders behaupten will: Kinder sind ein Karriere-Killer. Einer von euch wird seine Karriere beerdigen müssen.

Theoretisch kann es zwar funktionieren, dass man mit nem Ganztages-KiTa-Platz und der Drumrumbetreuung, sprich Nannys und Tagesmütter un dGroßeltern usw, trotzdem zwei Fullzeitjobs mit viel Zeitaufwand geschafft kriegt, aber man muss sich ja auch fragen, was "Kind haben" für einen bedeutet.

Kind und Karriere meint ja im Prinzip nicht viel mehr, als dass man es schafft Kinder in die Welt zu setzen und sich dann nicht bei der Karriere behindern lassen.

Ich persönlich verstehe unter "ich habe Kinder" halt nicht, dass die Nanny bei den ersten Schritten dabei ist, die KiTa das Fahrrad fahren lehrt und die Tagesmutter das Lesen nach der Schule übt.
Zum Kinderhaben gehört für mich auch Familienleben und Zeit miteinander. Deswegen schließt das für mich aus, dass beide Elternteile 50Std und mehr arbeiten und vielleicht noch Wochenends und im Urlaub erreichbar sind.

Das wäre halt für mich nicht befriedigend gewesen.

Und viele Frauen klagen auch darüber, dass sie es nicht toll finden, dass der Vater so viel arbeitet. Schon 40Std ist viel Abwesenheit und auch der Papi braucht ja mal Zeit für sich und für Freunde, Hobbies, schlafen usw.

Und oft geht es auch einfach gar nicht, weil die Betreuungsmöglichkeiten halt doch eingschränkt sind. Jemand der bei der Frage nach Mehrarbeit mit "geht nicht, ich hab die Kinder" antwortet, wird bei der nächsten Beförderung übergangen.

Also jetzt vom Nicht-Karriere-Typ: Ich hatte den Plan Vollzeit-Hausmutti zu werden. Das fand ich dann doch recht unbedfriedigend, sobald die Kinder dann etwas größer wurden. Nach etwa 9,5Jahren habe ich dann eine Weiterbildung gemacht und bin dann quereingestiegen in einem ganz anderen Bereich. Ich bin zufrieden. Das wichtige für mich: Es macht mir Freude und ist kompatibel mit den Betreuungszeiten. Kann aber sein dass du für mein Gehalt morgens noch nicht mal aufstehen würdest. Nach dem 1. Jahr festeinstellen wollten sie mich - mal abgesehen von meiner guten Arbeit - aber eben auch deswegen, weil ich "flexibel" war, auch mal länger bleiben konnte, wenn mehr Arbeit war, spontan einspringen, woanders aushelfen, wenn Not am Mann war und auch trotz den Schul- und KiTa-Schließungen nicht einmal gefehlt habe, sondern das durch meine Schwiegis kompensiert wurde. (während ich auf Arbeit die C-Qarantäne-Fälle kompensiert habe)
Und ich arbeite grad mal 50%.

Du musst dir einfach klar werden, dass man nicht alles haben kann und dann darüber, was du wirklich willst.
Und dann ist es so, dass es nicht unbedingt so läuft, wie geplant und dass man sich mit Kind nicht so fühlt, wie man sich das vorgestellt hat, als das Kind noch nicht da war.
Da werden Workaholics plötzlich zu glücklichen Hausmuttis und solche, die nur bei den Kindern sein wollten, sehnen sich plötzlich in die Arbeitswelt zurück.

Versuche es, die Situation als Chance zu sehen. Vom bösen C würd ich mich jetzt auch nicht unbedingt von nem Arbeitsplatzwechsel abhalten lassen. Kommt halt drauf an, welche Chance du allgemein deiner Branche gibst, jetzt wo eh alles den Bach runtergeht.

Ein paar Jahre beobachten wäre nicht schlecht, aber als Frau Anfang 30 hat man die Chance halt auch nur begrenzt und du fürchtest ja auch, noch weniger Zeit für diese Entscheidung zu haben, als andere.

Gestern hab ich was über das Pilgern auf dem Jakobsweg gehört und wie es Menschen helfen kann, solche wichtigen Entscheidungen fürs Leben zu treffen (wenn man während der Pilgerreise das Ziel hat, eine Entscheidung zu treffen)

LG und viel Gesundheit wünsche ich!

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14. Februar um 14:05
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Hallo zusammen,

ich werde dieses Jahr 31 Jahre alt und bisher war der Kinderwunsch bei mir noch in weiter Ferne. Ich wollte erst noch ein bisschen Karriere machen und quasi die Lohrbeeren meiner hart erarbeiteten und guten Qualifikation ernten. Die Welt mit meinem Mann bereisen und einfach noch die Zeit zu zweit genießen. Wir sind jetzt acht Jahre zusammen und seit zwei Jahren verheiratet.

So war das zumindest bis letztes Jahr. Dann kam Corona. Seit einem Jahr sind wir beide fast ausschließlich im Home Office. Der nächste Karriereschritt, der ursprünglich für dieses Jahr geplant war, ist seitens meines Arbeitgebers auf unbestimmbare Zeit (um min. 2 Jahre) verschoben. Das war wie ein Schlag ins Gesicht. Ich hatte vorher schon ein leises Gefühl, dass ich mich nicht mehr so 100% in meinem Arbeitsumfeld wohl fühle (sehr stressig, zeitweise sehr viele Überstunden, viel Reisetätigkeit, Anforderungen gerecht werden, die immer min. 120% Leistung erwarten). Seit der Beförderungsabsage aber drängt es mich noch mehr, für den nächsten Schritt den Arbeitgeber zu wechseln. Aber während einer Pandemie ist das wohl eher ein ungünstiger Zeitpunkt.

Und letztes Jahr hielt noch eine weitere Ohrfeige für mich bereit: Ein Carcinoma in situ am Gebärmutterhals, welches per Konisation entfernt werden musste. Das Ganze ist immer noch nicht vollständig verheilt und die Nachsorge läuft noch. Aktuell habe ich immer noch ärztliche Abstinenzverordnung wegen der ganzen Sache. Zudem habe ich seitdem auch noch keine Regelblutung gehabt, obwohl das nun schon einige Monate her ist. Mein Arzt hat mir außerdem geraten, noch eine Weile (6-12 Monate) zu verhüten.
Dieses Ereignis hat mich gefühlstechnisch total auf den Kopf gestellt. Seitdem denke ich viel darüber nach, ob ich mit dem Leben, das ich bisher geführt habe und mit den darin gesteckten Zielen wirklich glücklich bin.

Vorallem aber habe ich Angst, dass die Sache vielleicht doch noch nicht vollständig durchgestanden ist und sich in den nächsten Jahren doch noch Krebs entwickelt und ich dann keine Kinder mehr bekommen kann. Seitdem wird der Kinderwunsch fast täglich größer. Aber was ist dann mit der Arbeit? Ich brenne für mein Thema und mache das leidenschaftlich gerne. Vollzeitmutti wäre also definitiv nichts für mich. Zudem verdiene ich bereits jetzt mehr als mein Mann, sodass das auch finanziell für uns nicht in Frage käme und mein Mann eher der Langzeit-Teilzeitarbeiter wird. Kann ein Kind für mich zum Showstopper werden? Die zeitweise Halbtagsmutti, die auch zur Karriere nicht mehr taugt? Sollte man lieber vorher oder erst danach den Arbeitgeber wechseln?

Mir schwirren so viele Fragen im Kopf herum. Wir wissen ja nicht mal, ob mein Mann überhaupt fruchtbar ist. Das wollen wir demnächst beim Urologen mal abklären lassen. Denn dann wäre der Kinderwunsch sowieso Geschichte. Kinderwunschbehandlung kommt für uns beide nicht in Frage. Aber angenommen, es stünde dem körperlich nichts entgegen. Woher weiß ich, wann der richtige/geeignete Zeitpunkt ist, ohne mir mein Arbeitsleben komplett zu "versauen"? Kredite, Altersvorsorge und auch ein Kind etc. bezahlen sich ja nicht von alleine...

Könnt ihr mir einen Rat geben? Woher habt ihr gewusst, dass der Zeitpunkt da ist, wo alles passt, um ein Kind zu bekommen? Was hat das bei euch für Auswirkungen auf das Arbeitsleben gehabt? Wie lange wart ihr aus dem Berufsleben komplett oder teilweise raus und konntet ihr danach erfolgreich wieder anknüpfen und ggf. sogar noch weiter Karriere machen?
Ich bin aktuell in einem totalen Gefühlschaos und weiß einfach nicht, wie ich rausfinden soll, was jetzt das Beste ist...

Puh... also wir waren 10 Jahre zusammen, als wir mit 28 überlegten, die Verhütung wegzulassen. Zwar passten wir um den Zeitpunkt des ungefähren Eisprungs noch sporadisch auf aber wenn es passiert wäre, wäre es ok gewesen.
Mit 30 hätte es dann aber passieren sollen... es tat sich aber nichts...

Dann kauften wir mit 33 unser Haus und keine 6 Wochen nach Einzug testete ich positiv. Abgelenkt vom Kinderwunsch und.... geklappt.

Es war klar, dass ich 3 Jahre Elternzeit nehme. Ich war bereits 12 Jahre beim selben Arbeitgeber. Zweieinhalb Jahre später folgte Kind zwei und als unsere Erste 5 wurde kam Nummer drei.
Nummer vier klappte leider nicht mehr.

Als Junior dann 3 wurde, war ich 8 Jahre in Elternzeit und ich wollte wieder arbeiten. Mein Chef machte mir einen Strich durch die Rechnung. Also einigten wir uns auf eine Abfindung, ich war immerhin seit 20 Jahren da angestellt! Ließ mich nicht mit einem Aufhebungsvertrag abspeisen!
Dummerweise für ihn, vergaß er mir meinen Urlaub in der Elternzeit um 1/12 zu kürzen und tja, so verklagte ich ihn erfolgreich auf Auszahlung von rund 300 Urlaubstagen. 😌

Inzwischen hatte ich zwei Arbeitgeber zur Auswahl. Einer kam auf mich zu und wollte unbedingt, dass ich bei ihm anfange, der Buschfunk sagte ihm, dass ich einen Job suche. Der andere, den ich fragte, ob er mich einstellen möchte, sagte erst ab aber meldete sich paar Tage später doch, er habe es sich durch den Kopf gehen lassen, er will zwei Kolleginnen entlasten, weil die zu viele Überstunden machten. Ich sagte ihm, dass ich ihm aber keine Bewerbung und so ein Gedöns gebe

Da bin ich jetzt bereits 3 1/2 Jahre. Kenne ihn aber seit ich beim alten AG war, weil er zuvor mein F.achbetater war und die Firnen zusammen gehörten. Vor 9 Jahren wurden sie alle privatisiert und er kaufte den Laden, wo ich jetzt bin. Seine Frau kannte ich noch länger und seinen Sohn, mein heutiger Abteilungsleiter, kenne ich, seit dieser 11 Jahre alt war.

Mein Verklagen zog deutschlandweite Kreise, begeistert war auch er nicht davon aber weil er und seine Frau mich über 20 Jahre kannten und wissen, wie zuverlässig ich stets arbeitete, durfte ich bleiben. 

Bis heute fiel ich nicht einen Tag aus, wegen meiner drei Kinder! Davon ging wohl mein alter Chef aus: die hat jetzt drei Kinder, die wird ständig ausfallen! Und zu teuer war ich ihm unter Garantie auch! 🤬

Jetzt ist alles toll, Stundenlohn nicht verschlechtert, 36 Urlaubstage, Urlaubs- und Weihnachtsgeld blieben mir erhalten UND, ich fahre nur noch 10, statt 30 Kilometer, einfache Strecke. Wie sagte einst meine Oma: wie es kommt, kommt es richtig. Ich wäre nie freiwillig beim alten AG gegangen, obwohl ich schon überlegte, mich da zu "bewerben", wo ich jetzt bin. Mir war Sicherheit immer wichtig, ich hatte ja einen festen Vertrag. Haha und 1 Jahr, nachdem ich beim neuen AG war, verkaufte mein alter AG seinen Laden und alle Angestellten bekamen neue Verträge und Probezeiten usw. mit der neuen Inhaberin arbeitete ich auch 1 Jahr zusammen, weil sie vorher in meiner Abteilung war. Inzwischen habe ich natürlich wieder meinen Festvertag.

Kind 4 dürfte trotzdem immer noch kommen... das sagte ich ihm bei unserem Einstellungsgespräch auch, dass wir gern noch ein weiteres Kind möchten.. meinen Mann kennt er auch. Waren früher mal alle zusammen 1x im Jahr auf Motorradtouren...

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14. Februar um 14:13
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Puh... also wir waren 10 Jahre zusammen, als wir mit 28 überlegten, die Verhütung wegzulassen. Zwar passten wir um den Zeitpunkt des ungefähren Eisprungs noch sporadisch auf aber wenn es passiert wäre, wäre es ok gewesen.
Mit 30 hätte es dann aber passieren sollen... es tat sich aber nichts...

Dann kauften wir mit 33 unser Haus und keine 6 Wochen nach Einzug testete ich positiv. Abgelenkt vom Kinderwunsch und.... geklappt.

Es war klar, dass ich 3 Jahre Elternzeit nehme. Ich war bereits 12 Jahre beim selben Arbeitgeber. Zweieinhalb Jahre später folgte Kind zwei und als unsere Erste 5 wurde kam Nummer drei.
Nummer vier klappte leider nicht mehr.

Als Junior dann 3 wurde, war ich 8 Jahre in Elternzeit und ich wollte wieder arbeiten. Mein Chef machte mir einen Strich durch die Rechnung. Also einigten wir uns auf eine Abfindung, ich war immerhin seit 20 Jahren da angestellt! Ließ mich nicht mit einem Aufhebungsvertrag abspeisen!
Dummerweise für ihn, vergaß er mir meinen Urlaub in der Elternzeit um 1/12 zu kürzen und tja, so verklagte ich ihn erfolgreich auf Auszahlung von rund 300 Urlaubstagen. 😌

Inzwischen hatte ich zwei Arbeitgeber zur Auswahl. Einer kam auf mich zu und wollte unbedingt, dass ich bei ihm anfange, der Buschfunk sagte ihm, dass ich einen Job suche. Der andere, den ich fragte, ob er mich einstellen möchte, sagte erst ab aber meldete sich paar Tage später doch, er habe es sich durch den Kopf gehen lassen, er will zwei Kolleginnen entlasten, weil die zu viele Überstunden machten. Ich sagte ihm, dass ich ihm aber keine Bewerbung und so ein Gedöns gebe

Da bin ich jetzt bereits 3 1/2 Jahre. Kenne ihn aber seit ich beim alten AG war, weil er zuvor mein F.achbetater war und die Firnen zusammen gehörten. Vor 9 Jahren wurden sie alle privatisiert und er kaufte den Laden, wo ich jetzt bin. Seine Frau kannte ich noch länger und seinen Sohn, mein heutiger Abteilungsleiter, kenne ich, seit dieser 11 Jahre alt war.

Mein Verklagen zog deutschlandweite Kreise, begeistert war auch er nicht davon aber weil er und seine Frau mich über 20 Jahre kannten und wissen, wie zuverlässig ich stets arbeitete, durfte ich bleiben. 

Bis heute fiel ich nicht einen Tag aus, wegen meiner drei Kinder! Davon ging wohl mein alter Chef aus: die hat jetzt drei Kinder, die wird ständig ausfallen! Und zu teuer war ich ihm unter Garantie auch! 🤬

Jetzt ist alles toll, Stundenlohn nicht verschlechtert, 36 Urlaubstage, Urlaubs- und Weihnachtsgeld blieben mir erhalten UND, ich fahre nur noch 10, statt 30 Kilometer, einfache Strecke. Wie sagte einst meine Oma: wie es kommt, kommt es richtig. Ich wäre nie freiwillig beim alten AG gegangen, obwohl ich schon überlegte, mich da zu "bewerben", wo ich jetzt bin. Mir war Sicherheit immer wichtig, ich hatte ja einen festen Vertrag. Haha und 1 Jahr, nachdem ich beim neuen AG war, verkaufte mein alter AG seinen Laden und alle Angestellten bekamen neue Verträge und Probezeiten usw. mit der neuen Inhaberin arbeitete ich auch 1 Jahr zusammen, weil sie vorher in meiner Abteilung war. Inzwischen habe ich natürlich wieder meinen Festvertag.

Kind 4 dürfte trotzdem immer noch kommen... das sagte ich ihm bei unserem Einstellungsgespräch auch, dass wir gern noch ein weiteres Kind möchten.. meinen Mann kennt er auch. Waren früher mal alle zusammen 1x im Jahr auf Motorradtouren...

Ach so, ich arbeite etwas mehr als 50%, nämlich 20 Stunden pro Woche. Hatte aber auch schon mal 80 Überstunden aufgebaut.

Vor den Kindern hatte ich eine Vollzeitstelle mit 37,5 Stunden-Woche. Die letzten 3 Jahre vor den Kindern nur noch 33,5/Woche. Ich konnte dadurch 1 Tag mehr frei machen und die 100 Euro, die ich weniger hatte, sparte ich am Sprit ein, 60 Kilometer an 4 oder 60 Kilometer an 5 Tagen, machten sich bemerkbar. Also quasi gleiches Geld aber 1 Tag mehr frei gehabt. 

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14. Februar um 15:06

Ich sehe das etwas differenzierter. Ich denke, wenn das Umfeld passt, kann man auch mit Kindern Karriere machen, ja, auch halbtags. Natürlich nicht die große Karriere bis zur Untrrnehmensspitze, aber ganz ehrlich, das hab ich bei meinem Ex miterlebt und will das gar nicht. Ich bin insgesamt 3 Jahre in Elternzeit gewesen, leider gab es meinen bisherigen AG dann nicht mehr. Ich bin dann 20h bei einem neuen AG eingestiegen, 2 der 3 Chefs kannte ich noch von der Uni. Dort hab ich dann mit 20h in der Qualitätssicherung begonnen, hab mich langsam aber kontinuierlich hochgearbeitet und zum Schluss war ich mit 35h Projektleitung und das, obwohl ich mittlerweile alleinerziehend war. Meine Chefs hatten auch Kinder und auch Frauen, die nebenher arbeiteten und wussten einfach, worauf es ankommt und was man braucht. Ich hatte dann aber nach 6 Jahren einen Rappel bekommen und wollte einfach mal was neues sehen und hab dann das große Los gezogen. Arbeite jetzt 30 flexible Stunden in einer Führungsposition, bin fachlich mehr als anerkannt, keiner jammert, keiner verlangt Überstunden von mir. Wenns jetzt nach dem dritten Kind nicht mehr miteinander klappt, ist es auch okay. Dann ergibt sich eine neue Chance. Wie gesagt, es kommt immer auf das Umfeld an, AG, Familie, Infrastruktur. Am Ende ist das extrem individuell und manchmal muss man auch einfach machen, sonst zerdenkt man Ewigkeiten und steht am Ende mit nix da.

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14. Februar um 15:10
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Ich sehe das etwas differenzierter. Ich denke, wenn das Umfeld passt, kann man auch mit Kindern Karriere machen, ja, auch halbtags. Natürlich nicht die große Karriere bis zur Untrrnehmensspitze, aber ganz ehrlich, das hab ich bei meinem Ex miterlebt und will das gar nicht. Ich bin insgesamt 3 Jahre in Elternzeit gewesen, leider gab es meinen bisherigen AG dann nicht mehr. Ich bin dann 20h bei einem neuen AG eingestiegen, 2 der 3 Chefs kannte ich noch von der Uni. Dort hab ich dann mit 20h in der Qualitätssicherung begonnen, hab mich langsam aber kontinuierlich hochgearbeitet und zum Schluss war ich mit 35h Projektleitung und das, obwohl ich mittlerweile alleinerziehend war. Meine Chefs hatten auch Kinder und auch Frauen, die nebenher arbeiteten und wussten einfach, worauf es ankommt und was man braucht. Ich hatte dann aber nach 6 Jahren einen Rappel bekommen und wollte einfach mal was neues sehen und hab dann das große Los gezogen. Arbeite jetzt 30 flexible Stunden in einer Führungsposition, bin fachlich mehr als anerkannt, keiner jammert, keiner verlangt Überstunden von mir. Wenns jetzt nach dem dritten Kind nicht mehr miteinander klappt, ist es auch okay. Dann ergibt sich eine neue Chance. Wie gesagt, es kommt immer auf das Umfeld an, AG, Familie, Infrastruktur. Am Ende ist das extrem individuell und manchmal muss man auch einfach machen, sonst zerdenkt man Ewigkeiten und steht am Ende mit nix da.

Wir suchen übrigens auch während Corona ordentlich Personal - Strom wird immer gebraucht 😅

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15. Februar um 5:41
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Naja, ich war nie der Karriere-Typ, deshalb tauge ich nicht zum Vergleich.

Auch wenn die Gesellschaft das gerne anders behaupten will: Kinder sind ein Karriere-Killer. Einer von euch wird seine Karriere beerdigen müssen.

Theoretisch kann es zwar funktionieren, dass man mit nem Ganztages-KiTa-Platz und der Drumrumbetreuung, sprich Nannys und Tagesmütter un dGroßeltern usw, trotzdem zwei Fullzeitjobs mit viel Zeitaufwand geschafft kriegt, aber man muss sich ja auch fragen, was "Kind haben" für einen bedeutet.

Kind und Karriere meint ja im Prinzip nicht viel mehr, als dass man es schafft Kinder in die Welt zu setzen und sich dann nicht bei der Karriere behindern lassen.

Ich persönlich verstehe unter "ich habe Kinder" halt nicht, dass die Nanny bei den ersten Schritten dabei ist, die KiTa das Fahrrad fahren lehrt und die Tagesmutter das Lesen nach der Schule übt.
Zum Kinderhaben gehört für mich auch Familienleben und Zeit miteinander. Deswegen schließt das für mich aus, dass beide Elternteile 50Std und mehr arbeiten und vielleicht noch Wochenends und im Urlaub erreichbar sind.

Das wäre halt für mich nicht befriedigend gewesen.

Und viele Frauen klagen auch darüber, dass sie es nicht toll finden, dass der Vater so viel arbeitet. Schon 40Std ist viel Abwesenheit und auch der Papi braucht ja mal Zeit für sich und für Freunde, Hobbies, schlafen usw.

Und oft geht es auch einfach gar nicht, weil die Betreuungsmöglichkeiten halt doch eingschränkt sind. Jemand der bei der Frage nach Mehrarbeit mit "geht nicht, ich hab die Kinder" antwortet, wird bei der nächsten Beförderung übergangen.

Also jetzt vom Nicht-Karriere-Typ: Ich hatte den Plan Vollzeit-Hausmutti zu werden. Das fand ich dann doch recht unbedfriedigend, sobald die Kinder dann etwas größer wurden. Nach etwa 9,5Jahren habe ich dann eine Weiterbildung gemacht und bin dann quereingestiegen in einem ganz anderen Bereich. Ich bin zufrieden. Das wichtige für mich: Es macht mir Freude und ist kompatibel mit den Betreuungszeiten. Kann aber sein dass du für mein Gehalt morgens noch nicht mal aufstehen würdest. Nach dem 1. Jahr festeinstellen wollten sie mich - mal abgesehen von meiner guten Arbeit - aber eben auch deswegen, weil ich "flexibel" war, auch mal länger bleiben konnte, wenn mehr Arbeit war, spontan einspringen, woanders aushelfen, wenn Not am Mann war und auch trotz den Schul- und KiTa-Schließungen nicht einmal gefehlt habe, sondern das durch meine Schwiegis kompensiert wurde. (während ich auf Arbeit die C-Qarantäne-Fälle kompensiert habe)
Und ich arbeite grad mal 50%.

Du musst dir einfach klar werden, dass man nicht alles haben kann und dann darüber, was du wirklich willst.
Und dann ist es so, dass es nicht unbedingt so läuft, wie geplant und dass man sich mit Kind nicht so fühlt, wie man sich das vorgestellt hat, als das Kind noch nicht da war.
Da werden Workaholics plötzlich zu glücklichen Hausmuttis und solche, die nur bei den Kindern sein wollten, sehnen sich plötzlich in die Arbeitswelt zurück.

Versuche es, die Situation als Chance zu sehen. Vom bösen C würd ich mich jetzt auch nicht unbedingt von nem Arbeitsplatzwechsel abhalten lassen. Kommt halt drauf an, welche Chance du allgemein deiner Branche gibst, jetzt wo eh alles den Bach runtergeht.

Ein paar Jahre beobachten wäre nicht schlecht, aber als Frau Anfang 30 hat man die Chance halt auch nur begrenzt und du fürchtest ja auch, noch weniger Zeit für diese Entscheidung zu haben, als andere.

Gestern hab ich was über das Pilgern auf dem Jakobsweg gehört und wie es Menschen helfen kann, solche wichtigen Entscheidungen fürs Leben zu treffen (wenn man während der Pilgerreise das Ziel hat, eine Entscheidung zu treffen)

LG und viel Gesundheit wünsche ich!

Das Kinder Karriere-Killer sind stimmt nur teilweise bzw. kommt es immer darauf an, welche Position man sich vor den Kindern bereits erarbeitet hat. Hat man vor den Kindern schon gut verdient und eine entsprechende Stelle besetzt wird sich da mit Kindern nicht viel ändern, wenn man beim gleichen Arbeitgeber bleibt.

Gerade die Teilzeitfalle kommt oft mit Kids zum tragen und das sehe ich auch bei vielen Kollegen, dass sie dann schlecht weiterkommen. Oft fehlt aber auch das Engagement bei Teilzeitbeschäftigten. Wer natürlich nur seine Aufgaben erledigt und nicht nach rechts und links sieht, wird auch mit Vollzeit nicht viel erreichen.

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16. Februar um 17:27

Hallo,

danke für eure umfangreichen Antworten.

@schnuckweidev
Naja, ich habe ja nicht davon gesprochen, dass das Kind dann 24/7 bei irgendwelchen anderen Leuten betreut wird. Wenn ich ein Kind habe, möchte ich natürlich auch Zeit mit ihm verbringen, ihm Dinge beibringen und die Fortschritte verfolgen. Und es gibt in dem Szenario ja auch noch meinen Mann. Ich wäre ja nicht alleinerziehend.

"50Std und mehr arbeiten und vielleicht noch Wochenends und im Urlaub erreichbar" -> Das ist ja auch schon ohne Kinder gruselig Klar, hab ich anstatt einer 40 Std. Woche auch ein paar Wochen im Jahr, wo das an die 50 Std. geht. Aber das sind Ausnahmen und nicht die Regel. Wochenende und Urlaub war ich noch nie erreichbar und das werde ich auch nicht hergeben. Meine Chefin weiß zum Glück, dass es bei einem anstrengenden Job wichtig ist, auch Auszeiten zu haben und bei mir im Team funktionieren Absprachen und Übergaben auch sehr gut, sodass bei uns noch nie jemand Wochenende oder Urlaub opfern musste.

Also aktuell habe ich halt einen Arbeitsplatz, der wird immer gebraucht. Egal ob Pandemie oder Wirtschaftskrise oder nicht. Das wäre woanders wahrscheinlich nicht so. Deswegen weiß ich nicht, ob der Jobwechsel jetzt wirklich richtig wäre.

@skadirux
Da hast du ja Glück im Unglück gehabt.
Ich denke halt auch, das wird sicherlich nicht von heute auf morgen mit dem Schwanger werden klappen wird. Ich hab sowieso einen total unregelmäßigen Zyklus.
Meine beste Freundin war jetzt 2 Jahre in KiWu-Behandlung, bis sie vor drei Wochen endlich ihr erstes Kind in den Armen halten durfe. Als Außenstehende war es schon ziemlich grauenvoll, das Drama mit anzusehen. Für sie ist ein Leben ohne Kinder nicht lebenswert (sie ist Grundschullehrer) Das fand ich dann doch irgendwie eine Nummer zu krass. Für sie war es auch nie Thema, dass sie dann erstmal ein paar Jahre zuhause bleibt. Ich mein, als Beamtin kann man sich das halt auch leisten

@lunaluz und @goldschatz89
Ja, also bis zur Unternehmensspitze will ich ja auch gar nicht. Das wäre mir viel zu stressig. Aber so ein zwei Schritte weiter ins mittlere Management wäre doch ganz schön. Ich hab mich die letzten Tage auch mal bei uns im Unternehmen bisschen umgeschaut. Es gibt viele Mitarbeiterinnen mit Kindern. Auch in höheren Ebenen. Allerdings merkt man auch, dass die doch einige Zeit länger für den jeweils nächsten Karriereschritt gebraucht haben. Und irgendwie hoffe ich ja, dass mit Abflachen der Pandemie auch die Zufriedenheit am Arbeitsplatz wieder etwas steigt. Zumindest ist der Arbeitsplatz krisensicher, wenngleich ich dann vielleicht auch in Krisen öfter Arbeiten erledigen muss, die nicht meinen Stärken entsprechen.

Prinzipiell denke ich, passt das Umfeld schon. Meine Eltern wohnen zwar sehr weit weg und arbeiten beide selbst noch. Aber meine Schwiegermutter geht dieses Jahr in Rente und wohnt "nur" etwa 1 Stunde von uns entfernt. Wir haben ein großes Haus. Unterstützung durch Großeltern wäre also auch übernachtungstechnisch durchaus machbar - zumindest zeitweise. Finanziell wäre mit Elternzeit eine zweitweise Einschränkung des Lebensstandards notwendig, da das Elterngeld doch deutlich geringer ist als mein normales Einkommen, aber das wäre auch nicht unmöglich.

Mein Mann ist ja sowieso nicht der Karrieretyp. Hat seit 10 Jahren die immer gleiche Stelle inne und strebt auch keine Karriere an. Er ist eher von der bequemen Sorte Er hatte auch schon mal geäußert, dass er sich auch mit Teilzeit zufrieden geben würde. Das wäre ja quasi eine Win-Win-Situation.

Nach euren Antworten und auch unabhängig davon, habe ich die letzten Tage noch einmal intensiv nachgedacht und denke, dass - sobald die Krebssache zumindest soweit hinter mir ist, dass die erste Nachsorge gut war und alles gut verheilt ist - man im Laufe des Jahres einfach mal die Verhütung weglässt und schaut ob was passiert. Da wir eh nur mit Kondom verhüten, wäre das ja keine große Sache.
Mein Mann hat sich einen Termin beim Urologen geben lassen, für ein Spermiogramm. So wissen wir zumindest, ob Hoffnung überhaupt berechtigt ist. Und wenn er keine tüchtigen Schwimmerchen hat, dann ist es eben so. Ist dann zwar sehr schade und wahrscheinlich auch noch für länger eine Wunde, aber dann weiß man zumindest was Sache ist und kann sich neue Ziele im Leben suchen.

Also danke nochmal für eure Antworten. Hat mir sehr geholfen!
 

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16. Februar um 19:37
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Hallo zusammen,

ich werde dieses Jahr 31 Jahre alt und bisher war der Kinderwunsch bei mir noch in weiter Ferne. Ich wollte erst noch ein bisschen Karriere machen und quasi die Lohrbeeren meiner hart erarbeiteten und guten Qualifikation ernten. Die Welt mit meinem Mann bereisen und einfach noch die Zeit zu zweit genießen. Wir sind jetzt acht Jahre zusammen und seit zwei Jahren verheiratet.

So war das zumindest bis letztes Jahr. Dann kam Corona. Seit einem Jahr sind wir beide fast ausschließlich im Home Office. Der nächste Karriereschritt, der ursprünglich für dieses Jahr geplant war, ist seitens meines Arbeitgebers auf unbestimmbare Zeit (um min. 2 Jahre) verschoben. Das war wie ein Schlag ins Gesicht. Ich hatte vorher schon ein leises Gefühl, dass ich mich nicht mehr so 100% in meinem Arbeitsumfeld wohl fühle (sehr stressig, zeitweise sehr viele Überstunden, viel Reisetätigkeit, Anforderungen gerecht werden, die immer min. 120% Leistung erwarten). Seit der Beförderungsabsage aber drängt es mich noch mehr, für den nächsten Schritt den Arbeitgeber zu wechseln. Aber während einer Pandemie ist das wohl eher ein ungünstiger Zeitpunkt.

Und letztes Jahr hielt noch eine weitere Ohrfeige für mich bereit: Ein Carcinoma in situ am Gebärmutterhals, welches per Konisation entfernt werden musste. Das Ganze ist immer noch nicht vollständig verheilt und die Nachsorge läuft noch. Aktuell habe ich immer noch ärztliche Abstinenzverordnung wegen der ganzen Sache. Zudem habe ich seitdem auch noch keine Regelblutung gehabt, obwohl das nun schon einige Monate her ist. Mein Arzt hat mir außerdem geraten, noch eine Weile (6-12 Monate) zu verhüten.
Dieses Ereignis hat mich gefühlstechnisch total auf den Kopf gestellt. Seitdem denke ich viel darüber nach, ob ich mit dem Leben, das ich bisher geführt habe und mit den darin gesteckten Zielen wirklich glücklich bin.

Vorallem aber habe ich Angst, dass die Sache vielleicht doch noch nicht vollständig durchgestanden ist und sich in den nächsten Jahren doch noch Krebs entwickelt und ich dann keine Kinder mehr bekommen kann. Seitdem wird der Kinderwunsch fast täglich größer. Aber was ist dann mit der Arbeit? Ich brenne für mein Thema und mache das leidenschaftlich gerne. Vollzeitmutti wäre also definitiv nichts für mich. Zudem verdiene ich bereits jetzt mehr als mein Mann, sodass das auch finanziell für uns nicht in Frage käme und mein Mann eher der Langzeit-Teilzeitarbeiter wird. Kann ein Kind für mich zum Showstopper werden? Die zeitweise Halbtagsmutti, die auch zur Karriere nicht mehr taugt? Sollte man lieber vorher oder erst danach den Arbeitgeber wechseln?

Mir schwirren so viele Fragen im Kopf herum. Wir wissen ja nicht mal, ob mein Mann überhaupt fruchtbar ist. Das wollen wir demnächst beim Urologen mal abklären lassen. Denn dann wäre der Kinderwunsch sowieso Geschichte. Kinderwunschbehandlung kommt für uns beide nicht in Frage. Aber angenommen, es stünde dem körperlich nichts entgegen. Woher weiß ich, wann der richtige/geeignete Zeitpunkt ist, ohne mir mein Arbeitsleben komplett zu "versauen"? Kredite, Altersvorsorge und auch ein Kind etc. bezahlen sich ja nicht von alleine...

Könnt ihr mir einen Rat geben? Woher habt ihr gewusst, dass der Zeitpunkt da ist, wo alles passt, um ein Kind zu bekommen? Was hat das bei euch für Auswirkungen auf das Arbeitsleben gehabt? Wie lange wart ihr aus dem Berufsleben komplett oder teilweise raus und konntet ihr danach erfolgreich wieder anknüpfen und ggf. sogar noch weiter Karriere machen?
Ich bin aktuell in einem totalen Gefühlschaos und weiß einfach nicht, wie ich rausfinden soll, was jetzt das Beste ist...

Hm, es gibt ja nicht nur das "Entweder, oder" - Die meisten meiner auch weiblichen Chefs hatten Kinder und Erfolg.

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16. Februar um 20:03
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Hm, es gibt ja nicht nur das "Entweder, oder" - Die meisten meiner auch weiblichen Chefs hatten Kinder und Erfolg.

Ich seh das jetzt auch nicht unbedingt als entweder oder. Aber ich werd jetzt erstmal nicht die Firma wechseln und auch nicht, wie bisher geplant mit Kind  warten, bis ich die nächste Beförderung habe.

Ich lass es dann einfach auf mich zukommen bezüglich Schwanger werden. Ohne große Planung und Eisprungbeobachtung etc.

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