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Welche kasse zahlt abtreibung?

27. Juni 2007 um 11:33

hatten gestern im bekanntenkreis eine diskussion über krankenkassen. welche kassen übernehmen die kosten für eine abtreibung und muss man dafür auch bei gleichiger versichert sein?
was ist gemeint mit'vorher drum kümmern' ? kann man das nicht zeitgleich mit schwangerschaftsbestätigung vom arzt und pro familia schein tun?braucht man die nicht dafür. vermeintlicher fall wäre bei IKK versichert.

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27. Juni 2007 um 13:11

Ich weiss nicht, was searching in der PN geschrieben hat..
.. zudem sit das ja vielleicht auch noch mal für den ein oder anderen interessant:

Den Antrag kannst Du bei irgendeiner *gesetzlichen* Krankenkasse stellen - es muss nicht Deine eigene sein. Ich bin nicht mehr sicher, ob es in dem Bundesland sein muss, in dem man wohnt oder in dem, in dem man den Abbruch durchführen lässt. Aber Pro Familia gibt einem ggf. die Infos dazu.

Die Krankenkasse zahlt im übrigen nicht den Abbruch - sie leitet das an das jew. Bundesland weiter - das trägt die Kosten letztendlich. Die Krankenkassen übernehmen nur den bürokratischen Teil - deswegen muss es auch nicht Deine eigene sein. Trotzdem muss man zum Abbruch seine Krankenkassenkarte mitbringen, da die die medizinische Behandlung (Untersuchung, Nachversorgung, etc.) tragen, die über den eigentlichen Abbruch hinausgehen.

Bei der Krankenkasse musst Du dann Deine Einkommensnachweise vorlegen. Bist Du unter dem Grenzbetrag, bekommst Du den Kostenübernahmeschein. Dabei wird nur *Dein* Einkommen berücksichtigt, nicht das Deines Partners (auch nicht, wenn man verheiratet ist) und auch nicht das, der Eltern.

Diesen Kostenübernahmeschein muss man *zum Abbruchtermin* mitbringen. Das ist mit "vorher drum kümmern" gemeint. Es hat nichts damit zu tun, wann die Schwangerschaftsbestätigung oder das Beratungsgespräch war, nur zum Eingriff muss man halt entweder das Geld bereit haben oder den Kostenübernahmeschein. Man kann nicht zuerst bezahlen und nachher das Geld einfordern.

Bei der Krankenkasse selbst ist das eine schnelle und unkomplizierte Geschichte (zumindest war's bei mir so): ich sollte zu den normalen Öffnungszeiten vorbeischauen (einen Termin brauchte ich nicht), habe gesagt, worum es geht, da ich Bafögbezieherin bin, war damit ausreichend sichergestellt, dass ich unter der Einkommensgrenze bin und nach 5 Minuten hatte ich meinen Kostenübernahmeschein.

Die Krankenkassenangestellte war dabei im übrigen total freundlich und in keinster Weise "komisch", für die ist das normales Tagesgeschäft. Ich war echt überrascht, wie schnell die entsprechende Formulare zur Hand hatte..

Ich hoffe, ich konnte Deine Fragen ausreichend beantworten,

R.

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27. Juni 2007 um 19:54
In Antwort auf renaissance26

Ich weiss nicht, was searching in der PN geschrieben hat..
.. zudem sit das ja vielleicht auch noch mal für den ein oder anderen interessant:

Den Antrag kannst Du bei irgendeiner *gesetzlichen* Krankenkasse stellen - es muss nicht Deine eigene sein. Ich bin nicht mehr sicher, ob es in dem Bundesland sein muss, in dem man wohnt oder in dem, in dem man den Abbruch durchführen lässt. Aber Pro Familia gibt einem ggf. die Infos dazu.

Die Krankenkasse zahlt im übrigen nicht den Abbruch - sie leitet das an das jew. Bundesland weiter - das trägt die Kosten letztendlich. Die Krankenkassen übernehmen nur den bürokratischen Teil - deswegen muss es auch nicht Deine eigene sein. Trotzdem muss man zum Abbruch seine Krankenkassenkarte mitbringen, da die die medizinische Behandlung (Untersuchung, Nachversorgung, etc.) tragen, die über den eigentlichen Abbruch hinausgehen.

Bei der Krankenkasse musst Du dann Deine Einkommensnachweise vorlegen. Bist Du unter dem Grenzbetrag, bekommst Du den Kostenübernahmeschein. Dabei wird nur *Dein* Einkommen berücksichtigt, nicht das Deines Partners (auch nicht, wenn man verheiratet ist) und auch nicht das, der Eltern.

Diesen Kostenübernahmeschein muss man *zum Abbruchtermin* mitbringen. Das ist mit "vorher drum kümmern" gemeint. Es hat nichts damit zu tun, wann die Schwangerschaftsbestätigung oder das Beratungsgespräch war, nur zum Eingriff muss man halt entweder das Geld bereit haben oder den Kostenübernahmeschein. Man kann nicht zuerst bezahlen und nachher das Geld einfordern.

Bei der Krankenkasse selbst ist das eine schnelle und unkomplizierte Geschichte (zumindest war's bei mir so): ich sollte zu den normalen Öffnungszeiten vorbeischauen (einen Termin brauchte ich nicht), habe gesagt, worum es geht, da ich Bafögbezieherin bin, war damit ausreichend sichergestellt, dass ich unter der Einkommensgrenze bin und nach 5 Minuten hatte ich meinen Kostenübernahmeschein.

Die Krankenkassenangestellte war dabei im übrigen total freundlich und in keinster Weise "komisch", für die ist das normales Tagesgeschäft. Ich war echt überrascht, wie schnell die entsprechende Formulare zur Hand hatte..

Ich hoffe, ich konnte Deine Fragen ausreichend beantworten,

R.

Vielen lieben dank
das nenn ich doch mal ausführlich und für jedermann verständlich erklärt. darf ich dich fragen wie's dir danach ging? lg

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27. Juni 2007 um 21:11
In Antwort auf audrea_12508825

Vielen lieben dank
das nenn ich doch mal ausführlich und für jedermann verständlich erklärt. darf ich dich fragen wie's dir danach ging? lg

Natürlich darfst Du fragen..

was den Abbruch betrifft, war ich direkt danach vor allen Dingen erleichtert, ich hatte meinen Körper und mein Leben zurück, ich war wieder in meinem "Normalzustand" - so, wie ich mich seit 26 Jahren kannte, empfand und körperlich erlebte. Ich muss dazu sagen, dass ich *sehr* ungewollt schwanger war.

In der darauffolgenden Zeit mischte sich dazu durchaus auch Angst - nach all' dem, was man so gehört hatte in Bezug auf psychische Probleme, Reue etc. Einem wird ja erzählt, dass wenn man diese Probleme nicht sofort hat, man es ja eigentlich nur verdrängt und es einfach später eintreten wird. Bisher hat sich davon aber noch nichts eingestellt..

In der Zeit um den Abbruch gab es auch ein Gefühl der Scham. Interessanterweise nicht mal wegen der Abtreibung, sondern eher wegen des ungewollt Schwangerseins - ich war mir vorher ziemlich sicher, dass das jemanden wie mir: aufgeklärt, verantwortungsbewusst und nochmal: wirklich aufgeklärt(!), nicht passieren kann, sondern tendenziell eher naiven Teenagern.. Inzwischen bin ich aber auch da entspannt. Ich hab einen Fehler in der Verhütung gemacht, eine Situation falsch eingeschätzt; ist nicht schön, wenns passiert, kann aber offensichtlich passieren. Ich hatte dazu einfach noch das Pech, dass es in eine Schwangerschaft resultierte.
Der Abbruch war für mich die adäquate Art, verantwortungsvoll mit meinem Fehler umzugehen. Deswegen finde ich den Abbruch selbst nicht beschämend.

Ansonsten hatte ich ein Gefühl der Wut. Auf die Gesellschaft, die den Abbruch immer noch kriminalisiert; auf die Menschen, die einen bevormunden wollen (und ihnen dazu jedes Mittel recht ist). Wütend über die ganzen Fehlinformationen, die hartnäckig kursieren.

Körperlich hatte ich danach 2-3 Tage minimalste Blutungen. Die Annzeichen einer Schwangerschaft, die ich schon sehr früh hatte, gingen dann auch sehr schnell wieder weg.

2 Wochen später wurde nochmal ein SS-Test gemacht. Als dieser dann negativ war und ich auch sonst keinerlei Beschwerden hatte, war auch eine Nachuntersuchung nicht mehr nötig.
Ich hab mich freudestrahlend bei dem Arzt und dem Praxisteam bedankt und bin gut gelaunt nach Hause gefahren.

R.

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