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Weiß nicht ob ich ein Kind will....

22. Oktober 2009 um 20:19

Hallo allerseits!
Lese hier schon eine ganze Weile mit und hab mich nun entschlossen, selbst mal mein Problem in die Runde zu werfen, zwecks Einholung verschiedener Meinungen...

Ich bin 39 geworden, seit 4 Jahren mit meinem Freund zusammen, er ist jünger, 33. Vor 2,5 Jahren ist er zu mir in meine 2 ZKB-Wohnung gezogen, wir sind ganz froh miteinander.

Ich bin Angestellte im öffentlichen Dienst und sehr zufrieden mit meinem Job, ich gehe tatsächlich gern arbeiten

Einen richtig präsenten Kinderwunsch hatte ich nie, auch hatte und habe ich mit Kindern nicht viel am Hut, allein schon daher, dass ich als Einzelkind aufgewachsen bin und wir abgelegen wohnten und ich eher Einzelgänger war. Ich habe eine recht kleine Familie mit wenig Nachwuchs und einige Freunde sind ebenfalls noch kinderlos.

Ich habe mich aber - warum auch immer - sehr für die Vorgänge Schwangerschaft & Geburt interessiert und durfte vor 12 Jahren mit einer Freundin in den Kreißsaal und dort die - zum Glück unkomplizierte - Geburt ihrer Tochter aus Sicht der Hebamme miterleben. Ich war vollkommen fasziniert von diesem Wunder und tief ergriffen.

Vor zwei Jahren, also ungefähr zum selben Zeitpunkt, als meine beste und gleichaltrige Freundin ihr erstes Kind bekam, machte ich mir dann zum ersten Mal Gedanken um meinen eigenen Kinderwunsch. Irgendwie war da zwar was, aber auch mit ganz viel Angst verbunden. Ich machte mir einen Kopf, weil mein Freund noch so jung ist und meine Zeit zum Kinderkriegen doch bald abläuft. Ich sprach meinen Freund an, der meinte aber, er fühle sich noch zu jung und ich könne doch noch locker mit 42 schwanger werden. Er hatte wohl zuviele Klatschzeitschriften gelesen, wo ja ständig irgendwelche Promis vermelden, mit Ü40 noch Kinder zu bekommen.
Ich erklärte meinem Freund dann, dass die Fruchtbarkeit bei der Frau mit (damals) Mitte 30 doch schon ziemlich nachlässt und wenn ich je Kinder haben will, dann müsste ich jetzt bald damit anfangen. Mein Freund meinte, er denke drüber nach, meinte aber stur, frühestens in 3 Jahren oder so.
Ich sagte ihm dann auf den Kopf zu, dass er sich schon bald darüber klar werden solle, ob er mich überhaupt als künftige Mutter seiner Kinder vorstellen kann, ansonsten habe es mit uns ja keinen Zweck und ich würde mich von ihm hingehalten fühlen.
Das prallte aber mehr oder weniger an ihm ab.

Für mich war die Sache im Prinzip damit auch erledigt. Ich hoffte zwar insgeheim immer darauf, dass er das Thema nochmal anspricht. Andererseits drängte es mich nicht wirklich dazu.

Im Frühjahr diesen Jahres nun erklärte er mir aus heiterem Himmel in angesäuseltem Kopf, dass er sich eingehend Gedanken gemacht hätte, ich solle im Dezember die Pille absetzen. Ich lachte ihn aus und sprach nicht mehr darüber, er auch nicht.

Vor 2 Wochen waren wir im Urlaub und hatten frohgelaunt am ersten Abend eine Flasche Wein intus, als er mir wiederum aus heiterem Himmel erklärte, ich solle "sofort alles absetzen" und wir sollten ein Baby bekommen. Er "sei zwar noch nicht so weit" , aber ich sei ja nunmal schon so alt und da er ja mit mir zusammenbleiben möchte, sollten wir das jetzt versuchen.

Ich freute mich zunächst total, war dann doch leicht geschockt und schmetterte das Ganze wieder wegen seiner Aussage, er sei noch nicht so weit, ab. Unter den Voraussetzungen will ich kein Kind. Er relativierte die Aussage zwar, von wegen, er wachse ja bestimmt da rein und ein Kind sei bestimmt schön usw.
Aber das hängt natürlich jetzt in meinem Kopf...

Ich habe schwer hin und her überlegt. Zufällig musste ich im Urlaub die letzte Pille der Packung nehmen. Ich beschloss, sie danach nicht mehr weiter zu nehmen, sie also tatsächlich abzusetzen.
Als es dann drum ging - letzte Woche Freitag -, bekam ich Riesenpanik und grübelte die ganze Nacht durch und kam zum Entschluss, doch die Pille weiter zu nehmen.
Ich teilte das meiner Freundin mit, die mich dann für verrückt erklärte und meinte, ich solle doch mal mehr Mut haben und jetzt mal wirklich an den Kinderwunsch rangehen, wann wenn nicht jetzt.

Es ist mir durchaus klar, dass es sehr schwierig wird, mit 39 überhaupt noch schwanger zu werden. Aber die Möglichkeit besteht immerhin, dass es wider Erwarten doch ganz schnell gehen kann...
Ich tue mir allgemein sehr sehr schwer mit Veränderungen. Am liebsten habe ich immer alles so wie es war und wage nicht gern Neues. Ich habe mich vor Kurzem auch noch für eine dreijährige Weiterbildung angemeldet, die nächste Woche anfängt, aber eigentlich habe ich überhaupt gar keine Lust dazu.
Mein Leben ist eigentlich außerhalb des Büros recht langweilig, zumindest für Außenstehende, da mein Freund und ich eher Stubenhocker sind. Natürlich habe ich Freunde mit denen ich mich treffe und mache etwas Sport, ich bin halt nicht so jemand, der ständig auf Achse sein muss.

Ich habe noch einmal mit meinem Freund über die ganze Sache gesprochen und er meinte, wir sollten es auf jeden Fall versuchen. Wenn es klappt, sei es gut, wenn nicht, auch. Mehr kommt zu dem Thema aber auch nicht mehr von ihm. Keine Ahnung ob das "typisch Mann" ist oder weil er nicht wirklich dahinter steht.

Wenn ich versuche, meine innere Stimme irgendwo raus zu hören, kommt leider nichts... Ich kann es mir halt so absolut gar nicht vorstellen, wie es wäre, ein Baby zu haben und wenn ich daran denke, habe ich eigentlich nichts als Angst und Bedenken. Einerseits denke ich, das klappt in meinem Alter und über 20 Jahre Pille genommen vielleicht eh nicht mehr. Dann wieder denke ich, um Himmels Willen, was da auf mich zukäme, größere Wohnung, ich kann nicht mehr arbeiten gehen, was wird aus der Weiterbildung, schaffe ich das nervlich überhaupt noch mit 40, was wenn unsere Beziehung an einem Kind zerbricht, ich will nicht alleinerziehend sein, usw. usw....

Ich fürchte mich auch daher mittlerweile fast davor, mit meinem Freund zu schlafen. Wir haben nach 4 Jahren eh kein so prickelndes Sexleben mehr wie am Anfang. Seit dem Urlaub ist dahingehend auch noch nichts passiert...

Ich weiß nun echt nicht, was ich eigentlich will. Ist mein Kinderwunsch überhaupt da und wenn ja, ist er vielleicht nur unter meine Riesenangst und den ganzen Bedenken begraben? Wie kann ich mir besser darüber klar werden? Ich neige sehr zum Grübeln und zerdenke mir wahrscheinlich alles. Wenn ich mit Freundinnen die Kinder haben rede, sagen die, klar, ist doch super, versuch auf jeden Fall, schwanger zu werden und sie glauben sogar zu wissen, dass ich ne gute Mutter werden kann... Eine meinte, dann käme ich auch mal von meiner Grüblerei weg und hätte eine sinnvolle Aufgabe; für sie sei ihr Kleiner jedenfalls die absolute Erfüllung.

So, sorry, ist ne sehr lange Geschichte geworden. Mir ist das halt alles gerade so durch den Kopf gegangen.
Klar weiß ich, dass mir niemand eine Entscheidung für oder gegen ein Kind abnehmen kann (es sei denn, die Natur), aber vielleicht hat jemand ne Anregung für mich...

Vielen Dank & Grüße
Sys70

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26. Oktober 2009 um 17:03

Hallo sys70
für mich hört sich das eher weniger nach dem problem kinderwunsch an, sondern eher nach einem beziehungsproblem.
seid ihr noch glücklich? bist du mit ihm glücklich?
ich meine nicht die gemeinsame wohnung, den gemütlichen fernsehabend, die regelmäßigkeit des alltags, die bequemlichkeit.
ich meine gespräche, zärtlichkeiten, geborgenheit., sich aufeinander freuen, sich tagsüber vermissen, wenn jeder woanders arbeitet.
seid ihr zusammen, weil es praktisch ist und miete spart? ist es noch liebe? ist es gewohnheit? oder willst du das wirklich so wie es jetzt ist? du schreibst, ihr seid ganz froh miteinander.... froh?

du schreibst, du hast angst alleinerziehend zu sein. du bist doch nicht allein, wenn er geht. du hast freunde, das kind hätte spielkameraden, es gibt kitas, mütterfrühstück, hilfen von ämtern ohne ende. und andere männer.

und wieso kannst du nicht mehr arbeiten?? du machst nur pause. du bist im öffentlichen dienst? wo ist das problem?

neue wohnung? warum denn nicht? weil du dann dein leben umkrempeln mußt? was tust du, wenn er geht? schließt du dich in deine wohnung ein und trauerst bis zum tod?

eine weiterbildung gibt es sicher auch noch in ein paar jahren, wenn das kind in eine kita gehen kann. wo wohnst du? stadt? dorf? gibt es die möglichkeit einer kinderbetreuung bei euch? kita? tagesmutter? informiere dich dort mal. laß dir die räume zeigen, in denen die krümelchen jeden tag liebevoll umsorgt werden. du bist keine schlechte mutter, wenn du dein kind betreuen läßt. damit gibst du ihm auch die chance, zu gleichaltrigen kontakte zu knüpfen. das kind lernt dadurch viele sachen schneller und du hast kontakt zu anderen mamas und wirst auch da wieder neue freunde finden.

weder mit noch ohne kind hast du die garantie auf eine lebenslange partnerschaft mit einem einzigen partner. es kann dir mit und ohne kind passieren, daß er es sich anders überlegt. oder du. vielleicht brichst auch du eines tages aus und änderst dein leben. warum nicht. wir haben nur eins davon.

ich habe das auch getan. bin ausgebrochen. beziehung langweilig. alles vorgeplant bis zur rente. kein

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26. Oktober 2009 um 17:11

Fortsetzung sinngemäß, weil text weg
sorry, der text war weg. die hälfte fehlt.
ich wollte sagen:

kein "leben" , nur funktionieren. zusammenbleiben wegen der kinder. irgendwann gings nicht mehr und ich bin ausgebrochen. es war die beste entscheidung meines lebens.
die kinder habe ich mit 23 und 28 bekommen, jeweils unpassend zu beginn und am ende des studiums. es regelt sich aber alles.
jetzt bin ich 41, seit 6 jahren glücklich und nun haben wir uns für ein gemeinsames kind entschieden. (wir üben noch)

es ist nie der richtige zeitpunkt für ein kind, aber vielleicht ist er der falsche mann?

entschuldige meine direkte art. ich will dir nicht zu nahe treten, aber ich denke, du suchst offene worte, sonst hättest du hier nicht gepostet.

laß mich wissen, wie du dich entscheidest.
LG red303

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30. Oktober 2009 um 9:47

Danke...
Vielen Dank für Eure Antworten! Ich konnte den ein oder anderen Denkanstoß daraus gewinnen.

Zu meinem Freund muss ich sagen, dass ich das mit "sehr froh" wohl zu salopp ausgedrückt habe. Natürlich liebe ich ihn sehr und bin sehr froh, ihn zu haben und bin bis auf vermutlich übliche kleine Auseinandersetzungen schon glücklich mit ihm. Und dass man nach vier Jahren nicht mehr das Sexleben aus der Anfangszeit führt und sich allgemein Gewohnheit einschleicht, ist mir auch völlig klar...
Jemandem zum Mietezahlen brauche ich ganz sicher nicht und im Prinzip komme ich auch ohne Mann im Haus sehr gut klar

Ich denke, mir sind die letzte Zeit ein paar Dinge zuviel zusammengekommen, z. B. dass ich mir vermehrt Sorgen um meine alt werdenden Eltern mache (69 und 71); mein Vater ist vor 2 Jahren urplötzlich an Epilepsie erkrankt (nur nächtliche schwere Anfälle) und meine Mutter am Rande ihrer Kräfte; sie wurde Anf. d. Jahres auch schon mit Verdacht auf Schlaganfall ins KH eingeliefert, war zum Glück aber was Harmloses mit ähnlichen Symphtomen.

Beide sind schon noch gut in der Lage, sich selbst zu versorgen, aber es herrscht halt überwiegend negative Stimmung dort. Damit muss ich auch klar kommen, denn man schüttelt das ja nicht einfach so aus den Klamotten raus sondern trägt die Sorgen auch mit ins eigene Leben & Beziehung.

Außerdem habe ich wegen und durch meine Eltern starke Ängste und neige zu Depressionen. Bin allerdings deswegen auch schon länger in therapeutischer Behandlung.

Dann die Entscheidung, ob ich wirklich noch ein Kind kriegen soll und die Anmeldung zur Weiterbildung. War mir irgendwie zuviel alles...

Wenn ich mal so richtig "in mich" gehe, ist da schon ein leiser Gedanke, doch gern ein Kind zu bekommen. Aber der ist ummantelt von vielen großen Ängsten. - Werde ich überhaupt noch schwanger, werde ich eine schlimme Schwangerschaft haben, was wenn ich postnatale Depressionen bekomme und das Kind ablehne oder es ein Schreikind wird, kann ich überhaupt eine gute Mutter sein, wird meine Partnerschaft ein Kind "überstehen" etc. etc.
Ich weiß, ich mache mir viel zuviel Gedanken. Eigentlich weiß ich alles, aber ich finde den Weg manchmal zu dem Richtigen nicht...

Ich habe mich jetzt jedenfalls für die Weiterbildung entschlossen, habe auch bereits den ersten Tag hinter mir (1x/Woche), fand es gar nicht so schlimm und außerdem glaube ich, lenkt mich das von meiner ewigen Grüblerei ab, ich denke, ich habe manchmal auch einfach zuviel Zeit zum Nachdenken

Alles andere wird sich so oder so ergeben...

Herzliche Grüße
Sys70

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30. Oktober 2009 um 17:11
In Antwort auf dania_12758710

Danke...
Vielen Dank für Eure Antworten! Ich konnte den ein oder anderen Denkanstoß daraus gewinnen.

Zu meinem Freund muss ich sagen, dass ich das mit "sehr froh" wohl zu salopp ausgedrückt habe. Natürlich liebe ich ihn sehr und bin sehr froh, ihn zu haben und bin bis auf vermutlich übliche kleine Auseinandersetzungen schon glücklich mit ihm. Und dass man nach vier Jahren nicht mehr das Sexleben aus der Anfangszeit führt und sich allgemein Gewohnheit einschleicht, ist mir auch völlig klar...
Jemandem zum Mietezahlen brauche ich ganz sicher nicht und im Prinzip komme ich auch ohne Mann im Haus sehr gut klar

Ich denke, mir sind die letzte Zeit ein paar Dinge zuviel zusammengekommen, z. B. dass ich mir vermehrt Sorgen um meine alt werdenden Eltern mache (69 und 71); mein Vater ist vor 2 Jahren urplötzlich an Epilepsie erkrankt (nur nächtliche schwere Anfälle) und meine Mutter am Rande ihrer Kräfte; sie wurde Anf. d. Jahres auch schon mit Verdacht auf Schlaganfall ins KH eingeliefert, war zum Glück aber was Harmloses mit ähnlichen Symphtomen.

Beide sind schon noch gut in der Lage, sich selbst zu versorgen, aber es herrscht halt überwiegend negative Stimmung dort. Damit muss ich auch klar kommen, denn man schüttelt das ja nicht einfach so aus den Klamotten raus sondern trägt die Sorgen auch mit ins eigene Leben & Beziehung.

Außerdem habe ich wegen und durch meine Eltern starke Ängste und neige zu Depressionen. Bin allerdings deswegen auch schon länger in therapeutischer Behandlung.

Dann die Entscheidung, ob ich wirklich noch ein Kind kriegen soll und die Anmeldung zur Weiterbildung. War mir irgendwie zuviel alles...

Wenn ich mal so richtig "in mich" gehe, ist da schon ein leiser Gedanke, doch gern ein Kind zu bekommen. Aber der ist ummantelt von vielen großen Ängsten. - Werde ich überhaupt noch schwanger, werde ich eine schlimme Schwangerschaft haben, was wenn ich postnatale Depressionen bekomme und das Kind ablehne oder es ein Schreikind wird, kann ich überhaupt eine gute Mutter sein, wird meine Partnerschaft ein Kind "überstehen" etc. etc.
Ich weiß, ich mache mir viel zuviel Gedanken. Eigentlich weiß ich alles, aber ich finde den Weg manchmal zu dem Richtigen nicht...

Ich habe mich jetzt jedenfalls für die Weiterbildung entschlossen, habe auch bereits den ersten Tag hinter mir (1x/Woche), fand es gar nicht so schlimm und außerdem glaube ich, lenkt mich das von meiner ewigen Grüblerei ab, ich denke, ich habe manchmal auch einfach zuviel Zeit zum Nachdenken

Alles andere wird sich so oder so ergeben...

Herzliche Grüße
Sys70

Na, daß hört sich doch schon besser an...
...als dein erster beitrag.
vielleicht ist es wirklich am besten, du lebst weiter, wie vorher und machst dir gar nicht so viele gedanken. die ängste vor schwangerschaftsproblemen, schreikindern, gesundheitlichen und partnerschaftsproblemen hat sicher jeder irgendwie.
versuch, dir einen positiven ausgleich zu den problemen deiner familie zu suchen, dann wird das schon.
alles gute

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31. Oktober 2009 um 13:16

Abnabeln...
von meinen Eltern ist wirklich ein sehr großes Problem für mich, bahia 198, da hast Du den Nagel wohl auf den Kopf getroffen. Ob das was mit den 80ern zu tun hat, weiß ich nicht kann schon sein, dass man da irgendwie hängen geblieben ist. Ich fühle mich auch nicht wie 39, eher 10 Jahre weniger...
Bei mir ist es hauptsächlich meine Mutter, von der ich mich befreien muss, weil sie wohl ziemlich viel unbewusst bei meiner Erziehung falsch gemacht hat. Bin ja Einzelkind, wurde überbehütet aber nicht verwöhnt und meine Mutter hat mir immer das Gefühl gegeben, dass ich keine Existenzgrundlage mehr habe, wenn meine Eltern tot sind.
Es würde jetzt den Rahmen hier sprengen, wenn ich darauf noch näher eingehe... jedenfalls ist dieses Problem durch das Altern meiner Eltern nach oben geschwappt und ich habe einiges daran zu kauen.
Meine Freundin, die ein ähnlich seltsames Elternhaus hatte, meinte, durch die Geburt ihres Kindes vor zwei Jahren sei sie erst tatsächlich erwachsen geworden.
Ich mache mir wahrscheinlich auch so viele Gedanken, weil ich Angst habe, genau wie meine Mutter zu werden.
Meine Mutter war ein paar Jahre die Woche über allein mit mir, da mein Vater auf Montage arbeitete und nur am Wochenend heim kam.
Ihre Überforderung und Frust ließ sie schlagenderweise an mir aus. Und auch sonst gab es Zuckerbrot und Peitsche von ihr, aber nie Liebesbeweise oder Umarmungen usw. Meine Mutter hat mich wohl nur als Baby im Arm gehalten...

Ich stelle an mir viele negative Eigenschaften von meiner Mutter fest, je älter ich werde... Allerdings auch die seltsamen Seiten meines Vaters. Da meine Eltern sich wohl besser nie zusammengetan hätten, da es bis heute nicht zwischen ihnen passt, kann man sich viell. vorstellen, was für ein Krieg ab und zu in mir tobt.
Wie gesagt, das ist auch etwas, was mich den Kinderwunsch wohl unterdrücken lässt bzw. dass ich mir das lieber zweimal überlege, bevor ich auch so ein "Psychokind" heranziehe wie ich es war bzw. bin...
Vielleicht hats ja auch sein Gutes, dass der ganze Müll nach oben schwimmt und ich kriege es künftig besser auf die Reihe...

VIELEN Dank & liebe Grüße
Sys70

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31. Oktober 2009 um 13:55

Liebe Sabine,
vielen Dank für Deine Antwort, gut zu sehen, dass nicht nur ich immer lange "Romane" schreibe
Deine Erzählungen haben mich sehr berührt.
Zunächst möchte ich Dir sagen, dass es mir sehr leid tut, dass Du eine Fehlgeburt hattest und ich für Dich bzw. Euch hoffe, Dein Wunsch nach einem Kind erfüllt sich noch.

Dass ich mein eigenes Leben leben muss und in erster Linie meine Bedürfnisse beachten, habe ich wohl noch nicht so ganz realisiert. Vielleicht habe ich auch verlernt, in mich reinzuhören.
Du hast geschrieben, Deine Mutter hat Dich gewarnt, in dem "Alter" noch ein Kind zu bekommen wegen der Belastung, Nerven, usw. und dass sie sich nicht mehr das Kinderhüten zutraut.
Das hätte 1 zu 1 von meiner Mutter kommen können... Natürlich habe ich mit meiner Mutter nicht über meine Gedanken gesprochen. Wie ich meine Mutter kenne, kommen dazu sowieso nur negative Kommentare. Von wegen du hast sie nicht mehr alle, in dem Alter, viel zu spät, ich passe nicht auf das Kind auf, kann das nicht mehr, etc.
Das Schlimme daran ist, meine Mutter meint es nicht mal böse... sondern will mich nur vor Schaden bewahren. Naja, ich hab eben schon eine andere Antwort geschrieben, wo ich näher auf das Verhältnis bes. zu meiner Mutter eingegangen bin, spare mir das hier. Sie hat immer noch einen recht starken Einfluss auf mich und erzählt mir eigentlich immer nur, wie schlecht die Welt und die Menschen sind. Das rührt aus ihrer eigenen Unzufriedenheit mit ihrem Leben. Ich versuche dann zwar meistens, dicht zu machen aber irgendwas bleibt immer hängen und verunsichert mich. Oft schreie ich sie auch an und fahre unverzüglich wieder nach Hause, auch wenn ich gerade erst 5 Minuten zu Besuch war. Worunter dann mein Vater leidet, da er sich schon sehr freut, wenn ich zu Besuch komme. Dann habe ich wieder ein schlechtes Gewissen. Ich fahre 1-2x die Woche zu meinen Eltern, sie wohnen nur 8 Min. Autofahrt von mir entfernt. Habe auch deswegen ein schlechtes Gewissen, weil ich nicht so oft hin fahre.
Es ist halt oft so negativ, wenn ich Pech habe, ätzt meine Mutter über andere oder über meinen Vater oder erzählt mir, wie schlimm sie es doch im Leben getroffen hätte und wie geplagt sie sei mit dem Altern.
Wenn ich Glück habe, ist sie ganz gut drauf und wir plaudern. Leider weiß ich vorher nie, was mich erwartet...
Manchmal komme ich mir auch so vor, als ob meine Mutter in mir noch die naive 15-jährige sieht, die keine Ahnung hat und die es vor der bösen Welt zu warnen gilt

Ich muss jetzt halt versuchen, den Draht zu mir wieder auszugraben und reinzuhorchen.

So, ich möchte nochmal allen hier danken, die mir geantwortet haben. Ich fühle mich in diesem Forum wirklich gut aufgehoben und bin nicht mehr so durcheinander wie noch bei meinem ersten Eintrag. Es tut gut, sich hier auszutauschen!

Viele liebe Grüße
Sys70

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11. Dezember 2009 um 11:26

...
Hallo Sys70,

habe eben ganz gespannt deinen Beitrag gelesen und dabei so einige Gemeinsamkeiten festgestellt.
Ich bin 36J., mein Freund ist 30. Wir sind jetzt fast 2 Jahre zusammen. Bisher hatte sich in meinem Leben nie der richtige Zeitpunkt ergeben Kinder zu bekommen. Irgendwas hat immer nicht gestimmt, Beziehung ohne Zukunft, Angst vor dem was mich erwarten würde, Job u.s.w Das ging sogar so weit, das ich in den letzten Jahren, wenn ich auf Kinder angesprochen wurde, gesagt habe das ich keine will - obwohl das gar nicht stimmt!

Ich bin auch ein Mensch der sehr sehr viel grübelt!!! Und das was du geschrieben hast, das du keine Veränderungen magst ist bei mir genauso. Ich empfinde Veränderungen in meinem Leben als der absolute Horror, das geht mir teilweise mit Kleinigkeiten schon so, kann kein Aussenstehender verstehen, was das für mich für ein Gefühl ist.

Wie du auch geschrieben hast, war ich mir manchmal sicher Kinder zu wollen, dann gab es wieder Momente in denen ich dachte es ist gut keine zu haben. Ich glaube ich hatte auch immer Angst vor dem was mich erwartet, aber ich glaube ganz tief drinnen habe ich mir schon immer Kinder gewünscht.

Auch jetzt sind die Umstände eigentlich wieder nicht so wie ich es mir immer gewünscht hätte.... Mein Freund und ich lieben uns zwar, aber wir führen alles andere als eine harmonische Beziehung. Wir streiten viel....oft ...nein eigentlich immer, haben wir verschiedene Ansichten - kommt vielleicht auch durch den Altersunterschied. Er wurde gerade an den Bandscheiben operiert - soll jetzt eine Umschulung machen - also kein wirkliches Einkommen!!! Ich arbeite in einer öffentlichen Verwaltung, verdiene eigentlich nicht so schlecht. Grübeleien....würde das finanziell irgendwie hinhauen? Aber so langsam habe ich das Gefühl es gibt gar keinen richtigen oder falschen Zeitpunkt ein Kind zu bekommen. Schlimmer finde ich im Moment den Gedanken, mit 42 oder 43, mitten in den Wechseljahren festzustellen, das ich dumm war und keine Kinder bekommen habe weil ich immer der Meinung gewesen wäre, das es nicht der richtige Zeitpunkt war. Mein Freund ist jünger, er könnte sich einfach ne andere Frau suchen und jederzeit totzdem noch Vater werden, aber meine Chance wäre unwiderruflich vertan.

Wenn mein Freund den Kinderwunsch nicht mit mir teilen würde, hätte ich mir glaube ich was einfallen lassen müssen - hätte mich getrennt oder oder oder....
Stelldir mal vor du würdest jetzt deinem Freund zuliebe auf Kinder verzichten. In ein paar Jahren wirst du keine mehr bekommen können. Hätte er in ein paar Jahren dann plötzlich einen Kinderwunsch, du kannst ihm keins mehr schenken, würde er dann auch auf seinen Kinderwunsch verzichten oder würde er sich ne andere Frau suchen mit der er Kinder haben kann??

Ich bin zu dem Entschluss gekommen, das ich schon viel zuviele Jahre mit grübeln verschenkt habe! Ich habe Angst davor es irgendwann zu bereuen das ich es nicht getan habe!

Seit Juni sind wir fleißig am basteln, nächsten Zyklus nehme ich Clom Hexal, vielleicht klappt es ja dann

Sorry für den suuuuuperlangen Text!!!!

Vielleicht hat es dir ein bißchen geholfen das es noch so ne "Irre" wie dich gibt

LG

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