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Vaterschaft und Unterhalt bei Samenspende

30. Mai 2017 um 23:48

Eine etwas verzwickte Situation. Ich habe vor 8 Jahren über dieses Forum ein Paar mit Kinderwunsch kennen gelernt, wo der Mann zeugungsunfähig ist. Ich habe als Samenspender zweimal ausgeholfen, der Ehemann hat mich damals auch persönlich kennen gelernt. Da die beiden verheiratet waren ist er der rechtmäßige Vater. Die Kinder sind mittlerweile 5 und 7 Jahre alt, die Ehe ist jedoch nun gescheitert und die Scheidung läuft. Ich habe mich nun mit der Mutter und den Kindern zusammen getan und wir sind eine glückliche Famile. Da die Mutter gerne das alleinige Sorgerecht hätte, hat ihre Anwältin einen Vorschlag gemacht, den der Noch- Ehemann auch angenommen hat. Er hat vor Gericht jetzt die Vaterschaft angefochten, mit der Begründung er hätte erst im Januar 2016 davon erfahren, dass er nicht der leibliche Vater ist (Einhaltung der 2 Jahres Frist). Meine neue Lebensgefährtin soll dies nun offiziell bestätigen, womit sie dann das alleinige Sorgerecht bekäme.
Nun habe ich ihr aber gesagt, dass sie dies nicht tun darf, da ihr Noch-Ehemann theoretisch den bisher gezahlten Unterhalt zurückfordern kann. Er wohnt und arbeitet nämlich seit Beginn der Ehe in einer anderen Stadt, kam nur etwa alle 2 Wochen für das Wochenende zu Frau und Kindern und hatte monatlich 500 Euro als "Unterhalt" gezahlt.
Selbst wenn er jetzt verspricht keinen Unterhalt zurück zu fordern, wie kann ich /wir das ausschließen?

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31. Mai 2017 um 11:04

Hat deine Freundin das nicht schriftlich festgehalten? Dich als Samenspender von jeglicher Verpflichtung freigesprochen und mit ihrem Ehemann ein schriftliches Abkommen, dass eine Samenspende für beide okay und gewollt ist? Wenn ihr das schriftlich habt, dann gibt es daran eigentlich nichts zu rütteln und der Ehemann kann die Vaterschaft gar nicht einfach anfechten, immerhin war er ja mit der Fremdzeugung einverstanden. Wenn ihr gar nichts schriftlich habt, auch du nicht, dann kommen natürlich größere Hürden auf euch zu.

- Ihr müsstet irgendwie glaubhaft klar machen, dass der Ehemann von der Samenspende wusste und einverstanden war. Er kann sich nicht einfach so aus der Verantwortung stehlen, nur weil die Kinder nicht seine Gene tragen und jetzt die Scheidung läuft. Er hat die Kinder ja immerhin genauso gewollt und wusste von der Samenspende. Ihm wurde nichts untergejubelt.

- Wenn ihr aber freiwillig einer Anfechtung der Vaterschaft zustimmt, dann kommst du aktiv ins Spiel - du bist dann als leiblicher Vater zur Anerkennung der Vaterschaft gezwungen und damit auch zur Zahlung von Unterhalt. Zumindest die geleisteten Zahlungen vom Ehemann müsstest du dann statt ihm zahlen, womit du erstmal fett Schulden hättest. Weiterhin wärst du dann auch zu Unterhalt verpflichtet, wenn das mit dir und dieser Frau scheitert.

Die Seite hat somit zwei Medaillien. Klar könnt ihr die Anfechtung der Vaterschaft aktiv unterstützen, um das alleinige Sorgerecht zu bekommen. Aber damit sind dann wieder ganz andere Verpflichtungen verbunden, da die Kinder einen offiziellen Vater brauchen. Und wenn gerichtlich nachgewiesen wird, dass du der Vater bist (passiert im Zuge des Anfechtungsverfahrens), dann musst du die Vaterschaft anerkennen und eben Unterhalt zahlen. Zumindest die aufgelaufenen Zahlungen, die der Ehemann zurück fordert und sobald das mit euch scheitert.

Ich persönlich würde mir das gut überlegen. Das alleinige Sorgerecht kann man auch anders bekommen. Und ich finde es nicht richtig, dass der Ehemann nun seine gewollten (!) Kinder ignoriert, nur weil es mit der Frau aus ist. Er ist zwar nicht der leibliche Vater, aber das ist er bei einer Adoption auch nicht. Trotzdem kann er die Kinder nicht einfach entsorgen, weil es mit der Frau nicht mehr läuft. Ich würde ihn da nicht aus der Verpflichtung lassen und nachweisen, dass er die Kinder genauso wollte und von der Samenspende wusste. Zumal die Kinder ihn als Vater sehen, da sie ja die ersten wichtigen Jahre, wo Bindung und Prägung stattfindet, mit ihm aufgewachsen sind. Und nun sollen sie plötzlich offiziell einen anderen Vater präsentiert bekommen? Mit sämtlichen rechtlichen Hürden? Nein, finde ich falsch. Denn auch ihr könntet euch irgendwann mal trennen. Und dann? Bekommen die Kinder wieder einen neuen Mann vorgesetzt, weil du ja nur ein Samenspender warst und alle Beteiligten davon wussten? Bitte nicht.

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31. Mai 2017 um 18:18

Ich würde sagen, dass Ihr diese Fragen mit einem Anwalt klären müsst.

 

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