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Unsicherheit...

22. Februar 2013 um 17:54

Ich weiß seit Donnerstag nun sicher vom Arzt das ich in der 5. Woche schwanger bin.
Nun stehe ich in einem schweren Konflikt.

Kurz die Lage meiner persönlichen Umstände:

Ich werde in 1,5 Monaten 18.
Ich musste letztes Jahr aufgrund eines Motorradunfalles meine Ausbildung abbrechen. (Hab also seit Ende diesen Januars keine Ausbildung mehr)
Bin nun auf Ausbildungs suche für Augst. Bin auch sehr zuversichtlich gewesen bis jetzt.
Wohne seit dem ich 16 bin in einer eigenen Wohnung die ich durch meine Ausbildungsvergüttung bezahlt habe.
Sie ist 53 qm groß, 2 Zimmer, aber schlecht geschnitten für ein Kind und auch in keiner all zu guten Lage.
Bekomme nun ALG II.
Bin von der persön her schon sehr selbstständig, zutrauen tue ich es mir schon.


Mein Freund ist 24.
Arbeitet in Vollzeit. Hat Abitur, abgeschlossene Ausbildung und die nächsten 3 Jahre noch 100% seinen Beruf sicher.
Hat ein durchschnittliches Nettoeinkommen.
Hört sich soweit ja recht gut an... nur:
Er arbeitet bei der Bundeswehr.
Er möchte Juli-Dezember in den Einsatz nach Afghanistan gehen. Vorallem wegen dem Geld. Also aus diesem Grund erst Recht, wenn ich das Kind behalten würde.
Es sind zur Zeit Umstrukturierungen im Gange. Heißt: wenn er wieder kommt, kann es sein, dass er auf einmal in einem ganz anderen Bundesland arbeiten muss. Familien werden jedoch in dieser Planung bevorzugt.
Er hat in einer sehr sehr schönen Wohngegend eine 2 Zimmer Wohnung die auch so etwa 60 qm hat und die gut geschnitten ist.
Er ist auch schon sehr reif und zutrauen würde ich es ihm alle male.

Nun meine Probleme:
Ich weiß nicht ob ich es behalten soll.
Als ich es zuerst erfahren hatte durch einen Schwangerschaftstest am Dienstag, war ich komplett für eine Abtreibung. Mitlerweile weiß ich es garnicht mehr. Ich bin eigentlich eher gegen einen Abbruch umso mehr ich mich Informiere.
Ich habe eine gespaltene Gebärmutter und eine Hormonüberpoduktion, mir wurde oft gesagt (von verschiedenen Ärzten), dass es mir fast unmöglich sei Schwanger zu werden (Pille nahm ich trotzdem, immer 3 Monate durch, Regelschmerzen bekam ich trotzdem und habe dann wohl mal 1/2 erbrochen, habe sehr starke Regelbeschwerden, dass es jetzt wohl doch dazu gekommen ist).
Dieser Fakt und die Fakten darüber, dass ein Fehl-, Tod- und Frühgeburten Risiko steigt, hält mich natürlich auch von einem Abbruch ab.
Kinderwunsch haben er und ich eigentlich, aber nicht schon jetzt!

Unterstützung von Familie und Freunden... ist so ne Sache.
Meine Familie Väterlicher Seits würde mich komplett unterstützen, würden sich auch freuen, wenn ich es behalte. Wohnen aber ca 300km von mir entfernt.

Meine Familie Mütterlicherseits... also meine Mutter und ihre Verwandtschaft weiß es noch nicht. Aber ich weiß, das ich von ihnen nicht die wirkliche Unterstützung erhalten würde. Finanziell vielleicht ein wenig. Mehr aber auch nicht. Falls meine Mutter nicht gleich den Kontackt zu mir abbricht, wenn sie es erfährt. Sie wohnt aber gleich um die Ecke von meinem Freund.

Seine Eltern, würden denke ich mal helfen so weit sie können.

Meine beste Freundin zieht leider weg ende des Jahres. Aber ich habe mal 3 Monate bei ihr und ihrer Mutter gewohnt. Habe dadurch einen guten draht zu ihrer Mutter. Sie unterstützt mich bestimmt gerne... aber ich erwarte das natürlich nicht unbedingt von ihr und möchte es auch nicht so oft in Anspruch nehmen.... Ist ja nicht meine Mutter...

Ich habe mich leider auf 2 Jahre auf meine Wohnung gebunden... diese wird dann ja aber sinnlos, da ich zu meinen Freund ziehen würde... Die Kosten sind viel zu hoch mit 2 Wohnungen...dürfte jedem hier aber klar sein... Ist dies ein außerordentlicher Kündigungsgrund?

Mein aller aller größtes Problem ist aber die Ausbildungssuche/findung. Das ist mein größtes und wichtigstes Argument gegen das Kind.
18...abgebrochene Ausbildung und Kind? Wer nimmt so jemanden denn?
Ich habe es sowieso schon schwer in der Kfz Branche als Frau... Aber die Mechatronik ist nunmal mein Traumberuf. Und ich würde das Kind genau dann bekommen, wenn die Ausbildung anfangen würde! Noch ein Jahr warten? 1,5 Jahre 'auf dem Arsch sitzen'....?
1. Absolut nicht meins
2. Wer nimmt mich denn dann noch?
Ich möchte keine Mutter ohne Ausbildung sein! Selbst wenn mein Freund Millionär wäre, ich fühle mich wie 'Nichts' wenn ich mich nicht um mich selbst kümmern kann! Außerdem macht es mir extrem Spaß zu Arbeiten... Aber die Vorteile einer Ausbildung muss ich ja nun auch nicht hier reinschreiben.

Und wo ich noch nicht weiß, ob ich darauf verzichten möchte nun schon:
Traume, die ohne Kind wohl besser verwirklichbar sind.
Ein Motorrad. Reisen mit diesem durch Europa...
Mal in den Regenwald auf Expedition gehen...
Mein Freund möchte auch ein eigenes Motorrad...
Weltreisen... Alleine mit Freunden mal ne Woche wegfliegen. In den Urlaub fliegen zu zweit mit Partner...
Eben diese Luxusprobleme.

Was für dieses Kind spricht aus meiner persönlichen Sicht...
Eigentlich dachte ich ich könnte nicht schwanger werden und nun ist es doch passiert.
Ich möchte kein Leben töten... Ich spüre es so stark schon. Wie sich an meinen Körper etwas verändert. Diese Übelkeit, Sodbrennen, Bauchschmerzen. Ich merke doch das da etwas in mir ist! Und ich habe ja auch schon dieses Ultraschallbild bekommen. Auch wenn man kaum etwas sieht...es ist ja da!
Man bekommt Förderungen vom Amt. Erstaustattung. Besondere Hilfe bei der Ausbildungsfindung (auch Halbtagsausbildungen)... Ein Kind kann einem so viele Freuden bereiten. Wundervolle, unvergessliche Momente...


Diese Stimmungsschwankungen machen mich Wahnsinnig!
Erst denke ich: Ich will es! Es wird alles gut. Man unterstüzt mich...um eine Ausbildung zu finden bin ich auch klug genug. Ich könnte dem Kind auch etwas Bieten! Ihm würde es gut gehen.
etc...
und dann 5 Minuten Später:
Ich will kein Kind! Nicht schon jetzt! Ich kann mich doch nicht steuern lassen von Hormonen die mir gerade den Kopf verdrehen! WGT...meine Modelkarriere, mein Motorrad

und sowas... diese Luxusprobleme eben.

Auf was soll ich hören? Wo werde ich unglücklicher?
Wenn ich ein Kind töte oder wenn ich mein eigenes Leben einschränke?
Jetzt das Leben genießen und später ein Kind bekommen? Und dafür evtl. erstmal in Depressionen fallen, in jeder nächsten Schwangerschaft daran erinnert werden?
Oder es jetzt bekommen? Mich erstmal einschränken...mich damit arrangieren. Das Leben von meinen Freund auch so extrem einschränken, einfach nur weil ich vllt zu schwach bin es abzutreiben?

Was sind Eure Meinungen?

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22. Februar 2013 um 18:13

Beratungsstellen
Ich habe mich ja bereits an Kompetente Stellen gewant (Telefonisch), jedoch habe ich das gefühl, das diese Beratungsstellen sich prinzipiell für das Kind entscheiden und ich somit keine Objektive Meinung bekomme.

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22. Februar 2013 um 22:08

Also
Wenn Du ein Kind grossziehst, sitzt Du nicht auf'm Arsch. Viele Frauen glauben, dass weder Haushalt noch Kindererziehung irgendwas zählt. Woher kommt das? Nur, weil er nicht bezahlt ist? Dabei ist doch dies einer der wichtigsten Jobs auf der Welt. Mütter ziehen die nächste Generation gross, ohne die nichts mehr auf der Welt funktionieren würde.

Für Wohnungen kannst Du doch einen Nachmieter suchen, wenn Du an einen Vertrag gebunden bist. Dann solltest Du doch ausziehen können.

Du bist 18, nicht 40. Du hast Deine Ausbildung nicht aus Unlust abgebrochen, sondern weil Du einen Unfall hattest. Ich sehe nicht, warum Du deshalb schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt hättest. Ok, Du hättest ein Kind, aber immerhin hast Du es schon, während andere noch Mutterschaftsurlaub vor sich haben, hast Du den schon hinter Dir.

Und glaub mir, ein Kind verändert die persönlichen Wertvorstellungen ziemlich. Modelkarriere, Motorrad, ich bitte Dich. Das erste ist ziemlich vergänglich, das zweite gefährlich. Was bringt Dir das für's Leben? Ich habe auch erst durch meine Kinder gelernt, was wirklich zählt. Alles, was mir vorher unheimlich wichtig war, ist jetzt ziemlich belanglos. Du schränkst Dein Leben nicht wirklich ein, es wird nur anders, und meiner Meinung nach besser. Ich denke, das wäre bei Dir auch so, wenn Du Kinder nicht total ablehnst oder massive Karriereziele hast.

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22. Februar 2013 um 22:33
In Antwort auf monat_12746403

Beratungsstellen
Ich habe mich ja bereits an Kompetente Stellen gewant (Telefonisch), jedoch habe ich das gefühl, das diese Beratungsstellen sich prinzipiell für das Kind entscheiden und ich somit keine Objektive Meinung bekomme.

Eine objektive Meinung
ist halt schwierig zu geben, da es immer eine höchst persönliche Entscheidung der Frau/des Paares ist, weswegen ich auch die "Beratungspflicht" für absurd und einen Eingriff in das Persönlichkeitsrecht halte. Bei keiner anderen Entscheidung im Leben wird einem eine "Beratungspflicht" aufs Auge gedrückt.

Ich kann dir auch nur soviel sagen:

Wenn du dich für einen Abbruch entscheidest tötest du kein Kind und bist auch nicht egoistisch. Dann bist du eben noch nicht bereit für ein Kind.

"Logisch" betrachtet würde ich vielleicht das Kind bekommen, da es aufgrund deiner Physiologie wohl nicht so einfach ist schwanger zu werden und wenn du generell einen Kinderwusch hast und nicht gar keine Kinder willst (soll es ja geben und das ist auch keinesfalls egoistisch) würde ich mir sagen "ok, dann halt jetzt...mache ich halt eine Ausbildung wenn das Kind in die Kita kann"). Aber wie gesagt, daß ist eine recht rationale Betrachtung "so aus der Ferne".

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23. Februar 2013 um 16:51

Was ich wohl machen würde...
Ich glaube, wäre ich an deiner Stelle, würde ich das Kind wohl behalten... Die Unsicherheit ob ich überhaupt jemals wieder schwanger werden kann, würden bei mir wahrscheinlich alle rein objektiven Standpunkte in den Hintergrund drängen... die Ausbildung, das weitere Leben, die Finanzen...
Und du siehst den Embryo ja schon als Menschen, eine Abtreibung würde dir mit fast 100%er Sicherheit enorm zusetzen... nicht unbeding physisch, sondern eher psychisch...

Was den Mietvertrag angeht, würde ich erstmal das Gespräch mit dem Vermieter suchen. Du würdest ja in finanzielle Schwierigkeiten kommen und könntest vllt die Miete dann nichtmal mehr zahlen. Das kann ja nicht im Interesse des Vermieters sein. Möglicherweise könnt ihr euch hier einigen und er entlässt dich eher aus dem Mietvertrag...

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