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Unsere Tochter ist da Mein Geburtsbericht

29. Januar 2011 um 14:40


Es war am Sonntag, den 16.01.2011. Seit langem fühlte ich mich mal wieder gut, es war warm draußen. Also gingen mein Mann und ich am Nachmittag draußen spazieren. Gegen 16:00 Uhr war ich dann auf Toilette und sah, dass der Schleimpfropf abgegangen war. Ich sage noch scherzhaft zu meinem Mann, dass es jetzt wohl bald losgeht. Dann gegen ca. 18:00 Uhr die ersten Bauchschmerzen. Naja, Schmerzen kann man es nicht nennen. Es fühlte sich eher an, wie die Schmerzen bei Durchfall und waren eher unregelmäßig. Ich hielt es für Senkwehen und dachte mir nichts dabei. Kochte sogar noch Abendessen, wusch noch Wäsche. Später wurden die Schmerzen regelmäßiger, kamen so alle 30 Minuten. Mein Mann rief dann die Hebamme an. Ich wollte es eigentlich nicht, da meine Hebamme, die ich vorher hatte, gemeint hat, dass ich nicht anrufen brauch, bevor die Wehen nicht alle 5 Minuten kommen.

Doch mein Mann bestand darauf und gegen 22:30 war die Hebamme dann da. Es folgte CTG, auch sie hielt es erst für Vorwehen. Doch als sie mich untersuchte, dann der Schock. Mumu schon 8 cm offen, Fruchtblase noch intakt. Wir verabredeten, dass wir noch bis zum 17. in der Früh warten, dann bekäme ich einen Einlauf, um die Wehen anzukurbeln und dann würden wir ins Geburtshaus zum entbinden fahren. Gesagt getan. Die Hebamme war gegen 07.00 Uhr da, verpasste mir einen Einlauf. Danach Fahrt ins Geburtshaus. Dort durfte ich erst mal in eine schöne, große Badewanne mit wehenanregenden Ölen. Jedoch tat sich nichts. Keine Wehen mehr, nicht mal eine leichte Vorwehe wehte vorbei. NICHTS. Da die Herztöne gut und kräftig waren, entschieden wir uns noch mal nach Hause zu fahren und am nächsten Tag mit einem Rizinuscocktail einzuleiten. Auf der Fahrt nach Hause wurden die Schmerzen wieder stärker. Gingen auch den ganzen Tag nicht mehr weg, gegen Mitternacht hielt ich es nicht mehr aus. Wieder kam meine Hebamme. Mumu immer noch bei 8 cm, eindeutig Wehenschwäche. Also nun doch ab ins Krankenhaus.

Im Kreissaal angekommen bekam ich erst mal einen Tropf mit Glukoselösung und Schmerzmittel, dann wurde Wehenmittel dazugegeben und mit einem Schlag wurde die Schmerzen so schlimm, dass ich sie kaum veratmen konnte. Doch meine Tochter machte keine Anstalten sich ins Becken zu senken. Also wurde der WEhentropf noch weiter aufgedreht. Es wurde richtig schlimm. Und für eine PDA war es schon zu spät, bzw. wollte man mir keine mehr geben, weil ich körperlich sowieso schon ziemlich am Ende war und dann wahrscheinlich überhaupt keine Kraft mehr zum pressen gehabt hätte. Der Mumu wollte allerdings nicht weiter aufgehen, also hat die Hebamme sie mit der Hand von innen geweitet. Das hört sich jetzt vielleicht gruselig an, aber ich empfand es als Erleichterung, dass sie das tat. Die Schmerzen waren inzwischen so schlimm, dass ich schon am ganzen Körper zitterte und schweißgebadet war. Dann kam der Arzt und während die Hebamme unten den Mumu weitete, drückte er mir oben am Bauch mein Kind nach unten. Mittlerweile war ich körperlich so am Ende, dass der Arzt entschied meine Kleine mit Hilfe der Saugglocke zu holen. Dann ging eigentlich alles ganz schnell. Ich presste nur noch mit letzter Kraft die ich hatte, hörte noch das Geräusch der Pumpe, merkte wie Jemand unten an mir rumzerrte, spürte einen enormen Druck und ein Brennen und dann noch mal ein zerren und reißen und dann ein Flutsch. Die Schmerzen waren weg. Ich merkte nur noch, dass man mir was schweres, warmes auf den Bauch legte. Ich wollte die Augen nicht aufmachen, bekam kaum Luft, so außer Atem war ich. Dann nahm man sie mir wieder weg und ich hörte, wie man im Nebenzimmer meiner Tochter das Fruchtwasser absaugte, dann der erste Schrei und dann schrie sie und schrie sie. Sie war da und offenbar gesund und kräftig. Man gab mir nochmal eine kleine Spritze Wehenmittel und ca. 5 Min. später kam auch die Plazenta. Es war zu Ende. Ich war so fix und fertig, dass ich kaum merkte, was um mich rum vorging. Ich wurde gewaschen und angezogen. Die Hebamme fragte mich, ob ich stillen möchte, was ich bejahte. Sie drückte mir einmal kurz die Brustwarzen zusammen, meinte nur ganz trocken: ok, es kommt Milch. Dann wurde ich in ein anderes Zimmer geschoben zum Ausruhen. Man brachte mir mein Kind und legte es an. Sofort fing sie an zu trinken. Mein Mann brachte mir Frühstück (ich konnte mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal so hungrig war) und während meine Kleine bei mir an der Brust hing, fütterte mich mein Mann mit Brötchen.

Dann fuhr man uns auf Station. Dort blieben wir bis zum Abend und da es mir und meiner Kleinen schon wieder so gut ging, konnten wir das Krankenhaus am gleichen Tag noch verlassen.

Unsere Kleine erblickte also am 18.01.11 um 07:49 das Licht der Welt. Sie war 54 cm groß und wog 4.180 gr und hatte einen KU von 35 cm. Sie schaute nicht wie die meisten Babys bei der Geburt Richtung Hintern der Mutter, sondern hatte ihren Kopf gen Himmel gerichtet. Die Hebammen nennen solche Babys Sternengucker. Wir gaben ihr den Namen Shania, das heißt Sie gehr ihren Weg

Und irgendwie stimmt das auch, sie wird ihren Weg gehen

LG
Angel

PS: Gleichzeitig werde ich mich aus dem SS-Forum verabschieden und rüberwechseln ins Babyforum. Vielen Dank an alle, die so gedudig auf meine Fragen geantwortet haben. Allen anderen wünsche ich noch eine schöne und angenehme Kugelzeit.

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29. Januar 2011 um 15:28

Im Nachhinhein...
...wars gar nicht so schlimm. Ich leb ja noch. Und nach ein paar Tagen ist der Schmerz vergessen

Ein kleiner Trost: wenn man von Anfang an im KH ist, kann man sich auch eine PDA legen lassen, dann merkt man nichts mehr. Nur bei mir gings halt nimmer, weil ich schon so weit war.

Ja, der Name wird genauso ausgesprochen wie der von der Sängerin.

LG
Angel

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