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Ungewollt schwanger - wollte nie ein Kind!

11. April 2010 um 14:47

Hallo,

bin ungewollt in der 10 SSW (36 Jahre), bin beruflich abgesichert und (trotzdem) absolut verunsichert, ob ich dieses Kind haben soll oder nicht.
Hauptgrund: Ich wollte in meinem Leben niemals Kinder haben. Ich hasse sie nicht, aber sie wecken eben auch keine positiven, glücklichen Gefühle in mir. Ich finde Babies nicht süss, ich mag es nicht, mit kleinen Kindern zu spielen. Ich dreh nicht vor Mitleid durch, wenn ein Kleinkind hinfällt und sich weh tut. Ich bin auch eher neutral bis leicht angenervt, wenn man mir z.B. den Säugling einer Kollegin in den Arm drücken möchte. Mit anderen Worten: Ich fühle mich einfach nicht fürs Muttersein geschaffen. Den "natürlichen Mutterinstinkt" habe ich wohl einfach nicht abbekommen.
Und jetzt habe ich furchtbare Angst davor für mein eigenes Kind keine Liebe empfinden zu können. Meinem eigenen Kind nur neutrale bis gar ablehnende Gefühle entgegenzubringen....
Abgesehen davon war ich mir immer recht sicher, dass es in meinem Leben anderes Bereicherndes und Sinnhaftes gibt/geben wird als Kinderwagen, Spielplatz usw.. Dieses beschränkte/eingeschränkte Leben mit Kind macht mir Angst. Werde ich das möglicherweise an dem Kind auslassen, zumal ich eventuell nichts dafür empfinde?
Gut, jetzt bin ich trotzdem schwanger und frage mich, ob ich es als eine Art erzwungene Chance sehen muss, die mir das Leben gegeben hat. Entweder kriege ich dieses KInd oder mit Sicherheit gar keins. Kommt die Liebe zum Kind doch irgendwie automatisch?

Ich fühle mich schlecht für diese Gedanken.
Ich fühle mich sehr allein mit diesen Gedanken.
Wer hat Erfahrungen mit solchen Gefühlen?
Gibt es hier vielleicht eine Frau, die ähnlich fühlt bzw. gefühlt hat? Was habt Ihr getan? Abbruch oder Austragen? Wie geht es euch damit? Habt Ihr vielleicht Rat?
Über Eure Erfahrungen würde ich mich sehr freuen und hoffe, dass Sie mir helfen eine Entscheidung bis Freitag zu treffen...

DANKE
Solis66


Vielleicht noch: mein Partner hat eine Tochter (15) und ich lebe nicht mit ihnen zusammen. Möchte es auch nicht...
Er drängt mich in dieser Schwangerschaft zu nichts und ist zu "jeder Seite" hin offen.
Bei einer Beratungsstelle war ich auch schon.

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11. April 2010 um 15:05

Liebe Solis66
Ich kann deine Bedenken gut verstehen - mich würde es vermutilch auch total aus der Bahn werfen...
Aber sieh es doch so: Für dich ist es ein guter Zeitpunkt für ein Baby: Du hast einen Partner an deiner Seite, das ist schonmal sehr viel wert! Außerdem bist du finanziell abgesichert. Du bist nicht zu alt und nicht zu jung. Nicht jeder fühlt sich wie die typische Mama aber ich bin sicher, der Mutterinstinkt wird noch in der Schwangerschaft kommen! Auch wenn das Kind nicht geplant war - eine Abtreibung ist eine extreme psychische Belastung! Sicher ist ein Kind auch eine Belastung aber verglichen mit dem extremen inneren Konflikt, den ein Abbruch mit sich bringt durchaus machbar, zumal ja ansonsten der Zeitpunkt für dich wirklich ideal erscheint. Sieh es mal so: Du wurdest quasi zu deinem Glück gezwungen...Spätestens in 5 Jahren hättest du dich ja entgültig für oder gegen ein Baby entscheiden müssen, denn danach wird eine Schwangerschaft ja ziemlich riskant. Der liebe Gott hat dir die Entscheidung quasi abgenommen Möchtest du wirklich ein gesundes Kind abtreiben, nur weil du dir nicht sicher bist, ob du jemals ein Baby wolltest? Ich bin sicher, dass deine Angst keine Gefühle für das Kind zu haben nur vorrübergehend sind. Es gibt wirklich Fälle, in denen Frauen auch nach der Geburt keine Muttergefühle entwickeln können - dafür gibt es extra Therapien! Was ich damit sagen will: Du hast keine Gründe für eine Abtreibung meiner Meinung nach. Freu dich, dass du ein Baby bekommst, dass du einen Nachfahren hast, du wirst Mutter sein und eines Tages vielleicht sogar Oma! Das ist doch ein wunderbares Geschenk.
Du hast ein kleines Leben unter deinem Herzen, dass bereits ziemlich weit entwickelt ist. Da schlägt ein kleines Herz in dir. Bitte erspar dir die Gewissensbisse und die Reue, wenn du dieses kleine Würmchen ermordest.
Letztendlich ist es natürlich deine Entscheidung aber ich an deiner Stelle würde das Baby austragen, denn ein fehlender Mutterinstinkt (zumal der mit Sicherheit noch kommt) ist für mich wirklich kein Argument für eine Abtreibung.
Ich wünsch dir alles Gute! Pia

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11. April 2010 um 18:02

Solis66
Hallo Solis66,
Du bist ungeplant schwanger und nun beschäftigt Dich die Frage ob Du dieses Kind lieben wirst können. Ja, Du wirst es können. Denn dieses Kind ist ein Teil von Dir. Dies ist der große Unterschied zu anderen Kindern. Und schon allein, dass Du Angst hast Du dieses Kind nicht lieb haben könntest, zeigt doch schon eine Art der Fürsorge. Liebe fällt einfach nicht vom Himmel, sondern sie wächst. Sie wächst mit dem wachsenden Bauch. Beim US, wenn Du anfängst Dein Kind zu spüren, wenn Du es auf dem Arm hast. Ihr seid Euch anfänglich vielleicht ein bißchen fremd. Aber die Fremdheit weicht, ihr lernt Euch dann von Tag zu Tag mehr kennen.
Setze Dich doch an einem Abend in die Badewanne mit schön warmem Wasser und viel Schaum und fange an mit dem kleinen Wesen in Dir zu reden. Erzähle ihm alles, wie es Dir ums Herz ist und creme Dich anschließend schön ein.
Vielleicht wohnst Du auch am Meer, dann mache einen ausgiebigen Standspaziergang und rede mit Deinem Bauchzwerg. Dass Du erst mal geschockt bist ist logisch, weil Dir alle Deine Pläne über den Haufen geworfen werden. Und im Schockzustand kann man auch erst gar nichts empfinden.
Aber er wird sich lösen. Dass da erst mal Trauer und Wut kommt, dass all Deine Pläne so völlig ungefragt über den Haufen geworfen werden ist verständlich. Nimm bewußt Abschied von diesem alten Leben, dass Platz ist für etwas Neues. Und dann stehts Du an einem Abend am Bett eines schlafenden Kindes und Du weißt zum 1. mal für wen Du eigentlich lebst. Und vielleicht ist Dir dann all das, was Dir jetzt so erstrebenswert erscheint, gar nicht mehr so erstrebenswert.
Mir scheint Dir fehlt, die Perspektive, dass Dein Leben mit Kind auch voll und reich sein kann, wie dies bei Dir konkret aussehen kann, kannst Du gerne mit ausweg-pforzheim.de ausarbeiten. Die sind einfühlsam und fit. Da kannst Du Deinen Gedanken freien Lauf lassen, und Du wirst damit nicht alleine gelassen.
Ich persönlich kann Dir eine Abtreibung nicht empfehlen, denn es kann sein, dass es eine Verlusterfahrung wird, die Dich über Jahre hinweg körperlich und psychisch belasten kann (vor-abtreibung.de, Seite Risiken)
LG Itemba

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12. April 2010 um 14:37

Hey,
Du machst Dir Sorgen, ob Du dem Kind gewachsen bist, ob Du ihm genug Liebe geben kannst...
ich denke nicht, dass Du Dich für diese Gedanken schlecht fühlen musst! Im Gegenteil finde ich, wer sich solche Gedanken macht, hat bestimmt ein ziemlich großes Verantwortungsbewusstsein. Und deshalb glaube ich auch, dass Du eine gute Mutter werden kannst!

Eigene Kinder sind noch einmal etwas ganz anderes als "fremde" Kinder. Mit Deinem Kind wird Deine Liebe zu ihm wachsen. Man muss nicht perfekt sein, um eine gute Mutter zu werden. Deshalb sei mutig, stell Dich der Herausforderung, tu Dein Bestes für Dein Kind! Gib ihm eine Chance!

Alles Gute und viel Selbstbewusstsein wünsche ich Dir!

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12. April 2010 um 15:22

Hallo!
ich kann auch nichts mit kindern anfangen!
mich nervt das gekreische von ihnen, und ein fremdes baby halten wollte ich auch nie und will es bis heute nicht!
ich schau in keinen kinderwagen- ganz einfach weils mich absolut nicht interessiert.

aber jetzt bin ich selbst schwanger, war nicht geplant, aber trotzdem ist es gewollt!
ich weiß auch nicht was passiert wenn es da ist.
denk ich über mein baby wie über jedes andere?oder werde ich vor lauter glück strahlen?!
keine ahnung!!!!!
aber ich glaube, die tatsache, dass es das EIGENE kind ist, ist schon ein grund es zu lieben, denn es ist ein süßes mini-me - und du erlebst die gesamte entstehung deines kindes.
das ist schon was ganz anderes als ein fremdes kind.

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12. April 2010 um 20:12

Danke schön!
Vielen Dank, dass Ihr Euch die Zeit genommen habt zu antworten und versucht, mir Mut zu machen!

Mein Gefühlschaos ist der reinste Alptraum.

Jetzt kommt noch hinzu, dass mein Partner doch darauf drängt, dass wir zusammenziehen, wenn ich das Kind bekommen sollte.
Vermutlich wird kaum einer verstehen können, dass mir das unglaubliche Angst macht. Zwar sehe ich die guten Seiten (vor allem für das Kind), aber für mich fühlt es sich an, als würde mir die Luft zum Atmen weggenommen...
Bei dem Gedanken, dass das "auch noch" auf mich zukäme, werde ich fast panisch. In einer zu kleinen Wohnung plötzlich mit Partner, seiner halbwüchsigen Tochter und einem Neugeborenen "eingesperrt" zu sein, verkrafte ich einfach nicht. Umziehen will ich (ERSTMAL) auch nicht, sondern mir zumindest einige Wochen/Monate alleine Zeit geben, um mit dem Kind klarzukommen, es kennenzulernen usw.
Ich weiß, dass meine kompromisslose Einstellung unfair ist und ich meinem Partner da nahezu Unmögliches abverlange, da er ja für sein Kind von Anfang an da sein möchte und komme mir so mies vor.

Meine Ängste sind sicher nicht normal. Ich fühle mich aber im Augenblick nur in der Lage mich überhaupt auf das Kind einzulassen, indem ich mich allem Neuen vorsichtig und Schritt für Schritt nähere.


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12. April 2010 um 20:21
In Antwort auf kym_12368771

Danke schön!
Vielen Dank, dass Ihr Euch die Zeit genommen habt zu antworten und versucht, mir Mut zu machen!

Mein Gefühlschaos ist der reinste Alptraum.

Jetzt kommt noch hinzu, dass mein Partner doch darauf drängt, dass wir zusammenziehen, wenn ich das Kind bekommen sollte.
Vermutlich wird kaum einer verstehen können, dass mir das unglaubliche Angst macht. Zwar sehe ich die guten Seiten (vor allem für das Kind), aber für mich fühlt es sich an, als würde mir die Luft zum Atmen weggenommen...
Bei dem Gedanken, dass das "auch noch" auf mich zukäme, werde ich fast panisch. In einer zu kleinen Wohnung plötzlich mit Partner, seiner halbwüchsigen Tochter und einem Neugeborenen "eingesperrt" zu sein, verkrafte ich einfach nicht. Umziehen will ich (ERSTMAL) auch nicht, sondern mir zumindest einige Wochen/Monate alleine Zeit geben, um mit dem Kind klarzukommen, es kennenzulernen usw.
Ich weiß, dass meine kompromisslose Einstellung unfair ist und ich meinem Partner da nahezu Unmögliches abverlange, da er ja für sein Kind von Anfang an da sein möchte und komme mir so mies vor.

Meine Ängste sind sicher nicht normal. Ich fühle mich aber im Augenblick nur in der Lage mich überhaupt auf das Kind einzulassen, indem ich mich allem Neuen vorsichtig und Schritt für Schritt nähere.


Lass Dir Zeit!
Nimm Dir die Zeit, die Du brauchst.
Vielleicht kannst Du es Deinem Partner schonend beibringen - indem Du zum Beispiel sagst, dass ein Umzug für Dich in Deinem jetzigen Zustand zu anstrengend ist oder so... .

Mach Dich nicht verrückt. Gefühlschaos ist ganz normal, liegt auch zu einem großen Teil an den Hormonen. Lass alles langsam angehen, Du wirst selbst spüren, wann Du bereit safür bist, neue Schritte zu wagen. Und solange muss Dein Partner sich eben gedulden.

Kopf hoch, das schaffst Du schon!

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17. April 2010 um 21:48

Hallo solis,
bist du noch da?? ich hab dir eine pn geschickt!
liebe grüße von catie

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