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Ungewollt schwanger am Ende des Studiums Sorgen

4. Juni 2014 um 10:12

Liebe Forumsgemeinde,

anscheinend ist das ein Schicksalswink.
Ich (25) habe letzte Woche erfahren, dass ich ca. in der 6. Woche schwanger bin, in zwei Wochen habe ich die erste Vorsorgeuntersuchung.
Mein Freund (26) hatte Anfang letztes Jahres eine Vasektomie, die noch im August kontrolliert wurde keine Spermien mehr. Er war nun gestern wieder beim Arzt und es stellte sich heraus, dass er wieder zeugungsfähig ist. Der Arzt konnte auch abtasten, dass die Samenleiter an einer dünnen Stelle wieder zusammengewachsen sind; auch auf der anderen Seite sind sie wieder dabei! Anscheinend sah der Arzt ihn an wie ein Auto und meinte, sowas wäre ihm auch noch nicht so häufig begegnet. Mir auch nicht. Ich finde es krass, dass ich mit so einer geringen Wahrscheinlichkeit sofort schwanger geworden bin.

Wir möchten das Kind eigentlich behalten (vorausgesetzt, es ist gesund; und natürlich muss es erstmal die kritischen zwölf Wochen überstehen). Wir freuen uns ja auch irgendwie, aber ich mache mir wegen vieler Dinge Sorgen.

Da ich noch so jung bin und Einiges unbedingt noch machen wollte, befürchte ich nun, dass ich das alles nicht mehr machen kann. Ich wollte eigentlich immer nochmal ins Ausland, große Wander-/ Fotoreisen unternehmen, herausfordernde Erfahrungen jagen etc. Außerdem spiele ich ambitioniert Volleyball und ich bin traurig, dass ich damit nun zumindest für die kommende Saison aussetzen muss (an der Stelle kann man meine Traurigkeit vielleicht nicht so nachvollziehen, aber es ist so ).

Außerdem mache ich mir Sorgen um meine eigene berufliche Laufbahn. Das Kind wäre ziemlich genau während / mit Ende meiner Masterarbeit da und ich habe schon etliche Male gelesen, dass es besser ist, nach dem Studium erstmal arbeiten zu gehen, weil es ansonsten offenbar schwieriger ist, später einen Job zu finden. Im Moment jobbe ich nebenbei (in der Umweltbildung (Minijob) und als Sprachlehrerin (Honorar)) und werde das auch, so lange es noch geht, fortführen. So kann ich mir ein bisschen was ansparen für die Elternzeit. Aber darüber hinaus bin ich finanziell dann trotzdem erstmal abhängig von meinem Freund, dem Staat und ggf. meiner Familie. Ich habe Angst, dass ich nach einem halben Jahr / Jahr Elternzeit keinen Job bekomme und ich mir meine Möglichkeiten verbaue. Ich würde die Elternzeit natürlich sowieso für Bewerbungsschreiben nutzen auch ohne Kind kann es ja sein, dass man nach dem Studium durchaus etwas länger sucht, bis man einen Job gefunden hat.
Ich muss dazu sagen: Ich wollte nie unbedingt 40h die Woche in einem Unternehmen arbeiten. Ich studiere Nachhaltigkeitswissenschaft und kann mir gut vorstellen, danach in der Bildung oder Umweltbildung zu bleiben oder für Naturschutzorganisationen / Stiftungen zu arbeiten. In meiner Situation wäre es nun ideal, nach einem halben Jahr oder Jahr Elternzeit erstmal mit einer relevanten Teilzeitstelle anzufangen. Ist das möglich oder auch eher schwierig? Die Stellen in Stiftungen etc. sind ja auch immer mehr als rar besiedelt.
Eine andere Option wäre für mich (gewesen?), nach dem Abschluss erstmal an der Uni zu bleiben und zu promovieren. Aber was, wenn das nun nicht mehr geht? Mein Kind würde Ende Januar/Anfang Februar zur Welt kommen und mein Prof stellt schon ca. im Juni die Doktoranden für das relevante Forschungsprojekt ein.

Weiterhin sind mein Freund und ich noch ziemlich frisch zusammen. Wir kennen uns zwar schon viele Jahre und hatten immer eine sehr sehr besondere Beziehung zueinander. Einmalig, würde ich sagen. Seelenverwandt oder so. Hat dann doch etwas länger mit uns gedauert wir hatten je immer andere Partner. Wir kommen aus derselben Heimatstadt, wohnen nun aber noch in unterschiedlichen Städten. Jetzt bewirbt er sich hier um einen Job und ich suche uns eine Wohnung. Das ist ziemlich viel Stress, ich weiß nicht, ob das alles gut geht und funktioniert auch mit uns beiden. Ich bin zwar ein sehr erwachsener und harmonischer Mensch, aber nach zwei, drei Monaten ist das schon recht heftig. Aber offenbar so gewollt.

Habt ihr Erfahrungen oder Ratschläge? Was würdet ihr in meiner Situation machen? :/

Vielen Dank und liebe Grüße,
Vernal Floret

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4. Juni 2014 um 10:48


Hallo Vernal Floret,
mir ging es ähnlich wie dir. Ich bin auch am Ende meines Studiums ungeplant schwanger geworden. Bei uns haben damals die hormonellen Verhütungsmittel versagt. Ist wohl auch ganz selten, aber nicht unmöglich. Unser Sohn ist dann während meiner Bachelorarbeit auf die Welt gekommen und es hat alles wunderbar geklappt. Mein Masterstudium hab ich dann per Fernstudium gemacht und wir haben in dieser Zeit sogar noch ein 2. Kind bekommen.
Evtl. kannst du dir für deine Masterarbeit ja einen netten Professor an der Uni suchen, der dich ein bisschen früher anfangen lässt und bei dem du am Ende viel von zuhause aus machen kannst. Zusammenschreiben geht ja sowie so von zuhause. Dann ist das mit Baby kein Problem. Viele Professoren sind da sehr verständnissvoll und helfen einem auch!
Mit der Arbeit nach dem Studium würde ich mir auch keine all zu großen Sorgen machen. Bei jungen Frauen rechnet so wie so jeder damit das sie früher oder später damit das sie schwanger werden. Wenn du jetzt sagen kannst ihr habt schon ein Kind und die Familienplanung ist abgeschlossen sind bestimmt einige Chefs froh weil sie dann nicht mit kurzfristigem Ausfall rechnen müssen. (Da dein Mann ja schon eine Vasektomie hatte bin ich jetzt einfach mal davon ausgegangen das ihr kein weiteres Kind mehr wollt.)
Ich konnte mir das Leben mit Kind am Anfang auch überhaupt nicht vorstellen und hab nur gedacht meine Karriere ist dann zerstört. Aber inzwischen bin ich über meiner Masterarbeit und total glücklich mit unseren Zwergen. Zur Zeit arbeite ich halbtags und hole die kleinen danach aus dem Kindergarten. Sie sind 5 Stunden pro Tag dort und es gefällt ihnen super. Ich bin auch total glücklich mit dem halben Tag arbeit und dem anderen halben Tag Haushalt und Kinderbetreuung.
Wie steht denn dein Mann zu dem ungeplanten Kind? Das er sich schon mal um einen Job in deiner Nähe bemüht zeigt doch auf jeden Fall schon mal das er bereit ist etwas dafür zu riskieren und zu tun damit ihr zusammen sein könnt.
Ich hoffe das du deinen Weg findes. Wenn du fragen hast kannst du mir gern eine PN schreiben!

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4. Juni 2014 um 12:37
In Antwort auf katha213


Hallo Vernal Floret,
mir ging es ähnlich wie dir. Ich bin auch am Ende meines Studiums ungeplant schwanger geworden. Bei uns haben damals die hormonellen Verhütungsmittel versagt. Ist wohl auch ganz selten, aber nicht unmöglich. Unser Sohn ist dann während meiner Bachelorarbeit auf die Welt gekommen und es hat alles wunderbar geklappt. Mein Masterstudium hab ich dann per Fernstudium gemacht und wir haben in dieser Zeit sogar noch ein 2. Kind bekommen.
Evtl. kannst du dir für deine Masterarbeit ja einen netten Professor an der Uni suchen, der dich ein bisschen früher anfangen lässt und bei dem du am Ende viel von zuhause aus machen kannst. Zusammenschreiben geht ja sowie so von zuhause. Dann ist das mit Baby kein Problem. Viele Professoren sind da sehr verständnissvoll und helfen einem auch!
Mit der Arbeit nach dem Studium würde ich mir auch keine all zu großen Sorgen machen. Bei jungen Frauen rechnet so wie so jeder damit das sie früher oder später damit das sie schwanger werden. Wenn du jetzt sagen kannst ihr habt schon ein Kind und die Familienplanung ist abgeschlossen sind bestimmt einige Chefs froh weil sie dann nicht mit kurzfristigem Ausfall rechnen müssen. (Da dein Mann ja schon eine Vasektomie hatte bin ich jetzt einfach mal davon ausgegangen das ihr kein weiteres Kind mehr wollt.)
Ich konnte mir das Leben mit Kind am Anfang auch überhaupt nicht vorstellen und hab nur gedacht meine Karriere ist dann zerstört. Aber inzwischen bin ich über meiner Masterarbeit und total glücklich mit unseren Zwergen. Zur Zeit arbeite ich halbtags und hole die kleinen danach aus dem Kindergarten. Sie sind 5 Stunden pro Tag dort und es gefällt ihnen super. Ich bin auch total glücklich mit dem halben Tag arbeit und dem anderen halben Tag Haushalt und Kinderbetreuung.
Wie steht denn dein Mann zu dem ungeplanten Kind? Das er sich schon mal um einen Job in deiner Nähe bemüht zeigt doch auf jeden Fall schon mal das er bereit ist etwas dafür zu riskieren und zu tun damit ihr zusammen sein könnt.
Ich hoffe das du deinen Weg findes. Wenn du fragen hast kannst du mir gern eine PN schreiben!

Danke
Liebe Katja,

vielen Dank für deine Antwort. Ich freue mich, dass bei dir alles so super geklappt hat!

Ich habe "meinen" Professor und mein grobes Masterarbeitsthema bereits. Vermutlich werde ich ein Paper schreiben, es wird größtenteils nur Literaturarbeit sein. Von daher wird es, denke ich, auch kein Problem werden, die Arbeit vor der Geburt zu schreiben bzw. ggf. kurz nach der Geburt zu beenden.
Aber um das Danach mache ich mir Sorgen. Du hast deine Kinder ja im Prinzip während des Studiums bekommen, sodass du gleich danach anfangen konntest zu arbeiten. - In der Tat halten viele die Zeit des Studiums für gar nicht so ungeeignet, um Kinder zu bekommen. Aber direkt danach?
Leider weiß ich nicht, ob mein Professor sich vorstellen könnte, dass ich nach meinem Abschluss bei seinem Projekt mitmache. Das wird sich wahrscheinlich erst im Laufe der Masterarbeit zeigen. Dann kann ich also frühestens ab dann planen. Falls wir beide uns das dann vorstellen könnten, wäre der Einstieg ja schon im Frühling, da wäre der/die Kleine ja gerade mal vier Monate alt. Ob das geht? Vielleicht könnte ich ja die ersten paar Monate etwas kürzer an der Uni treten.
Ansonsten sehe ich schwarz. Dann hänge ich erstmal ein halbes oder ein ganzes Jahr ohne Job rum und steige danach zum ersten Mal irgendwo ein. Wer will mich dann schon nehmen? Falls potenzielle Arbeitgeber mich dann überhaupt einladen, muss ich mir bestimmt anhören, warum ich nach dem Studium nicht erstmal arbeiten war, um das Gelernte anzuwenden oder sowas... Und die Chancen, erstmal auf Teilzeit anzufangen, damit ich noch etwas mehr Zeit für die/den Kleine/n habe, stehen dann wahrscheinlich noch schlechter. Aber ich finde es andererseits einfach unmöglich, sein ganzes Leben nach potenziellen Arbeitgebern auszurichten, so leid es mir tut... Das kann es doch nicht sein.

Ja, mein Freund gibt sich sehr viel Mühe und ist sehr lieb. Er fragt auch immer, ob und wie er mir helfen kann und ist nun erstmal am Bewerbungen abschicken. Er freut sich eigentlich auf das Kind, versteht aber auch die Sorgen, die ich mir mache.
Die Vasektomie hatte er aufgrund einer schlechten Erfahrung durchführen lassen. Doch so richtig überzeugt davon, niemals Papi zu werden, war er auch nicht; deshalb hatte er sich Samen zurücklegen lassen. (Die braucht er dann wohl nicht mehr. ) Und er hätte, wenn, dann am liebsten auch gern zwei Kinder.

LG

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4. Juni 2014 um 13:12
In Antwort auf hyong_12139073

Danke
Liebe Katja,

vielen Dank für deine Antwort. Ich freue mich, dass bei dir alles so super geklappt hat!

Ich habe "meinen" Professor und mein grobes Masterarbeitsthema bereits. Vermutlich werde ich ein Paper schreiben, es wird größtenteils nur Literaturarbeit sein. Von daher wird es, denke ich, auch kein Problem werden, die Arbeit vor der Geburt zu schreiben bzw. ggf. kurz nach der Geburt zu beenden.
Aber um das Danach mache ich mir Sorgen. Du hast deine Kinder ja im Prinzip während des Studiums bekommen, sodass du gleich danach anfangen konntest zu arbeiten. - In der Tat halten viele die Zeit des Studiums für gar nicht so ungeeignet, um Kinder zu bekommen. Aber direkt danach?
Leider weiß ich nicht, ob mein Professor sich vorstellen könnte, dass ich nach meinem Abschluss bei seinem Projekt mitmache. Das wird sich wahrscheinlich erst im Laufe der Masterarbeit zeigen. Dann kann ich also frühestens ab dann planen. Falls wir beide uns das dann vorstellen könnten, wäre der Einstieg ja schon im Frühling, da wäre der/die Kleine ja gerade mal vier Monate alt. Ob das geht? Vielleicht könnte ich ja die ersten paar Monate etwas kürzer an der Uni treten.
Ansonsten sehe ich schwarz. Dann hänge ich erstmal ein halbes oder ein ganzes Jahr ohne Job rum und steige danach zum ersten Mal irgendwo ein. Wer will mich dann schon nehmen? Falls potenzielle Arbeitgeber mich dann überhaupt einladen, muss ich mir bestimmt anhören, warum ich nach dem Studium nicht erstmal arbeiten war, um das Gelernte anzuwenden oder sowas... Und die Chancen, erstmal auf Teilzeit anzufangen, damit ich noch etwas mehr Zeit für die/den Kleine/n habe, stehen dann wahrscheinlich noch schlechter. Aber ich finde es andererseits einfach unmöglich, sein ganzes Leben nach potenziellen Arbeitgebern auszurichten, so leid es mir tut... Das kann es doch nicht sein.

Ja, mein Freund gibt sich sehr viel Mühe und ist sehr lieb. Er fragt auch immer, ob und wie er mir helfen kann und ist nun erstmal am Bewerbungen abschicken. Er freut sich eigentlich auf das Kind, versteht aber auch die Sorgen, die ich mir mache.
Die Vasektomie hatte er aufgrund einer schlechten Erfahrung durchführen lassen. Doch so richtig überzeugt davon, niemals Papi zu werden, war er auch nicht; deshalb hatte er sich Samen zurücklegen lassen. (Die braucht er dann wohl nicht mehr. ) Und er hätte, wenn, dann am liebsten auch gern zwei Kinder.

LG

Freu dich!
Es ist ja in eurem fall fast ein kleines wunder und guck mal: ihr habt ideale Rahmenbedingungen!
Er freut sich auf euer baby und eure Beziehung ist gefestigt.
Übrigens: 30 stunden die woche darf man trotz elternzeit zusätzlich arbeiten gehen. Dann wird das elterngeld zwar anders berechnet aber es ist möglich. Ich werde das nach 6 Monaten auch tun müssen, da ich in einem bestimmten Zeitraum noch eine zusatzqualifikation brauche. Ich denke mir, wenn man es möchte, dann ist alles irgendwie möglich.
Das schaffen auch menschen in ganz anderen Situationen auch.
Ich wünsche dir alles gute und eine tolle schwangerschaft!


Lg

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