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Trauriger Geburtsbericht meiner kleinen Maus (lang)

28. Juli 2009 um 0:08 Letzte Antwort: 29. Juli 2009 um 21:05

Hallo zusammen,

ich habe schon öfters heimlich im Forum mitgelesen und fand die Geburtsberichte immer sehr spannend. Diesmal möchte ich meinen schildern, der leider anders verlaufen ist als gedacht... Angefangen hatte es letzten Dienstag (21.7.). Ich hatte eigentlich nur um 9.30 Uhr Kontroll CTG beim FA, und den Tag davor schon Wehen. Da es aber die 36. SSW war, ging ich von Senkwehen aus. Mein Mann begleitete mich und war zufällig die Woche krankgeschrieben. Deshalb wollte er erst auch nicht mit, aber mich auch nicht alleine fahren lassen.
Wie immer kam am Anfang die üblichen Kontrollen und dann das CTG. Zuerst war es nicht auffällig, und dann kamen Wehen immer so im 60er Bereich, was mich nicht beunruhigte wegen Senkwehen. Der Abstand war dann alle 2-3min und machten auch noch Scherze, daß wenn es so weiter geht wir nicht mehr nach Hause fahren brauchen und mein Mann seinen lang ersehnten Urlaub bekommt, den er für die Geburt aufgehoben hatte. Nur das eigentliche Problem waren die Herztöne der Maus die bei jeder Kontraktion von 170 auf 120 absackten, was wir allerdings erst nicht als beunruhigend empfanden. Nach 20min war das CTG fertig und die Arzthelferin stand mit dem FA da, und er schaute das CTG an. Wir sollten auch gleich ins Zimmer. Ich werde nie sein Gesicht vergessen mit den Worten "ihrem Baby gehts nicht gut!" Ab da begann die Katastrophe. Er telefonierte sofort mit der Klinik, nannte den Fachbegriff Not-Sectio und untersuchte mich (MuMu 1 cm offen). Ich fragte, was nun los sei, mein Mann stand auch wie versteinert da und der FA meinte nur "sofortiger KS!" Dann ging alles wie in Trance. Ab in die Klinik, rein in den Kreißsaal, ab aufs Bett, Katheter, raus in den OP, rauf auf eine kalte Pritsche und ich sah helle Lichter und viele Frösche um mich rum wuseln. Mein Mann durfte nicht dabei sein wegen Not-Op. Es war alles so unwirklich und ich dachte "gleich wachst du auf und alles ist gut!" Man verpasste mir eine PDA, die nicht schlimm war, und die Beine begannen taub zu werden. Ich wurde aber von einer netten Frau gut betreut. Dann bekam ich Sauerstoff durch die Nase und merkte nach kurzer Zeit ein Ruckeln. Um 11.07 Uhr hörte ich einen Schrei und sah meine Maus an mir vorbei getragen. Es hieß alles ist ok mit ihr. Ein anderer Arzt kam dann wieder und hielt sie mir ans Gesicht. Ich konnte nur mit meiner Nase ihr Gesicht streicheln. Sie war warm und roch gut. Dann kam der Kinderarzt und nahm sie mit.
Um genau 12.00 Uhr wurde ich aus dem Op gefahren und zitterte am ganzen Körper, soweit ich es spühren konnte. Im Gang sagte dann ein anderer Arzt, daß meine Süße verlegt wird in eine spezielle Kinderklinik, weil sie auf die Intensiv kommt wegen Frühgeburt. Ich dachte mich verhört zu haben! 65km weiter entfernt! Wieder angekommen im Kreißsaal warteten mein Mann mit Tränen in den Augen und die Maus auf mich. Ich konnte auch nur noch weinen, aber genoß es, daß die Kleine auf meiner Brust lag. Bis sie abgeholt wurde, was mir das Herz zerrissen hatte, nur ich war so wehrlos...
Zwei Tage war ich dann noch in der Klinik, konnte mich kaum bewegen und verfluchte alles. Am Donnerstag wurde ich in die andere Klinik, wo meine Maus ist, verlegt. Grad so, daß ich etwas aufstehen konnte, weil die Schmerzen waren unerträglich und die Fahrt mit dem Transport der Horror wegen der holprigen Straße. Leider konnte meine Family mich nicht oft besuchen, weil das auch schon 80km waren. Dort sah ich sie nach 2 Tagen endlich wieder! Im Inkubator, an Schläuchen und verkabelt. Ich hätte wieder heulen können! Durfte auch nicht ständig in das Intensiv-Zimmer rein rumpeln, da die Babys dort Ruhe und Schlaf brauchten. So hatte ich es mir nicht vorgestellt... Freitag bekam die Maus eine Infektion und Samstag sind ihre Herztöne auf 80 abgesackt. Man sah es ihr auch an, daß es ihr nicht gut ging. Die Schwester erklärte mir, daß es vom Antibiotikum kommt und es braucht seine Zeit. Mich beruhigte es aber absolut nicht und war krank vor Sorge! Im Zimmer weinte ich wieder wie Harry und die Zimmernachbarin tröstete mich. Ich fand es so schrecklich, daß mein Mann nicht da war und zur Seite stand.
Gestern wurde ich entlassen, und nun fahren mein Mann und ich alle zwei Tage zu ihr, auch um die Milch zu bringen. Man kann auch nicht sagen, wann wir sie mitnehmen können, da es vom Zustand und Entwicklung abhängt. Ich hoffe es ist bald ein Ende in Sicht, denn ich möchte die Maus nicht nur im Inkubator anschauen dürfen wie im Zoo, sondern Mutter sein! Es ist ein schlimmes Gefühl nichts machen zu können, zu wissen, daß man eine Tochter hat, aber sie nicht bei einem ist...

Für alle anderen hier im Forum wünsche ich das Beste, eine gute Schwangerschaft und eine glücklichere Geburt ohne Schattenseiten.

Liebe Grüße Ela mit (ohne) Kayleigh *44cm, 2200g*

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28. Juli 2009 um 0:29

+
Liebe Ela, dein Bericht hat mich echt zu Tränen gerührt. ...
Wünsche euch alles alles Liebe und viel Glück für den weiteren Weg, als süße kleine Familie

Gruß

Poughie und ihr Bauchprinz 20+6 SSW

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28. Juli 2009 um 0:42


Es tut mir sehr,sehr leid für euch das euch dreien sowas wiederfahren musste...wo die Geburt eines Kindes doch eigentlich der schönste Augenblick sein soll...
Manchmal ist die Welt wirklich sehr ungerecht.Es ist nicht fair das man so leiden muss.
Aber man darf jetzt auch nicht den Kopf hängen lassen....sei stark für dein kleines Mädchen...sie braucht dich jetzt!!!!
Ich wünsche euch alles alles gute----

lieber Gruß

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28. Juli 2009 um 0:42


Ich bin sprachlos und gerührt

Wünsche euch dreien alles alles gute und noch viele wunderschöne zeiten zu dritt.

Lg Tina mit Lisa 1 Jahr

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28. Juli 2009 um 1:53

Liebe Ela
zum einen beglückwünsch ich dich zu deiner Maus!

Dein Bericht macht mich sehr traurig doch ich bin mir sicher, dass deine Maus in den besten Händen ist.
Alles wird gut und dein Körper hat rechtzeitig gezeigt das etwas nicht ok ist.

Alles Liebe!!!

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28. Juli 2009 um 7:33

---
Liebe Ela,

ich wünsche dir für die kommende Zeit ganz viel Kraft, die Zeit schnell und gut zu überstehen.
Es kommt im Leben so Einiges anders als man denkt, leider.

Versuche trotzdem positiv zu denken. Ihr werdet das schon schaffen.

Du schreibst: dass du Mutter sein möchtest. Das bist / wirst du bestimmt eine ganz tolle sein.

Du hilfst deinem Kind schon enorm, indem du es besuchen kommst und in Gedanken immer bei ihr bist.

Trotz allem Herzlichen Glückwunsch zur Geburt deiner Tochter.

Fühl dich herzlich umarmt

LG
Gutzele
36. SSW

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28. Juli 2009 um 8:02

Oh...
Hey, ich weiss wie du dich fühlst. Meine Maus haben sie im Dezember auch per Not-KS geholt. Sie war aber noch wesentlich kleiner und leichter als deine, ich war auch erst bei 29+2. Sie musste sehr lange auf der Intensivstation und auch noch auf einer Frühchenstation liegen. Ich habe in der Zeit viele Frühchen gesehen, die nicht mehr ganz so früh waren, so wie deins, und kann dir sagen, dass die sich eigentlich alle sehr schnell berappeln und nachhause können. Es ist natürlich doof, dass die Neonatalogie von euch so weit entfernt ist Aber bestimmt habt ihr sie sehr bald wieder bei euch.

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28. Juli 2009 um 8:13

Noch ein Tip:
Es gibt eigentlich immer die Möglichkeit, sich als Begleitperson in der betreuenden Klinik kostenfrei mit aufnehmen zu lassen. Auch wenn das Pflegepersonal einen darüber nicht unbedingt informiert, da muss man sich selbst drum kümmern. Es ist schon wichtig für die Kleine, dass du oft und lange am Inkubator sitzt...

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28. Juli 2009 um 8:41

Sende Euch gaaanz viel Kraft!
Wünsche Dir und Deinem Mann und Diener kleinen Maus ganz viel Kraft!

Ihr übersteht die Zeit! Und dann wirst Du und Deine kleine Maus bekommen, was ihr Euch sehnt: einander nahe zu sein!! Ganz sicher!

Es wird alles gut!!

LG Truething mit Littlething inside (21+6)

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28. Juli 2009 um 9:48

Oh du Arme!
Das ist der Horror einer jeden Mutter! Ich wünsch dir ganz viel Kraft, dass alles gut zu überstehen udn wünsche deiner kleinen Maus, dass sich alles gut weiterentwickelt!

Es wird bestimmt alles sehr schnell wieder gut und du kannst deine Maus bald zu Hause in den Armen halten!

Ich drück dir ganz fest die Daumen!

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28. Juli 2009 um 10:16

Liebe Ela...
Ich wünsche Dir und Deinem Mann alle nötige Kraft, um das durchzustehen. Ich wünsche mir für Euch, dass die Maus bald gesund in Deinen Armen liegt und ihre Muttermilch von der Mama bekommt. Nur nicht den Mut verlieren.

LG ela 35.+0 SSW mit Maus im Bauch

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28. Juli 2009 um 20:34

Vielen Dank
ich möchte mich für die aufmunternden Worte und Anteilnahme bedanken.

Hoffe, daß bald alles überstanden ist und wir zu dritt eine wunderbare Zeit erleben werden.

Lg Ela

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29. Juli 2009 um 21:05

Seid stolz auf eure Kleine
Hallo Ela,
ich kann Dir und Deinem Mann nur gratulieren, ihr und die Kleine werdet das Ganze tapfer meistern. Unsere Tochter, mittlerweile fast 3, kam in der SSW 27+2 mit einem Gewicht von 665 g auf die Welt und sie ist topfit. Das schlimmste während der Zeit im KH war, dass auch mir nie ein Arzt sagen konnte, wie und ob es weitergeht. Jeden Abend beim Nachhause-gehen war die Angst da, dass ein Anruf kommt und wir uns nicht mehr verabschieden können. Und plötzlich nach 11 1/2 Wochen kam die Ärztin und meinte in 3 Tagen kann die Kleine entlassen werden. Das war total unwirklich und ich wusste nicht, was ich denken oder fühlen sollte.
Mehr möchte ich aber nicht ins Detail gehen. Versuche die Zeit im KH zu genießen, trotz der vielen Schläuche, Piepser und sonstigen Barrieren, und känguruhe soviel wie möglich mit ihr, das tut den Kleinen wirklich gut, wenn sie die Nähe und den Herzschlag spüren. Nimms den Ärzten nicht übel, wenn die Infos mal weniger fließend rüber kommen. Und eure Kleine kämpft für euch alle und möchte euch beweisen, dass sie es schafft, seid stolz auf sie.
Liebe Grüße
Carolin

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