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Totgeburt, wieder schwanger werden?

6. Juli 2019 um 19:39 Letzte Antwort: 7. Juli 2019 um 19:21

Hallo ihr Lieben, 

ich stelle mich erstmal kurz vor, ich bin die Nicky (28) aus dem mehr oder weniger beschaulichen Chemnitz.

Ich lebe mit meinem Partner glücklich seit 8 Jahren zusammen und habe eine 4 Jahre alte Tochter.

Am 11. Juni ist mir etwas schreckliches passiert, ich habe unseren Sohn in der 23. Ssw verloren, durch eine Infektion wurden Wehen ausgelöst und waren nicht mehr zu stoppen, alles passierte innerhalb von 2 Tagen ganz plötzlich. Mein Kind war kerngesund laut Feindiagnostik und Fruchtwasserpunktion. (Punktion wurde wegen meiner zurückliegenden Krebserkrankung gemacht) Ich habe ihn natürlich entbunden. 

Ich wollte in erster Linie fragen ob es hier Frauen mit ähnlichem Schicksal gibt? Wann seid ihr wieder schwanger geworden? Meine Ärtzin ist nach abschließender Untersuchung der Meinung ich könne es gern gleich wieder versuchen. Wir haben für uns entschieden das wir gerne ein 3. Kind nun hätten. Wir trauern sehr. Aber gerade unsere Tochter ist jetzt sehr enttäuscht keinen kleinen Bruder zu bekommen und ich denke das es mich nur mehr frustrieren würde es nicht nochmal zu versuchen. Es ist kein Ersatz und nichts wird diesen Verlust so richtig besser machen, aber vielleicht kann man so wieder mehr nach vorne schauen. Was meint ihr? Ich bin auch eine sehr starke Person, nicht das erste mal das mir das Leben finster mitspielt, wenn auch das, das schlimmste war.

Liebe Grüße an alle  

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7. Juli 2019 um 11:39

Danke für deine Antwort... 

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7. Juli 2019 um 11:43
In Antwort auf nickymaus90

Danke für deine Antwort... 

Sie hat schöne Bilder von meinem Sohn gesehen, klar begreift sie es noch nicht in dem Umfang, aber sie hat deswegen auch schon geweint und das Thema ist sehr präsent. Die Kinder im Kindergarten sind manchmal auch sehr hart... da kamen Sprüche wie, du kriegst keinen Bruder aber ich schon. 

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7. Juli 2019 um 19:21

Liebe Nickymaus,

es tut mir sehr leid, dass du deinen Sohn zu den Sternen ziehen lassen musstest! Ich weiß leider nur zu gut was du gerade fühlst. Ich musste meinen 2. Sohn vor 4 Jahren in der 40 SSW. zu den Sternen ziehen lassen. Mein 1. Sohn war damals fast 4 Jahre alt. Unser Sohn war ebenfalls kerngesund. Die Nabelschnur hatte sich 3. Mal sehr stramm um den Hals gewickelt und hatte sich verknotet. Er konnte nicht mehr mit Sauerstoff versorgt werden...

Für meinen Mann, meinen Sohn und mich stand ebenfalls sehr schnell fest, dass unsere Familieplanung nicht so enden kann. 4,5 Monate nach der Geburt meines Engels hielt ich wieder einen positiven Test in den Händen. 
Die Schwangerschaft war sehr anstrengend. Körperlich war alles in Ordnung, aber psychisch hat sie mir alles abverlangt. Die Angst, dass wieder was passiert war fast unerträglich. Ich wurde toll von meiner Ärztin und meiner Hebamme betreut, aber die Angst konnten sie mir immer nur für den Moment nehmen. 
daneben war natürlich die Freude, dass wieder ein Leben in mir heranwächst und wir wieder nach vorne schauen können. Es war ein auf und ab. 
Um nichts in der Welt würde ich mein Folgewunder missen wollen, aber im Nachgang muss ich schon sagen, dass es besser gewesen wäre etwas länger zu warten. Die Trauer um meinen Sohn war noch nicht ansatzweise verarbeitet. In der Schwangerschaft wurde die Trauer quasi konserviert, weil ich mich so sehr auf die neue Schwangerschaft konzentriert habe. Die Quittung kam dann nach der Geburt. Ich bekam eine Wochenbettdepression, die sich verfestigt hat und erst jetzt nach langer Therapie überwunden worden ist.

Ich wünsche dir und deiner Familie von Herzen, dass ihr die Entscheidung trefft, die für euch richtig ist und ihr als Familie wieder glücklich werdet. Hört tief in euch hinein und brecht nichts über das Knie. 
Körperlich kannst du direkt loslegen auch wenn es sehr heftig für deinen Körper ist, aber es gibt so viele Geschwisterkinder, die nur 1 Jahr auseinander sind. Meine Tochter kam 1 Jahr und 9 Tage nach ihrem Himmelsbruder auf die Welt.
Der größere Part wird deine Psyche sein. 

Sprecht viel mit eurer Tochter. Es gibt das Buch Lilly ist ein Sternenkind. Das hat unserem Sohn gut erklärt was passiert ist. Für unseren Sohn ist es so, dass er 2 Geschwister hat. So antwortet er auf die Frage. Er hat es sehr gut verarbeitet und wir Erwachsenen können uns eine dicke Scheibe davon abschneiden. Vielleicht ist das auch ein Weg für deine Tochter. Sie hat ja einen kleinen Bruder...

Ich wünsche euch alles Liebe!

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