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SS-Abbruch ja oder nein

4. April 2007 um 10:30

Hallo zusammen,

ich weiß seit 2 Wochen, dass ich schwanger bin. Da ich sehr früh nach der Befruchtung bereits beim Arzt war, konnte man noch nicht sehen, ob die Schwangerschaft richtig angelegt und die Befruchtung erfolgreich ist. Daher hatte ich gestern erneut einen Termin alles i. O.

Mit der Ärztin habe ich dann die Beratung durchgeführt (die mir aber nichts gebracht hat) und für nächsten Donnerstag einen Termin zum Abbruch vereinbart.

Mit meinem Freund habe ich mehrere Gespräche zu dem Thema geführt. Wir sind zwar zusammen aber gefühlsmäßig kann ich nicht von Liebe sondern nur von Sympathie sprechen. Ich hab ihn gern, hab ihn lieb aber mehr auch nicht. Wir sind auch gerade erst seit 2 Monaten zusammen und in dieser Zeit hat es schon derbe oft gekracht. Daher konnten sich die Gefühle auch nicht so positiv entwickeln.

Tja, und nun sind wir schwanger. Wir waren unvorsichtig...dumm...
Er drängt mich zu nichts. Wäre eher dafür, dass wir abtreiben da er sich nicht bereit fühlt (er ist 26 und ich 25), weil seine finanzielle Situation es nicht zulässt und weil unsere Beziehung das reinste Chaos ist.

Ich tendierte eine Woche lang ganz klar zum Abbruch und bin jetzt wieder bei ich weiß es nicht. Ich hab wirklich keine Ahnung. Ich weiß nicht, ob ich einen Abbruch verkrafte, ich weiß nicht, ob ich reif für ein Kind bin, ich weiß nicht, ob ich das Leben gehandelt bekomme...Meinen Job habe ich seit 2,5 Monaten den wäre ich auf alle Fälle los (Probezeit). Ich arbeite in der Werbung und da ist Halbtags auch nicht drin. Selbst nach der Geburt muss ich mit Arbeitszeiten von 9 bis 20 Uhr rechnen wohin mit dem Kind? Mein Freund hat ähnliche Arbeitszeiten im Außendienst auch er ist nicht da.

Ich bin vor 4 Wochen umgezogen, hab eine viel zu teure Wohnung und derzeit ca. 3.500 Euro Schulden durch den Umzug, die ich nicht abzahlen kann wenn ich meinen Job verliere oder ein Kind habe, was ebenfalls Geld kostet. Ein erneuter Umzug z. B. zu meinem Freund ist kostenseitig auch nicht drin. Er hat ebenfalls mehrere 1000 Euro Schulden (Umzug, Auto,...).

Dann kommt dazu, dass ich erst seit 5 Monaten in der Stadt lebe und somit keinen Freundeskreis habe (der ist 300 km weit entfernt). Meine Mutter (berufstätig) wohnt auch 3 Autostunden weit weg, meine Großeltern 5 Autostunden. Die Mutter meines Freundes geht ebenfalls Vollzeit arbeiten. Heißt, ich weiß gar nicht wohin mit dem Kind wenn die Kitas schließen oder wenn es krank ist...

Momentan bin ich auch noch sehr egoistisch. Ich will am Wochenende lange schlafen, ausgehen, trinken, rauchen....Mit Kind ist das erst einmal alles nicht mehr möglich. Ich will noch eine Weile mein Leben leben und noch ein paar Dinge erleben und sehen. Ich habe eine tolle Wohnung, die ich eigentlich nicht aufgeben möchte.

Andererseits denke ich mir, ich hab mich in den letzten 5 Jahren genug ausgetobt. Vielleicht ist es gar nicht so schlimm mich jetzt zu setteln und ruhiger zu werden ich weiß nur nicht, ob ich dazu bereit bin...

Warum ich mich mit einem Abbruch schwer tue?! Naja, es ist ein Kind...mein Kind...Was kleines süßes knuddeliges. Etwas, das einem Ganz viel gibt und die Prioritäten im Leben neu positioniert. Ich hab einfach nur Angst, dass ich dem nicht gerecht werden kann oder dadurch in eine so schlimme finanzielle Situation gerate, dass es steil bergab geht.

Ich weiß nicht, ob ich meine innere Zerrissenheit hier darstellen konnte. Vielleicht klingt das für euch auch alles gar nicht so dramatisch.

Ich bin euch für jegliche Art von Kommentaren dankbar, vielleicht ist jemand in einer ähnlichen Lage.

Vielen lieben Dank!

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4. April 2007 um 10:48

Mir ging es so wie dir!
Ich bin letztes Jahr im August ungeplant schwanger geworden und ich war mit dem Papa von meinem Kleinen nicht mal zusammen. Für ihn kam nur Abtreibung in Frage,er fühle sich nicht reif (mit 30),die finanzielle Situation,dass mit dem Kinder kriegen hätte er sich anders erträumt...bla bla...Weißt du, Männer fühlen sich heutzutage nur sehr selten bereit für ein Kind. Ist so ein komisches Phänomen. Blos keine Verantwortung übernehmen,gibt ja noch Abtreibung.
Naja...beruflich sah es bei mir so aus,dass ich zu dem Zeitpunkt erst 2 Monate meine Ausbildung hinter mir hatte. Hatte einen befristeten Arbeitsvertrag. Von meinen Eltern wohnte ich 165km weit weg und Freunde hatte ich da eigentlich auch keine.
Bis zu dem Zeitpunkt habe ich gearbeitet,bin feiern gegangen und das nicht zu wenig. Ich hab nur für mich gelebt. Klamotten kaufen, Spass haben,dass waren mir so die wichtigsten Dinge im Leben.
Tja und von einem auf den anderen Tag war alles anders. Als ich darüber nachgedacht habe,ob ich das Baby möchte oder nicht war ich immer hin und her gerissen. Mal dachte ich: Ja,Abtreibung und im nächsten Moment wieder nein,auf keinen Fall,das kann ich nicht. Ich war total fertig,hab viel geweint
Ich hatte dann auch schon einen Termin zum Abbruch und an dem Morgen,als ich augewacht bin,wusste ich: Ich behalte mein Baby.
Klar,mein Leben hat sich jetzt schon um 180Grad gedreht. Mein Arbeitsvertrag wurde nicht verlängert, ich bin wieder in die Heimat gezogen,meine Ersparnisse sind aufgebraucht. Vom Kindesvater hab ich seit Sep06 nichts mehr gehört oder gesehen. Aber ich hab keine Sekunde daran gezweifelt das Falsche getan zu haben. Für mich wäre eine Abtreibung das Falsche gewesen und ich wär bestimmt meines Lebens nicht mehr Froh geworden,wenn ich hätte damit Leben müssen.

Überleg dir also gut,was dir wichtig ist. So ein Kind verändert dein ganzes Leben. Du wirst dich komplett neu organisieren müssen und das wird alles auch nicht leicht. Aber ein Abbruch ist auch nicht leicht zu verkraften und damit muss man auch Leben können. Triff die richtige Entscheidung!

lg
Evelyn
35.SSW

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4. April 2007 um 16:22

...
zum ersten habe ich dafür leider keinen platz. in meiner wohnung könnte ich das kleine so lang es bei mama schläft mit unterbringen. sobald es ein eigenes zimmer braucht, müsste ich umziehen. für ein au-pair-mädchen hätt ich keinen schlafplatz und leider auch kein geld (hatte ich auch schon drüber nachgedacht).

aber danke für den denkanstoß.

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4. April 2007 um 16:24
In Antwort auf yelena_12119032

Mir ging es so wie dir!
Ich bin letztes Jahr im August ungeplant schwanger geworden und ich war mit dem Papa von meinem Kleinen nicht mal zusammen. Für ihn kam nur Abtreibung in Frage,er fühle sich nicht reif (mit 30),die finanzielle Situation,dass mit dem Kinder kriegen hätte er sich anders erträumt...bla bla...Weißt du, Männer fühlen sich heutzutage nur sehr selten bereit für ein Kind. Ist so ein komisches Phänomen. Blos keine Verantwortung übernehmen,gibt ja noch Abtreibung.
Naja...beruflich sah es bei mir so aus,dass ich zu dem Zeitpunkt erst 2 Monate meine Ausbildung hinter mir hatte. Hatte einen befristeten Arbeitsvertrag. Von meinen Eltern wohnte ich 165km weit weg und Freunde hatte ich da eigentlich auch keine.
Bis zu dem Zeitpunkt habe ich gearbeitet,bin feiern gegangen und das nicht zu wenig. Ich hab nur für mich gelebt. Klamotten kaufen, Spass haben,dass waren mir so die wichtigsten Dinge im Leben.
Tja und von einem auf den anderen Tag war alles anders. Als ich darüber nachgedacht habe,ob ich das Baby möchte oder nicht war ich immer hin und her gerissen. Mal dachte ich: Ja,Abtreibung und im nächsten Moment wieder nein,auf keinen Fall,das kann ich nicht. Ich war total fertig,hab viel geweint
Ich hatte dann auch schon einen Termin zum Abbruch und an dem Morgen,als ich augewacht bin,wusste ich: Ich behalte mein Baby.
Klar,mein Leben hat sich jetzt schon um 180Grad gedreht. Mein Arbeitsvertrag wurde nicht verlängert, ich bin wieder in die Heimat gezogen,meine Ersparnisse sind aufgebraucht. Vom Kindesvater hab ich seit Sep06 nichts mehr gehört oder gesehen. Aber ich hab keine Sekunde daran gezweifelt das Falsche getan zu haben. Für mich wäre eine Abtreibung das Falsche gewesen und ich wär bestimmt meines Lebens nicht mehr Froh geworden,wenn ich hätte damit Leben müssen.

Überleg dir also gut,was dir wichtig ist. So ein Kind verändert dein ganzes Leben. Du wirst dich komplett neu organisieren müssen und das wird alles auch nicht leicht. Aber ein Abbruch ist auch nicht leicht zu verkraften und damit muss man auch Leben können. Triff die richtige Entscheidung!

lg
Evelyn
35.SSW

...
du machst mir mut! und zu meiner mama zu ziehen war bisher noch gar keine alternative (also da hatte ich noch gar nicht dran gedacht), aber klar, wenn alle stricke reißen - warum nicht!

man verliert sich so in gedanken, kommt vom hundertsten ins tausendste...das ist echt schlimm. ich hab auch echt angst davor, dass ich vor der entscheidung nicht an alle wichtigen punkte gedacht habe.

vielen dank für deine antwort!

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5. April 2007 um 13:44

Bitte nicht...
... allein wenn du schon an deiner Entscheidung zweifelst, dann wirst du damit wohl kaum fertig werden.
Bin zwar ein Mann, aber im Moment in einer ähnlichen Situation.
Ich will das Kind auf jeden Fall, meine Freundin aber nicht...
hab auch nen Beitrag hier stehen...kannst ihn ja auch mal lesen

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5. April 2007 um 17:42
In Antwort auf ima_12096759

...
du machst mir mut! und zu meiner mama zu ziehen war bisher noch gar keine alternative (also da hatte ich noch gar nicht dran gedacht), aber klar, wenn alle stricke reißen - warum nicht!

man verliert sich so in gedanken, kommt vom hundertsten ins tausendste...das ist echt schlimm. ich hab auch echt angst davor, dass ich vor der entscheidung nicht an alle wichtigen punkte gedacht habe.

vielen dank für deine antwort!

Es wird nicht leicht, egal wie du dich entscheidest...
Ich habe vor ein paar Tagen einen Abbruch hinter mir. Ich sage dir, ich würds NIE wieder machen. Ich fühl mich elend und schlecht. Ich dachte ich wäre dem ganzen nicht gewachsen, mein Freund wollte auch noch kein Kind, aber wir sind zusammen. Trotzdem hab ich abgetrieben und mache mir wirkliche Vorwürfe. Wenn ich die Zeit zurück drehen könnte, ich würds tun. Ach wie cih euch jetzt alle beneide, die sich trauen ihre Babies zu bekommen, obwohl eure Lebenslage auch nicht so perfekt zu sein scheint. Es ist das schrecklichste was ich je tun musste. Ich will dich nciht beeinflussen, ich wollte dir nur sagen, das es mir nach meinem Abbruch, total mies geht und ich jetzt viel stärker wäre mein Leben mit Baby in Angriff zu bekommen. Ich wünsche dir ganz viel Kraft und Mut, das du die richtige Entscheidung triffst.
Liebe Grüße!!!

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6. April 2007 um 8:53

Hallo samia81,
als ich mit 20 schwanger wurde war meine situation nicht bedeutent besser als deine...

ich wollte abtreiben, hatte die kostenübernahme, die bescheinigung fürs gespräch, einen termin und schon die krankmeldung in der tasche. an dem morgen als es passieren sollte habe ich mich für mein kind entschieden! es war die beste entscheidung meines lebens!

ich hatte damals, genau wie mein freund, ein recht kostspieliges drogenproblem. wir hatten zusammen 5.000 euro schulden. ich wohnte auf einem campingplatz in einer 30qm hütte und war genau wie mein freund noch in der ausbildung. kurz bevor ich erfahren habe das ich schwanger bin hatte ich mit ihm schluss gemacht... die beziehung lief überhaupt nicht gut!
-- könntest du dir in dieser situation ein kind vorstellen??? --

zur geburt sah es dann so aus:
er kam zu mir zurück. wir verkauften die hütte auf dem campingplatz und mein auto, wir waren somit schuldenfrei. ich hatte meine ausbildung verkürzt und abgeschlossen, seine war auch zu ende. er wurde zwar nicht übernommen, fand aber einen monat vor der geburt einen job so das wir unser leben endlich selbst finanzieren konnten (wir haben 2 monate sozialhilfe bekommen). wir sind in eine schöne 4 zimmer wohnung gezogen und haben diese selbst renoviert. die drogen waren schon lange kein thema mehr! im mai 2004 kam dann meine wunderschöne und gesunde kleine tochter auf die welt.

inzwischen bin ich mit meinem freund seit letzem jahr dezember verheiratet und unsere kleine tochter hat eine 1,5 jahre alte schwester (geplant). wir wohnen in einem haus, haben einen hund und er hat einen noch besseren job gefunden. ich habe meine entscheidung nie bereut! ganz ehrlich: mein leben ist schön!

ich bin nun wieder schwanger (ungewollt) und habe lange über abtreibung nachgedacht. meine beiden mädels sind ja noch recht klein und zeitintensiv... wir sind gerade noch in der renovierung. aber ich kann es nicht! wir werden das jetzt auch noch hinkriegen...
ein paar monate hab ich ja noch und bis dahin ist das haus hoffentlich fertig.

ich verurteile frauen nicht die abtreiben. ich hätte es damals selber fast getan und habe auch wieder darüber nachgedacht. es ist nur so das ich glaube damit einfach nicht fertig werden zu können. kinder sind ja auch was schönes! (das weiß ich aber erst seit dem ich mama bin)

ich hoffe du findest für dich den richtigen weg... und wenn du noch einen spielkamaraden für dein kleines suchst - ich bin auch gerade in der 9. woche schwanger

spaß bei seite, mal im ernst: kinder stellen das leben auf den kopf! aber was viel wichtiger ist: sie berreichern es... es lohnt sich! wenn du mama werden würdest, bin ich mir sicher das du diese entscheidung nicht eine sekund bereuen wirst!!! Für Probleme gibt es immer eine Lösung, auch wenn man sie nicht auf anhieb sieht!

Liebe Grüße

Friederike

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7. April 2007 um 1:25

Bitte kein AB
Hallo,
behalte es. Nach einem AB gehts Dir wirklich nicht gut und das ist viel schlimmer als mit 1 Kind.
Gut die ersten Monate sind streßig aber ausgehen und Spaß haben kann man mit einem Kind noch locker und man erlebt noch mehr als vorhin.
Ist halt doof daß die Omas weit weg wohnen.
Geh doch mal auf WWW.nachabtreibung.de
Dann kannst Du Dir ein Bild machen wie es danach sein wird, einfach nur furchtbar...
lg

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