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Spätabtreibungen

10. Juli 2008 um 10:05 Letzte Antwort: 8. Juni 2018 um 10:39

da ich das Thema Spätabtreibungen interessant finde würde ihc gerne darüber diskutieren.
was haltet ihr davon und unter welchen Voraussetzungen würdet ihr es machen?
ich hoffe das diese Diskussion auf einer sachlichen Ebene stattfindet.

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10. Juli 2008 um 12:50

Hallo!
Spätabtreibungen sind Schwangerschaftsabbrüche, die nach der 12SSW gemacht werden.

In Deutschland werden Spätabbrüche meist aus medizinischen Gründen durchgeführt, also, wenn das Kind behindert ist, oder das Leben der Mutter auf dem Spiel steht. Solche Abbrüche sind aber mit einer "normalen" Abtreibung nicht vergleichbar. Die Frauen müssen das Tote kind zur Welt bringen (außer das Kind liegt Quer) um sich zu verabschieden. Wie auch bei einer Totgeburt. So etwas ist schrecklich!! Man fühlt nur Trauer, Schmerz und Leid! Es gibt keine Hoffnung mehr, und man fühlt sich so, als ob man nie wieder Liebe oder Freude empfinden könnte. Es ist grauenvoll.

In England jedoch werden Schwangerschaftsabbrüche bis zu 24SSW vorgenommen, also werden Spätabbrüche auch ohne medizinische Gründe vorgenommen. Wenn man bedenkt, dass ein Fötus bereist ab der 22SSW überlebensfähig ist, sind diese Spätabbrüche in meinen Augen unverständlich und auch grausam.

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10. Juli 2008 um 16:11

Es ist
Euthanasie!
Was soll es denn sonst sein?
beim Down-Syndrom wußte ich ehrlich gesagt auch nicht wie ich mich entscheiden würde...
Das ist ganz ganz schwierig!!

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11. Juli 2008 um 10:09

Meiner Meiung nach
finde ich es auch erschreckend das ein Kind mit einer Hasenscharte abgetrieben wird, obwohl diese nach der Geburt behoben werden kann.
auch kinder mit einem down syndrom sind so liebenswerte menschen.

wie es bei schwerwiegenden fällen ist kann ich nicht beurteilen da ich keine Erfahrungen habe. obwohl ich mir dann auch immer sage, wenn du dein Kind gesund auf die Welt bringst und es einen schweren Unfall hat und dadurch behindert ist, möchtest du es ja auch nciht zurück in den Himmel schicken.
aber wie gesagt ich kann es nicht genau beurteilen weil ich es noch nciht erlebt habe

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11. Juli 2008 um 10:43

Hallo
Nun ja, aber wie viele Frauen gibt es dann wirklich, die einfach so behaupten Selbstmord zu begehen, wenn sie nicht in der 25 SSW abbrechen? Andererseits glaube ich ist es für Frauen, die wirklich vorm Selbstmord stehen, weil sie unter einer extremen psychischen Belastung leiden, auch nicht leicht. Z.B. ein Frau ist schwanger und freut sich bereits auf ihr Kind, will es aber den Freund/Vater oder wen auch immer nicht sagen, weil es Angst hat, sie würden sie zu einer Abtreibung drängen, deswegen wartet sie. Weil wenn es da ist, dann wirds schon passen. Dann sieht man den Babybauch und alles fliegt auf - sie steht unter enormen Druck, hat vielleicht sogar psychische Probleme, wie Depressionen und sieht den Selbstmord als letzten ausweg?
Obwohl ich in dem Fall psychatrische Behandlung sicher Sinnvoller fände, als das Kind abzutreiben.
Nur, manche Ärzte sehen das vielleicht so: Entweder es stirbt nur das Kind oder Mutter mit Kind...
Ist ein schwieriges Thema.

Wenn mein Kind Down-Syndrom hätte, würde ich es wahrschenlich nicht abtreiben. Ich kenne Menschen mit Down-Syndrom und diese führen ein fast normales Leben, genauso wie ihre Familien. Wenn es aber Frauen gibt, die nicht damit Umgehen können, dass sie ein behindertes Kind bekommen, darf man diese auch nicht verurteilen. Die Grenze ist bei jedem Menschen eine andere, ab wann eine Abtreibung wegen Behinderung und ab Wann nicht.
Ich kenne übrigens eine Frau, die zu einem ganz schwer behinderten Kind schwanger ist: Die Überlebenswahrscheinlichkeit nach der Geburt beterägt 18% und da es einen Herzfehler hat, muss es nach der Geburt sofort operiert werden, um Leben zu können. Es wird vermutet, dass das Kind aufgrund der Behinderungen ständige Schmerzen hat und man eben nicht weiß ob man diese je Lindern kann, wenn es Überlebe würde. Diese Frau hat sich dennoch für das Kind entschieden, da es ja eine Chance gibt. Ich weiß nicht, ob ich das geschafft hätte.

Stimmt schon, früher war es Schicksal, aber du musst auch bedenken, dass man heute zwar schief angeguckt wird, aber man dennoch Unterstützung bekommt und es wird versucht, den Kindern ein ganz normales Leben zu ermöglichen. Früher wurden diese Menschen von der Gesellschaft ausgeschlossen und auch oft wegen ihrer Behinderungen umgebracht (--> T4).

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11. Juli 2008 um 10:55
In Antwort auf berlin_13021259

Es ist
Euthanasie!
Was soll es denn sonst sein?
beim Down-Syndrom wußte ich ehrlich gesagt auch nicht wie ich mich entscheiden würde...
Das ist ganz ganz schwierig!!

Euthanasie
ist aber grundsätzlich auch nicht schlecht. Es kommt aber natürlich auf den Willen des jeweiligen Menschen, das Alter, die Schmerzen und die Heilungschancen an.

Für mich wäre der Punkt, mich sterben zu lassen, dann erreicht, wenn ich durch die Nase ernährt werden müsste. Oder wenn mir nur noch Herz- und Lungenmaschinen das Leben ermöglichen, darf man die von mir aus gerne Abschalten. Oder aber auch, wenn ich einen schweren Unfall hätte und meine Überlebenschancen schon gering wären und ich, wenn ich wieder werden würde, ständige Schmerzen hätte oder gelähmt wäre. Oder nach einen Kopfunfall geistig Behindert wäre und bis zu meinen Tod meiner Familie zur Last fallen würde. Das sind für mich Gründe MICH zu töten.

Und da wir bei Euthanasie sind: Peter Singer? Was sagt ihr zu seinen Ansichten?

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11. Juli 2008 um 12:21
In Antwort auf klara_12087950

Euthanasie
ist aber grundsätzlich auch nicht schlecht. Es kommt aber natürlich auf den Willen des jeweiligen Menschen, das Alter, die Schmerzen und die Heilungschancen an.

Für mich wäre der Punkt, mich sterben zu lassen, dann erreicht, wenn ich durch die Nase ernährt werden müsste. Oder wenn mir nur noch Herz- und Lungenmaschinen das Leben ermöglichen, darf man die von mir aus gerne Abschalten. Oder aber auch, wenn ich einen schweren Unfall hätte und meine Überlebenschancen schon gering wären und ich, wenn ich wieder werden würde, ständige Schmerzen hätte oder gelähmt wäre. Oder nach einen Kopfunfall geistig Behindert wäre und bis zu meinen Tod meiner Familie zur Last fallen würde. Das sind für mich Gründe MICH zu töten.

Und da wir bei Euthanasie sind: Peter Singer? Was sagt ihr zu seinen Ansichten?

Ah
Peter Singer ist für mich krank. sorry aber seine Ansichten sind für MICH menschenverachtend. Töten von Neugeborenen bis zum 1. Lebensmonat, nein danke

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11. Juli 2008 um 13:18

Kurz zum Thema....
Ich bin grundsätzlich für eine liberalere Fristenregelung bis hin zur 22gsten Schwangerschaftswoche, ähnlich wie es Holland handhabt.

Ich finde man sollte der Frau soviel Selbstbestimmungsrecht einräumen über ihren Körper bestimmen zu können bis der Fötus lebensfähig ist. Der Limes ist daher so bei der 22gsten Woche, was auch in Holland die begründung ist, dass man danach keinen AB mehr vornehmen darf - eben weil nacher der Fötus eigenständig leben könnte (mehr oder weniger).

Zur rechtlichen Sicht:

Spätabbrüche dürfen nur in Krankenhäusern durchgeführt werden. Es muss hierzu entweder eine medizinische oder embroypathische Indikation vorliegen.
Bei embryopathisch: Das muss von einem Facharzt festgestellt werden, der anschließend den Abbruch aber nicht vornehmen darf.
Bei einer medizinischen Indikation das selbe. Für den Fall dass die Frau sagt, sie schafft es psychisch nicht (Selbstmord etc.) muss ein entsprechendes Gutachten vorgelegt werden.

Für den Abbruch selber gibt es unterschiedliche Methoden,
normalerweise wird aber wie schon gesagt, die Geburt eingeleitet. Bis zur 14 manchmal auch 16ten Schwangerschaftswoche kann teilweise die Schwangerschaft abgesaugt werden.
Um eine Lebendgeburt auszuschließen, wird wie bei einem medikamentösen SSA in späterem Stadium entweder vorher Mifepriston ("Abtreibungspille") verabreicht und 48 Stunden später das E2 Prostaglandin Misoprostol.
Bei weit fortgeschritteren Schwangerschaften, besteht die Möglichkeit, die Vitalfunktionen des Fötus durch eine Injektion Kaliumchlorid direkt in das Herz, oder die entsprechende Nabelschnurvene einzustellen. Außerdem besteht auch die Möglichkeit, den Fötus zu narkotisieren.

Rivanol wie oft behauptet wird, wird mittlerweile kaum oder gar nicht mehr eingesetzt.
Auch die "Partial Birth Abortion" oder auch Teilgeburtsabtreibung wird hierzulande wie auch in den USA nicht mehr angewandt.
Trotzdem wird es von pro Life und anderen extremistischen Seiten weiterhin behauptet.
Diese Methode ist relativ unästhetisch, hat allerdings trotzdem ein paar klare Vorteile. (zumindest medizinisch betrachtet)

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11. Juli 2008 um 13:25

Stimmt...
Es ist recht einfach und ich kenne Fälle, wo in der Tat "Lappalien" vorlagen und auch mit Selbstmord druck ausgeübt wurde. Man kann mit "psychischen" Belastungen in der Tat recht einfach einen Abbruch erwirken der dann sogar auch noch gezahlt wird.

Es stimmt im übrigen, dass eine Hasenscharte oftmals grund für einen Abbruch sein kann. Leider ist es aber so, dass bei diesem Defekt oft auch andere Krankheiten auftreten (vorallem psychische Beeinträchtigung) z.B.

Ich finde nicht dass es die Schuld der Pränataldiagnostik ist.
Das einzige Problem ist, dass es gelegentlich oder besser selten, zu falsch positiven Ergebnissen kommt. Jede Mutter kann sich während der Schwangerschaft entscheiden, inwieweit sie informiert werden möchte oder "Zusatzangebote" wie Fruchtwasserpunktion in Anspruch nehmen will oder eben nicht.

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11. Juli 2008 um 14:47
In Antwort auf sitr_12762596

Kurz zum Thema....
Ich bin grundsätzlich für eine liberalere Fristenregelung bis hin zur 22gsten Schwangerschaftswoche, ähnlich wie es Holland handhabt.

Ich finde man sollte der Frau soviel Selbstbestimmungsrecht einräumen über ihren Körper bestimmen zu können bis der Fötus lebensfähig ist. Der Limes ist daher so bei der 22gsten Woche, was auch in Holland die begründung ist, dass man danach keinen AB mehr vornehmen darf - eben weil nacher der Fötus eigenständig leben könnte (mehr oder weniger).

Zur rechtlichen Sicht:

Spätabbrüche dürfen nur in Krankenhäusern durchgeführt werden. Es muss hierzu entweder eine medizinische oder embroypathische Indikation vorliegen.
Bei embryopathisch: Das muss von einem Facharzt festgestellt werden, der anschließend den Abbruch aber nicht vornehmen darf.
Bei einer medizinischen Indikation das selbe. Für den Fall dass die Frau sagt, sie schafft es psychisch nicht (Selbstmord etc.) muss ein entsprechendes Gutachten vorgelegt werden.

Für den Abbruch selber gibt es unterschiedliche Methoden,
normalerweise wird aber wie schon gesagt, die Geburt eingeleitet. Bis zur 14 manchmal auch 16ten Schwangerschaftswoche kann teilweise die Schwangerschaft abgesaugt werden.
Um eine Lebendgeburt auszuschließen, wird wie bei einem medikamentösen SSA in späterem Stadium entweder vorher Mifepriston ("Abtreibungspille") verabreicht und 48 Stunden später das E2 Prostaglandin Misoprostol.
Bei weit fortgeschritteren Schwangerschaften, besteht die Möglichkeit, die Vitalfunktionen des Fötus durch eine Injektion Kaliumchlorid direkt in das Herz, oder die entsprechende Nabelschnurvene einzustellen. Außerdem besteht auch die Möglichkeit, den Fötus zu narkotisieren.

Rivanol wie oft behauptet wird, wird mittlerweile kaum oder gar nicht mehr eingesetzt.
Auch die "Partial Birth Abortion" oder auch Teilgeburtsabtreibung wird hierzulande wie auch in den USA nicht mehr angewandt.
Trotzdem wird es von pro Life und anderen extremistischen Seiten weiterhin behauptet.
Diese Methode ist relativ unästhetisch, hat allerdings trotzdem ein paar klare Vorteile. (zumindest medizinisch betrachtet)

Also
ich finde das ganz schön heftig was in Holland möglich ist. Und jeder der sich mit Teilgeburtsabtreibungen befasst wird wissen wie menschenverachtend und einfach nur widerwärtig das ist. Welche Vorteile meinst du denn nennen zu können?
ALso ich denke dass die Frist vollkommen ausreicht.

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11. Juli 2008 um 15:05
In Antwort auf romy_12636946

Also
ich finde das ganz schön heftig was in Holland möglich ist. Und jeder der sich mit Teilgeburtsabtreibungen befasst wird wissen wie menschenverachtend und einfach nur widerwärtig das ist. Welche Vorteile meinst du denn nennen zu können?
ALso ich denke dass die Frist vollkommen ausreicht.

Vorteile der Teilgeburtsabtreibung...
... sind nur aus medizinischer Sicht von Relevanz.

- die Frau kann bereits am Nachmittag die Klinik wieder verlassen. Der Eingriff geht schnell und hat eine geringere psychische Belastung zur Folge im Gegensatz zu Eingriffen mit Mifepriston im 2 Trimester, wo die Frau den "Todeskampf" des Fötus miterlebt.

- die Frau selber übernimmt eine passive Rolle der eingriff verläuft instrumentell, die Verantwortung wird abgegeben.

-es ist vorallem für den Arzt eine enorme Erleichterung, da er den Fötus nicht "zerstückeln" muss.

-der Fötus wird oder wurde in der Regel immer narkotisiert.


Es wird der Nacken punktiert und mit einem Saugkatheter der Kopfinhalt abgesaugt. Das hat den Zweck, dass der Geburtsvorgang einfacher einzuleiten ist.
Ich räume durchaus ein, dass das eine moralisch bedenkliche Methode ist, daher wurde sie letztendlich auch in den USA gestrichen. Es gibt übrigens heutzutage auch Fälle, wenn auch selten, wo die Hirnmasse abgesaugt werden muss, beispielsweise bei "Wasserköpfen"...

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15. Juli 2008 um 15:10
In Antwort auf klara_12087950

Hallo!
Spätabtreibungen sind Schwangerschaftsabbrüche, die nach der 12SSW gemacht werden.

In Deutschland werden Spätabbrüche meist aus medizinischen Gründen durchgeführt, also, wenn das Kind behindert ist, oder das Leben der Mutter auf dem Spiel steht. Solche Abbrüche sind aber mit einer "normalen" Abtreibung nicht vergleichbar. Die Frauen müssen das Tote kind zur Welt bringen (außer das Kind liegt Quer) um sich zu verabschieden. Wie auch bei einer Totgeburt. So etwas ist schrecklich!! Man fühlt nur Trauer, Schmerz und Leid! Es gibt keine Hoffnung mehr, und man fühlt sich so, als ob man nie wieder Liebe oder Freude empfinden könnte. Es ist grauenvoll.

In England jedoch werden Schwangerschaftsabbrüche bis zu 24SSW vorgenommen, also werden Spätabbrüche auch ohne medizinische Gründe vorgenommen. Wenn man bedenkt, dass ein Fötus bereist ab der 22SSW überlebensfähig ist, sind diese Spätabbrüche in meinen Augen unverständlich und auch grausam.

...
seh ich genauso

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8. Juni 2018 um 10:39
In Antwort auf nekane_12873998

da ich das Thema Spätabtreibungen interessant finde würde ihc gerne darüber diskutieren.
was haltet ihr davon und unter welchen Voraussetzungen würdet ihr es machen?
ich hoffe das diese Diskussion auf einer sachlichen Ebene stattfindet.

Ich finde, wenn immer möglich sollte in den ersten 12 SSW abgetrieben werden, wenn schon. Spätabtreibungen kommen für mich in Frage, wenn eine Fehlbildung des Föten nicht früher erkannt werden kann. Bei schweren Fällen von Behinderung (z.B. Down syndrom) bin in jedem Fall entschieden dafür, dass sie der Abtreibung zugeführt werden.
  

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