Home / Forum / Schwangerschaft & Kinderwunsch / Schwester eines abgetriebenen Babys

Schwester eines abgetriebenen Babys

14. November 2008 um 23:36 Letzte Antwort: 24. Mai 2017 um 10:45

Meine Geschichte scheint für manche vielleicht seltsam, für mich selbst z.T. auch.

Ich bin 26 Jahre alt und habe selbst noch keine Kinder.
Ich bin Einzelkind, zumindest dachte ich das, bis ich so ca. 19 war.
Ich weiß nicht mehr, wie wir auf das Thema kamen, aber abends beim Fernsehen sagte mir meine Mutter ganz nebenbei, dass sie nach mir nochmal schwanger war.
Ich war wie versteinert, taub, stumm, total schockiert. Nach einer Weile hatte ich mich gesammelt und stellte Fragen.
Sie sagte, dass sie abgetrieben hätte, sie nannte es "Abbruch", das klingt irgendwie nicht so schlimm, weil der Arzt ihr damals gesagt hätte, das Kind wäre behindert oder eine Fehlgeburt.
Dazu muss ich noch sagen folgendes erläutern:
Ich hatte als Baby einen Herzfehler, der aber mit einem Jahr operativ behoben wurde, heute merke ich davon nichts mehr.
Für meine Eltern war das natürlich schwer. Immerhin mussten sie ein halbes Jahr lang damit rechnen, dass ich jeden Tag sterben könnte.
Ich denke, das war auch der Hauptgrund dafür, dass meine Mutter die Spirale wollte, um nicht noch ein Kind zu bekommen.
Etwa ein Jahr nach meiner OP war sie dann ein zweites Mal schwanger.
Wie gesagt, laut Arzt Fehlgeburt oder behindert, aber sie hatte dem Arzt noch abgerungen, dass es ein Junge gewesen wäre.
Daher schließe ich daraus, dass es so etwa die 12 Woche gewesen sein muss, da man da das Geschlecht erst bestimmen kann. Aufgrund von Behinderung hätte man aber sicher auch noch später abtreiben können, also weiß ich nicht, wie weit die Schwangerschaft wirklich fortgeschritten war.

Mich ließ der Gedanke nie los, dass ich fast einen Bruder gehabt hätte.

Mit etwa 22 bin ich dann nach einer Unterrichtsstunde in Pädiatrie (Ich habe eine medizinische Ausbildung gemacht.), wir behandelten Embryonalentwicklung etc., heulend zusammen gebrochen, obwohl ich eigentlich ein sehr rationaler Mensch bin, der öffentlich keine Gefühle zeigt.
Das hat mich erschreckt und ich verstand diese Reaktion nicht.

Erst Jahre später, als ich wegen verschiedener schwieriger Lebenslagen in psychologischer Behandlung war, bekam ich langsam einen Eindruck für den Grund des Zusammenbruchs.

Je mehr ich selbst in das Alter komme, wo ich selbst Kinder haben könnte, lässt mich der Gedanke an meinen Bruder nicht los.
Ich sehe in meinem Kopf Bilder, wie der kleine Embryo eine diffuse Angst hat, nicht versteht, was mit ihm passiert, bevor er aus seiner Mutter herausgerissen wird.
Ich habe medizinische Bildung und ich weiß, welche Kraft und welchen Lebenswillen ein Embryo haben muss, um soweit zu kommen.

Erst vor ein paar Wochen hatte ich endlich den Mut einen Frauenarzt zu fragen, welche Wirkung eine Spirale im Einzelnen hat. Ich dachte immer, die Kupferionen der Beschichtung schädigen den Embryo, damit ihn der Körper abstößt.
Aber das ist laut Arzt nicht so.
Die Ionen verändern nur das Milieu, so dass der Embryo sich quasi nicht "wohl fühlt". Schafft er es trotzdem, sich einzunisten, besteht keine große Gefahr durch die Spirale. Der Doktor meinte es spräche für eine außerordentliche Qualität der Ei- und Samenzellen, wenn der Embryo so stark ist, um sich bis dahin "durchzuschlagen" gegen alle Widrichkeiten.
Er meinte auch, dass man die Spirale vorsichtig ziehen kann im Fall einer Schwangerschaft oder man lässt sie drinnen, wenn sie nicht mehr raus geht, dann ist maximal eine etwas erhöhte Infektionsgefahr, durch den Faden, der aus dem Muttermund hängt, der aber meist schnell durch die dicker werdende Schleimhaut "verschluckt" wird, womit die Gefahr dann gebannt ist. Das Ganze wird dann mit der Nachgeburt ausgeschieden.
Damals hatte man wohl in der DDR, wo ich her komme, einen eher lockeren Umgang mit Abteibung. Außerdem meinte man wohl, wenn die Spirale schon eine Schwangerschaft zulässt, was ja eigentlich ein "Fehler des Geräts" ist, möchte man der Frau doch einen Gefallen tun, und die gewünschte Wirkung anderweitig her stellen. Das hieß dann, man zog die Spirale unsanft und musste dann natürlich eine Ausschabung vornehmen.

Ich weiß jetzt aber, dass mein Bruder weder behindert, noch eine Fehlgeburt gewesen wäre. Die Ansichten der Zeit haben sein Leben gekostet.

Das Schlimme daran ist, dass ich das Gefühl habe, er hat sich durch so viele Widrigkeiten gekämpt, aber am Ende hat ihn seine eigene Mutter aufgegeben.
Sie hat ihn nie erwähnt, nie darüber geredet. Damit ist er mehr als tot, denn durch Erinnerung lebt man irgendwie weiter.
Diese Babys bekommen kein Grab, sie werden mit dem Krankenhausmüll entsorgt.
Es tut mir weh, dass ich kein Grab habe, an dem ich meinen Bruder besuchen kann, dass niemand aussprechen will, dass es ihn gab, dass sein Herz geschlagen hat und er gelebt hat, aber niemand das "zugeben" will.

Ich war erst zwei Jahre alt, aber ich habe gespürt, dass etwas fehlt.
Solange ich mich als kleines Kind erinnern kann, lag meine Mutter nur mit Kopfschmerzen auf dem Sofa. Sie konnte zu mir nie mehr eine richtige Beziehung aufbauen. Heute bin ich sicher, dass sie handfeste Depressionen hatte.
Ich habe meine ganzes Leben lang nach dem gesucht, was fehlt. Jetzt weiß ich, das mein Bruder fehlt, aber er ist fort und ich kann ihn nicht zurück holen.

Ich will jetzt natürlich niemandem Vorwürfe machen oder ein schlechtes Gewissen einreden. Es ist das Recht jeder Frau, sich für oder gegen ein Kind zu entscheiden und niemand sollte sie dabei beeinflussen dürfen, weder Freund, noch Eltern, oder sonstwer.
Ich will eher sagen, hört auf euer Herz, denn ihr müsst den Rest eures Lebens mit der Entscheidung leben, egal wie sie ausfällt. Es kann im gegebenen Fall tatsächlich die bessere Lösung sein, ein Kind nicht zu bekommen.
Aber ich möchte auch sagen, wenn ihr die Entscheidung getroffen habt, teil sie mit euren Angehörigen, denen ihr vertraut.
Ich leide noch heute darunter, dass meine Mutter nie etwas erwähnt hat.
Ich glaube, für sie war es die falsche Wahl, auch wenn sie eigentlich keine Wahl hatte, da ja aufgrund der angeblichen Behinderung nah gelegt wurde, abzutreiben.

Ich weiß nicht, wie ich damit leben soll, dass mein Bruder nicht da ist, obwohl er hätte da sein sollen.
Manchmal bin ich so traurig, weine und vergrabe mich in meinem Zimmer.
Bald ist Weihnachten und ich sehe mich mit meinen Eltern unterm Weihnachsbaum. Ich werde wissen, dass jemand fehlt und niemand wird je darüber reden. Ich weiß nicht, wie ich das aushalten soll.
Aber wenn ich meine Mutter frage, dann wird sie vielleicht zusammen brechen, denn ich denke sie hat nur überlebt, weil sie den Gedanken an ihr zweites Kind weit hinten ih ihren Kopf verbannt hat.
Ich dachte es würde reichen, wenn ich weiß, dass es ihn gab und an ihn denke, aber es ist nicht genug.
Ich vermisse ihn, obwohl er nie richtig da war. Das ist verrückt, aber so ist es.

Mehr lesen

15. November 2008 um 13:21

Empfehlung:
Ich kann dir eine Famileinaufstellung nach Hellinger empfehlen wo du geneu diese Problematik aufstellen sollstest, damit du zum inneren Frieden kommst.

Zum anderen finde ich dass deine Mutter die Entscheidung getroffen hat, WARUM AUCH IMMER, ist egal. Es ist ihr Leben und nicht deines. Und das solltest du so lassen.
Wenn du in einer Ausbildung augepasst hast, dann müsstest du wissen, dass in diesem sTadium der SS die Nervenbahnennoch nicht entwickelt sind, folglich keine Schmerzen stattfinden können.

Ich wünsche dir was.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
16. November 2008 um 13:29

Ich versteh garnicht...
wieso auf den beitrag so negativ reagiert wurde,finde ich wirklich traurig.

sie öffnet sich hier weil sie unter der abtreibung ihres bruders leidet was ich zb. auch voll nachempfinden kann. würde meine mutter mir das erzählen,vor allem das auch in so einem späten stadium abgetrieben wurde,würde ich auch drunter leiden,ist doch klar. man macht sich doch solche gedanken...

sie hat noch nichtmal über ihre mutter geschimpft wieso sie das getan hat und ihr meint sie würde mit ihrem beitrag ein schlechtes gewissen einreden wollen.

wer zu seiner abtreibung wirklich steht der wird auch nie ein schlechtes gewissen haben,davon mal abgesehen. nur die,die es unüberlegt tun und sich doch nicht sicher sind,die bereuen es oder haben ein schlechtes gewissen.

mir tut sie jedenfalls leid und ich denke genauso wie jemand anderes hier,du solltest dir ein kleines grab selber machen wo du mit ihm sprechen kannst,es verarbeitest etc.. abschied nehmen kannst.

nimm dir das nicht zu herzen was manche hier schreiben.

das sind nunmal zum teil frauen (ich betone ZUM TEIL) die selber abgetrieben haben, wahrscheinlich garkein gewissen besitzen oder dergleichen und sowas eben nicht nachempfinden können.
du bist so verletzt und wirst auch noch dumm angemacht. versteh ich garnicht,ehrlich.

LG *anja*

1 LikesGefällt mir Hiflreiche Antwort !
16. November 2008 um 20:21

Ccat1982w
Hallo Ccat1982w,
es tut mir von Herzen leid, daß Du dies ganze gerade durchleben mußt.
Klar ist man geschockt, wenn man erfährt, daß man noch einen Bruder gehabt hätte. Deine Reaktion auf den Pädiarie-Unterricht zeigt, daß Du das Ganze nach dem anfänglichen Schock tief verdrängt hast. Und jetzt holt es Dich immer und immer wieder ein.
Da Du nun den medizinischen Aspekt einer Abtreibung kennst ist es nicht verwunderlich, daß Du nun eine ambivalente Beziehung zu Deiner Mutter hast. Zwischen Euch steht unausgesprochen der nicht geborene Bruder. Es ist tatsächlich wichtig, daß Du da Trauerarbeit leistest. Daß Du gespürt hast, daß in Deiner Familie etwas fehlt ist nicht ungewöhnliches. Auf der anderen Seite treibt Dich auch die existentielle Schuld um: ich darf leben, während mein Bruder nie das Leben kennenlernen durfte. Dies macht es Dir unheimlich schwer Deine Mutter zu lieben und ihr zu vertrauen. Deine geschilderte Leiden sind sehr häufig bei Angehörigen eines abgetriebenen Babys zu finden. Suche Dir eine Person oder eine Institution auf die sich auskennt mit dem PASS (Post-Abortion-Survivior-Syndr om) Ich denke Alfa oder moni@lebensgeschichten.org könnten Dir da gut weiterhelfen oder ähnliche Organisationen.
Denn Du kämpfst damit, daß Deine Eltern Dich gewollt haben, und fragst Dich, was nun passiert wäre, wenn sie Dich auch nicht gewollt hätten, Du z.B. an der Stelle Deines Bruders gewesen wärst. Wer in einer Familie in einer Gesellschaft nur "zufällig"überlebt hat, bleibt davon nicht unberührt. Vielleicht ganz unbewußt machst Du Dir doch den Vorwurf, wäre ich nicht krank gewesen, hätten meine Eltern sich keiner Sorgen um mich machen müssen....sie wollten es ja nicht wieder miterleben, dann wäre mein Bruder jetzt vielleicht am Leben (Kain-Syndrom). Und diese Schuldfrage quält Dich jetzt bitter. Deine ganze Not läßt sich in einem Satz zusammenfassen:"Warum hat meine Mutter nicht mich abgetrieben?"
Dies alles treibt Dich um, und Du kommst innerlich nicht zur Ruhe, und ich wünsche Dir so sehr, daß dies geschehen darf. Und ich bin mir sicher, daß es geschehen kann. Fange an dafür zu kämpfen und gib Dich nicht auf.
LG Itemba

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
16. November 2008 um 20:30

Na ja
überall wird progagiert, dass eine Frau das Recht hat ALLEIN zu entscheiden, was mit ihrem Bauch passiert....

Du bist jetzt in einem Alter, wo man einfach schon etwas "weiter" sein sollte... deine Mutter ist eine erwachsene Frau und hat ihre Entscheidung getroffen ohne dich zu fragen...was selbstverständlich ist und dich absolut nichts angeht, sie ist dir keinerlei Rechenschaft schuldig.

Irgendwo erscheinst du mir nicht "echt" ehrlich gesagt glaube ich dir kein einziges Wort..


Ich glaube du bist nur eine Abtreibungsgegnerin die hier schlechtes Gewissen und Schuldgefühle verbreiten soll...

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
17. November 2008 um 14:30

Ja ja
Sie schreibt doch dass sie eine medizinische Ausbildung gemacht hat und das Thema hatte.

Daraus schließe ich dass DER MOMENTANE WISSENSSTAND vermittelt wurde und der ist nunmal so, dass in diesem Stadium Schmerzen noch nicht empfunden werden. Ob sich das ganze als Fehlinformation herausstellt eines Tages ist hier unwesentlich.
Das die Abtreibungsgegner das sagen wundert mich persönlich nicht. Was die so alles sagen...

Und weisst du, es ist natürlich nicht besonders tröstlich für jemanden, der mit Vorstellungen und Träumen kämpft wegen einer Sache die jemand anders gemacht hat und die er nicht beeinflussen konnte, auch noch unter die NAse zu reiben, dass es so sein könnte, wenn es nicht mal wirklich wissenschafltich fundierte Belege dafür gibt.
Die Situation wird dadurch nicht gerade besser.

Hier geht es ja nicht um die Tatsache Abtreibung pro und Contra, sondern umd ie weitere Verarbeitung dieser GEschichte, die jahrzehnte zurück liegt und die keiner mehr ändern kann.

Aber klar, gebt ihr ruhig alle noch ein wenig mehr Stoff für Alpträume und Vision die grausam sind und die vielleicht das letzte Vertrauen in ihre Mutter kosten!

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
18. November 2008 um 9:30

Meine Mutter
hat mehrfach abgetrieben, muss aber sagen, das mich das nicht im geringsten berührt hat Ich weiss nicht, in welcher Woche sie abgetrieben hat usw habe auch nie danach gefragt, als ich das erfuhr war ich 15 oder so und hab mir eigentlich nur gedacht "zu doof zum Verhüten die Frau" (wie man merkt, hatten nicht das beste Verhältnis, aber was soll man dazu auch ganz ehrlich sagen)

Ich habe auch nie darüber nachgedacht das ich da jetzt noch Geschwister haben könnte und auch wenn ich jetzt mich hier ganz arg unbeliebt mache, ich hatte bzw habe auch echt genug Geschwister Und damit kam meine Mutter ja schon nicht klar

Mir kommt dein Thread auch komisch vor, aber vielleicht bin ich auch die "Komische" weil mich das einfach so gar nicht berührt, ich weiss es nicht.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
18. November 2008 um 13:21

Wahrscheinlich.
Mir wäre neu, dass medizinische Studien und Ergebnisse eine Wahrscheinlichkeit darstellen. Die belege hätte ich gerne mal gesehen und zwar aus neutralen Quellen und nicht aus Abtreibungsgegnerseiten.

"Da kann ich mit meinem Text nichts schlimmes mehr anrichten."

Aha! Interessant.



Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
21. November 2008 um 17:54

Erstaunliche Reaktionen
Ich war eingige Tage nicht hier im Forum.
Als ich die erstzen zwei etwas unqualifizierten Bemerkungen zu meinem Beitrag gelesen hatte, dachte ich, dass man wohl doch kein Verständnis für meine Geschichte haben kann. Daher "traute" ich mich gar nicht mehr her, bin aber froh, dass ich es doch getan habe.
Erstmal möchte ich den verständnisvollen Lesern danken, die ernsthaft versucht haben, mir Ratschläge zu geben. Ich bin froh, dass es doch nicht so abwägig ist, das mir das alles nah geht.

Erstaunlich finde ich, dass mein Beitrag als unstimmig empfunden wird und sogar unterstellt wird, dass ich mir das ausgedacht hätte.
Nun, dazu muss ich sagen, ich schreibe tatsächlich zuweilen Kurzgeschichten, in deren Richtung dieser Beitrag sogar passen würde. Allerdings denke ich, wenn ich mir das ausgedacht hätte, wäre ich froh, eine "gute" Geschichte geschrieben zu haben.
Aber so ist es definitiv nicht. Die angeblichen Unstimmigkeiten sind auch keine in der Form, wenn man richtig gelesen hätte.

<<Müssen wir jetzt den Begriff Fehlgeburt und die Konsequenzen erörtern?
Wenn es eine Fehlgeburt war, dann kann es unmöglich eine Abtreibung
gewesen sein.... !!!>>
Meine Mutter war jung und hatte kein medizinisches Wissen, sie wusste also nicht wirklich wie man Fehlgeburt oder sonstwas definiert. Man sagte ihr, es wäre entweder ein behindertes Kinde oder es würde schon vorher eine Fehlgeburt. Da hat sie sich für eine Abtreibung entschieden, weil sie weder eine Fehlgeburt noch ein behindertes Kind riskieren wollte.


<<Später stellt sich dann urplötzlich heraus, dass das Kind weder behindert
noch eine Fehlgeburt war. Seltsam, oder?>>
Ich habe mich bei einem Gynäkologen erkundigt, wie es gewesen sein könnte und zwar vor ein paar Wochen, also so etwa 24 Jahre nach dem Ereignis. Dort erfuhr ich, dass ein Spirale kein Grund für eine Behinderung oder Fehlgeburt ist. Das weiß man heute jedenfalls. Ob man es damals gewusst hat, ist mir nicht bekannt.

<<Deiner Mutter wurde gesagt, es wäre ein Junge gewesen, daraus schließt du es müsse die 12 Wo gewesen sein, oder vielleicht sogar später (Da man bei Behinderung ja auch zu einem späteren Zeitpunkt abtreiben "darf" - da ist noch,
oder wieder die Behinderung im Spiel)>>
Ich habe aus der Tatsche, dass das Geschlecht schon feststellbar war geschlossen, dass es so die 12. Woche gewesen sein müsste, weil man viel länger vorher noch keine äußeren Geschlechtsmerkmale unterscheiden kann.
Da man damals und auch heute bei bekannter schwerer Behinderung eines Kindes auch noch später als 12. Woche abtreiben darf, schloss ich daraus, dass es auch später gewesen sein könnte.
Da meine Mutter von mir auch erst erfahren hatte, als sie im 5. Monat war (das kann der Leser natürlich nicht wissen, da ich es nicht erwähnt hatte), könnte es ja sein, dass sie es auch beim zweiten Mal nicht sehr früh bemerkt hat, zumal sie mit Spirale denken musste, sie könnte gar nicht schwanger werden.

<<Ab der 12 Woche gilt das werdende Kind als FETUS. So viel zur medizinischen Bildung...>>
Bitte keine Beleidigungen. Ich hab nie gesagt, dass ich Mediziner wäre oder sowas. Ich habe eine augenheilkundliche Ausbildung, da kommt Pädiatrie und sowas vor. Also hab ich mehr medizinisches Wissen als ein kompletter Laie, bin aber auch kein Profi.

<<"Ich sehe in meinem Kopf Bilder, wie der kleine Embryo eine diffuse Angst hat,
nicht versteht was mit ihm passiert, bevor er aus seiner Mutter herausgerissen wird.">>
Es kann gut möglich sein, dass eine solche Formulierung schon irgendwo mal verwendet wurde. Ich maße mir nicht an, dass alles was ich schreibe noch nie da gewesen ist.

<<Obwohl du erst 2 Jahre alt gewesen bist, hast du gespürt das etwas fehlt.
Das wird meines Erachtens eher die fehlende Aufmerksamkeit deiner Mutter gewesen sein, die mit Kopfschmerzen auf der Couch lag...>>
Das mit der fehlenden Aufmerksamkeit mag auch ein Teil gewesen sein, aber ich bin mir sehr sicher, dass ich unterschwellig das Gefühl hatte etwas wäre nicht in Ordnung, es wäre nicht so, wie es sein sollte. Natürlich bin ich als Zweijährige sicher nicht auf die Idee gekommen ein ungeborenes Geschwisterkind zu vermuten, aber trotzdem nehmen Kinder unterschwellig sehr viel wahr, das hat mir auch meine Psychologin bestätigt. Wenn die Eltern sich streiten, dann merkt das das Kind, auch wenn sie es nie vor dem Kind tun.

<<Als du 19 Jahre warst hat dir deine Mutter von ihrer Abtreibung erzählt -
deine EIGENEN Worte...
Ganz unten aber schreibst du: "Ich leide sehr darunter, dass meine Mutter nie was erwähnt hat." !!!>>
Ja, ich habe es mit 19 erfahren, von meiner Mutter persönlich, das ist so. Wie man sich vielleicht denken kann, meinte ich, dass sie vorher nie etwas davon erwähnt hatte und auch danach nie wieder darüber gespochen hat. Es geht ja nicht in erster Linie um die Abtreibung an sich, sonder eher darum, dass ein Kind, das da gewesen war, nie wieder erwähnt wurde und es damit mehr als tot war, denn man erhält Tote ja irgendwie auf bestimmte Art "am Leben" indem man sie erwähnt und über sie redet.

<<Aber wie hätte sie dir denn ihre Gefühle mitteilen sollen (wenn es das ist, was du meinst), wo du doch nur mit deinem eigenen Ego beschäftigt bist?>>
Es ist schon seltsam, dass mir ein übersteigertes Ego vorgeworfen wird, wenn ICH doch von MEINEN Gefühlen und Empfindungen berichte. Wie sollte ich das anders ausdrücken.
Zweitens möchte ich mal zum Nachdenken darauf hinweisen: wenn jemand stirbt, an was denkt man dann?
Ist es nicht der Fall, dass man dan immer denkt wie sehr man ihn vermisst, oder vielleicht noch, wie sehr andere Angehörige unter seinem Tod leiden. Eigentlich geht es dabei nie um den Toten an sich, sonder immer um die Empfindungen der anderen.
Und an Erinnerungen mit ihm, wie es vielleicht beim Tod einer Großmutter oder sowas wäre, kann ich ja schlecht nachdenken, da es die aus verständlichen Gründen nicht gibt.

soviel erstmal zu Sternennacht2.


Ich muss sagen, ich halte mich für relativ hart im Nehmen, aber wenn ich mir vorstelle, dass jemand der so nicht ist, hier seine innersten Gefühle schildert und dann von vielen so "angegriffen" wird, ist das schon gefährlich, denn jemand könnte sich das sehr zu Herzen nehmen und Probleme bekommen.

Als nächstes möchte ich klar stellen, ich bin KEINE millitante Abtreibungsgegnerin. Ich finde es sollte natürlich wohl bedacht werden, aber wenn die Frau meint, sie sieht keine Möglichkeit das Kind zu bekommen, ist es zwar nicht schön aber OK.
Ich für mich habe ausgeschlossen, dass ich jemals abtreiben könnte, weil ich weiß, dass ich psychisch nicht damit fertig werden würde, aber ich würde keine Frau verurteilen, die es tut oder getan hat


Wie Itemba geschrieben hat, habe ich mich tatsächlich gefragt, ob meine Eltern meinen Bruder bekommen hätten, wenn ich nicht krank gewesen wäre. Aber ich habe mich auch gefragt, wenn ich an meinem Herzfehler gestorben wäre, hätten sie mich dann auch nie wieder erwähnt und so getan, als hätte es mich nie gegeben?
Das ist das eigentliche Problem.
Die Idee irgendwo eine Art Grab zu bauen, um bei ihm zu sein, finde ich nett, aber ich glaube das liegt mir nicht so. Ich gehe auch so gut wie nie zum Grab meiner Verwandten. Außerdem wohne ich weit weg von "Zuhause" und muss im Moment wegen meinem Studium alle halbe Jahre umziehen.
Es käme mir ja eher darauf an, dass meine Eltern "zugeben" dass es ihn gegeben hat, das sie mir erzählen, wie es damals für sie war, das Kind zu verlieren, ob sie wirklich gedacht haben, Zellklumpen, was solls, oder ob sie gelitten haben, all diese Ding...
Aber ich habe etwas anderes getan, so etwa mit 20.
Ich habe mir ein Tattoo machen lassen, einen Kolibri, auf der linken Seite meines Dekoltees.
Das ist die Gestalt,
die ich meinem Bruder verliehen habe,
ich trage ihn ganz nah bei meinem Herzen
und ich stelle mir manchmal vor,
wie er lebendig wird,
umher fliegt,
ein kleiner, friedlicher Vogel, der sich nur von Nektar ernährt,
niemande weh tut,
trotzdem unglaubliche Leistungen vollbringt,
so wie mein Bruder,
der gegen alle Widrigkeiten gekämpft hat
und weit gekommen ist.

Das gibt mir oft viel Kraft, denn ich habe auch einen Wirbelsäulenschaden, der operiert wurde und immer wenn ich mit meinem "minderwertigem" Körper hadere, denke ich, dass die Kinder dieser Verbindung, meiner beiden Eltern, stark sind, denn er hat sich durchgekämpft und ein paar Jahre bevor ich kam hatte man meiner Mutter gesagt, sie könnte nie Kinder bekommen, man könnte ja aber mal auf ein Wunder hoffen.

Jetzt werde ich bestimmt wieder wegen Unstimmigkeit im Text angegangen, aber es war tatsächlich so. Mit 18 oder so sagte der Arzt meiner Mutter, sie könnte keine Kinder haben, den medizinischen Grund konnte sie mir natürlich nicht nennen, und meine Oma erzählte, dass der Arzt zu ihr gesagt hätte, dass es ja aber manchmal noch Wunder gäbe.
Ich nehme an, es war irgendwas, wo man heute sagen würde, es ist nicht so wahrscheinlich auf natürlichem Weg schwanger zu werden. Sicher war sie nicht steril, so gutgläubig bin ich nun auch nicht.
Aber ich mag einfach die Vorstellung, dass meine Entstehung unwahrscheinlich war und trotzdem zustande kam. Wäre mein Erbgut minderwertig, oder hätte ich nicht einen gewissen "Kampfgeist", wäre es nicht zu meiner Entstehung gekommen.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
21. November 2008 um 21:57
In Antwort auf aggie_11958391

Erstaunliche Reaktionen
Ich war eingige Tage nicht hier im Forum.
Als ich die erstzen zwei etwas unqualifizierten Bemerkungen zu meinem Beitrag gelesen hatte, dachte ich, dass man wohl doch kein Verständnis für meine Geschichte haben kann. Daher "traute" ich mich gar nicht mehr her, bin aber froh, dass ich es doch getan habe.
Erstmal möchte ich den verständnisvollen Lesern danken, die ernsthaft versucht haben, mir Ratschläge zu geben. Ich bin froh, dass es doch nicht so abwägig ist, das mir das alles nah geht.

Erstaunlich finde ich, dass mein Beitrag als unstimmig empfunden wird und sogar unterstellt wird, dass ich mir das ausgedacht hätte.
Nun, dazu muss ich sagen, ich schreibe tatsächlich zuweilen Kurzgeschichten, in deren Richtung dieser Beitrag sogar passen würde. Allerdings denke ich, wenn ich mir das ausgedacht hätte, wäre ich froh, eine "gute" Geschichte geschrieben zu haben.
Aber so ist es definitiv nicht. Die angeblichen Unstimmigkeiten sind auch keine in der Form, wenn man richtig gelesen hätte.

<<Müssen wir jetzt den Begriff Fehlgeburt und die Konsequenzen erörtern?
Wenn es eine Fehlgeburt war, dann kann es unmöglich eine Abtreibung
gewesen sein.... !!!>>
Meine Mutter war jung und hatte kein medizinisches Wissen, sie wusste also nicht wirklich wie man Fehlgeburt oder sonstwas definiert. Man sagte ihr, es wäre entweder ein behindertes Kinde oder es würde schon vorher eine Fehlgeburt. Da hat sie sich für eine Abtreibung entschieden, weil sie weder eine Fehlgeburt noch ein behindertes Kind riskieren wollte.


<<Später stellt sich dann urplötzlich heraus, dass das Kind weder behindert
noch eine Fehlgeburt war. Seltsam, oder?>>
Ich habe mich bei einem Gynäkologen erkundigt, wie es gewesen sein könnte und zwar vor ein paar Wochen, also so etwa 24 Jahre nach dem Ereignis. Dort erfuhr ich, dass ein Spirale kein Grund für eine Behinderung oder Fehlgeburt ist. Das weiß man heute jedenfalls. Ob man es damals gewusst hat, ist mir nicht bekannt.

<<Deiner Mutter wurde gesagt, es wäre ein Junge gewesen, daraus schließt du es müsse die 12 Wo gewesen sein, oder vielleicht sogar später (Da man bei Behinderung ja auch zu einem späteren Zeitpunkt abtreiben "darf" - da ist noch,
oder wieder die Behinderung im Spiel)>>
Ich habe aus der Tatsche, dass das Geschlecht schon feststellbar war geschlossen, dass es so die 12. Woche gewesen sein müsste, weil man viel länger vorher noch keine äußeren Geschlechtsmerkmale unterscheiden kann.
Da man damals und auch heute bei bekannter schwerer Behinderung eines Kindes auch noch später als 12. Woche abtreiben darf, schloss ich daraus, dass es auch später gewesen sein könnte.
Da meine Mutter von mir auch erst erfahren hatte, als sie im 5. Monat war (das kann der Leser natürlich nicht wissen, da ich es nicht erwähnt hatte), könnte es ja sein, dass sie es auch beim zweiten Mal nicht sehr früh bemerkt hat, zumal sie mit Spirale denken musste, sie könnte gar nicht schwanger werden.

<<Ab der 12 Woche gilt das werdende Kind als FETUS. So viel zur medizinischen Bildung...>>
Bitte keine Beleidigungen. Ich hab nie gesagt, dass ich Mediziner wäre oder sowas. Ich habe eine augenheilkundliche Ausbildung, da kommt Pädiatrie und sowas vor. Also hab ich mehr medizinisches Wissen als ein kompletter Laie, bin aber auch kein Profi.

<<"Ich sehe in meinem Kopf Bilder, wie der kleine Embryo eine diffuse Angst hat,
nicht versteht was mit ihm passiert, bevor er aus seiner Mutter herausgerissen wird.">>
Es kann gut möglich sein, dass eine solche Formulierung schon irgendwo mal verwendet wurde. Ich maße mir nicht an, dass alles was ich schreibe noch nie da gewesen ist.

<<Obwohl du erst 2 Jahre alt gewesen bist, hast du gespürt das etwas fehlt.
Das wird meines Erachtens eher die fehlende Aufmerksamkeit deiner Mutter gewesen sein, die mit Kopfschmerzen auf der Couch lag...>>
Das mit der fehlenden Aufmerksamkeit mag auch ein Teil gewesen sein, aber ich bin mir sehr sicher, dass ich unterschwellig das Gefühl hatte etwas wäre nicht in Ordnung, es wäre nicht so, wie es sein sollte. Natürlich bin ich als Zweijährige sicher nicht auf die Idee gekommen ein ungeborenes Geschwisterkind zu vermuten, aber trotzdem nehmen Kinder unterschwellig sehr viel wahr, das hat mir auch meine Psychologin bestätigt. Wenn die Eltern sich streiten, dann merkt das das Kind, auch wenn sie es nie vor dem Kind tun.

<<Als du 19 Jahre warst hat dir deine Mutter von ihrer Abtreibung erzählt -
deine EIGENEN Worte...
Ganz unten aber schreibst du: "Ich leide sehr darunter, dass meine Mutter nie was erwähnt hat." !!!>>
Ja, ich habe es mit 19 erfahren, von meiner Mutter persönlich, das ist so. Wie man sich vielleicht denken kann, meinte ich, dass sie vorher nie etwas davon erwähnt hatte und auch danach nie wieder darüber gespochen hat. Es geht ja nicht in erster Linie um die Abtreibung an sich, sonder eher darum, dass ein Kind, das da gewesen war, nie wieder erwähnt wurde und es damit mehr als tot war, denn man erhält Tote ja irgendwie auf bestimmte Art "am Leben" indem man sie erwähnt und über sie redet.

<<Aber wie hätte sie dir denn ihre Gefühle mitteilen sollen (wenn es das ist, was du meinst), wo du doch nur mit deinem eigenen Ego beschäftigt bist?>>
Es ist schon seltsam, dass mir ein übersteigertes Ego vorgeworfen wird, wenn ICH doch von MEINEN Gefühlen und Empfindungen berichte. Wie sollte ich das anders ausdrücken.
Zweitens möchte ich mal zum Nachdenken darauf hinweisen: wenn jemand stirbt, an was denkt man dann?
Ist es nicht der Fall, dass man dan immer denkt wie sehr man ihn vermisst, oder vielleicht noch, wie sehr andere Angehörige unter seinem Tod leiden. Eigentlich geht es dabei nie um den Toten an sich, sonder immer um die Empfindungen der anderen.
Und an Erinnerungen mit ihm, wie es vielleicht beim Tod einer Großmutter oder sowas wäre, kann ich ja schlecht nachdenken, da es die aus verständlichen Gründen nicht gibt.

soviel erstmal zu Sternennacht2.


Ich muss sagen, ich halte mich für relativ hart im Nehmen, aber wenn ich mir vorstelle, dass jemand der so nicht ist, hier seine innersten Gefühle schildert und dann von vielen so "angegriffen" wird, ist das schon gefährlich, denn jemand könnte sich das sehr zu Herzen nehmen und Probleme bekommen.

Als nächstes möchte ich klar stellen, ich bin KEINE millitante Abtreibungsgegnerin. Ich finde es sollte natürlich wohl bedacht werden, aber wenn die Frau meint, sie sieht keine Möglichkeit das Kind zu bekommen, ist es zwar nicht schön aber OK.
Ich für mich habe ausgeschlossen, dass ich jemals abtreiben könnte, weil ich weiß, dass ich psychisch nicht damit fertig werden würde, aber ich würde keine Frau verurteilen, die es tut oder getan hat


Wie Itemba geschrieben hat, habe ich mich tatsächlich gefragt, ob meine Eltern meinen Bruder bekommen hätten, wenn ich nicht krank gewesen wäre. Aber ich habe mich auch gefragt, wenn ich an meinem Herzfehler gestorben wäre, hätten sie mich dann auch nie wieder erwähnt und so getan, als hätte es mich nie gegeben?
Das ist das eigentliche Problem.
Die Idee irgendwo eine Art Grab zu bauen, um bei ihm zu sein, finde ich nett, aber ich glaube das liegt mir nicht so. Ich gehe auch so gut wie nie zum Grab meiner Verwandten. Außerdem wohne ich weit weg von "Zuhause" und muss im Moment wegen meinem Studium alle halbe Jahre umziehen.
Es käme mir ja eher darauf an, dass meine Eltern "zugeben" dass es ihn gegeben hat, das sie mir erzählen, wie es damals für sie war, das Kind zu verlieren, ob sie wirklich gedacht haben, Zellklumpen, was solls, oder ob sie gelitten haben, all diese Ding...
Aber ich habe etwas anderes getan, so etwa mit 20.
Ich habe mir ein Tattoo machen lassen, einen Kolibri, auf der linken Seite meines Dekoltees.
Das ist die Gestalt,
die ich meinem Bruder verliehen habe,
ich trage ihn ganz nah bei meinem Herzen
und ich stelle mir manchmal vor,
wie er lebendig wird,
umher fliegt,
ein kleiner, friedlicher Vogel, der sich nur von Nektar ernährt,
niemande weh tut,
trotzdem unglaubliche Leistungen vollbringt,
so wie mein Bruder,
der gegen alle Widrigkeiten gekämpft hat
und weit gekommen ist.

Das gibt mir oft viel Kraft, denn ich habe auch einen Wirbelsäulenschaden, der operiert wurde und immer wenn ich mit meinem "minderwertigem" Körper hadere, denke ich, dass die Kinder dieser Verbindung, meiner beiden Eltern, stark sind, denn er hat sich durchgekämpft und ein paar Jahre bevor ich kam hatte man meiner Mutter gesagt, sie könnte nie Kinder bekommen, man könnte ja aber mal auf ein Wunder hoffen.

Jetzt werde ich bestimmt wieder wegen Unstimmigkeit im Text angegangen, aber es war tatsächlich so. Mit 18 oder so sagte der Arzt meiner Mutter, sie könnte keine Kinder haben, den medizinischen Grund konnte sie mir natürlich nicht nennen, und meine Oma erzählte, dass der Arzt zu ihr gesagt hätte, dass es ja aber manchmal noch Wunder gäbe.
Ich nehme an, es war irgendwas, wo man heute sagen würde, es ist nicht so wahrscheinlich auf natürlichem Weg schwanger zu werden. Sicher war sie nicht steril, so gutgläubig bin ich nun auch nicht.
Aber ich mag einfach die Vorstellung, dass meine Entstehung unwahrscheinlich war und trotzdem zustande kam. Wäre mein Erbgut minderwertig, oder hätte ich nicht einen gewissen "Kampfgeist", wäre es nicht zu meiner Entstehung gekommen.

Antwort auf Fragen
Hallo Ccat1982w,
Du stellst die Frage, wenn Du an Deinem Herzfehler gestorben wärst, ob Deine Eltern dann auch nie mehr über Dich gesprochen hätten.? Ich vermute schon, daß sie sogar sehr viel über Dich gesprochen hätten. Denn dann wäre die Todesursache eine andere gewesen.
Sie hätten für Dich gekämpf gehabt, und eingesetzt was sie konnten. Dies ist eine völlig andere Ausgangsposition. Wahrscheinlich findest Du es nun nicht fair. Daß sie für Dich gekämpft haben und für Deinen Bruder nicht. Abtreibung ist nie fair. Und wie Du den Zustand Deiner Mutter beschreibst, ist sie sich dessen bewußt und leidet darunter. a) Depressionen, das kommt doch von Druck, sie mußte immer etwas wegdrücken
b) sie konnte keinen Kontakt zu Dir aufbauen . Auch dies ist eine häufige Erfahrung bei Frauen nach einer Abtreibung, daß sie schmerzhaft erleben, sie kriegen keinen innernen Kontakt mehr zu den anderen Kindern.
Dies sind 2 Faktoren, aus denen ich schließe, daß es Deine Mutter es vermutlich sehr leid tut. Dies ist auch der Grund warum sie nicht mit Dir darüber spricht. Niemand geht gerne mit seinen eigenen Fehlern hausieren, und die Angst, daß einen die anderen verurteilen könnten, läßt einen erst recht schweigen.
LG Itemba

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
9. Februar 2011 um 22:06

Kinder sind etwas schönes, finde ich
Ich habe diese seite durch zufall gefunden,... da ich für die schule eine Hausaufgabe erledigen muss.

Und ich muss sagen, der Artikel ist wirklich sehr traurig.
Meine beste Freundin wurde mit 15 fast 16 schwanger, doch sie hat ihr Kind abgetrieben, weil sie es nicht wollte. Ich finde das schade. Sie hat es jedoch nicht ausgehalten und sie hat sich drei Wochen später, mit 16 jahren, umgebracht.
Ich vermisse sie sehr. ICh wünschte noch heute, ich hätte etwas davon gewusst, aber in ihrem Abschiedsbrief shrieb sie, das ich mir keine sorgen machen sollte, sie wäre nun bei meinem Kind und würde auf es aufpassen, meine kleine Amely.

Denn auch ich wurde schwanger, ich behielt es doch fast zur selben Zeit wo sie ihres abtreiben ließ, habe ich meines verloren. Ich weine noch heute oft, wegen meinem kleinen mädchen. Doch damals und auch noch heute hilf es mir sehr, das meine Freundin auf meine Amely Sophie aufpasst. Ich hoffe so sehr das es ihr dort wo sie ist, sehr gut geht.

Heute bin ich 18 Jahre alt und wir, mein Freund und ich wollen kerne irgendwann einmal ein Kind haben, ich habe zwar große Angst es wieder zu verlieren, doch das weiß er ja nicht. Aber ich glaube damals hatte er große Angst um mich, denn ich wollte ihn nachdem ich unser Kind veroren hatte nicht mehr sehen, er erinnerte mich jedesmal daran. DOch abtreiben kommt für mich niemals in frage. meine alte Reli-Lehrerin hat uns in der 10ten Klasse einmal eine abtreibung auf Video gezeigt. Also was mit dem Baby passiert, wenn es abgetrieben wird vilt hatte das damit zu tun, warum ich meines verlor, den ich war sehr traurig und aufgewühlt darüber was ich sah, und ich bin später noch zusammen gebrochen, aber niemand konnte mir wirklich den grund nehnen. Naja ich habe es einfach so hingenommen.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
9. Februar 2011 um 22:19
In Antwort auf an0N_1283169199z

Kinder sind etwas schönes, finde ich
Ich habe diese seite durch zufall gefunden,... da ich für die schule eine Hausaufgabe erledigen muss.

Und ich muss sagen, der Artikel ist wirklich sehr traurig.
Meine beste Freundin wurde mit 15 fast 16 schwanger, doch sie hat ihr Kind abgetrieben, weil sie es nicht wollte. Ich finde das schade. Sie hat es jedoch nicht ausgehalten und sie hat sich drei Wochen später, mit 16 jahren, umgebracht.
Ich vermisse sie sehr. ICh wünschte noch heute, ich hätte etwas davon gewusst, aber in ihrem Abschiedsbrief shrieb sie, das ich mir keine sorgen machen sollte, sie wäre nun bei meinem Kind und würde auf es aufpassen, meine kleine Amely.

Denn auch ich wurde schwanger, ich behielt es doch fast zur selben Zeit wo sie ihres abtreiben ließ, habe ich meines verloren. Ich weine noch heute oft, wegen meinem kleinen mädchen. Doch damals und auch noch heute hilf es mir sehr, das meine Freundin auf meine Amely Sophie aufpasst. Ich hoffe so sehr das es ihr dort wo sie ist, sehr gut geht.

Heute bin ich 18 Jahre alt und wir, mein Freund und ich wollen kerne irgendwann einmal ein Kind haben, ich habe zwar große Angst es wieder zu verlieren, doch das weiß er ja nicht. Aber ich glaube damals hatte er große Angst um mich, denn ich wollte ihn nachdem ich unser Kind veroren hatte nicht mehr sehen, er erinnerte mich jedesmal daran. DOch abtreiben kommt für mich niemals in frage. meine alte Reli-Lehrerin hat uns in der 10ten Klasse einmal eine abtreibung auf Video gezeigt. Also was mit dem Baby passiert, wenn es abgetrieben wird vilt hatte das damit zu tun, warum ich meines verlor, den ich war sehr traurig und aufgewühlt darüber was ich sah, und ich bin später noch zusammen gebrochen, aber niemand konnte mir wirklich den grund nehnen. Naja ich habe es einfach so hingenommen.


Hallo nami148,
es tut mir sehr Leid für Dich, dass Du Dein Kind und Deine Freundin verloren hast und immernoch so darunter leidest. Vielleicht gehst Du mal ins Forum zum Thema "Fehlgeburt", da kannst Du Dich mit anderen Frauen, die ähnliches erlebt haben, austauschen.
Ich denke nicht, dass Du Dir Gedanken machen musst, ob Du noch weitere Kinder bekommen kannst. Fehlgeburten passieren, aber die meisten Frauen, die ich kenne, sind danach wieder schwanger geworden.
Alles Gute!

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
9. Februar 2011 um 22:32

Kinder sind schön
Ich habe diese seite durch zufall gefunden,... da ich für die schule eine Hausaufgabe erledigen muss.

Und ich muss sagen, der Artikel ist wirklich sehr traurig.
Meine Freundin, hatte vor ca. drei Jahren einmal eine Freundin, sie hat ihr Kind abtreiben lassen, da war sie schon fast 16 Jahre alt gewesen. Doch später hat sies nicht mehr ausgehalten und sich umgebracht. Meine Freundin kommt heute noch schwer damit zurecht.
Sie war zu der Zeit selber schwanger, es sollte ein Mädchen werden, das wussten wir sogar schon, sogar einen Namen hatten wir schon Amely Sophie, sollte die kleine Maus heißen. Wir freuten uns sehr, doch nach dem unsere damalige Lehrerin uns einen Film über Abtreibung zeigte, ging es ihr sehr schlecht. Ich wollte sie zu einem Arzt bringen, da die arztpraxis nur eine Straße von der Schule enfernt ist. Doch sie meinte es würde ihr schon gut genug gehen. Sie wolle nur an die frische Luft. Doch sie brach zusammen und verlor unser Kind. Sie war sehr traurig als ich ihr es sagte, außerdem wollte sie mich nicht mehr sehen.
Ich rief sie jeden Tag an, doch sie ging nie ran. Ich machte mir große sorgen um sie. Nach ca. 2 wochen kam sie zu mir und war noch immer sehr traurig. Sie meinte jedoch Ihre Freundin würde auf Amely aufpassen.

Heute sind wir beide 18 Jahre alt und wollen beide später mal Kinder haben, aber ich habe ziemliche Angst das sie wieder eines verlieren würde, denn ich glaube nicht das sie es noch einmal aushalten würde. Aber naja... es geht berg auf....

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
10. Februar 2011 um 14:39

Na ja
nicht falsch verstehen, aber du bist 26 Jahre alt. Sehr realtitätsfremd.

Du bist sicher auch jemand, der in tiefe Depris fällt, wenn er mit irgendetwas nicht klar kommt.

Vielleicht solltest du dir Hilfe suchen, du scheinst sie nötig zu haben.

Saraa

P.S. was deine Eltern in ihrer Paarbeziehung beschlossen haben, geht dich absolut nichts an. Du hast kein Recht darüber ein Urteil zu fällen.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
10. Februar 2011 um 15:27

@hasi
wie komisch es doch ist, wenn die Eltern sich ein Urteil über ihre Erwachsenen Kinder bilden. z.b. wenn die Eltern gegen eine Schwangerschaft sind. Ach gott, was wird dann über die herzlosen Eltern hergezogen, die absolut nichts mehr in dem leben ihrer erwachsenen Kinder zu suchen haben..

Aber die Eltern dürfen kein Privatleben haben und ihre eigenen Entscheidungen fällen.

Schon mal so rum gedacht??

Saraa

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
10. Februar 2011 um 18:23
In Antwort auf naomh_12744558

Na ja
nicht falsch verstehen, aber du bist 26 Jahre alt. Sehr realtitätsfremd.

Du bist sicher auch jemand, der in tiefe Depris fällt, wenn er mit irgendetwas nicht klar kommt.

Vielleicht solltest du dir Hilfe suchen, du scheinst sie nötig zu haben.

Saraa

P.S. was deine Eltern in ihrer Paarbeziehung beschlossen haben, geht dich absolut nichts an. Du hast kein Recht darüber ein Urteil zu fällen.


Die TS ist schon 28 oder 29, der Thread ist von 2008, wurde wohl ausgegraben.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
24. Mai 2017 um 10:45
In Antwort auf aggie_11958391

Meine Geschichte scheint für manche vielleicht seltsam, für mich selbst z.T. auch.

Ich bin 26 Jahre alt und habe selbst noch keine Kinder.
Ich bin Einzelkind, zumindest dachte ich das, bis ich so ca. 19 war.
Ich weiß nicht mehr, wie wir auf das Thema kamen, aber abends beim Fernsehen sagte mir meine Mutter ganz nebenbei, dass sie nach mir nochmal schwanger war.
Ich war wie versteinert, taub, stumm, total schockiert. Nach einer Weile hatte ich mich gesammelt und stellte Fragen.
Sie sagte, dass sie abgetrieben hätte, sie nannte es "Abbruch", das klingt irgendwie nicht so schlimm, weil der Arzt ihr damals gesagt hätte, das Kind wäre behindert oder eine Fehlgeburt.
Dazu muss ich noch sagen folgendes erläutern:
Ich hatte als Baby einen Herzfehler, der aber mit einem Jahr operativ behoben wurde, heute merke ich davon nichts mehr.
Für meine Eltern war das natürlich schwer. Immerhin mussten sie ein halbes Jahr lang damit rechnen, dass ich jeden Tag sterben könnte.
Ich denke, das war auch der Hauptgrund dafür, dass meine Mutter die Spirale wollte, um nicht noch ein Kind zu bekommen.
Etwa ein Jahr nach meiner OP war sie dann ein zweites Mal schwanger.
Wie gesagt, laut Arzt Fehlgeburt oder behindert, aber sie hatte dem Arzt noch abgerungen, dass es ein Junge gewesen wäre.
Daher schließe ich daraus, dass es so etwa die 12 Woche gewesen sein muss, da man da das Geschlecht erst bestimmen kann. Aufgrund von Behinderung hätte man aber sicher auch noch später abtreiben können, also weiß ich nicht, wie weit die Schwangerschaft wirklich fortgeschritten war.

Mich ließ der Gedanke nie los, dass ich fast einen Bruder gehabt hätte.

Mit etwa 22 bin ich dann nach einer Unterrichtsstunde in Pädiatrie (Ich habe eine medizinische Ausbildung gemacht.), wir behandelten Embryonalentwicklung etc., heulend zusammen gebrochen, obwohl ich eigentlich ein sehr rationaler Mensch bin, der öffentlich keine Gefühle zeigt.
Das hat mich erschreckt und ich verstand diese Reaktion nicht.

Erst Jahre später, als ich wegen verschiedener schwieriger Lebenslagen in psychologischer Behandlung war, bekam ich langsam einen Eindruck für den Grund des Zusammenbruchs.

Je mehr ich selbst in das Alter komme, wo ich selbst Kinder haben könnte, lässt mich der Gedanke an meinen Bruder nicht los.
Ich sehe in meinem Kopf Bilder, wie der kleine Embryo eine diffuse Angst hat, nicht versteht, was mit ihm passiert, bevor er aus seiner Mutter herausgerissen wird.
Ich habe medizinische Bildung und ich weiß, welche Kraft und welchen Lebenswillen ein Embryo haben muss, um soweit zu kommen.

Erst vor ein paar Wochen hatte ich endlich den Mut einen Frauenarzt zu fragen, welche Wirkung eine Spirale im Einzelnen hat. Ich dachte immer, die Kupferionen der Beschichtung schädigen den Embryo, damit ihn der Körper abstößt.
Aber das ist laut Arzt nicht so.
Die Ionen verändern nur das Milieu, so dass der Embryo sich quasi nicht "wohl fühlt". Schafft er es trotzdem, sich einzunisten, besteht keine große Gefahr durch die Spirale. Der Doktor meinte es spräche für eine außerordentliche Qualität der Ei- und Samenzellen, wenn der Embryo so stark ist, um sich bis dahin "durchzuschlagen" gegen alle Widrichkeiten.
Er meinte auch, dass man die Spirale vorsichtig ziehen kann im Fall einer Schwangerschaft oder man lässt sie drinnen, wenn sie nicht mehr raus geht, dann ist maximal eine etwas erhöhte Infektionsgefahr, durch den Faden, der aus dem Muttermund hängt, der aber meist schnell durch die dicker werdende Schleimhaut "verschluckt" wird, womit die Gefahr dann gebannt ist. Das Ganze wird dann mit der Nachgeburt ausgeschieden.
Damals hatte man wohl in der DDR, wo ich her komme, einen eher lockeren Umgang mit Abteibung. Außerdem meinte man wohl, wenn die Spirale schon eine Schwangerschaft zulässt, was ja eigentlich ein "Fehler des Geräts" ist, möchte man der Frau doch einen Gefallen tun, und die gewünschte Wirkung anderweitig her stellen. Das hieß dann, man zog die Spirale unsanft und musste dann natürlich eine Ausschabung vornehmen.

Ich weiß jetzt aber, dass mein Bruder weder behindert, noch eine Fehlgeburt gewesen wäre. Die Ansichten der Zeit haben sein Leben gekostet.

Das Schlimme daran ist, dass ich das Gefühl habe, er hat sich durch so viele Widrigkeiten gekämpt, aber am Ende hat ihn seine eigene Mutter aufgegeben.
Sie hat ihn nie erwähnt, nie darüber geredet. Damit ist er mehr als tot, denn durch Erinnerung lebt man irgendwie weiter.
Diese Babys bekommen kein Grab, sie werden mit dem Krankenhausmüll entsorgt.
Es tut mir weh, dass ich kein Grab habe, an dem ich meinen Bruder besuchen kann, dass niemand aussprechen will, dass es ihn gab, dass sein Herz geschlagen hat und er gelebt hat, aber niemand das "zugeben" will.

Ich war erst zwei Jahre alt, aber ich habe gespürt, dass etwas fehlt.
Solange ich mich als kleines Kind erinnern kann, lag meine Mutter nur mit Kopfschmerzen auf dem Sofa. Sie konnte zu mir nie mehr eine richtige Beziehung aufbauen. Heute bin ich sicher, dass sie handfeste Depressionen hatte.
Ich habe meine ganzes Leben lang nach dem gesucht, was fehlt. Jetzt weiß ich, das mein Bruder fehlt, aber er ist fort und ich kann ihn nicht zurück holen.

Ich will jetzt natürlich niemandem Vorwürfe machen oder ein schlechtes Gewissen einreden. Es ist das Recht jeder Frau, sich für oder gegen ein Kind zu entscheiden und niemand sollte sie dabei beeinflussen dürfen, weder Freund, noch Eltern, oder sonstwer.
Ich will eher sagen, hört auf euer Herz, denn ihr müsst den Rest eures Lebens mit der Entscheidung leben, egal wie sie ausfällt. Es kann im gegebenen Fall tatsächlich die bessere Lösung sein, ein Kind nicht zu bekommen.
Aber ich möchte auch sagen, wenn ihr die Entscheidung getroffen habt, teil sie mit euren Angehörigen, denen ihr vertraut.
Ich leide noch heute darunter, dass meine Mutter nie etwas erwähnt hat.
Ich glaube, für sie war es die falsche Wahl, auch wenn sie eigentlich keine Wahl hatte, da ja aufgrund der angeblichen Behinderung nah gelegt wurde, abzutreiben.

Ich weiß nicht, wie ich damit leben soll, dass mein Bruder nicht da ist, obwohl er hätte da sein sollen.
Manchmal bin ich so traurig, weine und vergrabe mich in meinem Zimmer.
Bald ist Weihnachten und ich sehe mich mit meinen Eltern unterm Weihnachsbaum. Ich werde wissen, dass jemand fehlt und niemand wird je darüber reden. Ich weiß nicht, wie ich das aushalten soll.
Aber wenn ich meine Mutter frage, dann wird sie vielleicht zusammen brechen, denn ich denke sie hat nur überlebt, weil sie den Gedanken an ihr zweites Kind weit hinten ih ihren Kopf verbannt hat.
Ich dachte es würde reichen, wenn ich weiß, dass es ihn gab und an ihn denke, aber es ist nicht genug.
Ich vermisse ihn, obwohl er nie richtig da war. Das ist verrückt, aber so ist es.

Liebe ccat,

​ich kann deinen Schmerz vollkommen nachvollziehen. Mein kleiner Bruder wurde auch abgetrieben. Und noch ein Geschwisterchen. Ich bin jetzt 32 habe eine Psychotherapie hinter mir, die zwar schon viel gebracht hat, allerdings habe ich trotzdem ständig das Gefühl gehabt, dass es noch was schlimmes gibt, was ich noch nicht verarbeitet habe. Ich wusste von den beiden Abtreibungen, aber erst vor einpaar Tagen habe ich wirklich realisiert, dass zwei meiner Geschwister tot sind... Es ist ein schreckliches Gefühl. Es fließ gerade so fiel Schmerz aus meiner Seele raus... Sehnsucht, verlustschmerz, trauer. Ich habe auch das Bedürfniss um meine Geschwister zu trauern.
​Wie geht's dir nach den Jahren? Konntest du deinen Schmerz verarbeiten?

herzliche Grüße

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
24. Mai 2017 um 10:45
In Antwort auf aggie_11958391

Meine Geschichte scheint für manche vielleicht seltsam, für mich selbst z.T. auch.

Ich bin 26 Jahre alt und habe selbst noch keine Kinder.
Ich bin Einzelkind, zumindest dachte ich das, bis ich so ca. 19 war.
Ich weiß nicht mehr, wie wir auf das Thema kamen, aber abends beim Fernsehen sagte mir meine Mutter ganz nebenbei, dass sie nach mir nochmal schwanger war.
Ich war wie versteinert, taub, stumm, total schockiert. Nach einer Weile hatte ich mich gesammelt und stellte Fragen.
Sie sagte, dass sie abgetrieben hätte, sie nannte es "Abbruch", das klingt irgendwie nicht so schlimm, weil der Arzt ihr damals gesagt hätte, das Kind wäre behindert oder eine Fehlgeburt.
Dazu muss ich noch sagen folgendes erläutern:
Ich hatte als Baby einen Herzfehler, der aber mit einem Jahr operativ behoben wurde, heute merke ich davon nichts mehr.
Für meine Eltern war das natürlich schwer. Immerhin mussten sie ein halbes Jahr lang damit rechnen, dass ich jeden Tag sterben könnte.
Ich denke, das war auch der Hauptgrund dafür, dass meine Mutter die Spirale wollte, um nicht noch ein Kind zu bekommen.
Etwa ein Jahr nach meiner OP war sie dann ein zweites Mal schwanger.
Wie gesagt, laut Arzt Fehlgeburt oder behindert, aber sie hatte dem Arzt noch abgerungen, dass es ein Junge gewesen wäre.
Daher schließe ich daraus, dass es so etwa die 12 Woche gewesen sein muss, da man da das Geschlecht erst bestimmen kann. Aufgrund von Behinderung hätte man aber sicher auch noch später abtreiben können, also weiß ich nicht, wie weit die Schwangerschaft wirklich fortgeschritten war.

Mich ließ der Gedanke nie los, dass ich fast einen Bruder gehabt hätte.

Mit etwa 22 bin ich dann nach einer Unterrichtsstunde in Pädiatrie (Ich habe eine medizinische Ausbildung gemacht.), wir behandelten Embryonalentwicklung etc., heulend zusammen gebrochen, obwohl ich eigentlich ein sehr rationaler Mensch bin, der öffentlich keine Gefühle zeigt.
Das hat mich erschreckt und ich verstand diese Reaktion nicht.

Erst Jahre später, als ich wegen verschiedener schwieriger Lebenslagen in psychologischer Behandlung war, bekam ich langsam einen Eindruck für den Grund des Zusammenbruchs.

Je mehr ich selbst in das Alter komme, wo ich selbst Kinder haben könnte, lässt mich der Gedanke an meinen Bruder nicht los.
Ich sehe in meinem Kopf Bilder, wie der kleine Embryo eine diffuse Angst hat, nicht versteht, was mit ihm passiert, bevor er aus seiner Mutter herausgerissen wird.
Ich habe medizinische Bildung und ich weiß, welche Kraft und welchen Lebenswillen ein Embryo haben muss, um soweit zu kommen.

Erst vor ein paar Wochen hatte ich endlich den Mut einen Frauenarzt zu fragen, welche Wirkung eine Spirale im Einzelnen hat. Ich dachte immer, die Kupferionen der Beschichtung schädigen den Embryo, damit ihn der Körper abstößt.
Aber das ist laut Arzt nicht so.
Die Ionen verändern nur das Milieu, so dass der Embryo sich quasi nicht "wohl fühlt". Schafft er es trotzdem, sich einzunisten, besteht keine große Gefahr durch die Spirale. Der Doktor meinte es spräche für eine außerordentliche Qualität der Ei- und Samenzellen, wenn der Embryo so stark ist, um sich bis dahin "durchzuschlagen" gegen alle Widrichkeiten.
Er meinte auch, dass man die Spirale vorsichtig ziehen kann im Fall einer Schwangerschaft oder man lässt sie drinnen, wenn sie nicht mehr raus geht, dann ist maximal eine etwas erhöhte Infektionsgefahr, durch den Faden, der aus dem Muttermund hängt, der aber meist schnell durch die dicker werdende Schleimhaut "verschluckt" wird, womit die Gefahr dann gebannt ist. Das Ganze wird dann mit der Nachgeburt ausgeschieden.
Damals hatte man wohl in der DDR, wo ich her komme, einen eher lockeren Umgang mit Abteibung. Außerdem meinte man wohl, wenn die Spirale schon eine Schwangerschaft zulässt, was ja eigentlich ein "Fehler des Geräts" ist, möchte man der Frau doch einen Gefallen tun, und die gewünschte Wirkung anderweitig her stellen. Das hieß dann, man zog die Spirale unsanft und musste dann natürlich eine Ausschabung vornehmen.

Ich weiß jetzt aber, dass mein Bruder weder behindert, noch eine Fehlgeburt gewesen wäre. Die Ansichten der Zeit haben sein Leben gekostet.

Das Schlimme daran ist, dass ich das Gefühl habe, er hat sich durch so viele Widrigkeiten gekämpt, aber am Ende hat ihn seine eigene Mutter aufgegeben.
Sie hat ihn nie erwähnt, nie darüber geredet. Damit ist er mehr als tot, denn durch Erinnerung lebt man irgendwie weiter.
Diese Babys bekommen kein Grab, sie werden mit dem Krankenhausmüll entsorgt.
Es tut mir weh, dass ich kein Grab habe, an dem ich meinen Bruder besuchen kann, dass niemand aussprechen will, dass es ihn gab, dass sein Herz geschlagen hat und er gelebt hat, aber niemand das "zugeben" will.

Ich war erst zwei Jahre alt, aber ich habe gespürt, dass etwas fehlt.
Solange ich mich als kleines Kind erinnern kann, lag meine Mutter nur mit Kopfschmerzen auf dem Sofa. Sie konnte zu mir nie mehr eine richtige Beziehung aufbauen. Heute bin ich sicher, dass sie handfeste Depressionen hatte.
Ich habe meine ganzes Leben lang nach dem gesucht, was fehlt. Jetzt weiß ich, das mein Bruder fehlt, aber er ist fort und ich kann ihn nicht zurück holen.

Ich will jetzt natürlich niemandem Vorwürfe machen oder ein schlechtes Gewissen einreden. Es ist das Recht jeder Frau, sich für oder gegen ein Kind zu entscheiden und niemand sollte sie dabei beeinflussen dürfen, weder Freund, noch Eltern, oder sonstwer.
Ich will eher sagen, hört auf euer Herz, denn ihr müsst den Rest eures Lebens mit der Entscheidung leben, egal wie sie ausfällt. Es kann im gegebenen Fall tatsächlich die bessere Lösung sein, ein Kind nicht zu bekommen.
Aber ich möchte auch sagen, wenn ihr die Entscheidung getroffen habt, teil sie mit euren Angehörigen, denen ihr vertraut.
Ich leide noch heute darunter, dass meine Mutter nie etwas erwähnt hat.
Ich glaube, für sie war es die falsche Wahl, auch wenn sie eigentlich keine Wahl hatte, da ja aufgrund der angeblichen Behinderung nah gelegt wurde, abzutreiben.

Ich weiß nicht, wie ich damit leben soll, dass mein Bruder nicht da ist, obwohl er hätte da sein sollen.
Manchmal bin ich so traurig, weine und vergrabe mich in meinem Zimmer.
Bald ist Weihnachten und ich sehe mich mit meinen Eltern unterm Weihnachsbaum. Ich werde wissen, dass jemand fehlt und niemand wird je darüber reden. Ich weiß nicht, wie ich das aushalten soll.
Aber wenn ich meine Mutter frage, dann wird sie vielleicht zusammen brechen, denn ich denke sie hat nur überlebt, weil sie den Gedanken an ihr zweites Kind weit hinten ih ihren Kopf verbannt hat.
Ich dachte es würde reichen, wenn ich weiß, dass es ihn gab und an ihn denke, aber es ist nicht genug.
Ich vermisse ihn, obwohl er nie richtig da war. Das ist verrückt, aber so ist es.

Liebe ccat,

​ich kann deinen Schmerz vollkommen nachvollziehen. Mein kleiner Bruder wurde auch abgetrieben. Und noch ein Geschwisterchen. Ich bin jetzt 32 habe eine Psychotherapie hinter mir, die zwar schon viel gebracht hat, allerdings habe ich trotzdem ständig das Gefühl gehabt, dass es noch was schlimmes gibt, was ich noch nicht verarbeitet habe. Ich wusste von den beiden Abtreibungen, aber erst vor einpaar Tagen habe ich wirklich realisiert, dass zwei meiner Geschwister tot sind... Es ist ein schreckliches Gefühl. Es fließ gerade so fiel Schmerz aus meiner Seele raus... Sehnsucht, verlustschmerz, trauer. Ich habe auch das Bedürfniss um meine Geschwister zu trauern.
​Wie geht's dir nach den Jahren? Konntest du deinen Schmerz verarbeiten?

herzliche Grüße

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
24. Mai 2017 um 10:45
In Antwort auf aggie_11958391

Meine Geschichte scheint für manche vielleicht seltsam, für mich selbst z.T. auch.

Ich bin 26 Jahre alt und habe selbst noch keine Kinder.
Ich bin Einzelkind, zumindest dachte ich das, bis ich so ca. 19 war.
Ich weiß nicht mehr, wie wir auf das Thema kamen, aber abends beim Fernsehen sagte mir meine Mutter ganz nebenbei, dass sie nach mir nochmal schwanger war.
Ich war wie versteinert, taub, stumm, total schockiert. Nach einer Weile hatte ich mich gesammelt und stellte Fragen.
Sie sagte, dass sie abgetrieben hätte, sie nannte es "Abbruch", das klingt irgendwie nicht so schlimm, weil der Arzt ihr damals gesagt hätte, das Kind wäre behindert oder eine Fehlgeburt.
Dazu muss ich noch sagen folgendes erläutern:
Ich hatte als Baby einen Herzfehler, der aber mit einem Jahr operativ behoben wurde, heute merke ich davon nichts mehr.
Für meine Eltern war das natürlich schwer. Immerhin mussten sie ein halbes Jahr lang damit rechnen, dass ich jeden Tag sterben könnte.
Ich denke, das war auch der Hauptgrund dafür, dass meine Mutter die Spirale wollte, um nicht noch ein Kind zu bekommen.
Etwa ein Jahr nach meiner OP war sie dann ein zweites Mal schwanger.
Wie gesagt, laut Arzt Fehlgeburt oder behindert, aber sie hatte dem Arzt noch abgerungen, dass es ein Junge gewesen wäre.
Daher schließe ich daraus, dass es so etwa die 12 Woche gewesen sein muss, da man da das Geschlecht erst bestimmen kann. Aufgrund von Behinderung hätte man aber sicher auch noch später abtreiben können, also weiß ich nicht, wie weit die Schwangerschaft wirklich fortgeschritten war.

Mich ließ der Gedanke nie los, dass ich fast einen Bruder gehabt hätte.

Mit etwa 22 bin ich dann nach einer Unterrichtsstunde in Pädiatrie (Ich habe eine medizinische Ausbildung gemacht.), wir behandelten Embryonalentwicklung etc., heulend zusammen gebrochen, obwohl ich eigentlich ein sehr rationaler Mensch bin, der öffentlich keine Gefühle zeigt.
Das hat mich erschreckt und ich verstand diese Reaktion nicht.

Erst Jahre später, als ich wegen verschiedener schwieriger Lebenslagen in psychologischer Behandlung war, bekam ich langsam einen Eindruck für den Grund des Zusammenbruchs.

Je mehr ich selbst in das Alter komme, wo ich selbst Kinder haben könnte, lässt mich der Gedanke an meinen Bruder nicht los.
Ich sehe in meinem Kopf Bilder, wie der kleine Embryo eine diffuse Angst hat, nicht versteht, was mit ihm passiert, bevor er aus seiner Mutter herausgerissen wird.
Ich habe medizinische Bildung und ich weiß, welche Kraft und welchen Lebenswillen ein Embryo haben muss, um soweit zu kommen.

Erst vor ein paar Wochen hatte ich endlich den Mut einen Frauenarzt zu fragen, welche Wirkung eine Spirale im Einzelnen hat. Ich dachte immer, die Kupferionen der Beschichtung schädigen den Embryo, damit ihn der Körper abstößt.
Aber das ist laut Arzt nicht so.
Die Ionen verändern nur das Milieu, so dass der Embryo sich quasi nicht "wohl fühlt". Schafft er es trotzdem, sich einzunisten, besteht keine große Gefahr durch die Spirale. Der Doktor meinte es spräche für eine außerordentliche Qualität der Ei- und Samenzellen, wenn der Embryo so stark ist, um sich bis dahin "durchzuschlagen" gegen alle Widrichkeiten.
Er meinte auch, dass man die Spirale vorsichtig ziehen kann im Fall einer Schwangerschaft oder man lässt sie drinnen, wenn sie nicht mehr raus geht, dann ist maximal eine etwas erhöhte Infektionsgefahr, durch den Faden, der aus dem Muttermund hängt, der aber meist schnell durch die dicker werdende Schleimhaut "verschluckt" wird, womit die Gefahr dann gebannt ist. Das Ganze wird dann mit der Nachgeburt ausgeschieden.
Damals hatte man wohl in der DDR, wo ich her komme, einen eher lockeren Umgang mit Abteibung. Außerdem meinte man wohl, wenn die Spirale schon eine Schwangerschaft zulässt, was ja eigentlich ein "Fehler des Geräts" ist, möchte man der Frau doch einen Gefallen tun, und die gewünschte Wirkung anderweitig her stellen. Das hieß dann, man zog die Spirale unsanft und musste dann natürlich eine Ausschabung vornehmen.

Ich weiß jetzt aber, dass mein Bruder weder behindert, noch eine Fehlgeburt gewesen wäre. Die Ansichten der Zeit haben sein Leben gekostet.

Das Schlimme daran ist, dass ich das Gefühl habe, er hat sich durch so viele Widrigkeiten gekämpt, aber am Ende hat ihn seine eigene Mutter aufgegeben.
Sie hat ihn nie erwähnt, nie darüber geredet. Damit ist er mehr als tot, denn durch Erinnerung lebt man irgendwie weiter.
Diese Babys bekommen kein Grab, sie werden mit dem Krankenhausmüll entsorgt.
Es tut mir weh, dass ich kein Grab habe, an dem ich meinen Bruder besuchen kann, dass niemand aussprechen will, dass es ihn gab, dass sein Herz geschlagen hat und er gelebt hat, aber niemand das "zugeben" will.

Ich war erst zwei Jahre alt, aber ich habe gespürt, dass etwas fehlt.
Solange ich mich als kleines Kind erinnern kann, lag meine Mutter nur mit Kopfschmerzen auf dem Sofa. Sie konnte zu mir nie mehr eine richtige Beziehung aufbauen. Heute bin ich sicher, dass sie handfeste Depressionen hatte.
Ich habe meine ganzes Leben lang nach dem gesucht, was fehlt. Jetzt weiß ich, das mein Bruder fehlt, aber er ist fort und ich kann ihn nicht zurück holen.

Ich will jetzt natürlich niemandem Vorwürfe machen oder ein schlechtes Gewissen einreden. Es ist das Recht jeder Frau, sich für oder gegen ein Kind zu entscheiden und niemand sollte sie dabei beeinflussen dürfen, weder Freund, noch Eltern, oder sonstwer.
Ich will eher sagen, hört auf euer Herz, denn ihr müsst den Rest eures Lebens mit der Entscheidung leben, egal wie sie ausfällt. Es kann im gegebenen Fall tatsächlich die bessere Lösung sein, ein Kind nicht zu bekommen.
Aber ich möchte auch sagen, wenn ihr die Entscheidung getroffen habt, teil sie mit euren Angehörigen, denen ihr vertraut.
Ich leide noch heute darunter, dass meine Mutter nie etwas erwähnt hat.
Ich glaube, für sie war es die falsche Wahl, auch wenn sie eigentlich keine Wahl hatte, da ja aufgrund der angeblichen Behinderung nah gelegt wurde, abzutreiben.

Ich weiß nicht, wie ich damit leben soll, dass mein Bruder nicht da ist, obwohl er hätte da sein sollen.
Manchmal bin ich so traurig, weine und vergrabe mich in meinem Zimmer.
Bald ist Weihnachten und ich sehe mich mit meinen Eltern unterm Weihnachsbaum. Ich werde wissen, dass jemand fehlt und niemand wird je darüber reden. Ich weiß nicht, wie ich das aushalten soll.
Aber wenn ich meine Mutter frage, dann wird sie vielleicht zusammen brechen, denn ich denke sie hat nur überlebt, weil sie den Gedanken an ihr zweites Kind weit hinten ih ihren Kopf verbannt hat.
Ich dachte es würde reichen, wenn ich weiß, dass es ihn gab und an ihn denke, aber es ist nicht genug.
Ich vermisse ihn, obwohl er nie richtig da war. Das ist verrückt, aber so ist es.

Liebe ccat,

​ich kann deinen Schmerz vollkommen nachvollziehen. Mein kleiner Bruder wurde auch abgetrieben. Und noch ein Geschwisterchen. Ich bin jetzt 32 habe eine Psychotherapie hinter mir, die zwar schon viel gebracht hat, allerdings habe ich trotzdem ständig das Gefühl gehabt, dass es noch was schlimmes gibt, was ich noch nicht verarbeitet habe. Ich wusste von den beiden Abtreibungen, aber erst vor einpaar Tagen habe ich wirklich realisiert, dass zwei meiner Geschwister tot sind... Es ist ein schreckliches Gefühl. Es fließ gerade so fiel Schmerz aus meiner Seele raus... Sehnsucht, verlustschmerz, trauer. Ich habe auch das Bedürfniss um meine Geschwister zu trauern.
​Wie geht's dir nach den Jahren? Konntest du deinen Schmerz verarbeiten?

herzliche Grüße

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
Frühere Diskussionen
Anzeichen
Von: carina3009
neu
|
24. Mai 2017 um 8:52
abtreibung fehler
Von: fatima12341234
neu
|
23. Mai 2017 um 17:31
Teste die neusten Trends!
experts-club