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Schwangerschaftsabbruch

25. April um 13:22

ich wollte meine Erfahrung zum Schwangerschaftsabbruch teilen, da ich selbst im Internet viel gelesen habe .
Ich bin 23 Jahre alt, nehme die Pille nicht und verhüte seit Jahren mit Kondom.
Mein Zyklus ist immer so regelmäßig wie ein Schweizer Uhrwerk.
An genau dem (für mich) falschen Tag im Monat ist unser Kondom gerissen. Die Pille Danach habe ich mir besorgt und direkt eingenommen. Ich habe eine Zyklus App und diese sagt mir immer pünktlich meine Periode voraus. Als ich den ersten Tag überfällig war habe ich mir erstmal nichts dabei gedacht, weil ich typische Anzeichen dafür hatte, dass meine Periode kommt. (Brüste ziehen, starke Unterleib schmerzen, Stimmungsschwankungen 1 Tag vor der Periode wie jeden Monat) und ich hatte ja die Pille Danach genommen ..
Nach zwei weiteren Tagen Überfälligkeit war mir klar hier stimmt etwas nicht.
Ich machte 3 Schwangerschaftstests alle drei waren positiv. Für mich war das ein absoluter Schock!
Ich rief sofort bei meinem FA an (Freitag Mittag) und bekam direkt Montags einen Termin zur Blutabnahme. Das Wochenende kam mir endlos vor. Ich habe noch nie so viel gegoogelt und gelesen. Da für mich mehr dazu gehört als finanzielle Sicherheit und eine feste Partnerschaft wenn man sich entscheidet ein Kind in die Welt zu setzen, entschied ich mich gegen die Schwangerschaft natürlich habe ich meinen Partner in diese Entscheidung auch mit eingebunden.
Die 30 Minuten Montags im Wartezimmer meines FA’s kamen mir ewig vor. Ich dort mit Herzrasen, Panik und wollte am liebsten los heulen, weil ich nicht wusste was jetzt auf mich zu kommt. Wird mein Arzt mich anmeckern ? Oder sagen was für ein schlimmer Mensch ich bin ? Als ich rein kam begrüßte er mich freundlich wie immer und an diesem Gespräch war nichts negativ. Mein FA hat mich keineswegs „verurteilt“. Er war verständnisvoll und beantwortet mir alle Fragen. Denn bei mir hat sich ein riesen Berg Fragen aufgetan nach dem ganzen googeln am Wochenende. Ich musste meinem Arzt nichts erklären oder begründen. Meine Entscheidung war einfach in Ordnung. Die Blutabnahme und ein Ultraschall bestätigten die Schwangerschaft erneut , trotz Pille Danach ! Ich war zwischen der 4.&5. Woche. Einen Herzschlag konnten wir beim Ultraschall nicht entdecken und die Fruchthöhle war ca. 4 mm groß.
Am gleichen Tag an dem ich beim Frauenarzt war, bekam ich kurzfristig noch einen Termin bei Pro Familia. Auch dort wurde nicht verurteilt oder in eine Richtung gelenkt. Dort berichtete ich wie es dazu kam und wieso Schwangerschaft nicht möchte. Außerdem erläuterte mir die Frau mit der ich das Gespräch führte, die zwei Möglichkeiten des Schwangerschaftsabbruchs. Nach dem Gespräch bekam ich die Bescheinigung und Adressen der Ärzte aus der Nähe die Abbrüche durchführen.
Da ich ja wirklich super früh dran war , kam für mich auch der medikamentöse Abbruch in Frage. Ich entschied mich (nicht direkt vor Ort) für den instrumentellen /operativen Schwangerschaftsabbruch, weil es für mich einfach angenehmer klang.
Ich vereinbarte Termin einem dem Arzt von der Liste die ich bei Pro Familia erhielt. Nach 2 Tagen hatte ich dort ein Beratungsgespräch.
Auch das Gespräch war völlig normal, ich wurde nicht komisch angeschaut weder von den Arzthelferinnen an der Rezeption noch von dem Arzt. Bei dem Gespräch musste ich kurz weinen einfach weil mir das psychisch einen riesen Druck gemacht hat etwas in mir zu tragen was ich nicht wollte und wovor ich mich mit der Pille Danach doch eigentlich geschützt hatte und einfach machtlos zu sein und natürlich hatte ich auch Angst vor dem Eingriff und der Narkose.
Nach 1 Woche endlos langen warten war es dann soweit. Ich war dort in der 6. Woche , vor dem Eingriff machte der Arzt einen weiteren Ultraschall und dort waren keine Herztöne zu hören und zu sehen war nur ein kleiner schwarzer Punkt.
Ich bekam eine Infusion in den Arm und sollte bis 3 zählen .. ich kam bis 1. Die Kürttage (Absaugung) unter Vollnarkose , das dauerte ca. 10 Minuten. Noch während des Eingriff ließ ich mir die Kupferspirale, nach vorheriger Absprache beim Beratungstermin, setzen.
Nach dem Eingriff hatte ich etwas Unterleibschmerzen und war ein bisschen müde, konnte aber nach 1,5 Stunden nach Hause gehen. Abends fühlte es sich immer noch nach Menstruationsbeschwerden an. Für den nächsten Tag würde ich krank geschrieben und danach war erstmal Wochenende. Am Montag hatte ich meinen Alltag zurück. Nach 2 Wochen ging ich zu meinem FA um zu kontrollieren ob alles ok ist und ob die Spirale richtig sitzt.
Da ich im Internet viel darüber gelesen habe das es Frauen psychisch schlecht geht, hatte ich Bedenken weil ich mich eher erleichtert und gut gefühlt habe. Und ich muss sagen (so hart es auch klingt) auf ein schlechtes Gewissen warte ich bis heute. Ich habe niemandem davon berichtet, außer meinem Partner. Da ich weiß das jeder eine andere Meinung dazu hat und nicht jeder die gleiche. Und erst recht kann nicht jeder die Entscheidung akzeptieren. Für mich gilt : Es ist mein Körper & war meine Entscheidung und diese Entscheidung muss und möchte ich auch weiterhin vor niemandem rechtfertigen! Heute ist mir umso klarer- kein Verhütungsmittel bietet 100%ige Sicherheit! Für mich war es ein absoluter Unfall. Mir geht‘s heute gut und ich hatte keine Komplikationen oder körperliche o. psychischen Probleme nach dem Abbruch. Ich verhüte jetzt mit der Kupferspirale und in der Woche während meines Eisprungs zusätzlich mit einem Kondom um so ein Erlebnis zu verhindern.

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