Forum / Schwangerschaft & Kinderwunsch

Schwangerschaftsabbruch 9.SSW

Letzte Nachricht: 8. November um 11:07
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lignin
03.11.22 um 21:24

vor 10 Jahren hatte ich eine Abtreibung  - nicht ganz freiwillig, aber als Notlösung. Leider für mich der falsche Weg, wie sich danach herausstellte. Ich war jahrlang in Therapie deswegen und noch heute vergeht kein Tag, an dem ich nicht an mein Kind denke und was es nun machen würde mit 9 Jahren. Es fehlt mir so sehr und ich bereue diese Abtreibung unendlich.
Wer hat Ähnliches erlebt und wem geht es auch so?  

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C
catie09
04.11.22 um 10:22

Liebe lignin,
es tut mir sehr leid, dass du noch immer leidest, obwohl du damals dachtest, es wäre der richtige Weg. In dieser Situation war alles so eng und du hast dein Herz nicht hören können oder nicht folgen können.

Ich selbst hatte keine Abtreibung, aber ich lese viel von Frauen und merke, dass eine große Diskrepanz besteht:
ich dachte, dass es richtig ist und hinterher merkte ich erst, dass es nicht richtig war.
Die Zeit, in der alles so über einen hereinbricht, ist so kurz und dann nicht die richtige Hilfe.
Was hättest du damals gebraucht, um dich für dein Kind zu entscheiden?
Und in welcher Hinsicht hat dir die Therapie weitergeholfen? 
Nur, wenn du antworten magst natürlich.
Ich lasse dir liebe Grüße und eine liebe Umarmung da,
Catie

 

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lignin
07.11.22 um 20:18
In Antwort auf catie09

Liebe lignin,
es tut mir sehr leid, dass du noch immer leidest, obwohl du damals dachtest, es wäre der richtige Weg. In dieser Situation war alles so eng und du hast dein Herz nicht hören können oder nicht folgen können.

Ich selbst hatte keine Abtreibung, aber ich lese viel von Frauen und merke, dass eine große Diskrepanz besteht:
ich dachte, dass es richtig ist und hinterher merkte ich erst, dass es nicht richtig war.
Die Zeit, in der alles so über einen hereinbricht, ist so kurz und dann nicht die richtige Hilfe.
Was hättest du damals gebraucht, um dich für dein Kind zu entscheiden?
Und in welcher Hinsicht hat dir die Therapie weitergeholfen? 
Nur, wenn du antworten magst natürlich.
Ich lasse dir liebe Grüße und eine liebe Umarmung da,
Catie

 

Hallo Catie,

danke für Deine Antwort.

Ich hätte gebraucht: 

einen FA, der mir zum Kind rät und mir die möglichen psychischen Folgen eines SA genauso erklärt wie die körperlichen und nicht nur mit den Schultern zuckt. 

einen Partner, der mir sagt: ich stehe zu Dir und dem Kind und werde Euch unterstützen. 

eine SS-Beratung, die mich wirklich berät und nicht nur 45 Minuten meinen Monolg anhört, dann mich über Verhütungsmittel informiert und schließlich den Schein ausfüllt. 

jemanden, der mich in den Arm nimmt und sagt: Du schaffst das - ich bin für Dich da. Und nicht eine Schwester, die sagt, dass sie mir nicht helfen kann und dann verschwindet. 

Aber das ist unsere Welt. Im Grunde ist es vielleicht besser, wenn mein Kind hier nicht leben muss. 

Die Therapie hat mir insofern geholfen, dass ich eine wirklich liebe Therapeutin hatte und ich bei ihr Geborgenheit spürte. 

Aber darüber weg komme ich nicht wirklich. Ich habe lediglich gelernt, damit zu leben, aber manchmal hasse ich mich unendlich dafür, dass ich die Mörderin meines eigenen Kindes bin - das allerletzte Monster-Miststück.  

Julia


 

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catie09
08.11.22 um 11:07

Liebe Julia,
 
ich hatte dir gestern eine private Nachricht geschickt. Hast du die auch gesehen?

Ich stimme dir voll zu, dass Frauen heute sehr allein gelassen werden, wenn sie schwanger sind. Und dass es auch für o.k. gehalten wird, wenn ein Mann sie im Stich lässt.
Da ist Vieles in Schieflage geraten. Es war mal ein Kampf von Frauen für Frauen. Mittlerweile wendet sich alles – wieder gegen Frauen.
Ja, so ist unsere Gesellschaft und es scheint sich nicht zum Positiven zu entwickeln.
Daher ist deine Nachricht als wahre Geschichte (statt Parolen) so kostbar.


Für dich kam so vieles zusammen, dass du dein Eigenes nicht mehr gespürt hast, dein Herz nicht gehört hast, deine Seele nicht den Mut fassen konnte. Weil nicht ein einziger Mensch für dich da war ....
Darf ich sagen: dich trifft damit auch nur eine Teilschuld? Mit welcher Kraft hättest du dein Kind beschützen sollen, wo du selbst in Angst und Sorgen gefangen warst?
Wenn du dich als Mörderin empfindest, dann doch auch den abtreibenden Arzt und jeden Menschen, der sich von dir zurückgezogen hat!?


Die Geborgenheit, die du bei deiner Therapeutin spüren konntest, ist trotz allem etwas wie ein neuer Anfang.
Kannst du dein Kind in dieser Geborgenheit aufgehoben glauben, sehen, spüren?
Und noch eine Frage für deine Zukunft:
Kannst du dir vorstellen, dass aus dem Hass, der sich manchmal noch gegen dich richtet, eine Kraft werden kann, die andere Frauen und ihr Kind vor dem gleichen Schicksal bewahrt?
 

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