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Schwangerschaft und BPS + PTBS

24. April 2013 um 16:00 Letzte Antwort: 24. April 2013 um 17:10

Hallo liebe Mammis da draußen,

ich wollte nach Mamis ausschauen, die genauso wie ich halt schwanger sind, aber schon bereits VOR der Schwangerschaft an BPS (BorderlinePersönlichkeitsStör ung) und PTBS (PostTraumatischeBelastungsStö rung) litten. Ich merke immer, dass mir gerade die Borderlinestörung eine erhebliche Erschwernis ist, mich auf mein Baby ( Anfang Oktober) zu freuen. Ich empfinde über/für mein Baby echt gar nichts,weder negatives noch positives...absolute Neutralität. Das beschäftigt mich sehr. Ich habe neben meiner psychischen Baustellen halt jetzt auch noch die Schwangerschaft dazu. Typisch bei BPS + PTBS sind halt die extremen Stimmungsschwankungen. Gerade befinde ich mich in einem absoluten Loch, aus dem es für wahr sehr schwer ist da irgendwie wieder heraus zu kommen. Ich bin zwar in therapeutischer Behandlung, aber trotz allem lassen sich beide Krankheiten nicht so einfach "wegzaubern",das dauert Jahre!

Trotzdem würde ich gerne mein Baby mögen/lieben können, etwas positives für es empfinden können, um mich peu-à-peu darauf freuen zu können. Aber ich weiß nicht wie.Ich hab mir letzte Woche eine kleine Spieluhr gekauft,die ich mir jetzt immer auf den Bauch lege und die Melodie abspielen lasse...manchmal hilft das,wenn auch nur für 2 Minuten.

Wem geht es genauso,also Schwangerschaft und starke psychische Probleme bzw. eine manifeste psychische Erkrankung?

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24. April 2013 um 17:10

...
Hey,

ich selbst bin diagnostizierte Borderlinerin mit mittelgradig bis schweren Depressionen, allerdings ziemlich gut eingestellt und ohne Therapie und Medikamente eigentlich ganz gut zu Fuß.
Mein Mann hat mittelgradige bis schwere Depressionen und ist derzeit in Therapie (auch Medikamentös).

Obwohl es mir eigentlich inzwischen richtig gut geht habe ich doch seit ich schwanger bin den ein oder anderen komischen Gedanken. Ich freu mich eigentlich schon auf meine Kleine, frage mich aber immer wieder, ob ich es schaffe, eine gute Mutter zu sein. Des weiteren habe ich manchmal Eifersuchtsanfälle. Ich habe tatsächlich vor ein paar Tagen überlegt, wenn meine Kleine auf der Welt ist, dann muss ich meinen Mann ja mit ihr teilen. - Total dämlich, wenn ich jetzt darüber nachdenke. Aber ich hatte richtiggehende Panik, dass ich die Liebe meines Mannes an unsere Tochter verliere. Dabei ist die Kleine ein absolutes Wunschkrümelchen. Mein logischer Menschenverstand weiß auch, dass das nicht passieren wird. Am Anfang der Ss war ich mir ziemlich sicher, dass ich meine Kleine nicht lieben könnte, sie war so unreal. Je weiter mein Bauch wächst und je öfter die Maus in mir strampelt, desto mehr freu ich mich aber auf sie. Inzwischen hat sich mein Herz so an die Maus gehängt, dass ich ihren Verlust nicht ertragen würde.

Bei meinem Mann ist es so, dass er die Schwangerschaft und die Vorbereitung auf das Kind einfach nur als sehr anstrengend empfindet. Er freut sich auch auf die Kleine, geht auch zu jedem US mit und hat tausend Ideen, was er noch für die Kleine machen könnte - bleibt aber meistens nur bei Ideen, eben weil er so ausgebrannt ist.

Bei uns beiden gibt es die Angst, dass wir unsere psychischen Erkrankungen an unser Kind weitergeben. Sollte es der Fall sein, wissen wir aber zum Glück, dass der Gang zum Arzt kein Zeichen von Schwäche ist.

Ich weiß, dass wir, auch wenn es uns alles sehr anstrengend erscheint und wir auch nicht immer wissen, was wir fühlen sollen, unsere Kleine lieben werden.
Und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es dir irgendwann auch so gehen wird.

LG,

Nangi + Emmi (25+5)

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