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Schwangerschaft ohne ärztliche Vorsorge

17. Oktober 2012 um 15:36 Letzte Antwort: 22. Oktober 2012 um 14:26

Ich kann allen Bald-Mamis nur Mut dazu machen, die Vorsorge nur noch von der Hebamme machen zu lassen.

Habe bei meinem 1. Kind leider noch fast alle Vorsorgeuntersuchungen beim Arzt machen lassen (mit US und CTG) und wollte mir diesen Stress einfach nicht mehr antun. Dann habe ich eine ganz liebe Hebamme in meiner Nähe gefunden, bei der ich mich in den letzten Schwangerschaftswochen einfach viel besser aufgehoben gefühlt hatte, als bei meinem Frauenarzt.

Jetzt beim zweiten Kind war ich nur die ersten 4. Male beim Frauenarzt, was ich schon fast wieder bereut habe. Jedes Mal musste ich über ne Stunde warten, wurde bei allen 4 Malen vaginal untersucht und es wurde auch immer Ultraschall gemacht. Ich finde das einfach fürchterlich nervig und unangenehm, dann auch noch zu allen möglichen Untersuchungen und Tests gedrängt zu werden.
Ich hab mir dann wieder ziemlich schnell eine Hebamme gesucht, bei der ich ab dem 5. Schwangerschaftsmonat ausschließlich in der Vorsorge war. Die Vertrautheit und der viel persönlichere Kontakt mit meiner Hebamme haben mich innerlich viel ruhiger gemacht und mir deutlich die Sorgen vor irgendwelchen 'Problemen' genommen, vor die mein Arzt mich jedes Mal ausdrücklich gewarnt hat. Aber mehr als verrückt machen konnte der mich nicht.

Ich war jetzt also in beiden Schwangerschaften bei insgesamt 4 verschiedenen Frauenärzten und 2 Hebammen. Und der Unterschied zwischen Arzt und Hebamme in der SSVorsorge ist eindeutig.
Beim Arzt habe ich unnötige Angstmacherei, lange Wartezeiten, viele Gesichter, alle möglichen Unterlagen, ständige sinnlose Untersuchungen, unpersönliche und teils auch überhebliche Gespräche...einfach Unwohlsein.

Und bei meinen Hebammen habe ich mich jedes Mal völlig ernstgenommen und aufgehoben gefühlt. Die Untersuchungen sind vom Ablauf her ähnlich. Es wird ein kurzer Urintest gemacht, der Bauch wird abgetastet und die Herztöne werden abgehört. Die Gespräche mit meinen Hebammen waren und sind für mich aber vor allem sehr wichtig. Das Schöne ist auch, dass ich bei meinen Hebammen überhaupt nicht warten muss, sondern sie entweder zu mir nach Hause kommen, oder ich auf Termin direkt zu ihnen fahre. Das nimmt einem so viel Stress ab.

Da man sich als Schwangere selbst aussuchen kann, wo man die Vorsorge machen lässt - ob Arzt oder Hebamme, kann ich wirklich nur raten sich von den Vorzügen der Hebammenvorsorge selbst ein Bild zu machen und sich darüber bewusst zu werden, wie schön es sein kann schwanger zu sein, ohne Stress haben zu müssen.

Für mich waren die Arztbesuche einfach nur unangenehm und zeitintensiv. Das würde ich nie wieder haben wollen.

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20. Oktober 2012 um 11:32

Ist es wirklich so?
Ich lese diesen Text sehr interessiert und bin hin und her gerissen.Ich bin in 7. Monat meiner 1. Schwangerschaft und bis vor kurzem waren wir immer bei einem Frauenarzt. Er hat auch jedesmal Ultraschall gemacht, jedesmal vaginal und tausend Blutabnahmen.
Er hat unsensibel mit mir gesprochen, nie Zeit gehabt,mich KEIN STÜCK aufgeklärt über z.B. Ernährung, Verhalten in der SS usw...dann gab es Probleme mit erhöten Blutwerten und angeblichen Plexuszysten, die mein kleiner haben soll....das hat er uns einfach auf den Tisch geknallt und ist zur Nächsten Patientin gerannt. "Man solle sich nicht so anstellen"...(nach dem Motto)...
..am Ende hat er mir gesagt, ich zitiere wörtlich: "Boa, ihr Kind ist FETT"!!!! Keine netten beruhigenden Worte, nichts! Ich bin fix und fertig da raus gegangen! Nicht nur dieses einemal. Jetzt haben wir gewechselt in ein medizinisches Versorgungszentrum, dort wird auch die Hebammen grö?tenteils die Betreuung übernehmen, ich hatte Zweifel, ob das genügt. Denn es werden nicht jedesmal Ultraschalle gemacht usw....??

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20. Oktober 2012 um 13:20

Ja, schade...
Es ist wirklich schade, dass in sämtlichen Infoheften zur Schwangerschaft - die man so von allen möglichen Seiten - hinterhergeworfen bekommt, eher selten über die Möglichkeit Frauenarzt ODER Hebamme berichtet wird.
Das es ne freiwillige Option ist. Ich meine, es ist ja klar, dass kein Frauenarzt einer Schwangeren Patientin erklärt, sie könne doch nur zur Hebamme gehen

Ich hätte für meine Hebammen eigentlich gar keinen Ultraschall machen müssen, auch für die Hausgeburt ist das kein Muss bei ihr gewesen. Aber zum 1. und 2. Ultraschall war ich ja noch bei der Ärztin.
Ich habe den 3. Ultraschall (29. - 32 SSW) jetzt aber nicht mehr machen lassen. Finde ich einfach völlig überflüssig.
CTG gefällt mir auch überhaupt nicht. Dieses ganze Wehengeschreibe war für mich in der 1. SS immer eine Qual - teilweise dauerten die Sitzungen bis zu 45min und das im Liegen auf einer Krankenliege in einem ungemütlichen Zimmer (ist aber sicher von Praxis zu Praxis unterschiedlich ).

Es gibt ja auch Hebammen, die CTG anbieten, wenn man das will und dann reichen auch mal 20min auf einem gemütlichen Schaukelstuhl im Sitzen aus. Außerdem stehe ich dem ganzen eher kritisch gegenüber, da es bei mir in der 1. SS nie eindeutige Ergebnisse gab. Außerdem merke ich selbst, wann ich Wehen habe. Für mich ist CTG daher auch völlig sinnlos und reine Zeitverschwendung. Das bringt mir nichts und dem Kind nichts und ist teuer.
Auch unter der Geburt sind CTG's eher störend. (http://extranet.medical-tribune.de/volltext/PDF/2001/Gynecol_Tribune/21_gt/GT_21_S03.pdf)

Meine Hebamme hört die Herztöne des Kindes in der Regel auch für mich per Doppler hab, so dass ich es auch hören kann. Und die Größe des Kindes ertastet sie auch sehr gut mit den Händen. Auch während der Geburt hört sie die Herztöne dann manuell ab und merkt sofort, wenn etwas nicht stimmt.

Ich war bei der 1. Geburt dann mit meiner Hebamme und mit meinem Mann zuhause und es lief alles sehr gut. Es hat sich zwar hingezogen - 12 Stunden starke Wehen - aber ich hatte mich entschieden die Geburt vollkommen wahrzunehmen, auf Schmerzmittel zu verzichten und mich in meiner Haut einfach wohlzufühlen. Und ich werde dieses wunderbare Erlebnis niemals hergeben wollen!

Jetzt zur 2. Geburt bleibe ich natürlich auch zuhause. Das ist für mich in erster Linie deutlich weniger Stress. Ich kann mich schließlich völlig auf meinen Rhythmus und den des Kindes einstellen. Werde nirgendwo angeschlossen, muss keine Dinge über mich ergehen lassen die mich einengen könnten, mir werden keine Fragen gestellt - da meine Hebamme schon alles von mir weiß - ich darf unter der Geburt so viel essen und trinken wie ich will - und niemand drängt mir eventuell auf was ich machen soll, geschweige denn meint, dass irgendetwas unternommen werden muss, was zuletzt einfach unnötig wäre. Und das kommt mir einfach viel zu häufig vor, wenn man sich die Statistik ansieht.

Stattdessen kümmert sich meine eigene Hebamme die ganze Zeit nur um mich, massiert mich, hilft mir beim Atmen, was auch immer...das ist so toll
Ich bin so froh, dass mein Kind dann auch nur von ihr nach der Geburt angefasst wird und nicht durch zig andere Hände geht, oder sonst was. Richtig toll ist auch, dass ich alle Zeit der Welt habe, selber anzukommen und mein Baby nichts anderes wahrnehmen muss, nicht den Raum wechseln muss, keine Sekunde von mir getrennt wird.

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20. Oktober 2012 um 13:43
In Antwort auf ruben_12692309

Ist es wirklich so?
Ich lese diesen Text sehr interessiert und bin hin und her gerissen.Ich bin in 7. Monat meiner 1. Schwangerschaft und bis vor kurzem waren wir immer bei einem Frauenarzt. Er hat auch jedesmal Ultraschall gemacht, jedesmal vaginal und tausend Blutabnahmen.
Er hat unsensibel mit mir gesprochen, nie Zeit gehabt,mich KEIN STÜCK aufgeklärt über z.B. Ernährung, Verhalten in der SS usw...dann gab es Probleme mit erhöten Blutwerten und angeblichen Plexuszysten, die mein kleiner haben soll....das hat er uns einfach auf den Tisch geknallt und ist zur Nächsten Patientin gerannt. "Man solle sich nicht so anstellen"...(nach dem Motto)...
..am Ende hat er mir gesagt, ich zitiere wörtlich: "Boa, ihr Kind ist FETT"!!!! Keine netten beruhigenden Worte, nichts! Ich bin fix und fertig da raus gegangen! Nicht nur dieses einemal. Jetzt haben wir gewechselt in ein medizinisches Versorgungszentrum, dort wird auch die Hebammen grö?tenteils die Betreuung übernehmen, ich hatte Zweifel, ob das genügt. Denn es werden nicht jedesmal Ultraschalle gemacht usw....??

Nicht bieten lassen
Na, lass dir das bloß nicht biete!
Gerade in der Schwangerschaft ist man als Frau doch sensibler und nimmt gesagte Worte einfach viel ernster, als man sollte.
In der Schwangerschaftsbetreuung ist es deshalb umso wichtiger, dass die behandelnden Ärzte oder Hebammen sich genügend Zeit nehmen, auf Fragen und Wünsche eingehen und einem ein gutes Gefühl geben...vor allem wenn du dich selber wohl und gesund fühlst und dann auch noch die med. Werte stimmen.
Wenn das nicht gegeben ist, dann handelt es sich definitiv nicht um eine gute Vorsorge.
Mir ist auch bewusst geworden, nachdem ich beim Arzt teilweise Horrorgeschichten über irgendwelche anderen Schwangerschaftsverläufe hören musste - obwohl es mir sehr gut ging - dass Empathievermögen einfach nicht vorhanden war. Sowas ist Panikmache, nichts weiter!
Ich unterstelle einfach mal, dass diese notwendige Empathie für die schwangere Frau bei den meisten Hebammen jedoch gegeben ist, weil sie vorrangig dich als Menschen sehen - mit all deinen Ängsten, Sorgen, Problemen während der Schwangerschaft und einfach viel mehr Zeit haben als Ärzte, und sich eben auch persönlicher darum kümmern können. Sicher gibt es auch da Ausnahmen, allerdings musst du es wirklich selber austesten. =) Ich hoffe es geht dir also bei den Hebammen besser.

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21. Oktober 2012 um 17:08

Wow! Danke!
Danke für die ausführlichen Antworten, ich find es echt erstaunlich, wieviel man als Erst- Schwangere man doch noch lernen kann/muss7sollte. Wobei man natürlich am Ende für sich slebst entscheiden muss, welches der beste Weg für einen Selbst ist. Ich würde mich z.B. nicht trauen, eine Hausgeburt zu machen, obwohl ich das sehr sehr schön finde!!!

Frage: Wie wird denn das mit einer Hebamme organisiert?? Kommt die bei Euch bereits während der SS nach Hause??
Ich weiß darüber nichts. Wie funktioniert das? Ich habe lediglich eine Hebamme in der Praxis dann halt, die mich alle 4 Wochen betreut und einen Geb.-Vorbereitungskurs.

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21. Oktober 2012 um 21:46

Kein Geburtenhaus hier in der Nähe
nein, kein Geburtenhaus in unmittelbarer Nähe...und wie wird die Hebamme bezahl? Steht einem da was von der Krankenkasse zu? Ich denke aber, dass ich jetzt in dem med. Versorgungszetrum gut aufgehoben bin. Ich hab ne Menge durchgemacht mit dem Monster- Arzt, den ich bisher hatte...ich bin völlig verunsichert und sehr empfindlich geworden...ich saß nach jedem Arztbesuch zu Haus und hab geheult...meine kompletten ersten 20 Schwangerschaftswochen waren für mich echt schwer, ich will mich endlich freuen und keine Panik und Angst mehr haben müssen, was der Kleine alles unnormales an sich hat. Mal gehört von Plexuszyten?

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21. Oktober 2012 um 23:51
In Antwort auf ruben_12692309

Kein Geburtenhaus hier in der Nähe
nein, kein Geburtenhaus in unmittelbarer Nähe...und wie wird die Hebamme bezahl? Steht einem da was von der Krankenkasse zu? Ich denke aber, dass ich jetzt in dem med. Versorgungszetrum gut aufgehoben bin. Ich hab ne Menge durchgemacht mit dem Monster- Arzt, den ich bisher hatte...ich bin völlig verunsichert und sehr empfindlich geworden...ich saß nach jedem Arztbesuch zu Haus und hab geheult...meine kompletten ersten 20 Schwangerschaftswochen waren für mich echt schwer, ich will mich endlich freuen und keine Panik und Angst mehr haben müssen, was der Kleine alles unnormales an sich hat. Mal gehört von Plexuszyten?

Super...
Es ist auf jeden Fall super, dass du nicht mehr zu diesem Arzt hingehst. Da gibt es weitaus bessere Möglichkeiten.

Die Vorsorge bei einer Hebamme übernimmt deine Krankenkasse selbstverständlich auch - genau wie Vorsorge beim Arzt. Aber genau wie beim Arzt kann es durchaus sein, dass du etwas zahlen müsstest, wenn du Zusatzleistungen in Anspruch nehmen willst, die eben nicht generell von der Kasse übernommen werden.

Plexuszyten? Warst du schon bei der Feindiagnostik? Mach dir bloß keine Panik wegen sowas. Wurde das bei deinem Baby eindeutig diagnostiziert?

Ich hoffe du musst nie mehr weinen nach einer Vorsorge!

Wie bei schuzzeli ist auch meine Hebamme in den letzten Schwangerschaftswochen dann zu mir nach Hause gekommen. Das kann man mit der einfach individuell abstimmen. Ich habe mir zum Beispiel im Internet eine Hebammenpraxis in der Nähe gesucht und dann mit einer einen Termin ausgemacht. Dann war auch schon alles klar und je nachdem wie man sich versteht, bleibt man dann beieinander und macht alle weiteren Termine aus.

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22. Oktober 2012 um 14:26
In Antwort auf hyong_12557482

Super...
Es ist auf jeden Fall super, dass du nicht mehr zu diesem Arzt hingehst. Da gibt es weitaus bessere Möglichkeiten.

Die Vorsorge bei einer Hebamme übernimmt deine Krankenkasse selbstverständlich auch - genau wie Vorsorge beim Arzt. Aber genau wie beim Arzt kann es durchaus sein, dass du etwas zahlen müsstest, wenn du Zusatzleistungen in Anspruch nehmen willst, die eben nicht generell von der Kasse übernommen werden.

Plexuszyten? Warst du schon bei der Feindiagnostik? Mach dir bloß keine Panik wegen sowas. Wurde das bei deinem Baby eindeutig diagnostiziert?

Ich hoffe du musst nie mehr weinen nach einer Vorsorge!

Wie bei schuzzeli ist auch meine Hebamme in den letzten Schwangerschaftswochen dann zu mir nach Hause gekommen. Das kann man mit der einfach individuell abstimmen. Ich habe mir zum Beispiel im Internet eine Hebammenpraxis in der Nähe gesucht und dann mit einer einen Termin ausgemacht. Dann war auch schon alles klar und je nachdem wie man sich versteht, bleibt man dann beieinander und macht alle weiteren Termine aus.

Wegen der Plexus-Zysten:
Ja, die hatte dieser "wirklich blöde FA" angeblich gesehen, dann habe darauf bestanden, eine Überweisung zum Pränatalspezialisten (zur Feindiagn.) zu bekommen, hat er auch gemacht, ein Glück. Da war ich in Hannover, der Arzt war toll. Er hatte nichts derart gesehen. Muss dazu sagen, dass wir noch weitere Probleme hatten, da das "Alpha-Feta Protein" im Blut minimal (um 0.1 ) erhöt war. Dieser Wert kann aussagen, dass das Kind Spina Bifida (offener Rücken) hat. Wie gesagt, der Spezialist in Hannover hat weder das eine noch das andere feststellen können und meinte, es sei alles in bester Ordnung. Daran möchte ich glauben und es fühlt sich sowieso alles super an seit dem.

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