Forum / Schwangerschaft & Kinderwunsch

Schwangerschaft nach Lebendspende

Letzte Nachricht: 27. Mai 2013 um 10:46
26.05.13 um 14:11

Hallo,

bei mir steht wahrscheinlich im nächsten Jahr die Lebendspende einer Niere für meinen Bruder an. Der untersuchende Nephrologe meinte zu meinem Bruder, dass er mich als Spender ablehnen würde, wenn ich nur den Ansatz eines Kinderwunsches noch hätte. Eine Schwangerschaft wäre nach einer Spende sehr risikoreich.

Ich habe jetzt mit einem anderen Nephrologen gesprochen und er meinte, dass es natürlich ein erhöhtes Risiko gibt, aber eine Schwangerschaft auf jeden Fall möglich ist, wenn die verbleibende Niere gute Werte aufweist.

Jetzt bin ich etwas verunsichert. Gibt es vielleicht Personen hier, die diese Situation evtl bereits hinter sich haben?

Liebe Grüße

Mehr lesen

26.05.13 um 17:47

Hey!
Also mir wurde 2001 eine Niere entfernt und ich habe 2004 meine erste Tochter bekommen und 2013 meine zweite Tochter ich habe allerdings starke Einlagerungen in beiden Schwangerschaften gehabt! Solange deine Niere gut arbeitet steht einer Schwangerschaft laut meines Arztes nichts im Wege das waren meine Bedenken damals auch.

Gefällt mir

26.05.13 um 18:56


Erst einmal Hut ab für deine Liebe und dein Engagement deinem Bruder gegenüber!!!!

Ich habe noch keine Lebendspende geleistet, aber kann dir erzählen, was bei mir in der SS passiert ist. Bei mir ist während meiner Schwangerschaft meine rechte Niere fast vollständig ausgefallen. Mein Arzt sagte damals das wäre eine typische Geschichte, warum Frauen vorallem die rechten Nieren entfernt werden würden und nicht die linke.

Ich denke, wenn das gut überwacht wird, warum nicht? Und wenn kein anderer Spender zur Verfügung steht, dann sowieso.

Gefällt mir

27.05.13 um 0:35

....
Bei einer lebendspende einer Niere muss die Blutgruppe doch nicht übereinstimmen. Die Niere ist das einzige Organ das man auch Blutgruppenfremd transplantieren kann. Oder hat dein Bruder noch andere Risikofaktoren die das notwendig machen?
Ansonsten käm ja eventuell noch jemand anders in Frage.

Gefällt mir

27.05.13 um 10:32


Mein Bruder und ich haben exakt die gleiche Blutgruppe. Sogar der Rhesusfaktor, der nicht entscheidend sein soll, stimmt überein.

@kata..: vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. Ich habe noch keine Kinder, aber ich kann Deine Einstellung gut verstehen. Da steht natürlich Dein Wohl zugunsten Deiner Kinder an erster Stelle. Aktuell möchte ich noch kein Kind, da ich noch eine lange Probezeit nach meinem Studium habe, die durch eine Elternzeit entsprechend verlängert werden würde. Die würde ich daher schon gerne abwarten. Jetzt habe ich halt Bedenken, ob es anschließend überhaupt noch "sinnvoll" wäre (bitte nicht falsch verstehen).

Mein Bruder hat bereits eine Spenderniere, die nun langsam aufgibt. Damals war ich noch zu jung um zu helfen. Aber ich habe seinen Leidensweg mitbekommen. Es war sehr schlimm. Ich habe als kleine Schwester sehr darunter gelitten und könnte es nicht ertragen, dass nochmal zu sehen. Erst recht nicht, wenn ich es verhindern könnte. Von daher hat sich mir nie die Frage gestellt, OB ich die Spende machen will. Das war mir von Anfang klar. Und damit meine Niere eine maximale Lebensdauer haben wird, ist es erforderlich, vor der ersten Dialyse zu spenden. Daher könnte bzw. sollte man jetzt auch nicht erst schauen, ob man evt. einen anderen Spender findet und so lange dialysieren. Wenn man schon spendet, möchte man natürlich auch die besten Grundvoraussetzungen schaffen.

Gefällt mir

Kannst du deine Antwort nicht finden?

27.05.13 um 10:34
In Antwort auf


Erst einmal Hut ab für deine Liebe und dein Engagement deinem Bruder gegenüber!!!!

Ich habe noch keine Lebendspende geleistet, aber kann dir erzählen, was bei mir in der SS passiert ist. Bei mir ist während meiner Schwangerschaft meine rechte Niere fast vollständig ausgefallen. Mein Arzt sagte damals das wäre eine typische Geschichte, warum Frauen vorallem die rechten Nieren entfernt werden würden und nicht die linke.

Ich denke, wenn das gut überwacht wird, warum nicht? Und wenn kein anderer Spender zur Verfügung steht, dann sowieso.


Hallo,
vielen Dank für Deine Antwort. Wie war es nach der Schwangerschaft? Hat sich das wieder gebessert, oder hat sie Schäden davon genommen?

Gefällt mir

27.05.13 um 10:36
In Antwort auf

Hey!
Also mir wurde 2001 eine Niere entfernt und ich habe 2004 meine erste Tochter bekommen und 2013 meine zweite Tochter ich habe allerdings starke Einlagerungen in beiden Schwangerschaften gehabt! Solange deine Niere gut arbeitet steht einer Schwangerschaft laut meines Arztes nichts im Wege das waren meine Bedenken damals auch.


Hey! Vielen Dank.. das baut mich etwas auf. Hat Deine verbleibende Niere jetzt eine geringere Funktion oder hat sie sich wieder erholt?

Ich habe am Mittwoch einen allgemeinen Untersuchungstermin bei meiner Frauenärztin. Vielleicht kann sie mir zu dem Thema auch noch etwas sagen.

Gefällt mir

27.05.13 um 10:46
In Antwort auf


Mein Bruder und ich haben exakt die gleiche Blutgruppe. Sogar der Rhesusfaktor, der nicht entscheidend sein soll, stimmt überein.

@kata..: vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. Ich habe noch keine Kinder, aber ich kann Deine Einstellung gut verstehen. Da steht natürlich Dein Wohl zugunsten Deiner Kinder an erster Stelle. Aktuell möchte ich noch kein Kind, da ich noch eine lange Probezeit nach meinem Studium habe, die durch eine Elternzeit entsprechend verlängert werden würde. Die würde ich daher schon gerne abwarten. Jetzt habe ich halt Bedenken, ob es anschließend überhaupt noch "sinnvoll" wäre (bitte nicht falsch verstehen).

Mein Bruder hat bereits eine Spenderniere, die nun langsam aufgibt. Damals war ich noch zu jung um zu helfen. Aber ich habe seinen Leidensweg mitbekommen. Es war sehr schlimm. Ich habe als kleine Schwester sehr darunter gelitten und könnte es nicht ertragen, dass nochmal zu sehen. Erst recht nicht, wenn ich es verhindern könnte. Von daher hat sich mir nie die Frage gestellt, OB ich die Spende machen will. Das war mir von Anfang klar. Und damit meine Niere eine maximale Lebensdauer haben wird, ist es erforderlich, vor der ersten Dialyse zu spenden. Daher könnte bzw. sollte man jetzt auch nicht erst schauen, ob man evt. einen anderen Spender findet und so lange dialysieren. Wenn man schon spendet, möchte man natürlich auch die besten Grundvoraussetzungen schaffen.

Nochmal zu Katscha
habe mir gerade nochmal Deinen kompletten Text durchgelesen. Bei eurer Situation mit der Infektion Deines Bruders würde ich wohl noch viel eher so handeln, wie Du. Fünf Jahre sind für ein Spenderorgan eigentlich nichts. Mein Bruder hat sein erstes Spenderorgan jetzt fast 20 Jahre. Wenn meine nur annähernd bei ihm so lange funktionieren würde, wäre das total super. natürlich kann man das vorher nicht wissen. Nur neige ich bei meiner Entscheidung aufgrund unserer positiven Erfahrung eher zu ja, als zu nein.

Natürlich habe ich auch Angst, wie sich meine Zukunft mit einer Niere gestalten würde... aber viel größer ist die Angst, meinen Bruder nochmal so leiden zu sehen. Das könnte ich einfach nicht mit mir vereinbaren

Gefällt mir