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Schwanger von Affäre, alles ist unendlich kompliziert!

1. Mai 2016 um 19:25 Letzte Antwort: 3. Mai 2016 um 0:28

Ich bin sooo verzweifelt, weil ich schwanger bin von einem Mann, der nicht mein Freund ist...

Aber erst zu mir, ich bin 22 (seit heute ) und bin schwanger in der 6. SSW.
Der Erzeuger ist nicht mein Freund und es ist sehr kompliziert, da er (sorry) ein Idiot ist!

Wir kennen uns schon länger, da wir im selben Dorf wohnen, und er wollte schon "immer" was von mir/hat mich auf allen möglichen Festen angebaggert, obwohl er eine Freundin hat. Er ist 35, wohnt noch immer bei den Eltern und ist dafür bekannt, dass er seine Freundin immer mal wieder betrügt und einfach nichts im Leben auf die Reihe bekommt. Er sieht gut aus, und das war's auch schon.
Jedenfalls hat im Februar mein Freund, mit dem ich zusammen war, seit ich 15 war, mit mir Schluss gemacht, was mich sehr getroffen hat. Durch Zufall hat er (der Idiot, von dem ich jetzt schwanger bin) das mitbekommen und hat ein paar Mal ganz normal und nett mit mir darüber geredet. Dann, vor drei Wochen, war eine Party bei uns in der Nähe und er war auch da. Er hat erzählt, dass seine Freundin ihn jetzt auch verlassen hat und er schon immer in mich verliebt ist. Ich war absolut dumm und vor allem war ich sehr betrunken (ich weiß, dass das keine Entschuldigung ist), jedenfalls habe ich in dieser Nacht bei und mit ihm geschlafen, was der Fehler meines Lebens war.

Vor einer Woche hätte ich meine Tage bekommen sollen. Als sie zwei Tage überfällig waren, habe ich schon einen Test geholt, weil ich mich anders gefühlt habe... Übelkeit, Brüstespannen, Heißhunger auf Äpfel... Jedenfalls war dieser positiv, laut Arzt bin ich heute bei 5+0 und am 01. Januar ist der Termin. Nur dass für mich eine Welt zusammenbricht...!

Gestern habe ich es dem Erzeuger gesagt. Ich habe mit Freunden in meinen Geburtstag reingefeiert und bin wieder mal ihm dabei über den Weg gelaufen. Ich weiß, dass es ein Fehler war, ihn damit zu überallen und das auch noch unterwegs. Er jedenfalls hat mir daraufhin eröffnet, dass er mit seiner Freundin die ganze Zeit über zusammen war und keine Lust hat auf ein Drama mit mir. (Seine Worte!). Ich meine, ich wollte eh nicht mit ihm zusammensein, Gott bewahre, aber wenigstens mal gemeinsam reden...? Das hat mir jedenfalls den Abend gründlich versaut, meine Freunde haben mir auch angemerkt, dass was nicht stimmt, aber nur zwei Freundinnen wissen, was los ist. Ich bin dann relativ früh heim. Mittags war ich mit meiner Familie beim Essen, aber ich wollte den Tag jetzt auch nicht noch weiter versauen, indem ich es erzähle...

Fakt ist, dass ich mit diesem Typen weder zusammen sein kann noch es will! Ich bezweifle auch, dass er ein guter Vater wäre oder sich kümmern würde.
Ich bin außerdem Studentin und wohne jetzt auch wieder bei meinen Eltern, da mein Freund und ich uns getrennt haben und er in der Wohnung geblieben ist.
Mein Vater kennt den Erzeuger und hält extrem wenig von ihm, wenn er rauskriegt, dass ich von ihm schwanger bin, wird er mich für bekloppt halten.

Was soll ich nur tun? Ich muss es natürlich meinen Eltern sagen, aber dann? Wie soll das denn weitergehen, ohne Vater zum Kind, ohne Beruf, ohne Wohnung...?

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1. Mai 2016 um 20:51

Da
Du heute Geburtstag hast gratuliere ich Dir herzlich, zu Deinem 22. Geburtstag. Es ist verständlich, dass Du gerade Verzweifelt bist und auf viele Fragen noch keine Antwort hast, wie die Zukunft aussehen kann.
Das Kind das in Dir heranwächst ist unschuldig, der Wert eines Kindes liegt nicht am Erzeuger oder im Unstand der Erzeugung, sondern darin, dass es in Dir heranwächst.
Es kann nicht darum gehen, was Du tun sollst, sondern darum, dass Du Entscheidungen treffen kannst, die zu Dir passen.
Ein Studium mit Kind ist nicht immer leicht, aber es ist machbar.
VLG Yankho

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1. Mai 2016 um 23:11

Danke.
Ja, das "Kind kann nichts dafür", das ist so ein Spruch, von dem ich nicht so viel halte, ich sehe da noch kein "Kind", aber das ist jetzt Ansichtssache... (Wenn auch rein rechtlich nicht, aber ich kann es verstehen, dass man es als Kind sieht).

Klar kann auch niemand was für seinen Vater, aber es geht eben auch um mein eigenes Leben, wo ich einfach nicht weiß, wie es mit diesem schrecklichen Mann werden soll. Er ist furchtbar und ich schäme mich richtig, dass ich auf ihn und seine Masche hereingefallen bin.

Ich habe Angst, was passiert, wenn ich dieses Kind bekomme. Er schrieb mir vorhin, dass er es mir wegnehmen wird, was furchtbar wäre und mein Herz brechen würde.
Ich weiß aber auch nicht, wie ernst er das meint, immerhin hieß es kurz vorher noch, dass er kein Kind möchte, kein Drama will...

Und ja, ich weiß, dass das rein rechtlich nicht so leicht ist, einer Mutter das Kind zu entziehen (ich studiere Jura im 6. Semester). Allerdings ist der Erzeuger selbst Rechtsanwalt und dagegen kann ich nicht an und im Gegensatz zu ihm habe ich auch wenig Ahnung. Wer weiß, was der Typ sich alles einfallen lässt, der ist leider nicht ganz schappi!

WAAAH, wie konnte ich den auf den nur reinfallen?!

Meine Freundinnen sagen "Abtreiben". Klar, alles passt NICHT. Am wenigsten passt einfach der furchtbare Vater zu diesem "Kind".

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2. Mai 2016 um 0:16
In Antwort auf kiara_12744435

Danke.
Ja, das "Kind kann nichts dafür", das ist so ein Spruch, von dem ich nicht so viel halte, ich sehe da noch kein "Kind", aber das ist jetzt Ansichtssache... (Wenn auch rein rechtlich nicht, aber ich kann es verstehen, dass man es als Kind sieht).

Klar kann auch niemand was für seinen Vater, aber es geht eben auch um mein eigenes Leben, wo ich einfach nicht weiß, wie es mit diesem schrecklichen Mann werden soll. Er ist furchtbar und ich schäme mich richtig, dass ich auf ihn und seine Masche hereingefallen bin.

Ich habe Angst, was passiert, wenn ich dieses Kind bekomme. Er schrieb mir vorhin, dass er es mir wegnehmen wird, was furchtbar wäre und mein Herz brechen würde.
Ich weiß aber auch nicht, wie ernst er das meint, immerhin hieß es kurz vorher noch, dass er kein Kind möchte, kein Drama will...

Und ja, ich weiß, dass das rein rechtlich nicht so leicht ist, einer Mutter das Kind zu entziehen (ich studiere Jura im 6. Semester). Allerdings ist der Erzeuger selbst Rechtsanwalt und dagegen kann ich nicht an und im Gegensatz zu ihm habe ich auch wenig Ahnung. Wer weiß, was der Typ sich alles einfallen lässt, der ist leider nicht ganz schappi!

WAAAH, wie konnte ich den auf den nur reinfallen?!

Meine Freundinnen sagen "Abtreiben". Klar, alles passt NICHT. Am wenigsten passt einfach der furchtbare Vater zu diesem "Kind".

Willst du denn Mutter werden?
D er Rest ist egal, du musst dir nur diese Frage stellen und auch nur mit dieser Antwort arbeiten.
Wenn du nicht willst dann erspart dir den ganzen ärger mit dem spinner am besten O.o
Wenn du Mutter werden willst dann lass es drauf ankommen und zieh es durch.

Womit du eher leben kannst musst du entscheiden. Das kann dir keiner abnehmen. Egal welche Erfahrungen wir gemacht haben.


Meine: ich hab abgetrieben und bin mit der Entscheidung auch nach Jahren noch sehr zufrieden. Würde wieder so handeln wenn ich diese Situation noch einmal durchleben muss.

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2. Mai 2016 um 1:08
In Antwort auf tegwen_12103548

Willst du denn Mutter werden?
D er Rest ist egal, du musst dir nur diese Frage stellen und auch nur mit dieser Antwort arbeiten.
Wenn du nicht willst dann erspart dir den ganzen ärger mit dem spinner am besten O.o
Wenn du Mutter werden willst dann lass es drauf ankommen und zieh es durch.

Womit du eher leben kannst musst du entscheiden. Das kann dir keiner abnehmen. Egal welche Erfahrungen wir gemacht haben.


Meine: ich hab abgetrieben und bin mit der Entscheidung auch nach Jahren noch sehr zufrieden. Würde wieder so handeln wenn ich diese Situation noch einmal durchleben muss.

Danke.
Du hast vollkommen recht! Diese Frage muss ich mir beantworten. Ich will eigentlich nicht Mutter werden (nicht JETZT), weiß aber nicht, wie es wäre, wenn die Umstände anders wären. Ich denke, das ist jetzt auch das Hormonchaos?! Kann das sein? Ich werde jetzt echt über DIESE Frage ganz doll nachdenken.

ER ist natürlich einfach ein riesengroßer fetter Minuspunkt und den kann ich mir auch sehr schwer wegdenken. Er würde doch alles zerstören mit seinen Drohungen. Und mir wäre es richtig peinlich, dass so ein Volldepp der Vater meines Kindes ist. Und das auszublenden, fehlt mir sehr schwer. Immerhin müsste ich mich jetzt für immer mit ihm befassen, ihn sehen und mit ihm Absprachen treffen. Dieser Clown würde zum Teil meines Lebens...

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2. Mai 2016 um 7:14
In Antwort auf kiara_12744435

Danke.
Ja, das "Kind kann nichts dafür", das ist so ein Spruch, von dem ich nicht so viel halte, ich sehe da noch kein "Kind", aber das ist jetzt Ansichtssache... (Wenn auch rein rechtlich nicht, aber ich kann es verstehen, dass man es als Kind sieht).

Klar kann auch niemand was für seinen Vater, aber es geht eben auch um mein eigenes Leben, wo ich einfach nicht weiß, wie es mit diesem schrecklichen Mann werden soll. Er ist furchtbar und ich schäme mich richtig, dass ich auf ihn und seine Masche hereingefallen bin.

Ich habe Angst, was passiert, wenn ich dieses Kind bekomme. Er schrieb mir vorhin, dass er es mir wegnehmen wird, was furchtbar wäre und mein Herz brechen würde.
Ich weiß aber auch nicht, wie ernst er das meint, immerhin hieß es kurz vorher noch, dass er kein Kind möchte, kein Drama will...

Und ja, ich weiß, dass das rein rechtlich nicht so leicht ist, einer Mutter das Kind zu entziehen (ich studiere Jura im 6. Semester). Allerdings ist der Erzeuger selbst Rechtsanwalt und dagegen kann ich nicht an und im Gegensatz zu ihm habe ich auch wenig Ahnung. Wer weiß, was der Typ sich alles einfallen lässt, der ist leider nicht ganz schappi!

WAAAH, wie konnte ich den auf den nur reinfallen?!

Meine Freundinnen sagen "Abtreiben". Klar, alles passt NICHT. Am wenigsten passt einfach der furchtbare Vater zu diesem "Kind".

Da du angehende Juristin bist
der Vollständigkeit halber dazu:
"(Wenn auch rein rechtlich nicht, aber ich kann es verstehen, dass man es als Kind sieht)."

http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv088203.html
"1. Das Grundgesetz verpflichtet den Staat, menschliches Leben, auch das ungeborene, zu schützen. Diese Schutzpflicht hat ihren Grund in Art. 1 Abs. 1 GG; ihr Gegenstand und - von ihm her - ihr Maß werden durch Art. 2 Abs. 2 GG näher bestimmt. Menschenwürde kommt schon dem ungeborenen menschlichen Leben zu. Die Rechtsordnung muß die rechtlichen Voraussetzungen seiner Entfaltung im Sinne eines eigenen Lebensrechts des Ungeborenen gewährleisten. Dieses Lebensrecht wird nicht erst durch die Annahme seitens der Mutter begründet.
2. Die Schutzpflicht für das ungeborene Leben ist bezogen auf das einzelne Leben, nicht nur auf menschliches Leben allgemein.
3. Rechtlicher Schutz gebührt dem Ungeborenen auch gegenüber seiner Mutter. Ein solcher Schutz ist nur möglich, wenn der Gesetzgeber ihr einen Schwangerschaftsabbruch grundsätzlich verbietet und ihr damit die grundsätzliche Rechtspflicht auferlegt, das Kind auszutragen."

"Das Beratungsverfahren löste die ihm zukommende Aufgabe nicht hinreichend, wenn nicht berücksichtigt würde, daß Personen, die der schwangeren Frau nahestehen - insbesondere der Vater des ungeborenen Kindes und die Eltern einer minderjährigen Schwangeren -, zu ihrer Unterstützung berufen sind und sie in ihrer Entscheidung für oder gegen das Kind beeinflussen können."

"Nur wenn das Bewußtsein von dem Recht des Ungeborenen auf Leben wach erhalten wird, kann die unter den Bedingungen der Beratungsregelung von der Frau zu tragende Verantwortung an diesem Recht ausgerichtet und prinzipiell geeignet sein, das Leben des ungeborenen Kindes zu schützen."

Eine elendslange Diskussion inwieweit der Begriff "Kind" juristisch unpassend ist oder nicht ist zwar unproduktiv, aber in Anbetracht dessen, dass das "Kind" ein würdebehafteter Grundrechtsträger mit Menschenwürde nach Art. 1 Abs. 1 GG und dem Recht auf Leben nach Art. 2 Abs. 2 GG ist und das Bundesverfassungsgericht den Begriff "ungeborenes Kind" im für die Rechtslage zentralen und bindenden Urteil verwendet hat, erlaube ich mir doch darauf hinzuweisen, dass man einiges an juristischen Argumenten vorbringen könnte, warum der Begriff "Kind" juristisch als angemessen eingestuft werden könnte. Ist juristisch auf jeden Fall näher dran als "Zellhaufen".

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2. Mai 2016 um 7:52
In Antwort auf kiara_12744435

Danke.
Ja, das "Kind kann nichts dafür", das ist so ein Spruch, von dem ich nicht so viel halte, ich sehe da noch kein "Kind", aber das ist jetzt Ansichtssache... (Wenn auch rein rechtlich nicht, aber ich kann es verstehen, dass man es als Kind sieht).

Klar kann auch niemand was für seinen Vater, aber es geht eben auch um mein eigenes Leben, wo ich einfach nicht weiß, wie es mit diesem schrecklichen Mann werden soll. Er ist furchtbar und ich schäme mich richtig, dass ich auf ihn und seine Masche hereingefallen bin.

Ich habe Angst, was passiert, wenn ich dieses Kind bekomme. Er schrieb mir vorhin, dass er es mir wegnehmen wird, was furchtbar wäre und mein Herz brechen würde.
Ich weiß aber auch nicht, wie ernst er das meint, immerhin hieß es kurz vorher noch, dass er kein Kind möchte, kein Drama will...

Und ja, ich weiß, dass das rein rechtlich nicht so leicht ist, einer Mutter das Kind zu entziehen (ich studiere Jura im 6. Semester). Allerdings ist der Erzeuger selbst Rechtsanwalt und dagegen kann ich nicht an und im Gegensatz zu ihm habe ich auch wenig Ahnung. Wer weiß, was der Typ sich alles einfallen lässt, der ist leider nicht ganz schappi!

WAAAH, wie konnte ich den auf den nur reinfallen?!

Meine Freundinnen sagen "Abtreiben". Klar, alles passt NICHT. Am wenigsten passt einfach der furchtbare Vater zu diesem "Kind".

Und da Juristen sich dessen auch oft nicht bewusst sind:
"Er schrieb mir vorhin, dass er es mir wegnehmen wird,"

Wenn er das vom Kontext in dem Sinne meinte, dass wenn du nicht abtreibst, dann würde er dir das Kind wegnehmen, dann könnte versuchte schwere Nötigung vorliegen nach 240 Abs. 1 u. 4 Nr. 2 StGB.
https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__240.html

Denn:
- das "wegnehmen" des Kindes ist, auch wenn es über üblichen sorgerechtlichen Weg erfolgen soll und auch wenn er dabei "anständig" vorgeht, sicher als empfindliches Übel einzustufen (normalerweise wird aber in so einem Sorgerechtsstreit nicht "anständig" agiert, sondern mit Dreck geworfen wie nur möglich, was es dann noch mehr zu empfindlichen Übel macht)

- wenn er das vom Kontext her so formuliert hätte, dann würde die Androhung des empfindlichen Übels dazu dienen, dich zu einer Handlung zu bringen, nämlich Abtreibung

- rechtswidrig ist nach 240 Abs. 2 StGB dann gegeben, wenn die Androhung zu diesem Zweck als verwerflich anzusehen ist; Sinn hinter dem Sorgerecht ist das Kindeswohl; der Mutter seitens des Vaters das Kind "wegnehmen", also seitens des Vaters das alleinige Sorgerecht bekommen, ist dann angemessen, wenn dies letztlich dem Kindeswohl dient, in diesem Fall sollte der Vater das vermutlich sogar versuchen, wenn die mütterliche Sorge dem Kindeswohl abträglich ist; hier jedoch ist das Ziel eine rechtswidrige, wenn auch straffreie, Abtreibung des Nasciturus, der eigentlich - siehe Urteil Schwangerschaftsabbruch II BVerfG 88, 203 - das Recht auf Leben hat und dem dieses auch gelassen werden sollte (weshalb die Abtreibung ja nur straffrei aber immer noch rechtswidrig ist); somit wäre hier das Ziel gerade sozusagen das Gegenteil des Kindeswohles, was als verwerflich anzusehen ist; die Möglichkeit, der Mutter das Sorgerecht wegzunehmen, soll doch gerade nicht als Druckmittel genutzt werden, um diese zur Abtreibung zu bringen; also ist Verwerflichkeit zu bejahen

- ergänzend ist das ganze vielleicht schon rein aufgrund des Zwecks - Abtreibung - als verwerflich anzusehen, denn gemäß BVerfG gilt: "Der Schwangerschaftsabbruch muß für die ganze Dauer der Schwangerschaft grundsätzlich als Unrecht angesehen und demgemäß rechtlich verboten sein", was vielleicht so auszulegen wäre, dass der Zweck Schwangerschaftsabbruch bereits für sich immer verwerflich im Sinne 240 Abs. 2 StGB ist

- da 240 Abs. 4 Nr. 2 StGB explizit die Nötigung zum Schwangerschaftsabbruch als Regelfall der schweren Nötigung nennt und es hier keinen Anhaltspunkt für besondere Milde gibt (immerhin will hier ein als Anwalt zugelassener Volljurist eine junge und in etwas unsicherer Lebenssituation befindliche Frau dazu bringen, abzutreiben), liegt wohl ein besonders schwerer Fall der Nötigung vor


Eine Strafbarkeit ist somit zu bejahen, der Strafrahmen wäre 6 Monate bis 5 Jahre.

In Bezug auf die Anwaltszulassung des Täters scheint es keine Konsequenzen zu geben, da 14 Abs. 2 Nr. 2 BRAO, 45 Abs. 1 StGB nur bei Verurteilung wegen Verbrechen mit 1 Jahr oder mehr eine solche vorsehen, während die schwere Nötigung aufgrund 12 StGB ein Vergehen und kein Verbrechen ist.



(Ob dir das hilft? Eher nicht. Aber ich finde, jedes mögliche Opfer einer Straftat sollte wissen, dass es eventuell Opfer ist, um dann selbst zu entscheiden, ob ihm die Justiz jetzt helfen kann oder nicht. Bin übrigens nur "Halbjurist", also keine Gewähr.
Vielleicht macht es auch Sinn, seine Nachricht, er würde dir das Kind wegnehmen, mit einem "Habe in einem Internetforum von deiner freundlichen Mitteilung geschrieben. Darauf hat irgendein trotteliger Neunmalkluger geschrieben: [copy paste obigen text]. Ich bin im Strafrecht noch nicht so ganz firm, deshalb Frage an dich, denkst du das könnte strafrechtlich zutreffen? Und nein, ich will dir nicht drohen (auch wenn es natürlich legal wäre, mit einer sachlich angemessenen Anzeige einem Nötiger zu drohen, damit er die Nötigungen einstellt), ich will einfach nur mein juristisches Denken schulen"; musst aber selbst wissen, ob das Sinn macht und dir etwas Ruhe vor ihm verschaffen kann)

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2. Mai 2016 um 8:06
In Antwort auf kiara_12744435

Danke.
Du hast vollkommen recht! Diese Frage muss ich mir beantworten. Ich will eigentlich nicht Mutter werden (nicht JETZT), weiß aber nicht, wie es wäre, wenn die Umstände anders wären. Ich denke, das ist jetzt auch das Hormonchaos?! Kann das sein? Ich werde jetzt echt über DIESE Frage ganz doll nachdenken.

ER ist natürlich einfach ein riesengroßer fetter Minuspunkt und den kann ich mir auch sehr schwer wegdenken. Er würde doch alles zerstören mit seinen Drohungen. Und mir wäre es richtig peinlich, dass so ein Volldepp der Vater meines Kindes ist. Und das auszublenden, fehlt mir sehr schwer. Immerhin müsste ich mich jetzt für immer mit ihm befassen, ihn sehen und mit ihm Absprachen treffen. Dieser Clown würde zum Teil meines Lebens...

Wenn
du seine Nachricht gespeichert hast und aus dieser sich ergibt, dass wenn du nicht abtreibst, dass er dann seine Drohungen umsetzt, dann hast du ein legitimes Druckmittel in der Hand, womit du ihn dann wenigstens auffordern könntest, zukünftige Drohungen sein zu lassen.

Im Prinzip kann sowas auch in einem Sorgerechtsstreit helfen, da Familiengerichte es zumindest alsein Minuspunkt für die Eignung zur Sorge um das Kind werten dürften, wenn gerade ein Verfahren wegen schwerer Nötigung zur Abtreibung DIESES Kindes gegen den Vater läuft, der das Sorgerecht gerne hätte.


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2. Mai 2016 um 11:56


@Anna: Dankeschön.

@Carn: Was soll ich dazu sagen? Sollen wir jetzt eine juristische Diskussion über den Schwangerschafftsabbruch beginnen? Dazu habe ich jetzt keinen Nerv, tut mir leid. Aber wenn es dich jetzt froher stimmt, dass deine Auslegung hier im Thread prangt, dann soll es so sein.
Dass es sich um Nötigung handeln könnte, habe ich mir auch schon gedacht, aber wie gesagt, ist er leider selbst Rechtsanwalt und weiß das sicher auch gut selber. Aber ganz ehrlich, das, was du oben geschrieben hast, was ich sagen könnte zu ihm, mache ich vielleicht wirklich... Einfach, damit er sieht, dass ich auch nicht doof bin und seine Drohungen wenigstens durchschaue. Aber wie du ja schon am Thema Abtreibung siehst, ist vieles doch nicht so endeutig, und er hat doch 1000x mehr Ahnung als ich.

Danke für eure Antworten.

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2. Mai 2016 um 12:52
In Antwort auf kiara_12744435


@Anna: Dankeschön.

@Carn: Was soll ich dazu sagen? Sollen wir jetzt eine juristische Diskussion über den Schwangerschafftsabbruch beginnen? Dazu habe ich jetzt keinen Nerv, tut mir leid. Aber wenn es dich jetzt froher stimmt, dass deine Auslegung hier im Thread prangt, dann soll es so sein.
Dass es sich um Nötigung handeln könnte, habe ich mir auch schon gedacht, aber wie gesagt, ist er leider selbst Rechtsanwalt und weiß das sicher auch gut selber. Aber ganz ehrlich, das, was du oben geschrieben hast, was ich sagen könnte zu ihm, mache ich vielleicht wirklich... Einfach, damit er sieht, dass ich auch nicht doof bin und seine Drohungen wenigstens durchschaue. Aber wie du ja schon am Thema Abtreibung siehst, ist vieles doch nicht so endeutig, und er hat doch 1000x mehr Ahnung als ich.

Danke für eure Antworten.

Nein,
"Sollen wir jetzt eine juristische Diskussion über den Schwangerschafftsabbruch beginnen?"
hilft dir ja nichts.

Aber es ist als Hintergrund für die Frage der Nötigung wichtig. Denn wesentlicher Knackpunkt ist bei Nötigung die Verwerflichkeit. Wären ungeborene juristisch eindeutig "Nichtmenschen", wäre die Verwerflichkeit erheblich schwerer zu erreichen, denn dann geht es ja eigentlich um "nichts", wenn eine Abtreibung seitens des Druck ausübenden beabsichtigt wird. Ist es aber juristisch in gewisser Weise eher ein Mensch, ist juristisch eine Verwerflichkeit bei einer Forderung nach Abtreibung viel eher gegeben.

Und relevant ist auch noch, dass meiner Erfahrung nach viele Juristen dieses Urteil quasi verdrängen (da habe ich schon ewig lange Diskussionen geführt, bis endlich Einsehen war, dass bei Urteil BVerfG vs Meinung von 08/15 Jurist man doch ersterem mehr Gewicht zubilligen muss), also würde ich nicht mal darauf wetten, dass er seine Forderung juristisch sauber durchdacht hat.

Sieh es als argumentatives Waffenarsenal an, falls du dich doch gegen eine Abtreibung entscheiden willst und er Stunk macht oder falls du einfach Argumente brauchst, warum er seine Einflussnahme unterlassen soll.

(Und ja, ich bin das, was man hier im Forum als "Pro-Leben" bzw. "Anti-Abtreibung" bezeichnet, und schreibe dieses mit der Hoffnung, dass wenn dir irgendwas davon nützt, seinen Einfluss zu verringern, dass das gut ist, weil sein Einfluss hilft dem "Leben" hier grade überhaupt nicht, egal wie gut oder schlecht die "Chancen" aufgrund deiner sonstigen Umstände sind.)

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2. Mai 2016 um 13:00
In Antwort auf carn

Nein,
"Sollen wir jetzt eine juristische Diskussion über den Schwangerschafftsabbruch beginnen?"
hilft dir ja nichts.

Aber es ist als Hintergrund für die Frage der Nötigung wichtig. Denn wesentlicher Knackpunkt ist bei Nötigung die Verwerflichkeit. Wären ungeborene juristisch eindeutig "Nichtmenschen", wäre die Verwerflichkeit erheblich schwerer zu erreichen, denn dann geht es ja eigentlich um "nichts", wenn eine Abtreibung seitens des Druck ausübenden beabsichtigt wird. Ist es aber juristisch in gewisser Weise eher ein Mensch, ist juristisch eine Verwerflichkeit bei einer Forderung nach Abtreibung viel eher gegeben.

Und relevant ist auch noch, dass meiner Erfahrung nach viele Juristen dieses Urteil quasi verdrängen (da habe ich schon ewig lange Diskussionen geführt, bis endlich Einsehen war, dass bei Urteil BVerfG vs Meinung von 08/15 Jurist man doch ersterem mehr Gewicht zubilligen muss), also würde ich nicht mal darauf wetten, dass er seine Forderung juristisch sauber durchdacht hat.

Sieh es als argumentatives Waffenarsenal an, falls du dich doch gegen eine Abtreibung entscheiden willst und er Stunk macht oder falls du einfach Argumente brauchst, warum er seine Einflussnahme unterlassen soll.

(Und ja, ich bin das, was man hier im Forum als "Pro-Leben" bzw. "Anti-Abtreibung" bezeichnet, und schreibe dieses mit der Hoffnung, dass wenn dir irgendwas davon nützt, seinen Einfluss zu verringern, dass das gut ist, weil sein Einfluss hilft dem "Leben" hier grade überhaupt nicht, egal wie gut oder schlecht die "Chancen" aufgrund deiner sonstigen Umstände sind.)


Redblossim hat es weiter unten schon geschrieben: Eigentlich sollte sein Einfluss egal sein, weil es um die Frage geht, ob ich selber Mutter werde.

Meinetwegen bist du Pro-Leben, deswegen bin ich es ja noch lange nicht.

Den Einfluss den "Vaters" zu verringern, finde ich zwar gut, ABER er bleibt leider er. Und würde ich mich für die Schwangerschaft entscheiden, wäre er für mich dauernd präsent. Allein bei dieser Vorstellung dreht sich mein Magen um.

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3. Mai 2016 um 0:28

Du hast recht,
echt danke euch allen, eure Anregungen sind sehr super.

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