Home / Forum / Schwangerschaft & Kinderwunsch / Schwanger und Antidepressiva (sorry, lange geworden)

Schwanger und Antidepressiva (sorry, lange geworden)

17. Dezember 2015 um 9:10 Letzte Antwort: 8. September 2016 um 9:36

Hallo Mamis und die, die es demnächst werden (möchten),
ich brauche ganz dringend eure Hilfe!

Ich leide seit mittlerweile 1 Jahr an einer chronischen, nicht bakteriellen Blasenentzündung. Ich war schon bei etlichen Ärzten, aber niemand konnte mich bisher von den Schmerzen befreien. Da bei meinem Freund und mir schon seit einiger Zeit der Kinderwunsch besteht und viele Ärzte der Meinung waren, dass sich die Beschwerden in einer Schwangerschaft durchaus bessern können (durch Anstieg des HCG verschwinden chronische Schmerzzustände), haben wir es drauf angelegt-
und wir hatten das große Glück, dass es sofort geklappt hat.

Nun bin ich in der 7 Wochen und wir freuen uns riesig auf das kleine Wunder!
Nur leider werden die Schmerzen nicht besser und in Verbindung mit den Schwangerschaftsbeschwerden wird die Situation immer unerträglicher für mich. Da die Psyche im letzten Jahr sehr unter der Krankheit gelitten hat und ich schon früher mit Depressionen zu kämpfen hatte, hält mein Freund ein Antidepressiva als gute Möglichkeit, mir wieder mehr positiven Lebenswillen zu schenken und vielleicht auch so die Schmerzen in den Griff zu bekommen.

Ich bitte euch, von Anschuldigungen abzusehen, mir ist bewusst, dass Medikamente in der Schwangerschaft generell nicht gut sind, aber wenn es der Mama durchgehend schlecht geht, wird sich das auf den Krümel sicher auch negativ auswirken.

Daher meine Fragen an euch:

- Hat jemand Erfahrungen mit einem Mittel, dass gut geholfen hat und sich nicht negativ auf die Schwangerschaft ausgewirkt hat?

- Kann mir der Frauenarzt ein solches Mittel verschreiben oder mir zumindest kurzfristig einen Termin beim Psychiater/ Neurologen ermöglichen ?(ich habe bereits angerufen, unter einem halben Jahr ist nichts zu machen).

- Gibt es noch Hoffnung, dass das Hormon HCG bisher einfach noch nicht hoch genug ist und es mir in den nächsten Wochen eine Schmerzlinderung bringt oder wäre das wenn gleich zu Beginn der Schwangerschaft der Fall gewesen?

Ich freue mich sehr über eure Ratschläge, bin wirklich verzweifelt

Mehr lesen

25. Januar 2016 um 20:56

Das kommt etwas spät
hast du in der Zwischenzeit einen Weg für dich gefunden? Es gibt Wirkstoffe, bei denen in der Vergangenheit extrem selten und wenn ja keine bleibenden Nebenwirkungen für das Kind festgestellt wurden. Zugelassen im eigentlichen Sinne ist kein Antidepressivum.
Ich würde empfehlen, dass du neben dem Gynäkologen auch einen Psychiater aufsuchst, damit alles genau beobachtet wird.

Ich habe übrigens mein Antidepressivum (das für Schwangerschaft und Stillzeit mit gutem Erfahrungsumfang ok ist) übrigens ohne Ausschleichen komplett abgesetzt (extreme Übelkeit, habe nix behalten und konnte dann die Übelkeit medikamentös behandeln), und das ohne Probleme.

Gefällt mir
2. März 2016 um 11:22
In Antwort auf axelle_12926152

Das kommt etwas spät
hast du in der Zwischenzeit einen Weg für dich gefunden? Es gibt Wirkstoffe, bei denen in der Vergangenheit extrem selten und wenn ja keine bleibenden Nebenwirkungen für das Kind festgestellt wurden. Zugelassen im eigentlichen Sinne ist kein Antidepressivum.
Ich würde empfehlen, dass du neben dem Gynäkologen auch einen Psychiater aufsuchst, damit alles genau beobachtet wird.

Ich habe übrigens mein Antidepressivum (das für Schwangerschaft und Stillzeit mit gutem Erfahrungsumfang ok ist) übrigens ohne Ausschleichen komplett abgesetzt (extreme Übelkeit, habe nix behalten und konnte dann die Übelkeit medikamentös behandeln), und das ohne Probleme.

Sertralin
Hallo!

Ich bin derzeit in der 13. Woche schwanger und muss Sertralin nehmen. Vorher hatte ich Escitalopram. Wegen der Schwangerschaft wurde ich ungestellt. Ich wäre sehr, sehr froh, wenn ich es nicht nehmen müsste. Allerdings meinte meine Psychologin, dass das Risiko fürs Kind in dem Fall wesentlich größer wäre... Man muss also schon abwägen. Aber ich denke trotzdem, dass man es möglichst vermeiden sollte, so was in der Schwangerschaft zu nehmen, wenn es denn irgendwie möglich ist.

Welches Medikament hast du denn genommen?

Gefällt mir
2. März 2016 um 12:27
In Antwort auf jessi_12283263

Sertralin
Hallo!

Ich bin derzeit in der 13. Woche schwanger und muss Sertralin nehmen. Vorher hatte ich Escitalopram. Wegen der Schwangerschaft wurde ich ungestellt. Ich wäre sehr, sehr froh, wenn ich es nicht nehmen müsste. Allerdings meinte meine Psychologin, dass das Risiko fürs Kind in dem Fall wesentlich größer wäre... Man muss also schon abwägen. Aber ich denke trotzdem, dass man es möglichst vermeiden sollte, so was in der Schwangerschaft zu nehmen, wenn es denn irgendwie möglich ist.

Welches Medikament hast du denn genommen?

Sertralin
Da ist der Erfahrungsumfang echt hoch. Es gab wohl genau einen Fall, wo ein Neugeborenes nach der Geburt Schwierigkeiten hatte (war wohl sehr reizbar, unruhig usw). Die haben aber schlagartig aufgehört, als die Mutter abgestillt hat. Da ist das Medikament aber auch sehr hoch dosiert eingenommen wurde. Ich meine, mich zu erinnern, dass irgendwo stand, dass empfohlen wird, im letzten Trimester zu reduzieren, nach Entbindung dann wieder mehr zu nehmen.

Ich habe es ja nur in der Stillzeit genommen und kann berichten, dass meine Tochter kein bisschen anders war, man also nicht gemerkt hat, dass ich etwas genommen habe. Zum Stillen noch: Sertralin ist nicht sehr fettlöslich. Das bedeutet, dass von allen Antidepressiva am wenigsten vom Wirkstoff im Magen des Kindes ankommt.

Wenn deine Ärzte beunruhigt sind und dir empfehlen, weiter Antidepressiva zu nehmen, dann nimm das Zeug. Ich merke immer wieder, dass ich schwierige Tage habe, an denen ich wirklich alles Gelernte einsetzen muss, um mich nicht runterziehen zu lassen. Die Hormone machen eben nicht nur glücklich. Aber ich wäge momentan ab und nehme lieber die Medikamente gegen die Übelkeit (die sich nicht mit Antidepressiva vertragen) und gehe brav zu meiner Therapeutin. Wenn mein Kind da ist, werden wir ganz genau gucken und beim kleinsten Anzeichen wieder anfangen, die Antidepressiva zu nehmen.

Gefällt mir
9. März 2016 um 13:54

Hi
ich nehme seit einigen Jahren Venlafaxin 75 mg, bin nun ca. Ende 6. SSW und habe seit dem positivem Test begonnen nur die Hälfte zu nehmen, nach 2 Wochen will ich sie komplett weg lassen.

Ich war bereits schon einmal schwanger (hab es verloren, aber dies gehört nicht hier hin), da sagte meine Ärztin, ich solle es auf jeden Fall bis zum 7. Monat abgesetzt haben, ansonsten könnten nach der Geburt Anpassungsschwierigkeiten (im respiratorischen Bereich - nach meinen Erkenntnissen heisst das im Atmungsbereich) vorkommen.

Generell denke ich, dass so wenig wie möglich Medis eh das Beste ist, aber wir sind eben nicht immer alle völlig gesund in der SS. Abwägen ist wohl dann das Zauberwort.

Ich selbst habe grad mit einer Nervenentzündung im Zahn zu kämpfen und teilweise starke Schmerzen. Mein Zahnarzt will mir keine Betäubung geben, um den Nerv zu ziehen, Das Aufbohren war für mich schon eine Tortour. Vielleicht hat ja eine von euch Dazu Erfahrungen.

LG

Gefällt mir
9. März 2016 um 20:03
In Antwort auf ignacz_12493017

Hi
ich nehme seit einigen Jahren Venlafaxin 75 mg, bin nun ca. Ende 6. SSW und habe seit dem positivem Test begonnen nur die Hälfte zu nehmen, nach 2 Wochen will ich sie komplett weg lassen.

Ich war bereits schon einmal schwanger (hab es verloren, aber dies gehört nicht hier hin), da sagte meine Ärztin, ich solle es auf jeden Fall bis zum 7. Monat abgesetzt haben, ansonsten könnten nach der Geburt Anpassungsschwierigkeiten (im respiratorischen Bereich - nach meinen Erkenntnissen heisst das im Atmungsbereich) vorkommen.

Generell denke ich, dass so wenig wie möglich Medis eh das Beste ist, aber wir sind eben nicht immer alle völlig gesund in der SS. Abwägen ist wohl dann das Zauberwort.

Ich selbst habe grad mit einer Nervenentzündung im Zahn zu kämpfen und teilweise starke Schmerzen. Mein Zahnarzt will mir keine Betäubung geben, um den Nerv zu ziehen, Das Aufbohren war für mich schon eine Tortour. Vielleicht hat ja eine von euch Dazu Erfahrungen.

LG

Ich meine gehört zu haben
dass es auch Narkosen gibt, die ok in der Schwangerschaft sind. Wird nicht jeder Zahnarzt vorrätig haben. Ich würde mir da nochmal eine andere Meinung einholen.

Venlafaxin wirkt sich meines Wissens eher auf das Kind aus als Sertralin. Wobei in allen Fällen eine gesunde Mutter bevorzugt werden sollte. Dein seelisches Wohlbefinden wirkt sich nämlich auch echt krass auf das Kind aus. Während der Schwangerschaft bist du aber dank lustiger Hormone sowieso im Ausnahmezustand, da ist absetzen für die Zeit der Schwangerschaft gut möglich.

Gefällt mir
10. März 2016 um 11:54

Betäubung Zahnarzt
Danke Vanillemilchjunkie für die Antwort,
Plan ist nun erst mit FÄ besprechen, mein Zahnarzt möchte mir weiterhin keine Betäubung geben, andere Möglichkeit, der Zahn bleibt bis mind. 13. SSW offen.....
Ich habe viel im Internet nachgelesen, Gro der Aussagen, es gibt Betäubungen, die für Schwangere akzeptabel sind (Leitlinien für Zahnarztbehandlungen bei Schwangeren) mit 2 Freundinnen gesprochen, die eine hat ohne größere Probleme eine Betäubung bekommen, die andere durfte nicht einmal Paracetamol nehmen, aber Buscopan (im Beipackzettel steht aber für Schwangere bitte nicht anwenden).

Was gerade passiert ist, dass ich immer mehr psychisch destabilisiere, der eine Hü der andere Hot sagt und ich völlig durcheinander bin. Sowas sollte auch nicht passieren, Stress ist bestimmt auch nicht gut für unser "Pünktchen".

Ich entschuldige mich dafür, dass ich bis dato noch keinen eigenen Post für mein Thema aufgemacht habe und mich praktisch hier dran gehängt habe.....ich steig hier noch nicht durch, wie das geht

Gefällt mir
10. März 2016 um 15:57

Sternkindmama
Na dann bleiben wir hier als Trittbrettfahrer.

Ich finde es schrecklich, dass die Ärzte oft ihre eigene Unsicherheit auf die Schwangeren übertragen. Unverantwortlich, gerade wenn eine psychische Erkrankung bekannt ist. Ich habe mich nun mit Unterstützung meiner Therapeutin übrigens entschieden, nur noch meiner Hebamme zu glauben und bei den Ärzten nur das zu holen, was ich brauche. Die Verunsicherung wird mit fortschreitender Schwangerschaft übrigens nicht unbedingt weniger. Allerdings ist es bei mir die zweite Schwangerschaft und ich habe mir beim ersten Mal sehr viel Wissen und damit auch Gelassenheit angelesen. Mein Tipp: such dir im Schwangerenforum eine Gruppe (die sortieren sich oft nach Monaten) bzw. poste alle Fragen. Das Schwarmwissen hilft echt viel.
Zu Medikamenten gibt es die Datenbank Embryotox, dort kannst du den Wirkstoff eingeben und bekommst Infos dazu, die weit über den einen Satz im Beipackzettel rausgehen. Der steht da oft wegen der Haftung, obwohl nix negatives bekannt ist. Das Problem für die Pharmaindustrie ist da aber, dass sie dann Studien an Schwangeren durchführen müssten. Das ist aber meist gar nicht drin.
Ein guter Arzt und auch gute Apotheken haben auch Nachschlagewerke und können da auch beraten. Mein Psychiater z.B. hat gleich ein schlaues Buch rausgeholt und hat gemeint, ich könne das Sertralin ruhig weiternehmen, wobei meine Übelkeit das ja dann erledigt hat und ich nun ja Medis gegen die Übelkeit nehme, die mit dem Antidepressivum sowieso nicht gehen.

Gefällt mir
20. März 2016 um 11:28

Hallo grungey
trotz Planung ging es mir die ersten Tage nach dem positiven test psychisch ziemlich scheiße (hatte auch0früher schon Probleme mit der Psyche und leichte Medis genommen ein dreiviertel Jahr). mein FA hat gesagt die ersten 12 Wochen sollte man möglichst gar nichts nehmen, er selbst dürfte mir gar kein antidepressiva raus schreiben ich nehme nun BachBlütentropfen ohne Alkohol und baldriparan für die Nacht. es wird immer besser von tag zu tag. würde es sich aber sehr verschlechtern und gar ausArten hat er mir eine Überweisung zum Neurologen ins krankenHaus raus geschrieben, der könnte mir dann wohl antidepressiva aufschreiben, das in der schwangerschaft unbedenklich ist, er hat mir Citalopram erwähnt. also wie man sieht es gibt immer was, keiner muss sich quälen, ich verstehe dich, aber solange du es noch aushältSt, versuch die 12 Wochen irgendwie zu schaffen, und wenn nicht geh zum Arzt . Ich kämpfe im Moment auch fühl dich gedrückt.

Gefällt mir
7. September 2016 um 19:42

Embryotox ehrlich?
Auch ich nehme seit Jahren 225mg Venlafaxin und 1mg Riseridon und bin darunter ungeplant schwanger geworden.
Ich bin nur bis zur ca. 14ssw gekommen, dann ist der embryo abgestorben. Mir hatte man zugeraten die Medikamente weiterzunehmen in der Schwangerschaft, auch die Seite embryotox hat mir zugeraten. Bis heute glaube ich dass die Fehlgeburt (Abort) an den Medikamenten lag aber ich kann es natürlich nicht beweisen. Ich hatte Venlafaxin auch auf eigene Faust reduziert aber da war es wohl schon zu spät. Von einem Psychiater wirst du da nie eine ehrliche Auskuft bekommen und es ist auf jeden Fall ein hohes Risiko dass du eine Fehlgeburt erleidest so leid es mir tut

Gefällt mir
8. September 2016 um 9:36

Tini
Zunächst einmal tut es mir sehr leid, dass du dein Sternchen ziehen lassen musstest.
Leider passiert das auch Frauen, die keine Medikamente nehmen. Ich finde es schön, wenn du für dich einen Grund gefunden hast, aber dieser Zusammenhang ist eben nicht nachgewiesen. Es ist auch wichtig, dass die Mutter psychisch stabil die Schwangerschaft erleben kann, ein Rückfall während oder direkt nach der Schwangerschaft ist für das Kind und auch die Mutter weitaus schädlicher.
Ich musste damals die Medis in der Frühschwangerschaft absetzen (ständiges Erbrechen, die blieben einfach nicht drin und ich musste andere Mittel dagegen nehmen, die sich mit den Antidepressiva nicht vertragen hätten) und kann dir versichern, dass das auch die Hölle sein kann. Mein Sohn hätte das alleine wegen meiner Psyche fast nicht überlebt (ich war irgendwann so weit unten, dass ich einen Abbruch, den ich sehr bereut hätte, in Erwägung gezogen habe).
Aus diesem Grund denke ich, dass man den Ärzten schon trauen kann, wenn man nicht vertraut, muss man den Arzt wechseln.
Eine Nachbarin schiebt übrigens die angeborene geistige Behinderung ihrer Tochter auf die erste Impfung und lässt folglich nicht impfen. Ähnliche Logik.

Gefällt mir
Diskussionen dieses Nutzers