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Schwanger - behalten oder abtreiben?

9. August 2013 um 16:33 Letzte Antwort: 19. September 2013 um 14:24

Hej,
vor zwei Wochen begann meine Vermutung, dass ich schwanger sei. Mir war klar, ich würde auf jeden Fall abtreiben, da ich erst 20 bin, dieses Jahr mein Abitur schreibe, meine Eltern beide vollzeit beschäftigt sind und mich deshalb kaum unterstützen könnten. Zudem hat mein Partner (seit einem Jahr zusammen) bereits ein Kind und möchte mit dem nächsten warten bis er finanziell soweit abgesichert ist (einen festen Job) und verheiratet ist.
Ich wartete eine Woche auf meine Tage, bis Anfang dieser Woche. Ich machte einen Test und ging direkt zum Frauenarzt, bei dem mir dann direkt Blut abgenommen wurde. Am nächsten Tag hab ich die Praxis angerufen und meine Schwangerschaft wurde bestätigt. Ich bin seit ca einem Monat schwanger. Sie fragten mich ob es ein Wunschkind sei, ich antwortete völlig verunsichert mit nein und wurde direkt mit Informationen überhäuft. Ich müsse mir dies und jenes an Formalien besorgen und vorlegen und dann würde ich für nächste Woche einen OP-Termin bekommen.
Ich ging völlig überfordert aus der Praxis und find erst einmal bitterlich an zu weinen. Das war der Punkt an dem ich mir plötzlich alles andere als Sicher war eine Abtreibung vor zunehmen. Ich fühlte mich an einigen Seiten (von meinem Freund, meiner Mutter) unter Druck gesetzt, sie Sprachen nur über eine Abtreibung, ihn schien gar nicht in den Sinn zu kommen, dass ich es vlt doch behalten wollte. Das war Anfang dieser Woche. Ich war bereits bei pro familia (Beratungsstelle) und fahre Montag wieder hin, denn ich bin absolut im Entscheidungskonflikt. Heute hatte ich einen Ultraschall, ich wollte aber nichts sehen. Mein freund weiß, dass es meine Entscheidung ist und er begleitet mich auch zu jedem Termin und ist für mich da. Aber die Stimmung ist angespannt und ich spüre wie der Gedanke daran, dass ich schwanger bin ihn irgendwo glücklich macht, er aber trotzdem das Kind nicht möchte. Mein Herz jedoch mittlerweilen ja zu einem Kind sagt, mein Verstand aber eher nein. Ich habe Angst, dass ich nicht Verantwortungsbewusst und zu jung bin und nicht damit klar komme so viel zurück zu stecken (ich gehe gerne feiern mit Freundinnen, Fitness ist meine Leidenschaft).
Ich weiß nicht was ich machen soll. Mir ist klar, dass mir niemand diese Entscheidung abnehmen kann, aber war jemand von euch vielleicht schon einmal in einer Ähnlichen Situation oder hat einen Rat..?
Bitte werdet nicht zu hart oder drastisch in euren Äußerungen, ich bin momentan schon ziemlich fertig..
Vielen Dank!!!

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9. August 2013 um 18:12


Also ich bin voriges Jahr mit 19 Jahren schwanger geworden ich geb zu ich habe auch kurz für 10 sekunden an abtreibung gedacht aber war dann sofort für das Kind auch wenn es ein großer Schock war. Und ich habe erst ein halbes jahr gearbeitet und mein Freund ist auf dem Herzen operiert worden und war im arbeitslos (Krankenstand)... Jetzt bin ich 20 und meine kleine ist 2 Monate alt und ich bereue keineswegs meine Entscheidung ich bin so glücklich ich kann es gar nicht sagen... Auch wenn es am Anfang schwer scheint und wenn man oft keinen Ausweg sieht entscheide dich gegen die Abtreibung... Glaub mir in der Früh wenn dich dann dein Kind anlächelt vergisst du alle deine Probleme und es entschädigt alles

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10. August 2013 um 8:06

Es ist niemals alles passend für ein Kind,
irgendwas passt immer nicht. Wenn das einzig ernsthafte, was nicht passt, die Tatsache ist, dass dein Freund jetzt nopch keinen festen Job hat, sondern erst später einen kriegen wird, und dass ihr jetzt noch nicht verheiratet seid, dann ist das ein guter Zeitpunkt für ein Kind, denn beide Probleme werden sich absehbar lösen.

Und du bist nicht zu jung, verantwortungslos hörst du dich auch nicht an, ob du zurückstecken kannst, hängt nicht so sehr von deinem Verstand ab, sondern von deinem Herz und das will offensichtlich.

Und das übelste was gegen Kinder spricht, ist eine kränkelnde Beziehung, und da sowohl dein Herz als auch seines das Kind eigentlich wollen, könnt ihr gerade durch die Entscheidung gegen dieses Kind auch die Bedingungen für weitere erheblich schlechter machen. Außerdem scheint es so zu sein, dass die Chancen, dass du erheblich unter einer Abtreibung leidest, sehr groß sind, wenn dein Herz das Kind will.

Also heiratet bald und lasst es einfach auf euch zukommen.

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10. August 2013 um 9:48
In Antwort auf jillie_12165270

Es ist niemals alles passend für ein Kind,
irgendwas passt immer nicht. Wenn das einzig ernsthafte, was nicht passt, die Tatsache ist, dass dein Freund jetzt nopch keinen festen Job hat, sondern erst später einen kriegen wird, und dass ihr jetzt noch nicht verheiratet seid, dann ist das ein guter Zeitpunkt für ein Kind, denn beide Probleme werden sich absehbar lösen.

Und du bist nicht zu jung, verantwortungslos hörst du dich auch nicht an, ob du zurückstecken kannst, hängt nicht so sehr von deinem Verstand ab, sondern von deinem Herz und das will offensichtlich.

Und das übelste was gegen Kinder spricht, ist eine kränkelnde Beziehung, und da sowohl dein Herz als auch seines das Kind eigentlich wollen, könnt ihr gerade durch die Entscheidung gegen dieses Kind auch die Bedingungen für weitere erheblich schlechter machen. Außerdem scheint es so zu sein, dass die Chancen, dass du erheblich unter einer Abtreibung leidest, sehr groß sind, wenn dein Herz das Kind will.

Also heiratet bald und lasst es einfach auf euch zukommen.

Aber...
Vielen Dank für die Worte. Meine größte Angst liegt allerdings darin, dass das Kind mitten in meine Abi-Prüfungen "rauschen" würde. Ich weiß nicht wie ich das packen sollte und ich möchte studieren. Und dazu würde dann halt noch kommen, dass mein Freund nächstes Jahr, wenn alles klappt, erst eine Ausbildung beginnen würde. Wir hätten also zudem kaum Geld, wenig Zeit und wenig Unterstützung (außer vielleicht von außen, sprich Krippe oder Mutter-Kind-Heim und es zu schaffe sich so früh aus solche Hilfe einzulassen ist auch wieder so eine Sache..).
Und zum heiraten fehlen uns ganz einfach die finanziellen Mittel.
... :/

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10. August 2013 um 19:16

Du packst das
Ich bin mir sicher. Es gibt genügend hilfen, damit du alles unter einen Hut bekommst. Und wenn dein Herz schon ja zum Kind sagt, würdest du eine Abtreibung nur bereuen.

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13. August 2013 um 8:10
In Antwort auf regena_12356359

Aber...
Vielen Dank für die Worte. Meine größte Angst liegt allerdings darin, dass das Kind mitten in meine Abi-Prüfungen "rauschen" würde. Ich weiß nicht wie ich das packen sollte und ich möchte studieren. Und dazu würde dann halt noch kommen, dass mein Freund nächstes Jahr, wenn alles klappt, erst eine Ausbildung beginnen würde. Wir hätten also zudem kaum Geld, wenig Zeit und wenig Unterstützung (außer vielleicht von außen, sprich Krippe oder Mutter-Kind-Heim und es zu schaffe sich so früh aus solche Hilfe einzulassen ist auch wieder so eine Sache..).
Und zum heiraten fehlen uns ganz einfach die finanziellen Mittel.
... :/

Das finanzielle ist natürlich eine Problem,
aber ich denke, da kannst du guten Gewissens Hilfe in Anspruch nehmen. Unterm Strich kannst du dich damit beruhigen, dass die Gesellschaft wahrscheinlich davon profitieren wird, euch mit subventionierten Krippen oder anderen Hilfen zu unterstützen, denn Kinder gibts viel zu wenige.

Und du willst ja auch studieren, das ist auch ersmal eine Veranstaltung, bei der die Gesellschaft dir etwas subventioniert.

Wegen Kind früh in Krippe schicken würde ich mir auch kein schlechtes Gewissen machen, es ist halt wie es ist, und das Kind wird dich deswegen nicht hassen.

In Bezug auf deine Ausbildungs- und Berufssituation, ein Kind ist da nahezu immer störend und hinderlich. Meine Frau hat im 8. Monat ihre letzte Diplomprüfung gemacht und 8 Wochen nach der Geburt dann erfahren, dass sie aufgrund dessen, dass sie so faul war und im Mutterschutz nicht ohne Bezahlung am Institut gearbeitet hat, die versprochene Promotionsstelle nicht kriegt. Andere bekommen Kinder und verpassen dadurch Beförderungen, andere verlieren Kunden, weil sie selbstständig sind, wieder andere bekommen keine Stellen mehr.

Ich würde sagen, wenn man arbeiten will und Kinder will, wirft einen jedes Kind beruflich/ausbildungsmäßig im Mittel 2 Jahre zurück und zwar nahezu gleichgültig wann man es bekommt. Einzige Ausnahme, ist als Beamter.

Also wenn deine Lebensplanung beinhaltet, Abi, Studium, nicht beamten Job und Kinder, dann ist der Zeitpunkt jetzt so schlecht wie andere.

Ich denke sogar er könnte leicht besser sein, da Schule und Uni gesetzlich verpflichtet sind, Schüler/Studierende mit kleinen Kind besser zu behandeln (längere Studienzeiten, mehr Bafög z.b.), während in der freien Wirtschaft das allen völlig schnurz ist, wenn dein Kind heute Fieber hat.

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13. August 2013 um 8:35
In Antwort auf jillie_12165270

Das finanzielle ist natürlich eine Problem,
aber ich denke, da kannst du guten Gewissens Hilfe in Anspruch nehmen. Unterm Strich kannst du dich damit beruhigen, dass die Gesellschaft wahrscheinlich davon profitieren wird, euch mit subventionierten Krippen oder anderen Hilfen zu unterstützen, denn Kinder gibts viel zu wenige.

Und du willst ja auch studieren, das ist auch ersmal eine Veranstaltung, bei der die Gesellschaft dir etwas subventioniert.

Wegen Kind früh in Krippe schicken würde ich mir auch kein schlechtes Gewissen machen, es ist halt wie es ist, und das Kind wird dich deswegen nicht hassen.

In Bezug auf deine Ausbildungs- und Berufssituation, ein Kind ist da nahezu immer störend und hinderlich. Meine Frau hat im 8. Monat ihre letzte Diplomprüfung gemacht und 8 Wochen nach der Geburt dann erfahren, dass sie aufgrund dessen, dass sie so faul war und im Mutterschutz nicht ohne Bezahlung am Institut gearbeitet hat, die versprochene Promotionsstelle nicht kriegt. Andere bekommen Kinder und verpassen dadurch Beförderungen, andere verlieren Kunden, weil sie selbstständig sind, wieder andere bekommen keine Stellen mehr.

Ich würde sagen, wenn man arbeiten will und Kinder will, wirft einen jedes Kind beruflich/ausbildungsmäßig im Mittel 2 Jahre zurück und zwar nahezu gleichgültig wann man es bekommt. Einzige Ausnahme, ist als Beamter.

Also wenn deine Lebensplanung beinhaltet, Abi, Studium, nicht beamten Job und Kinder, dann ist der Zeitpunkt jetzt so schlecht wie andere.

Ich denke sogar er könnte leicht besser sein, da Schule und Uni gesetzlich verpflichtet sind, Schüler/Studierende mit kleinen Kind besser zu behandeln (längere Studienzeiten, mehr Bafög z.b.), während in der freien Wirtschaft das allen völlig schnurz ist, wenn dein Kind heute Fieber hat.

Hier ein Beispiel
http://www.hs-regensburg.de/fileadmin/media/studium/service_und_beratung/familienbuero/pdf/Broschuere_Studieren_mit_Kind_2012.pdf

"Urlaubssemester
Teilzeitstudium
Prüfungfristverlängerung"

Bei einem normalen Job kann man nicht sagen, sorry Chef ich werd erst 1 Jahr später fertig, beim Studium geht das, das ist ein Aspekt weshalb ich meine, dass es stressmäßig so sogar einfacher sein kann.

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19. September 2013 um 14:24

Höre in dich hinein
Hey,

es ist schwierig da einen guten Rat zu geben. Ich kann dir nur von meiner Erfahrung schildern. Ich habe vor 6 Monaten abgetrieben, weil ich in einer ähnlichen Situation war. Ich mache gerade mein Staatsexamen und der Kindsvater hatte mich kurz zuvor verlassen. Er wollte das Kind auch nicht. Ich hatte 2 Monate vorher eine Konisation. Keine guten Startlöcher. Ich habe mich dagegen entschieden und bereue es zu tiefst. Ich würde mich, im nachhinein betrachtet, nie wieder so entscheiden. Ich hatte Panik und Angst, ich könne das nie im Leben alleine durchstehen und würde mein Examen nicht machen können. In 6 Wochen wäre Geburtstermin. Ich habe am Tag der Abtreibung davor bis ich eingeschlafen bin nur geweint und danach bis heute jeden Tag. Für mich kann ich nur sagen: es war der größte Fehler meines Lebens es NICHT zu bekommen und es zerreißt mir Herz und Seele. Meine Frauenärztin, zu der ich in letzter Zeit gewechselt bin, hat selbst die Anfänge der Abtreibung erlebt und sagte mir, sie hätte mich anders beraten als ihre Vorgängerin. Sie sagte, wenn eine Frau einen Kinderwunsch hägt, so wie ich, und trotzdem abtreibt, dann verkraftet das die Seele in den seltensten Fällen. Ihre Erfahrung ist: 9 von 10 Frauen komemn damit nicht klar, wenn sie einen Kinderwunsch eigentlich haben. Höre in dich hinein, ich glaube mitlerweile, wenn man den Wunsch hat, findet sich ein Weg das alles zu bewältigen.

Ich wünschte, ich hätte das Risiko auf mich genommen und worst case mein Examen verschoben. Auch ein Abi kann man zur Not nachholen. Wichtig ist, dass du deine Entscheidung nicht von anderen abhängig machst. Dann am Ende bist du diejenige die die Entscheidung für den Rest ihres Lebens tragen muss. Beziehungen können immer enden. Menschen komemn und gehen. Du musst dir im klaren sein, egal wofür du dich entscheidest, welche Konsequenzen es hat.

Ich wünsche dir, dass du für dich die richtige Entscheidung triffst und gute Beater findest.

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