Home / Forum / Schwangerschaft & Kinderwunsch / Psychischer Druck auf Arbeit - krankschreiben lassen?

Psychischer Druck auf Arbeit - krankschreiben lassen?

9. April 2016 um 10:20

Wunderschönen guten Morgen!!

Ich arbeite in einer großen Firma im Büro. Unsere Abteilung hat derzeit 23 Leute. Die Zahl unterliegt aber ständigen Schwankungen, da unsere Abteilung in der Firma für die hohe Fluktuation und den dauerhaften Personalmangen bekannt ist. Wir haben einfach viel zu viel Arbeit - die einen mehr, die anderen weniger, aber generell sind wir einfach unterbesetzt und es ist ständiger Druck da.

Dazu kommt, dass ich den Job wirklich ganz furchtbar finde. Es ist einfach nichts für mich, im Büro zu sitzen und täglich das Gleiche zu machen, mich vor den Chefs (die wirklich gern schikanieren, deshalb auch die hohe Fluktuation) rechtfertigen zu müssen, etc.
Es gibt so viele Faktoren, weswegen mich der Job einfach psychisch stark belastet.

Ich wollte eigentlich im Herbst ein Studium anfangen und hab das letzte Jahr auf Arbeit auch nur noch durch gezogen, um für das Studium zu sparen. Hätte aber bereits jetzt gekündigt, weil ich es einfach nicht mehr aushalte, weil ich ständig Depressionen deshalb habe.
Teilweise musste ich auch daheim bleiben, weil ich einfach solche Heulkrämpfe in der Früh hatte, dass ich nicht mal aufstehen konnte.

Jetzt wurde ich aber ungeplant schwanger und hab die Pläne übern Haufen geschmissen.
Ich werde jetzt natürlich noch bis zur Geburt arbeiten, damit ich Geld verdiene, und dann in Elternzeit gehen kann.

Aber ich hab teilweise einfach Angst, dass meinem Baby diese psychischen Probleme zusetzen.
Manchmal ists ja echt aushaltbar... aber gestern musste ich mich wieder für Themen rechtfertigen, wo ich innerlich einfach geheult hab und ausgeflippt bin, weil das alles einfach so Schikane ist.
Und dann musste ich mich auch noch rechtfertigen, warum ich nicht mehr Stunden auf meinem Stundenkonto hab. Heißt, ich soll halt noch mehr arbeiten. Und für mich ist das einfach zum Verzweifeln, weil für mich jede Stunde auf Arbeit eine Qual ist.

Nun, ich glaub nicht, dass ein Arzt mich deswegen krankschreiben würde.
Ich denk, ich werde da nur belächelt, dass ich mich nicht so haben soll und dass jeder lieber daheim bleiben würde als auf Arbeit zu gehen.

Und nennt mich empfindlich, aber im Sommer hat es bei uns im Büro meistens so 33/34. Wir sitzen im obersten Stockwerk direkt unterm Dach und das ist wirklich sehr unangenehm. Klimaanlagen gibts nicht und ich bin halt eh recht hitzeempfindlich und bin froh, wenn der Sommer rum is.

Kann man sich wegen der Bedingungen nicht vielleicht krank schreiben lassen? :/
Ich lass mich echt nicht wegen jedem Scheiß krankschreiben. Mir ist seit ca. 4 Wochen (12. W) auch dauernd schlecht, aber deshalb würde ich auch net daheim bleiben.

Aber ich hab halt Angst, dass ich wieder richtig depressiv werd - grad im Sommer - und das dem Baby nicht gut tut.

Mein Mutterschaftsurlaub würde erst im September beginnen.

Ich würde mir wünschen, vielleicht ab Mitte Juli daheim bleiben zu können aber das kann ich doch nicht bringen....

Mehr lesen

9. April 2016 um 11:31

Guten morgen
Weiss dein Arbeitgeber von deiner Schwangerschaft? Sobald du das nämlich publik machst hast du einen besonderen Schutz. Dir kann nicht gekündigt werden und ein Arbeitsplatz in dem Betrieb muss dir frei gehalten werden (sofern dein Vertrag unbefristet ist)...
Was das Thema krank machen angeht: Geh zu deinem Arzt und besprich die Sachlage mit ihm. Ich habe ein ähnliches Thema bei mir im Büro, nur das es sich bei mir um meine Kollegin handelt. Mein Arzt hat mich jetzt direkt zwei Wochen krank geschrieben weil mich das nervlich echt runter gezogen hat, seine Aussage: Schwangere müssen geschützt werden!
Und das ist auch mein Rat an dich: Schau nach dir und deinem Baby, auf der Arbeit dankt es dir niemand!

Liebe Grüsse,
Allegria

Gefällt mir

9. April 2016 um 12:50


Spreche mal mit deinem gyn darüber oder auch deinen Hausarzt. Wenn es dich psychisch so sehr belastet würde ich den Arzt fragen ob ein Berufsverbot ausgestellt werden kann.

Gefällt mir

9. April 2016 um 14:54

Eine sehr hohe psychische Belastung in der Schwangerschaft
kann m.W. nach mitunter zu Fehlgeburten oder Entwicklungsstörungen beim Baby führen. Ich weiß den genauen Zeitraum nicht mehr, aber gerade in der Zeit, wo sich das Gehirn entwickelt, gibt es eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit für spätere Verhaltensauffälligkeiten des Kindes (die z.T. auch erst im Alter von 6 Jahren oder später sichtbar werden).
Habt ihr einen Betriebsrat, an den du dich wenden könntest?
Ansonsten schließe ich mich den anderen an:
Als Schwangere bist du extra geschützt, da schildere mal deine Situation und erfrage deine Rechte.
Außerdem kannst du mit deinem HA oder Gyn sprechen. Ich kenne eine Frau, die hat sich ab dem 5. Monat komplett krankschreiben lassen.
Wenn du aber bei der Arbeit eh aufhören möchtest, dann würde ich persönlich die Chance nutzen, dem Chef mal die Augen zu öffnen und "kontra" zu bieten . Vielleicht kannst du diesbezüglich einen VHS-Kurs besuchen, ein entsprechendes Buch lesen oder auch eine psychologische Unterstützung suchen, um dein Selbstwertgefühl zu stärken? Wenn du die Sorge hast, in Depressionen abzurutschen, ist eine Unterstützung in dieser Hinsicht vielleicht auch nicht so schlecht?
Aber du bist ja auch erst in der 16. SSW. Wenn du dich da nicht gut fühlst (Übelkeit, Hormonumstellung...) bzw. vielleicht auch sensibler bist als sonst, ist das völlig normal. Vielleicht reicht dir auch schon eine Krankschreibung für ein paar Wochen, bis die Übelkeit nachgelassen hat, so dass du ein bisschen Luft holen kannst. (So ganz ohne Arbeit langweilt man sich dann mitunter ja doch und außerdem hast du dann sehr viel Zeit über all die Schwangerschaftswehwechen nachzudenken )

Gefällt mir

9. April 2016 um 17:19
In Antwort auf sophia0976

Eine sehr hohe psychische Belastung in der Schwangerschaft
kann m.W. nach mitunter zu Fehlgeburten oder Entwicklungsstörungen beim Baby führen. Ich weiß den genauen Zeitraum nicht mehr, aber gerade in der Zeit, wo sich das Gehirn entwickelt, gibt es eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit für spätere Verhaltensauffälligkeiten des Kindes (die z.T. auch erst im Alter von 6 Jahren oder später sichtbar werden).
Habt ihr einen Betriebsrat, an den du dich wenden könntest?
Ansonsten schließe ich mich den anderen an:
Als Schwangere bist du extra geschützt, da schildere mal deine Situation und erfrage deine Rechte.
Außerdem kannst du mit deinem HA oder Gyn sprechen. Ich kenne eine Frau, die hat sich ab dem 5. Monat komplett krankschreiben lassen.
Wenn du aber bei der Arbeit eh aufhören möchtest, dann würde ich persönlich die Chance nutzen, dem Chef mal die Augen zu öffnen und "kontra" zu bieten . Vielleicht kannst du diesbezüglich einen VHS-Kurs besuchen, ein entsprechendes Buch lesen oder auch eine psychologische Unterstützung suchen, um dein Selbstwertgefühl zu stärken? Wenn du die Sorge hast, in Depressionen abzurutschen, ist eine Unterstützung in dieser Hinsicht vielleicht auch nicht so schlecht?
Aber du bist ja auch erst in der 16. SSW. Wenn du dich da nicht gut fühlst (Übelkeit, Hormonumstellung...) bzw. vielleicht auch sensibler bist als sonst, ist das völlig normal. Vielleicht reicht dir auch schon eine Krankschreibung für ein paar Wochen, bis die Übelkeit nachgelassen hat, so dass du ein bisschen Luft holen kannst. (So ganz ohne Arbeit langweilt man sich dann mitunter ja doch und außerdem hast du dann sehr viel Zeit über all die Schwangerschaftswehwechen nachzudenken )

Ich
bin erst in der 12. Woche.

Betriebsrat ist so ein Thema... wir haben einen sehr guten Betriebsrat in der Firma, und es gab schon Kollegen die dort waren, weil unser Chef eben sehr gern schikaniert und einfach so ein hoher Druck bei uns besteht.
Das Ergebnis war immer, dass die die beim BR waren, früher oder später "gegangen wurden". Ich bin der Meinung, wenn wir mal gesammelt zum BR gehen würden, würde das schon was bewirken. Aber die trauen sich alle nicht. Ich bin die Neuste in der Abteilung und bin eh eher ein Freidenker/Rebell, und ich kann einfach nicht verstehen, wenn die anderen da nicht mitziehen wollen, aber egal.

Ich möchte mich beruflich definitiv umorientieren. Ich mag meinen Beruf an sich nicht und die Abteilung auch nicht. Hab auch schon Pläne. Bleib ja nur wegen der SS da.

Es war halt so, dass ich mich jeden Morgen aus dem Bett quälen musste. Und dann als ich erfahren hab, dass ich schwanger bin, ging es einfacher, weil ich ja wusste, wofür ich es mache. Aber diese Einfachheit war nur die ersten zwei Wochen so. Jetzt merke ich, dass der Arbeitsalltag doch genauso belastend ist wie vorher.

Gefällt mir

9. April 2016 um 21:48

Ab zum Doc
Und erzähle alles. Dazu kannst du dich beim Betriebsrat über deine Rechte informieren (du musst kein Mandat erteilen, dass dieser in deinem Namen handelt) und eigentlich hast du nix zu verlieren:
Ich wette dass du nach der Elternzeit dort nicht mehr hingehst und bis dahin können sie dich nur schwer rausschmeißen. Also kannst du auch offen mit dem Betriebsrat zusammen arbeiten.
Dein Gyn kann z.b. auch ein teilweises BV ausstellen, sodass du nicht mehr voll arbeiten musst.
Dazu kommt, dass du keine Mehrarbeit machen darfst.

Das alles als Ideen. Lass dich nicht fertig machen. Das belastet nur und lohnt sich nicht. Niemand wird es dir am Ende danken. Ich bin seit heute im Mutterschutz und war seit Beginn der Schwangerschaft wegen starkem Erbrechen und Kreislaufproblemen krank geschrieben. In der ersten Schwangerschaft hab ich trotzdem gearbeitet, aber im Ergebnis war das ziemlich doof: mein Kind kam grade so nicht als Frühchen, war aber endlos dünn und ich war so ausgelaugt, dass ich zwei Jahre gebraucht habe, bis mein Körper wieder auf dem Damm war und ich mich wieder wohl in meiner Haut gefühlt habe.

Gefällt mir

Frühere Diskussionen

Diskussionen dieses Nutzers

Beliebte Diskussionen

Lust auf mehr Farbe in deinem Leben?
wallpaper

Das könnte dir auch gefallen