Home / Forum / Schwangerschaft & Kinderwunsch / "Positiver" Erfahrungsbericht: Abbruch mit Mifegyne

"Positiver" Erfahrungsbericht: Abbruch mit Mifegyne

17. Januar 2015 um 9:46

Hallo,
als erstes, das Positiv steht in Gänsefüßchen denn mit positiv möchte ich lediglich die Verträglichkeit der Medikamente bewerten.

Ich bin im Dezember schwanger geworden, die Ursache war ein verrutschtes Kondom, wegen dem minimal Sperma in mich gelangte. Ich machte mir jedoch deswegen keinerlei Gedanken und mein Freund auch nicht.

Meine Tage blieben dann aus und ich wusste ziemlich bald, auch ohne Test, was los war. Mein FA bestätigte meine Vermutung. Am Abend nach der FA-Besuch erzählte ich es meinem Freund. Dieser war sofort gegen die Schwangerschaft und ein vielleicht oder eventuell kam nicht in Frage. Bei der Schnelle, mit der er dieses Kind ablehnte fühlte ich mich selber ebenfalls abgelehnt. Ich war traurig, aber mein Freund schien gar nicht traurig, sondern fast glücklich und war nicht sonderlich sensibel. Auch die Zeit nach dem bekannt werden zeigte er mir weiterhin seine unsensible Seite. Ich wusste dieses Kind wird keinen liebevollen Vater haben, keine Familie, es wird ohne Wurzeln geboren und ich möchte das meine Kinder einen Vater haben, der für sie da ist.

Ich entscheid mich gegen diese Schwangerschaft und fühlte mich damit sehr schuldig und es macht(e) mich wütend das diese "Schuld" an mir hängen bleibt und das es für meinem Freund so einfach war.

Ich bekam schnell einen Termin bei Pro Familia und hatte dort ein nettes Gespräch. Ich weiß, ich hätte als alleinerziehende Unterstützung vom Staat bekommen, aber das war für mich nicht ausschlaggebend. Man klärte mich also sachlich und wertfrei über einen Abbruch auf.

Ich verabschiedete mich in den Tagen dazwischen immer mal wieder von meinem Kind. Ich schrieb einen Brief ich zündete eine Kerze für es an und ich bat um Verzeihung.

Ein paar tage später hatte ich den Termin beim Arzt. Ich war da in der 7ssw. Der Arzt erklärte mir ebenfalls nochmal die Wirkung der Tablette und das weitere Vorgehen. Ich bekam dann eine Mifegyn, nahm sie und ging. Ich hatte leichte Kopfschmerzen nach Einnahme der Mifegyne, waren aber kaum der rede wert.

Am nächsten Tag hatte ich den Termin für die Tabletten die, die Blutung hervorrufen.
Ich bekam zwei Cytotec vaginal eingeführt, danach durfte ich auch ohne Begleitung nach Hause gehen. Die erste Stunde tat sich nichts. Durch die ganzen Berichte im Internet rechnete ich mit schlimmen Bauchschmerzen und seelischer Belastung, aber ich fühlte mich erleichtert. Ich hatte nach zwei Stunden ein leichtes zwicken und zwacken. Nach vier Stunden fingen leicht die Blutungen an und nach ca. fünf Stunden ging der kleine Fruchtsack ab. Danach blutete ich noch ca. 4 Stunden etwas stärker und am nächsten Mittag war es nur noch eine minimale Blutung. Ich hatte die Zeit während der stärkeren Blutung leichte Bauchschmerzen, die ohne Schmerzmittel sehr gut auszuhalten waren.

Am Dritten tag nach dem Abbruch hatte ich noch ein kleines Hormonelles Tief, das aber erträglich war und auf das ich vorbereitet war.
Die ganze Zeit vor dem Abbruch begleitete mich noch die Trauer. Nach dem Abbruch fühlte ich die Erleichterung, die Gewichte von meinen Schultern nahm. Ich trennte mich von meinem Freund, den ich in dieser Zeit anders kennengelernt hatte und weiß, dass mein Kind eines Tages einen guten Vater haben wird.

Den Medikamentösen Abbruch empfand ich physisch und psychisch nicht belastend. Es berührt mich natürlich emotional, aber die Horrorstorys die man teilweise liest kann ich nicht bestätigen.

Mehr lesen