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Petition des Hebammenverbands

1. Mai 2010 um 22:41 Letzte Antwort: 2. Juni 2010 um 23:42

700.000 Geburten ion Zukunft ohne Hebammen? NEIN DANKE!!!

Unterstützt die E-Petition vom 05.-25.05.2010

http://www.hebammenverband.de/index.php?id=1340

Liebe Familien!

Der Berufstand der Hebammen befindet sich in Not.
Wenn die Politischen Verantwortlichen nicht dafür sorgen,
dass Hebammen von ihrer Arbeit leben können, wird es bald keine Hebammen mehr geben.

Um die Bundesparlamentarier zu zwingen, sich damit zu beschäftigen startet der
Deutsche Hebammen Verband eine E Petition.

Öffnen Sie schon vor dem 5.Mai https://epetitionen.bundestag.de .

Dort können Sie sich mit einem Benutzerkonto registrieren.
Den Benutzernamen finden Sie in der bei der Registrierung zugesandten
Bestätigungs-E-Mail.
Er ist nach dem Muster "Nutzer#####" aufgebaut und muss auch in genau dieser Form eingegeben werden. Eine Anmeldung mit Ihrem selbstgewählten Pseudonym ist nicht möglich.



Ab dem 5. Mai wird die Petition zu lesen und zu unterschreiben sein.

Wir brauchen 50.000 Unterschriften - helfen Sie uns dabei!





Die Gründe:

Die Situation der Beleg-, Geburtshaus-, und Hausgeburtshebammen:

Seit 2008 wurden die Versicherungsprämien bereits um 80% auf 2.400,- EUR jährlich angehoben. Zum 01.07.2010 steht eine weitere massive Prämienerhöhung bis zu 4.600,- EUR an. Dem gegenüber steht das zu versteuernde Durchschnittseinkommen der geburtshilflich, in Vollzeit tätigen Hebamme bei ca. 1.180,- EUR monatlich, was einem Stundenlohn von 7,50 EUR entspricht.

All diese Hebammen leisten 7 Tage pro Woche eine 24h Rufbereitschaft, für die es in der Gebührenordnung noch nicht mal eine Abrechnungsziffer gibt!!! Diese Kosten werden von den betreuten Frauen selbst getragen (umgerechnet 8,50 EUR/Tag).



Nicht nur die freiberuflichen Hebammen leiden unter der Haftungssituation. Es häufen sich Fälle, wo die angestellte Hebamme haftet, weil



- die Klinik eine zu niedrige Haftpflichtsumme abgeschlossen hat

- Ärzte überhaupt nicht oder ebenfalls unzureichend haftpflichtversichert sind

- Der Schaden durch Überlastung wg massivem Personalmangel entstanden ist

- Verantwortungsübernahme für ärztliche Tätigkeiten bei fehlendem/überlastetem ärztlichen Personal

Die angestellte Hebamme haftet dabei entweder lebenslang mit ihrem Privatvermögen bzw. muss vom ohnehin kläglichen Gehalt noch eine eigene Haftpflicht finanzieren.



Im freiberuflichen Bereich haftet die Hebamme für Systemmängel wie z.B.

- Entlassung der Frauen und Neugeborenen in schlechtem Zustand und zu ungünstigen Zeiten z.B. zum Wochenende, fehlende oder unzumutbare Möglichkeit für notwendige Laboruntersuchungen







Den massiven Haftpflicht-Prämiensteigerunge n stehen Gebühren gegenüber, die ohnehin inakzeptabel niedrig sind. Für die Betreuung einer Geburt, inklusive acht Stunden vor der Geburt und drei Stunden danach, bekommt die Hebamme 237 Euro für eine Geburt im Krankenhaus, 445 Euro für eine Geburt im Geburtshaus und 537 Euro für eine Hausgeburt. Bei einer Rundumbetreuung, mit Vorsorge, Kursen, Geburt, Wochenbett und Stillzeit betreut eine klinisch tätige Hebamme ca. 30 Frauen im Jahr, außerklinisch etwa 10 Frauen. Bei allen reichen nun die Einnahmen aus der Geburtshilfe gerade mal zur Deckung des neuen Versicherungsbeitrages von 3689 Euro.

Auch ohne Geburtshilfe ist es um die Einkommen der freiberuflichen Hebammen nicht rosig bestellt. Für einen Hausbesuch im Wochenbett erhält die Hebamme 26,52 Euro. Nach Abzug aller Kosten bleiben davon durchschnittlich 7.50 Euro.
Durch diese Schieflage zwischen Einkommen und Ausgaben ist die Existenz vieler Hebammen akut gefährdet!

Die Leidtragenden sind die Mütter und Kinder mit ihren Familien, die dieser desolaten Versorgungssituation ausgeliefert sind. Wir werden es nicht einfach so hinnehmen, dass Hebammen wegen der drückenden Last der Haftpflichtprämien und der unzureichenden Anpassung der Gebühren die Geburtshilfe aufgeben müssen, so Martina Klenk, die Präsidentin des Hebammenverbandes.

Seit einigen Jahren ist in der Geburtshilfe ein anhaltender Trend zur Zentralisierung zu beobachten. Unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit werden kleinere Abteilungen geschlossen, zusammen gelegt, privatisiert oder ins Belegsystem umgestellt, um Personalkosten einzusparen. Jetzt werden sogar weitere kleine Belegabteilungen zusätzlich wegen der zu hohen Versicherungskosten der Hebammen und Ärzte schließen.

Besonders die Schwangeren auf dem Land leiden darunter, denn sie müssen weite Wege fahren, und bringen ggf. ihre Kinder im Auto auf die Welt, da es keine Hebammen mehr geben wird, die ihnen bei der Geburt in den eigenen vier Wänden und der wichtigen Zeit danach zur Seite stehen könnten!



Sorgen Sie dafür, dass auch Ihre Söhne und Töchter noch eine Hebammenversorgung haben.

Mehr lesen

5. Mai 2010 um 11:17

Es geht los
https://epetitionen.bundestag.de/index.php?PHPSESSID=2023361e1d 506c28cea73f2060a23444&action= petition;sa=details;petition=1 1400

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5. Mai 2010 um 21:14

*Schieb*
Schon 13900 Mitzeichner!

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2. Juni 2010 um 23:42

"Notfall Hebamme" - ein Ammenmärchen
Ammenmärchen - nichts als Ammenmärchen. Ich habe genug von dieser aggressiven Interessenpolitik der Hebammen, die unter dem Deckmäntelchen der angeblich so unbedingt erforderlichen "Wahlfreiheit der Frauen auf ihre Geburtsart" daherkommt. Und von Medien, die diese auf allen Kanälen vollkommen unreflektiert nachplappern.

Ist es nicht eine äußerst begrüßenswerte Entwicklung, dass Geburtshilfefehler mit lebenslang schlimmen Folgen für die betroffenen Kinder und Familien heute auf Grund hoher Schadensersatzansprüche für den/die Verantwortliche/n äußerst schmerzhaft sind? Ich sehe keinen vernünftigen Grund dafür, warum diese Errungenschaft durch eine Erhöhung der Hebammenbezüge bzw. der Bezüge niedergelassener Gynäkologen wieder zunichte gemacht werden sollte. Die Prämien der Versicherungsbranche werden über Schadenswahrscheinlichkeiten anhand der Auswertung bereits eingetretener Versicherungsfälle äußerst rational ermittelt. Wer als Geburtshelfer/in ein hohes Schadensrisiko darstellt, zahlt auch eine hohe Prämie.

Es ist überaus verwunderlich, dass sich immer noch so viele Frauen von der omnipräsenten pseudowissenschaftlich argumentierenden und verlogenen Rhetorik der Hebammen einseifen lassen und wider alle wissenschaftlich gesicherte Erkenntnis die riskante Haus- bzw. Geburtshausgeburt der qualitätsgesicherten Klinikentbindung mit hohen Fallzahlen vorziehen. Der esoterische Glaube an die Unersetzlichkeit der ach so intensiven wie heißt es so schön? " 1:1 Betreuung" durch die Hebammen und die unreflektiert anachronistische Huldigung der "natürlichen und möglichst interventionsfreien Geburt" scheint sich hartnäckig in den Köpfen deutscher Mütter festgesetzt zu haben. Dabei sollte es ihnen eigentlich im eigenen Interesse und im Interesse ihrer Kinder einzig um die maximale Risikoreduzierung gehen.

Und wer angesichts der demografischen Entwicklung als Frau tatsächlich für die Zukunft eine "Geburtsort- und -optionenknappheit" befürchtet, der hat mit Sicherheit noch nicht erlebt, wie die Geburtshelfer/innen heutzutage regelrecht um die weniger werdenden Schwangeren buhlen - Erfüllung jedes auch noch so esoterisch-abgedrehten Geburtspläsierchens inklusive.

Mensch Frauen, denkt nach! Die lieben Hebammen sind nicht wirklich auf Eurer Seite! Sie machen sich im Wesentlichen für ihre ureigensten Geschäftsinteressen stark. Das Ende dieses Berufsstandes wäre kein so großer Verlust wie man Euch glauben machen will.

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