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Muss es mal loswerden

8. August 2008 um 21:38

Meine As war am 12.6. Tiefe Trauer, Derpris und viel Weinen haben mich gerade in der ersten Zeit begleitet. Dann hatte ich ein, zwei Wochen ein super Hoch. Ich vermute aber mittlerweile auf verdrängung, weil das Fallen kam ganz schnell.
Ich mochte mich ja noch nie sonderlich leiden. Aber jetzt? Alles was ich aufgebaut habe, um mich zu akzeptieren kommen mir jetzt so "dahin" vor. Für mich ist einfach alles total sinnlos. Ich bin aggressiv und irgendwie immer gestresst. Müde und schlapp. ich bin so dermaßen unzufrieden mit mir selbst. Ich bin mürrisch (womit ich nicht klar komme, ich hasse es, wenn ich jammer -so kommt es mir jedenfalls vor) Und vorallem Hoffnunglos. Mein Mann möchte NICHT mehr mit mir üben. Überlegt schon, keine Kinder mehr haben zu wollen. Und ich sage direkt, dass ist nicht seine Trauer oder so. Dazu kenne ich ihn zu sehr. Nun hab ich nicht mal die Möglichkeit zu hoffen; beim nächsten mal, oder ich werde noch schwanger und und und. Ich hasse meinen Mann oft dafür. Ich gebe ihm die Schuld, dass meine Trauer dadurch viel länger dauert. Nichts, auf was ich mich freuen kann hab ich. Ich dachte mir, wenn ich jetzt ganz doll an mir, meiner Ernährung arbeite, gesünder lebe, dann klappt es beim nächsten mal und das war mein Ziel. Es für "das nächste mal" alles zu schaffen und zu erreichen. Ja eben für das nächste Würmchen zu kämpfen, dass alles gut wird! Doch jetzt habe ich nichts Wozu soll ich denn was für mich tun? Wozu gesünder leben, stressfreier werden, mich irgendwann in die Klinik begeben, um meine Hormone zu testen? Ich habe den Eindruck, meine Laune wird immer unerträglicher. Mein Mann kriegt es an erster Stelle ab, klar. Ich bin auch ehrlich, wieso soll ich alleine leiden *schäm*. Ich kann mich irgendwie nicht aus diesem Loch reißen. Ich mag mal wieder fröhlich sein. Und es tut einfach so weh in meinem Herz. Es reißt und reißt und das will auch nicht aufhören oder zu gehen. Irgendwie, klingt vielleicht melodramatisch aber so kann ich es am besten beschreiben; irgendwie sterbe ich immer wieder kleine Tode. Ich mag nicht mehr weinen. Ich möchte Hoffnung haben. Nach meinem Mann muss ich mich richten. Verhütung. Es verbricht mir so das Herz, jetzt verhüten zu müssen. Damit mich keiner falsch versteht, unterjubeln würde ich niemanden ein Baby!!!!! Und wie es aussieht, bin ich gerade Fruchtbar. Mag net mal testen, ob ich nen ES habe. Wozu auch. Ich komme von dieser Sinnlosigkeit nicht mehr weg. So alleine zu sein. Ich weiß echt weder, was ich jetzt noch machen soll, noch was als nächstes geschieht. Fakt ist, dass ich auf dieses monotone Verhalten von mir keinen Bock mehr habe. Ich mache alles ohne Gefühl. Hauptsache machen und wenn mal Gefühle hochkommen, dann ist es trauer, meine Sehnsucht nach meinem Krümel oder grenzenlose Wut auf meinen Mann. Vorallem, wo soll das hinführen? Wie soll ich mich bloß raus reißen, damit ich nicht noch mehr versacke? Leider ist der Mensch ja auch ein Gewohnheitstier. Ich möchte ja natürlich auch meinen Mann in Ruhe lassen und mich auch. Aber es muss einfach so fies dann aus mir raus, weil es eben fies ist.
Naja, viell hat ja jemand nen Satz oder so.
Achja; ich sag schon mal, ich weiß, dass mein Verhalten scheiße ist!

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9. August 2008 um 11:18

Ich finde...
dein Verhalten nicht sch... nur normal, nachdem was du so schilderst!
Hattet ihr die SS geplant? Warum möchte dein Mann es nicht mehr versuchen? Hast du von ihm einen Grund erfragt?
Ich kann dich gut verstehen - hatte am 21.07. eine Fehlgeburt (12.SSW) und meine Gefühle waren die selben wie bei dir. Allerdings habe ich schon ein Kind (2 J.). Aber dadurch war ich mit der Fehlgeburt auch sehr überfordert, denn es hatte ja schon einmal super geklappt (wobei es nicht geplant war) und ich mich mit dem Gedanken warum es diesmal nicht geklappt hat, seelisch ziemlich runtergezogen habe.
Es ist zwar manchmal ein ziemlich blöder Spruch, aber manchmal paßt er doch: "nichts passiert ohne bestimmten Grund!" - auch wenn man erst den Grund für manche Dinge nicht wirklich erkennt und nicht weiß wofür sowas gut sein soll...
Ich habe einen anderen Beitrag von Dir gelesen, in dem du einer Anderen Mut gemacht hast - ich denke du solltest selbst auch nicht den Mut verlieren! Kopf hoch!
Drück dich,
T.

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10. August 2008 um 23:35

Das was du schreibst...
klingt nach einer ziemlichen schweren Last auf deiner Seele!
Wann hat dein Mann dir gesagt, dass er nicht mehr üben möchte? War es zu dem Zeitpunkt,als es dir wieder schlechter ging? Und was sind seine Beweggründe? Hast du jemand anderen mit dem/der du reden kannst? Ich glaube es ist sehr schlimm, wenn man etwas so tragisches erlebt hat, und man sich dann auch noch allein fühlt. Nicht unterstützt von dem Menschen, mit dem man den Schmerz teilen möchte. Das würde auch deine Wut und Übellaunigkeit ihm gegenüber erklären. Vielleicht versuchst du im Unterbewußtsein ihm so Emotionen zu entlocken. Das er auf dich reagieren soll!
Ich kann dir nur empfehlen mit ihm zu reden! Sag was dich bedrückt. Und wenn es vielleicht nicht so klappt, dann schreib ihm ein Brief, auch wenn es albern klingt. Aber er muss dich verstehen! Eure Partnerschaft darf daran nicht kaputt gehen.
Und wieso willst du deinen Mann in Ruhe lassen? Du bist doch auch nicht in Ruhe. Mach Platz für deine Wut und Agression. Schließlich hast du wirklich allen Grund dazu.
Ach ja: dein Verhalten ist ganz normal!!

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3. Juni 2012 um 16:45

Hallo
Ich habe großes Verständnis für dich und deine Gefühle.
Es tut mir auch unendlich leid was dir und vielen anderen hier passiert ist. Aber hast du mal drüber nachgedacht, dass es vielleicht der Weg deines Mannes ist damit fertig zu werden indem er erstmal den Kinderwunsch beiseiteschiebt? Du bist nicht die einzige die trauert, deinem Mann gehts warscheinlich nicht besser. Aber ohne Therapie geb ich eurer Ehe sooo nicht mehr lange. Er hat nicht nur den Verlust zu verarbeiten, sondern auch deine Launen zu ertragen.
Diesen "Teufelskreis" wirst du aber warscheinlich nicht alleine beenden können, also hol dir bzw euch hilfe! Sonst hast du nicht nur dein Kind verloren sondern bald auch deinen Mann.

Entschuldige wenn es nicht gerade "nett" geschrieben ist, aber nimm es dir zu Herzen.

lg kejo

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19. Juli 2012 um 12:42

Dir ist...
... aber schon bewusst, dass du mit deinem Verhalten deinen Mann von dir wegdrängen kannst? Was denkst du wie lange er das/dich so noch aushält? Such dir professionelle Hilfe beim Psychologen! Sonst hast du am Ende nicht nur das Kind sondern auch den Mann verloren.

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