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Missed Abortion in der 13. SSW

15. April um 13:09

Hallo ihr Lieben


Ich würde euch gerne meine Geschichte erzählen und möchte diesen Beitrag für mich sozusagen als Tagebuch nutzen.. einfach alle Gedanken und Gefühle los werden..


Mein Partner und ich haben uns so sehr ein Kind gewünscht und nach ein paar Monaten hat es geklappt. Anfang Februar hatten wir einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand. Wir konnten unser Glück kaum fassen: wir sind schwanger! Ein Oktober Baby sollte es werden!

Voller Vorfreude rief ich ne Woche später bei meiner Frauenärztin an um Bescheid zu sagen. Dann folgte der erste Schock : ' Ja okay , Sie bekommen nen Termin in drei Wochen. Sollte bis dahin noch alles gut sein, können Sie den Termin ja wahrnehmen. ' Ich hätte da schon reagieren sollen und mir besser ne neue Praxis gesucht.. durch diese Aussage hatte ich schon mehr Angst und ich konnte gar nicht mehr genießen und die Vorfreude wurde von so viel Sorge umhüllt..
Ich bin Erzieherin in einer U3 Gruppe und der Betriebsarzt hat mir aufgrund von fehlendem Imunschutz ein Beschäftigungsverbot mitgeteilt.

Die Schwangerschaft verlief total problemlos. Ich hatte zum Glück keine Übelkeit. Ich war zwar die ganze Zeit kaputt und müde und hatte mit Kreislauf Problemen und Kopfschmerzen zu kämpfen. Aber das Baby entwickelte sich super, das Herz schlug und alles war wie es sein sollte. Trotzdem blieb irgendwie die ständige Angst. In der 11. SSW hatte ich einen normalen Ultraschall Termin beim Frauenarzt. Das Baby war gut entwickelt aber die Ärztin war der Meinung dass das Baby eine verdickte Nackenfalte von 1,99mm hat. Sie war sehr unsensibel. Fragte ob wir uns schon mit dem Gedanken befasst haben was wir machen wenn das Kind behindert ist. Sie ist eigentlich gegen Abtreibung, aber in dem Fall könnte Sie es verstehen. Ich dachte ich hör nicht richtig. Der Termin für die richtige Messung sollte auch vorgezogen werden. Direkt zwei Tage danach sollte die gemacht werden und nen Termin bei der Pränatal Diagnostik hat sie mir gemacht. Aber erstmal bin ich einen Tag später zu ner anderen Frauenärztin gegangen..das konnte ich für mich nämlich nicht so stehen lassen. Die Ärztin war sehr nett und einfühlsam. Sie ist keine Expertin auf dem Gebiet der Nackenfalte, deshalb wollte sie dazu auch nichts sagen. Aber ich war Dank ihr ein bisschen beruhigter. Einen Tag später war dann der Termin beim Experten wegen der Nackenfalte. Er sagte dass alles in Ordnung ist aber dann stürmte die blöde Frauenärztin rein und redete ihm ein dass er falsch liegt. Es machte den Eindruck dass er seiner Kollegin nicht in den Rücken fallen möchte und sagte dann doch dass er ne verdickte Nackenfalte sieht.. Und sie reagierte wie eine Furie und sagte so Dinge wie 'hab ich es doch gesagt , ne dicke fette Nackenfalte , hab ich doch gesagt. ' usw.. ich bin vollkommen verstört aus der Praxis.. darauf die Woche hatte ich den Termin bei der Pränatalen Diagnostik. Die Ärztin konnte nicht verstehen warum wir kommen sollten.. Das Baby war gesund. Sie sagte dass alles in Ordnung ist und dass das Baby keine verdickte Nackenfalte hat. Alles ist so wie es sein soll. Aber ich sollte eine Woche später trotzdem nochmal vorbei kommen zum Ersttrimester Screening. Dieser Termin fand diese Woche Donnerstag statt.

In dieser Woche konnte ich endlich mal die Schwangerschaft genießen. Ich war so glücklich. Voller Liebe, Vorfreude und Zuversicht. Ich freute mich so sehr über meine dicke Murmel.

Am Donnerstag war der Termin. Ich war dort mit meiner Mutter. Mein Partner arbeitet leider 300km entfernt und konnte ausnahmsweise leider nicht dabei sein. Die Ärztin schallte zunächst über den Bauch..irgendwas war komisch, das habe ich gespürt. Dann schallte sie vaginal.. Ich hab verzweifelt nach dem Herzschlag gesucht.. Aber ich fand ihn nicht. Und die Worte der Ärztin werde ich nie vergessen, voller Traurigkeit sagte sie: 'Neeein, es tut mir so leid aber das Herz von ihrem Baby hat aufgehört zu schlagen. ' Ich bin total zusammen gebrochen.. Ich konnte es einfach nicht verstehen. Wie konnte das nur sein? Vor einer Woche war doch noch alles gut.. Und ich war doch schon in der 13. SSW.. 12+5 .. die Ärztin sagte ich soll mir keine Vorwürfe machen, ich kann nichts dafür! Ich wollte da einfach nur weg.. Ich spürte so eine leere in mir. Ich bekam eine Überweisung ins Krankenhaus. Ich rief meinen Partner an und musste ihm leider mitteilen, dass unser Baby, unser Wunschbaby, nicht mehr lebt. Er ist so schnell er konnte zu mir gekommen und wir waren dann 4 Stunden später schon im Krankenhaus..

Im Krankenhaus sagte die Ärztin dass das Baby schon zu groß für ne Ausschabung ist und dass ich es tot auf die Welt bringen muss. Warum tut man das einer Frau an? Der Gedanke dass das Baby tot ist , ist schlimm genug.. Dann noch zu wissen dass es einige Tage schon tot in einem ist, ist grausam und dann soll man es noch wie bei einer Geburt auf die Welt bringen.. Dann sollten wir uns schon mit den Gedanken auseinander setzen ob wir es sehen wollen, ob es auf einem Friedhof beerdigt werden soll auf einem Platz für Sternenkinder.. mir fehlte schon da die Kraft..

Am nächsten Morgen ging es los. Ich bekam ab 8 Uhr alle 4 Stunden ein Zäpfchen damit sich der Muttermund öffnen kann und die Geburt eingeleitet werden kann. Ab dem Moment durfte ich nur noch auf einem Töpfchen zur Toilette. Ich bekam immer schlimmere Schmerzen. Ich wollte dass es endlich vorbei ist! Am Abend ging aufeinmal alles ganz schnell. Ich habe starke Blutungen bekommen.. Ich spürte das Fruchtwasser wie es rauslief, hatte noch stärkere Blutungen und dann war es soweit.. Das Baby fiel einfach raus.. Ich sah es und Verstand warum ich nur noch in einem Töpfchen zur Toilette gehen durfte. Ich bin total zusammen gebrochen!! Man konnte das Baby total erkennen. Alles war schon dran, ein Baby im mini Format. Eine Stunde später war ich schon im op weil nun die Ausschabung stattfinden sollte.. Nachdem ich noch total benebelt aus der Narkose aufwachte lag ich einfach im Flur. Die haben mich einfach im Flur abgestellt ohne meinem Partner Bescheid zu sagen. Ich war bitterlich am weinen. Die Nachtschwester sagte zu mir 'hören Sie auf zu heulen. Ich bin keine Seelsorgerin und bin hier alleine auf der Station. ' Ich dachte ich hör nicht richtig. Danach schlief ich ein paar Stunden.. Mein Partner hat ganz toll auf mich aufgepasst. Gestern durften wir uns von unserem Sternenkind verabschieden.

Ich bin froh dass mein Partner und meine Familie so doll für mich da sind. Anderen Kontakt ertrage ich auch gerade nicht. Ich weiß nicht wie es weiter gehen soll.. irgendwann muss ich wieder arbeiten. Wie soll ich jemals zurück in den Kindergarten? Ich weiß nicht wie ich es schaffen soll einen klaren Gedanken zu fassen, wie ich das alles verarbeiten soll..


Entschuldigt bitte , aber ich musste dass alles los werden..

Liebe Grüße,
Nadine

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15. April um 13:44
In Antwort auf nanna5292

Hallo ihr Lieben 


Ich würde euch gerne meine Geschichte erzählen und möchte diesen Beitrag für mich sozusagen als Tagebuch nutzen.. einfach alle Gedanken und Gefühle los werden..


Mein Partner und ich haben uns so sehr ein Kind gewünscht und nach ein paar Monaten hat es geklappt. Anfang Februar hatten wir einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand. Wir konnten unser Glück kaum fassen: wir sind schwanger! Ein Oktober Baby sollte es werden! 

Voller Vorfreude rief ich ne Woche später bei meiner Frauenärztin an um Bescheid zu sagen. Dann folgte der erste Schock : ' Ja okay , Sie bekommen nen Termin in drei Wochen. Sollte bis dahin noch alles gut sein, können Sie den Termin ja wahrnehmen. ' Ich hätte da schon reagieren sollen und mir besser ne neue Praxis gesucht.. durch diese Aussage hatte ich schon mehr Angst und ich konnte gar nicht mehr genießen und die Vorfreude wurde von so viel Sorge umhüllt.. 
Ich bin Erzieherin in einer U3 Gruppe und der Betriebsarzt hat mir aufgrund von fehlendem Imunschutz ein Beschäftigungsverbot mitgeteilt.

Die Schwangerschaft verlief total problemlos. Ich hatte zum Glück keine Übelkeit. Ich war zwar die ganze Zeit kaputt und müde und hatte mit Kreislauf Problemen und Kopfschmerzen zu kämpfen. Aber das Baby entwickelte sich super, das Herz schlug und alles war wie es sein sollte. Trotzdem blieb irgendwie die ständige Angst. In der 11. SSW hatte ich einen normalen Ultraschall Termin beim Frauenarzt. Das Baby war gut entwickelt aber die Ärztin war der Meinung dass das Baby eine verdickte Nackenfalte von 1,99mm hat. Sie war sehr unsensibel. Fragte ob wir uns schon mit dem Gedanken befasst haben was wir machen wenn das Kind behindert ist. Sie ist eigentlich gegen Abtreibung, aber in dem Fall könnte Sie es verstehen. Ich dachte ich hör nicht richtig. Der Termin für die richtige Messung sollte auch vorgezogen werden. Direkt zwei Tage danach sollte die gemacht werden und nen Termin bei der Pränatal Diagnostik hat sie mir gemacht. Aber erstmal bin ich einen Tag später zu ner anderen Frauenärztin gegangen..das konnte ich für mich nämlich nicht so stehen lassen. Die Ärztin war sehr nett und einfühlsam. Sie ist keine Expertin auf dem Gebiet der Nackenfalte, deshalb wollte sie dazu auch nichts sagen. Aber ich war Dank ihr ein bisschen beruhigter. Einen Tag später war dann der Termin beim Experten wegen der Nackenfalte. Er sagte dass alles in Ordnung ist aber dann stürmte die blöde Frauenärztin rein und redete ihm ein dass er falsch liegt. Es machte den Eindruck dass er seiner Kollegin nicht in den Rücken fallen möchte und sagte dann doch dass er ne verdickte Nackenfalte sieht.. Und sie reagierte wie eine Furie und sagte so Dinge wie 'hab ich es doch gesagt , ne dicke fette Nackenfalte , hab ich doch gesagt. ' usw.. ich bin vollkommen verstört aus der Praxis.. darauf die Woche hatte ich den Termin bei der Pränatalen Diagnostik. Die Ärztin konnte nicht verstehen warum wir kommen sollten..  Das Baby war gesund. Sie sagte dass alles in Ordnung ist und dass das Baby keine verdickte Nackenfalte hat. Alles ist so wie es sein soll. Aber ich sollte eine Woche später trotzdem nochmal vorbei kommen zum Ersttrimester Screening. Dieser Termin fand diese Woche Donnerstag statt.

In dieser Woche konnte ich endlich mal die Schwangerschaft genießen. Ich war so glücklich. Voller Liebe, Vorfreude und Zuversicht. Ich freute mich so sehr über meine dicke Murmel. 

Am Donnerstag war der Termin. Ich war dort mit meiner Mutter. Mein Partner arbeitet leider 300km entfernt und konnte ausnahmsweise leider nicht dabei sein. Die Ärztin schallte zunächst über den Bauch..irgendwas war komisch, das habe ich gespürt. Dann schallte sie vaginal.. Ich hab verzweifelt nach dem Herzschlag gesucht.. Aber ich fand ihn nicht. Und die Worte der Ärztin werde ich nie vergessen, voller Traurigkeit sagte sie: 'Neeein, es tut mir so leid aber das Herz von ihrem Baby hat aufgehört zu schlagen. ' Ich bin total zusammen gebrochen.. Ich konnte es einfach nicht verstehen. Wie konnte das nur sein? Vor einer Woche war doch noch alles gut.. Und ich war doch schon in der 13. SSW.. 12+5 .. die Ärztin sagte ich soll mir keine Vorwürfe machen, ich kann nichts dafür! Ich wollte da einfach nur weg.. Ich spürte so eine leere in mir. Ich bekam eine Überweisung ins Krankenhaus. Ich rief meinen Partner an und musste ihm leider mitteilen, dass unser Baby, unser Wunschbaby, nicht mehr lebt. Er ist so schnell er konnte zu mir gekommen und wir waren dann 4 Stunden später schon im Krankenhaus..

Im Krankenhaus sagte die Ärztin dass das Baby schon zu groß für ne Ausschabung ist und dass ich es tot auf die Welt bringen muss. Warum tut man das einer Frau an? Der Gedanke dass das Baby tot ist , ist schlimm genug.. Dann noch zu wissen dass es einige Tage schon tot in einem ist, ist grausam und dann soll man es noch wie bei einer Geburt auf die Welt bringen.. Dann sollten wir uns schon mit den Gedanken auseinander setzen ob wir es sehen wollen, ob es auf einem Friedhof beerdigt werden soll auf einem Platz für Sternenkinder.. mir fehlte schon da die Kraft..

Am nächsten Morgen ging es los. Ich bekam ab 8 Uhr alle 4 Stunden ein Zäpfchen damit sich der Muttermund öffnen kann und die Geburt eingeleitet werden kann. Ab dem Moment durfte ich nur noch auf einem Töpfchen zur Toilette. Ich bekam immer schlimmere Schmerzen. Ich wollte dass es endlich vorbei ist! Am Abend ging aufeinmal alles ganz schnell. Ich habe starke Blutungen bekommen.. Ich spürte das Fruchtwasser wie es rauslief, hatte noch stärkere Blutungen und dann war es soweit.. Das Baby fiel einfach raus.. Ich sah es und Verstand warum ich nur noch in einem Töpfchen zur Toilette gehen durfte. Ich bin total zusammen gebrochen!! Man konnte das Baby total erkennen. Alles war schon dran, ein Baby im mini Format. Eine Stunde später war ich schon im op weil nun die Ausschabung stattfinden sollte.. Nachdem ich noch total benebelt aus der Narkose aufwachte lag ich einfach im Flur. Die haben mich einfach im Flur abgestellt ohne meinem Partner Bescheid zu sagen. Ich war bitterlich am weinen. Die Nachtschwester sagte zu mir 'hören Sie auf zu heulen. Ich bin keine Seelsorgerin und bin hier alleine auf der Station. ' Ich dachte ich hör nicht richtig. Danach schlief ich ein paar Stunden.. Mein Partner hat ganz toll auf mich aufgepasst. Gestern durften wir uns von unserem Sternenkind verabschieden. 

Ich bin froh dass mein Partner und meine Familie so doll für mich da sind. Anderen Kontakt ertrage ich auch gerade nicht. Ich weiß nicht wie es weiter gehen soll.. irgendwann muss ich wieder arbeiten. Wie soll ich jemals zurück in den Kindergarten? Ich weiß nicht wie ich es schaffen soll einen klaren Gedanken zu fassen, wie ich das alles verarbeiten soll.. 


Entschuldigt bitte , aber ich musste dass alles los werden.. 

Liebe Grüße,
Nadine 

Liebe Nadine,
es tut mir sehr leid, dass du dein Baby zu den Sternen ziehen lassen musstest! Es gibt keine Worte, die Trösten können, aber oft hilft es zu wissen, dass man verstanden wird! Mein Himmelskind ist bei 39+2 zu den Sternen gereist. Ich kenne deinen Schmerz also leider nur zu gut!
Lass deine Trauer zu. Wenn du nicht zurück in den Kiga kannst lass dich krankschreiben bis du weißt wie es für dich weitergehen soll. Setz dich nicht unter Druck und nehme dir die Zeit, die du brauchst.
Mir hilft es sehr mich mit anderen Sterneneltern auszutauschen. Es gibt Foren im Internet und Selbsthilfegruppen. 

Ich bin unendlich dankbar, dass ich mein Baby spontan und ohne Schmerzmittel zur Welt bringen konnte. Es klingt furchtbar und viele verstehen es nicht, dass das den betroffenen Müttern zugemutet wird, aber die Geburt ist schön ein Teil des Abschieds. Bei einem KS oder einer Ausscharbung fällt es viel schwerer zu verstehen was mit dem Baby passiert ist.
Wie gesagt ich bin unendlich dankbar, dass ich diese Erlebnis mit meinem Engel haben durfte. 
Ich hoffe sehr, dass du deinen Weg finden wirst mit der Trauer umzugehen. Ich wünsche dir und deinem Mann alle Kraft und viele sensible Menschen, die euch den nötigen Halt geben.

Du kannst mich auch gerne per PN anschreiben.

stille Grüße
Finebaby
 

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22. April um 23:36
In Antwort auf nanna5292

Hallo ihr Lieben 


Ich würde euch gerne meine Geschichte erzählen und möchte diesen Beitrag für mich sozusagen als Tagebuch nutzen.. einfach alle Gedanken und Gefühle los werden..


Mein Partner und ich haben uns so sehr ein Kind gewünscht und nach ein paar Monaten hat es geklappt. Anfang Februar hatten wir einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand. Wir konnten unser Glück kaum fassen: wir sind schwanger! Ein Oktober Baby sollte es werden! 

Voller Vorfreude rief ich ne Woche später bei meiner Frauenärztin an um Bescheid zu sagen. Dann folgte der erste Schock : ' Ja okay , Sie bekommen nen Termin in drei Wochen. Sollte bis dahin noch alles gut sein, können Sie den Termin ja wahrnehmen. ' Ich hätte da schon reagieren sollen und mir besser ne neue Praxis gesucht.. durch diese Aussage hatte ich schon mehr Angst und ich konnte gar nicht mehr genießen und die Vorfreude wurde von so viel Sorge umhüllt.. 
Ich bin Erzieherin in einer U3 Gruppe und der Betriebsarzt hat mir aufgrund von fehlendem Imunschutz ein Beschäftigungsverbot mitgeteilt.

Die Schwangerschaft verlief total problemlos. Ich hatte zum Glück keine Übelkeit. Ich war zwar die ganze Zeit kaputt und müde und hatte mit Kreislauf Problemen und Kopfschmerzen zu kämpfen. Aber das Baby entwickelte sich super, das Herz schlug und alles war wie es sein sollte. Trotzdem blieb irgendwie die ständige Angst. In der 11. SSW hatte ich einen normalen Ultraschall Termin beim Frauenarzt. Das Baby war gut entwickelt aber die Ärztin war der Meinung dass das Baby eine verdickte Nackenfalte von 1,99mm hat. Sie war sehr unsensibel. Fragte ob wir uns schon mit dem Gedanken befasst haben was wir machen wenn das Kind behindert ist. Sie ist eigentlich gegen Abtreibung, aber in dem Fall könnte Sie es verstehen. Ich dachte ich hör nicht richtig. Der Termin für die richtige Messung sollte auch vorgezogen werden. Direkt zwei Tage danach sollte die gemacht werden und nen Termin bei der Pränatal Diagnostik hat sie mir gemacht. Aber erstmal bin ich einen Tag später zu ner anderen Frauenärztin gegangen..das konnte ich für mich nämlich nicht so stehen lassen. Die Ärztin war sehr nett und einfühlsam. Sie ist keine Expertin auf dem Gebiet der Nackenfalte, deshalb wollte sie dazu auch nichts sagen. Aber ich war Dank ihr ein bisschen beruhigter. Einen Tag später war dann der Termin beim Experten wegen der Nackenfalte. Er sagte dass alles in Ordnung ist aber dann stürmte die blöde Frauenärztin rein und redete ihm ein dass er falsch liegt. Es machte den Eindruck dass er seiner Kollegin nicht in den Rücken fallen möchte und sagte dann doch dass er ne verdickte Nackenfalte sieht.. Und sie reagierte wie eine Furie und sagte so Dinge wie 'hab ich es doch gesagt , ne dicke fette Nackenfalte , hab ich doch gesagt. ' usw.. ich bin vollkommen verstört aus der Praxis.. darauf die Woche hatte ich den Termin bei der Pränatalen Diagnostik. Die Ärztin konnte nicht verstehen warum wir kommen sollten..  Das Baby war gesund. Sie sagte dass alles in Ordnung ist und dass das Baby keine verdickte Nackenfalte hat. Alles ist so wie es sein soll. Aber ich sollte eine Woche später trotzdem nochmal vorbei kommen zum Ersttrimester Screening. Dieser Termin fand diese Woche Donnerstag statt.

In dieser Woche konnte ich endlich mal die Schwangerschaft genießen. Ich war so glücklich. Voller Liebe, Vorfreude und Zuversicht. Ich freute mich so sehr über meine dicke Murmel. 

Am Donnerstag war der Termin. Ich war dort mit meiner Mutter. Mein Partner arbeitet leider 300km entfernt und konnte ausnahmsweise leider nicht dabei sein. Die Ärztin schallte zunächst über den Bauch..irgendwas war komisch, das habe ich gespürt. Dann schallte sie vaginal.. Ich hab verzweifelt nach dem Herzschlag gesucht.. Aber ich fand ihn nicht. Und die Worte der Ärztin werde ich nie vergessen, voller Traurigkeit sagte sie: 'Neeein, es tut mir so leid aber das Herz von ihrem Baby hat aufgehört zu schlagen. ' Ich bin total zusammen gebrochen.. Ich konnte es einfach nicht verstehen. Wie konnte das nur sein? Vor einer Woche war doch noch alles gut.. Und ich war doch schon in der 13. SSW.. 12+5 .. die Ärztin sagte ich soll mir keine Vorwürfe machen, ich kann nichts dafür! Ich wollte da einfach nur weg.. Ich spürte so eine leere in mir. Ich bekam eine Überweisung ins Krankenhaus. Ich rief meinen Partner an und musste ihm leider mitteilen, dass unser Baby, unser Wunschbaby, nicht mehr lebt. Er ist so schnell er konnte zu mir gekommen und wir waren dann 4 Stunden später schon im Krankenhaus..

Im Krankenhaus sagte die Ärztin dass das Baby schon zu groß für ne Ausschabung ist und dass ich es tot auf die Welt bringen muss. Warum tut man das einer Frau an? Der Gedanke dass das Baby tot ist , ist schlimm genug.. Dann noch zu wissen dass es einige Tage schon tot in einem ist, ist grausam und dann soll man es noch wie bei einer Geburt auf die Welt bringen.. Dann sollten wir uns schon mit den Gedanken auseinander setzen ob wir es sehen wollen, ob es auf einem Friedhof beerdigt werden soll auf einem Platz für Sternenkinder.. mir fehlte schon da die Kraft..

Am nächsten Morgen ging es los. Ich bekam ab 8 Uhr alle 4 Stunden ein Zäpfchen damit sich der Muttermund öffnen kann und die Geburt eingeleitet werden kann. Ab dem Moment durfte ich nur noch auf einem Töpfchen zur Toilette. Ich bekam immer schlimmere Schmerzen. Ich wollte dass es endlich vorbei ist! Am Abend ging aufeinmal alles ganz schnell. Ich habe starke Blutungen bekommen.. Ich spürte das Fruchtwasser wie es rauslief, hatte noch stärkere Blutungen und dann war es soweit.. Das Baby fiel einfach raus.. Ich sah es und Verstand warum ich nur noch in einem Töpfchen zur Toilette gehen durfte. Ich bin total zusammen gebrochen!! Man konnte das Baby total erkennen. Alles war schon dran, ein Baby im mini Format. Eine Stunde später war ich schon im op weil nun die Ausschabung stattfinden sollte.. Nachdem ich noch total benebelt aus der Narkose aufwachte lag ich einfach im Flur. Die haben mich einfach im Flur abgestellt ohne meinem Partner Bescheid zu sagen. Ich war bitterlich am weinen. Die Nachtschwester sagte zu mir 'hören Sie auf zu heulen. Ich bin keine Seelsorgerin und bin hier alleine auf der Station. ' Ich dachte ich hör nicht richtig. Danach schlief ich ein paar Stunden.. Mein Partner hat ganz toll auf mich aufgepasst. Gestern durften wir uns von unserem Sternenkind verabschieden. 

Ich bin froh dass mein Partner und meine Familie so doll für mich da sind. Anderen Kontakt ertrage ich auch gerade nicht. Ich weiß nicht wie es weiter gehen soll.. irgendwann muss ich wieder arbeiten. Wie soll ich jemals zurück in den Kindergarten? Ich weiß nicht wie ich es schaffen soll einen klaren Gedanken zu fassen, wie ich das alles verarbeiten soll.. 


Entschuldigt bitte , aber ich musste dass alles los werden.. 

Liebe Grüße,
Nadine 

Als hättest du meine Geschichte aufgeschrieben... 😢

Als damals bei 12+3 kein Herzschlag mehr war und ich weinte, blaffte die Frauenärztin mich an, ich solle aufhören zu heulen, sie hätte mir ja gesagt das sei normal. Könnte der Alten heute noch ins Gesicht springen.
Im KH wurden mein Partner und ich auch damit allein gelassen. Bei meiner OP ging was schief; es ging nicht alles raus und ich hab danach so viel Blut verloren, dass ich Konserven bekam und auf die Intensiv musste.

Im Nachhinein haben wir erfahren, dass man nach Fehl-, Totgeburten Anspruch auf eine Trauerbegleitung durch eine Hebamme hat. Hätten wir das nur damals gewusst...

Ih wünsche dir viel Kraft für die kommende Zeit und gib nicht auf, Ja?

Drück dich doll!!

(Geh mal auf mein Profil, da steht ein Gedicht für unser Sternchen. Es hat mir damals sehr geholfen!)

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23. April um 8:33

Ich danke euch beiden sehr für eure Nachrichten und lieben Worte. 🍀 

letzte Woche war ich bei der Nachkontrolle.. Und es sind immernoch Reste in der Gebärmutter.. musste dann nochmal Zäpfchen und Tabletten nehmen.. gleich steht die nächste Kontrolle an und ich hab große Angst dass ich wieder ins Krankenhaus muss. Nun brennt seit gestern auch noch meine Scheide beim Pipi machen.. Ich wünsche mir einfach dass dieser Alptraum endlich aufhört 😔

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Von: alena.1905
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21. April um 23:10

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