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Meine Erfahrung

9. Februar 2011 um 11:15

Mit diesem Bericht möchte ich meine Erfahrung mit dem Thema Schwangerschaftsabbruch teilen.
Wer Gegner ist soll einfach nicht weiterlesen. Jeder hat seine Meinung, er muss sie aber nicht dauernd kundtun.

Nachdem bei mir eine Schwangerschaft in einer frühen SSW festgestellt wurde, war mit und meinem Partner relativ schnell klar, dass es für uns noch nicht das richtige ist. Wir sind beide noch in der Ausbildung und wir würden unserem Kind etwas bieten wollen. Das geht so einfach nicht, vorallem nicht in der Stadt. Zudem wollen wir auch noch Zeit für uns als Paar, und nicht schon als Eltern. Das soll nicht hart und kalt rüberkommen, aber das sind unsere contra Argumente gewesen.
Die ganze Situation war sehr belastend. Nach einem Termin bei einer Beratungsstelle waren wir uns beide ganz sicher.
Bei einem FA nahm ich dann wenige Tage später Mifegyne ein. 3 Tabletten. Ich fühlte mich den Tag etwas komisch und hatte leichte Schmerzen im Unterbauch. Zwei Tage später war ich wieder beim FA zur Einnahme von Cytotec. Danach ging es mir wirklich sehr schlecht, ich musste brechen und hatte ziemliche Schmerzen. Konnte mich dann hinlegen. Ca. 1 Stunde nach der Einnahme von Cytotec fingen starke Blutungen an. Ich musste dauernd auf die Toilette. Nach 4 Stunden machte der Arzt noch einen Ultraschall, um zu schauen, ob die Frucht abgegangen war. Sie war es. Ich durfte gehen.
Ich fühle mich sehr befreit und die Schmerzen ließen allmählich auch nach. Die Blutung wurde weniger und ich wusste, dass es für uns genau die richtige Entscheidung war.
Aber: jeder, der eine Abtreibung vornehmen lässt, muss sich 100% sicher sein, dass dies für ihn die richtige Entscheidung ist! Ohne diese Sicherheit wird es einen lange belasten.
Ich würde diese Methode übrigens der operativen vorziehen - aber das ist wohl subjektiv.

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9. Februar 2011 um 14:08

..
Naja, ich habe es Frucht genannt. Von einem Embryo war das noch weit entfernt. Wie gesagt, ich war in einer sehr frühen SSW.

Das abgestoßene Gewebe ist in die Toilette gegangen. Klingt nicht schön, aber wie will man das kontrollieren?

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9. Februar 2011 um 17:44

Bei einem medikamentösen Abbruch...
merkt nicht jede Frau, ob und wann die Frucht abgeht. Ja, im Normalfall landet sie mit den Blutungen und Gewebe in der Toilette oder der Binde, wie bei einer frühen Fehlgeburt. Ich habe es gemerkt und meine Frucht aus dem Klo gefischt, in Papier gehüllt und später im Park vergraben.
Im Übrigen ist Frucht kein unüblicher Begriff - man sagt ja auch Fruchtblase

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9. Februar 2011 um 18:27

Erklärung
Für mich war es eine Möglichkeit zur Verarbeitung dessen, was geschehen ist und eine Möglichkeit Abschied zu nehmen - mehr von dem Weg, den ich nicht gegangen bin, von dem Kind, das einmal hätte sein können, als von dem Embryo selbst. Es hatte für mich einfach nur einen symbolischen Wert. Und ich hätt es komisch gefunden, die Frucht im Klo runterzuspülen.

Und man kann auch als Frau, die einen Abbruch durchführt durchaus Empfindungen für das kleine Wesen haben bzw. Respekt vor dem Leben an sich oder den Entfaltungsmöglichkeiten, die es gehabt hätte.

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9. Februar 2011 um 19:34


Danke, ich finds richtig gut von dir uns das alles mal zu erklären

Liebe grüüße

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9. Februar 2011 um 19:41

Die Frucht
Gottes sagt man auch, also daran ist nichts unmenshcliches, und ich finde es grade sehr traurig irgendwie als achso schrieb aus der Toilette gefischt und begraben nicht der Akt an sich, oder dass sie abgetrieben hat, aber weil man da so alleine ist, man schluckt die scheißdinger, hockt am Klo, hat Schmerzen ohne ende, muss dann noch im Trüben wühlen, fischt was raus und beerdigt das um seine Trauer zu verarbeiten.

was für ein scheiß leben manchmal

alles gute der TE , toll dass du von deinen Erfahrungen berichtet hast, hattest du eigentlich keine Schmerzmittel bekommen ?

glg

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10. Februar 2011 um 13:28
In Antwort auf sofiya_11916295

Die Frucht
Gottes sagt man auch, also daran ist nichts unmenshcliches, und ich finde es grade sehr traurig irgendwie als achso schrieb aus der Toilette gefischt und begraben nicht der Akt an sich, oder dass sie abgetrieben hat, aber weil man da so alleine ist, man schluckt die scheißdinger, hockt am Klo, hat Schmerzen ohne ende, muss dann noch im Trüben wühlen, fischt was raus und beerdigt das um seine Trauer zu verarbeiten.

was für ein scheiß leben manchmal

alles gute der TE , toll dass du von deinen Erfahrungen berichtet hast, hattest du eigentlich keine Schmerzmittel bekommen ?

glg

...
Danke, dass ihr das Wort Frucht verteidigt
Meinte das auch in keinster Weise negativ.

Liebe Lea,
habe Schmerzmittel bekommen, die aber leider erbrochen. Ich wurde zwar gefragt, ob ich noch mal welche möchte, aber ich habe abgelehnt und es so geschafft

Ich wünsche euch alles Gute!

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