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Mein kleiner Geburtsbericht

14. März 2013 um 20:11 Letzte Antwort: 14. März 2013 um 22:15

Halli Hallo,
nachdem ich während des Verlaufs der Schwangerschaft hier eher stiller Mitleser war, möchte ich nun ganz gern meine Geburtserfahrung mit euch teilen. 13 Tage danach nutze ich dafür mal die Zeit in der mein Zwerg noch schläft.

Mein eigentlicher Geburtstermin war am 22.2. Leider verstrich dieser ohne nennenswerte Ereignisse. Die Frauenärztin teilte mir zwar begeistert mit, dass ich schon alle 10min Wehen hätte und der Kopf schon tief im Becken läge, aber gespürt habe ich davon nix. Es hieß also weiter warten. Am 23. hatte ich dann gegen 19 Uhr immer wieder ein minimales Stechen im Rücken. Wir waren natürlich total aufgeregt und haben mit den Hand auf dem Bauch (Stechen war zu leicht, deswegen haben wir gewartet wie oft er hart wurde) fleißig Wehen gezählt. Super, gegen 21 Uhr waren wir bei alle 5-10min. Also restliche Sachen geschnappt, und auf gings Richtung Klinik. Ans CTG gehängt, Wehen alle 3-5min, MuMu bereits auf 2cm. Ich sollte erstmal aufs Zimmer gehen und weiter abwarten. Mir wurde aber versprochen, dass mein Zwerg wohl nicht mehr lang auf sich warten lassen würde. Wir waren noch ein wenig spazieren und kamen dann um 2 Uhr wieder zum CTG. Situation unverändert, ich sollte wieder aufs Zimmer und versuchen zu schlafen um Kräfte zu sammeln. Schlafen ging natürlich gar nicht. Abgesehen davon, dass ich Krankenhäuser hasse, war ich viel zu aufgeregt. Mein Schatz hat die gesamte Nacht auf dem Stuhl schlafend neben mir verbracht. Aber es passierte einfach nichts. Gegen 7 Uhr gings dann wieder zum CTG. Wehen waren so gut wie verschwunden. MuMu nicht weiter geöffnet. Weil wir vollkommen fertig waren, entschlossen wir uns nach Hause zu fahren. Warten kann man schließlich auch da.
Und dann folgte eine lange, lange Woche ohne Wehen ohne nix. (Wir haben echt alles probiert. Sogar Rhizinusöl, was bei mir rein gar nichts bewirkt hat ... -.-)
Ich sollte mich dann am Freitag bei ET +7 im Krankenhaus zur Einleitung vorstellen. Gesagt, getan und so standen wir um 9:30 dort auf der Matte. Natürlich wurde erstmal wieder untersucht. Zwerg wurde auf 2900g geschätzt, ihr gings wunderbar und es sprach nichts gegen eine Einleitung. Um 11:05 wurde dann der Wehentropf gelegt. Dann hieß es warten. Ich war wieder etwas genervt, weil ich die ganze Zeit im Kreißsaal rumliegen musste und mir langweilig war. Der Tropf wirkte direkt, aber ich spürte nichts. Um 12:05 hatten sich die Wehen dann wieder auf alle 3min eingependelt. Mein Schatz und ich feuerten unseren Spatz von außen ordentlich an, damit sie mal einen Zahn zulegt. Die Dosierung wurde nochmal etwas erhöht und um 13:12 gings plötzlich richtig los. Ich spürte Wehen Und mir wurde plötzlich extrem schlecht. Nachdem der erste Schwall auf den Boden ging, stellte mein Freund mir den Mülleimer hin und rief panisch nach der Hebamme. Die motzte erstmal rum, dass wir nicht so eine Panik schieben sollten -.- Übelkeit sei völlig normal und wir sollen das nächste Mal eine Nierenschale nehmen. Die gab sie uns dann auch tatsächlich (ja klar, wir wussten auch, dass die da im Schrank stehen ...)
Sie verschwand auch schnell wieder, weil neben mir noch drei weitere Frauen in den Wehen lagen. Und das bei nur drei Kreißsälen. Die eine war im Untersuchungszimmer. Für sie war das das 3. Kind. Deswegen waren wir gespannt wer erster sein würde. Eine andere, die die ganze Zeit am rumschreien war (das war echt laut und etwas angsteinflößend) war erst bei 2cm MuMu, auch Einleitung. Aber die hielt wohl alle die ganze Zeit auf Trab. Sie gab mir dann auch den entscheidenen Anstoß. Ich wollte ja eigentlich in die Wanne, aber die war belegt. Also ich hörte dann wie sie nach einer PDA verlangte. Ich wollte auch Es war inzwischen 13:54. Hebamme kam also wieder, untersuchte nochmal. Der MuMu war inzwischen auf 8cm und vom GH stand nur noch ein kleiner Wulst. Die Wehen waren inzwischen auch schon relativ heftig. Die Hebamme meinte zu mir, dass der Anästhesist sich erst um die andere kümmern würde und dann zu mir kommen würde, sofern der Zwerg bis dahin noch nicht da sei. Sie gab mir dann Lachgas, damit ich etwas entspannen könne. Leider wurde mir davon so schwindelig, dass ich das Zeug nur eine Wehe lang genommen hab.
10min später kam er dann endlich, klärte mich auf und legte los. Ich war relativ überrascht wie schnell die Betäubung im Rücken wirkte. Zwar waren die Wehen unverändert, aber es ist lustig, wenn du im Rücken nichts spürst und auf einmal alles ganz still ist. Ich dachte zwischendurch echt, dass der Arzt mich allein gelassen hätte. Hab mich dann umgedreht und er hat mich ganz geschockt gefragt, ob es weh getan hätte. Er musste dann lachen als ich sagte, dass ich dachte dass er weg sei. Sie legten dann auch kein Ding mehr zum Nachdosieren, weil ich ja eh bald fertig sei. Um 14:26 war er dann auch fertig.
Die PDA half auch sofort. Die Wehen waren kaum noch spürbar. Die Hebamme fragte dann, ob ich einen GVK gemacht hätte, was ich verneinte. Also wollten wir mal üben. Habs natürlich auch prompt vollkommen falsch gemacht. Aber erklär mal jemanden bei heftigen Wehen wie er pressen soll
Sie meinte, dass sei kein Problem. Erklärte mir in einer Wehenpause nochmal genau wie ich genau atmen und pressen solle. Dann sollten ich es bei der nächsten Wehe nochmal probieren. Ich vergaß natürlich zu erwähnen, dass es inzwischen extrem nach unten zog. Es war anstrengender gewesen das Pressen zu unterdrücken als die Wehe selbst zu ertragen. Dann durfte ich also endlich pressen. Die Hebamme rief plötzlich nach der Ärztin. Das Köpfchen sei schon da. Ich müsse nur noch einmal pressen. Da entfuhr mir dann auch der allererste und einzige Schrei während der Geburt. Es war 14:44 Und dann war Stille. Mein Mäuschen schrie nämlich nicht. Wand sich zwar hin und her, aber kein Laut fuhr über ihre Lippen. Die Hebamme pustete ihr dann mehrmals ins Gesicht, was sie sichtbar nervte (sie drehte den Kopf hin und her) und endlich schrie sie auch einmal auf. Nachwehen hatte ich dann wieder keinen spürbaren, ich sollte einfach auf ihr Kommando pressen. Und flups war auch schon die Nachgeburt vollständig draußen.
Aber irgendwas stimmte nicht. Irgendwie waren die Hebamme und die Ärztin extrem hektisch. Fingen dann an mit meinem Freund zu diskutieren, ob er die Nabelschnur durchtrennen wollte (was er keinesfalls wollte. Schon allein deswegen, weil er hätte einmal ums Bett gehen müssen und bei mir unten das Blut rausschwall). Mein süßer Zwerg war nämlich so schnell gewesen, dass sie die Schultern nicht hatte drehen können und deswegen ist einiges bei mir gerissen.
Das wurde dann die nächste Stunde lang genäht. Wobei es lustig war, dass ich trotz extrem hoher Betäubungsdosierung anfangs immer noch jeden Stich spürte. Erst nach zweimal Nachspritzen ließ das nach.
Mein Kreislauf brach auch in der Zeit einmal fast zusammen durch den hohen Blutverlust. Aber ich war dadurch eh so umnebelt, dass mir das alles egal war. Ich wollte nur endlich meinen kleinen Schatz in die Arme schließen. Aber danach wurde auch sie erstmal untersucht. Die Maße waren 3500g bei 49cm. Also wurde sich vorher etwas verschätzt, aber das war mir vollkommen egal. Ich durfte endlich kuscheln. Und so kuschelten wir dann auch noch eine Stunde im Kreißsaal bis wir unser Familienzimmer beziehen durfte. Die Kleine war auch vollkommen fertig, wollte noch nicht gestillt werden. Wir mussten sie dann schließlich um 24 Uhr wecken, damit bei mir überhaupt mal ein Milcheinschuss möglich war. Aber danach schlief sie direkt weiter.

Sie ist ein absoluter Engel. Schreit nur ein ganz wenig, wenn Mami extrem lange braucht um die Milchbar auszupacken und sonst schläft sie viel und guckt sie still um. Nur im Schlaf blubbert sie vor sich hin. Das wird bestimmt mal eine Quasselstrippe
Sie kann sogar schon von Anfang an den Kopf allein drehen und sogar einige Sekunden in der Luft halten. Am erschreckendsten (aber gleichzeitig auch total süß) fand ich persönlich den Moment im Krankenhaus als ich extrem erschöpft eingeschlafen bin und nicht direkt wach wurde als sie vor Hunger meckerte. Sie lag zu dem Zeitpunkt auf meiner Brust. Plötzlich stützte sie sich auf ihre Ärmchen und suchte mit dem Mund mein Gesicht (!) nach der Brust ab. Es war ein total irres Gefühl. Da wurde mir erst so richtig bewusst, dass dieses kleine süße Monster mein wundervolles Töchterchen ist.
Wir sind total vernarrt in unser kleines Mäuschen. Wir haben uns apropro auf den Namen Luna Marie geeinigt.


Und nun lass ich euch noch ein paar Kekse da. Vielleicht schaffen es ja einige bis hier unten zu lesen. Irgendwie ist es heftig wie lang der Bericht nun doch geworden ist. Und das obwohl ich schon ein paar Details weggelassen habe.

Aber nun wird weitergekuschelt

Liebe Grüße
Tui, inzwischen eine superstolze Mami

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14. März 2013 um 20:29

Herzlichen glückwunsch!
es war sehr schön zu lesen

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14. März 2013 um 20:38

Glückwumsch
Ich finde das nimmt einem die Angst selber irgendwann mal ein Baby zu bekommen auf natürlichem Wege....

toller Bericht!

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14. März 2013 um 20:39


Glückwunsch! Find ich ja spannend das es Frauen gibt die Wehen lange kaum merken mal sehen wie das bei mir diesmal wird. Hab zwar schon ein Kind aber noch nie ne Wehe gespürt (KS )

Genieß die ersten Wochen, die vergehen sooooo schnell

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14. März 2013 um 22:15


ach ich liebe Geburtsberichte einfach! Und deiner ist sooo schön geschrieben

Viel Spaß beim kuscheln und küssen und riechen und ....ach einfach eine zauberhafte Zeit!

Lg Jessy mit Joana (1 J.) & Pimu (16 4 SSW)

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