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Mein Geburtsbericht

3. November 2011 um 23:44 Letzte Antwort: 3. November 2011 um 23:51

ich versuche mich an einer kurzfassung:
tagsüber braten gemacht, kuchen gebacken, die wohnung gewischt, aufgeräumt (ssw genau 38+0) es war ein sonntag. am mittwoch hatte ich bereits ein koomisches gefühl, aber da tat sich noch nix. also am sonntag abend ein bad eingelassen und kaum saß ich drin fühlte es sich an als haben meine bauch und das badewasser gerade eine art druckausgleich durchgeführt. kanns schlecht beschreiben..als ob sich badewasserstand und fruchwasserstand auf gleicher höhe einpegelten.
so richtig begriffen hatte ich das da noch nicht...also noch schnell haare gewaschen aber irgendwie wars mir untenrum so komisch also stieg ich aus der wanne und trocknete mich ab und da kam der erste schwall warmes fruchwasser . freund gerufen, und er kuckte nur so
ich hab schnell überlegt was ich anziehe, während schatzi angefangen hat proviant zu packen. kuchen, brote, kekse, bifi....das dauerte...also bin ich auf den balkon und habe erstmal ALLE angerufen (mutti, freundinen, bester freund usw.) dann bekam ich noch zuhause plötzlich durchfall also verzögerte sich die abfahrt nochmals. ca. 45 min nach blasensprung sind wir dann so gegen 23.30 in der klinik angekommen, die nur 5 min entfernt ist.schöön mit handtuch zwischen den beinen
irgendwie dachte ich aber immernoch, dass das alles gar nich so furchtbar ernst ist und ich bestimmt nochmal nach hause darf. von wehen war ja noch keine spur. so sagte ich das dann auch dem diensthabenden arzt..."ich bekomm keine wehen, also geh ich dann wieder heim!!" ich war zu diesem zeitpunkt noch sehr souverän. aber schon während des ersten ctgs hatte ich leichte wehen, die deutlich zunahmen. hochmut kommt also vor dem fall...freilich musste ich da bleiben und er wurde mir klar...ich bekomm mein kind..jetzt!!!
zuerst bekamen wir aber besuch im kreissaall..hätte nicht gedacht, dass das erlaubt ist, aber zwei meiner engsten freunde hatten sich zutritt verschafft. so verbrachten wir die wehen zwischen mumu 2-4 cm gemeinsam. hach da war alles noch sooo lustig
kaum waren die beiden weg wurden die wehen eckelig! es war so kurz vor zwei als mein männchen merklich müder und ich dadurch noch nervöser aufgrund der schmerzen wurde.("du arsch wirst doch JETZT nicht schlafen") die liebe hebamme brachte mir dann auch irgendwas zum schlafen, das hat mich ganzschön weggedreht. die wehen waren aber schon zu heftig und sie wollte wohl etwas ruhe in die situation bringen. also haben wir tatsächlich ca 30 min gepennt. ich hab dann später erfahren, dass millas kopf schon bei 4 cm so tief gerutscht war, dass er schon auf den mumu drückte. so gewann ich durch das schlafen nochmal 1-2 cm. so und nun wirds dann halt fies:
kaum erwacht begann die kotzeren. pro wehe, drei nierenschalen. das männchen hat sie ganz brav gehalten und ausgetauscht (und auch wenn der mageninhalt ausgekotzt ist kann man noch stundenlang weiter kotzen...wusste ich vorher auch nicht). die schmerzen waren nun auch so schlimm, dass ich nicht mehr wusste ob ich liegen, stehen, sitzen, hocken,auf der seite, rücken oder laufen will. die hebamme dränget mich in die wanne. "hilfe nein..ich ersaufe..ich hab soo schmerzen..ich ersaufe". kaum in der wanne wurde es tatsächlich für ein paar minuten besser! nicht vergessen..ich habe weiterhin gekotzt...über den badewannenrand. so nach 30 min wurden die wehen sooo schlimm, dass ich sofort eine pda wollte, ich wusste wieder nicht mehr ob stehen, sitzen, liegen, es tat soo weh. die hebamme sagte in der wanne bekäme ich keine pda..soo schnell bin ich noch nie aus ner wanne gehüpft. ich hab nur noch nach dem arzt geschrien. der mumu war da bereits bei 8 cm. wer schon einmal geboren hat weiß, dass es da für eine pda schon zu spät ist
ja die berühmten 8 cm. zum pressen zu wenig, zum sterben zuviel. ich hab nur noch geschrien man möge mir helfen!!! ich kann nicht mehr. und bald konnte ich auch das pressen nicht mehr zurück halten. die herztöne rutschten auch immermal ab also legte man mir eine sonde an millas köpfchen. das war schonmal ne krasse vorstellung
und dann erinner ich mich nur noch, dass schichtwechsel war. es kamen zwei super motivierte, junge, blonde hebammen. diese rollten mich auf den rücken, winkelten meine beine an, hielten meinen damm. (die eine hatte ihre hand in mir drin, erzählte mein männchen später) und ich presste üüübelst. kurz bevor sie geboren wurde tastete ich ihren kopf...wahnsinn, das gab mir die letzte kraft. und am morgen den 1. august um 7.43 erblickte unsere wunderschöne milla das licht der welt. sie wog 3130 g und was 49 cm groß.
sie wurde mir gleich auf die brust gelegt und schaute mich hellwach an. ich hab sie geküsst und gesagt "mein baby, mein baby" und ich wusste wir sind ein team, es war ein gefühl von...wir beide bis ans ende der welt..uns kann nichts mehr trennen ... was auch kommt, wir beide schaffen es. ich hatte auch keine augen für meinen freund, für niemanden eigentlich.
ja ich hatte, wie jeder hier, auch eine plazenta, die dann bald folgte und einen kleinen riss der sorgsam vernäht wurde...aber wen interessiert das dann noch achsoo abgenabelt habe ich sie auch selbst
es war, auch wenns vielleicht nicht so klingt, ganz wundervoll!! ich bin über meine grenzen hinaus gegangen und darauf sehr stolz! ich bin jederzeit wieder bereit so etwas überaus überweltigendes zu erleben! dass es ohne schmerzmittel ging verdanke ich der sensationellen hebamme. ich bin im nachhinein sehr froh darüber gewesen.

ich hoffe ihr hattet spass beim lesen!

lg eure heidi mit herzblatt milla (schon 3 monate alt)

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3. November 2011 um 23:51

Danke
für deinen Bericht.
Ich hoffe ich kann auch bald meine Erfahrung schildern, aber meine Kleine putzt sich noch^^
Murmel
40+4

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