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Mein Erfahrungsbericht: medikamentöser Schwangerschaftsabbruch

26. November 2011 um 21:31 Letzte Antwort: 7. Januar 2012 um 16:21

Hallo,

ich möchte gerne meine Erfahrungen nieder schreiben, wie ich den Abbruch erlebt habe.

Am Sonntag, den 13.11 haben mein Freund ich einen positiven Schwangerschaftstest in den Händen gehalten...
...SCHOCK... Mir war sofort klar, ich will jetzt kein Kind, nicht dieses Kind! Mein Partner stimmte zu...

Wir haben berreits eine kleine Tochter die gerade 2 geworden... ich liebe sie über alles, sie ist unser Sonnenschein und ich möchte sie niemals missen... Ich habe sie damals während meiner Ausbildung bekommen und musste sehr kämpfen für mein Abschluss und anschließend in Arbeit zu kommen... nächstes Jahr bekomme ich nun endlich meinen unbefristeten Arbeitsvertrg und ich kann mich dann einmal zurücklehnen, durchatmen und meine Zukunft planen- und da war einfach kein Platz für ein weiteres Kind- ich würde meine Arbeit verlieren und dann mit 2 Kindern arbeitslos sein- ein alptraum für mich- mein partner ist zwar in arbeit, verdient aber nicht genug... Ja das war für mich der ausschlaggebene Grund- nein zu sagen- obwohl ich Kinder liebe- ich arbeite als Erzieherin- ich liebe den Beruf, ich wünsche mir sehr ein Geschwisterchen- aber irgendetwas sagte mir nein, tue das nicht!

Den FA- Termin hatte ich dann am Dienstag den 15.11. Der FA bestätigte mir Schwangerschaft (5.Woche). Obwohl ich rechnerisch 7. fast 8. Woche wäre... Und ichkonnte auch ziemlich sicher sagen das ich 7. sein müsste da mein Partner einige Zeit im KH war und da konnten wir kein Kind zeugen...
Dann sagte ich meiner FA das ich mich für einen med. Abbruch entschieden hätte...

Sie schickte mich Pro Familia- ich bekamm auch gleich einen Termin und unterhielt mich ca. eine halbe Stunde mit der netten Dame, die mir Anschluss den Zettel gab.

Danach bin ich wieder zum FA, der mir die Adresse gab welcher FA solche Abbrüche durchführt... Das war 60 km von meinen Wohnort weg- aber gut ich hatte michent schieden!

Dort rief ich an und ich bekamm einen Termin für Montag, den 21.11

Die Woche vergang schleichend... Mir gings richtig schlecht, ich fühlte mich elendig- also körperlich- ich fühlte mich krank...

Als ich dann auf die vergangenen Tage zurückblickte, staunte ich selber über meine Kaltblütigkeit, wie entschlossen ich mich gegen ein Kind entschieden hatte, obwohl ich mir doch noch vor 2 Monaten so sehr ein Geschwisterchen für meine Lotte gewünscht habe! Ich verstand mich selber nicht- aber hatte das Gefühl meine Entscheidung war richtig...

Meine beste Freundin teilte mir mit sie sei schwanger- ich hatte also die Möglichkeit mit meiner besten Freundin zusammen schwanger zu sein, unsere Kinder wären gleich alt- ich zweifelte kurz aber blieb bei meinen Entschloss und wollte es endlich hinter mir haben!

Am wochenende gings mir richtig dreckig, ich war zu nichts mehr in der Lage, ich konnt nur liegen, schlafen und...


Dann war endlich Montag, 21.11. wir fuhren sehr früh los da wir ja eine lange Fahrt vor uns haben...
Das Praxisteam war sehr nett, die Arztin grinste so breit- ich bin mir heut noch sicher die muss irgendwas nehmen! Sie kontrollierte die Schwangerschaft und setzte mich auch auf 5. Woche. Dann klärte sie mich kurz auf und ich bekamm die drei tabletten und ein Glas Wasser. Ich fragte ob es sein könnte das mir davon übel werden könnte- was sie laut verneinte...

Dann machten wir uns auf den Heimweg... Nach etwa 15 min. musste ich brechen, ich hab den ganzen tablettenmist wieder ausgebrochen....

Ich rief sofort in der Praxis an- die waren in heller Aufregung- das ist wohl noch nie vorgekommen... Naja und dann mussten sie ganz viel telefonieren und überlegen was se denn nun mit mir machen...

Ich musste am nächsten Tag, Dienstag, den 22.11 nochmal hin... Ich bekam eine große Spritze in den Hintern, musste eine halbe Stunde warten und dann wieder die 3 Tabletten schlucken- durch die Spritze sollte ich nicht mehr erbrechen!
<und dann musste ich nochmal ne Stunde dableiben... Und natürlich musste ich wieder kotzen- ich war so im Ar*** und hatte die Schnauze voll- insgeheim bereute ich schon mich für diesen med. Abbruch entschiden zu haben... Naja ich erzählte der Arztin das ich nur ein bisschen gebrochen hatte und durfte nach Hause in der Hoffnung das mein Magen das Med. schon aufgenommen hatte... Auch auf der Rückfahrt musste ich immer wieder brechen...

Dienstag Abend bekamm ich dann Blutungen... Ich war so froh... Es war schon eine heftige Blutungen... Mittwoch wurde es wieder weniger aber es ging mir langsam wieder besser- ich konnte sogar etwas essen.

Mittwoch Abend 23.11 bekamm ich heftige Wehen und Blutungen, ich verlor große Klumpen Blut und musste die Wehen richtig veratmen, wie damals bei der Geburt meiner Tochter... Ich wusste nicht ob das durch das Medikament kam oder ob mein Körper das von alleine reglt weil ES ja zu klein und nicht gewachsen war... Das hat so 2 Stunden gedauert... Dann hatte ich nur noch Blutungen und keine Schmerzen- und ich wusste nicht genau ob ich jetzt den Embryo verloren hatte oder nicht...

Am Donnerstag musste ich wieder zum Arzt, ich erzählte von den Wehen und Blutungen und sie schaute per Ultraschall nach und stellte fest, das der Fruchtsack tatsächlich abgegangen war... nun sollte ich noch die anderen Tabletten nehmen... Tapfer schluckte ich auch die und nach 10 min hatte ich heftige Unterleibsschmerzen, aber anders als die Wehen, doch spürte ich wie ich nun noch heftigere Blutungen bekam... Nach 1, 5 Stunden durfte ich dann nach Hause und bekamm noch eine Tablette mit, die ich mir in die Scheide legen sollte! Das tat ich aber nicht...

Ja heute ist Samstag, ich habe noch Blutungen und noch ist auch kein Ende in Sicht... Aber mir geht es gut, irgendetwas hat mir gesagt, ich solle das Kind nicht kriegen und so ist es nun...

Ich weiß noch nicht was in der nächsten Zeit auf mich zu kommt, ob ich die Schwangerschaft meiner Freundin verkrafte... Weil ich weiß, ich könnte das jetzt auch haben...

Ich weiß es war die richtige Ebtscheidung und irgendwann wird mein Kind große Schwester werden- irgendwann... Aber im Moment hab ich wirklich horror vor weiteren Schwangerschaften und werde mir die Spirale setzen lassen...

Mir tut es sehr leid das den Embroyo, mein Kind, im Klo runterspülen musste, da ich ja nicht wusste was nun geschieht... Ich hab mir vorgestellt ich könne ihn im garten beerdigen...

Mein Partner stand mir die ganze Zeit bei, so gut er eben konnte und hat mir viel geholfen...


Für Frauen die auch einen med. Abbruch planen möchte ich auf den Weg geben- es ist eine Möglichkeit sich intensiv mit den Abbruch auseinander zu setzen- es ist anstrengend und zeitaufwendig! Und auch schmerzhaft!

Liebe Grüße und alles Gute für Fraun die sich für einen Abbruch entschieden haben...
















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26. Dezember 2011 um 10:40

Danke
Liebe Plenny1

Vielen, vielen Dank für diesen Erfahrungsbericht! Es wird mir bei meiner Entscheidung helfen...

Alles Gute für die Zukunft!

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29. Dezember 2011 um 14:51

Liebe Plenny
du hast das offensichtlich ziemlich dramatisch erlebt. Das ist aber nicht der "Normalfall". Für etwa die Hälfte der Frauen ist ein medikamentöser Abbruch nicht anders als eine starke Periode, manchmal ohne Schmerzen, manchmal mit kurzen, gut erträglichen Schmerzen, das aber eigentlich immer est nach dem 2. Medikament, nicht bereits nach dem ersten (Mifegyne).
Ich frage mich, ob es wirklich nötig war, dass du das 2. Medikament noch nehmen musstest, wenn doch der Fruchtsack gemäss Ultraschall-Befund bereits abgegangen war...
Jedenfalls kannst du nicht von deinem - ausserordentlichen - Fall schliessen, dass es für alle Frauen "anstrengend und schmerzhaft" ist.

Alles Gute dir!

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6. Januar 2012 um 18:18
In Antwort auf tomos_12511245

Danke
Liebe Plenny1

Vielen, vielen Dank für diesen Erfahrungsbericht! Es wird mir bei meiner Entscheidung helfen...

Alles Gute für die Zukunft!

@lina201112
alles gute und bitte triff die wirklich richtige entscheidung...
es ist so wichtig
liebe grüße

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6. Januar 2012 um 23:46
In Antwort auf bettin_11904783

Liebe Plenny
du hast das offensichtlich ziemlich dramatisch erlebt. Das ist aber nicht der "Normalfall". Für etwa die Hälfte der Frauen ist ein medikamentöser Abbruch nicht anders als eine starke Periode, manchmal ohne Schmerzen, manchmal mit kurzen, gut erträglichen Schmerzen, das aber eigentlich immer est nach dem 2. Medikament, nicht bereits nach dem ersten (Mifegyne).
Ich frage mich, ob es wirklich nötig war, dass du das 2. Medikament noch nehmen musstest, wenn doch der Fruchtsack gemäss Ultraschall-Befund bereits abgegangen war...
Jedenfalls kannst du nicht von deinem - ausserordentlichen - Fall schliessen, dass es für alle Frauen "anstrengend und schmerzhaft" ist.

Alles Gute dir!

Hallo
aber genauso war es bei mir auch! "anstrendend und schmerzhaft"! So etwas ist doch nicht mit einer starken Periode zu vergleichen... Es ist eine medikamentös herbeigeführte Fehlgeburt und keine "starke Periode"

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7. Januar 2012 um 16:21
In Antwort auf lotus_12829798

Hallo
aber genauso war es bei mir auch! "anstrendend und schmerzhaft"! So etwas ist doch nicht mit einer starken Periode zu vergleichen... Es ist eine medikamentös herbeigeführte Fehlgeburt und keine "starke Periode"

2 Frauen
machen noch nicht den "Normalfall". "Fehlgeburt" scheint mir ein sehr grosses Wort für einen 2-10mm grossen Embryo (in den ersten 7 SSW). Wenn der Abbruch in der 8. oder 9. SSW gemacht wird, dauert es länger, macht mehr Schmerzen und die Versagerquote steigt. Mifegyne+Cytotec wird übrigens auch bei Abbrüchen nach der 14. SSW angewendet (in anderer Dosierung), und da ist es dann wirklich eine medikamentös herbeigeführte Fehlgeburt.

Aber der statistische Wert ist nun mal so, dass etwa 20% der Frauen gar keine Schmerzen haben, 60% etwas Schmerzen, die nötigenfalls mit Schmerzmitteln gut kontrollierbar sind und 20% starke Schmerzen haben und starke Schmerzmittel brauchen. Und normalerweise dauern die Schmerzen auch nicht sehr lang an.

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