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Mein Bericht - nach über 2 Jahren -

29. Dezember 2014 um 23:05

Ich hatte am 7.9.2012 eine Abtreibung und möchte darüber erzählen, wie es mir damals ging und wie es mir jetzt damit geht.

Als ich schwanger wurde, war ich 21 Jahre alt und hatte gerade mein 3. Lehrjahr angefangen. Mein Freund (heute Mann) war 27 und wir wohnten in einer großzügigen 2-Zimmer-Wohnung. Da ich aufgrund von extremen Nebenwirkungen die Pille nicht mehr vertragen habe, wollten wir mit einem Verhütungspc verhüten. Wir waren nachlässig und so wurde ich schwanger. Den Test habe ich samstag morgens gemacht, ich war total aufgeregt als der zweite Strich kam, mir wurde richtig schlecht. Ich habe direkt meinen Freund geweckt, der ging nur wortlos raus und hat erstmal nicht mit mir geredet. Für mich kam zu dem Zeitpunkt die Frage nach einer Abtreibung nicht auf, nur danach, wie ich das alles organisiert bekommen sollte.
Nach dem ersten Schreck waren wir beide nicht wirklich begeistert. Wir kauften noch einen Test, der auch positiv war. Es gab nichts zu zweifeln. Mein Freund hat das Thema Abtreibung zuerst angesprochen und mir die Vorteile aufgezählt. Ich war dadurch schon ganz schön verletzt. Es war ja immerhin unser gemeinsames Kind. Er zählte mir auf, wie sehr es unser Leben und meine Ausbildung beeinträchtigen würde. In mir kamen Zweifel auf, ob ich das echt alles so schaffen würde. Er sagte mir, dass er das Kind nicht wollte.

Schon am Tag danach begann eine fürchterliche Übelkeit. Wir machten bei zwei Beratungsstellen und bei der Frauenärztin einen Termin aus. Die Beratungen halfen nicht wirklich weiter. Ich hätte mir Zuspruch erwartet, das Kind zu bekommen. Leider bekam ich diesen nicht. Meine Frauenärztin meinte, dass es kein Problem sei, jetzt abzutreiben und einfach später ein Kind zu bekommen. Sie hat sehr dafür gesprochen, das Kind nicht zu bekommen und mein Freund hat sich da auch ziemlich bestätigt gefühlt.
Es ging mir die Tage danach nicht gut. Mir war sehr, sehr übel und im Kopf hatte ich ein regelrechtes Karussel. Eigentlich wusste ich aber, dass ich mein Kind bekommen wollte. Egal, ob alleine oder mit ihm. Er fing an, mich unter Druck zu setzen, aber ich blieb hart. Das Kind sollte kommen. Ich plante bereits, wie ich es meinem Umfeld beibringen wollte und wie ich meine Ausbildung doch noch irgendwie zu Ende kriegen sollte.

Dann rief meine Mutter mich an. Ihr ging es sehr schlecht. Der Brustkrebs war zurück. Sie bat mich um Unterstützung. Ich wusste, dass ich sie nicht in dem Maße unterstützen könnte, wenn ich schwanger bin. Keine Besuche auf der Station, keine Begleitung bei der Chemo ich war am Boden. Entweder mein Kind oder meine Mutter. So habe ich mich damals gefühlt. Mein Freund bearbeitete mich, mich um meine Mutter zu kümmern. Sie rief oft an (wusste nichts von der Schwangerschaft) und wollte hören, dass ich sie unterstütze. Mein Bruder rief mich an und sagte, wir müssten als Familie zusammenhalten. Die ganze Situation hat mich überfordert. Ich hatte das Gefühl, zu versagen, egal, was ich tue.

Zwei Tage danach war ich weich gekocht. Ich habe die schlimmste Entscheidung meines Lebens getroffen und mich gegen mein Kind entschieden. Es gibt nichts, was ich bis jetzt mehr bereut habe.
Schon direkt nach der Abtreibung wusste ich, was für einen großen Fehler ich gemacht habe. Ich habe mich danach durchgeschlagen und meine Mutter unterstützt, wo ich konnte. Ich hatte das Gefühl, dass ich das tun muss, damit mein Kind wenigstens nicht umsonst gestorben ist. Mein Bruder hat zwei Wochen nach der Abtreibung stolz verkündet, dass er Vater wird. Das Kind ist genauso alt wie mein Kind gewesen wäre, wenn ich es nicht abgetrieben hätte. Ich habe bis heute Probleme, meinen Neffen anzusehen, obwohl er am allerwenigsten für alles kann. Um meine Mutter hat sich mein Bruder während ihrer Krankheit nicht gekümmert, er war ja werdender Vater und mit wichtigeren Dingen beschäftigt.

Ich wollte mich von meinem Freund trennen. Statt dessen haben wir geheiratet und uns geschworen, nie wieder so etwas zu tun. Auch er leidet im Nachhinein darunter. Wir haben nach einer Fehlgeburt und vielen, vielen Steinen im Weg ein Kind bekommen; der Kleine ist im Frühling geboren. Dennoch vergesse ich meine anderen beiden Kinder nie. Ich denke jeden Tag an meine Schuld. Wenn ich meinen Sohn ansehe, sehe ich, was ich verloren habe und was ich getan habe.

Meine Mutter ist wieder gesund geworden. Jetzt kümmert sie sich um den Sohn meines Bruders, damit er und seine Frau Karriere machen können. Dass er während ihrer Krankheit nicht da war, hat sie vergessen. Ich erwarte keine Dankbarkeit, sie weiß ja nicht, was passiert ist.
Ich weiß nur eins: dass ich nie wieder für andere Menschen eine Entscheidung treffen werde. Niemand ist es wert, meine eigenen Gefühle über Bord zu werfen und mein eigenes Kind abzulehnen. Ich habe damals eine Entscheidung getroffen. Die falsch war. Damit muss ich jetzt leben, jeden Tag. Hätte ich mein Kind bekommen, wäre ich sicher finanziell nicht besser dran, aber im Herzen wäre ich glücklicher. Ich bin absolut dankbar für meinen Sohn, aber die Trauer um meine anderen beiden Kinder wird mich vermutlich nie loslassen. Gespräche und Aufarbeitung der Abtreibung haben mir nur bedingt geholfen. Ich habe gegen meinen eigenen Willen gehandelt und das werde ich mir nie verzeihen.

Ich kann niemanden davon abhalten, abzutreiben. Aber ich kann nur davor warnen, wie schrecklich die Folgen sein können. Kein Kind, das man bekommt, kann einem diesen Schmerz zufügen, den man empfindet, wenn man sein Kind abtreibt, ohne dahinter zu stehen.

Ich vermisse meine Kinder. Das wird immer so bleiben, egal wie viele ich noch bekommen darf. Für mich persönlich war die Entscheidung zur Abtreibung grundlegend falsch und die Erkenntnis, dass ich nie wieder für jemand anderen so etwas tun würde, wird mich mein Leben lang schmerzhaft begleiten.

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30. Dezember 2014 um 0:01

Danke für deine Antwort
Ich lese hier schon lange mit und kenne deine Geschichte auch

Ich zünde oft Kerzen an in der Kirche. Aber bis jetzt finde ich keinen Draht zu Gott, alles Bitten hat nicht geholfen, auch wenn ich daran glaube, dass er jetzt für meinen Kleinen da ist und die Hand über ihn hält.
Ich habe oft totale Angst, dass er mir als "Rache" mein Kind wegnimmt oder der Kleine krank wird oder sonst irgendetwas Schlimmes passiert. Ich warte quasi jeden Tag darauf, die Bestrafung zu bekommen.

Vergebung kann ich mir nicht vorstellen. Ich denke, selbst wenn Gott mir vergeben würde, bleibt meine Schuld doch da. Ich hab mich gegen mein Kind entschieden und das kann ich nicht mehr rückgängig machen.

Offen darüber reden kann ich bis jetzt nicht. Für mein Umfeld hatte ich zwei Fehlgeburten. Ich weiß, dass es nicht richtig ist, da zu lügen, aber es käme mir so falsch vor, mein erstes Kind komplett zu verleugnen

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30. Dezember 2014 um 0:12

...
Hallo du Liebe..habe dir eine PN geschickt..LG

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30. Dezember 2014 um 16:49

Es
tut mir unendlich leid, dass Du auch nach 2 Jahren noch, an der Abtreibung leidest und Angst hast, auch Deinen Sohn zu verlieren. Es ist verständlich, dass Du Deine Kinder vermißt, denn es waren für Dich Verlusterfahrungen, die Dein Leben prägen. Mit Deiner Erfahrung, dass sich eine Abtreibung für andere nicht lohnt, stehst Du nicht alleine da. Und es schmerzt mich, dass Du mit den Folgen jetzt auch alleine dastehst.
VLG Yankho

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30. Dezember 2014 um 17:05

Und dann ...
muss man einfach auch mal sortieren, was denn die schuld der frau war und was die schuld der anderen .... darüber denke ich immer wieder nach .... nur die frauen empfinden es als schuld. obwohl ihnen manchmal der geringste spielraum bleibt.

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30. Dezember 2014 um 20:14
In Antwort auf traurigemama12

Danke für deine Antwort
Ich lese hier schon lange mit und kenne deine Geschichte auch

Ich zünde oft Kerzen an in der Kirche. Aber bis jetzt finde ich keinen Draht zu Gott, alles Bitten hat nicht geholfen, auch wenn ich daran glaube, dass er jetzt für meinen Kleinen da ist und die Hand über ihn hält.
Ich habe oft totale Angst, dass er mir als "Rache" mein Kind wegnimmt oder der Kleine krank wird oder sonst irgendetwas Schlimmes passiert. Ich warte quasi jeden Tag darauf, die Bestrafung zu bekommen.

Vergebung kann ich mir nicht vorstellen. Ich denke, selbst wenn Gott mir vergeben würde, bleibt meine Schuld doch da. Ich hab mich gegen mein Kind entschieden und das kann ich nicht mehr rückgängig machen.

Offen darüber reden kann ich bis jetzt nicht. Für mein Umfeld hatte ich zwei Fehlgeburten. Ich weiß, dass es nicht richtig ist, da zu lügen, aber es käme mir so falsch vor, mein erstes Kind komplett zu verleugnen

Vergebung
ist eins der zentralen Themen im neuen Testament. Damit den Menschen vergeben werden kann, ist Christus am Kreuz gestorben. Wenn Du an Gott und die Bibel glaubst, darfst Du auch daran glauben. Wenn Du um Vergebung gebeten hast, dann ist Deine Schuld auch weg und keiner wird Dich dafür bestrafen. Schlimme Dinge passieren im Leben. Das ist aber nicht zwangsläufig eine Strafe Gottes, denn oft haben liebe, selbstlose Menschen ein schwereres Schicksal zu tragen, als solche, die z.B. nur auf ihr eigenes Wohl schauen. Wichtig ist, was danach kommt, im nächsten Leben. Und da wirst Du Deine Kinder wiedersehen.

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1. Januar 2015 um 23:41

Danke für eure Antworten
Mein Problem ist, dass ich einfach nicht daran glauben kann, dass mir das vergeben wird.
Dafür reicht es bei mir mit Glauben einfach nicht. In der Theorie weiß ich, dass es so ist, aber in der Praxis hab ich da einfach keine Erleichterung erfahren.

Ich muss das Ganze irgendwie aufarbeiten, aber davor habe ich Angst. Ich will nicht, dass ich darüber komplett zusammenbreche, weil mein Sohn mich braucht. Der soll nicht auch noch meine Fehler ausbaden müssen.

Auch wenn ich sicherlich unter Druck stand, war es meine Entscheidung und meine Verantwortung. Ich hätte nein sagen müssen und das hab ich nicht getan. Da kann ich niemandem die Schuld geben. Mein Rückgrat hat einfach nicht gereicht.
Das führt jetzt dazu, dass ich sehr oft in der Familie anecke, weil ich Angst habe, dass ich mir für meinen Sohn irgendwas aufschwatzen lasse (auch wenn es da nur Lappalien betrifft). Meine Reaktionen versteht natürlich niemand. Ich will nur nie wieder mich von jemandem beeinflussen lassen und damit meinem Kind schaden.

Ich weiß auch gar nicht, wie ich weiter damit umgehen soll. Mit der Fehlgeburt komme ich soweit klar, denke ich. Da hatte ich keinen Einfluss darauf und ich habe mich auch bewusst gegen eine Ausschabung entschieden, die Natur hat da alles selbst gemacht. Das Kind haben wir auch beerdigt. Ich habe auch ein Ultraschallfoto von unserem ersten Kind dazu gelegt, weil ich dachte, dass sie dann zusammen ihre Ruhe finden und mir das vielleicht hilft. Aber trotzdem finde ich einfach keinen Punkt, an dem ich meinen Frieden damit machen kann.

Ich glaube, wenn mein Sohn jetzt nicht da wäre, dann würde ich nicht mehr weiter da sein wollen.

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2. Januar 2015 um 1:33
In Antwort auf traurigemama12

Danke für eure Antworten
Mein Problem ist, dass ich einfach nicht daran glauben kann, dass mir das vergeben wird.
Dafür reicht es bei mir mit Glauben einfach nicht. In der Theorie weiß ich, dass es so ist, aber in der Praxis hab ich da einfach keine Erleichterung erfahren.

Ich muss das Ganze irgendwie aufarbeiten, aber davor habe ich Angst. Ich will nicht, dass ich darüber komplett zusammenbreche, weil mein Sohn mich braucht. Der soll nicht auch noch meine Fehler ausbaden müssen.

Auch wenn ich sicherlich unter Druck stand, war es meine Entscheidung und meine Verantwortung. Ich hätte nein sagen müssen und das hab ich nicht getan. Da kann ich niemandem die Schuld geben. Mein Rückgrat hat einfach nicht gereicht.
Das führt jetzt dazu, dass ich sehr oft in der Familie anecke, weil ich Angst habe, dass ich mir für meinen Sohn irgendwas aufschwatzen lasse (auch wenn es da nur Lappalien betrifft). Meine Reaktionen versteht natürlich niemand. Ich will nur nie wieder mich von jemandem beeinflussen lassen und damit meinem Kind schaden.

Ich weiß auch gar nicht, wie ich weiter damit umgehen soll. Mit der Fehlgeburt komme ich soweit klar, denke ich. Da hatte ich keinen Einfluss darauf und ich habe mich auch bewusst gegen eine Ausschabung entschieden, die Natur hat da alles selbst gemacht. Das Kind haben wir auch beerdigt. Ich habe auch ein Ultraschallfoto von unserem ersten Kind dazu gelegt, weil ich dachte, dass sie dann zusammen ihre Ruhe finden und mir das vielleicht hilft. Aber trotzdem finde ich einfach keinen Punkt, an dem ich meinen Frieden damit machen kann.

Ich glaube, wenn mein Sohn jetzt nicht da wäre, dann würde ich nicht mehr weiter da sein wollen.


Wahrscheinlich ist es weniger das Problem, dass Du an Gottes Vergebung zweifelst, sondern dass Du Dir selbst nicht verzeihen kannst. Da ich selbst nie in Deiner Situation war, weiss ich nicht, ob es hilft, aber ein Versuch ist es eventuell wert: Mach was Gutes aus der schlechten Situation. Du könntest z.B. eine ProLife Botschafterin werden, indem Du aktiv bei einer Organisation mitmachst und anderen Betroffenen von Deiner Erfahrung erzählst. Als jemand, der eine Abtreibung hinter sich hat, kannst Du Dich wahrscheinlich besser in Frauen in der gleichen Situation einfühlen, als wenn Du die Erfahrung nicht gemacht hättest. Ein etwas grösserer Schritt wäre eventuell eine Adoption eines Kindes, das nicht mehr so leicht vermittelt werden kann, um diesem Kind eine gute Zukunft zu ermöglichen. Ich könnte mir vorstellen, dass es heilsam ist zu wissen, dass dank einer negativen Situation etwas Gutes hat entstehen dürfen.

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2. Januar 2015 um 13:03

Hallo
Ja, ich kann mir selbst nicht vergeben. Mein Mann (damals noch Freund) wollte die Verantwortung nicht mittragen. Er hatte aber auch selbst sehr viel mit sich zu kämpfen und in seiner Kindheit viel Gewalt erfahren. Nachdem es kurz nach der Abtreibung eskaliert ist, hat er eine Therapie gemacht. Jetzt hat er sich im Griff und kann die Dinge anders sehen und geht auch mit seinen Gefühlen anders um.
Meine Familie weiß ja nichts von der Abtreibung. Ich wollte ihnen sagen, dass ich schwanger bin, aber genau zu diesem Zeitpunkt kam die Nachricht, dass meine Mutter wieder krank ist. Ich weiß, dass ihr größter Wunsch war, dass alle Kinder sich selbst versorgen können und auf eigenen Beinen stehen. Ich hatte Angst, sie so kurz vor diesem Ziel (was ja mit Ende der Ausbildung erreicht worden wäre) zu enttäuschen. Und ihr damit Kraft zu rauben, die sie dafür braucht, gegen die Krankheit anzukommen.

Ich kann heute nicht vor ihnen dazu stehen. Sie würden mich fertig machen und sagen, dass sie trotzdem zu mir gestanden hätten. Das stimmt zwar nicht, aber ich möchte meinem Sohn nicht seine Großeltern wegnehmen. Und Hilfe brauche ich da nicht zu erwarten. Es würde bei jeder Gelegenheit gegen mich verwendet werden. Es ist ja jetzt auch nichts mehr wert, dass ich mich damals als einziges von drei Kindern gekümmert habe und sie nicht im Stich gelassen habe. Die Kraft, die ich in die Auseinandersetzung reinstecken würde, investiere ich lieber in meinen Sohn und in unser Leben. Meiner Schuld bin ich mir definitiv bewusst, dazu brauche ich nicht meine Familie, die mit dem Finger auf mich zeigt und womöglich noch meinen Sohn da mit reinzieht. Vielleicht ist das der falsche Weg und feige, aber ich habe von ihnen schon während der Schwangerschaft genug Rücksichtslosigkeit erlebt, da weiß ich nicht, was sie jetzt machen würden und wie sie mir mit ihrem Verhalten das Leben schwer machen würden. Es gibt dazu auch eine Vorgeschichte, in der meine Mutter sich das Leben nehmen wollte. Wenn mein Mann und ich sie nicht zu uns genommen hätten, wäre sie vermutlich nicht mehr da. Aber das ist längst vergessen, meine Mutter sagt selbst, dass "ihre Enkel sie am Leben halten". Dass ihre Enkel sie nicht mehr als Oma hätten, wenn ich nicht mitten in meinen Prüfungen alles stehen und liegen gelassen hätte, interessiert niemanden mehr.

Hier bei uns gibt's nur ergebnisoffene Beratungsstellen. Die einzige Stelle, die pro ist, kann ich nicht unterstützen, weil sich das mit meinem Beruf nicht vereinbaren lässt. Ich arbeite im sozialen Bereich und da würde das eine mit dem anderen kollidieren bzw. man könnte mir vorwerfen, ich würde nicht mehr gegenüber allen gleich entscheiden. Dann bin ich meinen Job los...

Ich kann auch keine Frau partout dazu zwingen und überreden, ein Kind zu bekommen, was sie definitiv aus ihrem eigenen Willen heraus ganz klar nicht will. Was dabei herauskommt, habe ich erlebt. Kinder, denen die Mütter vorwerfen, dass sie wegen ihnen in der Gosse gelandet sind und sie "besser abgetrieben hätten". Handhabe hat das Jugendamt dabei übrigens nicht, solange das Kind Essen, Trinken und ein Dach über dem Kopf hat, lässt sich schwer eingreifen. Hilfeangebote werden ausgeschlagen. Es ist ein ziemliches Trauerspiel, was die betreffenden Familien angeht.

Was ich aber machen will, ist meine Geschichte noch einmal vernünftig aufschreiben und dann zur Verfügung stellen. Vielleicht hilft es ja der ein oder anderen unsicheren Frau, ihre Situation aus einem anderen Standpunkt heraus zu betrachten.

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2. Januar 2015 um 15:04

Liebe traurigemamama
Es tut mir sehr leid, dass du so leiden musst, hast du jemanden (z. B. eine gute Freundin), die sich um dich kümmert und mit der du reden kannst?
Es ist sehr wichtig, dass du dich nicht in deinem Kummer und Schmerz verschließt, du musst für dein Kind da sein, was du jetzt hast. Strafe dich nicht selber mit Schuldgefühlen, du wurdest von allen Seiten unter Druck gesetzt. Du bist mit deiner Erfahrung gestraft genug, bitte schau nach vorne in die Zukunft und wenn du gläubig bist, dann hat Gott dir längst in deiner Trauer vergeben. Wir machen alle irgendwann einmal Fehler, vergebe dir auch selber.

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2. Januar 2015 um 15:47
In Antwort auf mamanana2706

Liebe traurigemamama
Es tut mir sehr leid, dass du so leiden musst, hast du jemanden (z. B. eine gute Freundin), die sich um dich kümmert und mit der du reden kannst?
Es ist sehr wichtig, dass du dich nicht in deinem Kummer und Schmerz verschließt, du musst für dein Kind da sein, was du jetzt hast. Strafe dich nicht selber mit Schuldgefühlen, du wurdest von allen Seiten unter Druck gesetzt. Du bist mit deiner Erfahrung gestraft genug, bitte schau nach vorne in die Zukunft und wenn du gläubig bist, dann hat Gott dir längst in deiner Trauer vergeben. Wir machen alle irgendwann einmal Fehler, vergebe dir auch selber.

Danke
Mittlerweile kann ich mit meinem Mann darüber reden. Es tut ihm auch leid und er würde so etwas wohl nie wieder von mir verlangen. Wobei ich ihm auch gesagt habe, dass ich das nie wieder tun würde, egal, was mein Umfeld sagt oder tut.
Das Problem mit den Schuldgefühlen werde ich wohl nicht richtig los. Die holen mich immer wieder ein und der Fehler kann ja nie wieder gut gemacht werden.

Ich kann sonst mit niemandem darüber reden aus Angst, dann verurteilt und isoliert zu werden. Selbst wenn es mit mir der richtige Umgang wäre, dann würde es doch irgendwann auch meinen Sohn treffen und ich will nicht, dass jemand zu ihm sagt "deine Mutter hat aber...". Das hat er nicht verdient und da muss ich es mit mir selbst ausmachen.
Mein Mann kümmert sich sehr, sehr lieb um unseren Sohn und ich denke, das Verhältnis zwischen beiden wäre angespannt, wenn der Kleine das Verhalten von seinem Vater irgendwann mitbekommt. Ich möchte nicht, dass er Angst hat, dass wir ihn auch nicht wollten oder etwas in der Art denkt.

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2. Januar 2015 um 16:57
In Antwort auf traurigemama12

Danke
Mittlerweile kann ich mit meinem Mann darüber reden. Es tut ihm auch leid und er würde so etwas wohl nie wieder von mir verlangen. Wobei ich ihm auch gesagt habe, dass ich das nie wieder tun würde, egal, was mein Umfeld sagt oder tut.
Das Problem mit den Schuldgefühlen werde ich wohl nicht richtig los. Die holen mich immer wieder ein und der Fehler kann ja nie wieder gut gemacht werden.

Ich kann sonst mit niemandem darüber reden aus Angst, dann verurteilt und isoliert zu werden. Selbst wenn es mit mir der richtige Umgang wäre, dann würde es doch irgendwann auch meinen Sohn treffen und ich will nicht, dass jemand zu ihm sagt "deine Mutter hat aber...". Das hat er nicht verdient und da muss ich es mit mir selbst ausmachen.
Mein Mann kümmert sich sehr, sehr lieb um unseren Sohn und ich denke, das Verhältnis zwischen beiden wäre angespannt, wenn der Kleine das Verhalten von seinem Vater irgendwann mitbekommt. Ich möchte nicht, dass er Angst hat, dass wir ihn auch nicht wollten oder etwas in der Art denkt.

@ traurigemama
Niemand, der dich wirklich mag und der aufrichtig mit dir befreundet ist, der würde deinem Kind das ins Gesicht sagen, was dich so schwer belastet. Ich habe auch Frauen in meinem Freundeskreis, die abgetrieben haben oder die darüber nachgedacht haben. Ich würde auch niemals auf die Idee kommen, das den Kindern dieser Frauen zu erzählen (dass sie nicht gewollt waren oder deine Mama hat ein Baby abgetrieben).
Hast du vielleicht einen Psychotherapeuten, mit dem du reden kannst?
Du kannst mir auch per PN schreiben, wenn du mal jemanden zum reden brauchst, das kann ich dir anbieten, wenn du willst.

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4. Januar 2015 um 14:59


Deine zeilen zu lesen, rühren mich zu tränen.

Ich kann deine gefühle und gedanken richtig gut verstehen. Keiner kann dir diese schmerzen in der seele nehmen. Und wenn du noch 20 leuten davon erzählst. Du wolltest es damals allen recht machen. Für sie da sein, und für dich war in dieser situation keiner da... ( jetzt ist mir beim schreiben mein glücksbringer in der küche von der vase gefallen und der kopf ist abgebrochen... Oh je. Hat das was zu bedeuten?!)

Mut kann ich dir leider nicht machen, es ist wirklich schwer. Ich fühle wirklich mit dir. Alle um mich herum bekommen gesunde kinder. Meins war leider nicht gesund und alle haben entschieden das es weg muss. Nur ich hatte keine chance ja o nein zu sagen. Und plötzlich war alles schon passiert. Das ganze war im
August 2014. heute treffe ich auf menschen die auch im april 2015 entbindungstermin gehabt hätten. Oder meine beste freundin due im juli 2015 entbindet.
Ich bin leider noch nicht wieder schwanger geworden. Die trauer das das kind weg ist oder das ich bis dato nicht wieder schwanger bin aber alle anderen tut mir sehr weh.
Keiner kann diese gefühle verstehen. Keiner kann in so einen menschen herein schauen.
Ich denke sehr oft daran wie wäre es jetzt mit dicken babybauch.

Aber alles das ist einfach ausgelöscht und wird nur noch von trauer überzogen.

Ich weiss auch das eine erneute schwangerschaft diese gefühle nicht unter binden. Aber ich könnte zu mind. Meinen wunsch nach einem kind mit freude entgegensehen.

Du bist nicht allein. Ich versteh dich.
Auch deine familiensituation finde ich sehr ungerecht. Hast du deiner mutter von der abtreibung erzählt?

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4. Januar 2015 um 23:44
In Antwort auf sandy88111


Deine zeilen zu lesen, rühren mich zu tränen.

Ich kann deine gefühle und gedanken richtig gut verstehen. Keiner kann dir diese schmerzen in der seele nehmen. Und wenn du noch 20 leuten davon erzählst. Du wolltest es damals allen recht machen. Für sie da sein, und für dich war in dieser situation keiner da... ( jetzt ist mir beim schreiben mein glücksbringer in der küche von der vase gefallen und der kopf ist abgebrochen... Oh je. Hat das was zu bedeuten?!)

Mut kann ich dir leider nicht machen, es ist wirklich schwer. Ich fühle wirklich mit dir. Alle um mich herum bekommen gesunde kinder. Meins war leider nicht gesund und alle haben entschieden das es weg muss. Nur ich hatte keine chance ja o nein zu sagen. Und plötzlich war alles schon passiert. Das ganze war im
August 2014. heute treffe ich auf menschen die auch im april 2015 entbindungstermin gehabt hätten. Oder meine beste freundin due im juli 2015 entbindet.
Ich bin leider noch nicht wieder schwanger geworden. Die trauer das das kind weg ist oder das ich bis dato nicht wieder schwanger bin aber alle anderen tut mir sehr weh.
Keiner kann diese gefühle verstehen. Keiner kann in so einen menschen herein schauen.
Ich denke sehr oft daran wie wäre es jetzt mit dicken babybauch.

Aber alles das ist einfach ausgelöscht und wird nur noch von trauer überzogen.

Ich weiss auch das eine erneute schwangerschaft diese gefühle nicht unter binden. Aber ich könnte zu mind. Meinen wunsch nach einem kind mit freude entgegensehen.

Du bist nicht allein. Ich versteh dich.
Auch deine familiensituation finde ich sehr ungerecht. Hast du deiner mutter von der abtreibung erzählt?

Hallo Sandy
Es tut mir sehr leid, was dir passiert ist und dass du auch so darunter leidest.
Darf ich fragen, was man bei deinem Kind gefunden hat? Du warst ja noch relativ früh dran in der Schwangerschaft.

Ich weiß, dass eine Abtreibung einfach nichts gutes ist, aber ich versuche, wenigstens jetzt daraus etwas abzuleiten: ich werde mich nie wieder von irgendwem zu etwas drängen lassen. Das habe ich mir ganz fest vorgenommen.
Was sagt dein Partner denn mittlerweile dazu? Kommt er damit klar/ findet es immer noch richtig oder geht es ihm auch nicht gut damit?

Bei mir wurde nach der Abtreibung PCO diagnostiziert. Unser Kind war also sogesehen ein absolut seltener Glückstreffer. Macht das Ganze natürlich nicht besser. Ich habe meine Periode ewig nicht bekommen und danach auch noch eine Fehlgeburt gehabt, weil die Eierstöcke mit absoluter Verzögerung arbeiten und die Eizelle deshalb wohl nicht ok war. Es kann mir natürlich niemand bestätigen, aber ich vermute, dass die Krankheit durch meine Probleme noch verschlimmert wurde.

Ich hoffe, du darfst bald nochmal einen positiven Test in den Händen halten und dich auf ein Kind freuen. Als mein Sohn unterwegs war, stand für mich von Anfang an (wegen meiner Vorgeschichte) fest, dass ich die Schwangerschaft unter keinen Umständen abbrechen werde und mit ihm jeden Weg gehe, den es zu gehen gibt. Wäre mein Leben nicht so verlaufen, wie es vorher lief, hätte ich wohl wie die meisten Frauen auch über Untersuchungen etc. und mögliche Folgen nachgedacht. Wie ich mich im Falle des Falles dann entschieden hätte, kann ich dir auch nicht sagen. Natürlich willigt die Mutter ein und darf an sich entscheiden, aber seitens der Ärzte wird doch viel impliziert, wie man sich zu verhalten habe (meine damalige Frauenärztin redete über den Abbruch als ob man sich mal eben die Fingernägel schneidet "Sie können ja in nem Jahr nochmal ein Kind kriegen, ist doch nur ein kleiner Eingriff").

Wenn du magst, kannst du mir auch ne PN schreiben. Manchmal tut es gut, es einfach rauszuschreiben und sich so ein bisschen Ballast von der Seele zu schaffen. Ich kann deine Not wegen dem Schwangerwerden jetzt übrigens sehr gut nachvollziehen, bis ich wieder schwanger war, war es für mich die Hölle und ich hab keine schwangere Frau ertragen können. Die Schwangerschaft an sich hatte ich auch sehr viele Ängste, aber es lohnt sich, den Weg zu gehen und durchzustehen.

Liebe Grüße!

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5. Januar 2015 um 20:30
In Antwort auf traurigemama12

Hallo Sandy
Es tut mir sehr leid, was dir passiert ist und dass du auch so darunter leidest.
Darf ich fragen, was man bei deinem Kind gefunden hat? Du warst ja noch relativ früh dran in der Schwangerschaft.

Ich weiß, dass eine Abtreibung einfach nichts gutes ist, aber ich versuche, wenigstens jetzt daraus etwas abzuleiten: ich werde mich nie wieder von irgendwem zu etwas drängen lassen. Das habe ich mir ganz fest vorgenommen.
Was sagt dein Partner denn mittlerweile dazu? Kommt er damit klar/ findet es immer noch richtig oder geht es ihm auch nicht gut damit?

Bei mir wurde nach der Abtreibung PCO diagnostiziert. Unser Kind war also sogesehen ein absolut seltener Glückstreffer. Macht das Ganze natürlich nicht besser. Ich habe meine Periode ewig nicht bekommen und danach auch noch eine Fehlgeburt gehabt, weil die Eierstöcke mit absoluter Verzögerung arbeiten und die Eizelle deshalb wohl nicht ok war. Es kann mir natürlich niemand bestätigen, aber ich vermute, dass die Krankheit durch meine Probleme noch verschlimmert wurde.

Ich hoffe, du darfst bald nochmal einen positiven Test in den Händen halten und dich auf ein Kind freuen. Als mein Sohn unterwegs war, stand für mich von Anfang an (wegen meiner Vorgeschichte) fest, dass ich die Schwangerschaft unter keinen Umständen abbrechen werde und mit ihm jeden Weg gehe, den es zu gehen gibt. Wäre mein Leben nicht so verlaufen, wie es vorher lief, hätte ich wohl wie die meisten Frauen auch über Untersuchungen etc. und mögliche Folgen nachgedacht. Wie ich mich im Falle des Falles dann entschieden hätte, kann ich dir auch nicht sagen. Natürlich willigt die Mutter ein und darf an sich entscheiden, aber seitens der Ärzte wird doch viel impliziert, wie man sich zu verhalten habe (meine damalige Frauenärztin redete über den Abbruch als ob man sich mal eben die Fingernägel schneidet "Sie können ja in nem Jahr nochmal ein Kind kriegen, ist doch nur ein kleiner Eingriff").

Wenn du magst, kannst du mir auch ne PN schreiben. Manchmal tut es gut, es einfach rauszuschreiben und sich so ein bisschen Ballast von der Seele zu schaffen. Ich kann deine Not wegen dem Schwangerwerden jetzt übrigens sehr gut nachvollziehen, bis ich wieder schwanger war, war es für mich die Hölle und ich hab keine schwangere Frau ertragen können. Die Schwangerschaft an sich hatte ich auch sehr viele Ängste, aber es lohnt sich, den Weg zu gehen und durchzustehen.

Liebe Grüße!

Danke für deine zeilen
Mein fa konnte kein herzschlag feststellen und meinte ich sollte in einer woche wieder kommen.

Ja dann war ich dort. Wieder kein herz. Nur eine sehr merkwürdige plazenta. Es hat sich raus gestellt. Das alles schief lief. Unser kind hatte zu viele chromosomen.
Warscheinlich 2 spermien die in die eizelle eingedrungen sind.

Aber ich hab dann doch noch ein herzschlag gesehen. Ich war sehr sehr froh. Aber die situation war deswegen nicht besser. Plazenta war voller wucherungen. Und der blutwert zu hoch.

Mein freund?! Ich weiss es nicht. Er meinte es wäre besser so. Das kind wäre schwer krank gewesen und ich kann zum mind. Sagen bzw wussten wir es klappt schwanger zu werden.

Wenn ich über das kind nach denke. Wäre es nicht lange am leben gewesen oder noch im bauch alleine gestorben es ist alles sehr doof für mich.

Meine ersten worte nach der op waren. Ich kann keinen verstehen der so was freiwillig macht.

Und damit meine ich nicht dich. Deine situation war damals eine ganz blöde und du hattest kein halt in der familie...

Ich meine eher solche frauen die das mach weil das kind jetzt nicht in ihr leben passt. Sie party wollen. Oder einfach kein kein bock darauf haben

Ich schreib über handy.

Da gehen keine pn oder?

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Liege im krankenhaus aufgeregt
Von: sarabina94
neu
5. Januar 2015 um 19:24

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