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Mein Abbruch ...

7. April 2011 um 17:10 Letzte Antwort: 10. April 2011 um 22:31

Hallo Leute,

ich muss das einfach irgendwie mal alles los werden... ich kann irgendwie sonst mit keinem aus meinem Umfeld darüber reden...

Anfang Feburar nahm ich die Pille danach, aufgrund dessen, dass das Kondom gerissen ist und meine Pille nicht mehr wirkte weil ich Antibiotika nahm.
Nachdem meine Periode dann ausblieb und ich dann bei meinem FA anrief und die dann sagten, wenn die nicht darauf die Woche kämen sollte ich mal schleunigst vorbei kommen, wurde ich so unsicher dass ich mir am nächsten Tag einen Test kaufte.
Den machte ich dann auch, so schnell konnte ich garnicht gucken wie der Positiv wurde.
Ich dachte mir einfach nur dass darf nicht wahr sein,da will man sowas vermeiden und nimmt diese olle Pille danach und dann sowas.
Sofort rief ich meinen Freund an und traf mich mit ihm. Wir kauften gleich noch zwei Tests. Einen machte ich dann auch noch. Wieder konnte ich so schnell nicht gucken wie der zweite rosa Strich auftauchte.
Am selben Abend klärten wir seine Eltern auf und ich sprach mit meiner Mutter und meiner besten Freundin.


Eine Woche später hatte ich dann einen FAtermin. 6.-7.SSW
Auf dem Ultraschall sah ich dann diesen mini Punkt. Meine Als meine FÄ dann fragte ob ich schon eine Ahnung hätte was ich jetzt tun würde, sagte ich dass ich es nicht will. Ich bekam also den ganzen Kram mit. Und wenige Tage später saß ich dann bei der Beratungsstelle, bzw. mein Freund und meine Mutter, ich war mehr mit dem Klo beschäftigt.
Nächster Schritt war ja dann der Termin bei der Klinik.
Auf dem Ultraschall sah ich mein Baby dann wieder. 1,5cm 9.SSW.
Am übernächsten Tag sollte ich dann schon kommen. Ich verschob das ganze aber um eine weitere Woche, ich wollte noch was bedenkzeit. Mir riet zwar fast jeder dass es ja das einzige Vernünftige wäre wenn ich es weg machen ließe... ich könnte ja immer noch Kinder kriegen... tolle Aussage...
Je näher der Termin rückte, desto unsicherer wurde ich.
Mein Bauch wuchs, es machte sich jeden morgen bemerkbar und meine Muttergefühle wuchsen. Mein Freund und ich entschieden dass wir das vernünftigste einfach tun sollten.

Dann kam dann der Termin.
1.April... kein Aprilscherz
Meine Mutter begleitete mich mit zu der Klinik.
Um 9.20Uhr wurde ich dann aufgerufen, ich sollte mir ein Tshirt anziehen und noch einen moment warten.
Von nebenan drangen die Geräusche aus dem OP.
Am liebsten wäre ich raus gerannt, raus aus der Klinik und bloß weg. Aber dann kam auch schon die Frau die mich in den OP holte.
Die Anästesistin sah wohl das ich kurz vorher geweint hatte und redete ruhig und nett auf mich ein.
Ich schmeckte noch das Narkosemittel und war dann weg.
Als ich wieder aufwachte hatte ich Rückenschmerzen und mein Bauch tat weh. Das Schmerzmittel wirkte noch nicht so ganz.
Eine dreiviertel Stunde später konnte ich dann zu dem Entlassungsgespräch mit dem Dok. Der sagte das alles gut Verlaufen wäre.
Meine Mutter wartete und war überrascht wie gut es mir ging. Ich hatte ein lächeln und ein paar lockere Sprüche aufgelegt.
Leider war das ganze kein April scherz.

Nun liege ich jeden Abend im Bett und wünschte ich könnte das alles rückgängig machen... überall seh ich nur noch schwangere, Lehrerinnen, Mitschüler, fremde.

Mit meinem Freund kann und will ich darüber nicht reden. Mit meiner Mutter auch nicht wirklich, sie hat da selber genug dran zu knabbern und mit meinem Vater sowieso nicht...

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7. April 2011 um 19:17

Mirrobebiehx3
Hallo Mirrobebiehx3,
Fühle Dich ganz sanft von mir gedrückt. Es macht mich unendlich traurig, was Du gerade durchleidest Tag für Tag und dass Du damit so alleine gelassen bist. Es ist gut, dass Du hier darüber redest und schreibst, dazu ist das Forum da. Wir Frauen brauchen den Austausch unendlich.
Nun liegst Du jeden Abend im Bett und wünscht es rückgängig machen zu können und kannst mit niemand reden. Du kannst die ganze Abtreibung aufarbeiten. Du stehst mit diesen Erfahrungen nicht alleine da. Du kannst goolgen unter Hilfen nach Abtreibung, vielleicht ist da eine Selbsthilfegruppe in Deiner Nähe dabei. Sonst darfst Du Dich auch gerne bei ausweg-pforzheim.de melden. Denn allein geht man ein. Es ist kein leichter Weg, aber Dein Leben kann wieder hell und froh werden.
LG Itemba

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10. April 2011 um 22:31

Hallo, Du
ich kenn das sehr gut, was du schreibst. Nach meinem Abbruch ging es mir auch so - überall nur Schwangere oder Babys, Windelwerbung, schwangere Promis und Babybrei im Tv usw....Weißt du, wenn man sich sehr intensiv damit auseinandergestezt hat "wie wäre es, ein Baby zu bekommen?", dann ist man total senisibel für alles, was einen aus der Umwelt daran erinnert.
Mittelrweile hat das bei mir wieder völlig nachgelassen.

Aber davon abgesehen, trotzdem habe ich den Eindruck, das ganze Erlebnis hat bei dir tiefe Spuren hinerlassen, vor allem weil du nicht 100% hinter der Entscheiung standest. Du hattest schon Muttergefühle, wärest am liebsten aus der Klinik gerannt

Nun ist der Abbruch ein Teil deiner Lebensgeschcihte geworden, ohne dass du das wirklich wolltest. Leider ist es nicht mehr rückgängig zu machen. Vielleicht tröstet es dich zu wissen, dass das winzige Leben in dir noch keine Angst und keine Schmerz spüren konnte - dafür war es zu früh.

Nimm dir Zeit, um dich von dem kleinen Wesen zu verabschieden. Es hätte einmal dein Kind werden können, aber es war noch ein winziges Würmchen ohne Bewußtsein in dir.

Vieleicht gibt das kleine Wesen dir einen Rat auf den weiteren Lebensweg mit - dass du dich nie wieder einem anderen Willen beugst, sondern von nun an immer auf dich selbst hörst.

Ich wünsche dir alles Gute!

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