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Medikamentöser Schwangerschaftsabbruch, Erfahrung, Ablauf, Gefühle..

16. September 2016 um 8:42

Hallo ihr Lieben,

ich versuche es jetzt nochmal, nach dem ich bereits vor einigen Tagen einen ziemlich langen Text verfasst und leider (aus Unwissenheit) in das Schwangerschaftsforum gestellt hatte und extrem angefeindet wurde.
Jetzt bin ich aber im richtigen Forum und bitte jeden der das liest darum sich Anfeindungen zu sparen, denn das hilft niemandem weiter.
Ich will versuchen meine Erfahrungen mit dieser traurigen Sache zu teilen, weil ich mich, als ich mich mitten in der Entscheidungsphase befand, sehr über Berichte von anderen "betroffenen" Frauen gefreut habe.
Ich erfuhr in der 6. SS von der Schwangerschaft. Ich weiß wie naiv das klingt, aber ich war wirklich der Überzeugung, dass ich nicht ohne Weiteres schwanger werden könnte. Ich hatte Zeit meines Lebens meine Periode sehr unregelmäßig, teilweise 3-4 Monate gar nicht und bin in 10 Jahren mit meinem Ex-Freund auch nie schwanger geworden, obwohl ich damals teilweise das Gefühl hatte es wäre der richtige Zeitpunkt für ein Kind.
Nachdem Schluss war und ich mittlerweile eine Fernbeziehung führe setzte ich die Pille also ab.
Als dann allerdings meine Brüste extrem angefangen haben zu spannen, ich umgekippt bin und mir permantent übel war, ahnte ich es schon. Die darauf folgenden 3 SS-Tests waren positiv. Erstmal verfiel ich extrem in Panik ich befinde mich gerade, mit 28!, in meiner ersten Ausbildung, die Gründe dafür sind ja nicht relevant, aber für mich ging es nicht anders.
Ich versuchte also (Mittwoch Nachmittag) einen Termin bei meiner FÄ zu bekommen und erfuhr, dass diese noch die ganze Woche im Urlaub sei, also versuchte ich es bei vielen, vielen anderen Ärzten, es war extrem schwer einen Termin zu bekommen. Schließlich fand ich einen Arzt, der mir für Freitag einen geben konnte.
Meine Gedanken überschlugen sich extrem in diesen 2 Tagen, ich habe viel geweint und mich erkundigt, wie ein Abbruch ablaufen könnte. Meine Ausbildung hätte ich nicht weiter machen können, das heißt ich hätte sie frühestens 1 Jahr später fortsetzen können, mit dann schon über 30. Und mein Kind hätte die erste Zeit von Hartz IV oder ähnlichem leben müssen. Und wohin mit einem Säugling? Meine Mutter ist schwerbehindert, mein Bruder hat selbst eine Familie und 2 Kinder und mein Partner wohnt 600 KM weit weg.
Erstmal wollte ich aber den Termin abwarten, als ich dem Doc erzählte, wie meine Gedanken laufen nahm er sich sicher eine halbe Stunde Zeit, er machte Aussagen, wie "Meinen Sie nicht, dass Ihr Kind lieber von Hartz IV leben als sterben will?" Ich verstehe ihn, alle Menschen, die gegen Abbrüche sind, aber ja das dachte ich, ich dachte, so soll mein Kind nicht starten müssen. Da ich auch fest der Überzeugung bin ich könnte (jetzt noch) keine gute Mutter sein.
Er klärte mich aber trotzdem über den Ablauf eines Abbruchs auf und machte dann einen UItraschall, man sah das Herz und die Atmung und er bestätigte die 6. SS. Natürlich hatte ich starke Gefühle, es war ja immerhin in mir. Aber am meisten empfand ich Mitleid für das kleine Wesen, das sich so "unpassend" ankündigte.
Ich erhielt vom FA die Bescheinigung über die SS und ging direkt am nächsten Tag zu einem Beratungsgespräch bei Pro Familia, dort lief alles sehr ruhig und anonym ab. Die Dame klärte mich über die Möglichkeit sowohl eines medikamentösen, als auch eines operativen SS-Abbruchs auf. Und auch über die Möglichkeit der Kostenübernahme durch das Bezirksamt, über die KK.
Ich bekam eine sehr aktuelle, ausführliche Liste mit Ärzten, wer welche Methode anbot, was die Kosten ausmachen und Kontaktdaten. Sie wies mich darauf hin, dass ich sicher etwas rum telefonieren müsste bis ich einen Termin bekommen würde. Außerdem erhielt ich die Bescheinigung über die Beratung.
Nach diesem Termin ging es mir nicht wirklich gut, es war Samstag und ich konnte erstmal bis Montag nichts tun, und beschäftigte mich extrem mit der Situation. Ich kam aber immer wieder zu dem Punkt, dass ich "es" nicht bekommen könnte, dass das alles für mich und auch das Kind so kompliziert machen würde. Ich habe es mir NICHT leicht gemacht, und ich versteh auch Menschen, die mich dafür anfeinden. Aber meine persönliche Meinung ist, dass wir schon viel zu viele Kinder haben, die nicht gut leben, die viel verzichten müssen und die nicht anständig versorgt werden.
Natürlich läge es in meiner Hand, aber ich hatte mich entschieden. Also rief ich Montag beim ersten Arzt der Liste an, der in der Nähe meiner Arbeitsstelle war. Ich hatte wirklich Glück und bekam direkt für Dienstag den Termin. Man kann erst am 4. Tag nach der Beratung mit dem Abbruch beginnen.
Ich rief außerdem bei meiner KK wegen der Kostenübernahme an, diese Möglichkeit besteht, wenn das Netto unter 1.121 liegt. Ich verdiene 800 monatlich. Der Herr bei der KK sagte der schnellste Weg wäre es direkt vor Ort in eine Filiale zu gehen und dort würde ich umgehend die Bewilligung bekommen, wenn ich einen Nachweis über mein Einkommen erbringe. Also hetzte ich von der Arbeit nach Hause und direkt zur KK. Dort lief alles sehr unkompliziert. Innerhalb von 10 Minuten hatte ich die Bewilligung. In dieser Zeit lief alles ab wie ein Film, es war extrem unwirklich für mich. Und mir ging es zudem körperlich sehr schlecht. Ich konnte absolut nicht essen und trinken und musste mich dazu zwingen ab und zu was zu mir zu nehmen.
Am Dienstag ging ich dann also mit all meinen Unterlagen zum neuen FA. Dort wurde mir Blut und Urin "abgenommen" und ich kam direkt dran.
Ich hatte mich schon vorher erkundigt und mich für einen medikamentösen SS-Abbruch entschieden. Der Doc klärte mich nochmal über den Ablauf auf, machte ein Ultraschall und erklärte mir, dass in meinem Fall der medikamentöse Weg möglich sei. Diese hänge mit dem Stand der SS, mit dem Eindruck den die Frau (psychisch) macht und mit dem körperlichen Zustand zusammen.
Es wurden mir keine großartigen Fragen mehr gestellt, er sagte nur, dass er davon ausginge, dass ich mir sicher sei, wenn ich nun schon dort sitze.
Ich bekam direkt in der Praxis eine Tablette Mifegyne, die ich vor der Sprechstundenhilfe nehmen musste. Der Arzt erklärte mir, dass ich hiervon noch nicht viel merken würde, höchstens leichte Blutungen nach etwa einem Tag.
In zwei Tagen bekam ich einen neuen Termin.
Die ersten Stunde merkte ich tatsächlich nichts, am nächsten morgen finden allerdings Blutungen an, die im Laufe des Tages immer stärker wurden. Ich rief nochmal beim FA an und erkundigte mich ob das normal sei, es sei alles in Ordnung erklärte mir die Helferin.
Die Blutungen und die Schmerzen wurdem im Laufe der Nacht so schlimm, wie ich es noch nie erlebt hatte. Ich litt sehr, auch psychisch, da ich gefühlt habe, dass das "Kind" vermutlich schon abgegangen ist. Am nächsten Morgen waren die kompletten SS-Symptome verschwunden, nur die Schmerzen und die Blutungen blieben. Außerdem war ich extrem weinerlich und depressiv.
Ich ging dennoch arbeiten und nachmittags wieder in die Praxis. Dort hatte ich ein kurzes Gespräch und beschrieb dem Arzt wie alles abgelaufen war. Er sagte nur "Dann ist es wohl schon passiert, aber wir machen trotzdem weiter".
Ich bekam 4 Tabletten Cytotec und 2 Tabletten Tilidin. Abends sollte ich erst das Tilidin als Schmerztablette nehmen, eine halbe Stunde später das Cytotec in Wasser auflösen, die Hälfte trinken und eine erneute halbe Stunde später den Rest.
Ich hatte am meisten Angst vor dem Tilidin, da ich gelesen hatte, dass dieses sehr sehr stark sein sollte.
Was auch der Fall war, ich hatte extreme Stimmungsschwankungen und habe alles viel bunter gesehen, als ich die Hälfte des Cytotecs nahm merkte ich nichts, außer ein Rumoren im Unterleib, genauso nach der zweiten "Runde".
Als die Wirkung des Schmerzmittels nach ließ bekam ich normale Unterleibsschmerzen, wie bei der Regel und die Blutungen blieben.
Ich nahm die Tabletten am Donnerstag und am Montag hatte ich einen Termin zur Nachkontrolle.
Den FA hatte ich direkt nach Verhütung gefragt und er erklärte mir, dass ich gleichzeitig mit dem Cytotec auch mit einer Pille anfangen könnte, was ich dann auch tat.
Meine Gefühle waren erstmal wie betäubt, man macht sich zunächst Sorgen, dass alles funktioniert hat. Und man kämpft natürlich mit seinem Gewissen. Aber ich kam immer wieder zu dem Punkt, dass es das beste für mich und das Kind war.
Die Blutungen waren Montag immernoch da. Ich führte nochmal ein kurzes Gespräch mit dem Arzt und er machte einen Ultraschall, das ganze war in 2 Minuten durch und seiner Aussage nach hatte "alles funktioniert". Er sagte mir noch, dass ich nicht in Depressionen verfallen sollte, dass nur meine Entscheidung und Empfindung wichtig sei.
Die Blutungen sind heute immer noch ganz leicht da, ansonsten merke ich nichts mehr.
Außer natürlich psychisch, auch wenn man diese Entscheidung trifft und nicht bereut, nimmt es einen natürlich mit. Und man muss sehr, sehr viel darüber nachdenken, sich damit beschäftigen und mit sich selbst ins Reine kommen. Verdrängung ist denke ich das Letzte was hier hilft. Man hat eine lebensverändernde Entscheidung getroffen und damit muss man leben.
Ich kann nicht sagen, wie ich auf Dauer damit klar kommen werde, aber das wird sich zeigen. Jetzt geht es mir "gut" damit, weil ich versuche es zu verarbeiten und damit umzugehen.
Ich wollte hiermit auch nur Frauen helfen, die vielleicht vor der Entscheidung stehen. Wenn es aus der persönlichen Sicht irgendeine Möglichkeit gibt, dass es Kind und Mutter nach der Geburt gut geht, sollte man das Kind immer bekommen. Für alle, die nicht zu diesem Schluss kommen, habe ich das geschrieben, vielleicht kann es helfen einen persönlichen Bericht zu erhalten.
Ich hoffe es gibt keine Anfeindungen, denn ich betone ganz extrem, man darf sich diese Entscheidung niemals leicht machen, denn es beeinflusst ALLES.
Also dann, ich wünsche euch einen schönen Tag.
Liebe Grüße

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16. September 2016 um 8:42

Medikamentöser Schwangerschaftsabbruch, Erfahrung, Ablauf, Gefühle..
Hallo ihr Lieben,

ich versuche es jetzt nochmal, nach dem ich bereits vor einigen Tagen einen ziemlich langen Text verfasst und leider (aus Unwissenheit) in das Schwangerschaftsforum gestellt hatte und extrem angefeindet wurde.
Jetzt bin ich aber im richtigen Forum und bitte jeden der das liest darum sich Anfeindungen zu sparen, denn das hilft niemandem weiter.
Ich will versuchen meine Erfahrungen mit dieser traurigen Sache zu teilen, weil ich mich, als ich mich mitten in der Entscheidungsphase befand, sehr über Berichte von anderen "betroffenen" Frauen gefreut habe.
Ich erfuhr in der 6. SS von der Schwangerschaft. Ich weiß wie naiv das klingt, aber ich war wirklich der Überzeugung, dass ich nicht ohne Weiteres schwanger werden könnte. Ich hatte Zeit meines Lebens meine Periode sehr unregelmäßig, teilweise 3-4 Monate gar nicht und bin in 10 Jahren mit meinem Ex-Freund auch nie schwanger geworden, obwohl ich damals teilweise das Gefühl hatte es wäre der richtige Zeitpunkt für ein Kind.
Nachdem Schluss war und ich mittlerweile eine Fernbeziehung führe setzte ich die Pille also ab.
Als dann allerdings meine Brüste extrem angefangen haben zu spannen, ich umgekippt bin und mir permantent übel war, ahnte ich es schon. Die darauf folgenden 3 SS-Tests waren positiv. Erstmal verfiel ich extrem in Panik ich befinde mich gerade, mit 28!, in meiner ersten Ausbildung, die Gründe dafür sind ja nicht relevant, aber für mich ging es nicht anders.
Ich versuchte also (Mittwoch Nachmittag) einen Termin bei meiner FÄ zu bekommen und erfuhr, dass diese noch die ganze Woche im Urlaub sei, also versuchte ich es bei vielen, vielen anderen Ärzten, es war extrem schwer einen Termin zu bekommen. Schließlich fand ich einen Arzt, der mir für Freitag einen geben konnte.
Meine Gedanken überschlugen sich extrem in diesen 2 Tagen, ich habe viel geweint und mich erkundigt, wie ein Abbruch ablaufen könnte. Meine Ausbildung hätte ich nicht weiter machen können, das heißt ich hätte sie frühestens 1 Jahr später fortsetzen können, mit dann schon über 30. Und mein Kind hätte die erste Zeit von Hartz IV oder ähnlichem leben müssen. Und wohin mit einem Säugling? Meine Mutter ist schwerbehindert, mein Bruder hat selbst eine Familie und 2 Kinder und mein Partner wohnt 600 KM weit weg.
Erstmal wollte ich aber den Termin abwarten, als ich dem Doc erzählte, wie meine Gedanken laufen nahm er sich sicher eine halbe Stunde Zeit, er machte Aussagen, wie "Meinen Sie nicht, dass Ihr Kind lieber von Hartz IV leben als sterben will?" Ich verstehe ihn, alle Menschen, die gegen Abbrüche sind, aber ja das dachte ich, ich dachte, so soll mein Kind nicht starten müssen. Da ich auch fest der Überzeugung bin ich könnte (jetzt noch) keine gute Mutter sein.
Er klärte mich aber trotzdem über den Ablauf eines Abbruchs auf und machte dann einen UItraschall, man sah das Herz und die Atmung und er bestätigte die 6. SS. Natürlich hatte ich starke Gefühle, es war ja immerhin in mir. Aber am meisten empfand ich Mitleid für das kleine Wesen, das sich so "unpassend" ankündigte.
Ich erhielt vom FA die Bescheinigung über die SS und ging direkt am nächsten Tag zu einem Beratungsgespräch bei Pro Familia, dort lief alles sehr ruhig und anonym ab. Die Dame klärte mich über die Möglichkeit sowohl eines medikamentösen, als auch eines operativen SS-Abbruchs auf. Und auch über die Möglichkeit der Kostenübernahme durch das Bezirksamt, über die KK.
Ich bekam eine sehr aktuelle, ausführliche Liste mit Ärzten, wer welche Methode anbot, was die Kosten ausmachen und Kontaktdaten. Sie wies mich darauf hin, dass ich sicher etwas rum telefonieren müsste bis ich einen Termin bekommen würde. Außerdem erhielt ich die Bescheinigung über die Beratung.
Nach diesem Termin ging es mir nicht wirklich gut, es war Samstag und ich konnte erstmal bis Montag nichts tun, und beschäftigte mich extrem mit der Situation. Ich kam aber immer wieder zu dem Punkt, dass ich "es" nicht bekommen könnte, dass das alles für mich und auch das Kind so kompliziert machen würde. Ich habe es mir NICHT leicht gemacht, und ich versteh auch Menschen, die mich dafür anfeinden. Aber meine persönliche Meinung ist, dass wir schon viel zu viele Kinder haben, die nicht gut leben, die viel verzichten müssen und die nicht anständig versorgt werden.
Natürlich läge es in meiner Hand, aber ich hatte mich entschieden. Also rief ich Montag beim ersten Arzt der Liste an, der in der Nähe meiner Arbeitsstelle war. Ich hatte wirklich Glück und bekam direkt für Dienstag den Termin. Man kann erst am 4. Tag nach der Beratung mit dem Abbruch beginnen.
Ich rief außerdem bei meiner KK wegen der Kostenübernahme an, diese Möglichkeit besteht, wenn das Netto unter 1.121 liegt. Ich verdiene 800 monatlich. Der Herr bei der KK sagte der schnellste Weg wäre es direkt vor Ort in eine Filiale zu gehen und dort würde ich umgehend die Bewilligung bekommen, wenn ich einen Nachweis über mein Einkommen erbringe. Also hetzte ich von der Arbeit nach Hause und direkt zur KK. Dort lief alles sehr unkompliziert. Innerhalb von 10 Minuten hatte ich die Bewilligung. In dieser Zeit lief alles ab wie ein Film, es war extrem unwirklich für mich. Und mir ging es zudem körperlich sehr schlecht. Ich konnte absolut nicht essen und trinken und musste mich dazu zwingen ab und zu was zu mir zu nehmen.
Am Dienstag ging ich dann also mit all meinen Unterlagen zum neuen FA. Dort wurde mir Blut und Urin "abgenommen" und ich kam direkt dran.
Ich hatte mich schon vorher erkundigt und mich für einen medikamentösen SS-Abbruch entschieden. Der Doc klärte mich nochmal über den Ablauf auf, machte ein Ultraschall und erklärte mir, dass in meinem Fall der medikamentöse Weg möglich sei. Diese hänge mit dem Stand der SS, mit dem Eindruck den die Frau (psychisch) macht und mit dem körperlichen Zustand zusammen.
Es wurden mir keine großartigen Fragen mehr gestellt, er sagte nur, dass er davon ausginge, dass ich mir sicher sei, wenn ich nun schon dort sitze.
Ich bekam direkt in der Praxis eine Tablette Mifegyne, die ich vor der Sprechstundenhilfe nehmen musste. Der Arzt erklärte mir, dass ich hiervon noch nicht viel merken würde, höchstens leichte Blutungen nach etwa einem Tag.
In zwei Tagen bekam ich einen neuen Termin.
Die ersten Stunde merkte ich tatsächlich nichts, am nächsten morgen finden allerdings Blutungen an, die im Laufe des Tages immer stärker wurden. Ich rief nochmal beim FA an und erkundigte mich ob das normal sei, es sei alles in Ordnung erklärte mir die Helferin.
Die Blutungen und die Schmerzen wurdem im Laufe der Nacht so schlimm, wie ich es noch nie erlebt hatte. Ich litt sehr, auch psychisch, da ich gefühlt habe, dass das "Kind" vermutlich schon abgegangen ist. Am nächsten Morgen waren die kompletten SS-Symptome verschwunden, nur die Schmerzen und die Blutungen blieben. Außerdem war ich extrem weinerlich und depressiv.
Ich ging dennoch arbeiten und nachmittags wieder in die Praxis. Dort hatte ich ein kurzes Gespräch und beschrieb dem Arzt wie alles abgelaufen war. Er sagte nur "Dann ist es wohl schon passiert, aber wir machen trotzdem weiter".
Ich bekam 4 Tabletten Cytotec und 2 Tabletten Tilidin. Abends sollte ich erst das Tilidin als Schmerztablette nehmen, eine halbe Stunde später das Cytotec in Wasser auflösen, die Hälfte trinken und eine erneute halbe Stunde später den Rest.
Ich hatte am meisten Angst vor dem Tilidin, da ich gelesen hatte, dass dieses sehr sehr stark sein sollte.
Was auch der Fall war, ich hatte extreme Stimmungsschwankungen und habe alles viel bunter gesehen, als ich die Hälfte des Cytotecs nahm merkte ich nichts, außer ein Rumoren im Unterleib, genauso nach der zweiten "Runde".
Als die Wirkung des Schmerzmittels nach ließ bekam ich normale Unterleibsschmerzen, wie bei der Regel und die Blutungen blieben.
Ich nahm die Tabletten am Donnerstag und am Montag hatte ich einen Termin zur Nachkontrolle.
Den FA hatte ich direkt nach Verhütung gefragt und er erklärte mir, dass ich gleichzeitig mit dem Cytotec auch mit einer Pille anfangen könnte, was ich dann auch tat.
Meine Gefühle waren erstmal wie betäubt, man macht sich zunächst Sorgen, dass alles funktioniert hat. Und man kämpft natürlich mit seinem Gewissen. Aber ich kam immer wieder zu dem Punkt, dass es das beste für mich und das Kind war.
Die Blutungen waren Montag immernoch da. Ich führte nochmal ein kurzes Gespräch mit dem Arzt und er machte einen Ultraschall, das ganze war in 2 Minuten durch und seiner Aussage nach hatte "alles funktioniert". Er sagte mir noch, dass ich nicht in Depressionen verfallen sollte, dass nur meine Entscheidung und Empfindung wichtig sei.
Die Blutungen sind heute immer noch ganz leicht da, ansonsten merke ich nichts mehr.
Außer natürlich psychisch, auch wenn man diese Entscheidung trifft und nicht bereut, nimmt es einen natürlich mit. Und man muss sehr, sehr viel darüber nachdenken, sich damit beschäftigen und mit sich selbst ins Reine kommen. Verdrängung ist denke ich das Letzte was hier hilft. Man hat eine lebensverändernde Entscheidung getroffen und damit muss man leben.
Ich kann nicht sagen, wie ich auf Dauer damit klar kommen werde, aber das wird sich zeigen. Jetzt geht es mir "gut" damit, weil ich versuche es zu verarbeiten und damit umzugehen.
Ich wollte hiermit auch nur Frauen helfen, die vielleicht vor der Entscheidung stehen. Wenn es aus der persönlichen Sicht irgendeine Möglichkeit gibt, dass es Kind und Mutter nach der Geburt gut geht, sollte man das Kind immer bekommen. Für alle, die nicht zu diesem Schluss kommen, habe ich das geschrieben, vielleicht kann es helfen einen persönlichen Bericht zu erhalten.
Ich hoffe es gibt keine Anfeindungen, denn ich betone ganz extrem, man darf sich diese Entscheidung niemals leicht machen, denn es beeinflusst ALLES.
Also dann, ich wünsche euch einen schönen Tag.
Liebe Grüße

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18. September 2016 um 20:39

...
Sich nicht für ein Kind zu entscheiden ist eine sehr schwierige und ernste Angelegenheit. Diese Entscheidung ist stark mit Gefühlen, Fragen, Schuldzuweisungen, vielleicht auch mit Hass dem Partner gegenüber und garantiert mit vielen Tränen verbunden. Man sollte sich jedoch vor Augen halten das immer zwei Personen daran beteiligt waren und es sollten beide die Verantwortung tragen und nicht nur die Frau, die am Ende ein Kind in der Gebärmutter trägt.
Also ich erhielt einen Arzttermin bei einem Gynäkologen, der den medikamentösen Schwangerschaftsabbruch durchführt. Ich gab ihm meine Unterlagen. Nach dem Herzschlag schaute er nicht, es hat gereicht eine Fruchthöle in der Gebährmutter darzustellen. Dann gab er mir 1 Tablette Mifegyne, einen Termin für den nächsten Tag und ich durfte nach Hause gehen.
Von der Wirkung der Tablette merkte ich nichts.
Zum Termin einen Tag später sollte ich mir Vorlagen und ca. 1-2 Stunden Zeit mitbringen. Nachmittags ging ich in die Praxis. Die Schwester gab mit 2 Tabletten Cytotec (ein Prostagladin, das den Muttermund weich machen und Wehen auslösen soll). Ich sollte mich hinsetzen und eine Stunde warten, ab und zu mal auf das WC gehen und schauen, ob eine Blutung eingesetzt hat. Ich bekam Bauchschmerzen, ähnlich denen bei der Monatsblutung bzw. leichte Wehen. Mir wurde leicht schwindelig, was aber nicht weiter schlimm war. Eine Blutung bekam ich nicht. Die Schwester gab mit 2 weiteren Tabletten. Nach 15 min Wartezeit (um zu sehen, ob die Tabletten im Körper verbleiben, Übelkeit und Erbrechen ist eine Nebenwirkung) durfte ich nach Hause gehen. Ca. 20 min später begann eine Schmierblutung. Bis 18.00 Uhr wurde diese langsam stärker und 18.20 Uhr richtig stark. Die Bauchschmerzen nahmen dabei stetig zu. Krämpfe bekam ich keine.
Nach einer heftigen Blutungsperiode ging ich auf die Toilette. In der Vorlage befand sich der Fruchtkörper. Die Plazenta ging gleichzeitig mit einem riesigen Schwall Blut ab. Ich rief ihn und sagte ihm, dass ich das Kind nicht in der Toilette herunterspülen kann. Ich konnte es einfach nicht. Es ging nicht. Er holte eine kleine Kiste und wir legten beide weinend unser Kind hinein. Es war nicht blutig, sondern eine kleine ca. 1,5-2cm große fast durchsichtige gelartige Kugel. Morgen werden wir einen schönen Platz im Garten suchen und die Kiste dort begraben. Die Blutungen waren nachts noch recht heftig. Heute sind sie kaum mehr da. Eine normale Regelblutung. Die Bauchschmerzen sind ebenso weg. Ich wurde auf Wunsch 2 Tage krank geschrieben, denn ich wusste nicht wie es mir nach der Tabletteneinnahme bzw. nach dem Abbruch geht. Kosten des Abbruchs: 290 eur

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18. September 2016 um 20:51


Zuerst will ich sagen, als ich deinen Bericht gelesen habe, hatte ich Tränen in den Augen, kein Mensch der Welt darf jemanden verurteilen, egal um welche Entscheidung es geht. Ich habe auch der medikamentöse Abbruch gewählt, war in der 7SSW. Für mich war die Entscheidung auch nicht leicht aber auch für mich gab es keine andere Wahl, auch wenn immer alle sagen, das wird schon und das bekommen wir schon hin aber am Ende muss man ja doch das Kind mit mann alleine großziehen.
Meine FA hat mich versucht zu dem Kind zu überreden, ich hätte ja das richtige älter und und und ... auch in der Schwangerschaftsberatungstelle war es genau so, die Frau könnte oder wollte nicht verstehen, warum ich mich so entscheiden habe. Bei der Frauenärztin, wo ich dann den Abbruch machen lassen habe, war das ganz anders, sie war super lieb und hat mir alles ganz genau erklärt und hat mich auch nicht alleine gelassen. Ich bin früh in die Praxis und wurde in einen extra raum gebracht, wo ich liegen könnte, die kam aller halben Stunde zum kontrollieren vorbei und nach 2 Stunden musste ich zur Kontrolle. Sie hat mich so lange betreut, bis alles vorbei war. Ich drufte dann ihre Praxis dann verlassen, ich musste aber abgeholt werden, alleine durfte ich nicht gehen und auch bei der Nachuntersuchung war sie wieder lieb.
Heute überlege ich, ob es die richtige Entscheidung war, besonders weil meine Nachbarin jetzt auch schwanger ist und ich jetzt ständig daran errinnert werde!

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18. September 2016 um 20:56

.
Hallo!
Ich finde es sehr mutig von Dir, hier deine Erfahrungen zu veröffentlichen - auch in dem Wissen, dass es Menschen geben wird, welche den Stab über Dir brechen und über Dich urteilen werden. Keine Frau entscheidet sich leichtfertig für eine Abtreibung und genauso muss kein Abtreibungsgegner Deinen Beitrag lesen, um dann auch noch unsachliche und beleidigende Kommentare abzugeben. Aber wie so oft, lässt das Niveau gewisser Leute zu wünschen übrig und ich hoffe, dass Du die Zeilen dieser Individuen ignorieren kannst oder in einem anderen Forum etwas mehr Unterstützung finden wirst. Dir wünsche ich viel Kraft, das Geschehene zu verarbeiten!
Alles Gute

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18. September 2016 um 21:02


Ich musste weinen...Ich weiß nicht was ich sagen soll... einerseits wolltest du es ja so. Andererseits tut es mir leid. Du hast das durchgemacht, was ich auch ungewollt durchmachen musste. Natürlich hat man seine Gründe einen Abbruch vorzunehmen. Und ich persönlich verurteile dich keineswegs...Meine Fruchthöhle ist bei 5+5 stehen geblieben und erst bei 7+3 wurde mein Baby mit Herzschlag entdeckt... also sehs nicht so, kritisch und denk an den Herzschlag. der war noch nicht vorhanden.
Natürlich bin ich auch fassungslos, dass du mit Absicht das hervorgerufen hast, was ich ungewollt über mich ergehen lassen musste. Aber dennoch ist es jedem Menschen selbst überlassen. Und mir persönlich ist es so lieber, als wenn einer Frau in der 10.SSW auf einmal einfällt ,,hach ich wills ja gar nicht!" denn dann ist es nunmal schon am Leben und einen Mensch.
Ich wünsche dir alles Gute für deinen weiteren Lebensweg und hoffe, dass du das schnell verarbeiten kannst. Alles liebe

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19. September 2016 um 7:58
In Antwort auf waldvogelin


Ich musste weinen...Ich weiß nicht was ich sagen soll... einerseits wolltest du es ja so. Andererseits tut es mir leid. Du hast das durchgemacht, was ich auch ungewollt durchmachen musste. Natürlich hat man seine Gründe einen Abbruch vorzunehmen. Und ich persönlich verurteile dich keineswegs...Meine Fruchthöhle ist bei 5+5 stehen geblieben und erst bei 7+3 wurde mein Baby mit Herzschlag entdeckt... also sehs nicht so, kritisch und denk an den Herzschlag. der war noch nicht vorhanden.
Natürlich bin ich auch fassungslos, dass du mit Absicht das hervorgerufen hast, was ich ungewollt über mich ergehen lassen musste. Aber dennoch ist es jedem Menschen selbst überlassen. Und mir persönlich ist es so lieber, als wenn einer Frau in der 10.SSW auf einmal einfällt ,,hach ich wills ja gar nicht!" denn dann ist es nunmal schon am Leben und einen Mensch.
Ich wünsche dir alles Gute für deinen weiteren Lebensweg und hoffe, dass du das schnell verarbeiten kannst. Alles liebe

Vielen dank...
Für deine Antwort. Ich finde es ganz toll, wenn jemand, obwohl er anderer Meinung ist, das sachlich äußert. Es tut mir wirklich von Herzen leid was dir passiert ist, und genau solche Geschichten sorgen natürlich für Gewissensbisse. Für mich selbst bin ich sehr rein mit der Entscheidung, ich weiss, dass es besser war. Aber den Frauen gegenüber, die so was erleben müssen bzw. keine Kinder bekommen können, fühlt man sich irgendwie "schuldig", was vielleicht noch übertrieben gesagt ist. Aber es tut mir doch leid... Wenn das eine Möglichkeit wäre hätte ich mich sofort dazu entschieden meine Schwangerschaft "abzugeben", das sage ich nur um zu zeigen, dass es mir nicht egal ist und nicht darum ging, dass das Kind einfach weg ist. Ich wünsche dir ganz ganz viel Glück und viele gesunde Kinder. liebe Grüße

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19. September 2016 um 8:03
In Antwort auf imkesa


Zuerst will ich sagen, als ich deinen Bericht gelesen habe, hatte ich Tränen in den Augen, kein Mensch der Welt darf jemanden verurteilen, egal um welche Entscheidung es geht. Ich habe auch der medikamentöse Abbruch gewählt, war in der 7SSW. Für mich war die Entscheidung auch nicht leicht aber auch für mich gab es keine andere Wahl, auch wenn immer alle sagen, das wird schon und das bekommen wir schon hin aber am Ende muss man ja doch das Kind mit mann alleine großziehen.
Meine FA hat mich versucht zu dem Kind zu überreden, ich hätte ja das richtige älter und und und ... auch in der Schwangerschaftsberatungstelle war es genau so, die Frau könnte oder wollte nicht verstehen, warum ich mich so entscheiden habe. Bei der Frauenärztin, wo ich dann den Abbruch machen lassen habe, war das ganz anders, sie war super lieb und hat mir alles ganz genau erklärt und hat mich auch nicht alleine gelassen. Ich bin früh in die Praxis und wurde in einen extra raum gebracht, wo ich liegen könnte, die kam aller halben Stunde zum kontrollieren vorbei und nach 2 Stunden musste ich zur Kontrolle. Sie hat mich so lange betreut, bis alles vorbei war. Ich drufte dann ihre Praxis dann verlassen, ich musste aber abgeholt werden, alleine durfte ich nicht gehen und auch bei der Nachuntersuchung war sie wieder lieb.
Heute überlege ich, ob es die richtige Entscheidung war, besonders weil meine Nachbarin jetzt auch schwanger ist und ich jetzt ständig daran errinnert werde!

Es tut mir leid ...
dass du offenbar sehr an der Entscheidung zu knabbern hast. Mich beschäftigt es auch, natürlich, ich bin ja kein Stein. Aber letztendlich lande ich, auch wenn ich beispielsweise Schwangere sehe, immer wieder bei dem Schluss, dass es für "uns" das richtige war und komme daher gut klar. Wer weiss wie es auf Dauer sein wird, vielleicht brauche ich doch irgendwann eine "Hilfe" bei der Verarbeitung, aber bisher scheint es nicht so. Vielleicht solltest du aber mal mit jemandem sprechen, ich meine jetzt nicht unbedingt einen Psychologen, aber vielleicht deine beste Freundin, dein Freund oder jemanden der dir eben nahe steht. Man darf sich auf keinen Fall in diesen "dunklen Sog" rein ziehen lassen ... alles alles Liebe für dich und danke für deine Antwort. liebe Grüße

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19. September 2016 um 9:28
In Antwort auf paradoxiz

.
Hallo!
Ich finde es sehr mutig von Dir, hier deine Erfahrungen zu veröffentlichen - auch in dem Wissen, dass es Menschen geben wird, welche den Stab über Dir brechen und über Dich urteilen werden. Keine Frau entscheidet sich leichtfertig für eine Abtreibung und genauso muss kein Abtreibungsgegner Deinen Beitrag lesen, um dann auch noch unsachliche und beleidigende Kommentare abzugeben. Aber wie so oft, lässt das Niveau gewisser Leute zu wünschen übrig und ich hoffe, dass Du die Zeilen dieser Individuen ignorieren kannst oder in einem anderen Forum etwas mehr Unterstützung finden wirst. Dir wünsche ich viel Kraft, das Geschehene zu verarbeiten!
Alles Gute

Danke...
Für deine "Anteilnahme", ich kann mir so schwer vorstellen, dass irgendeine Frau sich eine solche Entscheidung leicht macht. Ich kann ein Stück weit die Frauen verstehen, die so aggressiv auf Frauen wie mich reagieren. In der Regel wird das einfach nur Schmerz sein, weil sie sich vielleicht Kinder wünschen. So lange man das sachlich macht ist das auch völlig ok, ich schrieb das ja nicht um bemitleidet zu werden und rechne ja vorher auch mit Anfeindungen, wenn ich es öffentlich mache. ich würde mir nur wünschen, dass diese Frauen versuchen "uns" zu verstehen genauso wie ich und viele andere auch Verständnis für sie haben. Liebe Grüße

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19. September 2016 um 10:14
In Antwort auf eigentum1

...
Sich nicht für ein Kind zu entscheiden ist eine sehr schwierige und ernste Angelegenheit. Diese Entscheidung ist stark mit Gefühlen, Fragen, Schuldzuweisungen, vielleicht auch mit Hass dem Partner gegenüber und garantiert mit vielen Tränen verbunden. Man sollte sich jedoch vor Augen halten das immer zwei Personen daran beteiligt waren und es sollten beide die Verantwortung tragen und nicht nur die Frau, die am Ende ein Kind in der Gebärmutter trägt.
Also ich erhielt einen Arzttermin bei einem Gynäkologen, der den medikamentösen Schwangerschaftsabbruch durchführt. Ich gab ihm meine Unterlagen. Nach dem Herzschlag schaute er nicht, es hat gereicht eine Fruchthöle in der Gebährmutter darzustellen. Dann gab er mir 1 Tablette Mifegyne, einen Termin für den nächsten Tag und ich durfte nach Hause gehen.
Von der Wirkung der Tablette merkte ich nichts.
Zum Termin einen Tag später sollte ich mir Vorlagen und ca. 1-2 Stunden Zeit mitbringen. Nachmittags ging ich in die Praxis. Die Schwester gab mit 2 Tabletten Cytotec (ein Prostagladin, das den Muttermund weich machen und Wehen auslösen soll). Ich sollte mich hinsetzen und eine Stunde warten, ab und zu mal auf das WC gehen und schauen, ob eine Blutung eingesetzt hat. Ich bekam Bauchschmerzen, ähnlich denen bei der Monatsblutung bzw. leichte Wehen. Mir wurde leicht schwindelig, was aber nicht weiter schlimm war. Eine Blutung bekam ich nicht. Die Schwester gab mit 2 weiteren Tabletten. Nach 15 min Wartezeit (um zu sehen, ob die Tabletten im Körper verbleiben, Übelkeit und Erbrechen ist eine Nebenwirkung) durfte ich nach Hause gehen. Ca. 20 min später begann eine Schmierblutung. Bis 18.00 Uhr wurde diese langsam stärker und 18.20 Uhr richtig stark. Die Bauchschmerzen nahmen dabei stetig zu. Krämpfe bekam ich keine.
Nach einer heftigen Blutungsperiode ging ich auf die Toilette. In der Vorlage befand sich der Fruchtkörper. Die Plazenta ging gleichzeitig mit einem riesigen Schwall Blut ab. Ich rief ihn und sagte ihm, dass ich das Kind nicht in der Toilette herunterspülen kann. Ich konnte es einfach nicht. Es ging nicht. Er holte eine kleine Kiste und wir legten beide weinend unser Kind hinein. Es war nicht blutig, sondern eine kleine ca. 1,5-2cm große fast durchsichtige gelartige Kugel. Morgen werden wir einen schönen Platz im Garten suchen und die Kiste dort begraben. Die Blutungen waren nachts noch recht heftig. Heute sind sie kaum mehr da. Eine normale Regelblutung. Die Bauchschmerzen sind ebenso weg. Ich wurde auf Wunsch 2 Tage krank geschrieben, denn ich wusste nicht wie es mir nach der Tabletteneinnahme bzw. nach dem Abbruch geht. Kosten des Abbruchs: 290 eur

Danke..
Für deine Nachricht. Ich glaube ich habe in der Phase in der ich meine Entscheidung gesucht habe schon mal deinen Erfahrungsbericht gelesen, und auch dieser hat mir sehr geholfen Ich hoffe, du kommst mittlerweile mit deiner Entscheidung gut klar, und wünsche dir alles Gute. Liebe Grüße

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6. Mai 2018 um 9:19
In Antwort auf fitz_12548257

Hallo ihr Lieben,

ich versuche es jetzt nochmal, nach dem ich bereits vor einigen Tagen einen ziemlich langen Text verfasst und leider (aus Unwissenheit) in das Schwangerschaftsforum gestellt hatte und extrem angefeindet wurde.
Jetzt bin ich aber im richtigen Forum und bitte jeden der das liest darum sich Anfeindungen zu sparen, denn das hilft niemandem weiter.
Ich will versuchen meine Erfahrungen mit dieser traurigen Sache zu teilen, weil ich mich, als ich mich mitten in der Entscheidungsphase befand, sehr über Berichte von anderen "betroffenen" Frauen gefreut habe.
Ich erfuhr in der 6. SS von der Schwangerschaft. Ich weiß wie naiv das klingt, aber ich war wirklich der Überzeugung, dass ich nicht ohne Weiteres schwanger werden könnte. Ich hatte Zeit meines Lebens meine Periode sehr unregelmäßig, teilweise 3-4 Monate gar nicht und bin in 10 Jahren mit meinem Ex-Freund auch nie schwanger geworden, obwohl ich damals teilweise das Gefühl hatte es wäre der richtige Zeitpunkt für ein Kind.
Nachdem Schluss war und ich mittlerweile eine Fernbeziehung führe setzte ich die Pille also ab.
Als dann allerdings meine Brüste extrem angefangen haben zu spannen, ich umgekippt bin und mir permantent übel war, ahnte ich es schon. Die darauf folgenden 3 SS-Tests waren positiv. Erstmal verfiel ich extrem in Panik ich befinde mich gerade, mit 28!, in meiner ersten Ausbildung, die Gründe dafür sind ja nicht relevant, aber für mich ging es nicht anders.
Ich versuchte also (Mittwoch Nachmittag) einen Termin bei meiner FÄ zu bekommen und erfuhr, dass diese noch die ganze Woche im Urlaub sei, also versuchte ich es bei vielen, vielen anderen Ärzten, es war extrem schwer einen Termin zu bekommen. Schließlich fand ich einen Arzt, der mir für Freitag einen geben konnte.
Meine Gedanken überschlugen sich extrem in diesen 2 Tagen, ich habe viel geweint und mich erkundigt, wie ein Abbruch ablaufen könnte. Meine Ausbildung hätte ich nicht weiter machen können, das heißt ich hätte sie frühestens 1 Jahr später fortsetzen können, mit dann schon über 30. Und mein Kind hätte die erste Zeit von Hartz IV oder ähnlichem leben müssen. Und wohin mit einem Säugling? Meine Mutter ist schwerbehindert, mein Bruder hat selbst eine Familie und 2 Kinder und mein Partner wohnt 600 KM weit weg.
Erstmal wollte ich aber den Termin abwarten, als ich dem Doc erzählte, wie meine Gedanken laufen nahm er sich sicher eine halbe Stunde Zeit, er machte Aussagen, wie "Meinen Sie nicht, dass Ihr Kind lieber von Hartz IV leben als sterben will?" Ich verstehe ihn, alle Menschen, die gegen Abbrüche sind, aber ja das dachte ich, ich dachte, so soll mein Kind nicht starten müssen. Da ich auch fest der Überzeugung bin ich könnte (jetzt noch) keine gute Mutter sein.
Er klärte mich aber trotzdem über den Ablauf eines Abbruchs auf und machte dann einen UItraschall, man sah das Herz und die Atmung und er bestätigte die 6. SS. Natürlich hatte ich starke Gefühle, es war ja immerhin in mir. Aber am meisten empfand ich Mitleid für das kleine Wesen, das sich so "unpassend" ankündigte.
Ich erhielt vom FA die Bescheinigung über die SS und ging direkt am nächsten Tag zu einem Beratungsgespräch bei Pro Familia, dort lief alles sehr ruhig und anonym ab. Die Dame klärte mich über die Möglichkeit sowohl eines medikamentösen, als auch eines operativen SS-Abbruchs auf. Und auch über die Möglichkeit der Kostenübernahme durch das Bezirksamt, über die KK.
Ich bekam eine sehr aktuelle, ausführliche Liste mit Ärzten, wer welche Methode anbot, was die Kosten ausmachen und Kontaktdaten. Sie wies mich darauf hin, dass ich sicher etwas rum telefonieren müsste bis ich einen Termin bekommen würde. Außerdem erhielt ich die Bescheinigung über die Beratung.
Nach diesem Termin ging es mir nicht wirklich gut, es war Samstag und ich konnte erstmal bis Montag nichts tun, und beschäftigte mich extrem mit der Situation. Ich kam aber immer wieder zu dem Punkt, dass ich "es" nicht bekommen könnte, dass das alles für mich und auch das Kind so kompliziert machen würde. Ich habe es mir NICHT leicht gemacht, und ich versteh auch Menschen, die mich dafür anfeinden. Aber meine persönliche Meinung ist, dass wir schon viel zu viele Kinder haben, die nicht gut leben, die viel verzichten müssen und die nicht anständig versorgt werden.
Natürlich läge es in meiner Hand, aber ich hatte mich entschieden. Also rief ich Montag beim ersten Arzt der Liste an, der in der Nähe meiner Arbeitsstelle war. Ich hatte wirklich Glück und bekam direkt für Dienstag den Termin. Man kann erst am 4. Tag nach der Beratung mit dem Abbruch beginnen.
Ich rief außerdem bei meiner KK wegen der Kostenübernahme an, diese Möglichkeit besteht, wenn das Netto unter 1.121 liegt. Ich verdiene 800 monatlich. Der Herr bei der KK sagte der schnellste Weg wäre es direkt vor Ort in eine Filiale zu gehen und dort würde ich umgehend die Bewilligung bekommen, wenn ich einen Nachweis über mein Einkommen erbringe. Also hetzte ich von der Arbeit nach Hause und direkt zur KK. Dort lief alles sehr unkompliziert. Innerhalb von 10 Minuten hatte ich die Bewilligung. In dieser Zeit lief alles ab wie ein Film, es war extrem unwirklich für mich. Und mir ging es zudem körperlich sehr schlecht. Ich konnte absolut nicht essen und trinken und musste mich dazu zwingen ab und zu was zu mir zu nehmen.
Am Dienstag ging ich dann also mit all meinen Unterlagen zum neuen FA. Dort wurde mir Blut und Urin "abgenommen" und ich kam direkt dran.
Ich hatte mich schon vorher erkundigt und mich für einen medikamentösen SS-Abbruch entschieden. Der Doc klärte mich nochmal über den Ablauf auf, machte ein Ultraschall und erklärte mir, dass in meinem Fall der medikamentöse Weg möglich sei. Diese hänge mit dem Stand der SS, mit dem Eindruck den die Frau (psychisch) macht und mit dem körperlichen Zustand zusammen.
Es wurden mir keine großartigen Fragen mehr gestellt, er sagte nur, dass er davon ausginge, dass ich mir sicher sei, wenn ich nun schon dort sitze.
Ich bekam direkt in der Praxis eine Tablette Mifegyne, die ich vor der Sprechstundenhilfe nehmen musste. Der Arzt erklärte mir, dass ich hiervon noch nicht viel merken würde, höchstens leichte Blutungen nach etwa einem Tag.
In zwei Tagen bekam ich einen neuen Termin.
Die ersten Stunde merkte ich tatsächlich nichts, am nächsten morgen finden allerdings Blutungen an, die im Laufe des Tages immer stärker wurden. Ich rief nochmal beim FA an und erkundigte mich ob das normal sei, es sei alles in Ordnung erklärte mir die Helferin.
Die Blutungen und die Schmerzen wurdem im Laufe der Nacht so schlimm, wie ich es noch nie erlebt hatte. Ich litt sehr, auch psychisch, da ich gefühlt habe, dass das "Kind" vermutlich schon abgegangen ist. Am nächsten Morgen waren die kompletten SS-Symptome verschwunden, nur die Schmerzen und die Blutungen blieben. Außerdem war ich extrem weinerlich und depressiv.
Ich ging dennoch arbeiten und nachmittags wieder in die Praxis. Dort hatte ich ein kurzes Gespräch und beschrieb dem Arzt wie alles abgelaufen war. Er sagte nur "Dann ist es wohl schon passiert, aber wir machen trotzdem weiter".
Ich bekam 4 Tabletten Cytotec und 2 Tabletten Tilidin. Abends sollte ich erst das Tilidin als Schmerztablette nehmen, eine halbe Stunde später das Cytotec in Wasser auflösen, die Hälfte trinken und eine erneute halbe Stunde später den Rest.
Ich hatte am meisten Angst vor dem Tilidin, da ich gelesen hatte, dass dieses sehr sehr stark sein sollte.
Was auch der Fall war, ich hatte extreme Stimmungsschwankungen und habe alles viel bunter gesehen, als ich die Hälfte des Cytotecs nahm merkte ich nichts, außer ein Rumoren im Unterleib, genauso nach der zweiten "Runde".
Als die Wirkung des Schmerzmittels nach ließ bekam ich normale Unterleibsschmerzen, wie bei der Regel und die Blutungen blieben.
Ich nahm die Tabletten am Donnerstag und am Montag hatte ich einen Termin zur Nachkontrolle.
Den FA hatte ich direkt nach Verhütung gefragt und er erklärte mir, dass ich gleichzeitig mit dem Cytotec auch mit einer Pille anfangen könnte, was ich dann auch tat.
Meine Gefühle waren erstmal wie betäubt, man macht sich zunächst Sorgen, dass alles funktioniert hat. Und man kämpft natürlich mit seinem Gewissen. Aber ich kam immer wieder zu dem Punkt, dass es das beste für mich und das Kind war.
Die Blutungen waren Montag immernoch da. Ich führte nochmal ein kurzes Gespräch mit dem Arzt und er machte einen Ultraschall, das ganze war in 2 Minuten durch und seiner Aussage nach hatte "alles funktioniert". Er sagte mir noch, dass ich nicht in Depressionen verfallen sollte, dass nur meine Entscheidung und Empfindung wichtig sei.
Die Blutungen sind heute immer noch ganz leicht da, ansonsten merke ich nichts mehr.
Außer natürlich psychisch, auch wenn man diese Entscheidung trifft und nicht bereut, nimmt es einen natürlich mit. Und man muss sehr, sehr viel darüber nachdenken, sich damit beschäftigen und mit sich selbst ins Reine kommen. Verdrängung ist denke ich das Letzte was hier hilft. Man hat eine lebensverändernde Entscheidung getroffen und damit muss man leben.
Ich kann nicht sagen, wie ich auf Dauer damit klar kommen werde, aber das wird sich zeigen. Jetzt geht es mir "gut" damit, weil ich versuche es zu verarbeiten und damit umzugehen.
Ich wollte hiermit auch nur Frauen helfen, die vielleicht vor der Entscheidung stehen. Wenn es aus der persönlichen Sicht irgendeine Möglichkeit gibt, dass es Kind und Mutter nach der Geburt gut geht, sollte man das Kind immer bekommen. Für alle, die nicht zu diesem Schluss kommen, habe ich das geschrieben, vielleicht kann es helfen einen persönlichen Bericht zu erhalten.
Ich hoffe es gibt keine Anfeindungen, denn ich betone ganz extrem, man darf sich diese Entscheidung niemals leicht machen, denn es beeinflusst ALLES.
Also dann, ich wünsche euch einen schönen Tag.
Liebe Grüße

Also hast du viele post auch vom Arzt bekommen wenn ich fragen darf? Weil ich bin schwanger und ich will dass gleiche mit der Medikamente machen und da habe ich angst wegen post zuhause bekommen weil ich wohne mit meine Eltern noch und ich will nicht dass die mit bekommen dass ich schwanger bin vor allem meine Mutter. Auf deine Antwort wurde mir sehr freuen!

Danke!

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