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Medikamenöser Abbruch

6. April 2014 um 20:27 Letzte Antwort: 8. April 2014 um 22:09

Hallo,

in der 4. ssw erfuhr ich von meiner Frauenärztin,dass ich schwanger bin. Ich fragte sie,wie das geschehen konnte,denn ich nehme unheimlich genaustens meine Pille. Letztendlich stellte sich herraus, dass Antidepressiva meine Pille(Velafee) ausser Gefecht setzten.ca 8 Monate lang nahm ich morgens 50mg Sertralin und abends 50mg Trimipramin.
Nun hatte ich eines abends ein ziemliches Ziehen im Unterleib und spürte dass etwas nicht in Ordnung war,deshalb ging ich am nächsten morgen zu meiner Ärztin,sie machte einen Ultraschall,auf dem noch nichts zu erkennen war,drum wurde mir Blut abgenommen und ich sollte am nächsten Tag anrufen um das Ergebnis zu erfahren.Eine schlaflose Nacht stand mir bevor. Als mir dann am nächsten morgen mitgeteilt wurde,dass ich in der 4.Woche schwanger war,wusste ich weder ein noch aus. Ich bin 28 Jahre alt und hab einen 5 jährigen Sohn, der mein ganzes Glück ist. Ich lebe mit meinem kleinen allein, ich bin schon ewig vom Vater getrennt und seit über 3 Jahren mit dem wunderbarsten Mann auf der Welt zusammen. Wie viele von euch sicherlich wissen,ist es schon mit einem Kind allein nicht so leicht, Ich arbeite seit 9 jahren in der gleichen firma und auf einmal kann ich meine Frühschichten nicht mehr machen und sollte sogar nachts arbeiten,dann ging es uns finanziell nicht so gut,das alles hat mich ziemlich fertig gemacht, weshalb ich dann letztendlich in eine stressbedingte Depression fiel. Dann kam die Schwangerschaft und mir drohte alles über den kopf zu wachsen. Ich wusste dass ich das baby nicht bekommen kann,schliesslich wollte ich ihm ein wundervolles Leben bieten ohne verzicht und ohne eine weinende Mutter.Nach einem langen Gespräch mit meinem Partner entschieden wir uns für diesen Schritt. Am nächsten Tag saß ich bei der ProFamilia zu dem Beratungsgespräch, wo ich sehr gut behandelt wurde ohne jegliche Vorwürfe oder Überredungsversuche.Mir wurde der Beratungsschein und eine Liste ausgehänigt,mit Ärzten in Berlin,die einen Abbruch durch führen.Meine Ärztin kam leider nicht in Frage.
Am nächsten Tag hatte ich einen Termin bei der Ärztin,es war völlig unkompliziert,sie untersuchte mich,um nochmals die schwangerschaft zu bestätigen. Da man 3 Tage Bedenkzeit zwischen Beratungstermin und Abbruch einhalten muss,hatte ich noch zeit um zu meiner Krankenkasse zu gehen,und mir die Kostenübernahme bestätigen zu lassen.zwei tage später ging ich zu der Ärztin, bekam 1 Tablette Mifegyne, die ich vor der Sprechstundenhilfe schlucken musste ( man könnte sie ja sonst verkaufen ).Diese Tablette tötet den Embryo ab
und ich bekam 4 Tabletten Prostaglandin mit für zu hause, die ich 2 tage später vaginal einnehmen sollte. In diesen 2 Tagen fühlte ich mich unfassbar schlecht, nicht körperlich,sondern seelisch. Schuldgefühle,Trauer,Wut aber auch Erleichterung.nach 2 tagen führte ich mir die 4 Tabletten ein,nach ca. 30 minuten setzten die Wehen ein, eine Art Schmierblutung und der Fruchtsack kamen zuerst heraus.
Die Schmerzen waren sehr schlimm,aber zu ertragen,da ich eine menge ibo 600er bei mir hatte,und alle 15 min eine nahm. Schnell setzte die Starke Blutung ein,die ganze Nacht anhielt. Ich wollte das alleine machen und deshalb war niemand bei mir.
Am nächsten Tag kam meine Freundin zu mir auf einen Cafe und leistete mir Gesellschaft,wir gingen auch spazieren,was mir unheimlich gut tat. Ich fühlte mich wie ein Monster. ein schlechter Mensch, fast wie eine Mörderin. Nach 2 Wochen hatte ich einen termin bei der Ärztin zur Nachuntersuchung,alles ok. Dennoch gab es eine große Heulerei auf dem Nachhauseweg.
Der Abbruch ist nun fast 12 Wochen her und es geht mir nicht viel besser. Meine Pille sollte ich am Tag der Abtreibung wieder nehmen,meine Antidepressiva habe ich abgesetzt. Meine Psychiaterin meinte darauhin nur zu mir, sie habe ja nicht gewusst,dass ich die Pille nehme,als sie mir die Medikamente verschrieb.
Ich will es endlich vergessen.

Wie ist es euch ergangen? Wie konntet ihr euer Leben wieder weiter leben mit diesem Gefühl?

Liebe Grüße

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6. April 2014 um 23:18

...
"Wie ist es euch ergangen? Wie konntet ihr euer Leben wieder weiter leben mit diesem Gefühl?"

Ich hatte nie dieses Gefühl, habe mich nie als Monster oder schlechten Menschen gesehen. Mir erging es gut. Und auch nach über 12 Jahren habe ich weder Schuldgefühle, noch bereue ich irgendwas.

Ich kann deine Gefühle weder rational, noch emotional nachempfinden. Ich habe abgetrieben, weil ich wirklich kein Kind wollte. Ich war mir sehr sicher - und bereute nie.

Lass dir gesagt sein, dass du kein schlechter Mensch bist. Dir wurde quasi von deinem Körper und der Wechselwirkung der Medikamente ein Kind ungefragt aufgedrängt, was du nicht wolltest. Du hast für dich entschieden, dass du das nicht willst. Das ist okay so, es ist dein Körper und dein Leben. Ein schlechter Mensch wärst du, wenn du das Kind bekommen und dann umgebracht hättest. Du hast aber gar nicht erst ein Kind entwickeln lassen, dies sehr früh unterbunden. Auch das ist okay.

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7. April 2014 um 9:15
In Antwort auf fusselbine

...
"Wie ist es euch ergangen? Wie konntet ihr euer Leben wieder weiter leben mit diesem Gefühl?"

Ich hatte nie dieses Gefühl, habe mich nie als Monster oder schlechten Menschen gesehen. Mir erging es gut. Und auch nach über 12 Jahren habe ich weder Schuldgefühle, noch bereue ich irgendwas.

Ich kann deine Gefühle weder rational, noch emotional nachempfinden. Ich habe abgetrieben, weil ich wirklich kein Kind wollte. Ich war mir sehr sicher - und bereute nie.

Lass dir gesagt sein, dass du kein schlechter Mensch bist. Dir wurde quasi von deinem Körper und der Wechselwirkung der Medikamente ein Kind ungefragt aufgedrängt, was du nicht wolltest. Du hast für dich entschieden, dass du das nicht willst. Das ist okay so, es ist dein Körper und dein Leben. Ein schlechter Mensch wärst du, wenn du das Kind bekommen und dann umgebracht hättest. Du hast aber gar nicht erst ein Kind entwickeln lassen, dies sehr früh unterbunden. Auch das ist okay.

Danke fusselbine
du hast recht, es ist nicht meine schuld. und die vernunft hat nunmal mehr gewicht gehabt.
ich denke auch dass es gut war,dies so schnell zu entscheiden. ich befürchte, hätte ich auf dem Monitor erstmal ein herzklopfen gesehen,dann wäre es noch viel schwerer gewesen.

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7. April 2014 um 12:32

Verarbeiten oder verdrängen - eine wichtige Entscheidung!
Ich verstehe, dass Du dankbar bist für die Beruhigung durch fusselbine. Du fragst nach Erfahrungen von anderen - und das ist auch völlig okay. Und verständlich.
Nur: jede Frau ist anders. Jede reagiert anders auf einen Abbruch. Und du musst auf dich selbst und deine innere Stimme hören, damit du merkst, ob der Schwangerschaftsabbruch wirklich für dich "vorbei" ist (wie es bei fusselbine zu sein scheint), oder ob du mehr brauchst, um in verarbeiten zu können (z.B. eine gute Beratung / Psychotherapie).
Schwierig ist es, wenn du dich entscheidest, die Trauer oder Schuldgefühle oder was es auch ist zu verdrängen. Denn dann nagt es irgendwo in dir weiter und beeinflusst dein weiteres Leben negativ.
Ich wünsche dir von Herzen alles Gute.
Sanjane

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8. April 2014 um 12:08

Komischerweise
steht da die Gesetzgebung auf Fusselbines Seite.
In der Frühschwangerschaft ist eine Abtreibung straffrei möglich bis zu einem gewissen Schwangerschaftsstadium.

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8. April 2014 um 12:43

Der richtige Weg
Bei mir ist es 1 Jahr und 1 Monat her. Auch medikamentös abgebrochen.
Wir wissen, dass es richtig war. Auch, wenn wir das 1 Jahr danach hier und da anders sehen, aber unterm Strich war es richtig.
Wir reden viel über unsere Zukunft und setzen alles daran, ein gutes Nest zu bekommen und die Finanzen soweit zu schonen, dass eine Schwangerschaft keine Katastrophe mehr ist. Wir möchten ein Kind und sind drauf und dran, alles dafür zu tun. (Alles Unnötige verkaufen, neue Wohnung suchen usw).
So verarbeiten wir das ganz gut und freuen uns auf unsere Zukunft.
Auch ihr werdet einen Weg finden, das zu verarbeiten und ich wünsche euch ganz viel Erfolg dabei.

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8. April 2014 um 12:45

Unabhängig vom Gesetz,
frag doch mal Frauen, die eine Fehlgeburt in der 6. Woche und eine Totgeburt in der 40. Woche hatte, welches Ereignis für sie schlimmer war!

Wenn sowohl der Gesetzgeber als auch der Großteil der übrigen Menschheit hier einen entsprechenden Unterschied sieht, unterstellst Du immer noch allen, dass sie und schlecht denken?
Nur mrswickham ist auf dem richtigen Weg, nicht wahr?

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8. April 2014 um 13:56


Es ist fantastisch, dass DU das anders siehst. Aber du bist eben auch nicht der Nabel der Welt, deine Meinung nicht allgemeingültig und automatisch richtig.

Wäre Abtreibung Mord, so wäre es nicht nur verboten, sondere würde auch bestraft werden. Und zwar sehr heftig, den Mord ist eins der schlimmsten Straftaten, die wir haben.

Ermorden kann man einen Embryo nicht. Anderenfalls müsstest du auch Schlachter des Mordes bezichtigen und wegsperren, denn auch sie töten unschuldiges Leben aus egoistischen Gründen.

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8. April 2014 um 14:13

Dann müßtest
Du ja eine frühzeitige Fehlgeburt von der Dramatik dem Unfalltod eines Kleinkindes gleichsetzen?

Zum Glück gibt es im Babyforum ganz selten dermaßig schlimme Threadthemen, aber schreibe dort mal der Mutter, die ihr Kind durch SIDS verloren hat, dass dies mit einer frühen Fehlgeburt vergleichbar wäre.

Das ganze Forum würde dich lychen - aber dann denken die eben ALLE nur völlig schräg und sind falsch gepolt!

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8. April 2014 um 14:30

So
wie für Dich ein großer Unterschied zwischen Mensch und Tier besteht, besthet er bei uns auch zwischen Mensch und Embryo.

Warum ist es für Dich denn richtig, das Menschenleben über das Tierleben zu stellen? Kannst Du das mal erklären?

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8. April 2014 um 15:01
In Antwort auf florina911

Dann müßtest
Du ja eine frühzeitige Fehlgeburt von der Dramatik dem Unfalltod eines Kleinkindes gleichsetzen?

Zum Glück gibt es im Babyforum ganz selten dermaßig schlimme Threadthemen, aber schreibe dort mal der Mutter, die ihr Kind durch SIDS verloren hat, dass dies mit einer frühen Fehlgeburt vergleichbar wäre.

Das ganze Forum würde dich lychen - aber dann denken die eben ALLE nur völlig schräg und sind falsch gepolt!

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8. April 2014 um 15:11

Mann könnte dich genauso fragen
wenn würdest du retten, einen 4 Wochen alten Embryo oder ein zwei monate altes Baby? Mal hand auf Herz wenn würdest du retten wenn du nur einen retten könntest?

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8. April 2014 um 15:41

Ich kann dir ganz einfach die Frage beantworten
wenn du es unbedingt willst auch wenn deine Frage überhaupt nicht an mich gerichtet wurde, also tu ich auch nicht ablenken, wogegen du nicht auf meine Frage geantwortet hast.
Ich würde mich in beiden Fällen für die (geborenen) Kinder entscheiden, ich mag Kröten nicht besonders

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8. April 2014 um 15:53

Ich würde die Kinder retten,
weil ich die Kinder im Vergleich zu den Kröten als die höher entwickelten Wesen sehe mit entsprechend höherer Lebensqualität. Das hat aber nicht direkt etwas mit Mensch vs. Tier zu tun.
Bei der Frage, ob ich einen Hund oder eine Kröte retten würde, wäre es der Hund.
Bei der Frage Kind oder Greis, wäre es das Kind, weil dies voraussichtlich noch länger etwas vom Leben haben wird.

Es gibt keinen Tag x, an dem der Embryo plötzlich mehr wert ist als noch am Vortag.
Aber je weiter die Entwicklung fortgeschritten ist, desto größer das Empfinden und die Wertschätzung ihm gegenüber.
Und das ist nicht etwa meine verquerte, absurde Einzelmeinung, das ist eine ganz verbreitete Einstellung.

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8. April 2014 um 16:15

Also heißt das jetzt,
wenn du dich zwischen einem Embryo (Beispiel ein Embryonentransport) und einem Baby entscheiden müsstest, wäre es Dir "egal" wen Du rettest??

Ich meine nicht wenn Du selbst schwanger wärst, sondern ein fremder Embryo vs. fremdes Baby.

Wen würdest Du retten???

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8. April 2014 um 22:09

Es geht nicht
etwas zu vergessen. Das was man krampfhaft verggessen will, behält man am besten.
Du willst Dein Leben wieder weiterleben, dann arbeite das Geschehene auf. Dies ist kein leichter, aber ein lohnender Weg. Du stehst mit der Erfahrung nicht alleine da, dass Herz und Verstand miteinander streiten.
VLG Yankho

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