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Manche Chefs...

17. Februar 2011 um 21:30

Hallo ihr Lieben,

ich muss mal ein bisschen Frust ablassen, deswegen könnte es ein bisschen länger werden:

zur Vorgeschichte, meine Freundin und ich arbeiten beide in der gleichen Firma und sind jetzt beide schwanger, ich habs dem chef im dezember gesagt, sie ihm diese woche...
er und die vize-chefin sind beide kinderlos uns leben nur für karriere und golfspielen (beide nahe am rentenalter dran)

bei mir hat er so lala reagiert, weder positiv noch negativ aber als ich schon angekündigt hab nach der elternzeit teilzeit arbeiten zu wollen meinte er dass das bei meiner jetzigen stelle wohl nicht gehen würde...
als meine freundin zuerst mit der vize-chefin redete verlief das gespräch recht positiv, diese meinte sie wären sehr auf meine freundin angewiesen und es würde nicht gehen dass sie ein jahr elternzeit machen will, daraufhin hieß es auch erstmal dass sie von zuhause aus arbeiten könne und "sie sind eine studierte frau und nicht dazu gemacht sich nur um kinder und familie zu kümmern" blablabla aber alles in allem trotzdem recht positiv. daraufhin ist meine freundin heut zum chef, der leider nicht früher im haus war so dass sie mit ihm hätte eher sprechen können..., nun hat der total negativ reagiert...

er meinte nur dass es schon richtig wäre dass deutschland kinder braucht aber es wäre doch nicht normal dass jetzt gleich zwei frauen in der firma schwanger wären und soviele junge papas in der letzten zeit und wo das alles noch hinführen soll... dann gings weiter dass er ihr ja die 14 wochen mutterschutz zugesteht aber danach erwartet (!) dass sie wieder zur arbeit kommt, am besten wieder vollzeit....
meine freundin hätte dann ein gerade mal 2 monate altes baby (das gestillt werden soll wenns geht) und einen 8jährigen sohn, der sowieso aufgrund der vollzeit bissl arg kurz kommt... ihr freund arbeitet auch in der gleichen firma und hat teilweise 12 stunden tage... also nicht wirklich ne unterstützung... von betreuungsplatz ganz zu schweigen!
nun steht für meine freundin fest dass sie zwar einiges tun würde um ihren job zu behalten aber nicht bereits nach 2 monaten wieder arbeiten zu gehen... wenn schon nicht ein ganzes jahr, dann wollte sie doch wenigstens das halbe jahr komplett zuhause bleiben und danach mit wenigen wochenstunden einsteigen.,,,

chef aber so dass sie sich das gar nicht einbilden bräuchte und die drei monate ohne sie gehn schon, vertretung soll nicht eingestellt werden und danach erwartet er sie zurück auf arbeit sonst wäre ihr arbeitsplatz gefährdet....

sie hat mich vorhin angerufen und mir alles erzählt und ich bin total geschockt.. das ist doch nicht normal!

jetzt brauch mir keiner mit der einstellung kommen "ja früher sind wir auch gleich wieder auf arbeit gegangen" oder "ja ich will karriere machen ich bin auch gleich wieder auf arbeit",... das muss jeder selber wissen, aber man kann sich doch vom chef nicht zu so ner entscheidung zwingen lassen. zumal der gar keine ahnung hat (keine familie und nix)... der denkt meine freundin sitzt dann wieder vollzeit auf arbeit, fährt tagelang mit auf messen und sonstwas...

nun meine frage, vielleicht kann mir ja jemand helfen. ich weiß dass man bis ende vom mutterschutz auf alle fälle kündigungsschutz hat. wie sieht es danach aus? hat man den während der elternzeit auch und kann der chef einem quasi die elternzeit verbieten? dachte immer das stünde einem gesetzlich zu dass man das machen kann!!!
vor allem frag ich mich mit welcher begründung er sie dann "raushauen" will... betriebsbedingt kann er ja schlecht sagen dann kann er die stelle nicht neu besetzen... auftragslage is auch gut es werden haufen neue leute eingestellt also fällt die ausrede auch weg... und nur weils net nach seinem willen läuft?!?!

bin grad echt sauer, mir steht so ein gespräch bestimmt auch noch bevor aber ich besteh auf meine 1,5 jahre elternzeit. wenn ich danach nicht in teilzeit wiederkommen darf (betriebsgröße über 120 leute und betriebsrat haben wir auch) such ich mir halt was neues... klar ist arbeiten wichtig aber doch nicht um jeden preis. hier gehts um unsere kinder und familie(n), da kann man doch nicht alles nur nach den chefs planen und wie die sich das vorstellen...

kein wunder dass es immer weniger kinder gibt wenns einem so schwer gemacht wird von vielen chefs (sicherlich gibts auch ausnahmen...mir ist leider nur noch nie eine begegnet....)

lg, fusselchen mit babyboy 17+6

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17. Februar 2011 um 21:34


was ich vergessen hab... die härte war ja noch als er sagte dass er ihr den mutterschutz "zugesteht"... dachte er sie geht bis einen tag vor geburt auf arbeit, kriegt das kind aufm heimweg und sitzt am nächsten tag wieder im büro? der soll sich mal ne melone ausm po quetschen, am besten noch schön einreißen und am nächsten tag im büro so tun als wärs nix gewesen sowas macht mich echt nur sauer und das liegt nicht nur an den hormonen...

sorry dass es so lang geworden ist!

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17. Februar 2011 um 22:40

Hi
Daß Euer Chef ein A... ist, steht wohl gar nicht zur Diskussion.

Mutterschutz nach der Geburt ist nicht nur Euer Recht, sondern eine Pflicht. Selbst wenn Ihr es wolltet und schriftlich auf alles verzichtet, dürft Ihr in der Zeit gar nicht arbeiten. Punkt.

Elternzeit ist ein Recht. Ihr habt das Recht auf mind. 2 Jahre Elternzeit (wenn nicht gar 3). Ihr habt das Recht, danach wieder einen Arbeitsplatz in dieser Firma zu haben. Dieser muß "vergleichbar" sein.
Ihr habt leider nicht das Recht auf genau den gleichen Arbeitsplatz.
Während der Elternzeit habt Ihr mit Sicherheit auch Kündigungsschutz. Anders sieht es nach Beendigung der Elternzeit aus. Da seid Ihr wieder im Rennen, genauso wie jeder andere auch. Wenn es zu Kündigungen kommt, müßte das gut begründet sein, zumal wenn Ihr Kinder habt. Aber rein theoretisch ist es nicht unmöglich.

Wenn Euer Betrieb so groß ist, dann sollte der Chef sich mal lieber erkundigen, was das Gesetz so vorschreibt. Er bekleckert sich mit solchen Aussagen jedenfalls nicht mit Ruhm.
Du kannst sonst auch zum Betriebsrat gehen und Dich erkundigen, was alles passieren kann.

Und nach meiner Erfahrung, nach 2 Monaten wieder voll arbeiten, dazu nachts zig mal aufstehen und ein Baby füttern und beruhigen, das ist echt hardcore! Würd ich nie machen. Laßt Euch da bloß nicht drauf ein.

In Deinem Fall, reich die gewünschte Elternzeit ein (schriftlich, bis 7 Wochen vor ET) und warte es dann ab, am besten vorher beim Betriebsrat Rückendeckung holen. Und wenn Du sagst, Dir ist das wichtiger als der Job, dann einfach riskieren. Wenn Dein Chef Dich danach auf einen doofen Posten strafversetzt, dann ist das eben der Preis.

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17. Februar 2011 um 22:42
In Antwort auf cadi78

Hi
Daß Euer Chef ein A... ist, steht wohl gar nicht zur Diskussion.

Mutterschutz nach der Geburt ist nicht nur Euer Recht, sondern eine Pflicht. Selbst wenn Ihr es wolltet und schriftlich auf alles verzichtet, dürft Ihr in der Zeit gar nicht arbeiten. Punkt.

Elternzeit ist ein Recht. Ihr habt das Recht auf mind. 2 Jahre Elternzeit (wenn nicht gar 3). Ihr habt das Recht, danach wieder einen Arbeitsplatz in dieser Firma zu haben. Dieser muß "vergleichbar" sein.
Ihr habt leider nicht das Recht auf genau den gleichen Arbeitsplatz.
Während der Elternzeit habt Ihr mit Sicherheit auch Kündigungsschutz. Anders sieht es nach Beendigung der Elternzeit aus. Da seid Ihr wieder im Rennen, genauso wie jeder andere auch. Wenn es zu Kündigungen kommt, müßte das gut begründet sein, zumal wenn Ihr Kinder habt. Aber rein theoretisch ist es nicht unmöglich.

Wenn Euer Betrieb so groß ist, dann sollte der Chef sich mal lieber erkundigen, was das Gesetz so vorschreibt. Er bekleckert sich mit solchen Aussagen jedenfalls nicht mit Ruhm.
Du kannst sonst auch zum Betriebsrat gehen und Dich erkundigen, was alles passieren kann.

Und nach meiner Erfahrung, nach 2 Monaten wieder voll arbeiten, dazu nachts zig mal aufstehen und ein Baby füttern und beruhigen, das ist echt hardcore! Würd ich nie machen. Laßt Euch da bloß nicht drauf ein.

In Deinem Fall, reich die gewünschte Elternzeit ein (schriftlich, bis 7 Wochen vor ET) und warte es dann ab, am besten vorher beim Betriebsrat Rückendeckung holen. Und wenn Du sagst, Dir ist das wichtiger als der Job, dann einfach riskieren. Wenn Dein Chef Dich danach auf einen doofen Posten strafversetzt, dann ist das eben der Preis.

Ach ja
und Mutterschutz vor der Geburt ist eine Pflicht, auf die man zwar schriftlich verzichten kann, aber eine große Firma läßt sich darauf normal nicht ein. Sollte dann nämlich doch was passieren, könnte das auf die Firma zurück fallen.

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17. Februar 2011 um 23:03


hallo,

also ich würde schnellstmöglich mal mit dem Betriebsrat reden. Vllt können die dein Gespräch mit dem Chef ja begleiten? dann weiß dein Chef gleich, dass es ne gesetzliche Grundlage hat und du dir Unterstützung geholt hast. Und deine Freundin gleich mit ins Boot holen, kann doch net wahr sein

Alles Gute!

Liebe Grüße Ute

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18. Februar 2011 um 8:02


ich danke euch beiden! so ähnlich hatte ich es mir auch schon gedacht, zumal wenn einem die elternzeit zusteht per gesetz seh ich nicht drauf ein dass wir zum wohl des chefs drauf verzichten sollten... dem ists doch sch...egal wies uns und den babies dann geht, der gibt uns auch nix für die verpasste zeit....
bin echt enttäuscht, bin eigentlich immer gern dort arbeiten gegangen bis vor einiger zeit aber wenn jetzt sowas kommt

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