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Kleine Geburt statt AS

4. September 2012 um 22:44

Ich lese hier immer wieder, dass Frauen, die eine FG erleiden von ihren Ärzten sofort zur AS geschickt werden, egal in welcher Woche sie sind, wie die FG abläuft, wie die Frau sich fühlt.

Auch mir ging das bei meiner ersten FG so und ich habe in diesem Moment, in dem ich eh nicht wusste, wo oben und unten ist, einer AS am nächsten Tag zugestimmt.
Als sich bei der darauf folgenden Schwangerschaft abzeichnete, dass sie wohl auch in einer FG enden wird, habe ich mich sehr genau damit auseinander gesetzt und entschieden, dass ich meinem Körper die Chance geben möchte, das selbst zu schaffen. Ich hatte Schmerzen und habe stark geblutet, aber ich hatte die Möglichkeit mich zu verabschieden und die FG zu verarbeiten. Nach der AS dagegen war ich wie vor den Kopf gestoßen, auf einmal nicht mehr schwanger, "leer", nichts mehr da und ich hatte das Gefühl, als hätte das mit mir gar nichts zu tun gehabt.

Ich kann mir vorstellen, dass es Frauen gibt, die sich nichts schlimmeres vorstellen können, als einen "natürlichen Abgang", einer auch kleine Geburt. Ich finde aber, dass den Frauen die Möglichkeit gegeben werden sollte, selbst zu entscheiden wie sie mit ihrem Körper und dem Kind in sich umgehen möchten. Und nicht einfach ohne einen Hinweis auf andere Möglichkeiten ins KH geschickt werden. Aufgeklärt wird nur über das Risiko einer Infektion oder plötzlich eintretender starker Blutungen, aber dass man auch unter einer Ausschabung sehr leiden kann (ganz abgesehen von deren gesundheitlichen Risiken) wird verschwiegen. Viele Frauen wissen nicht, dass sie nach und während einer FG das Recht auf Hebammenbetreuung haben und dass es die Möglichkeit einer kleinen Geburt überhaupt gibt.

Ich möchte niemanden überreden, keine AS durchführen zu lassen, oder Frauen, die das möchten irgendwie zu nahe treten oder verletzen. Ich will Frauen, die sich in so einer schrecklichen Lage befinden ermutigen, sich selbst zu entscheiden, sich Zeit zu lassen und Vertrauen in ihren Körper zu haben.



Grüße,
etpat

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8. September 2012 um 16:31

Hi liebe sternchenmami..
Erstmal tut es mir schrecklich leid was du da durchmachen musstest..ich selber hatte im märz eine fg auch ein gewollter abgang weil ich mich übels dagegen gewährt habe eine as machen zu lassen(da ich selber in medizinischenbereich tätig bin)habe ich den chef arzt überzeugt eine woche zu warten und wenn es sich nicht selbst verabschiedet dann könnte er eine as machen..gesagt getan wurde von kkh entlassen sollte die woche abwarten und siehe da in 3tagen habe ich mens artige schmerzen als ob mein rucken auseinander ging geblutet wie wild und mich auch verabschiedet leider... Habe alle stückchen gesehen und jedesmal habe ich gedacht dass meine etscheidung richtig war..ich würde jedem raten sich eine as 3mal zu überlegen..

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14. September 2012 um 1:23

Hi ihr beiden!
Danke für eure Antworten!

@Winterzauber: So ähnlich war es bei mir auch. Ich glaube auch, dass der Körper selbst oft erst aktiv wird, wenn man selbst damit abgeschlossen hat, also wenn man bereit ist, das Kind gehen zu lassen. Bei meiner 3.FG hatte ich die ganze Zeit leichte Blutungen, hab mich aber immer noch an einen Rest Hoffnung geklammert. Irgendwann hat die (sehr geduldige) Ärztin gemeint, dass sie nicht glaubt, dass das noch irgendwie gut ausgehen kann. Zwei Tage später sind die richtigen Blutungen losgegangen. Wenn die Ärzte einen aber drängen, möglichst bald eine AS machen zu lassen, kann man diesen Punkt gar nicht erreichen, weil schlicht keine Zeit dazu ist! Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, ob man noch ein, zwei, drei Tage oder eine Woche abwartet.

@blaubeer: wenn so früh in der Schwangerschaft eine Fehlgeburt stattfindet, ist es normalerweise gar nicht nötig eine AS zu machen. Da ist noch so wenig Schwangerschaftsgewebe da! Eine Fehlgeburt in dieser Woche wird von den Frauen häufig auch nur als verspätete Mens wahrgenommen, wenn sie nicht vorher einen SST gemacht haben. Später in der Schwangerschaft, kann es häufiger sein, dass der Körper es nicht nicht schafft alles selbst abzustoßen. In dem Fall muss man dann evtl schon eine AS machen, um zu verhindern, dass sich die Reste in der Gebärmutter entzünden. Das muss aber nicht sofort gemacht werden, sondern es kann durchaus erst mal abgewartet werden, wie der Körper selbst zurecht kommt. Es besteht das Risiko einer Entzündung, die sich aber durch Schmerzen und Fieber äußert. In dem Fall sollte man sofort ins KH.

Das Risiko einer Infektion und das Vermeiden von Resten in der Gebärmutter sind die Hauptargument für eine AS. Außerdem besteht die Gefahr, dass es zu plötzlichen, starken Blutungen kommt. Eine AS stellt aber eben auch einen operativen Eingriff dar, der unter Vollnarkose durchgeführt wird und auch Risiken birgt! Ganz abgesehen von der zusätzlichen psychischen Belastung durch die OP. Nach einem natürlichen Abgang wird in der Regel nachdem die Blutung aufgehört hat, noch mal geschaut ob alles raus ist und der HCG Spiegel kontrolliert. Falls noch Reste da sind, kann eine Ausschabung nötig sein. Das ist aber nach einer Ausschabung nicht anders. Ich bin nach meiner AS nur knapp an einer zweiten vorbeigekommen, nach 10 Tagen waren (trotz AS!) noch Reste in der Gebärmutter, eine Woche später waren sie dann zum Glück weg.
Grund für eine AS kann z.B. aber auch sein, dass das Schwangerschaftsgewebe untersucht werden soll, das ist vor allem bei mehrfachen FGs interessant.

Ich finde es so schade, dass die Ärzte in diesem Fall so einseitig beraten und einem gar nicht das Angebot gemacht wird, es ohne AS zu probieren. Statt dessen jagen sie einem Angst ein... Tja, OPs lohnen sich eben fürs KH.

Ich weiß nicht, was dich noch interessiert...? Du kannst auch einfach mal "kleine Geburt" bei Google eingeben, da gibt es auch eine Menge Treffer und Informationen.


Viele Grüße,
etpat

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27. September 2012 um 12:26

Hallo an alle...
Also ich hatte im Mai auch eine Fg. Als festgestellt wurde das das Kind tod ist war ich in der 10 ssw es war schon knapp 2 wochen nicht mehr am leben...nun ich mag keine Krankenhäuser und wollte wenn möglich einen natürlichen Abgang...es ging nun aber so schnell das ich den tag nach der feststellung des todes gleich einen termin im KH hatte zur untersuchung,da wurde es mir bestätigt und für den nächsten tag ein termin zur AS gemacht...ich wusste nicht wo mir der kopf steht und wollte das nich und als ob es mein Körper wusste haben am gleichen abend die krämpfe und die blutung eigesetzt. Ich hatte mich vorher ja noch nicht weiter über die kleine Geburt informiert und also im KH angerufen für weitere informationen aber die waren nicht sehr begeistert und meinten ich sollte gleich kommen am besten aber das tat ich nicht...ich dachte wenn mein körper beschließt das kleibe ding nicht am leben halten zu können umd den vorgang schon eingeleited hat dann soll er den rest auch allein machen naja also hatte ich an dem abend den abgang...es sind schmerzen auf jeden fall und viel blut und man sollte es sich gut überlegen aber ich persönlich würde es wieder so machen weil ich es so besser finde...am nächsten tag hab ich also die OP abgesagt und bei der FA angerufen. Die schwester fand das nicht so toll wegen den resten die drin bleiben könnten aber die Ärztin hat mich toll unterstützt und mir alle zeit der welt versprochen und natürlich HCG wert und so gemessen... Nach eineinhalb wochen kam dann nochmal ein größerer rest ohne schmerzen und damit war die ärztin zufrieden...sie meinte auf den kleinen rest könnten wir erstmal bis zur regelblutung warten...und so wars auch die tage haben pünktlich einen monat nach der FG eigesetzt und den letzten rest "mitgenommen"... Und dann war alles ok...und sie meinte in manchen fällen ist die kleine geburt auch die bessere...klar früher gabs auch noch keine AS und unsere uromis hatten auch schon fehlgeburten und es überlebt und solange man sich von der ärztin untersuchen lässt ist gar nichts schlimmes dran,eher im gegenteil,für mich wars zum aktzeptieren wichtig...aber am ende muss es eh jeder für sich selbst entscheiden was für sie das beste ist...

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27. September 2012 um 13:17

Hallo ihr Lieben
Finde es gut, dass mal ueber das Thema gesprochen wird. Ich hatte im Mai auch eine FG und habe sehr viel darueber gelesen was man denn am besten machen sollte. In Deutschland ist es ein ganz normaler Prozess eine AS zu machen. Ich lebe im Ausland und in den meisten Laender kostet diese Operation sehr viel und daher geben viele Aerzte den Rat auf einen natuerlichen Abgang zu warten oder eine Abtreibungspille zu verwenden. Wir haben uns damals auch fuer diese zwei Varianten entschieden. Wir haben zwei Wochen lang gewartet und als nichts geschah, haben wir Cytotec genommen. Ich muss sagen, dass es eine sehr schockierende Erfahrung war, die uns viel Nerven gekostet hat. Der ganze Prozess hat ca. 4 Tage gedauert und ich habe sehr viel Blut verloren. Es war sehr schlimm alles zu sehen, aber auf der anderen Seite konnten wir uns verabschieden, ganz still und leise.

Viele Gruesse an alle Sternenmamas

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1. Oktober 2012 um 19:25

Amen!
jawoll etpat, schön, dass du auch einen thread dazu eröffnet hast. das sollte viel öfter gesprächsthema sein! danke.

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2. Oktober 2012 um 12:28

Hallo
möchte auch gerne kurz dazu was sagen. Ich hatte letztes Jahr eine FG in der 6. SSW und mein Arzt hat mir nicht mal ansatzweise vorgeschlagen, ich sollte eine AS machen lassen. Wenn der Körper es auf natürlichem Weg schafft, ist das meiner Meinung nach immer besser!

Allerdings muss ich dazu sagen, es war keineswegs ein Spaziergang!! Ich hatte wirklich tagelang schlimme Unterleibsschmerzen, vorangegangen natürlich eine starke Blutung die sich als FG heraus gestellt hat. Bis wir dann sicher waren, dass das Baby nicht zu retten ist, und dann hab ich erst angefangen Schmerzmittel zu nehmen.

Aber ich würde es wieder so machen! Mut haben und auf den Körper vertrauen!

Mädels, und auch wenn nicht, dass muss jede für sich selbst entscheiden!

Grüßle

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