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Kira ist endlich da trotz Ringelröteln

1. März 2010 um 22:36

Hallo! Ich möchte heute mal meine Geschichte aufschreiben und hoffentlich vielen Mut machen, damit sie nicht aufgeben!!! Nachdem die Ärztin meine Schwangerschaft feststellte, wurden bei mir die üblichen Vorsorgetests gemacht unter anderem auch gegen Ringelröteln (da ich Grundschullehrerin bin!) Es kam heraus, dass ich nicht gegen Ringelröteln sowie Taxoplasmose immun bin. Die Ärztin meinte, dass sei aber nicht so schlimm, ich solle einfach darauf achten ob Kinder einen Hautausschlag hätten. Naja, in der 12.SSW wurde ich krank (Grippesymptome). Die Ärzte meinten aber es sei alles ok. Etwa zwei Wochen später kam meine Direktorin zu mir und meinte ein Kind aus der 1.Klasse habe Verdacht auf
Ringelröteln. Also bin ich gleich nach Hause gegangen und zum Arzt. Der meinte das wäre alles nicht so schlimm. Machte auch keinen Bluttest. Am nächsten Tag hatte ich einen Ultraschalltermin, da zeigte das Kind schwere
Wassereinlagerungen rund um den Körper (schwerer Hydrops fetalis). Dann ging die ganze Tortur los. Sie
sagte mir es schaut sehr schlecht aus und es wäre kein gutes Zeichen wenn ein Kind so früh Wassereinlagerungen habe. Sie schickte mich gleich am nächsten Tag in ein Pränatalzentrum nach München.Mein Mann kam sofort nach
München und ging mit zu den Untersuchungen. Alleine hätte ich das alleswahrscheinlich nicht durchgestanden. In dem Zentrum hieß es erstmal drei Stunden warten. Der Arzt schaute sich das Kind und meinte: "schwerer
Herzfehler oder zu fünfzig Prozent ein Chromosomenfehler". Er meinte ich solle damit rechnen, dass ich die Schwangerschaft abbrechen muss. Das wir
natürlich völlig fertig waren, könnt ihr euch ja denken. Natürlich weinte ich da auch (wer würde da net weinen). Dann wollte er noch ne Punktion machen und meinte, entweder ich höre sofort auf zu weinen oder ich kann
gleich gehen. "Ich punktiere keine heulenden Weiber auf dem Tisch". Ach ja und er meinte noch ob wir denn überhaupt noch das Geschlecht des Kindes
wissen wollen. Mein Mann war auch ganz außer sich. Doch er blieb ruhig. Er meinte nur: "Natürlich schließlich ist es schon ein kleiner Mensch!"
Dann fing das Warten an. Am nächsten Tag gegen fünf Uhr haben wir endlich das Ergebnis bekommen: in der Direktuntersuchung ist kein Chromosomenfehler
erkennbar.
Am nächsten Tag bin ich gleich zur Blutuntersuchung gegangen, da ich im Internet gelesen habe, dass so ein hydrops häufig von Ringelröteln kommt.
Am Dienstag war das Ergebnis endlich da: ich bin mit Ringelröteln infiziert worden und das Kind hat sich höchstwahrscheinlich damit angesteckt!
Meine Frauenärztin in München meinte gleich, dass kind wird schwerst körperlich und geistig behindert sein. Mir bleibe da nichts anderes übrig als die Schwangerschaft sofort abzubrechen. (sie verwechselte das ganze
wahrscheinlich mit RÖTELN). Also machte ich einen Termin im Präntalzentrum in Nürnberg aus. Der Arzt dort erklärte uns, dass Ringelröteln eine sehr sehr schwere Krankheit für das Kind sei. Entweder das Kind überlebt das Ganze oder es stirbt innerhalb von sechs Wochen. Das Herz kann
aufhören zu schlagen. Aber es hat immerhin eine Chance, auch wenn es leider meistens nicht gut ausgeht und das Kind im Mutterleib verstirbt.
Doch der Arzt in Nürnberg war der erste Arzt der zu mir meinte, ein Abbruch käme für ihn im Moment gar nicht in
Frageb das Kind überlebt oder stirbt ist nicht unsere Entscheidung.
Leider war das Kind für eine Bluttransfusion noch zu klein. Wir mussten noch bis zur 17.SSW warten. Unsere Kleine hielt auch so tapfer durch. Leider verbesserte sich ihr Zustand nur langsam. Es bildete sich auch um das Herz herum ein Pericaderguss. In der 17.SSW wurde ich wieder nach München überwiesen zur Transfusion. Der Arzt dort meinte, dass Kind sei leider sehr klein und essei ein hohes Risiko. Im Ultraschall erkannte er aber, dass die Kleine sehr aktiv war. Das überraschte ihn, denn er meinte normalerweise liegen diese Kinder nur noch ganz still da. Unsere Kleine aber hatte sich mit der Situation abgefunden. So entschied er sich für die Transfusion. Doch die Nabelschnur war noch zu klein, also musste das Blut direkt ins Herz gespritzt werden. Ich bekam eine hohe Dosis Valium, so dass auch die Kleine fest schlief. Nur wenn sich das Kind nicht bewegt, war es möglich die Transfusion durch zu führen. Das funktionierte. Der HB-Wert vor der Transfusion war 2,1 und danach 8,6! Es war also ein Wunder, dass die Kleine überhaupt noch lebte. Nach der Transfusion verbesserte sich ihr Zustand zunehmend. Die Wassereinlagerungen verschwanden langsam. Es war auch keine weitere Transfusion notwendig! Nur der Pericaderguss um das Herz blieb noch. Erst gegen Ende der Schwangeschaft hatte sich das Herz vollständig erholt. Am 1.2.2010 kam unsere Kira Johanna völlig gesund auf die Welt. Es wurde sofort nach der Geburt ihr HB-Wert gemessen und auch ihr Herz untersucht. Alles völlig unauffällig. Sie war nur etwas kleiner und leichter: 46 cm und 2780 g. Aber jetzt ein Monat später, hat sie schon gut zugelegt: 50 cm und 3540g. Wir sind sehr stolz auf unsere kleine Kämpferin!! Sie wollte leben und hat es allen gezeigt!!!

Uns hat sehr erschreckt, wie schnell Ärzte zu einem Schwangerschaftabbruch tendieren, ohne den genauen Grund für die Erkrankung zu wissen und dem Kind
eine Chance zum Leben zu geben. Das war für uns schrecklich. Schließlich ist jedes Leben ein Geschenk Gottes und manche Ärzte gehen damit so unvorsichtig
um...

Also an alle, die in einer ähnlichen Situation sind: Gebt nicht auf, sondern kämpft gemeinsam mit euerem Kind!!!!


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8. März 2010 um 20:39

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH
DICKES BUSSELS ANS BABY UND MAMA !!!!!OTT BESCHÜTZE EUCH!

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