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Kinderwunsch: Warum eigentlich?

31. August 2002 um 19:18 Letzte Antwort: 2. September 2002 um 23:07

Hallo zusammen !

Also ich lese gerade ein Buch über EQ - emotionale Intelligenz und wie Eltern sie bei ihren Kindern fördern können.

Grundsätzlich stellt sich natürlich die Frage, ob es einen EQ überhaupt gibt. aber darum geht es mir hier jetzt nicht !

Ein Kapitel in diesem Buch befaßt sich mit dem Wunsch, Kinder zu bekommen.

Die Tatsache, das wir uns heute frei für oder gegen ein Kind entscheiden können, ist noch sehr jung, diese Frage stellte sich unseren Großeltern oder vielleicht unseren Eltern noch gar nicht.

kein Wunder also, das wir unsicher sind und keine wirkliche Antwort über diese Frage des Kinderkriegens bekommen können!

" Ein Grund könnte der Wunsch von 2 Menschen sein, etwas gemeinsam zu schaffen, daß ihrer Liebe Ausdruck verleiht.

... Der Philosph Dieter Thomä sagte mal ganz nüchter: " Wenn 2 Menschen ihrer Liebe mit einem Kind ein Zeichen setzten wollen, übersehen sie bei diesem Vorhaben, daß sich mit der Geburt statt des erwarteten Zeichens ein Mensch einstellt, daß aus dem Liebespaar, einer liebenden Einheit, plötzlich eine Dreiecksbeziehung einstellt."

Wir knüpfen also bestimmte Erwartungen an unser Kind, das wir wollen. Es tauchen so Sätze auf wie " Du sollst es mal besser haben als wir".

Wir legen unseren Kindern eine große Bürde auf, die sie vielleicht gar nicht wollen.

Wir sind stolz auf Leistungen, die nicht wir sondern unser Kind erbracht hat.

Die Liebe, die die Kinder empfangen, ist nicht bedingungslos.

Die wahre Begabung eines Kindes geht in den Erwartungen der Eltern oft unter.

Wenn wir Eltern aber versuchen, ohne den " selbstvertretenden Ehrgeiz" auszukommen, verlieren wir vielleicht die Hoffnung auf ein Genie in der Familie, gewinnen dafür allerdings viel.

Denn diese bisweilen recht fremde jungen Menschen sind für überraschungen gut. Sie können mit Begabungen bereichern, von denen sich bisher niemand etwas hat träumen lassen.

Läßt man die Gründe, die Menschen dafür haben können, sich Kinder zu wünschen, Revue passieren, so stellt man fest, daß sie allesamt angreifbar sind. Kein _Wunder, wie Thomä zu bedenken gibt, schließlich kommt dieser Wunsch "von aussen", von " Menschen, die noch keine Eltern sind."

einen triftigen Grund könnte es jedoch geben. Und der hat den Vorteil, das man ihn auch gut heißt, wenn das Kind längst auf der Welt ist:
Daß es nämlich, trotz aller Strapazen, verlockend sein könnte, 2 Jahrzehnte mit ihm leben zu dürfen.

Wir leben nicht in sondern mit unseren Kindern.
Der Weg ist das Ziel: daß auch dem Kind ein mündiger, selbstständiger, verantwortlicher Erwachsener wird.

Das ist Ihnen zu prosaisch? Nun, es ist ja auch viel Arbeit !"

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Entschuldigt bitte den vielen Text, aber ich fand diese Worte so passend und sie machten mich so nachdenklich, das ich es einfach hier mal reinschreiben wollte !!!

LG von Romara

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2. September 2002 um 23:07

Meine Liebe !
Ich danke Dir für Deine Antwort, hatte schon Angst, es interessiert niemanden !!!

Dabei ist es doch so wichtig mal darüber nachzudenken, denn Kinder sind kein Besitz sondern nur für die ersten Jahre geliehen, oder ?!

Auch ich vergesse es manchmal und bin diejenige, die Macht ausübt, ohne darüber nachzudenken.

Wie meinst Du das? Lieben und Loslassen? In Bezug auf Deine Kinder?

Ja, sie werden wohl langsam erwachsen und sie loszulassen fällt wohl immer schwer, egal, in welchem Alter sie sind.

LG von Romara

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