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Kinderwunsch und Arbeit

18. Dezember 2018 um 23:07 Letzte Antwort: 21. Dezember 2018 um 10:41

Hallo zusammen! 
Ich bin momentan ziemlich frustriert und würde gern wissen, wie ihr mit der Situation umgehen würdet oder ob ihr schonmal in dieser Situation wart.

Ich bin fast 29 und erst seit 1,5 Jahren erwerbstätig. Davor habe ich eine Ausbildung gemacht (3 Jahre) und darauf aufbauend direkt studiert (4,5 Jahre). Daher bin ich leider erst mit 27 in den Beruf eingestiegen. Bei meinem Job habe ich gleich einen Volltreffer gelandet: die Arbeit macht Spaß, der Betrieb ist gleich vor der Haustür, es wird mehr als gut bezahlt. Leider war es eine Elternzeitvertretung. Dann passierte das für mich unerwartete: Die Stelleninhaberin kehrte nicht an ihren Arbeitsplatz zurück, ich erhielt die Stelle nach gut 1,5 Jahren. Leider hat man mir erneut einen sachgrundlos befristeten Arbeitsvertrag für 2 Jahre gegeben. Mittlerweile weiß ich, dass dies nicht rechtens ist und dieser Vertrag im Prinzip unbefristet ist. 

Für meinen Freund und mich stand von Anfang an fest, dass wir ein Kind wollen. Durch das Studium und den späten Einstieg in die Erwerbstätigkeit konnten wir diesen Wunsch leider noch nicht realisieren. Da durch die Elternzeitvertretung auch zu erwarten war, dass ich anschließend eine neue Stelle antreten werde, rückte der Wunsch in immer weitere Ferne. Nun sitze ich aber immer noch auf derselben Stelle, habe einen (rechtlich gesehen) unbefristeten Arbeitsvertrag und verdiene genug, um mir eine längere Elternzeit zu finanzieren. Wir würden am liebsten sofort loslegen... Wäre da nicht die Angst um den Arbeitsplatz. In meiner Zeit als Vertretung hatte ich zwei wichtige Aufgabenblöcke nicht übertragen bekommen, die nun auch bei mir liegen. Zudem handelt es sich bei diesem Posten um eine sehr verantwortliche (leitende) Position, die nur durch eine Person (ich) besetzt ist, d. h. ein Ausfall könnte nicht durch einen anderen Kollegen kompensiert werden. Keiner würde mir ernsthaft glauben, dass eine Schwangerschaft ein "Unfall" gewesen wäre, ich denke auch, dass meine Vorgesetzte ziemlich enttäuscht von mir wäre, wenn ich jetzt schwanger werden würde und dann noch mit 18 Monaten Elternzeit um die Ecke käme. Andererseits denke ich, dass ich, wenn ich schwanger werden würde, über zwei Jahre auf diesem Posten gewesen wäre und andere nach so einer Zeit auch mal Kinder kriegen. Es sind also Gewissensbisse gepaart mit Ängsten, dass sie mich irgendwie kündigen würden nach der Elternzeit, was immer irgendwie möglich ist. Und das wäre eine Katastrophe, da mein Freund zu wenig verdient (einen Verdienstausfall bzw. niedrigeren Verdienst von mir nicht kompensieren könnte) und ich definitv pendeln müsste bei einem Arbeitgeberwechsel (strukturschwache ländliche Region mit flächendeckend schlechter Bezahlung - auch mit Studium). 

Jetzt überlege ich, im Mai 2019 die Pille abzusetzen, um das kommende Jahr noch voll arbeiten gehen zu können bzw. genügend ansparen zu können und dann aber endlich ein Kind zu bekommen. Wir haben aber auch Angst, dass es nicht sofort klappt und wir jetzt die Zeit verschenken... 

Und irgendwie denke ich immer: Es kann doch nicht sein, dass ein Kind solche Konsequenzen haben könnte...

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19. Dezember 2018 um 9:14

Hallo,
ich kenne deine Gedanken, auch wenn ich nich den super Traumjob hatte. Aber ich habe gelernt, dass für mich Familie vor dem Job steht.
Ich hatte bei meiner 1. Schwangerschaft auch auf den Arbeitgeber Rücksicht genommen&habe gewartet. 
Dann hatte ich eine Fehlgeburt&mein Vertrag wurde nicht verlängert...
Deswegen habe ich im neuen Job nicht mehr so lange gewartet. Da wurde ich schnell mit meinem Sohn schwanger.
Nun bin ich auch erst kurz im neuen Job&frisch schwanger&im Beschäftigungsverbot. Mir tut es für die Kollegen Leid, aber ich denke an meine Familie. Jetzt passt es für uns. Und wer weiß, wie es sonst weiterginge...
Das hat mich leider meine Erfahrung gelehrt. Auf mich nimmt keiner Rücksicht, also tu ich es auch nicht...
Und als Unfall würde ich es persönlich nicht verkaufen. Du hast das Recht schwanger zu werden.


Liebe Grüße

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19. Dezember 2018 um 11:40

Sehe ich genauso wie näheule. Familie geht in gewissen " zeiträumen" einer Frau in den besten Jahren eben vor.  Deine Chefin weiss das doch ganz genau. Über die offizielle entfristung des Vertrages solltest du aber noch mal sprechen, damit das wirklich klipp und klar ist. Pille absetzen im Mai klingt gut. Kann ich nur empfehlen, da es bei mir zum Beispiel ziemlich lange gedauert hat mit dem schwanger werden nach absetzen der Pille.

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21. Dezember 2018 um 10:41

Ich kenne das Problem mit dem Gewissen, da ich nach 7 Monaten in der Stelle schwanger geworden und ins beschäftigungsverbot gegangen bin.

Hinterher denke ich folgendes: da wir als Frauen nun einmal die Kinder kriegen, sollten wir uns deshalb keinesfalls schlecht fühlen. Auch die Zeit, die man hinterher mit dem Kind zu Hause verbringt, sollte nicht vom Arbeitgeber abhängen. Der hat eigentlich keinen Nachteil dadurch, wenn er die Stelle besetzen kann. Ubd das geht bei deiner Stelle gewiss auch, egal, wie anspruchsvoll der Posten ist.

Eine ss schützt dich vor der Kündigung. Ich habe es mir vom fa schriftlich bestätigen lassen, bevor ich es meiner Chefin gesagt habe. Ich glaube, dass eine Befristung dadurch auf Eis gelegt, also um die ss und bestimmt auch Elternzeit verschoben wird, aber klar, kläre das. Wenn das nicht rechtens ist, solltest du das eh klarstellen.

Wenn du das geklärt hast, dann fang doch ruhig im Mai an, wenn ihr das wollt. Kann ja manchmal auch dauern, bis sich der Wunsch erfüllt.

viel Glück wünsche ich dir!

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