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Kinderwunsch und Abtreibung

9. Januar 2015 um 8:40

Hallo zusammen!

Ich befinde mich in einer verwirrenden Situation...

Kurz zusammengefasst:

Mein Mann und ich versuchen seit über einem Jahr schwanger zu werden - leider klappt es nicht. Bei mir ist soweit alles gecheckt, was im Vorfeld gecheckt werden kann.
Er hatte einen ersten Spermatest, der sehr schlecht ausgefallen ist. Wir lassen jetzt nochmal testen und schauen dann weiter. Alles in allem ist es aber sehr traurig, weil wir beide Angst haben, dass es für uns nicht klappt, mit dem Wunsch nach einem Kind, nach Familie.
Mein Mann ist gegen Adoption oder Samenspende - was ich verstehen kann. Es bedeutet aber, dass bei Unfruchtbarkeit seinerseits keine Chance auf Familie besteht. Das wäre uns sehr hart...und ich hoffe, es kommt nicht so weit.

Nun habe ich eine Schwester. Sie hat ein kleinen Käfer (1 Jahr alt), den ich über alles liebe. Ich bin seine Patentante und natürlich seine Tante Er ist das schönste, was ich je gesehen habe und mit ihm zusammen zu sein, macht mich richtig glücklich. Während der Zeit, die vergangen ist, habe ich meine Schwester unterstützt, sie einmal pro Woche besucht, ihr Mut gemacht. Es war für sie nicht ganz einfach mit dem Kind. Sie hat es sich gwünscht und soweit ist alles i.O. Aber sie fühlte sich der Aufgabe niemals ganz gewachsen. In der Zeit sind wir uns sehr nahe gekommen und das habe ich sehr genossen. Natürlich habe ich ihr immer von meinem Kinderwunsch berichtet - von den Versuchen und dem vermeintlichen Ziehen in der Seite, dem Warten und dem Spermatest...der Hoffnung und der Angst. Das hat mir sehr gut getan

Sie erzählte mir schon vor einigen Monaten, dass sie und ihr Mann kein zweites Kind wollen. Das war eine definitive Entscheidung und ich konnte sie verstehen, weil die Zeit für sie sehr schwer war.

Nun ist sie aber schwanger - ungewollt. Und als sie es mir sagte (sie wollte es mir zuerst aus Rücksicht auf meine Situation nicht sagen), da freute ich mich zuerst riesig. Ich konnte gar nicht anders...bis sie mir sagte, dass sie es vielleicht wegmachen lässt, weil sie nicht will und nicht klar kommt mit zwei Kindern.
Wir sprachen dann den ganzen Nachmittag zusammen. ich versuchte ihr Mut zu machen und sie zu stärken. Ich bin charakterlich etwas anders als sie...ich wage mehr, finde, es gibt für alles eine Lösung. Sie ist eher der ängstliche Typ...unsicher. Allerdings sagte ich ihr auch, dass es ihre und die Entscheidung ihres Mannes wäre - dass ich sie unterstütze, was immer auch geschieht und dass sie ganz sicher die richtige Entscheidung treffen werde!
Gestern sagte sie mir dann, dass sie sich für die Abtreibung entschieden hat. Ich schrieb ihr, dass ich das verstehe und dass ich sie ganz arg lieb habe und sie bei allem unterstütze.

Trotzdem musste ich ganz fürchtlicher weinen. Es ist einfach so traurig alles zusammen. Hm...Und warum schreibe ich das überhaupt hier rein? ...hat vielleicht jemand von euch ähnliche Erfahrungen gemacht?

Ich bin total durcheinander. Da ist Liebe und Verständnis für meine Schwester - ich will für sie da sein und ihr helfen.

Da ist aber auch Wut, weil sie nicht aufgepasst hat, obwohl sie kein zweites Kind wollte...und es ist auch Traurigkeit da, weil die Natur so ungerecht verteilt...die es wollen, kriegen es ncht, die es nicht wollen, kriegen es und lassen es gehen...

Liebe Grüsse





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