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Kinderwunsch, Fehlgeburt - Umgang mit Schwangeren und Babys

8. Mai um 22:39

Hallo liebes Forum

Ich bin neu hier und suche etwas Verständnis für meine Situation. Meine Gyn und auch einige Freunde sagen, es geht in bestimmten Phasen des Kinderwunsches wirklich jeder Frau so, dass der Anblick glücklicher Schwangerer oder kleiner Babys weh tut, je nach persönlicher Vorgeschichte eben mehr oder weniger.

Ich bin fast 32, seit einigen Jahren werden eigentlich alle außer mir schwanger und im letzten Oktober hatte ich eine relativ dramatische Eileiterschwangerschaft (die gibt es vermutlich nicht ohne Drama). Hätte ich eine Freundin oder Mitmenschen, bei denen es auch noch nicht so eilig ist und bei denen ich sagen kann, ja die lassen sich auch noch Zeit, würde es mir sehr viel besser gehen. Stattdessen wird es eher schlimmer als besser mit den Schwangerschaften in meinem Umfeld. Die Ärzte meinten alle, ich sollte nicht mehr so lange warten mit weiteren Versuchen (böse Schilddrüse und so), biologisch und statistisch wird es ja nicht leichter und die allgemeine Entwicklung, damit noch bis in die späten 30er warten zu können, würde sich ja bitter rächen. So weit, so wahr. Ich denke, das wird schon bald klappen und solange es keine mir näherstehenden oder Verwandten Menschen sind, tun mir Babys und Kugeln auch gar nicht weh im Gegenteil, der Anblick lässt mich hoffnungsvoll frohlocken.

Hier jetzt die Situation: mein Stiefvater hat seine Familie Ende des Jahres zu einem Urlaub zur Feier seines Geburtstags eingeladen. Kürzlich kam heraus, dass meine Stiefschwester, eine seit über 20 Jahren überzeugte Kinderlose, schwanger ist. Für den neuen Erdenbürger und den extrem sehnsüchtigen Vater freut mich das natürlich und ich wünsche der kleinen Familie nur das beste. Kontakt gibt es wegen verschiedener Wohnorte eigentlich selten bis nie. Nun bekomme ich aber etwas feuchte Hände und Herzklopfen bei dem Gedanken, mit dem Jungen Glück und frisch geschlüpften Baby eine Woche lang am Strand Weihnachten und Silvester feiern soll. Es versetzt mir einen schmerzhaften Stich ins Herz, ich fühle mich schon beim Gedanken daran ausgegrenzt und so traurig wie die Frauen in den ICSI-Strängen, die schon wieder einer anderen Userin zur Schwangerschaft gratulieren muss, während sie seit Jahren nur zuschaut. Ich weiß auch aus etlichen Dokus, Foren und Gesprächen mit Kolleginnen, dass alle mit Kinderwunsch und oder Fehlgeburt die Nähe zum vollendeten Babyglück nicht allzu schön finden. Es ist also normal, sich da eher unwohl zu fühlen.

Ich glaube, bei meinen Eltern löst das schon jetzt sehr viel Argwohn und Missfallen aus. Dort könnte ich nicht mal aussprechen, dass mich die Reise mit Unwohlsein erfüllt. Ich würde direkt als gestört abgestempelt und dass ich in Therapie gehöre. Da weiß ich jetzt auch nicht, was mehr weh tut. Da täglich rund um die Uhr mit Baby und jungen Eltern zu sitzen (leider kann mein Freund nicht mit, ich wäre als einzige da allein), oder die starke Antipathie von Mutter und Stiefvater. Würde ich sogar sagen, ich kann das nicht ich will da nicht mit, bräche ein Sturm der Entrüstung los.

Zum Glück ist bis dahin noch etwas Zeit und vielleicht habt ihr einen lieben Rat. Bitte keine bösen Kommentare, wenn das möglich ist, lese aber eigentlich immer nur sehr liebe Beiträge in solchen Foren. Daher hab ich mich jetzt einfach mal anvertraut.

Falls die Frage kommt: wieso wirst du nicht auch einfach schwanger? Das geht die nächsten Monate sehr schlecht oder unvernünftig, ich habe noch ausstehende Impfungen die das verbieten, meine Schilddrüse muss unbedingt noch etwas besser eingestellt werden und wir suchen eine Wohnung denn hier wäre nicht mal Platz für ein Bettchen (Partner und ich bewohnen je eine süße Mini-Zweiraumwohnung, perfekt für eine Person, aber null Platz für zwei oder gar drei).

Danke für das lesen und viele Grüße
Marie

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9. Mai um 1:59

Hallo Marie,

ich kann die emotionale Zwickmühle, in der du dich befindest, nachvollziehen, das ist eine sehr schwierige Situation. Sehr schade, dass deine Eltern kein Verständnis für deine Lage haben. Es wäre schließlich möglich, Verständnis für dich zu haben und sich trotzdem für die andere Tochter/Stieftochter zu freuen.

Aber warum du den Urlaub in jedem Fall antreten "musst", verstehe ich nicht so recht..?
Über Weihnachten und Silvester - und dein Partner kann nicht mit? (Da ihr nach einer gemeinsamen Wohnung sucht und einen gemeinsamen Kinderwunsch habt folgere ich, dass ihr schon länger zusammen seid...?)
Das wäre für mich (bin seit 20 Jahren mit meinem Mann zusammen, er ist 37 ich gerade noch 36) ein absolutes no-go gewesen.
In den ersten 1-2 Jahren war es noch anders (da waren wir auch noch sehr jung), aber danach wollten wir Weihnachten und Silvester immer gemeinsam verbringen - und haben unseren Eltern das auch deutlich zu verstehen gegeben.

Wir fanden es offengestanden sehr merkwürdig  als der Bruder meines Mannes und seine Freundin (er 34, sie Ende 20) nach drei Jahren Beziehung und mit gemeinsamer Wohnung an Weihnachten jeweils zu ihren Eltern gingen, um zu feiern.
Eltern müssen doch verstehen, dass Kinder auch irgendwann ihr eigenes Leben beginnen - und selbst eine Familie beginnen wollen. Wie soll das funktionieren, wenn man bis in die späten 30er ohne Partner mit seinen Eltern Weihnachten feiert...?


Wenn ich ehrlich bin würde ich hier einen Ansatzpunkt sehen, dem für dich unangenehmen Urlaub zu entkommen.
Wenn deine Eltern kein Verständnis für deine emotionale Lage bzgl. der Schwangerschaft deiner Stiefschwester haben, solltest du einfach betonen, dass du über Weihnachten und Silvester nicht so lange von deinem Partner getrennt sein möchtest.
Schließlich seid ihr doch selbst dabei, eine Familie zu gründen - ja, hättet sie Ende des Jahres sogar bereits, wenn die Eileiterschwangerschaft eine normale Schwangerschaft gewesen wäre...
Das müssen Eltern unter normalen Umständen doch verstehen.

Ich würde an deiner Stelle versuchen, die ganze Angelegenheit auf diese Ebene zu heben anstatt die Schwangerschaft deiner Stiefschwester als Grund zu nehmen.

Ich wünsche dir alles Gute, und dass du eine für dich gangbare Lösung findest!

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9. Mai um 13:49
In Antwort auf user14997

Hallo liebes Forum

Ich bin neu hier und suche etwas Verständnis für meine Situation. Meine Gyn und auch einige Freunde sagen, es geht in bestimmten Phasen des Kinderwunsches wirklich jeder Frau so, dass der Anblick glücklicher Schwangerer oder kleiner Babys weh tut, je nach persönlicher Vorgeschichte eben mehr oder weniger. 

Ich bin fast 32, seit einigen Jahren werden eigentlich alle außer mir schwanger und im letzten Oktober hatte ich eine relativ dramatische Eileiterschwangerschaft (die gibt es vermutlich nicht ohne Drama). Hätte ich eine Freundin oder Mitmenschen, bei denen es auch noch nicht so eilig ist und bei denen ich sagen kann, ja die lassen sich auch noch Zeit, würde es mir sehr viel besser gehen. Stattdessen wird es eher schlimmer als besser mit den Schwangerschaften in meinem Umfeld. Die Ärzte meinten alle, ich sollte nicht mehr so lange warten mit weiteren Versuchen (böse Schilddrüse und so), biologisch und statistisch wird es ja nicht leichter und die allgemeine Entwicklung, damit noch bis in die späten 30er warten zu können, würde sich ja bitter rächen. So weit, so wahr. Ich denke, das wird schon bald klappen und solange es keine mir näherstehenden oder Verwandten Menschen sind, tun mir Babys und Kugeln auch gar nicht weh im Gegenteil, der Anblick lässt mich hoffnungsvoll frohlocken. 

Hier jetzt die Situation: mein Stiefvater hat seine Familie Ende des Jahres zu einem Urlaub zur Feier seines Geburtstags eingeladen. Kürzlich kam heraus, dass meine Stiefschwester, eine seit über 20 Jahren überzeugte Kinderlose, schwanger ist. Für den neuen Erdenbürger und den extrem sehnsüchtigen Vater freut mich das natürlich und ich wünsche der kleinen Familie nur das beste. Kontakt gibt es wegen verschiedener Wohnorte eigentlich selten bis nie. Nun bekomme ich aber etwas feuchte Hände und Herzklopfen bei dem Gedanken, mit dem Jungen Glück und frisch geschlüpften Baby eine Woche lang am Strand Weihnachten und Silvester feiern soll. Es versetzt mir einen schmerzhaften Stich ins Herz, ich fühle mich schon beim Gedanken daran ausgegrenzt und so traurig wie die Frauen in den ICSI-Strängen, die schon wieder einer anderen Userin zur Schwangerschaft gratulieren muss, während sie seit Jahren nur zuschaut. Ich weiß auch aus etlichen Dokus, Foren und Gesprächen mit Kolleginnen, dass alle mit Kinderwunsch und oder Fehlgeburt die Nähe zum vollendeten Babyglück nicht allzu schön finden. Es ist also normal, sich da eher unwohl zu fühlen. 

Ich glaube, bei meinen Eltern löst das schon jetzt sehr viel Argwohn und Missfallen aus. Dort könnte ich nicht mal aussprechen, dass mich die Reise mit Unwohlsein erfüllt. Ich würde direkt als gestört abgestempelt und dass ich in Therapie gehöre. Da weiß ich jetzt auch nicht, was mehr weh tut. Da täglich rund um die Uhr mit Baby und jungen Eltern zu sitzen (leider kann mein Freund nicht mit, ich wäre als einzige da allein), oder die starke Antipathie von Mutter und Stiefvater. Würde ich sogar sagen, ich kann das nicht ich will da nicht mit, bräche ein Sturm der Entrüstung los. 

Zum Glück ist bis dahin noch etwas Zeit und vielleicht habt ihr einen lieben Rat. Bitte keine bösen Kommentare, wenn das möglich ist, lese aber eigentlich immer nur sehr liebe Beiträge in solchen Foren. Daher hab ich mich jetzt einfach mal anvertraut. 

Falls die Frage kommt: wieso wirst du nicht auch einfach schwanger? Das geht die nächsten Monate sehr schlecht oder unvernünftig, ich habe noch ausstehende Impfungen die das verbieten, meine Schilddrüse muss unbedingt noch etwas besser eingestellt werden und wir suchen eine Wohnung denn hier wäre nicht mal Platz für ein Bettchen (Partner und ich bewohnen je eine süße Mini-Zweiraumwohnung, perfekt für eine Person, aber null Platz für zwei oder gar drei).

Danke für das lesen und viele Grüße 
Marie

klar ist es schwierig

aber immerhin kann sie nichts dafür

du würdest dir selbst keinen gefallen tun wenn du daheim bleibst weil das wohl die beziehung zwischen euch zerstören würde....

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