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Kinderwunsch, aber die Rahmenbedingungen sprechen dagegen

21. April um 19:30 Letzte Antwort: 21. April um 19:35

Hallo zusammen! Ich bin neu hier

Ich stecke aktuell in einer - für mich - ganz schwierigen Situation. Seit einiger Zeit entwickelt sich bei mir ein starker Kinderwunsch. Nun sind die Rahmenbedingungen aber aktuell nicht gerade optimal. Das hat auch ein wenig mit meiner Vorgeschichte zu tun.
Erstmal grundsätzlich zu mir: ich bin junge 23, aktuell im Masterstudium und in einer frischen Beziehung (4 Monate).

Lange war ich davon überzeugt, dass ich keine Kinder möchte. Das lag insbesondere daran, dass ich unter schweren Depressionen gelitten habe. Dazu kommt, dass ich dann auch noch in eine toxische Beziehung geraten bin, in welcher mein Partner mir regelmäßig enormen psychischen Schmerz zugefügt habe. Vor etwa zwei haben wir uns dann getrennt und ich habe fast ein Jahr gebraucht um mich von der Beziehunh zu erholen. Nun geht es mir, vor allem psychisch, bedeutend besser, ich konnte vor knapp einem halben Jahr sogar mein Antidepressivum absetzen.

Mein neuer Partner, fühlt sich für mich - wie man so schön sagt - einfach wie "der Richtige" an. So sehr, dass ich mir das erste Mal in einer Beziehung tatsächlich, ohne Angst davor zu haben, vorstellen kann (ja sogar wünsche) diesen Menschen zu heiraten. Wir haben schon von Beginn an ein Level an Vertrautheit, als ob wir uns seit Ewigkeiten kennen. Ich habe den Eindruck ihm bedingungslos vertrauen zu können. Auch mit seiner Familie verstehe ich mich hervorragend (so kenne ich das aus meinen vergangenen Beziehungen gar nicht).

Ich merke (auch wenn ich es noch nie aktiv angesprochen habe), dass wir beide viel über das Thema Kinder nachdenken. Nun sind wir aber beide noch mitten im Masterstudium, beide erst 23 (na gut, knapp 24) und vor allen Dingen noch kein Jahr zusammen. Und wir haben beide eigentlich auch große Pläne für die Zeit nach dem Studium und möchten gerne erstmal ins Berufsleben starten.

Dennoch kommt ständig dieses Thema auf, á la "Wenn wir (mal) ein Kind haben...", "Wie wär es eigentlich, wenn du schwanger wärst..." und so weiter. Mein Freund träumt sogar seit einiger Zeit häufiger, dass ich schwanger bin oder wir bereits ein Kind haben. Zudem habe ich schon vor der Beziehung gemerkt, dass ich einen starken Kinderwunsch entwickle. Ständig stelle ich mir vor schwanger zu sein und konsumiere auch viel Social Media von (jungen) Müttern.

Alle Rahmenbedingungen sprechen aber aktuell dagegen, das Alter, die junge Beziehung, das Studium, viele Pläne für die nächsten Jahre (und unsere junge Beziehung).
Und auch wenn ich es vielleicht unterbewusst möchte, weiß ich auf einer Vernunftebene, dass nun einfach nicht die richtige Zeit dafür ist. Das frustriert mich an manchen Tagen enorm. Vor allem, weil zwar in meinem privaten Umfeld keiner aktiv in der Familienplanung steckt, aber ich ständig v.a. im Social Media damit konfrontiert werde.

In mir kämpft gerade meine Vernunft gegen diesen sehr emotionalen Wunsch in mir. An manchen Tagen bin ich wirklich ratlos. Ich habe das Thema schon vorsichtig bei einer sehr guten Freundin angesprochen, die mich zwar versteht, mir aber auch immer wieder Vernunft einredet. Sie kann meinen Wunsch nachvollziehen, vor allen Dingen, weil es ihr ähnlich geht. Aber anders als ich ist sie mit ihrem Partner bereits knapp 2 Jahre zusammen und wohnt auch mit ihm in einer Wohnung.

Mein Freund und ich verbringen zwar aktuell Corona-bedingt fast jeden Tag und fast jede Stunde gemeinsam, dennoch wohnen wir nicht zusammen und das wird vermutlich auch vorerst nicht passieren. Er geht in einigen Monaten für ein halbes Jahr für ein Praktikum in eine andere Stadt und ich werde (vermutlich) in eine neue WG ziehen. Auch er fühlt sich in seiner WG sehr wohl. Ich habe schon früh das Thema angesprochen, aber er meinte dazu nur "Wir haben doch noch alle Zeit der Welt dafür". (Das hat mich tatächlich ein bisschen frustriert. Andererseits genieße ich das WG-Leben aktuell auch noch sehr und will das nutzen solange ich noch kann.

Geht oder ging es jemandem ähnlich? Hatte jemand von euch schon früh einen Kinderwunsch, der nicht in Erfüllung gegangen ist/gehen konnte?

Ich freue mich auf euren Input!
Viele Grüße,
Suedwind
 

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21. April um 19:35

Ich habe vollkommen vergessen zu erwähnen, dass ich mir vor ca. 2 Monaten nun für 3 Jahre die Hormonspirale (Jaydess) hab einsetzen lassen, weil ich mit meinen vorherigen Verhütungsmethoden nicht klargekommen bin (erst Pille, dann Nuvaring, dann nur Kondom). Ich habe aktuell noch - um meine Periode herum - Unterleibsschmerzen. Mein Freund meinte dazu nur: "Wenn du sie nicht verträgst, kannst du sie ja vielleicht auch wieder entfernen lassen?" Und auch vorher hatten wir einmal die Situation, das war tatsächlich ein wenig seltsam, dass uns das Kondom gerissen ist (wir konnten es zu dem Zeitpunkt beide schon nicht mehr erwarten mit der Spirale dann endlich das Kondom wegzulassen) und wir beide eher so "Puh ja, naja. Pille danach? Ist das gerade wirklich notwendig? Hab ich überhaupt meine fruchtbaren Tage und wie groß wird die Wahrscheinlichkeit schon sein, dass ich jetzt doch schwanger bin." gedacht haben. Letztendlich hab ich die Pille danach dann doch genommen.

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