Forum / Schwangerschaft & Kinderwunsch

Kinder gegen Einsamkeit?

Letzte Nachricht: 19:56
M
maui999
20.04.22 um 15:42

Hallo zusammen,

Ich wollte mal fragen wie ihr das sieht und eure Meinungen dazu wissen. 

Ich habe bereits eine 7 jährige Tochter. Möchte nun unbedingt noch ein Kind. Mein Freund ist so gut wie nie da. Er arbeitet viel privat wie beruflich und macht viele andere Sachen. 
Ab und zu machen wir am Wochenende Ausflüge und Urlaub natürlich. Aber den größten Teil bin ich mit meiner Tochter alleine. 

Ich habe auch das Gefühl, dass mein Freund sich vorm Familienleben drückt. Wenn unsere Tochter mal schwierig wird und es Streit gibt, fährt er in seine Werkstatt und übernachtet dort auch. 
Mittlerweile bin ich das alles schon gewohnt und meine Tochter und ich sind gut eingespielt. Außerdem habe ich meine Eltern nebenan. Deswegen bin ich nicht alleine, wenn ich nicht alleine sein will. 
Aber ich glaube mein Freund wird sein Leben lang eher ein Einzelgänger sein und ich viel allein. 

Ich liebe ihn und will mit ihm zusammen bleiben. 
Ich habe einen extremen zweiten Kinderwunsch. Er nicht. Ihm ist es egal. Wenn ich noch eins will kann ich sozusagen noch eins haben. 
Aber die ganze Arbeit und das alleine sein und gebunden sein, da hab ich wieder sehr Respekt davor. 

Aber ich denke, wenn ich meine Kinder habe und die mal groß sind hab ich wenigstens die in meinem Leben. 

Natürlich auch nicht ständig. Aber irgendwie ja doch bei gewissen Anlässen. 

Ich bin jetzt 33. Meine Tochter wird immer selbständiger und braucht mich oft am Nachmittag gar nicht mehr, weil sie mit Freundinnen spielt. 
Meine Freundinnen bekommen alle jetzt ihre ersten Kinder.
Manchmal ist mir gleich langweilig, weil ich nachmittags gar nicht mehr so richtig auf jemanden aufpassen muss.

Meine ganze Liebe gebe ich meiner Tochter. 
Mir graut schon, wenn sie ihren eigenen Weg mal geht. Deswegen denke ich mit einem zweiten Kind könnte ich meine Liebe mehr aufteilen.

Wie seht ihr das? 

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L
liee
Gestern um 17:07

Hallo Du, 

ich kann mich nur schwerlich in Deine Lage versetzen, möchte aber antworten aus Kindersicht; denn mir scheint, als drehte sich Dein Leben um andere und irgendwie nicht um Dich selbst. Ich hatte eine solche Mutter; eine gute und wunderbare Mutter, die jedoch ihren Kern von mir abhängig gemacht hat. Das war für mich als Kind extrem toxisch und später als Teenie sehr schädlich. Heute mit 36 kann ich sagen, dass ich alleine gelernt habe mich durchs Leben zu bewegen, meinen Kern zu finden, Hobbies, Freunde, meine Aufgabe und meinen Lebenssinn. 

In diesem Sinne: Frag Dich eher, was Du für Dein Leben willst. Deins. Wenn Deine Antwort ist, dass Du Dich um jemanden kümmern brauchst, um Dich gut zu fühlen, dann möchte ich Dich in aller Wärme bitten, nochmal zu fragen. Um vielleicht eine bessere Antwort zu finden. 

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xxkathaxx
Gestern um 19:52

Liebe Maui,

ich muss dazu jetzt auch einmal meine Meinung sagen, auch wenn diese vermutlich nicht dem entspricht, was du dir vielleicht erhoffst.

Tatsächlich kann ich mich nur schwer in deine Lage versetzen, da ich mit Mann, Haus, Garten, Hobby, Freunden, Beruf und Kind (bald Kindern) voll im Leben stehe und manchmal gar nicht weiß, wie ich meine Zeit aufteilen kann zwischen all den Dingen, die ich gern tun würde. 

Aber ich muss sagen, dass kein Elternteil seinem Kind die Bürde auferlegen sollte für das eigene Glück verantwortlich zu sein, indem man sich nur über das Kind definiert und das eigene Glück von ihm abhängig macht. Das ist eine Verantwortung, die kein Kind tragen sollte (auch keine zwei Kinder). Es kann bei einem Kind sehr viel kaputt machen, wie schon meine Vorschreiberin auf den Punkt gebracht hat.
Ich hatte zwar nicht so eine Mutter (meine ist mir sehr ähnlich und ich hatte eine sehr glückliche Kindheit) aber ich habe eine Freundin, der es so ergangen ist. Sie fühlt sich noch immer in einem Maß für das Glück ihrer Mutter verantwortlich, das einfach nicht gesund ist.

"Aber ich denke, wenn ich meine Kinder habe und die mal groß sind hab ich wenigstens die in meinem Leben." wenn ich den Satz lese, dann sträuben sich mir ehrlicherweise die Nackenhaare.

Meine Empfehlung ist daher, dass du dringend dich in den Mittelpunkt setzten solltest. Erst wenn du mit dir selbst zufrieden bist kannst du überlegen ob du noch Platz in deinem Leben für ein Kind hast. Lerne erst einmal dich um dich zu kümmern und dich zu lieben, bevor du überlegst auf wie viele Kinder du deine Fürsorge aufteilen möchtest und kannst.

Also ich wünsche dir, dass du erst einmal dein Leben neu sortierst und darin glücklich wirst, ohne dass du dich um jemanden kümmern musst.

Katha

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M
maui999
Gestern um 22:03

Danke für eure Meinungen und Antworten.

Nun da ich meistens alleine mit meiner Tochter bin hatte ich bisher fast keine Zeit für Hobbys oder dergleichen. 
Erst jetzt da sie älter wird und nachmittags mit Nachbarskindern verbringt habe ich auch mal Zeit für mich zuhause. Trotzdem muss ich ja da sein. Oft kommt sie dann doch zwischendurch wieder zu mir und will irgendetwas. 

Ich wünsche mir ein zweites Kind, weil es mir Spaß macht die Kinder durchs Leben zu begleiten und für sie da zu sein. Und natürlich wäre es schön, wenn man auch noch guten Kontakt mit ihnen hat wenn sie erwachsen sind. Und man im Alter jemanden hat der nach einem schaut. Das wünschen sich doch alle Eltern. 

Wenn die Kinder groß sind und mich nicht mehr so viel brauchen suche ich mir natürlich Hobbys. Mir ist klar, dass meine Kinder nicht meine Freunde werden. 

Trotzdem ist im Normalfall immer noch wer da. Ich und meine Schwester haben auch ein sehr gutes Verhältnis zu meinen Eltern. Und wir helfen einander und sind bei besonderen Anlässen zusammen. 
Das finde ich schön und das würde ich mir auch wünschen. 

Findet ihr das so verwerflich? 

Mein Respekt gilt nur der Baby bis Kleinkindphase. Die wieder so ziemlich alleine zu wuppen. Da habe ich großen Respekt vor. 

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liee
11:06

Hi Maui, 

Dein zweiter Beitrag liest sich schon wesentlich vernünftiger. Ich persönlich finde es nicht verwerflich, wenn jemand sagt, dass er/sie gerne Kinder aufzieht und durchs Leben begleitet - das kann eine schöne Aufgabe sein. 

Was ich persönlich meinte, war, dass v.a. Dein erster Beitrag sehr (wie sagt man sowas am besten) hilflos, ortlos und ziellos rübergekommen ist. Zumindest für mich. Und da dachte ich, hey, belaste nicht Dein Kind damit, dass Du keinen Kern hast - denn Kinder können keine Kerne von Erwachsenen sein. Niemand kann das sein und wenn Kinder dazu indirekt aufgefordert werden, weil sie die Unzulänglichkeit ihrer Eltern notgedrungen spüren, dann kommt schlimmstenfalls ein Teenager mit psychischen Problemen bei raus. 

Ich persönlich würde Dir raten: Mach Gedankenspiele. So bspw.:
- Was gibt mir ein zweites Kind? Und was bringe ich?
- Wenn mein Partner ständig weg bleibt, will ich ein zweites Kind?
- Wenn mein Partner immer da wäre und ich mich mit ihm als Familie fühlen würde, würde ich dann auch ein zweites Kind wollen?
- Würde mich mein Partner verlassen, wäre ich lieber mit 1 oder 2 Kind unterwegs?
- usw. 

Vor allem wichtig finde ich die Fragen rund um Deinen Partner bzw. seine Anwesenheit in der Familie. Denn vielleicht ist das "Problem" nicht, dass Du ein zweites Kind willst, sondern dass Du eine Familie bauen willst - was übrigens auch nur urmenschlich und allzu normal wäre. Nur stellt sich bei allem urmenschlichen stets die Frage, ob das Handeln intelligent ist. 

Spiel ein bisschen rum, zäume Deinen Gaul ein paar mal von hinten auf. Wenn Du immer bei 2ten Kind landest, Dein Ego im Hintergrund hältst und Dein Partner dabei wenig Rolle spielt, go for it?

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jana95
jana95
19:56

Also ich denke ein Kind für oder gegen etwas zu bekommen ist immer schlecht. Da das eigentliche Problem deswegen nicht verschwindet.
Du kannst ja deine Angst vor Einsamkeit angehen und dann immer noch ein Kind bekommen.

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