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Innerlich zerissen - wünsche mir das Kind aber es geht nicht!!

4. März 2010 um 0:17 Letzte Antwort: 18. März 2010 um 12:49

Hallo liebes Forum!

Ich hab mich hier neu angemeldet weil ich nicht mehr weiter weiß. Ich weiß dass es nur ein Internetforum ist aber es tut einfach gut sich mal den Kummer von der Seele zu schreiben und andere Meinungen zu hören.

Ich bin 26 Jahre alt und in der 4. Woche schwanger.
Habe vorgestern zuhause positiv getestet, heute morgen nochmal. Ich weiß den Zeugungstag ziemlich genau. Ich führe einen NFP Kalender und ich habe anscheinend falsch ausgewertet und einen fruchtbaren Tag als ungefährlich verkannt. Bitte verurteilt mich nicht gleich dafür. Jeder macht Fehler!!!

Ich bin hin und her gerissen was nun passieren soll. Ich habe letztes Jahr den Tod meiner Schwester verkraften müssen und einige anderre Schicksalsschläge. Mit meinem Freund (dem Vater des Kindes) bin ich erst seit 5 Monaten zusammen. Er ist Jahre älter als ich und hat sich für mich von seiner Frau getrennt. Die Scheidung läuft. Aus dieser Ehe sind keine Kinder hervorgegangen. Finanziell sieht die Lage sehr angespannt aus, da mein Freund nur ca 1000 netto verdient.
Ich habe einen Nebenjob auf 400 Basis. Ich bekomme kein Bafög mehr und die Studiengebühren erlassen (sozialer Härtefall). Die Krankenkasse wird bald 140 monatlich kosten, da ich eine sogennante "Langzeitstudentin" bin (dass es aufgrund sozialer Schwierigkeiten - diverse Schicksallschläge wie Tod und keinerlei finanzielle Unterstützung durch die Eltern - dazu gekommen ist, interessiert auf dem Amt niemanden).

Mein Freund und ich wohnen zusammen, damit die Kosten wenigstens etwas geteilt werden. Zusammen haben wir zur Zeit ca. 1400 zur Verfügung. Man kommt klar, aber es ist halt nicht leicht.

Meine Schwangerschaft ist ein Unfall. Ich weiß, jetzt sagen wieder alle, Unfälle passieren nicht wenn man gewissenhaft verhütet. Das ist richtig und ich gebe zu, daß ich mich zu sehr auf die NFP verlassen habe.

Jetzt zum Eigentlichen:

Eigentlich wünsche ich mir sehr, mein Baby zu bekommen! Ich spüre dieses Ziehen im Bauch, ich habe Blähungen, ich bin launisch, sprich ich habe schon die Anzeichen daß da ein neues Leben in mir wächst. Ich wollte immer eine bessere Mutter sein als meine (sie hat mich als Kleinkind weg gegeben zu meinem Vater und sich dann nie wieder gemeldet). Nur widriger könnten die Umstände nicht sein wie jetzt. Ich könnte nur heulen.

Entscheide ich mich für das Kind, weiß ich daß ich mein Leben lang von Sozialhilfe leben werde, weil ich das Studium nicht beenden kann. Selbst wenn ich es zuende kriege, stellt mich als junge Mutter niemand ein. Wenn das Kind 3 Jahre alt ist und alt genug für eine Kita, dann bin ich 30 und dann brauch ich auch nicht nochmal von vorne anfangen mit Ausbildung oder Studium. Ich wollte nie ein Kind in Armut aufziehen, weil ich mir immer gewünscht hab, mein Kind soll es mal besser haben als ich es hatte (stamme aus einer armen Unterschichtfamilie, bin die Einzige die das Abitur geschafft hat und mit dem Studium aus dieser Spirale ausbrechen wollte).
Mein Freund ist ungelernt und kann als Taxifahrer nicht viel mehr verdienen als eben diese 1000 monatlich.
Er steht hinter mir, egal wie ich mich entscheide. Er sagt, bekommen wir das Kind, kriegen wir es auch groß. Aber du verbaust dir deine Zukunft und machst vielleicht mich mal dafür verantwortlich, sagt er. Oder noch schlimmer, unser Kind. Entscheidest du dich für einen Abbruch, stehe ich ebenso hinter dir. Er sagt selbst, ein Abbruch wäre das Vernünftigste. Wir haben niemanden, der uns unterstützt. Seine Eltern sind tot. Mit meiner Mutter habe ich keinen Kontakt und mein Vater weiß noch nichtmal von unserer Beziehung. Er würde meinen Freund ablehnen, weil er "nur" Taxifahrer ist, älter als ich und in Scheidung lebt. Deswegen kann ich auch auf seine Hilfe mit dem Kind nicht zählen. Traurig, aber wahr.

So stehen wir ganz alleine da. Dabei würden wir uns das Kind beide wünschen, wenn wir nur genug Geld hätten. Ich könnte heulen. Ich bin eigentlich Abtreibungsgegnerin. Ich habe immer gesagt, was gibt mir das Recht, das Leben in mir zu töten. In diesem Moment bin das nämlich nicht mehr nur "Ich", sondern "Wir". Ich bin auch gläubig, von daher bin ich in einem schlimmen Gewissenskonflikt. Ich glaube ich würde eine Abtreibung nicht verkraften. Aber ich würde es auch mit Kind nicht schaffen. Wir haben keine Perspektive. Ich möchte nicht mal sagen, tut mir leid, du kannst nicht mit auf die Klassenfahrt, wir können uns das nicht leisten...

Mir zerreisst es echt das Herz. Wenn ich andere Frauen in meinem Alter sehe, die Glück haben, eine Familie zu haben, die hinter ihnen steht, oder einen gut verdienenden Ehemann. Leider kann man sich nicht aussuchen, in wen man sich verliebt, und ich bin froh, daß mein Freund so hinter mir steht. Es ist traurig, dass es in unserem Land vom Einkommen abhängt, ob man Kinder aufziehen kann oder nicht. Ich sage bewusst aufziehen, nicht bekommen, denn bekommen geht leicht...

Morgen lasse ich mir bei meiner Frauenärztin die SS offiziell bestätigen. Nächste Woche gehen wir zu Pro Familia und lassen uns beraten. Noch ist nichts entschieden. Ich habe auch schon über Adoption nachgedacht. Mein Freund ist aber strikt dagegen und sagt, lieber zieht er das Baby dann alleine auf und zur Not von Honig und Zwieback. Also hab ich diese Möglichkeit wieder verworfen. Ich glaub ich könnte es auch nicht, das Baby weg geben, wenn ich es 9 Monate in mir gespürt habe.

Es ist sooo schlimm, zu wissen, dass man sich auf das Kind freuen würde, eigentlich, aber man es nicht haben kann. Weil zu viel dagegen spricht. Weil meine berufliche Zukunft beendet sein wird, bevor sie überhaupt angefangen hat. Weil meine Familie nicht hinter mir steht. Weil wir arm sind.

Wie würdet ihr entscheiden? Es geht mir wirklich nicht gut...

Eure Elena

PS: bitte keine unsachlichen Kommentare oder Beleidungen, weil ich Abtreibung nicht grundsätzlich ausschließe. Wenn es mir nicht so nahe gehen würde, hätte ich nicht um Hilfe gebeten. Danke.

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4. März 2010 um 0:29

Nachtrag
ich hab grad gesehen aus irgendeinem Grund hat die Tastatur die Euro-Taste nicht angenommen. Also hinter den Verdiensten. Und mein Freund ist 13 Jahre älter als ich, also 39.

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4. März 2010 um 1:21

Hallo Delia
sieh doch nicht schon am Anfang alles so tiefschwarz.So schlimm ,wie du dir es ein bildest ist deine Situation wirklich nicht .Da gibt es ganz ,ganz andere Fälle von sehr jungen Mädchen ,die trotzdem ihr Kind bekommen ,weil sie mit einem Abbruch noch schlimmer dastehen würden.
Nun zu dir, du hast einen wunderbaren sehr lieben Kindsvater!!!
Schon allein ihm zuliebe mußt du eigentlich dieses Kind bekommen.Er würde wahrscheinlich sein letztes Hemd für dich und das Kind hergeben.
Deine finanzielle Situation ist nnicht so schlimm wie sie auf den ersten Blick aussieht.Ihr als junge Eltern mit kleinem Einkommen würdet staatliche Unterstützung bekommen Du könntest auch weitwer studieren ,wenn das baby da ist, denn es gibt auch Betreeungsmöglichkeiten an Unis bzw. Hochschulen.Du würdest mit Sicherheit nicht Sozialhilfeempfängerin bleiben ,nur weil du ein Kind im guten Alter bekommen würdest.Wenn nicht jetzt, wann denn dann?Es gibt nie den richtigen Zeitpunkt für ein Kind.
Du wirst deine Zukunftspläne mit Kind wahrscheinlich besser und zufriedener bewältigen können ,als wenn du dich für einen Abbruch entscheidest und danach gar nichts mehr auf die Reihe kriegst ,weil du diesen Verlust nicht verkraften würdest.
Viel Glück und alles Gute!

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4. März 2010 um 8:11

Morgen
eine Frage wie lange studierst du noch ?

es ist ehrlich gesagt auch fraglich ob du mit abshcluss einen Job bekommst bzw einen adäquaten oft muss man sich *unter* den Wert verkaufen trotz titel

mit einem verdiener plus Kindergeld solltest du eigentlich über die Runden kommen, und man kann auch neben dem Kind studieren wenn man die feste Absicht hat abzuschließen.

dein freund ist taxifahrer und kann vlt nachtdienste schieben und tagsüber stundenwesie wenn du auf der Uni bist aufs Kind schaun. Aber da gehört ein fester Wille dazu und auch die Bereitschaft seinerseits


Andererseits Wenn ich nur mehr eine geringe Studienzeit vor mir hätte und dann auch die Aussicht auf einen gut bezahlten Job würde ich eine AB schon in Erwägung ziehen um später einmal wenn ich eine solide Basis habe über Kinder nachzudenken.

Entscheiden musst das letztendlich du, persönlich halte ich Abtreibung keindesfalls für Mord sondern für ein grundrecht jeder Frau, an deinem beispiel sieht man ja in was für Engpässe man dadurch geraten kann. GsD gibt es bei uns diese Möglichkeit .

ich wünsche dir alles Gute , einen guten verständisvollen partner der mit dir durch dick und dünn geht egal wie du entscheidest.

glg

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4. März 2010 um 12:44

!
schwierig, aber hör mal in dich richtig hinnein und dandele nicht mit den verstand sondern mit dem herzen denn das was du unter deinen herz trägst ist sooo viel wert viel wichtiger als beruf oder sonstges.
Als ich schwanger wurde hatte ich garnichts war 15
Aber meiner Tochter geht es gut sie lebt ist ein fröhliches Mädchen, und auch ich bin glücklich sie zu haben!

Ntaürlich wird es schwierig aber ihr könnt euch hilfe in anspruch nehmen ihr werdet es schaffen!!!

Ihr kriegt Kindergeld sind doch fast 200 euro
ihr könnt bei Arge Geld beantragen (schäm dich nicht dafür, es ist doch besser als das Kind abzutreiben?)
Ihr krigt Kindergeld die erste 2 Jahre.
Ihr würden dann schon sicher 500 euro mehr haben.
Das würde aussreihen.
Ich lebe auch nicht mit den Perfekten Möglichkeiten mit dem Luxis aber ich habe alles mir fehlt nichts.

Du, schaue in mein Blog herein. Und les es mal durch.
Du könntest wegen der Abruch in in so ein tiefel Loch fahlen das du nicht mehr in der Lage bist überhaupt Studium zu machen. Ich will dir keine Angst machen aber manchmal ist besser
auf das herz zu hören
denn Manchmal sollten wir nicht das tun was richtig wäre sondern das was uns glücklich macht.
Ihr könnt weiterhin arbeiten, studium machen.
Ich gehe davon aus das wenn dein Mann nachts arbeitet Tags etwas schlafen will. Ihr könnt beim Jugendamt ein Betreuer hollen, das Jugendamt übernimmt die Kosten

Und du sollst dich nicht dafür schämen, denn es ein Unfahl das du schwanger wurdest und es ist besser als ein Baby abzutreibern das eigene Fleisch und Blut zu töten.

Ich wünsche dir alles gute und hoffe das du ganz bald hier rein schriebst das ihr das Baby bekomemn möchtet denn es wäre super schön!!!


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4. März 2010 um 12:45
In Antwort auf callie_12658116

!
schwierig, aber hör mal in dich richtig hinnein und dandele nicht mit den verstand sondern mit dem herzen denn das was du unter deinen herz trägst ist sooo viel wert viel wichtiger als beruf oder sonstges.
Als ich schwanger wurde hatte ich garnichts war 15
Aber meiner Tochter geht es gut sie lebt ist ein fröhliches Mädchen, und auch ich bin glücklich sie zu haben!

Ntaürlich wird es schwierig aber ihr könnt euch hilfe in anspruch nehmen ihr werdet es schaffen!!!

Ihr kriegt Kindergeld sind doch fast 200 euro
ihr könnt bei Arge Geld beantragen (schäm dich nicht dafür, es ist doch besser als das Kind abzutreiben?)
Ihr krigt Kindergeld die erste 2 Jahre.
Ihr würden dann schon sicher 500 euro mehr haben.
Das würde aussreihen.
Ich lebe auch nicht mit den Perfekten Möglichkeiten mit dem Luxis aber ich habe alles mir fehlt nichts.

Du, schaue in mein Blog herein. Und les es mal durch.
Du könntest wegen der Abruch in in so ein tiefel Loch fahlen das du nicht mehr in der Lage bist überhaupt Studium zu machen. Ich will dir keine Angst machen aber manchmal ist besser
auf das herz zu hören
denn Manchmal sollten wir nicht das tun was richtig wäre sondern das was uns glücklich macht.
Ihr könnt weiterhin arbeiten, studium machen.
Ich gehe davon aus das wenn dein Mann nachts arbeitet Tags etwas schlafen will. Ihr könnt beim Jugendamt ein Betreuer hollen, das Jugendamt übernimmt die Kosten

Und du sollst dich nicht dafür schämen, denn es ein Unfahl das du schwanger wurdest und es ist besser als ein Baby abzutreibern das eigene Fleisch und Blut zu töten.

Ich wünsche dir alles gute und hoffe das du ganz bald hier rein schriebst das ihr das Baby bekomemn möchtet denn es wäre super schön!!!



Ich meinte ihr kriegt ELTERNGELD die ersten 2 jahre

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4. März 2010 um 13:26

Nichts ist unmöglich......
..........es ist jetzt ein jahr her, da hatte ich die gleichen Sorgen wie du.....
ich habe mich für das baby entschieden und bin so glücklich, ich wär NIE wieder froh georden wenn ich mich anders entschieden hätte!!! Ich hatte sogar schon den Schein und einen Termin für den SS-Abbruch, einen Tag vorher hab ich abgesagt!!!! ich darf heute gar nicht mehr daran denken!!!!
Mir hat Profemina geholfen
http://www.profemina.org/home.html
auch finanziell können die helfen!!!!
Gib nicht auf, niemals!!! Wir sind Frauen-wir schaffen alles!!!

Pass auf dich auf......

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4. März 2010 um 19:41

Delia834
Hallo Elena,
unsachliche Kommentare oder Beleidigungen wirst Du von mir keine zu hören bekommen. Denn ich weiß in was für einer notvollen Situation Du gerade steckst.
Herzlich Willkommen hier im Forum, dies ist ja dazu da über Sorgen und Kummer zu reden. Wenn Dir noch ein bißchen Mehr weiterhelfen würde, darfst Du Dich bei ausweg-pforzheim.de melden.Denn Du brauchst eine Perspektive für ein Leben mit diesem Kind.Du würdest Dich auf das Baby freuen, aber die finanzielle Seite will es nicht zulassen. Gehe von Beratungstelle zu Beratungstelle und lass Dir zeigen, welche Hilfen Dir alles zustehen. Gib nicht eher auf bis Du hast was Du brauchst. Denn die Motivation und die Möglichkeiten von verschiedenen Beratungstellen können sehr unterschiedlich sein.
Du bist eigentlich Abtreibungsgegnerin. Dies hört sich nach einer Grundüberzeugung an. Und eine Grundüberzeugung solle man nicht über den Haufen werfen, denn sie ist eine hohe Instanz für uns. Und Grundüberzeugungen sind wie ein Geländer, auf das man sich aufstützen kann, auch wenn der Weg rauh und steinig wir.
Deine berufliche Zukunft muß nicht beendet sein. Ich habe in meiner Verwandtschaft eine alleinerziehende Mutter, die ist jetzt im 5. Semester, sie hat mit ihrem Kind sogar ein Auslandssemester gemacht. Es ist nicht immer einfach, aber es ist machbar. Und Du bist mit so vielen Schicksalschlägen fertig geworden, dies zeigt dass Du eine starke, mutige Frau bist.
Ich persönlich kann Dir eine Abtreibung nicht empfehlen. Denn es kann zu einer Verlusterfahrung werden, die Dich über Jahre hinweg körperlich und psychisch belasten kann (vor-abtreibung.de, Seite Risiken). Deine Befürchtung, dass Du eine Abtreibung evt. nicht verkraftest ist nicht ganz unberechtigt.
LG Itemba

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4. März 2010 um 20:08

Liebe Delia,
Mach Dir keine Vorwürfe. Jeder Mensch macht Fehler und keine Verhütungsmethode ist 100%ig sicher.

Was passiert ist, kann man nicht rückgängig machen. Dieses Kind wächst und lebt jetzt in Dir. Du und niemand sonst bist seine Mutter, jetzt und nicht in einer anderen Situation. Dieses Baby ist einzigartig und es wurde Dir genau jetzt geschenkt. Es kann nur jetzt leben - oder nie.

Wenn Du es wirklich willst, dann wirst Du es schaffen! Nimm Deinen Freund beim Wort und sprich mit ihm darüber, inwieweit er Dich in den ersten Jahren unterstützen könnte - ganz konkret. Erkundige Dich, ob ein Studium mit Kind für Dich in Frage käme. Wende Dich an eine (oder mehrere) Beratungsstelle(n) und erkundige Dich, welche Hilfen Euch zustehen würden... Wirf dieses Kind nicht weg, bevor Du wirklich alles versucht hast, um einen Weg für Euch gemeinsam zu finden!

Ich wünsche Dir Alles Gute und bald wieder Licht am Horizont!

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4. März 2010 um 20:26

Ein wunderbares Leben
wünsche ich dir, mit deinem Kind und Freunde die dich unterstützen. Das ist wirklich mein Anliegen und ich bete für dich und dein Kind.

Jetzt ein paar Dinge zu deinem Text:

Ein Kind ist NIE ein Unfall das du NFP benutzt ist denke ich gut. Allerdings ist NFP in der eigenen Ehe wirklich erst lebendig möglich. NFP ist ja keine Verhütung sondern eine Planung, die entweder bewußt ein Kind oder eben Vermeidung enes Kindes reflektiert.

NFP ist eine gute Methode, jedoch ist vorallem eines wichtig beim Geschlechtsverkehr und das ist Liebe. Die Bereitschaft sich ganz dem anderen hinzugeben und ja auch offen zu sein für neues Leben. Das heißt wenn ich Angst habe und mich vor einem Kind fürchte, sollte ich selbst innerhalb einer Ehe auf Sex verzichten. Er hilft dann nicht, und wird anstatt eine bindende Kraft eine zerstörerische Leidenschaft.

Aber genug davon du brauchst jetzt erstamal Kraft dich zu beruhigen. Du glaubst und das tue ich auch und ich weiß das dein Bedenken das du eine Abtreibung eigentlich ablehnst maximaler Ausdruck deiner selbst ist. Das bist du! Du liebst und du liebst das Kind! Du stellst selsbt fest das es "nur" ums Geld geht.
Ich verstehe das du dir deine Zukunft anderst vorgestellt hast, aber das haben wir alle, in irgendeiner Form. Gott die LIebe, hat dich nicht verlassen als du schwanger geworden bist, er hat dich beschenkt. Ein Kind ist immer ein Geschenk und NIE ein Unfall.

Ich sehe deine Not und höre deine Argumentation die du aber selbst nicht wirklich glaubst und die in sich zusammenbricht, wenn die Liebe die du jetzt schon für dein Kind empfindest, in das Blickfeld kommt

Verdrehte Liebe, also teuflische Verachtung der Wahrheit und unsinnige Zusammenhänge sind aber auch Schuld am Fall der Menschen. Irgendwie macht es Sinn und alles klingt logisch, die verdrehte Liebe scheint zu diktieren, dass es das Beste für das Kind ja doch sein müsste im Mutterleib zu sterben. Oder doch nicht? Du siehst bestimmt den Hacken. Das Beste für ein Kind ist erstmal Leben!

Eine Bitte gehe nicht zu Pro Familie, diese Einrichtung steht im Zusammenhang mit Abtreibungkliniken und viele Leute haben sich schon überlegt ob es da nicht einen Interessenkonflikt gibt.

Gehe liber zur Birke, oder einer anderen Christlichen Einrichtung. Was du brauchst ist echte Hilfe und keine Abtreibung. Google mal

Mach dir keine Vorwürfe und liebe dein Kind! Egal wie arm oder reich eine Mutter ist, entscheidend ist wie viel sie lieben ( und damit auch leiden) kann für den anderen, für das Kind. Liebe heißt eben auch für den anderen einstehen wenn es schwer wird, aber das weißt du.

In meinen Augen bist du übrigens weder dumm, noch wirklich arm, noch klein...
Du bist Mutter in meinen Augen. Und das ist schön. Du bist klug über deine Zukunft nachzudenken, ehrlich zu sehen das es schwer wird, und vorallem liebenswürdig! Das ist dein Kind auch.

Ich bete für dich für Mut und Stärke das Leben zu leben das Gott dir schenken möchte. Es ist ein wunderbares Leben,

von einem suender, an eine Mutter

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4. März 2010 um 23:07

Heute war ich bei meiner Frauenärztin...
und habe mir meine Schwangerschaft offiziell bestätigen lassen. Ich bin demnach schon in der 5. Woche und der voraussichtliche Entbindungstermin wäre der 9. November.

Erstmal vielen lieben Dank für eure mitfühlenden, aufmunternden und ehrlichen Worte. Ich habe mich wirklich sehr gefreut, dass es so viele Leute gibt, die es mir zutrauen, mein Leben mit Kind zu meistern.

Die Sprechstundenhilfe heute war sehr nett zu mir und hat sich meine Geschichte angehört. Sie meinte auch, das Schlimmste ist es sicherlich, dass die eigene Familie gegen einen ist, aber wenn man etwas wirklich möchte, dann schafft man es auch...

Meine Frauenärztin hat mir Blut abgenommen um meine Blutgruppe und meinen Rhesusfaktor zu bestimmen. Dann hat sie einen Ultraschall gemacht und mir die Bilder mitgegeben. Wow. Dieser winzige Punkt dort ist mein Kind...das ist schon sehr aufwühlend. Dann hat sie mir noch einen schön gestaltete Informationsbroschüre in die Hand gedrückt und gesagt, ich soll es mir gut überlegen, sie kennt viele, die im Studium ein Kind bekommen haben und es trotzdem geschafft haben.

Am Montag ist mein Gespräch bei Pro Familia. Ich höre mir erst einmal an was mir dort für Möglichkeiten aufgezeigt werden. Mein Freund kommt natürlich mit, ebenso zu meinem nächsten Frauenarzttermin, der ist in genau einer Woche.

Jetzt sitze ich gerade alleine zuhause und schaue mir den Ultraschall an. Mein Freund ist arbeiten. Eine von euch hatte gefragt, ob er nicht Nachtschicht fahren kann, das tut er schon da ist die Bezahlung einfach besser und das Trinkgeld höher. Zwei Tage die Woche hat er frei und er meinte an denen würde er auf das Kind aufpassen, damit ich weiter einen Minijob ausüben bzw zur Uni kann.
Ich fühle mich grad trotzdem etwas allein und wünschte mir er wäre hier bei mir....

Ich liebe meinen Freund wirklich sehr und er mich auch. Ich bin mir darüber bewusst, was für einen tollen Mann und starken Charakter ich an meiner Seite habe, dieses Glück haben viele Frauen leider nicht. Er sagt, er hat genauso mit der Schwangerschaft zu tun wie ich und deshalb steht er hinter mir, egal wie ich entscheiden werde.
Er sagt auch, er hat noch nie so gefühlt wie für mich, ich bin die erste Frau mit der er Kinder möchte und dass er seine Frau verlassen hat für mich, mit der er immerhin 12 Jahre zusammen und davon 9 Jahre verheiratet war, beweist ja, dass er es ernst mit mir meint. Die Kinderfrage haben wir natürlich auch früher schonmal mehr aus Spaß diskutiert, und da haben wir beide gesagt dass wir es uns über alles wünschen würden, ein Kind zusammen zu haben, denn es wäre ein echtes Kind der Liebe, nur es war halt anders geplant und nicht jetzt schon...

Manchmal denke ich, Gott prüft mich bzw uns, aber ich habe auch oft das Gefühl ich kann bald nicht mehr bzw es reicht doch mal langsam...erst hat vor ca einem Jahr jemand geheiratet, den ich mal sehr geliebt habe, was mir schwer zugesetzt hat. Im Sommer wurde meine Schwester ermordet. Und jetzt erwarte ich ein Kind unter denkbar schlechten Voraussetzungen.

Zu meinem Studium:

Ich studiere Maschinenbau und das leider nicht erst seit gestern. Ich komme jetzt ins 16. Fachsemester. Wenn alles glatt ginge, könnte ich im Herbst nächsten Jahres endlich fertig sein. Aber mit Baby werde ich das nicht schaffen. Ich muss ein mehrmonatiges Betriebspraktikum machen, bevor ich meine Diplomarbeit schreiben darf. Und das wird hochschwanger bzw mit Säugling nicht möglich sein, da mir keiner eine Stelle vermitteln wird. Der Maschinenbausektor ist leider immer noch ein erzkonservatives Patriarchat. Selbst von Ausbildern kommen chauvinistische und frauenfeindliche Sprüche. Als Frau muss man sich in diesem Fachbereich wirklich beweisen. Selbst wenn man überragende Noten hat (die ich nicht habe...), muss man oft erst beweisen, dass man weit mehr drauf hat als kopieren und Kaffee kochen. Ich drücke das absichtlich etwas überspitzt aus, aber es beinhaltet einen wahren Kern.

In Deutschland ist es ja leider so, ist man als Frau im gebärfähigen Alter, wird man schwerer eingestellt, weil man ein Kind bekommen KÖNNTE. HAT man ein Kind, wird man nicht eingestellt, weil man zu unflexibel ist. Denn so ein Würmchen wird ja auch mal krank...Ist man aus dem Alter raus, in dem sich die Kinderfrage stellt, heißt es: Tut uns leid, sie sind zu alt für unser Unternehmensprofil...Traurig, aber wahr! Als Frau hat man hier echt die Popokarte. Da hat Deutschland im Vergleich zu Skandinavien oder Frankreich einen echt immensen Nachholbedarf!

Mein Studium verursacht derzeit folgende Kosten:

- halbjährlich ca. 230 ASTA-Gebühren
(Studiengebühren von 500 wurden mir bisher aufgrund
einer sozialen Härtefallregelung überlassen)
- monatlich 64 Krankenkassenbeitrag, ab September 144
(Langzeitstudentenklausel ab dem 14. Semester, habe ein
Jahr aufschub bekommen aufgrund des Todesfalls)
- ich bekomme kein Bafög mehr und habe darauf auch keinen
Anspruch mehr (über der Regelstudienzeit)

Mein Studium macht mir schon länger keinen Spaß mehr, aber ich würde es schon sehr gerne zu ende machen, eben um nicht so lange umsonst studiert zu haben. Es ist leider so, dass kaum noch Kommillitonen da sind, die man von früher kennt, bzw die neuen lästern und lachen hinter deinem Rücken , warum braucht die so lange etc...
Welche Ursachen das hat, interessiert niemanden...

So, ich lege mich jetzt schlafen, bin erschöpft und habe Halsschmerzen.

Eure Elena alias Delia (so würde ich eine Tochter nennen...)

PS: Scania62 und die anderen, die mir eine PN geschrieben haben: Danke für eure lieben Worte, ich antworte euch morgen

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5. März 2010 um 18:14

Ich habe immer noch große Angst...
Scandia62, vor Dir ziehe ich den Hut und bin sprachlos, wie Du das alles geschafft hast. Damals war es sicher nicht leichter als heute, und Du hast das alles ohne den Kindsvater durchgezogen. Wow So eine Mutter hätte ich mir als Kind gewünscht...Wie Galaktika das schon beschrieben hat, darf ich aber nun auch nicht die rosa Brille aufsetzen und denken, es wird schon alles...Ich weiß wie es ist im Ingenieurstudium. Teilweise geht es dort recht frauenfeindlich zu, Aussagen wie die von Galaktika erwähnte kenne ich auch. Hier nur einige Beispiele:

- Was machen Sie überhaupt hier? Sie brauchen sich den
Kram doch gar nicht antun. Heiraten Sie doch einfach und
kriegen Sie Kinder. Das tun Sie doch später ohnehin, und
warum dann jetzt studieren und nicht gleich anfangen?

- Klausur im Seminarraum, ich die einzige Frau. Beim
Verteilen der Blätter: Viel Glück, Frau T.....(nicht an die
Männer, nur an mich)

- Gruppenarbeit im Seminar. Das Zufallsprinzip wählt eine
reine Frauengruppe. Betreuer: Nene, da muss noch ein
Mann zu. Wir: Warum?? Es gibt doch auch reine
Männergruppen. Er: Egal, hier muss ein Mann dazu, das
wird sonst nix!

Das sind nur ein paar Beispiele, ich könnte die Liste weiter führen. Mit Kind wird das alles nicht besser. Wenn ich wenigstens, so wie Du, Scandia, eine fertige Ausbildung vorweisen könnte. Aber ich habe außer dem Abitur und einem Vordiplom (was NICHT gleichbedeutend ist mit einem Bachelorabschluss) nichts, woran ich mich festhalten könnte.
Ich habe auch schon darüber nachgedacht, ob ich eine Ausbildung auf einem Berufskolleg machen könnte, sobald das Baby alt genug ist, um in eine Betreuung zu gehen. Aber ich mache mir keine Hoffnungen, dass ich damit einen Job finden werde. Zuende studieren wird nicht klappen. Mein Freund meint, er kann nicht unser Kind UND mein Studium finanzieren, weil es dazu einfach nicht reicht. Und irgendwo hat er ja auch recht. Galaktika führte das mit dem Praktikum an, und die Arbeitszeiten sind nicht aus dem Finger gezogen. Man hat wirklich einen 8-10 Std Arbeitstag und wird dafür oft noch nichtmal bezahlt.

Ich bin sowas von reizbar zur Zeit. Das sind vielleicht auch die Hormone...Vorhin, bevor mein Freund zur Arbeit ist, hab ich mich noch mit ihm gestritten, weil ich sagte, ich möchte kein Kind von HartzIV groß ziehen und er das als persönlichen Affront aufgefasst hat, dass er mir und dem Kind nicht genug zu bieten hat. Er meint, das Beste wäre es, das Kind nicht zu bekommen, und es "in ein paar Jahren nochmal zu versuchen". Er versteht aber nicht, dass ich gesagt habe, DIESES Kind, was jetzt in mir ist, kommt nie wieder zurück...
Ich bin traurig....weil ich auch merke, dass er das Kind eigentlich selbst sehr gerne hätte. Er sagt, für ihn ändert sich kaum etwas, aber für mich, ich versaue mir damit meine Zukunftsvorstellungen, und er hat Angst, dass ich ihn dafür mal verantwortlich machen werde, eines Tages...

Wie gesagt, auf die Unterstützung meiner Familie kann ich nicht zählen. Ich habe nur noch eine Oma, die 85 (!) Jahre alt ist, der kann ich kein Baby zumuten. Und mein Vater, der würde Gift und Galle sprühen und mir Böse Sachen an den Kopf werfen, was mir denn einfiele, mich von "so einem" schwängern zu lassen, der nix gelernt hat und Taxi fährt. Zudem arbeitet mein Vater in Belgien auf Montage und diese Möglichkeit zum Aufpassen fiele also auch weg.
Das Verhältnis mit meiner Mutter ist zerrüttet. Wir hatten 20 Jahre keinerlei Kontakt und haben uns erst anläßlich des Todes meiner Schwester wieder gesehen. Allerdings haben wir uns nicht vertragen, sondern noch weiter zerstritten. Sie hat Kontakt zur Noch-Ehefrau meines Freundes, zusammen lästern sie über mich und sie hat auch über die Noch-Frau ausrichten lassen, dass sollten wir mal ein Kind bzw für sie ein Enkelkind haben, sie das niemals kennen lernen will.

Ich habe mich vorhin einer guten Freundin anvertraut. Ich muss einfach mit jemandem reden. Sie sagte, treib nicht ab!!! Sie selbst kann keine Kinder bekommen und deswegen ist das für sie natürlich umso schlimmer, dass ich nicht weiter weiss. Ich habe schon darüber nachgedacht, ihr und ihrem Mann das Kind zu geben. Sie hat das selbst vorgeschlagen. Das Kind müsste es ja nie erfahren und ich könnte es immer sehen. Aber das würde mein Freund nie mitmachen
Auch eine Adoption käme für ihn nie in Frage.

Ich versuche mich grad etwas abzulenken. Eure Elena

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6. März 2010 um 16:48

Hey,
was wäre wenn du dir eine teilzeitstelle bei lidl oder so suchst du kannst denen auch erst nach der probezeit sagen das du schwanger bist und somit bist du unkündbar. ist zwar etwas hinterlistig aber du musst an dich denken... ist nur son tipp ich habe eine abtreibung hintermir anfangs war alles ok ab nach 6mon fing es an, ich konnt mich im spiegel nicht mehr betrachten und das wünsch ich keinem

grüße jenny

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8. März 2010 um 13:56

Hallo
ich erzähl dir kurz mal meine geschichte.

ich war damals als ich schwanger wurde ende 17. mein freund und ich wollten relativ schnell nachdem wir zusammen gekommen sind ein kind, denke jetzt das kindliche naivität.

es hat dann aber doch 1 jahr gedauert bis ich schwanger wurde.

als ich dann den test in der hand hatte war mein erster gedanke "sche...".

nach kurzem nachdenken habe ich mir dann aber gedacht, egal wie, aber wir schaffen das, wäre doch gelacht wenn wir das nicht hinbekommen.

habe und lebe jetzt noch von harz4 komplett.

meine tochter wird im Sep. 3.

Wir sind gerade auf wohnungssuche, damit ich mit meinem freund/und papa der kleinen zusammen ziehen werde. damit wir dann weg von harz4 kommen.

meine kleine geht im Sep in den Kindergarten. Dann suche ich mir eine Arbeit und schon ist man weg von harz4. mein Freund arbeitet zwar nur auf 1000 BRUTTO. und ich werde mir dann auch nur eine teil-zeit stelle suchen wo ich auch ca. 1000-1200 netto verdienen werde, aber es geht, trotz der mieten in München. man kann wenn man weiß wie man mit dem Geld umgehen muss sehr gut mit wenig geld leben.

das soll jetzt nicht heißen dass ich denke harz4 zahlt schon, aber für die ersten jahre ist es eine gute unterstützung. und du willst ja dann auch wieder arbeiten genauso wie ich.

Für mich selbst wäre wenn ich normal schwanger geworden wäre und das kind nicht schwerstbehindert wäre oder ich nicht lebensgefählich verletzt werden würde eine Abrteibung in Frage gekommen.

Höre einfach auf dein Herz und jede mutter hat den willen und die kraft, sich nach der "elternzeit" eine gute arbeit zu finden und das alles zu meistern.

viel glück auf deinem Weg.

lg

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14. März 2010 um 19:59

Die Entscheidung ist gefallen
Hallo liebes Forum.
Erst einmal danke für eure zahlreichen Zuschriften, Aufmunterungen, lieben Worte und nette PN's. Hinter jeder Nachricht steckt eine persönliche Geschichte, man merkt, wie ihr gekämpft und selbst im Gewissenskonflikt gesteckt habt. Ich bewundere die unter Euch, die es trotz Kind geschafft haben, ihre Ziele zu verwirklichen! Ihr habt/hattet die Kraft, die ich nicht habe...

Die letzte Woche war sehr turbulent.
Am Montag hatten mein Freund und ich das Beratungsgespräch bei Pro Familia. Das erste, was die Sozialarbeiterin fragte, war, ob ich die Konfliktberatung wünsche, die zur Ausstellung des Beratungsscheins führt, oder ob ich Möglichkeiten aufgezeigt bekommen möchte, bei wem ich finanzielle Hilfen beantragen könnte, wenn ich mich für das Kind entscheide. Ich bat dann um beides. Ich hatte wirklich einen sehr positiven Eindruck von der Sozialarbeiterin, sie hat uns wirklich zugehört und vor allem ergriff sie KEINE wertende Position, also hat weder versucht, mich pro Kind zu ermutigen, noch mir zur Abtreibung zu raten. Sie hat nur versucht mir aufzuzeigen, was es wahrscheinlich bedeutet, ungelernt ein Kind zu haben, und dass ich lange von Hartz4 leben würde. Dass ein Kind uns finanziell zurückwerfen würde, dass es aber auch Hilfen gibt, zB Babyerstausstattung, kirchliche Fonds die in Härtefällen Zuschüsse geben etc. Dass man auch in einem Urlaubssemester als Mutter Klausuren schreiben kann (was sonst nicht möglich ist) und dass es im Urlaubssemester sogar möglich ist, Unterstützung von der Arge zu erhalten. Aber ob ich es nervlich schaffe, zu lernen und nebeinbei einen Säugling zu betreuen, das müsste ich selbst entscheiden.
Sie hat sich die Sicht meines Freundes angehört und mich dann gefragt, warum ich denn solche Probleme mit einem Abbruch hätte. Ich entgegnete, weil ich der Meinung bin, dass ich das nicht mehr alleine bestimmen könnte meiner Meinung nach, dass das menschliche Leben für mich mit der Zeugung beginnt und dass es egoistische Motive sind, wegen fehlenden Geldes dem Kind das Leben zu verwehren...
Dann sagte sie einen Satz, der mir in den Ohren hängen geblieben ist und der mir die Entscheidung etwas leichter gemacht hat. Sie sagte, "manchmal reflektiert es auch Verantwortunsbewusstsein, wenn man eben KEIN Kind in solch unsicheren Verhältnissen aufzieht". Sie war sichtlich berührt von unserer Geschichte, eben weil wir das Kind eigentlch gerne hätten, aber es leider zum ungünstigsten Zeitpunkt unterwegs ist. Ich kann mir denken, dass auch viele Frauen und Mädchen dahin kommen, die einfach nur den Schein wollen und gut. Ihr fiel auch auf, dass mein Freund mich mit seinem Standpunkt "keine Adoption, keine Fremdbetreuung in den ersten 3 Jahren", sehr unter Druck setzt. Denn ich habe eine Adoption nicht gänzlich ausgeschlossen bzw hätte mir eine Betreuung für Kinder bis zu 3 Jahren gesucht, damit ich meine beruflichen Ziele weiter verfolgen kann. Das kommt leider für meinen Freund nicht in frage, er sagt man bekommt kein Kind, um es dann "abzuschieben", dann wäre ich nicht besser als meine Mutter (die mich weggegeben hat, als ich 4 war und meine Schwester gleich nach der Geburt), und ein Baby braucht in der ersten Zeit seine Eltern. Er meinte, einer Adoption würde er niemals zustimmen, eher würde er das Kind alleine von der Stütze groß ziehen. Das möchte ich aber auch nicht, ich würde mir schon wünschen, dass wir eine FAMILIE sind, mit Mutter UND Vater...nicht so wie ich das hatte als Kind...
Und der Gedanke, mein Leben lang von Hartz4 leben zu müssen, ist für mich unerträglich. Aber mit Anfang 30 brauch ich nicht nochmal ein Studium anzufangen oder auf eine Ausbildung hoffen. Es wird mich niemand mehr einstellen...

Ich habe wirklich hin und her gegrübelt...mit was könntest du eher leben? Kind und Armut? Dein Leben lang halbtags bei Lidl kassieren? Obwohl du Abitur hast und ein Studium zu 80% fertig? Oder das Kind jetzt NICHT zu bekommen, aber beruflich Fuß fassen und dich ein paar Jahre später, in gesicherteren Verhältnissen, nochmal bewusst FÜR ein Kind zu entscheiden? Auf was soll ich hören, Herz oder Verstand? Das Herz sagt ja, der Verstand schreit nein...

Am Mittwoch bin ich dann zur Krankenkasse gegangen und habe mir die Kostenübernahme für einen Abbruch aushändigen lassen. Die Sachbearbeiterin war auf einen Schlag sowas von oben herab und unfreundlich, als ich mein Anliegen äußerte und den Beratunsschein vorlegte. Sie musterte mich wie ein ekliges Insekt und gab mir widerwillig nach Überprüfung meines finanziellen Hintergrundes die Kostenübernahmebescheinigung. Ich fragte sie, ob der medikamentöse Abbruch mit Mifegyne auch von der Krankenkasse übernommen wird, sie entgegnete nur schnippisch: Das müssen sie ihren Arzt fragen!
Ich verließ das Gebäude und fühlte mich einfach nur schlecht...und wütend, weil diese Frau meine Geschichte überhaupt nicht kennt, sie nicht weiß wie schwer mir diese Entscheidung ohnehin fällt und sie mich behandelt hat wie den letzten Dreck...dann dachte ich mir, vielleicht kann diese Frau nicht anders, vielleicht hat sie ein Kind verloren oder kann keine bekommen und verurteilt dich dann dafür...aber hat sie dann den richtigen Job? Sie kann ja denken was sie möchte, aber sie darf sich das in ihrer Position nicht anmerken lassen...

Am Donnerstag waren mein Freund und ich bei meiner Frauenärztin. Der Embryo ist in einer Woche von 0,26cm auf 0,9cm gwachsen. Zum Glück war noch keine Herztätigkeit zu erkennen, sonst weiß ich nicht, ob ich nicht schreiend vom Stuhl gesprungen wäre
Meine Frauenärztin steht neutral zu Schwangerschaftsabbrüchen, sagte zwar, dass es in meiner Lage wirklich verzwickt sei und sie sieht, wie schwer es mir fällt, zumal ich mir ja eigentlich Kinder wünsche. Aber sie hat mich sofort ohen Moralpfredigt an eine Kollegin überwiesen, die mit Mifegyne arbeitet, weil sie selber keine Abbrüche durchführt.

Ich habe dann am Freitag bei der Kollegin angerufen. Die Sprechstundenhilfe war sehr nett und hat sich am Telefon auch wirklich Zeit für mich genommen. Sie sagte, das ist Quatsch, dass man den Arzt fragen muss wegen der Kostenübernahme, sobald man die Kostenübernahmebescheinigung hat, wird der Abbruch von der Krankenkasse übernommen, egal ob medikamentös oder chirurgisch. Sie erklärte mir auch den Ablauf, dass ich Montag um 9 (also morgen) kommen soll, die ersten Tabletten erhalte, worauf ich eine Blutung bekommen werde, dann am Mittwoch die zweiten, woraufhin die Schwangerschaft ausgestoßen wird. Danach muss ich nochmal zur Kontrolle. Sie sagte, dass sie mehrheitlich sehr gute Erfahrungen mit Mifegye gemacht haben.

Trotzdem habe ich Angst und hasse mich für die Entscheidung, die ich getroffen habe. Ich werde immer denken, hättest du es nicht vielleicht doch geschafft? Was ist, wenn deinem Freund etwas passiert und du kein Kind mehr mit ihm haben kannst? Er ist immerhin fast 40 und chronisch krank...er sagt einerseits, es ist die beste und vernünftigste Entscheidung, das Kind nicht zu bekommen, aber andererseits sagt er, das ist vielleicht seine letzte Chance, etwas von ihm auf diesem Planeten zu hinterlassen, für das er sich aufopfern und das er lieben kann???

Ich habe den neuen Plan, im Herbst auf die FH zu wechseln und da umzusatteln. Damit ich nochmal eine Chance habe, mein Studium zu beenden und damit alles nicht umsonst war. Damit ich mit 30 fertig bin. Aber um welchen Preis? Ist der Preis nicht zu hoch??? Zwar bin ich etwas ruhiger, seitdem ich eine Entscheidung getroffen habe, aber Zweifel werden immer bleiben. Abends liege ich im Bett und weine. Weine um das Kind, das nicht auf die Welt kommen wird.
Ich zähle die Stunden, in denen es noch in meinem Bauch sein wird. Zum Zeitpunkt, zu dem ich das schreibe, also noch ca. 12 Stunden...Ich will es nicht hergeben
aber es geht nicht anders....ich habe Angst gehabt, meinem Vater von meiner Schwangerschaft zu erzählen. Er hätte mich verurteilt und noch mehr unter Druck gesetzt. Warum hast du so lange studiert, um dir dann jetzt ein Blach andrehen zu lassen, und das von SO EINEM, etc....

Ich weiß nicht, was morgen mit mir sein wird, wenn ich diese Tabletten nehmen soll. Ich weiß nicht, ob ich es kann. Ob ich nicht heulend aus der Praxis renne. Oder ob ich stark genug bin. Aber mich dann dafür hasse...Die Pro Familia Beraterin meinte, ich kann jederzeit wieder kommen, egal ob ich mich für oder gegen das Kind entscheide. Falls ich nicht mit einem Abbruch zurecht kommen sollte (was der Fall sein wird), dann kann ich auch jederzeit in die psychologische Beratung von pro Familia kommen.

Mein Freund hatte eine schöne Idee. Er meinte, wir sollten uns von unserem Kind verabschieden. Das Ultraschallbild an einen Luftballon binden und einen Brief, dass wir es lieben, nie vergessen und dass es zu einem günstigeren Zeitpunkt zurück kommen darf

Wünscht mir Kraft. Ich werde weiter berichten.
Todunglücklich, eure Elena

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14. März 2010 um 20:29
In Antwort auf morana_12367631

Die Entscheidung ist gefallen
Hallo liebes Forum.
Erst einmal danke für eure zahlreichen Zuschriften, Aufmunterungen, lieben Worte und nette PN's. Hinter jeder Nachricht steckt eine persönliche Geschichte, man merkt, wie ihr gekämpft und selbst im Gewissenskonflikt gesteckt habt. Ich bewundere die unter Euch, die es trotz Kind geschafft haben, ihre Ziele zu verwirklichen! Ihr habt/hattet die Kraft, die ich nicht habe...

Die letzte Woche war sehr turbulent.
Am Montag hatten mein Freund und ich das Beratungsgespräch bei Pro Familia. Das erste, was die Sozialarbeiterin fragte, war, ob ich die Konfliktberatung wünsche, die zur Ausstellung des Beratungsscheins führt, oder ob ich Möglichkeiten aufgezeigt bekommen möchte, bei wem ich finanzielle Hilfen beantragen könnte, wenn ich mich für das Kind entscheide. Ich bat dann um beides. Ich hatte wirklich einen sehr positiven Eindruck von der Sozialarbeiterin, sie hat uns wirklich zugehört und vor allem ergriff sie KEINE wertende Position, also hat weder versucht, mich pro Kind zu ermutigen, noch mir zur Abtreibung zu raten. Sie hat nur versucht mir aufzuzeigen, was es wahrscheinlich bedeutet, ungelernt ein Kind zu haben, und dass ich lange von Hartz4 leben würde. Dass ein Kind uns finanziell zurückwerfen würde, dass es aber auch Hilfen gibt, zB Babyerstausstattung, kirchliche Fonds die in Härtefällen Zuschüsse geben etc. Dass man auch in einem Urlaubssemester als Mutter Klausuren schreiben kann (was sonst nicht möglich ist) und dass es im Urlaubssemester sogar möglich ist, Unterstützung von der Arge zu erhalten. Aber ob ich es nervlich schaffe, zu lernen und nebeinbei einen Säugling zu betreuen, das müsste ich selbst entscheiden.
Sie hat sich die Sicht meines Freundes angehört und mich dann gefragt, warum ich denn solche Probleme mit einem Abbruch hätte. Ich entgegnete, weil ich der Meinung bin, dass ich das nicht mehr alleine bestimmen könnte meiner Meinung nach, dass das menschliche Leben für mich mit der Zeugung beginnt und dass es egoistische Motive sind, wegen fehlenden Geldes dem Kind das Leben zu verwehren...
Dann sagte sie einen Satz, der mir in den Ohren hängen geblieben ist und der mir die Entscheidung etwas leichter gemacht hat. Sie sagte, "manchmal reflektiert es auch Verantwortunsbewusstsein, wenn man eben KEIN Kind in solch unsicheren Verhältnissen aufzieht". Sie war sichtlich berührt von unserer Geschichte, eben weil wir das Kind eigentlch gerne hätten, aber es leider zum ungünstigsten Zeitpunkt unterwegs ist. Ich kann mir denken, dass auch viele Frauen und Mädchen dahin kommen, die einfach nur den Schein wollen und gut. Ihr fiel auch auf, dass mein Freund mich mit seinem Standpunkt "keine Adoption, keine Fremdbetreuung in den ersten 3 Jahren", sehr unter Druck setzt. Denn ich habe eine Adoption nicht gänzlich ausgeschlossen bzw hätte mir eine Betreuung für Kinder bis zu 3 Jahren gesucht, damit ich meine beruflichen Ziele weiter verfolgen kann. Das kommt leider für meinen Freund nicht in frage, er sagt man bekommt kein Kind, um es dann "abzuschieben", dann wäre ich nicht besser als meine Mutter (die mich weggegeben hat, als ich 4 war und meine Schwester gleich nach der Geburt), und ein Baby braucht in der ersten Zeit seine Eltern. Er meinte, einer Adoption würde er niemals zustimmen, eher würde er das Kind alleine von der Stütze groß ziehen. Das möchte ich aber auch nicht, ich würde mir schon wünschen, dass wir eine FAMILIE sind, mit Mutter UND Vater...nicht so wie ich das hatte als Kind...
Und der Gedanke, mein Leben lang von Hartz4 leben zu müssen, ist für mich unerträglich. Aber mit Anfang 30 brauch ich nicht nochmal ein Studium anzufangen oder auf eine Ausbildung hoffen. Es wird mich niemand mehr einstellen...

Ich habe wirklich hin und her gegrübelt...mit was könntest du eher leben? Kind und Armut? Dein Leben lang halbtags bei Lidl kassieren? Obwohl du Abitur hast und ein Studium zu 80% fertig? Oder das Kind jetzt NICHT zu bekommen, aber beruflich Fuß fassen und dich ein paar Jahre später, in gesicherteren Verhältnissen, nochmal bewusst FÜR ein Kind zu entscheiden? Auf was soll ich hören, Herz oder Verstand? Das Herz sagt ja, der Verstand schreit nein...

Am Mittwoch bin ich dann zur Krankenkasse gegangen und habe mir die Kostenübernahme für einen Abbruch aushändigen lassen. Die Sachbearbeiterin war auf einen Schlag sowas von oben herab und unfreundlich, als ich mein Anliegen äußerte und den Beratunsschein vorlegte. Sie musterte mich wie ein ekliges Insekt und gab mir widerwillig nach Überprüfung meines finanziellen Hintergrundes die Kostenübernahmebescheinigung. Ich fragte sie, ob der medikamentöse Abbruch mit Mifegyne auch von der Krankenkasse übernommen wird, sie entgegnete nur schnippisch: Das müssen sie ihren Arzt fragen!
Ich verließ das Gebäude und fühlte mich einfach nur schlecht...und wütend, weil diese Frau meine Geschichte überhaupt nicht kennt, sie nicht weiß wie schwer mir diese Entscheidung ohnehin fällt und sie mich behandelt hat wie den letzten Dreck...dann dachte ich mir, vielleicht kann diese Frau nicht anders, vielleicht hat sie ein Kind verloren oder kann keine bekommen und verurteilt dich dann dafür...aber hat sie dann den richtigen Job? Sie kann ja denken was sie möchte, aber sie darf sich das in ihrer Position nicht anmerken lassen...

Am Donnerstag waren mein Freund und ich bei meiner Frauenärztin. Der Embryo ist in einer Woche von 0,26cm auf 0,9cm gwachsen. Zum Glück war noch keine Herztätigkeit zu erkennen, sonst weiß ich nicht, ob ich nicht schreiend vom Stuhl gesprungen wäre
Meine Frauenärztin steht neutral zu Schwangerschaftsabbrüchen, sagte zwar, dass es in meiner Lage wirklich verzwickt sei und sie sieht, wie schwer es mir fällt, zumal ich mir ja eigentlich Kinder wünsche. Aber sie hat mich sofort ohen Moralpfredigt an eine Kollegin überwiesen, die mit Mifegyne arbeitet, weil sie selber keine Abbrüche durchführt.

Ich habe dann am Freitag bei der Kollegin angerufen. Die Sprechstundenhilfe war sehr nett und hat sich am Telefon auch wirklich Zeit für mich genommen. Sie sagte, das ist Quatsch, dass man den Arzt fragen muss wegen der Kostenübernahme, sobald man die Kostenübernahmebescheinigung hat, wird der Abbruch von der Krankenkasse übernommen, egal ob medikamentös oder chirurgisch. Sie erklärte mir auch den Ablauf, dass ich Montag um 9 (also morgen) kommen soll, die ersten Tabletten erhalte, worauf ich eine Blutung bekommen werde, dann am Mittwoch die zweiten, woraufhin die Schwangerschaft ausgestoßen wird. Danach muss ich nochmal zur Kontrolle. Sie sagte, dass sie mehrheitlich sehr gute Erfahrungen mit Mifegye gemacht haben.

Trotzdem habe ich Angst und hasse mich für die Entscheidung, die ich getroffen habe. Ich werde immer denken, hättest du es nicht vielleicht doch geschafft? Was ist, wenn deinem Freund etwas passiert und du kein Kind mehr mit ihm haben kannst? Er ist immerhin fast 40 und chronisch krank...er sagt einerseits, es ist die beste und vernünftigste Entscheidung, das Kind nicht zu bekommen, aber andererseits sagt er, das ist vielleicht seine letzte Chance, etwas von ihm auf diesem Planeten zu hinterlassen, für das er sich aufopfern und das er lieben kann???

Ich habe den neuen Plan, im Herbst auf die FH zu wechseln und da umzusatteln. Damit ich nochmal eine Chance habe, mein Studium zu beenden und damit alles nicht umsonst war. Damit ich mit 30 fertig bin. Aber um welchen Preis? Ist der Preis nicht zu hoch??? Zwar bin ich etwas ruhiger, seitdem ich eine Entscheidung getroffen habe, aber Zweifel werden immer bleiben. Abends liege ich im Bett und weine. Weine um das Kind, das nicht auf die Welt kommen wird.
Ich zähle die Stunden, in denen es noch in meinem Bauch sein wird. Zum Zeitpunkt, zu dem ich das schreibe, also noch ca. 12 Stunden...Ich will es nicht hergeben
aber es geht nicht anders....ich habe Angst gehabt, meinem Vater von meiner Schwangerschaft zu erzählen. Er hätte mich verurteilt und noch mehr unter Druck gesetzt. Warum hast du so lange studiert, um dir dann jetzt ein Blach andrehen zu lassen, und das von SO EINEM, etc....

Ich weiß nicht, was morgen mit mir sein wird, wenn ich diese Tabletten nehmen soll. Ich weiß nicht, ob ich es kann. Ob ich nicht heulend aus der Praxis renne. Oder ob ich stark genug bin. Aber mich dann dafür hasse...Die Pro Familia Beraterin meinte, ich kann jederzeit wieder kommen, egal ob ich mich für oder gegen das Kind entscheide. Falls ich nicht mit einem Abbruch zurecht kommen sollte (was der Fall sein wird), dann kann ich auch jederzeit in die psychologische Beratung von pro Familia kommen.

Mein Freund hatte eine schöne Idee. Er meinte, wir sollten uns von unserem Kind verabschieden. Das Ultraschallbild an einen Luftballon binden und einen Brief, dass wir es lieben, nie vergessen und dass es zu einem günstigeren Zeitpunkt zurück kommen darf

Wünscht mir Kraft. Ich werde weiter berichten.
Todunglücklich, eure Elena


Naja, es ist eben Deine Entscheidung, nur Deine. Ich verurteile Dich nicht dafür. Ich habe nicht die Macht oder die Verantwortung, fremdes Schicksal zu ändern. Auch wenn es mir in der Seele weh tut, wie unglücklich Du bist und wie Du Dich für etwas entscheidest, wovon Du jetzt schon glaubst, dass es Dich sehr belasten wird. Worüber Du jetzt schon so viel weinen musst.
Aber ich denke, es gibt immer einen Weg. Egal, wie Du Dich entscheidest, irgendwie wird das Leben weiter gehen. Wie dieses Leben dann aussehen soll, liegt bei Dir.
Ich wünsche Dir viel Kraft und Hilfe in dieser schweren Zeit. Ich wünsche Dir, dass Dein Freund Dich in den Arm nehmen und trösten kann und dass er es wirklich wert ist, von Dir so geliebt zu werden.

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14. März 2010 um 21:01
In Antwort auf morana_12367631

Die Entscheidung ist gefallen
Hallo liebes Forum.
Erst einmal danke für eure zahlreichen Zuschriften, Aufmunterungen, lieben Worte und nette PN's. Hinter jeder Nachricht steckt eine persönliche Geschichte, man merkt, wie ihr gekämpft und selbst im Gewissenskonflikt gesteckt habt. Ich bewundere die unter Euch, die es trotz Kind geschafft haben, ihre Ziele zu verwirklichen! Ihr habt/hattet die Kraft, die ich nicht habe...

Die letzte Woche war sehr turbulent.
Am Montag hatten mein Freund und ich das Beratungsgespräch bei Pro Familia. Das erste, was die Sozialarbeiterin fragte, war, ob ich die Konfliktberatung wünsche, die zur Ausstellung des Beratungsscheins führt, oder ob ich Möglichkeiten aufgezeigt bekommen möchte, bei wem ich finanzielle Hilfen beantragen könnte, wenn ich mich für das Kind entscheide. Ich bat dann um beides. Ich hatte wirklich einen sehr positiven Eindruck von der Sozialarbeiterin, sie hat uns wirklich zugehört und vor allem ergriff sie KEINE wertende Position, also hat weder versucht, mich pro Kind zu ermutigen, noch mir zur Abtreibung zu raten. Sie hat nur versucht mir aufzuzeigen, was es wahrscheinlich bedeutet, ungelernt ein Kind zu haben, und dass ich lange von Hartz4 leben würde. Dass ein Kind uns finanziell zurückwerfen würde, dass es aber auch Hilfen gibt, zB Babyerstausstattung, kirchliche Fonds die in Härtefällen Zuschüsse geben etc. Dass man auch in einem Urlaubssemester als Mutter Klausuren schreiben kann (was sonst nicht möglich ist) und dass es im Urlaubssemester sogar möglich ist, Unterstützung von der Arge zu erhalten. Aber ob ich es nervlich schaffe, zu lernen und nebeinbei einen Säugling zu betreuen, das müsste ich selbst entscheiden.
Sie hat sich die Sicht meines Freundes angehört und mich dann gefragt, warum ich denn solche Probleme mit einem Abbruch hätte. Ich entgegnete, weil ich der Meinung bin, dass ich das nicht mehr alleine bestimmen könnte meiner Meinung nach, dass das menschliche Leben für mich mit der Zeugung beginnt und dass es egoistische Motive sind, wegen fehlenden Geldes dem Kind das Leben zu verwehren...
Dann sagte sie einen Satz, der mir in den Ohren hängen geblieben ist und der mir die Entscheidung etwas leichter gemacht hat. Sie sagte, "manchmal reflektiert es auch Verantwortunsbewusstsein, wenn man eben KEIN Kind in solch unsicheren Verhältnissen aufzieht". Sie war sichtlich berührt von unserer Geschichte, eben weil wir das Kind eigentlch gerne hätten, aber es leider zum ungünstigsten Zeitpunkt unterwegs ist. Ich kann mir denken, dass auch viele Frauen und Mädchen dahin kommen, die einfach nur den Schein wollen und gut. Ihr fiel auch auf, dass mein Freund mich mit seinem Standpunkt "keine Adoption, keine Fremdbetreuung in den ersten 3 Jahren", sehr unter Druck setzt. Denn ich habe eine Adoption nicht gänzlich ausgeschlossen bzw hätte mir eine Betreuung für Kinder bis zu 3 Jahren gesucht, damit ich meine beruflichen Ziele weiter verfolgen kann. Das kommt leider für meinen Freund nicht in frage, er sagt man bekommt kein Kind, um es dann "abzuschieben", dann wäre ich nicht besser als meine Mutter (die mich weggegeben hat, als ich 4 war und meine Schwester gleich nach der Geburt), und ein Baby braucht in der ersten Zeit seine Eltern. Er meinte, einer Adoption würde er niemals zustimmen, eher würde er das Kind alleine von der Stütze groß ziehen. Das möchte ich aber auch nicht, ich würde mir schon wünschen, dass wir eine FAMILIE sind, mit Mutter UND Vater...nicht so wie ich das hatte als Kind...
Und der Gedanke, mein Leben lang von Hartz4 leben zu müssen, ist für mich unerträglich. Aber mit Anfang 30 brauch ich nicht nochmal ein Studium anzufangen oder auf eine Ausbildung hoffen. Es wird mich niemand mehr einstellen...

Ich habe wirklich hin und her gegrübelt...mit was könntest du eher leben? Kind und Armut? Dein Leben lang halbtags bei Lidl kassieren? Obwohl du Abitur hast und ein Studium zu 80% fertig? Oder das Kind jetzt NICHT zu bekommen, aber beruflich Fuß fassen und dich ein paar Jahre später, in gesicherteren Verhältnissen, nochmal bewusst FÜR ein Kind zu entscheiden? Auf was soll ich hören, Herz oder Verstand? Das Herz sagt ja, der Verstand schreit nein...

Am Mittwoch bin ich dann zur Krankenkasse gegangen und habe mir die Kostenübernahme für einen Abbruch aushändigen lassen. Die Sachbearbeiterin war auf einen Schlag sowas von oben herab und unfreundlich, als ich mein Anliegen äußerte und den Beratunsschein vorlegte. Sie musterte mich wie ein ekliges Insekt und gab mir widerwillig nach Überprüfung meines finanziellen Hintergrundes die Kostenübernahmebescheinigung. Ich fragte sie, ob der medikamentöse Abbruch mit Mifegyne auch von der Krankenkasse übernommen wird, sie entgegnete nur schnippisch: Das müssen sie ihren Arzt fragen!
Ich verließ das Gebäude und fühlte mich einfach nur schlecht...und wütend, weil diese Frau meine Geschichte überhaupt nicht kennt, sie nicht weiß wie schwer mir diese Entscheidung ohnehin fällt und sie mich behandelt hat wie den letzten Dreck...dann dachte ich mir, vielleicht kann diese Frau nicht anders, vielleicht hat sie ein Kind verloren oder kann keine bekommen und verurteilt dich dann dafür...aber hat sie dann den richtigen Job? Sie kann ja denken was sie möchte, aber sie darf sich das in ihrer Position nicht anmerken lassen...

Am Donnerstag waren mein Freund und ich bei meiner Frauenärztin. Der Embryo ist in einer Woche von 0,26cm auf 0,9cm gwachsen. Zum Glück war noch keine Herztätigkeit zu erkennen, sonst weiß ich nicht, ob ich nicht schreiend vom Stuhl gesprungen wäre
Meine Frauenärztin steht neutral zu Schwangerschaftsabbrüchen, sagte zwar, dass es in meiner Lage wirklich verzwickt sei und sie sieht, wie schwer es mir fällt, zumal ich mir ja eigentlich Kinder wünsche. Aber sie hat mich sofort ohen Moralpfredigt an eine Kollegin überwiesen, die mit Mifegyne arbeitet, weil sie selber keine Abbrüche durchführt.

Ich habe dann am Freitag bei der Kollegin angerufen. Die Sprechstundenhilfe war sehr nett und hat sich am Telefon auch wirklich Zeit für mich genommen. Sie sagte, das ist Quatsch, dass man den Arzt fragen muss wegen der Kostenübernahme, sobald man die Kostenübernahmebescheinigung hat, wird der Abbruch von der Krankenkasse übernommen, egal ob medikamentös oder chirurgisch. Sie erklärte mir auch den Ablauf, dass ich Montag um 9 (also morgen) kommen soll, die ersten Tabletten erhalte, worauf ich eine Blutung bekommen werde, dann am Mittwoch die zweiten, woraufhin die Schwangerschaft ausgestoßen wird. Danach muss ich nochmal zur Kontrolle. Sie sagte, dass sie mehrheitlich sehr gute Erfahrungen mit Mifegye gemacht haben.

Trotzdem habe ich Angst und hasse mich für die Entscheidung, die ich getroffen habe. Ich werde immer denken, hättest du es nicht vielleicht doch geschafft? Was ist, wenn deinem Freund etwas passiert und du kein Kind mehr mit ihm haben kannst? Er ist immerhin fast 40 und chronisch krank...er sagt einerseits, es ist die beste und vernünftigste Entscheidung, das Kind nicht zu bekommen, aber andererseits sagt er, das ist vielleicht seine letzte Chance, etwas von ihm auf diesem Planeten zu hinterlassen, für das er sich aufopfern und das er lieben kann???

Ich habe den neuen Plan, im Herbst auf die FH zu wechseln und da umzusatteln. Damit ich nochmal eine Chance habe, mein Studium zu beenden und damit alles nicht umsonst war. Damit ich mit 30 fertig bin. Aber um welchen Preis? Ist der Preis nicht zu hoch??? Zwar bin ich etwas ruhiger, seitdem ich eine Entscheidung getroffen habe, aber Zweifel werden immer bleiben. Abends liege ich im Bett und weine. Weine um das Kind, das nicht auf die Welt kommen wird.
Ich zähle die Stunden, in denen es noch in meinem Bauch sein wird. Zum Zeitpunkt, zu dem ich das schreibe, also noch ca. 12 Stunden...Ich will es nicht hergeben
aber es geht nicht anders....ich habe Angst gehabt, meinem Vater von meiner Schwangerschaft zu erzählen. Er hätte mich verurteilt und noch mehr unter Druck gesetzt. Warum hast du so lange studiert, um dir dann jetzt ein Blach andrehen zu lassen, und das von SO EINEM, etc....

Ich weiß nicht, was morgen mit mir sein wird, wenn ich diese Tabletten nehmen soll. Ich weiß nicht, ob ich es kann. Ob ich nicht heulend aus der Praxis renne. Oder ob ich stark genug bin. Aber mich dann dafür hasse...Die Pro Familia Beraterin meinte, ich kann jederzeit wieder kommen, egal ob ich mich für oder gegen das Kind entscheide. Falls ich nicht mit einem Abbruch zurecht kommen sollte (was der Fall sein wird), dann kann ich auch jederzeit in die psychologische Beratung von pro Familia kommen.

Mein Freund hatte eine schöne Idee. Er meinte, wir sollten uns von unserem Kind verabschieden. Das Ultraschallbild an einen Luftballon binden und einen Brief, dass wir es lieben, nie vergessen und dass es zu einem günstigeren Zeitpunkt zurück kommen darf

Wünscht mir Kraft. Ich werde weiter berichten.
Todunglücklich, eure Elena

Du willst dein Kind nicht hergeben?
Dann tue es auch nicht.
Wenn wir alle in dieser Welt auf "Bessere Zeiten" hoffen und dann erst Kinder kriegen würden,wäre die Menschheit bald ausgestorben.
Was sollten denn Mütter sagen ,die Krieg,Hunger und Armut mitmachen.
Ich will dich nicht verurteilen, du trägst am Ende die Schuld und die Verantwortung ,niemand anderes ,auch nicht die Ärzte und auch nicht die Dame von Pro familia.
Ob es dir wirklich hilft ,das Us-Bild an einen Luftballon zu hängen und hinterherzutrauern und sehen wie dieser unwiderbringlich wegfliegt.Ich weiß nicht, ob man dann noch von Liebe reden kann.

Ob du es jetzt glaubst oder nicht ,gestern habe ich während meines Ausrittes mit meinem Pferd auf einem Waldweg genauso was Ähnliches an einem kaputten Luftballon gefunden unter der wegtauenden Schneedecke und habe traurig an all die unschuldigen Sternenkinder denken müssen, die niemals diese schöne Welt betreten dürfen.Dieses Leben ist nicht nur mit Geld schön!!!!

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14. März 2010 um 21:03
In Antwort auf morana_12367631

Die Entscheidung ist gefallen
Hallo liebes Forum.
Erst einmal danke für eure zahlreichen Zuschriften, Aufmunterungen, lieben Worte und nette PN's. Hinter jeder Nachricht steckt eine persönliche Geschichte, man merkt, wie ihr gekämpft und selbst im Gewissenskonflikt gesteckt habt. Ich bewundere die unter Euch, die es trotz Kind geschafft haben, ihre Ziele zu verwirklichen! Ihr habt/hattet die Kraft, die ich nicht habe...

Die letzte Woche war sehr turbulent.
Am Montag hatten mein Freund und ich das Beratungsgespräch bei Pro Familia. Das erste, was die Sozialarbeiterin fragte, war, ob ich die Konfliktberatung wünsche, die zur Ausstellung des Beratungsscheins führt, oder ob ich Möglichkeiten aufgezeigt bekommen möchte, bei wem ich finanzielle Hilfen beantragen könnte, wenn ich mich für das Kind entscheide. Ich bat dann um beides. Ich hatte wirklich einen sehr positiven Eindruck von der Sozialarbeiterin, sie hat uns wirklich zugehört und vor allem ergriff sie KEINE wertende Position, also hat weder versucht, mich pro Kind zu ermutigen, noch mir zur Abtreibung zu raten. Sie hat nur versucht mir aufzuzeigen, was es wahrscheinlich bedeutet, ungelernt ein Kind zu haben, und dass ich lange von Hartz4 leben würde. Dass ein Kind uns finanziell zurückwerfen würde, dass es aber auch Hilfen gibt, zB Babyerstausstattung, kirchliche Fonds die in Härtefällen Zuschüsse geben etc. Dass man auch in einem Urlaubssemester als Mutter Klausuren schreiben kann (was sonst nicht möglich ist) und dass es im Urlaubssemester sogar möglich ist, Unterstützung von der Arge zu erhalten. Aber ob ich es nervlich schaffe, zu lernen und nebeinbei einen Säugling zu betreuen, das müsste ich selbst entscheiden.
Sie hat sich die Sicht meines Freundes angehört und mich dann gefragt, warum ich denn solche Probleme mit einem Abbruch hätte. Ich entgegnete, weil ich der Meinung bin, dass ich das nicht mehr alleine bestimmen könnte meiner Meinung nach, dass das menschliche Leben für mich mit der Zeugung beginnt und dass es egoistische Motive sind, wegen fehlenden Geldes dem Kind das Leben zu verwehren...
Dann sagte sie einen Satz, der mir in den Ohren hängen geblieben ist und der mir die Entscheidung etwas leichter gemacht hat. Sie sagte, "manchmal reflektiert es auch Verantwortunsbewusstsein, wenn man eben KEIN Kind in solch unsicheren Verhältnissen aufzieht". Sie war sichtlich berührt von unserer Geschichte, eben weil wir das Kind eigentlch gerne hätten, aber es leider zum ungünstigsten Zeitpunkt unterwegs ist. Ich kann mir denken, dass auch viele Frauen und Mädchen dahin kommen, die einfach nur den Schein wollen und gut. Ihr fiel auch auf, dass mein Freund mich mit seinem Standpunkt "keine Adoption, keine Fremdbetreuung in den ersten 3 Jahren", sehr unter Druck setzt. Denn ich habe eine Adoption nicht gänzlich ausgeschlossen bzw hätte mir eine Betreuung für Kinder bis zu 3 Jahren gesucht, damit ich meine beruflichen Ziele weiter verfolgen kann. Das kommt leider für meinen Freund nicht in frage, er sagt man bekommt kein Kind, um es dann "abzuschieben", dann wäre ich nicht besser als meine Mutter (die mich weggegeben hat, als ich 4 war und meine Schwester gleich nach der Geburt), und ein Baby braucht in der ersten Zeit seine Eltern. Er meinte, einer Adoption würde er niemals zustimmen, eher würde er das Kind alleine von der Stütze groß ziehen. Das möchte ich aber auch nicht, ich würde mir schon wünschen, dass wir eine FAMILIE sind, mit Mutter UND Vater...nicht so wie ich das hatte als Kind...
Und der Gedanke, mein Leben lang von Hartz4 leben zu müssen, ist für mich unerträglich. Aber mit Anfang 30 brauch ich nicht nochmal ein Studium anzufangen oder auf eine Ausbildung hoffen. Es wird mich niemand mehr einstellen...

Ich habe wirklich hin und her gegrübelt...mit was könntest du eher leben? Kind und Armut? Dein Leben lang halbtags bei Lidl kassieren? Obwohl du Abitur hast und ein Studium zu 80% fertig? Oder das Kind jetzt NICHT zu bekommen, aber beruflich Fuß fassen und dich ein paar Jahre später, in gesicherteren Verhältnissen, nochmal bewusst FÜR ein Kind zu entscheiden? Auf was soll ich hören, Herz oder Verstand? Das Herz sagt ja, der Verstand schreit nein...

Am Mittwoch bin ich dann zur Krankenkasse gegangen und habe mir die Kostenübernahme für einen Abbruch aushändigen lassen. Die Sachbearbeiterin war auf einen Schlag sowas von oben herab und unfreundlich, als ich mein Anliegen äußerte und den Beratunsschein vorlegte. Sie musterte mich wie ein ekliges Insekt und gab mir widerwillig nach Überprüfung meines finanziellen Hintergrundes die Kostenübernahmebescheinigung. Ich fragte sie, ob der medikamentöse Abbruch mit Mifegyne auch von der Krankenkasse übernommen wird, sie entgegnete nur schnippisch: Das müssen sie ihren Arzt fragen!
Ich verließ das Gebäude und fühlte mich einfach nur schlecht...und wütend, weil diese Frau meine Geschichte überhaupt nicht kennt, sie nicht weiß wie schwer mir diese Entscheidung ohnehin fällt und sie mich behandelt hat wie den letzten Dreck...dann dachte ich mir, vielleicht kann diese Frau nicht anders, vielleicht hat sie ein Kind verloren oder kann keine bekommen und verurteilt dich dann dafür...aber hat sie dann den richtigen Job? Sie kann ja denken was sie möchte, aber sie darf sich das in ihrer Position nicht anmerken lassen...

Am Donnerstag waren mein Freund und ich bei meiner Frauenärztin. Der Embryo ist in einer Woche von 0,26cm auf 0,9cm gwachsen. Zum Glück war noch keine Herztätigkeit zu erkennen, sonst weiß ich nicht, ob ich nicht schreiend vom Stuhl gesprungen wäre
Meine Frauenärztin steht neutral zu Schwangerschaftsabbrüchen, sagte zwar, dass es in meiner Lage wirklich verzwickt sei und sie sieht, wie schwer es mir fällt, zumal ich mir ja eigentlich Kinder wünsche. Aber sie hat mich sofort ohen Moralpfredigt an eine Kollegin überwiesen, die mit Mifegyne arbeitet, weil sie selber keine Abbrüche durchführt.

Ich habe dann am Freitag bei der Kollegin angerufen. Die Sprechstundenhilfe war sehr nett und hat sich am Telefon auch wirklich Zeit für mich genommen. Sie sagte, das ist Quatsch, dass man den Arzt fragen muss wegen der Kostenübernahme, sobald man die Kostenübernahmebescheinigung hat, wird der Abbruch von der Krankenkasse übernommen, egal ob medikamentös oder chirurgisch. Sie erklärte mir auch den Ablauf, dass ich Montag um 9 (also morgen) kommen soll, die ersten Tabletten erhalte, worauf ich eine Blutung bekommen werde, dann am Mittwoch die zweiten, woraufhin die Schwangerschaft ausgestoßen wird. Danach muss ich nochmal zur Kontrolle. Sie sagte, dass sie mehrheitlich sehr gute Erfahrungen mit Mifegye gemacht haben.

Trotzdem habe ich Angst und hasse mich für die Entscheidung, die ich getroffen habe. Ich werde immer denken, hättest du es nicht vielleicht doch geschafft? Was ist, wenn deinem Freund etwas passiert und du kein Kind mehr mit ihm haben kannst? Er ist immerhin fast 40 und chronisch krank...er sagt einerseits, es ist die beste und vernünftigste Entscheidung, das Kind nicht zu bekommen, aber andererseits sagt er, das ist vielleicht seine letzte Chance, etwas von ihm auf diesem Planeten zu hinterlassen, für das er sich aufopfern und das er lieben kann???

Ich habe den neuen Plan, im Herbst auf die FH zu wechseln und da umzusatteln. Damit ich nochmal eine Chance habe, mein Studium zu beenden und damit alles nicht umsonst war. Damit ich mit 30 fertig bin. Aber um welchen Preis? Ist der Preis nicht zu hoch??? Zwar bin ich etwas ruhiger, seitdem ich eine Entscheidung getroffen habe, aber Zweifel werden immer bleiben. Abends liege ich im Bett und weine. Weine um das Kind, das nicht auf die Welt kommen wird.
Ich zähle die Stunden, in denen es noch in meinem Bauch sein wird. Zum Zeitpunkt, zu dem ich das schreibe, also noch ca. 12 Stunden...Ich will es nicht hergeben
aber es geht nicht anders....ich habe Angst gehabt, meinem Vater von meiner Schwangerschaft zu erzählen. Er hätte mich verurteilt und noch mehr unter Druck gesetzt. Warum hast du so lange studiert, um dir dann jetzt ein Blach andrehen zu lassen, und das von SO EINEM, etc....

Ich weiß nicht, was morgen mit mir sein wird, wenn ich diese Tabletten nehmen soll. Ich weiß nicht, ob ich es kann. Ob ich nicht heulend aus der Praxis renne. Oder ob ich stark genug bin. Aber mich dann dafür hasse...Die Pro Familia Beraterin meinte, ich kann jederzeit wieder kommen, egal ob ich mich für oder gegen das Kind entscheide. Falls ich nicht mit einem Abbruch zurecht kommen sollte (was der Fall sein wird), dann kann ich auch jederzeit in die psychologische Beratung von pro Familia kommen.

Mein Freund hatte eine schöne Idee. Er meinte, wir sollten uns von unserem Kind verabschieden. Das Ultraschallbild an einen Luftballon binden und einen Brief, dass wir es lieben, nie vergessen und dass es zu einem günstigeren Zeitpunkt zurück kommen darf

Wünscht mir Kraft. Ich werde weiter berichten.
Todunglücklich, eure Elena

Delia 834
Hallo Elena,
in Deinem Text sind 4 weinende Gesichter, dies spiegelt etwas wieder von der Verzweiflung in der Du steckst. Und Du weinst um das Kind, das nicht auf die Welt kommen darf. Wer um ein ungeborenes Kind weinen kann, der wird auch einen guten Weg mit diesem Kind finden.
Das Kind das in Dir ist, kommt nicht mehr zurück, auch wenn Du später noch einmal Kinder bekommen solltest. Es wäre nicht dieses Kind. Deine Angst, dass Du mit dem Abbruch nicht zurecht kommst, halte ich persönlich für nicht unberechtigt.
Dir geht es um die Frage, ob Du auf Dein Herz oder Deinen Verstand hören sollst. Höre auf Dein Herz, denn die vielen logischen Argumente des Verstandes zählen nach einer Abtreibung häufig wenig, wenn das Herz weh tut, weil Du merkst es fehlt ein Mensch auf dieser Welt.
Du kannst Dich noch heute Nacht bei ausweg-pforzheim.de melden. Denn vielleicht brauchst Du einfach mehr, als eine Beraterin und eine Frauernärztin die Dich neutral beraten. Vielleicht brauchst Du jemand der Dich unterstützt, Dir den Rücken stärkt und Dir Perspektiven aufzeigt. Sich selbst zu hassen ist kein gutes Fundement für Dein weiteres Leben. Denn Haß hat zerstörischere Wirkung.
LG Itemba

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14. März 2010 um 23:30
In Antwort auf morana_12367631

Die Entscheidung ist gefallen
Hallo liebes Forum.
Erst einmal danke für eure zahlreichen Zuschriften, Aufmunterungen, lieben Worte und nette PN's. Hinter jeder Nachricht steckt eine persönliche Geschichte, man merkt, wie ihr gekämpft und selbst im Gewissenskonflikt gesteckt habt. Ich bewundere die unter Euch, die es trotz Kind geschafft haben, ihre Ziele zu verwirklichen! Ihr habt/hattet die Kraft, die ich nicht habe...

Die letzte Woche war sehr turbulent.
Am Montag hatten mein Freund und ich das Beratungsgespräch bei Pro Familia. Das erste, was die Sozialarbeiterin fragte, war, ob ich die Konfliktberatung wünsche, die zur Ausstellung des Beratungsscheins führt, oder ob ich Möglichkeiten aufgezeigt bekommen möchte, bei wem ich finanzielle Hilfen beantragen könnte, wenn ich mich für das Kind entscheide. Ich bat dann um beides. Ich hatte wirklich einen sehr positiven Eindruck von der Sozialarbeiterin, sie hat uns wirklich zugehört und vor allem ergriff sie KEINE wertende Position, also hat weder versucht, mich pro Kind zu ermutigen, noch mir zur Abtreibung zu raten. Sie hat nur versucht mir aufzuzeigen, was es wahrscheinlich bedeutet, ungelernt ein Kind zu haben, und dass ich lange von Hartz4 leben würde. Dass ein Kind uns finanziell zurückwerfen würde, dass es aber auch Hilfen gibt, zB Babyerstausstattung, kirchliche Fonds die in Härtefällen Zuschüsse geben etc. Dass man auch in einem Urlaubssemester als Mutter Klausuren schreiben kann (was sonst nicht möglich ist) und dass es im Urlaubssemester sogar möglich ist, Unterstützung von der Arge zu erhalten. Aber ob ich es nervlich schaffe, zu lernen und nebeinbei einen Säugling zu betreuen, das müsste ich selbst entscheiden.
Sie hat sich die Sicht meines Freundes angehört und mich dann gefragt, warum ich denn solche Probleme mit einem Abbruch hätte. Ich entgegnete, weil ich der Meinung bin, dass ich das nicht mehr alleine bestimmen könnte meiner Meinung nach, dass das menschliche Leben für mich mit der Zeugung beginnt und dass es egoistische Motive sind, wegen fehlenden Geldes dem Kind das Leben zu verwehren...
Dann sagte sie einen Satz, der mir in den Ohren hängen geblieben ist und der mir die Entscheidung etwas leichter gemacht hat. Sie sagte, "manchmal reflektiert es auch Verantwortunsbewusstsein, wenn man eben KEIN Kind in solch unsicheren Verhältnissen aufzieht". Sie war sichtlich berührt von unserer Geschichte, eben weil wir das Kind eigentlch gerne hätten, aber es leider zum ungünstigsten Zeitpunkt unterwegs ist. Ich kann mir denken, dass auch viele Frauen und Mädchen dahin kommen, die einfach nur den Schein wollen und gut. Ihr fiel auch auf, dass mein Freund mich mit seinem Standpunkt "keine Adoption, keine Fremdbetreuung in den ersten 3 Jahren", sehr unter Druck setzt. Denn ich habe eine Adoption nicht gänzlich ausgeschlossen bzw hätte mir eine Betreuung für Kinder bis zu 3 Jahren gesucht, damit ich meine beruflichen Ziele weiter verfolgen kann. Das kommt leider für meinen Freund nicht in frage, er sagt man bekommt kein Kind, um es dann "abzuschieben", dann wäre ich nicht besser als meine Mutter (die mich weggegeben hat, als ich 4 war und meine Schwester gleich nach der Geburt), und ein Baby braucht in der ersten Zeit seine Eltern. Er meinte, einer Adoption würde er niemals zustimmen, eher würde er das Kind alleine von der Stütze groß ziehen. Das möchte ich aber auch nicht, ich würde mir schon wünschen, dass wir eine FAMILIE sind, mit Mutter UND Vater...nicht so wie ich das hatte als Kind...
Und der Gedanke, mein Leben lang von Hartz4 leben zu müssen, ist für mich unerträglich. Aber mit Anfang 30 brauch ich nicht nochmal ein Studium anzufangen oder auf eine Ausbildung hoffen. Es wird mich niemand mehr einstellen...

Ich habe wirklich hin und her gegrübelt...mit was könntest du eher leben? Kind und Armut? Dein Leben lang halbtags bei Lidl kassieren? Obwohl du Abitur hast und ein Studium zu 80% fertig? Oder das Kind jetzt NICHT zu bekommen, aber beruflich Fuß fassen und dich ein paar Jahre später, in gesicherteren Verhältnissen, nochmal bewusst FÜR ein Kind zu entscheiden? Auf was soll ich hören, Herz oder Verstand? Das Herz sagt ja, der Verstand schreit nein...

Am Mittwoch bin ich dann zur Krankenkasse gegangen und habe mir die Kostenübernahme für einen Abbruch aushändigen lassen. Die Sachbearbeiterin war auf einen Schlag sowas von oben herab und unfreundlich, als ich mein Anliegen äußerte und den Beratunsschein vorlegte. Sie musterte mich wie ein ekliges Insekt und gab mir widerwillig nach Überprüfung meines finanziellen Hintergrundes die Kostenübernahmebescheinigung. Ich fragte sie, ob der medikamentöse Abbruch mit Mifegyne auch von der Krankenkasse übernommen wird, sie entgegnete nur schnippisch: Das müssen sie ihren Arzt fragen!
Ich verließ das Gebäude und fühlte mich einfach nur schlecht...und wütend, weil diese Frau meine Geschichte überhaupt nicht kennt, sie nicht weiß wie schwer mir diese Entscheidung ohnehin fällt und sie mich behandelt hat wie den letzten Dreck...dann dachte ich mir, vielleicht kann diese Frau nicht anders, vielleicht hat sie ein Kind verloren oder kann keine bekommen und verurteilt dich dann dafür...aber hat sie dann den richtigen Job? Sie kann ja denken was sie möchte, aber sie darf sich das in ihrer Position nicht anmerken lassen...

Am Donnerstag waren mein Freund und ich bei meiner Frauenärztin. Der Embryo ist in einer Woche von 0,26cm auf 0,9cm gwachsen. Zum Glück war noch keine Herztätigkeit zu erkennen, sonst weiß ich nicht, ob ich nicht schreiend vom Stuhl gesprungen wäre
Meine Frauenärztin steht neutral zu Schwangerschaftsabbrüchen, sagte zwar, dass es in meiner Lage wirklich verzwickt sei und sie sieht, wie schwer es mir fällt, zumal ich mir ja eigentlich Kinder wünsche. Aber sie hat mich sofort ohen Moralpfredigt an eine Kollegin überwiesen, die mit Mifegyne arbeitet, weil sie selber keine Abbrüche durchführt.

Ich habe dann am Freitag bei der Kollegin angerufen. Die Sprechstundenhilfe war sehr nett und hat sich am Telefon auch wirklich Zeit für mich genommen. Sie sagte, das ist Quatsch, dass man den Arzt fragen muss wegen der Kostenübernahme, sobald man die Kostenübernahmebescheinigung hat, wird der Abbruch von der Krankenkasse übernommen, egal ob medikamentös oder chirurgisch. Sie erklärte mir auch den Ablauf, dass ich Montag um 9 (also morgen) kommen soll, die ersten Tabletten erhalte, worauf ich eine Blutung bekommen werde, dann am Mittwoch die zweiten, woraufhin die Schwangerschaft ausgestoßen wird. Danach muss ich nochmal zur Kontrolle. Sie sagte, dass sie mehrheitlich sehr gute Erfahrungen mit Mifegye gemacht haben.

Trotzdem habe ich Angst und hasse mich für die Entscheidung, die ich getroffen habe. Ich werde immer denken, hättest du es nicht vielleicht doch geschafft? Was ist, wenn deinem Freund etwas passiert und du kein Kind mehr mit ihm haben kannst? Er ist immerhin fast 40 und chronisch krank...er sagt einerseits, es ist die beste und vernünftigste Entscheidung, das Kind nicht zu bekommen, aber andererseits sagt er, das ist vielleicht seine letzte Chance, etwas von ihm auf diesem Planeten zu hinterlassen, für das er sich aufopfern und das er lieben kann???

Ich habe den neuen Plan, im Herbst auf die FH zu wechseln und da umzusatteln. Damit ich nochmal eine Chance habe, mein Studium zu beenden und damit alles nicht umsonst war. Damit ich mit 30 fertig bin. Aber um welchen Preis? Ist der Preis nicht zu hoch??? Zwar bin ich etwas ruhiger, seitdem ich eine Entscheidung getroffen habe, aber Zweifel werden immer bleiben. Abends liege ich im Bett und weine. Weine um das Kind, das nicht auf die Welt kommen wird.
Ich zähle die Stunden, in denen es noch in meinem Bauch sein wird. Zum Zeitpunkt, zu dem ich das schreibe, also noch ca. 12 Stunden...Ich will es nicht hergeben
aber es geht nicht anders....ich habe Angst gehabt, meinem Vater von meiner Schwangerschaft zu erzählen. Er hätte mich verurteilt und noch mehr unter Druck gesetzt. Warum hast du so lange studiert, um dir dann jetzt ein Blach andrehen zu lassen, und das von SO EINEM, etc....

Ich weiß nicht, was morgen mit mir sein wird, wenn ich diese Tabletten nehmen soll. Ich weiß nicht, ob ich es kann. Ob ich nicht heulend aus der Praxis renne. Oder ob ich stark genug bin. Aber mich dann dafür hasse...Die Pro Familia Beraterin meinte, ich kann jederzeit wieder kommen, egal ob ich mich für oder gegen das Kind entscheide. Falls ich nicht mit einem Abbruch zurecht kommen sollte (was der Fall sein wird), dann kann ich auch jederzeit in die psychologische Beratung von pro Familia kommen.

Mein Freund hatte eine schöne Idee. Er meinte, wir sollten uns von unserem Kind verabschieden. Das Ultraschallbild an einen Luftballon binden und einen Brief, dass wir es lieben, nie vergessen und dass es zu einem günstigeren Zeitpunkt zurück kommen darf

Wünscht mir Kraft. Ich werde weiter berichten.
Todunglücklich, eure Elena

Du liebe!!
ich glaub ich kann die nacht nicht schlafen, wenn ich dir nicht noch schreibe. mein herz klopft und meine hände zittern: du willst dein kind nicht hergeben!!!! jedes wort in diesem satz bedeutet eine welt!!
es geht nicht anders. es geht nicht anders?? würdest du dir helfen lassen, die hindernisse aus dem weg zu räumen?
wie soll ich das verstehen: du fügst dir einen unglaublichen tiefen schmerz zu und bekommst vorher schon eine mögliche psychologische beratung für nachher genannt??? brauchst du das? oder möchtest du nicht einfach dein baby?

ich denke, bei aller liebe ist dein freund mit seiner unnachgiebigen meinung zur betreuung eures babies ein schwieriger punkt, oder? du würdest dich freuen, nach getaner arbeit, dein baby oder schon kleinkind wo abholen zu können und dann seid ihr eine familie!
in den worten deines vaters (die du vermutest) steckt so viel missachtung. die hast du nicht verdient, die hat dein freund nicht verdient - die hat euer kind nicht verdient!!
für dich ist es wertvoll - deshalb weinst du doch, oder?
neun stunden .... ich kann dir keine kraft wünschen, damit du zur abtreibung gehen kannst .... ich pack das nicht.
aber ich kann dir sagen, dass du stattdessen morgen um 8.30 bei profemina anrufen kannst. die nummer steht auf der homepage. die beraterin von profemina räumt mit dir die hindernisse aus dem weg, damit du dein baby in den arm nehmen kannst - anfang november - und das bekommem und SEIN darfst, was du dir wünschst! hab keine sorge: die beraterin findet bestimmt auch einen zugang zu deinem lieben freund: in ihm muss die vorstellung von einer familie ja auch erst wachsen. anfangs lebt halt nur das "alte" familienbild in uns, so wie wir das als kinder erlebt haben. aber ihr gestaltet ein neues. lasst euch helfen, das zu finden!
du bist so wertvoll!!! du musst dir nicht dein kind "verdienen", wie eine belohnung für ein geschafftes studium: du bist beschenkt! und du darfst eine glückliche mutter sein!
liebe elena: ich wünsche dir deine geliebte delia - sonst nichts!
doch, eins noch: ich wünsch dir den mut, den termin am telefon um 8.30 bei proFemina wahrzunehmen und den anderen einfach zu lassen! du bist eine freie frau!!!
allerliebste grüße an dich, lass dich in den arm nehmen - irgendwann wird es dein kleines tun!
in liebe, catie

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14. März 2010 um 23:30
In Antwort auf morana_12367631

Die Entscheidung ist gefallen
Hallo liebes Forum.
Erst einmal danke für eure zahlreichen Zuschriften, Aufmunterungen, lieben Worte und nette PN's. Hinter jeder Nachricht steckt eine persönliche Geschichte, man merkt, wie ihr gekämpft und selbst im Gewissenskonflikt gesteckt habt. Ich bewundere die unter Euch, die es trotz Kind geschafft haben, ihre Ziele zu verwirklichen! Ihr habt/hattet die Kraft, die ich nicht habe...

Die letzte Woche war sehr turbulent.
Am Montag hatten mein Freund und ich das Beratungsgespräch bei Pro Familia. Das erste, was die Sozialarbeiterin fragte, war, ob ich die Konfliktberatung wünsche, die zur Ausstellung des Beratungsscheins führt, oder ob ich Möglichkeiten aufgezeigt bekommen möchte, bei wem ich finanzielle Hilfen beantragen könnte, wenn ich mich für das Kind entscheide. Ich bat dann um beides. Ich hatte wirklich einen sehr positiven Eindruck von der Sozialarbeiterin, sie hat uns wirklich zugehört und vor allem ergriff sie KEINE wertende Position, also hat weder versucht, mich pro Kind zu ermutigen, noch mir zur Abtreibung zu raten. Sie hat nur versucht mir aufzuzeigen, was es wahrscheinlich bedeutet, ungelernt ein Kind zu haben, und dass ich lange von Hartz4 leben würde. Dass ein Kind uns finanziell zurückwerfen würde, dass es aber auch Hilfen gibt, zB Babyerstausstattung, kirchliche Fonds die in Härtefällen Zuschüsse geben etc. Dass man auch in einem Urlaubssemester als Mutter Klausuren schreiben kann (was sonst nicht möglich ist) und dass es im Urlaubssemester sogar möglich ist, Unterstützung von der Arge zu erhalten. Aber ob ich es nervlich schaffe, zu lernen und nebeinbei einen Säugling zu betreuen, das müsste ich selbst entscheiden.
Sie hat sich die Sicht meines Freundes angehört und mich dann gefragt, warum ich denn solche Probleme mit einem Abbruch hätte. Ich entgegnete, weil ich der Meinung bin, dass ich das nicht mehr alleine bestimmen könnte meiner Meinung nach, dass das menschliche Leben für mich mit der Zeugung beginnt und dass es egoistische Motive sind, wegen fehlenden Geldes dem Kind das Leben zu verwehren...
Dann sagte sie einen Satz, der mir in den Ohren hängen geblieben ist und der mir die Entscheidung etwas leichter gemacht hat. Sie sagte, "manchmal reflektiert es auch Verantwortunsbewusstsein, wenn man eben KEIN Kind in solch unsicheren Verhältnissen aufzieht". Sie war sichtlich berührt von unserer Geschichte, eben weil wir das Kind eigentlch gerne hätten, aber es leider zum ungünstigsten Zeitpunkt unterwegs ist. Ich kann mir denken, dass auch viele Frauen und Mädchen dahin kommen, die einfach nur den Schein wollen und gut. Ihr fiel auch auf, dass mein Freund mich mit seinem Standpunkt "keine Adoption, keine Fremdbetreuung in den ersten 3 Jahren", sehr unter Druck setzt. Denn ich habe eine Adoption nicht gänzlich ausgeschlossen bzw hätte mir eine Betreuung für Kinder bis zu 3 Jahren gesucht, damit ich meine beruflichen Ziele weiter verfolgen kann. Das kommt leider für meinen Freund nicht in frage, er sagt man bekommt kein Kind, um es dann "abzuschieben", dann wäre ich nicht besser als meine Mutter (die mich weggegeben hat, als ich 4 war und meine Schwester gleich nach der Geburt), und ein Baby braucht in der ersten Zeit seine Eltern. Er meinte, einer Adoption würde er niemals zustimmen, eher würde er das Kind alleine von der Stütze groß ziehen. Das möchte ich aber auch nicht, ich würde mir schon wünschen, dass wir eine FAMILIE sind, mit Mutter UND Vater...nicht so wie ich das hatte als Kind...
Und der Gedanke, mein Leben lang von Hartz4 leben zu müssen, ist für mich unerträglich. Aber mit Anfang 30 brauch ich nicht nochmal ein Studium anzufangen oder auf eine Ausbildung hoffen. Es wird mich niemand mehr einstellen...

Ich habe wirklich hin und her gegrübelt...mit was könntest du eher leben? Kind und Armut? Dein Leben lang halbtags bei Lidl kassieren? Obwohl du Abitur hast und ein Studium zu 80% fertig? Oder das Kind jetzt NICHT zu bekommen, aber beruflich Fuß fassen und dich ein paar Jahre später, in gesicherteren Verhältnissen, nochmal bewusst FÜR ein Kind zu entscheiden? Auf was soll ich hören, Herz oder Verstand? Das Herz sagt ja, der Verstand schreit nein...

Am Mittwoch bin ich dann zur Krankenkasse gegangen und habe mir die Kostenübernahme für einen Abbruch aushändigen lassen. Die Sachbearbeiterin war auf einen Schlag sowas von oben herab und unfreundlich, als ich mein Anliegen äußerte und den Beratunsschein vorlegte. Sie musterte mich wie ein ekliges Insekt und gab mir widerwillig nach Überprüfung meines finanziellen Hintergrundes die Kostenübernahmebescheinigung. Ich fragte sie, ob der medikamentöse Abbruch mit Mifegyne auch von der Krankenkasse übernommen wird, sie entgegnete nur schnippisch: Das müssen sie ihren Arzt fragen!
Ich verließ das Gebäude und fühlte mich einfach nur schlecht...und wütend, weil diese Frau meine Geschichte überhaupt nicht kennt, sie nicht weiß wie schwer mir diese Entscheidung ohnehin fällt und sie mich behandelt hat wie den letzten Dreck...dann dachte ich mir, vielleicht kann diese Frau nicht anders, vielleicht hat sie ein Kind verloren oder kann keine bekommen und verurteilt dich dann dafür...aber hat sie dann den richtigen Job? Sie kann ja denken was sie möchte, aber sie darf sich das in ihrer Position nicht anmerken lassen...

Am Donnerstag waren mein Freund und ich bei meiner Frauenärztin. Der Embryo ist in einer Woche von 0,26cm auf 0,9cm gwachsen. Zum Glück war noch keine Herztätigkeit zu erkennen, sonst weiß ich nicht, ob ich nicht schreiend vom Stuhl gesprungen wäre
Meine Frauenärztin steht neutral zu Schwangerschaftsabbrüchen, sagte zwar, dass es in meiner Lage wirklich verzwickt sei und sie sieht, wie schwer es mir fällt, zumal ich mir ja eigentlich Kinder wünsche. Aber sie hat mich sofort ohen Moralpfredigt an eine Kollegin überwiesen, die mit Mifegyne arbeitet, weil sie selber keine Abbrüche durchführt.

Ich habe dann am Freitag bei der Kollegin angerufen. Die Sprechstundenhilfe war sehr nett und hat sich am Telefon auch wirklich Zeit für mich genommen. Sie sagte, das ist Quatsch, dass man den Arzt fragen muss wegen der Kostenübernahme, sobald man die Kostenübernahmebescheinigung hat, wird der Abbruch von der Krankenkasse übernommen, egal ob medikamentös oder chirurgisch. Sie erklärte mir auch den Ablauf, dass ich Montag um 9 (also morgen) kommen soll, die ersten Tabletten erhalte, worauf ich eine Blutung bekommen werde, dann am Mittwoch die zweiten, woraufhin die Schwangerschaft ausgestoßen wird. Danach muss ich nochmal zur Kontrolle. Sie sagte, dass sie mehrheitlich sehr gute Erfahrungen mit Mifegye gemacht haben.

Trotzdem habe ich Angst und hasse mich für die Entscheidung, die ich getroffen habe. Ich werde immer denken, hättest du es nicht vielleicht doch geschafft? Was ist, wenn deinem Freund etwas passiert und du kein Kind mehr mit ihm haben kannst? Er ist immerhin fast 40 und chronisch krank...er sagt einerseits, es ist die beste und vernünftigste Entscheidung, das Kind nicht zu bekommen, aber andererseits sagt er, das ist vielleicht seine letzte Chance, etwas von ihm auf diesem Planeten zu hinterlassen, für das er sich aufopfern und das er lieben kann???

Ich habe den neuen Plan, im Herbst auf die FH zu wechseln und da umzusatteln. Damit ich nochmal eine Chance habe, mein Studium zu beenden und damit alles nicht umsonst war. Damit ich mit 30 fertig bin. Aber um welchen Preis? Ist der Preis nicht zu hoch??? Zwar bin ich etwas ruhiger, seitdem ich eine Entscheidung getroffen habe, aber Zweifel werden immer bleiben. Abends liege ich im Bett und weine. Weine um das Kind, das nicht auf die Welt kommen wird.
Ich zähle die Stunden, in denen es noch in meinem Bauch sein wird. Zum Zeitpunkt, zu dem ich das schreibe, also noch ca. 12 Stunden...Ich will es nicht hergeben
aber es geht nicht anders....ich habe Angst gehabt, meinem Vater von meiner Schwangerschaft zu erzählen. Er hätte mich verurteilt und noch mehr unter Druck gesetzt. Warum hast du so lange studiert, um dir dann jetzt ein Blach andrehen zu lassen, und das von SO EINEM, etc....

Ich weiß nicht, was morgen mit mir sein wird, wenn ich diese Tabletten nehmen soll. Ich weiß nicht, ob ich es kann. Ob ich nicht heulend aus der Praxis renne. Oder ob ich stark genug bin. Aber mich dann dafür hasse...Die Pro Familia Beraterin meinte, ich kann jederzeit wieder kommen, egal ob ich mich für oder gegen das Kind entscheide. Falls ich nicht mit einem Abbruch zurecht kommen sollte (was der Fall sein wird), dann kann ich auch jederzeit in die psychologische Beratung von pro Familia kommen.

Mein Freund hatte eine schöne Idee. Er meinte, wir sollten uns von unserem Kind verabschieden. Das Ultraschallbild an einen Luftballon binden und einen Brief, dass wir es lieben, nie vergessen und dass es zu einem günstigeren Zeitpunkt zurück kommen darf

Wünscht mir Kraft. Ich werde weiter berichten.
Todunglücklich, eure Elena


Es ist wirklich traurig, vor allem weil du dir dieses Kind so sehr wünscht. Du und dein Freund scheint eine stabile Beziehung zu haben, das ist doch das wichtigste! Es wird immer i-was fehlen, kein Zeitpunkt scheint perfekt, vor allem wenn man sich alles selbst erarbeiten muss (da spreche ich aus Erfahrung). Ein Kind wird sicher in der ersten Zeit die meiste deiner Zeit beanspruchen, aber dafür wirst du auch reichlich entlohnt, jedes Lächeln von ihm wird alles andere als nebensächlich erscheinen lassen (so ist es eigentl. auch ). Schon bald wirst du dein Studium wieder aufnehmen können (ich habe meine Tochter nach 4 Semestern bekommen, also mittendrin, und werde in 2 Monaten meine schriftlichen Prüfungen schreiben, sie ist jetzt 16 Monate alt). Es ist, wenn ich ehrlich bin, schwerer als ich es mir vorgestellt habe, jedoch nichts, was man nicht schaffen kann! Bedenke, jede Schwierigkeit geht vorüber, habe keine Angst vor dieser Situation, es ist zu schaffen. Wie du bereits erfahren hast, es mehrere Möglichkeiten, Unterstützung zu bekommen und in einer Notlage (wie in deinem Fall) ist es ganz sicher keine Schande, sie anzunehmen. Mag sein, dass du anfänglich auf Hartz4 angewiesen sein wirst, es wird aber nicht ewig so bleiben, ich kenne so viele Beispiele aus meinem Bekanntenkreis, die es geschafft haben, mit Kind wieder Fuss zu fassen im Berufsleben (eine 30-jährige Frau, die eine Ausbildung zur Röntgenassistentin angefangen hat, Kind ist 5 J. alt; eine Architektur-Studentin, die ihr Kind ähnlich wie ich mitten im Studium bekommen hat und bald wieder anfangen möchte; eine Krankenschwester-Auszubildende , die im 2. Ausbildungsjahr schwanger geworden ist und nach einem Jahr Pause ihre Ausbildung abgeschlossen hat) - es geht!
Auch ich muss sagen, dass es dieses Kind nur einmal gibt, so einzigertig wie wir alle sind. Es wird in ein paar Jahren nicht wieder kommen, wenn es euch finanziell besser geht (eine Garantie gibt es dafür nicht, wirst du dann auf deinen Kinderwunsh verzichten, wenn es mit der Karriere nicht klappt?). Vlt. ein anderes Baby, aber nicht dieses. Höre auf dein Herz, das erspart dir das Leiden hinterher. Wünsche dir alles Gute und eine richtige Entscheidung zu treffen.

LG, Mila

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15. März 2010 um 8:43
In Antwort auf morana_12367631

Die Entscheidung ist gefallen
Hallo liebes Forum.
Erst einmal danke für eure zahlreichen Zuschriften, Aufmunterungen, lieben Worte und nette PN's. Hinter jeder Nachricht steckt eine persönliche Geschichte, man merkt, wie ihr gekämpft und selbst im Gewissenskonflikt gesteckt habt. Ich bewundere die unter Euch, die es trotz Kind geschafft haben, ihre Ziele zu verwirklichen! Ihr habt/hattet die Kraft, die ich nicht habe...

Die letzte Woche war sehr turbulent.
Am Montag hatten mein Freund und ich das Beratungsgespräch bei Pro Familia. Das erste, was die Sozialarbeiterin fragte, war, ob ich die Konfliktberatung wünsche, die zur Ausstellung des Beratungsscheins führt, oder ob ich Möglichkeiten aufgezeigt bekommen möchte, bei wem ich finanzielle Hilfen beantragen könnte, wenn ich mich für das Kind entscheide. Ich bat dann um beides. Ich hatte wirklich einen sehr positiven Eindruck von der Sozialarbeiterin, sie hat uns wirklich zugehört und vor allem ergriff sie KEINE wertende Position, also hat weder versucht, mich pro Kind zu ermutigen, noch mir zur Abtreibung zu raten. Sie hat nur versucht mir aufzuzeigen, was es wahrscheinlich bedeutet, ungelernt ein Kind zu haben, und dass ich lange von Hartz4 leben würde. Dass ein Kind uns finanziell zurückwerfen würde, dass es aber auch Hilfen gibt, zB Babyerstausstattung, kirchliche Fonds die in Härtefällen Zuschüsse geben etc. Dass man auch in einem Urlaubssemester als Mutter Klausuren schreiben kann (was sonst nicht möglich ist) und dass es im Urlaubssemester sogar möglich ist, Unterstützung von der Arge zu erhalten. Aber ob ich es nervlich schaffe, zu lernen und nebeinbei einen Säugling zu betreuen, das müsste ich selbst entscheiden.
Sie hat sich die Sicht meines Freundes angehört und mich dann gefragt, warum ich denn solche Probleme mit einem Abbruch hätte. Ich entgegnete, weil ich der Meinung bin, dass ich das nicht mehr alleine bestimmen könnte meiner Meinung nach, dass das menschliche Leben für mich mit der Zeugung beginnt und dass es egoistische Motive sind, wegen fehlenden Geldes dem Kind das Leben zu verwehren...
Dann sagte sie einen Satz, der mir in den Ohren hängen geblieben ist und der mir die Entscheidung etwas leichter gemacht hat. Sie sagte, "manchmal reflektiert es auch Verantwortunsbewusstsein, wenn man eben KEIN Kind in solch unsicheren Verhältnissen aufzieht". Sie war sichtlich berührt von unserer Geschichte, eben weil wir das Kind eigentlch gerne hätten, aber es leider zum ungünstigsten Zeitpunkt unterwegs ist. Ich kann mir denken, dass auch viele Frauen und Mädchen dahin kommen, die einfach nur den Schein wollen und gut. Ihr fiel auch auf, dass mein Freund mich mit seinem Standpunkt "keine Adoption, keine Fremdbetreuung in den ersten 3 Jahren", sehr unter Druck setzt. Denn ich habe eine Adoption nicht gänzlich ausgeschlossen bzw hätte mir eine Betreuung für Kinder bis zu 3 Jahren gesucht, damit ich meine beruflichen Ziele weiter verfolgen kann. Das kommt leider für meinen Freund nicht in frage, er sagt man bekommt kein Kind, um es dann "abzuschieben", dann wäre ich nicht besser als meine Mutter (die mich weggegeben hat, als ich 4 war und meine Schwester gleich nach der Geburt), und ein Baby braucht in der ersten Zeit seine Eltern. Er meinte, einer Adoption würde er niemals zustimmen, eher würde er das Kind alleine von der Stütze groß ziehen. Das möchte ich aber auch nicht, ich würde mir schon wünschen, dass wir eine FAMILIE sind, mit Mutter UND Vater...nicht so wie ich das hatte als Kind...
Und der Gedanke, mein Leben lang von Hartz4 leben zu müssen, ist für mich unerträglich. Aber mit Anfang 30 brauch ich nicht nochmal ein Studium anzufangen oder auf eine Ausbildung hoffen. Es wird mich niemand mehr einstellen...

Ich habe wirklich hin und her gegrübelt...mit was könntest du eher leben? Kind und Armut? Dein Leben lang halbtags bei Lidl kassieren? Obwohl du Abitur hast und ein Studium zu 80% fertig? Oder das Kind jetzt NICHT zu bekommen, aber beruflich Fuß fassen und dich ein paar Jahre später, in gesicherteren Verhältnissen, nochmal bewusst FÜR ein Kind zu entscheiden? Auf was soll ich hören, Herz oder Verstand? Das Herz sagt ja, der Verstand schreit nein...

Am Mittwoch bin ich dann zur Krankenkasse gegangen und habe mir die Kostenübernahme für einen Abbruch aushändigen lassen. Die Sachbearbeiterin war auf einen Schlag sowas von oben herab und unfreundlich, als ich mein Anliegen äußerte und den Beratunsschein vorlegte. Sie musterte mich wie ein ekliges Insekt und gab mir widerwillig nach Überprüfung meines finanziellen Hintergrundes die Kostenübernahmebescheinigung. Ich fragte sie, ob der medikamentöse Abbruch mit Mifegyne auch von der Krankenkasse übernommen wird, sie entgegnete nur schnippisch: Das müssen sie ihren Arzt fragen!
Ich verließ das Gebäude und fühlte mich einfach nur schlecht...und wütend, weil diese Frau meine Geschichte überhaupt nicht kennt, sie nicht weiß wie schwer mir diese Entscheidung ohnehin fällt und sie mich behandelt hat wie den letzten Dreck...dann dachte ich mir, vielleicht kann diese Frau nicht anders, vielleicht hat sie ein Kind verloren oder kann keine bekommen und verurteilt dich dann dafür...aber hat sie dann den richtigen Job? Sie kann ja denken was sie möchte, aber sie darf sich das in ihrer Position nicht anmerken lassen...

Am Donnerstag waren mein Freund und ich bei meiner Frauenärztin. Der Embryo ist in einer Woche von 0,26cm auf 0,9cm gwachsen. Zum Glück war noch keine Herztätigkeit zu erkennen, sonst weiß ich nicht, ob ich nicht schreiend vom Stuhl gesprungen wäre
Meine Frauenärztin steht neutral zu Schwangerschaftsabbrüchen, sagte zwar, dass es in meiner Lage wirklich verzwickt sei und sie sieht, wie schwer es mir fällt, zumal ich mir ja eigentlich Kinder wünsche. Aber sie hat mich sofort ohen Moralpfredigt an eine Kollegin überwiesen, die mit Mifegyne arbeitet, weil sie selber keine Abbrüche durchführt.

Ich habe dann am Freitag bei der Kollegin angerufen. Die Sprechstundenhilfe war sehr nett und hat sich am Telefon auch wirklich Zeit für mich genommen. Sie sagte, das ist Quatsch, dass man den Arzt fragen muss wegen der Kostenübernahme, sobald man die Kostenübernahmebescheinigung hat, wird der Abbruch von der Krankenkasse übernommen, egal ob medikamentös oder chirurgisch. Sie erklärte mir auch den Ablauf, dass ich Montag um 9 (also morgen) kommen soll, die ersten Tabletten erhalte, worauf ich eine Blutung bekommen werde, dann am Mittwoch die zweiten, woraufhin die Schwangerschaft ausgestoßen wird. Danach muss ich nochmal zur Kontrolle. Sie sagte, dass sie mehrheitlich sehr gute Erfahrungen mit Mifegye gemacht haben.

Trotzdem habe ich Angst und hasse mich für die Entscheidung, die ich getroffen habe. Ich werde immer denken, hättest du es nicht vielleicht doch geschafft? Was ist, wenn deinem Freund etwas passiert und du kein Kind mehr mit ihm haben kannst? Er ist immerhin fast 40 und chronisch krank...er sagt einerseits, es ist die beste und vernünftigste Entscheidung, das Kind nicht zu bekommen, aber andererseits sagt er, das ist vielleicht seine letzte Chance, etwas von ihm auf diesem Planeten zu hinterlassen, für das er sich aufopfern und das er lieben kann???

Ich habe den neuen Plan, im Herbst auf die FH zu wechseln und da umzusatteln. Damit ich nochmal eine Chance habe, mein Studium zu beenden und damit alles nicht umsonst war. Damit ich mit 30 fertig bin. Aber um welchen Preis? Ist der Preis nicht zu hoch??? Zwar bin ich etwas ruhiger, seitdem ich eine Entscheidung getroffen habe, aber Zweifel werden immer bleiben. Abends liege ich im Bett und weine. Weine um das Kind, das nicht auf die Welt kommen wird.
Ich zähle die Stunden, in denen es noch in meinem Bauch sein wird. Zum Zeitpunkt, zu dem ich das schreibe, also noch ca. 12 Stunden...Ich will es nicht hergeben
aber es geht nicht anders....ich habe Angst gehabt, meinem Vater von meiner Schwangerschaft zu erzählen. Er hätte mich verurteilt und noch mehr unter Druck gesetzt. Warum hast du so lange studiert, um dir dann jetzt ein Blach andrehen zu lassen, und das von SO EINEM, etc....

Ich weiß nicht, was morgen mit mir sein wird, wenn ich diese Tabletten nehmen soll. Ich weiß nicht, ob ich es kann. Ob ich nicht heulend aus der Praxis renne. Oder ob ich stark genug bin. Aber mich dann dafür hasse...Die Pro Familia Beraterin meinte, ich kann jederzeit wieder kommen, egal ob ich mich für oder gegen das Kind entscheide. Falls ich nicht mit einem Abbruch zurecht kommen sollte (was der Fall sein wird), dann kann ich auch jederzeit in die psychologische Beratung von pro Familia kommen.

Mein Freund hatte eine schöne Idee. Er meinte, wir sollten uns von unserem Kind verabschieden. Das Ultraschallbild an einen Luftballon binden und einen Brief, dass wir es lieben, nie vergessen und dass es zu einem günstigeren Zeitpunkt zurück kommen darf

Wünscht mir Kraft. Ich werde weiter berichten.
Todunglücklich, eure Elena

Ich hoffe es ist noch nicht zu spät...
liebe elena, nützt du deine chance doch dein herz sprechen zu lassen und dir die hilfe zu holen die du brauchst, damit du dich nicht für den rest deines lebens unglücklich machst?
ich hab jetzt nur deinen letzten beitrag gelesen und merke, dass wohl nicht mehr viel zeit ist. bitte belüge dich nicht selbst! du kannst das kind nicht wegfliegen lassen und bitten später nochmal wieder zu kommen.
ich denk an dich!
linda

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15. März 2010 um 12:49

Ich habe vor zig-Jahren
genauso wie du entschieden.

Klar tut es etwas weh.

Klar ist die Entscheidung nicht einfach, aber es wird leichter und irgenwann wirst du nicht mehr gross darüber nach denken.

Es ist wichtig, auch wenn hier Andere eine andere Meinung haben, Verantwortungsgefühl zu besitzen. Nicht die Hand aufzuhalten nur weil man ein Kind bekommt. Nicht den Nachbarn für seine eigene Dummheit bezahlen zu lassen.

Ich habe nach der Abtreibung noch 6 Kinder bekommen. Und wir konnten sie alle selbst ernähren.

Du hast völlig richtig gehandelt. Wichtig ist jetzt deinen Abschluss zu machen. Ein Nest zu bauen. Dein Freund soll seine Dinge regeln und dann spricht nichts dagegen, dass er Zuhause bleibt und später eure Kinder betreut. Sicherlich wirst du immer mehr Geld als er verdienen.

Und dann kannst du, so wie ich noch 6 oder 7 Kinder bekommen. Glaube mir, die Zeit, die du jetzt brauchst um dir ein Polster für eine Zukunft mit Kind zu machen, kommt nie wieder.

Du hast nur ein Leben, nur eine Zukunft und das du sie nicht als Hartz4 Empfänger verbringen willst, ist verständlich.

Nimm Abschied von dem kleinen Wurm, es ebnet die Zukunft für seine Geschwister. Manchmal muss man Opfer bringen, damit die Nachkommen, davon profitieren.

Drück dich Saraa

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15. März 2010 um 13:58

Meine provokative Frage an dich Elena!
Ich vermute, dass du dieses Kind nicht möchtest,weil es den "falschen" Vater hat.Er ist nur ungelernt und Taxifahrer .Du aber bist so stolz auf dich und dein Abitur und weil du eben studieren "darfst".Genau das erwähnst du leider sehr oft in deinem Thread.Finde eine solche Einstellung einfach nur traurig............
Was immer das auch heißen mag??
Wäre der Erzeuger ein studierter Mann,Arzt,Anwalt halt mit Geld und Karriere ,würdest du dein Kind immer noch abtreiben wollen?
Ich kann nicht nachvollziehen ,dass Geld der einzige Grund ist .Tausende vor dir haben diese Hürde auch geschafft!

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15. März 2010 um 14:35
In Antwort auf gwawr_12915881

Meine provokative Frage an dich Elena!
Ich vermute, dass du dieses Kind nicht möchtest,weil es den "falschen" Vater hat.Er ist nur ungelernt und Taxifahrer .Du aber bist so stolz auf dich und dein Abitur und weil du eben studieren "darfst".Genau das erwähnst du leider sehr oft in deinem Thread.Finde eine solche Einstellung einfach nur traurig............
Was immer das auch heißen mag??
Wäre der Erzeuger ein studierter Mann,Arzt,Anwalt halt mit Geld und Karriere ,würdest du dein Kind immer noch abtreiben wollen?
Ich kann nicht nachvollziehen ,dass Geld der einzige Grund ist .Tausende vor dir haben diese Hürde auch geschafft!

Wie unlogisch ist das denn??
Wäre der Erzeuger ein studierter Mann,Arzt,Anwalt halt mit Geld und Karriere ,würdest du dein Kind immer noch abtreiben wollen?
------------------------------ -----

Dann können doch beide ihr Kind ohne Probleme ernähren. Sie könnten sich ein Aupair leisten und eine Putzfrau, damit sie in Ruhe weiter studieren kann. So kann man die Zeit, die nach dem Studium oder Arbeit bleibt ohne Hetze und Stress mit dem Kind effectiv verbringen.

Saraa

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15. März 2010 um 16:04

Ja, das sehe ich genauso
Und was du und Galaktis schreiben ist auch nur richtig und nicht anzuzweifeln.
Es ist mir eben so "Unangenehm" aufgefallen ,dass Delia hier in ihrem Thread ganz deutlich auch die sozialen Zusammenhänge bzw.verschiedene sozialen Status erwähnt ,ganz besonders auch die Einwände ihres Vaters.
Sie möchte gerne auch mal eine Akademikerin sein und stolz auf sich sein.Aber dann auf Kosten ihres Kindes,das finde ich eben nicht okay.

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16. März 2010 um 23:39

Ich melde mich zurück...
Puh...ich bin etwas überrascht über die "Bildungsschichten"-Diskussion , die mein Beitrag hier offensichtlich ausgelöst hat. Ich habe niemals die Meinung vertreten, dass Menschen in Niedriglohnberufen oder auch ungelernte Menschen, weniger gebildet sein müssen als Akademiker. Bildung und Charakter hat für mich absolut NICHTS mit dem Beruf zu tun, den jemand ausübt. Ich kenne jede Menge Akademiker, die im alltäglichen Leben nicht zurecht kommen, für die Behördengänge eine echte Herausforderung sind, die aber in ihrem jeweiligen Fach unschlagbar gut sind, nur eben halt echte Theoretiker. Genauso gut kenne ich "Arbeiter", die mir noch jede Menge vom Leben erzählen können, die ein Allgemeinwissen haben, an das ich bei weitem nicht heran reiche.
, ganz zu schweigen vom Know-How in ihren Jobs.

Als ich mit meinem Freund zusammen gekommen war, da war es mir EGAL, dass er Taxifahrer ist, verheiratet und fast 13 Jahre älter als ich. Wir haben uns heftigst verliebt, auf beiden Seiten. Er hat seine Frau für mich verlassen, mit der er fast 9 Jahre verheiratet war. Die Scheidung läuft, in dieser Sache werden auch noch heftige Kosten auf ihn zukommen, da seine Noch-Ehefrau durch die Trennung von Hartz-IV leben muss und das Arbeitsamt den Unterhalt von ihm zurückfordert.
Er sagt selber, mach es nicht wie ich...er hat damals seine Lehre abgebrochen und sich mit Gelegenheitsjobs durchgeschlagen, bis er beim Taxifahren gelandet ist. Er bereut es bis heute, dass er damals seine Lehre nicht zuende gemacht hat. Und das ach so belächelte Taxifahren gehört noch zu den "besser bezahlten" Niedriglohnjobs. Man hat ca. 1000 netto plus ca. 300-500 Trinkgeld jeden Monat, die nirgendwo auf der Lohnabrechnung auftauchen. Mancher Studierter hat da weniger! Eine befreundete Logopädin (immerhin eine Ausbildung, an die man nicht so leicht kommt!) verdient 960 netto! In Vollzeit! Und da gibt es kein Trinkgeld...

Aber das soll hier nicht das Thema sein. Was ich noch einmal klar und deutlich hervorheben möchte ist, dass ich nicht meinem Freund einen Vorwurf mache, dass er NUR Taxifahrer ist...wie gesagt, er ist zwar kein Abiturient (was im Übrigen auch keine Rolle spielt!), aber er ist mit mir durchaus bildungstechnisch gewachsen, in manchen Dingen sogar überlegen, auch wenn er keine Ahnung von Konstruktionstechnik hat....muss er ja auch nicht! Ich habe keine Ahnung vom Taxifahren!

Aber Granin, ich muss das bejahen, was du angeführt hast. Ich habe mich GEGEN das Kind entschieden, weil Geld nunmal eine entscheidende Rolle spielt! Wäre mein Freund Arzt oder Anwalt, dann könnte ich ohne Probleme mein Studium beenden, unser Kind in eine Betreuung geben oder eine Tagesmutter einstellen. Wir können uns gerade so eben mein Studium leisten! Das ist nämlich nicht umsonst. Bafög bekomme ich schon lange keins mehr, meine Eltern unterstützen mich nicht. Vom Studenbeitrag werde ich aufgrund der Härtefallklausel zwar befreit, aber nicht von den ASTA-Gebühren, und die betragen ca. 230, zweimal im Jahr.

Glaubt mir, die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen! Besonders die Beiträge von Catie haben mich sehr berührt (an dich und an Sommerlilie, danke für eure aufbauenden PN's). Ich habe zwei Wochen lang hin und her gegrübelt. Kannst du es schaffen?? Ich wollte dieses Kind! Aber ich wollte ihm auch ein schönes Leben ermöglichen, mit allen Chancen, die ich als Kind nicht hatte...ich stamme aus einer sehr problematischen Familie. Ich wollte es eben mal NICHT so machen wie meine Mutter. Die kam mit uns Kindern nicht klar und machte uns nachher für ihren verkorksten Werdegang verantwortlich, ähnlich wie Galaktikas Mutter. Also gab sie uns weg. Ich möchte nicht zu den Müttern gehören, die vollends überfordert, mal irgendwann ihren Frust am Kind oder am Partner auslassen. Ich hätte mein Kind über alles geliebt und ich hätte mir so gewünscht, es zu bekommen. Aber es wäre genau das eingetreten, was Galaktika prophezeit hat. ICH HÄTTE ES NICHT GESCHAFFT!!! Weil der (finanzielle) Hintergrund fehlt, damit ich meine beruflichen Pläne trotz Kind verwirklichen kann. Mir hätte niemand den Rücken frei halten können. Auch keine Großeltern ,die mal aufpassen hätten können. Und Tagesmütter und Kinderbetreuungen kosten nunmal Geld! Für Studenten ist die Kita NICHT umsonst, im Gegensatz zu HartzIV-Empfängern. Wobei wir wieder am Anfang wären. Um HartzIV beziehen zu können, muss ich aufhören zu studieren, kurz vorm Abschluss. Es ist leider so in Deutschland, oft heißt es immer noch - Kind ODER Karriere...

Ich möchte hier niemanden diffamieren, der HartzIV bezieht. Wir leben in einem Sozialstaat, und das ist gut so! Aber es ist nicht der Weg, den ich mit meinem Kind gehen will!

Ja, vielleicht ist es egoistisch, wenn ich meine Interessen vorziehe. Und ja, ich habe diesem Kind das Leben verwehrt. Es fällt mir schwer genug! Es wird mich mein Leben lang begleiten! Ich werde immer denken, jetzt wäre dein Ältester so und so alt, etc...

ABER....

ich bin meinen Weg gegangen, der definitiv mit Kind so nicht möglich gewesen wäre. Ich kann den Kindern, die ich noch bekommen werde, eine gute Zukunft bieten. Ich möchte eine ausgeglichene Mutter sein, die später auf ihr Leben zurück blicken und sagen kann, ja, es war gut, wie du damals entschieden hast, trotz allem. Denn ich weiß, ich wäre niemals glücklich, wenn ich, nur als Beispiel, bei Aldi kassieren würde oder nach Feierabend noch Treppenflure putzen, damit wir irgendwie über die Runden kommen. Ich möchte auch ein bisschen Luxus, für mich und meine Familie.
Deswegen habe ich mich ja damals für ein Studium entschieden, um dem finanziellen Engpass, der mich seit meiner Geburt begleitet, entfliehen zu können. Ich will nicht sagen, dass ich ein unglückliches Kind war oder mir materiell etwas gefehlt hätte. Aber gerade auf dem Gymnasium und später auf der Uni, war der Unterschied der sozialen Herkunftsschicht doch auffällig. Ich gehörte irgendwie nie dazu. Meine Leistungen waren passabel bis gut, wenn auch nicht herausragend. Aber ich eben hatte nicht die Hintergründe, die viele andere Studierende mitbringen.
Ich wollte es einfach einmal besser machen, auch im Hinblick auf die Familie, die ich später einmal gründen werde. Und ich wünsche mir definitiv eine eigene Familie. Und da spielt es für mich auch keine Rolle, ob mein Mann Akademiker ist, oder Taxifahrer. In letzerem Fall werde ich der Mehrverdiener sein und mein Mann in Elternzeit gehen.

Nur eben JETZT wäre das nicht möglich gewesen, weil mein Ausbildung nicht beendet ist und mein Freund einen befristeten Vertrag auf ein Jahr hat, hätte er Elternzeit beantragt, würde der Vertrag mit Sicherheit nicht verlängert werden. Und im Moment ist eben noch er der Hauptverdiener, weil ich nur mit einem 400-Job zu unserem Haushaltseinkommen beitragen kann.

Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich damit zufrieden wäre, nur Hausfrau und Mutter. Und ich wäre es nicht gewesen. Eben weil man eben als angehender Akademiker vielleicht höhere Erwartungen an das Leben hat, wie es auch Sina mal ansprach. Ist das egoistisch? Oder in meinem konkreten Fall verantwortunsbewusst? Es gibt darauf keine eindeutige Antwort. Die einen sehen es so, die anderen so. Für die anderen überwiegt das ungeborene Leben alles, eben auch persönliche Ansprüche. Für die anderen ist die Verwirklichung des eigenen Lebenszieles wichtiger.
Ich gehöre nicht zu den Frauen, die es sich leicht machen, für mich ist ein Ungeborenes auch kein "Zellklumpen", auch wenn dies in meinem Schwangerschaftsstadium, in dem ich mich zum Abbruch entschieden habe (4 Wochen nach Befruchtung), von meiner Gynäkologin als exakt dies bezeichnet wurde!!!

Ich weiß, dass der Preis sehr hoch ist, den ich bezahlt habe, um mein Leben so zu gestalten, wie ich es für vernünftig halte. Es tut in einer Art sehr weh, aber ich bin auch erleichtert. Erleichtert, dass ich eine Entscheidung getroffen habe, die einfach für mich in diesem Moment richtig war.
Auch im Hinblick auf die Zukunft der Kinder, die ich mir noch wünsche.

Ich bin, so paradox es klingt, weiterhin nicht pro Abtreibung. Ich habe in meinem konkreten Fall anders entschieden, weil die Vernunft gesiegt hat. Aber es ist in der heutigen Zeit etwas blauäugig, zu sagen, "man schafft es irgendwie"...viele haben es geschafft. Diese Frauen bewundere ich. Aber ich weiß, ich hätte nicht dazu gehört. "Irgendwie" ist nicht das, was ich vom Leben erwarte. Das Leben lässt sich zwar nur bedingt planen. Aber von einem Tag auf den anderen leben, jeden Tag Geldsorgen haben, so möchte ich nicht (mehr) leben. So lebe ich zur Zeit. Es ist nicht schön.

Eine von euch (ich weiß nicht mehr wer) führte an, dass es quasi nie den richtigen Zeitpunkt gibt, um Kinder zu bekommen. Das ist richtig. Aber es gibt den definitv falschen! Man kann auch jederzeit seinen Job verlieren, ja. Aber man hat dann ganz andere Aussichten, wieder in die Berufswelt zurück zu finden. Noch einmal: ich habe zum jetzigen Zeitpunkt KEINE abgeschlossene Ausbildung, und das mit 26 Jahren. Man wird nicht jünger! Und ja, ich würde unter gegebenen Umständen auch auf meinen doch sehr ausgeprägten Kinderwunsch verzichten, wenn ich ihnen nicht das meinen Wünschen entsprechende Umfeld bieten könnte, partnerschaftlich (für mich gehören Mutter UND Vater dazu, da bin ich eher konservativ) und ja, auch finanziell!
Das ist meine Art von Verantwortung.

Ich werde mein Ungeborenes immer im Herzen tragen und es ist mir nicht leicht gefallen! Es war die schwerste Entscheidung meines Lebens. Aber ich denke, es war richtig.

Eure Elena

PS: Ich habe mich für den medikamentösen Abbruch mit Mifegyne entschieden und werde morgen das Prostaglandin bekommen. Bis jetzt habe ich keine (körperlichen) Schmerzen gehabt. Das nur, um ein bisschen die Angst vor dieser Methode zu nehmen. Die psychischen Nebenwirkungen bleibten wohl aber bei jedem Abbruch die gleichen, egal welchen Weg man wählt

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16. März 2010 um 23:55
In Antwort auf morana_12367631

Ich melde mich zurück...
Puh...ich bin etwas überrascht über die "Bildungsschichten"-Diskussion , die mein Beitrag hier offensichtlich ausgelöst hat. Ich habe niemals die Meinung vertreten, dass Menschen in Niedriglohnberufen oder auch ungelernte Menschen, weniger gebildet sein müssen als Akademiker. Bildung und Charakter hat für mich absolut NICHTS mit dem Beruf zu tun, den jemand ausübt. Ich kenne jede Menge Akademiker, die im alltäglichen Leben nicht zurecht kommen, für die Behördengänge eine echte Herausforderung sind, die aber in ihrem jeweiligen Fach unschlagbar gut sind, nur eben halt echte Theoretiker. Genauso gut kenne ich "Arbeiter", die mir noch jede Menge vom Leben erzählen können, die ein Allgemeinwissen haben, an das ich bei weitem nicht heran reiche.
, ganz zu schweigen vom Know-How in ihren Jobs.

Als ich mit meinem Freund zusammen gekommen war, da war es mir EGAL, dass er Taxifahrer ist, verheiratet und fast 13 Jahre älter als ich. Wir haben uns heftigst verliebt, auf beiden Seiten. Er hat seine Frau für mich verlassen, mit der er fast 9 Jahre verheiratet war. Die Scheidung läuft, in dieser Sache werden auch noch heftige Kosten auf ihn zukommen, da seine Noch-Ehefrau durch die Trennung von Hartz-IV leben muss und das Arbeitsamt den Unterhalt von ihm zurückfordert.
Er sagt selber, mach es nicht wie ich...er hat damals seine Lehre abgebrochen und sich mit Gelegenheitsjobs durchgeschlagen, bis er beim Taxifahren gelandet ist. Er bereut es bis heute, dass er damals seine Lehre nicht zuende gemacht hat. Und das ach so belächelte Taxifahren gehört noch zu den "besser bezahlten" Niedriglohnjobs. Man hat ca. 1000 netto plus ca. 300-500 Trinkgeld jeden Monat, die nirgendwo auf der Lohnabrechnung auftauchen. Mancher Studierter hat da weniger! Eine befreundete Logopädin (immerhin eine Ausbildung, an die man nicht so leicht kommt!) verdient 960 netto! In Vollzeit! Und da gibt es kein Trinkgeld...

Aber das soll hier nicht das Thema sein. Was ich noch einmal klar und deutlich hervorheben möchte ist, dass ich nicht meinem Freund einen Vorwurf mache, dass er NUR Taxifahrer ist...wie gesagt, er ist zwar kein Abiturient (was im Übrigen auch keine Rolle spielt!), aber er ist mit mir durchaus bildungstechnisch gewachsen, in manchen Dingen sogar überlegen, auch wenn er keine Ahnung von Konstruktionstechnik hat....muss er ja auch nicht! Ich habe keine Ahnung vom Taxifahren!

Aber Granin, ich muss das bejahen, was du angeführt hast. Ich habe mich GEGEN das Kind entschieden, weil Geld nunmal eine entscheidende Rolle spielt! Wäre mein Freund Arzt oder Anwalt, dann könnte ich ohne Probleme mein Studium beenden, unser Kind in eine Betreuung geben oder eine Tagesmutter einstellen. Wir können uns gerade so eben mein Studium leisten! Das ist nämlich nicht umsonst. Bafög bekomme ich schon lange keins mehr, meine Eltern unterstützen mich nicht. Vom Studenbeitrag werde ich aufgrund der Härtefallklausel zwar befreit, aber nicht von den ASTA-Gebühren, und die betragen ca. 230, zweimal im Jahr.

Glaubt mir, die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen! Besonders die Beiträge von Catie haben mich sehr berührt (an dich und an Sommerlilie, danke für eure aufbauenden PN's). Ich habe zwei Wochen lang hin und her gegrübelt. Kannst du es schaffen?? Ich wollte dieses Kind! Aber ich wollte ihm auch ein schönes Leben ermöglichen, mit allen Chancen, die ich als Kind nicht hatte...ich stamme aus einer sehr problematischen Familie. Ich wollte es eben mal NICHT so machen wie meine Mutter. Die kam mit uns Kindern nicht klar und machte uns nachher für ihren verkorksten Werdegang verantwortlich, ähnlich wie Galaktikas Mutter. Also gab sie uns weg. Ich möchte nicht zu den Müttern gehören, die vollends überfordert, mal irgendwann ihren Frust am Kind oder am Partner auslassen. Ich hätte mein Kind über alles geliebt und ich hätte mir so gewünscht, es zu bekommen. Aber es wäre genau das eingetreten, was Galaktika prophezeit hat. ICH HÄTTE ES NICHT GESCHAFFT!!! Weil der (finanzielle) Hintergrund fehlt, damit ich meine beruflichen Pläne trotz Kind verwirklichen kann. Mir hätte niemand den Rücken frei halten können. Auch keine Großeltern ,die mal aufpassen hätten können. Und Tagesmütter und Kinderbetreuungen kosten nunmal Geld! Für Studenten ist die Kita NICHT umsonst, im Gegensatz zu HartzIV-Empfängern. Wobei wir wieder am Anfang wären. Um HartzIV beziehen zu können, muss ich aufhören zu studieren, kurz vorm Abschluss. Es ist leider so in Deutschland, oft heißt es immer noch - Kind ODER Karriere...

Ich möchte hier niemanden diffamieren, der HartzIV bezieht. Wir leben in einem Sozialstaat, und das ist gut so! Aber es ist nicht der Weg, den ich mit meinem Kind gehen will!

Ja, vielleicht ist es egoistisch, wenn ich meine Interessen vorziehe. Und ja, ich habe diesem Kind das Leben verwehrt. Es fällt mir schwer genug! Es wird mich mein Leben lang begleiten! Ich werde immer denken, jetzt wäre dein Ältester so und so alt, etc...

ABER....

ich bin meinen Weg gegangen, der definitiv mit Kind so nicht möglich gewesen wäre. Ich kann den Kindern, die ich noch bekommen werde, eine gute Zukunft bieten. Ich möchte eine ausgeglichene Mutter sein, die später auf ihr Leben zurück blicken und sagen kann, ja, es war gut, wie du damals entschieden hast, trotz allem. Denn ich weiß, ich wäre niemals glücklich, wenn ich, nur als Beispiel, bei Aldi kassieren würde oder nach Feierabend noch Treppenflure putzen, damit wir irgendwie über die Runden kommen. Ich möchte auch ein bisschen Luxus, für mich und meine Familie.
Deswegen habe ich mich ja damals für ein Studium entschieden, um dem finanziellen Engpass, der mich seit meiner Geburt begleitet, entfliehen zu können. Ich will nicht sagen, dass ich ein unglückliches Kind war oder mir materiell etwas gefehlt hätte. Aber gerade auf dem Gymnasium und später auf der Uni, war der Unterschied der sozialen Herkunftsschicht doch auffällig. Ich gehörte irgendwie nie dazu. Meine Leistungen waren passabel bis gut, wenn auch nicht herausragend. Aber ich eben hatte nicht die Hintergründe, die viele andere Studierende mitbringen.
Ich wollte es einfach einmal besser machen, auch im Hinblick auf die Familie, die ich später einmal gründen werde. Und ich wünsche mir definitiv eine eigene Familie. Und da spielt es für mich auch keine Rolle, ob mein Mann Akademiker ist, oder Taxifahrer. In letzerem Fall werde ich der Mehrverdiener sein und mein Mann in Elternzeit gehen.

Nur eben JETZT wäre das nicht möglich gewesen, weil mein Ausbildung nicht beendet ist und mein Freund einen befristeten Vertrag auf ein Jahr hat, hätte er Elternzeit beantragt, würde der Vertrag mit Sicherheit nicht verlängert werden. Und im Moment ist eben noch er der Hauptverdiener, weil ich nur mit einem 400-Job zu unserem Haushaltseinkommen beitragen kann.

Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich damit zufrieden wäre, nur Hausfrau und Mutter. Und ich wäre es nicht gewesen. Eben weil man eben als angehender Akademiker vielleicht höhere Erwartungen an das Leben hat, wie es auch Sina mal ansprach. Ist das egoistisch? Oder in meinem konkreten Fall verantwortunsbewusst? Es gibt darauf keine eindeutige Antwort. Die einen sehen es so, die anderen so. Für die anderen überwiegt das ungeborene Leben alles, eben auch persönliche Ansprüche. Für die anderen ist die Verwirklichung des eigenen Lebenszieles wichtiger.
Ich gehöre nicht zu den Frauen, die es sich leicht machen, für mich ist ein Ungeborenes auch kein "Zellklumpen", auch wenn dies in meinem Schwangerschaftsstadium, in dem ich mich zum Abbruch entschieden habe (4 Wochen nach Befruchtung), von meiner Gynäkologin als exakt dies bezeichnet wurde!!!

Ich weiß, dass der Preis sehr hoch ist, den ich bezahlt habe, um mein Leben so zu gestalten, wie ich es für vernünftig halte. Es tut in einer Art sehr weh, aber ich bin auch erleichtert. Erleichtert, dass ich eine Entscheidung getroffen habe, die einfach für mich in diesem Moment richtig war.
Auch im Hinblick auf die Zukunft der Kinder, die ich mir noch wünsche.

Ich bin, so paradox es klingt, weiterhin nicht pro Abtreibung. Ich habe in meinem konkreten Fall anders entschieden, weil die Vernunft gesiegt hat. Aber es ist in der heutigen Zeit etwas blauäugig, zu sagen, "man schafft es irgendwie"...viele haben es geschafft. Diese Frauen bewundere ich. Aber ich weiß, ich hätte nicht dazu gehört. "Irgendwie" ist nicht das, was ich vom Leben erwarte. Das Leben lässt sich zwar nur bedingt planen. Aber von einem Tag auf den anderen leben, jeden Tag Geldsorgen haben, so möchte ich nicht (mehr) leben. So lebe ich zur Zeit. Es ist nicht schön.

Eine von euch (ich weiß nicht mehr wer) führte an, dass es quasi nie den richtigen Zeitpunkt gibt, um Kinder zu bekommen. Das ist richtig. Aber es gibt den definitv falschen! Man kann auch jederzeit seinen Job verlieren, ja. Aber man hat dann ganz andere Aussichten, wieder in die Berufswelt zurück zu finden. Noch einmal: ich habe zum jetzigen Zeitpunkt KEINE abgeschlossene Ausbildung, und das mit 26 Jahren. Man wird nicht jünger! Und ja, ich würde unter gegebenen Umständen auch auf meinen doch sehr ausgeprägten Kinderwunsch verzichten, wenn ich ihnen nicht das meinen Wünschen entsprechende Umfeld bieten könnte, partnerschaftlich (für mich gehören Mutter UND Vater dazu, da bin ich eher konservativ) und ja, auch finanziell!
Das ist meine Art von Verantwortung.

Ich werde mein Ungeborenes immer im Herzen tragen und es ist mir nicht leicht gefallen! Es war die schwerste Entscheidung meines Lebens. Aber ich denke, es war richtig.

Eure Elena

PS: Ich habe mich für den medikamentösen Abbruch mit Mifegyne entschieden und werde morgen das Prostaglandin bekommen. Bis jetzt habe ich keine (körperlichen) Schmerzen gehabt. Das nur, um ein bisschen die Angst vor dieser Methode zu nehmen. Die psychischen Nebenwirkungen bleibten wohl aber bei jedem Abbruch die gleichen, egal welchen Weg man wählt

Meine Eurotaste ist kaputt
also nicht wundern wenn hinter den Beträgen nichts steht.

Elena

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17. März 2010 um 13:26

Meine Kinder wissen es auch
und sicher haben sie es verstanden.

Wir müssten wahrscheinlich alle von Hartz 4 leben, wenn ich es nicht durchgezogen hatte. So hatten sie alles, gute Schulausbildung, Ausbildung Studium etc. Ich bereue es nicht.

"Mama war schon mal schwanger, konnte aber das Baby nicht bekommen, weil das Geld nicht gereicht hat"

Das kapiert jedes Kind. Und Thema durch.

Sie hat das richtige für sich getan.

Saraa



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17. März 2010 um 21:04

Hättest du meine Beiträge aufmerksam gelesen....
...würdest du mir sicher keine Oberflächlichkeit unterstellen. Du solltest nicht von dir auf andere schließen, etwas mehr Toleranz täte dieser "armen, verkorksten Gesellschaft" sicher gut...

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17. März 2010 um 21:10

Bin ganz traurig......
....das du es getan hast, ich wünsch dir, dass du so gut damit klarkommst wie du es dir vorstellst

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17. März 2010 um 21:34


Was ist Geld gegen ein einzigartiges Leben? Ich verstehe es nicht. Und es gibt immernoch Adoption. Hier in Deutschland muss doch wirklich niemand wegen Geldmangel sterben. Nur immer wieder wegen der Illusion vom perfekten Leben

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17. März 2010 um 21:45

meine meinung
hallüüü an alle leser dieser diskussionen,

also meine meinung ist so das jeder ein mensch ist und jeder hat eine andere geschichte und jeder ist sein eigener herr.

Du bist schwanger oder warst es und hattest diesen konflikt kind bekommen oder nicht und das du nicht gut da stehst zur zeit in deiner situation und lebenslage .... sehr gut ist deine meinung und nur du musst für dich entscheiden weil du das kind bekommst und für es sorgen musst, du kannst nicht weglaufen kannst du schon aber solltest du nicth aber ich finde man kann wenn man will ein kind bekommen und arm sein wie eine kirchenmaus und man ist glücklich.... weil man eine familie ist die eine sache hat die mehr geld wert ist als auf der ganzen welt ihr habt euch ihr seit glücklich und ihr liebt euch man kann so viele sachen machen ohne geld man kann bei aldi einkaufen und gut essen man kann seinen kindern mal ein ausflug ohne viel geld schenken man kann auf spielplätzen spielen und in parks toben man kann so vieles wenn man will
hier wird von situationen geschriben und arzt oder taxifahrer ich finde das ist alles nebensächlich weil eine frau kriegt ein kind weil sie es sich wünscht egal wie wann und wo
ich habe eine freundin die hat mit 15 ihren sohn bekommen aber sie lebt sie hat nicht viel der papa ist weg aber sie lebt und liebt ihren sohn und ist liebevoll und zärtlich ich bin 29 bin verheiratet hab mit 22 meinen sohn bekommen freude großßß toll toll heirat liebe tralala aber nach 1 jahr siehe da ich bin wieder schwanger ohh gott so schnell ne das geht nicht
mein mann und ich leicht überfordert nicht viel geld mein mann sich abgerackert bei zeitarbeit ich los abtreibungstermin in der nacht davor sagt etwas mir joli du kannst das nciht machen ihr schafft das ihr bekommt das hin und wir haben es hin bekommen und ich liebe meine kinder die sind 5 und 7 und es ist wunderbar viel stress wenig geld aber wir sind glücklich allle 4 sind wir glücklich ich sage dazu du warst nciht bereit und hast es getan und das ist gut so weil du das so wolltest aber es geht nicht um wohlstand oder nicht sondern um reife und guter überlegung und das hast du getan und das alleine zählt alles glück und liebe der welt wünsche ich dir und gesundheit deine joli

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17. März 2010 um 21:47


bin ganz deiner meinung super text und bei harz 4 bekommt man sogar jetzt schwangerschafts geld....

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18. März 2010 um 12:44
In Antwort auf mei_12532080


Was ist Geld gegen ein einzigartiges Leben? Ich verstehe es nicht. Und es gibt immernoch Adoption. Hier in Deutschland muss doch wirklich niemand wegen Geldmangel sterben. Nur immer wieder wegen der Illusion vom perfekten Leben


Danke marienkaeferlein für diesen Beitrag, er spricht mir aus der Seele....

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18. März 2010 um 12:49
In Antwort auf mei_12532080


Was ist Geld gegen ein einzigartiges Leben? Ich verstehe es nicht. Und es gibt immernoch Adoption. Hier in Deutschland muss doch wirklich niemand wegen Geldmangel sterben. Nur immer wieder wegen der Illusion vom perfekten Leben

Ja....
du hast so doll Recht, marienkäferlein, es ist der neid der Menschen untereinander - besonders hier in D. der vielen den Kopf vernebelt - Illusion vom perfekten Leben - völlig egal ob man ein Auto hat oder mit der bahn fährt....und Kindern ist es auch total pups ob sie am See um die Ecke baden gehen oder in der Karibik!!!!!

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