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In drei monaten zwei sternchen verloren..

11. April 2007 um 22:14

hallo ihr lieben,

gerne möchte ich euch von meinem schicksal berichten.. vielleicht kennen mich noch einige aus anderen beiträgen, für alle anderen hier die ganze version:

wir haben einen fast dreijährigen sohn und seit dessen geburt versucht ein weiteres kind zu bekommen.. mitte januar diesen jahres hatte ich dann leider eine spontane fehlgeburt in der 6.SSW ohne körperliche schmerzen mit erheblichen blutungen, direkt niedrigen beta-hcg werten und der FA meinte, es sei keine wartezeit noch AS nötig..

trotz oder vielleicht gerade wegen des seelischen leides konnte ich kaum glauben, als bereits nach der ersten regelblutung im februar dann anfang märz der SS-test schwach positiv anzeigte.. nach drei an verschiedenen tagen schwach positiven testen konnte ich es nicht mehr aushalten und wollte gewissheit vom FA.. der beta-hcg wert war bei über 80, also definitv schwanger.. doch von freude konnte noch keine rede sein..

der erste ultraschall termin war also die woche danach, genauso die zweite beta-hcg abnahme (dann 450 =wenig aber noch normal).. der FA konnte leider nur einen wagen punkt in der gebährmutter erkennen, jedoch wollte er einen weiteren ultraschall termin aufgrund der FG vom januar eine woche später machen..

montag vor ostern war ich in der 6+2 SSW als ich stechende über den ganzen tag anhaltende unterleibsschmerzen hatte und befürchtete, das kind erneut zu verlieren durch einsetzen einer blutung,was nicht passierte.. wegen beschwerdefreiheit am nächsten tag wartete ich auf den donnerstag zum ultraschall termin.. befund: gebährmutter leicht vergrössert, muttermund geschlossen -> jedoch keinerlei fruchtblase oder kind im uterus zu sehen! sofortiger termin im krankenhaus wurde vereinbart mit verdacht auf eileiterschwangerschaft..

trotz dass ich mich nur verlegen darauf eingestellt hatte, erneut und so schnell wieder schwanger gewesen zu sein war es ein schock für mich..

die FA im krankenhaus jedoch behauteten eine kleine fruchtblase im uterus zu erkennen, welcher noch zeitgerecht sein könnte und liesen deshalb die beta-hcg werte für sich sprechen.. leider waren diese dann nicht mehr adäquat auf nur 839 angestiegen (hätten schon deutlich im vierstelligen bereich liegen müssen), was dann zur folge hatte, dass ich mich für den nächsten tag einer ausschabung stellen sollte.. ich konnte nicht begreifen, weshalb man nicht abgewartet hat, wenn es doch im uterus zu sehen war und hatte das unglaublich schlechte gefühl bekommen, etwas das vielleicht noch eine kleine chance verdient hatte aus mir rausreissen lassen zu haben! und weiter das gefühl, dass der alptraum fehlgeburt nun endlich abgeschlossen sein würde, auch wenn ich nun drei monate warten sollte bis zum erneuten üben..

wir sind also wie geplant und mit ärztlicher einverständin sonntag vor ostern in den urlaub gefahren, sollten jedoch den AS -befund noch am montag abfragen um sicher zu gehen, dass das material auch kindliches gewebe enthält, was mir aber zu 99% vom oberarzt zugesagt wurde..

ich hab also aus dem urlaubsort täglich mehrfach in der klinik angerufen, das ergebnis jedoch konnte ich erst am gründonnerstag , also fast eine ganze woche später erfahren: kein kindliches gewebe enthalten!!

erneut begann der alptraum und ich sollte mich unverzüglich im dortigen krankenhaus zur erneuten beta-hcg und ultraschall kontrolle vorstellen: ergebnis: weiterer anstieg des blutwertes auf dann 1075 und erkennen einer SS auf dem ultraschall im rechten eileiter bereits mit (noch wenig) freiem blut im bauchraum.. ich sollte sofort zur not-op dableiben, konnte dies aber wegen des arbeitsbeginnes meines mannes am dienstag nach ostern zeitlich nicht einhalten (geplanter aufenthalt 4 tage), sonst wäre ich nicht mehr nach hause gekommen.. auf anfrage der ärztin dort konnte ich das risiko eingehen, noch etwa 7 stunden die sofortige heimreise mit dem auto anzutreten und die op sollte durch ihre telefonische weitergabe direkt nach ankunft noch am selben abend organisiert werden..

wir sind also völlig verstört in die ferienwohnung gefahren, die sachen gepackt und sofort die rückreise angetreten.. wegen staus konnten wir es dann aber tatsächlich erst um 22 uhr (aber wie abgesprochen) in die klinik schaffen und wie sollte es auch anders sein: die hatten die ruhe weg dort und mich packte fast die hysterie! hatte die ärztin am urlaubsort doch bereits sorge, den eileiter nicht mehr retten zu können, geschweige angst darum, das das nunmehr 2,5 cm große "kind" den eileiter sprengen könne und ich somit durch verbluten in lebensgefahr stand!

stunden des wartens auf erneute beta-hcg werte und neue ultraschall bilder konnten die diensthabenden FA nicht zur not-op bewegen und ich tyrannisierte mittlerweile fast das gesamte personal um irgendwie auf mich und meine situation aufmerksam zu machen! ich war so hilflos und ängstlich mit womöglich nun auch noch vom gedanken verabschieden zu müssen überhaupt noch kinder bekommen zu können!

mittlerweile waren 12 stunden in der klinik vergangen als ich dem chefarzt vorgestellt wurde! dieser stellte wieder neue befudne auf und sah weiter nicht die dringlichkeit einer not-op.. stattdessen wagte er an der richtigkeit der ausschabung zu zweifeln und behauptete weiter, dass das "kind" bestimmt noch im uterus sitzt aber bestimmt nicht im eileiter, denn da könne er nichts sehen, obwohl ich das ultraschall bild wo es drauf war vorlegen konnte!!

dennoch entschied er sich dann die op für den nachmittag auf 14 uhr zu planen, also weiter 4 stunden später!!

nachdem ich nun so ausführlich berichtet habe will ich mich nun kurz fassen: es war tatsächlich eine eileiterschwangerschaft, jedoch konnten sie den eileiter retten..

ich kann nicht richtig beschreiben, wie es gerade in mir aussieht, jedoch machte das ganze hin und her nach der ausschabung den verlust den zweiten sternchens in der 7+6.SSW nun noch schlimmer als ich das zulassen wollte und vertrauen in das ortsansässige krankenhaus fast unmöglich..

ich schreibe das hier nicht auf um mitleid zu bekommen, sondern nur, um mir alles mal von der seele zu schreiben.. denn ich fürchte es wird mir das wohl kaum jemand unbeteiligtes glauben können..

auch wenn es nun schon zwei sternchen sind, die ich in kürzester zeit verloren habe, bleibt wohl das schlimmste die wartezeit von drei monaten einzuhalten.. ich bin gerade 35 geworden und habe deshalb angst die zeit läuft davon, bevor es nochmal klappen kann..

ich grüsse euch..
sanne

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11. April 2007 um 22:32

Hallo sanne
es tut mir unendlich leid, was dir passiert ist! Es ist doch unverantwortlich, wie im Kh mit Dir umgegangen wurde! Ich hatte letzte Woche meine erste Ausschabung, aber meine 3. Fehlgeburt! Die zwei ersten sind so abgegangen. Ich kann dir sehr gut nachempfinden, da ich auch schon 37 Jahre alt bin, und nun auch mindestens 3 Monate warten muss... Wir möchten eigentlich seit letzten sommer ein Baby, wir haben schon zwei gr0ße Töchter, dadurch kann ich es einigermassen ertragen, obwohl ich ständig an meine verlorenen Kinder denken muss... Ob wir überhaupt weitermachen steht noch in den Sternen, aber ich hoffe es sehr..Ich wünsche Dir, dass Du die "Wartezeit" gut aushalten kannst, sie ist auch wichtig, um die seelischen Wunden heilen zu lassen.
Ich wünsche Dir ganz arg viel Kraft, und bestimmt bist Du bald wieder Schwanger, und da klappt dann alles, wirst sehen..
Liebe Grüße,
Blaumausi

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12. April 2007 um 9:33

Hallo Sanne...
Ich kann Deine Angst gut verstehen und Du bist hier nicht allein - ganz sicher nicht.

Ich habe ein gesundes Kind, sie ist schon 13 Jahre alt. Ich habe unser Baby letzte Woche inder 12 SSW verloren - wir haben 11 Jahre darauf gewartet....wenn auch in den letzten Jahren nicht mehr so "aktiv".

Ich bin auch schon 34 Jahre alt, habe nur noch 1/2 Eierstock und nur noch einen Eileiter - glaube kaum, dass es das Schicksal nochmal so gut mit mir meint und nochmal habe ich keine 11 Jahre Zeit, denn ich werde auf Grund des fehlenden Eierstockgewebes wesentlich früher in die Wechseljahre kommen.

Wir sollten uns einfach nicht versteifen und vor allem nicht vergessen, dass es noch ein Leben außerhalb dieser Gedanken gibt.

Eine gesunde Frau mit 35 hat noch einige Jahre Zeit....setze Dich nicht unter Druck, denn wie Du sicher weißt, mindert das die Wahrscheinlichkeit einer erneuten SS.

Bei Dir weiß man doch jetzt, woran es liegt, bei einer nächsten SS kann man dem doch entgegenwirken!!! Nur Mut...ich weiß...es tut so weh...aber Dein Körper hat bewiesen, dass er schwanger werden kann - sogar 2 mal hintereinander!

Du wirst es wieder schaffen und dann kann man der Hormonschwäche sicher entgegenwirken!

Ganz liebe Grüße, Kopf hoch - Du bist nicht allein

Sabine

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13. April 2007 um 0:03
In Antwort auf peppermint72

Hallo Sanne...
Ich kann Deine Angst gut verstehen und Du bist hier nicht allein - ganz sicher nicht.

Ich habe ein gesundes Kind, sie ist schon 13 Jahre alt. Ich habe unser Baby letzte Woche inder 12 SSW verloren - wir haben 11 Jahre darauf gewartet....wenn auch in den letzten Jahren nicht mehr so "aktiv".

Ich bin auch schon 34 Jahre alt, habe nur noch 1/2 Eierstock und nur noch einen Eileiter - glaube kaum, dass es das Schicksal nochmal so gut mit mir meint und nochmal habe ich keine 11 Jahre Zeit, denn ich werde auf Grund des fehlenden Eierstockgewebes wesentlich früher in die Wechseljahre kommen.

Wir sollten uns einfach nicht versteifen und vor allem nicht vergessen, dass es noch ein Leben außerhalb dieser Gedanken gibt.

Eine gesunde Frau mit 35 hat noch einige Jahre Zeit....setze Dich nicht unter Druck, denn wie Du sicher weißt, mindert das die Wahrscheinlichkeit einer erneuten SS.

Bei Dir weiß man doch jetzt, woran es liegt, bei einer nächsten SS kann man dem doch entgegenwirken!!! Nur Mut...ich weiß...es tut so weh...aber Dein Körper hat bewiesen, dass er schwanger werden kann - sogar 2 mal hintereinander!

Du wirst es wieder schaffen und dann kann man der Hormonschwäche sicher entgegenwirken!

Ganz liebe Grüße, Kopf hoch - Du bist nicht allein

Sabine

Hallo sabine..
bei mir war es ja eine eileiterschwangerschaft.. ich hatte nun noch keine zeit und kraft mich ausreichend zu informieren nach meinem krankenhausaufenthalt (und schon garnicht davor, als ich noch nichts ahnte), jedoch kann man dem glaub ich nicht vorbeugen mit irgendwelchen hormonen..

es ist ja letztlich so, dass das ei meist im eileiter befruchtet wird und dann durch flimmerhärchen im eileiter in den uterus transportiert wird um sich dort einzunisten.. leider gibt es aber fälle, in denen die passage nicht zurückgelegt werden kann, sei es durch engstellen oder verklebte flimmerhärchen nach entzündungen.. beides war oder ist mir von mir nicht bekannt..

weshalb es also hängen blieb ist unklar.. ich habe mittlerweile aber gelesen, dass das risiko einer ESS nach fehlgeburt höher ist, zumal bei mir im januar ja auch keine AS gemacht wurde..

nun hoffe ich nach der wartezeit, dass sich alles wieder ins lot findet und es auf normalem wege wieder klappen kann.. es gibt auch die möglichkeit ein befruchtetes ei in der gebärmutter einzusetzen, sollte die durchgängigkeit der eileiter wieder gestört sein, doch vorbeugen, dass es den weg von alleine findet ist mir neu..

dass ich so schnell nach meiner FG im januar wieder schwanger würde, hab ich mir zwar gewünscht, doch nicht erwartet.. und als es dann doch so war, gab es in mir das gefühl ich hätte etwas bekommen, dass mir nicht gehört.. ich wollte mich noch nicht darüber freuen aus der angst heraus, ich könne es wieder verlieren.. obwohl diese schwangerschaft viel intensiver war.. und ich glaube auch fast, ich hätte mit dem erneuten verlust ganz gut klarkommen könnne, wäre nicht diese vielen umstände nach der ausschabung noch hinzugekommen..

ich denke mit dem verlust umzugehen ist die eine schwierige sache, den eigenen kinderwunsch aber auf eis zu legen oder gar begraben zu müssen, weil gesundheitlich viele dinge das risiko einer erneuten ss gering halten, die andere..

ich wünsche dir und allen, dass unser kinderwunsch noch in erfüllung gehen kann.. soll -frau- nach FG doch in den meisten fällen sehr schnell wieder schwanger werden können..

liebe grüsse aus dem wilden süden
sanne

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